Apokalypse des Johannes - 109. Vortrag von Wolfgang Peter

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Themenschwerpunkt

Der Weg des Menschen zum Geistselbst als ganz und gar eigene Schöpfung seines astralischen Leibes fordert die Erlösung der luziferischen, ahrimanischen und asurischen Widersacher: Die bewusste Auseinandersetzung mit den Doppelgängerkräften in der Gegenwart hilft uns, entscheidende Weichenstellungen vorzunehmen.

Ohne das Aufgreifen des Impulses zur Sozialen Dreigliederung, den Rudolf Steiner uns gegeben hat, wird der Weg in eine sich miteinander verbunden fühlende Menschheit untergraben.

Schlüsselwörter

5. Wochenspruch: Wir fliegen mit Seele und Bewusstsein ins Licht - Ich-Punkt und Bewusstseinszentrum - unser Ich und das Christus-Ich - für unser Ich gibt es keine Grenze - die Natur braucht uns - biologisch-dynamische Landwirtschaft zur Heilung der Erde - das Prinzip der Heilung - im Einklang mit dem Schicksal sein wollen - die unterschiedlichen Perspektiven des kleinen und des großen Ich - wir sind unser eigenes Kunstwerk - der glänzend erscheinende Weg ist der luziferische - der düster und schwer erscheinende Weg ist der richtige - unser Erdenkosmos soll keine perfekte Welt werden - Vollkommenheit fordert Neubeginn - nach den sieben kosmischen Entwicklungsstufen wird die Schöpfung dezentral sein - alle Sterne sind Inseln geistiger Wesenheiten - unsere individuelle Aufgabe in Verbindung mit unserer individuellen Sternenregion und die Wahl unserer Inkarnation - die Opfertaten von Menschen mit hoher geistiger Entwicklung - Rudolf Steiner und die Geisteswissenschaft als notwendige Ergänzung zur äußeren Wissenschaft - der große Impuls Rudolf Steiners: die Soziale Dreigliederung - kritische Betrachtung von Wirtschaftsleben, Rechts- bzw. Staatsleben und Geistesleben der heutigen Zeit - unser Bildungssystem behindert die geistige Entwicklung des Menschen - die Konzentration von Kapitalmassen in immer weniger Händen - die Menschheit ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts über die Schwelle gegangen - unsere Doppelgänger als unverzichtbare Herausforderung zur Auseinandersetzung mit unserem Karma - die Zahl 666 und  der Begriff Sorat - die Elohim haben ihre Ich-Kraft hingeopfert - in Jahwe erscheint die Christuskraft - Disharmonien zwischen Elohim bzw. Erzengeln sind richtig für die Entwicklung - in dem Maße, wie der Mensch seine Freiheit entwickelt, können auch die höheren Hierarchien den Freiheitsimpuls ergreifen - den luziferischen Engelwesenheiten wurde die Freiheit gegeben den Menschen zu verführen - die schwerste Sünde wider den Geist: in die Freiheit anderer Menschen einzugreifen - die Auseinandersetzung mit den Doppelgängerkräften zur Bereinigung unserer individuellen Verfehlungen - wir alle tragen schwere Lasten aus der Vergangenheit - die Verführung Ahrimans, die Folgen unserer Taten nicht auszumerzen, führt in das Reich Sorats - Ahriman verspricht dir: Mach es dir bequem! - Empathie und das richtige Geben - das geistige Entwicklungstempo wird immer höher - unsere Aufgabe: die Erlösung der luziferischen, ahrimanischen und asurischen Wesenheiten - Sorat und die 8. Sphäre, eine vollendete/vollkommene Welt ohne Weiterentwicklung - unser Weg zum Wachbewusstsein im Leben zwischen Tod und neuer Geburt - das moderne Hellsehen ist nicht körpergebunden - um die Erlebnisse des neuen Hellsehens mitzuteilen, braucht es neue Ausdrucksformen - die Gestaltung geistiger Wesenheiten in der Kunst der Zukunft - das geistige Streben und seine Verbindung zum Humor - geistig strebende Gemeinschaften sind Hauptangriffsziel der Widersacherkräfte - das Geistselbst des Menschen unterscheidet sich vom Geistselbst der Engelwesenheiten - auf dem Neuen Jerusalem: unser Geistselbst als unsere ureigene Schöpfung im Astralischen hat auch Bedeutung für den Makrokosmos - das Ende unserer physischen Verkörperung ist nahe - die Stärke der Widersacherkräfte wird auf unserer geistigeren Entwicklungstufe noch weiter zunehmen - die alten Einweihungsvorgänge und die neuen Wege in das Erleben der geistigen Welt - die Verbindung von seelischen und körperlichen Vorgängen - unser Weg zu der neuen Regel: "Es gibt keine Regel"

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- 109. Folge -

Weitere Vorträge von der Apokalypse des Johannes von Wolfgang Peter findest du hier: Vortragsreihe Apokalypse des Johannes von Wolfgang Peter

Transkription des 109. Vortrags (von Ghislaine und Susanne am 27. Mai 2022)

Begrüßung und 5. Wochenspruch 0:00:50

Meine Lieben, ich begrüße euch mit dem 5. Wochenspruch. Wir fliegen noch weiter hinaus in die Welt - mit unserer Seele, mit unserem Bewusstsein, hinaus ins Licht. Darum geht es hier:

Im Lichte das aus Geistestiefen

Im Raume fruchtbar webend

Der Götter Schaffen offenbart:

In ihm erscheint der Seele Wesen

Geweitet zu dem Weltensein

Und auferstanden

Aus enger Selbstheit Innenmacht.

Also, es geht jetzt immer mehr darum, dass wir wieder Bewusstsein dafür bekommen, dass unser geistiges Wesen, unser wirkliches geistiges Wesen, und auch unsere Seele viel größer ist als das, was wir so normal im Alltag drinnen eingesperrt in uns erleben. Wir sind eigentlich viel weiter und wir sind verbunden im Grunde mit all den geistigen Wesenheiten, die da draußen sind, auch wenn wir sie jetzt zunächst einmal bewusst vielleicht noch nicht mitbekommen. Aber hier und da kommt vielleicht ein bisschen ein Ahnen durch. Davon war ja auch in den letzten Wochensprüche schon die Rede, dass man vielleicht einmal ein bisschen ein Ahnen bekommt, eine gefühlsmäßige Berührung bekommt, dass da etwas Schönes draußen ist, etwas, was mich irgendwie anregt, was mir etwas sagt. Ich verstehe es zwar vielleicht noch nicht genau, aber was mich berührt, seelisch berührt, irgendwo. Und alles das, was uns da seelisch draußen berühren kann, ist zugleich aber auch immer eine Selbstbegegnung, weil, wir sind mit unserem wahren Wesen auch da draußen. Überhaupt, unser Ich ist das Größte überhaupt. Es spiegelt sich in uns so als kleiner Punkt irgendwo, wir erleben es da oben irgendwo meistens, weil wir halt heute sehr starke Kopfmenschen sind. Real, da ist es oft viel mehr in der Tätigkeit, im Tun, im Willen drinnen, da ist oft viel unmittelbarer das Ich drinnen. Es ist zum Beispiel ganz wichtig beim Künstlerischen, dass es aus dem Tun heraus kommt. Nicht: Ich sitze wochenlang und grüble, wie sollte das Kunstwerk gestaltet werden. Ja, ich habe eine Idee, will das und das machen, aber dann geht es los und ich werde tätig. Und im Tätig sein, staune ich selbst immer mehr, was dabei herauskommt und merke: "Aha, das passt" oder "nein, da passt's noch nicht". Aber ins Tätig sein hineingehen.

Also, das Ich sitzt eigentlich an verschiedensten Punkten in uns, aber so ganz wach bewusst wird es da drinnen, halt irgendwo da oben in dem Punkt ist das Zentrum. Wir haben den Ich-Punkt in etwa da oben (zeigt an die Stirn). Das ist also das Bewusstseinszentrum, drum malen die Inder da den Punkt her, da zwischen die Augenbrauen. Aber wir sind also eigentlich riesengroß. Wir gehen über den sichtbaren Kosmos hinaus - und erst jenseits des sichtbaren Kosmos, und zwar mit sichtbarem meine ich nicht nur, was wir mit den Augen sehen, sondern auch mit allen Teleskopen oder sonst was, wenn wir das Weltenende schauen können, sozusagen das Ende des Universums: Das Ich ist noch irgendwo dahinter, außerhalb von Raum und Zeit - und von dort kommt unsere eigentliche Kraft. Und in dieser Kraft unseres Ich ist drinnen, ja, dieselbe Kraft, die im ganzen Weltschöpferischen drinnen liegt. Das ist dieser Ausspruch, den wir immer wieder zitieren, also: "Dieselbe Ich-Kraft soll dem Menschen eigen sein, die ich von meinem Vater empfangen habe", sagt der Christus. Dieselbe Vollmacht. Also es gibt keinen Unterschied zwischen unserem Ich und dem Christus-Ich, in gewisser Weise, außer den kleinen Unterschied: Wir müssen erst lernen, mit dieser Kraft umzugehen. Und dieser kleine Unterschied ist aber natürlich ein riesengroßer Unterschied, weil wir können heute noch sehr wenig. Aber es gibt keine Grenze. Das heißt, geht nicht, gibt's nicht für das menschliche Ich. Es gibt nichts, was dem menschlichen Ich nicht grundsätzlich erreichbar ist. Wann und wo hängt davon ab, wie schnell wir uns entwickeln. Aber es gibt grundsätzlich keine Grenze.

Der Mensch ist Mitgestalter der Erde 0:05:25

Und in dem liegt aber eben auch drinnen, dass wir tatsächlich immer mehr Mitgestalter der Erde, aber letztlich des ganzen Kosmos, werden. Wir sind bereits in der Phase drinnen, wo wir aktiv mitgestalten, den Kosmos. Merkt man noch nicht sehr deutlich, aber man wird es immer deutlicher merken. Und das wird die Natur verändern, das wird die Erde verändern. Darum haben wir oft gesagt, es gibt kein zurück zur Natur, wie sie einmal in der Vergangenheit war. Das wäre völlig kontraproduktiv. Erstens würde es nicht funktionieren, das Einzige, was passieren würde, wäre, dass die Erde absterben würde. Also, in dem Sinn, wie sie früher gelebt hat, kann sie heute nicht mehr leben. Dass wir jetzt mit unseren Dummheiten noch zusätzlich Schaden der Natur bereitet haben, ist ein zweites Kapitel. Aber trotz allem: ohne den Menschen geht es nicht in die Zukunft. Die Natur würde also wesentlich früher absterben, wenn wir nicht tätig wären. Also, die Natur braucht uns. Es ist also ganz falsch, was man ab und zu hört: "Ach Gott, der Natur ging es viel besser, wenn es den Menschen nicht gäbe." Natürlich, man kann auf die Idee sehr leicht kommen, weil, wenn man an der Oberfläche schaut, zerstören wir im Moment einfach sehr, sehr viel. Also, Abrodung der Wälder, weiß Gott was, Verpestung der Atmosphäre, Verseuchung des Bodens. Allein, was wir mit der Düngung aufführen und damit den Boden extremst belasten und das Bodenleben zutiefst beeinträchtigen. Also, da ist ein ganz neuer Ansatz notwendig, wie er ja zum Beispiel gegeben ist in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Und da geht es nicht primär darum, dass wir besseres Essen haben und dass es uns wieder besser schmeckt, das ist eigentlich der Nebeneffekt. In Wahrheit geht es darum, die Erde zu heilen. Und zu heilen aber heißt nicht, zu einem Zustand zurückzubringen, der in der Vergangenheit war, sondern zu einem neuen, höheren Zustand in die Zukunft hinzuführen.

Unser großes Ich in seiner Rolle bei Heilung, Krankheit und Schicksal 0:07:48

Ist im Übrigen das Prinzip der Heilung immer: Heilung heißt in Wahrheit nicht Wiederherstellung eines alten, halbwegs gut funktionierenden Zustands, sondern es ist ein Aufbruch zu einem neuen Zustand. Also, Heilung heißt immer: Ich überwinde etwas Altes, was sich letztlich als schädlich erwiesen hat oder was Probleme macht, weil die sind das Ergebnis des alten Lebensprozesses - und ich setze anstelle dessen etwas Neues. Auch das wird in der Zukunft immer mehr ganz individuell am menschlichen Ich liegen. Das heißt, für jede Art von Medizin, von Heilung, ist ganz stark gefordert die Mitarbeit des individuellen Ich. Es ist eigentlich von jetzt an ein No-Go zu glauben, dass irgendwer uns heilen könnte und wir passiv einfach als Patient da sind und es geschehen lassen. Das heißt nicht, dass wir nicht Hilfe annehmen können und sollen und brauchen werden, aber dann nur, dass die Anregung kommt, dass wir selbst unsere eigenen Heilungskräfte aktivieren, die uns in einen neuen, gesünderen, höheren Zustand erheben. Das ist ganz wichtig, und wir haben dabei ja immer auch die Unterstützung der Christuskraft dabei. Denn der Christus wirkt in unserem Ich, durch unser Ich, mit unserem Ich. Er ist da. Nur es passiert nicht einfach: "Mach, kurier mich", sondern es heißt: "Du musst wollen. Du musst wollen." Du musst gesund werden wollen, sozusagen. Du musst in Einklang mit deinem Schicksal sein wollen, das heißt auch mit den Prüfungen, die damit verbunden sind. Denn Krankheit, zum Beispiel, kann auch eine Prüfung sein. Wobei ich nicht sage, dass alles immer aufs Karma der Vergangenheit zurückzuschieben ist. Es entsteht ja immer auch wieder Neues. Aber es ist auf jeden Fall eine Aufgabe, die zu bewältigen ist, egal mit welchem Ausgang. Also, selbst wenn man stirbt an einer Krankheit, dann kann das richtig sein. Dann kann das richtig sein, wenn man nämlich so weit entwickelt ist, dass man mit der Körperlichkeit, die man sich zubereitet hat für diese Inkarnation einfach nicht mehr weiterkommt. Das ist gar nichts Böses, das ist kein Versagen. Das kann eigentlich ein höchster Triumph und Erfolg, in Wahrheit, sein zu sagen: "Okay, ich bin so schnell vorangekommen, dass ich mit dem Werkzeug, das ich mir gebaut habe, nicht mehr durchkomme, das es ein Hindernis ist." Und es ist halt einfach…

Da seht ihr aber, wie unterschiedlich die Perspektive ist aus dem kleinen ich, das heute da drinnen sitzt und von da irgendwie ängstlich oder begehrlich oder wie immer in die Welt hinausblickt, und unserem wirklichen Ich, das viel, viel größer ist. Und man muss heute ganz deutlich sagen, das große Ich geht nicht sehr schonend immer mit dem kleinen ich um. Also, es hat am allerwenigsten die Sorge darum, ob es dem kleinen ich so besonders gut geht. Sondern das große Ich will sein Ziel erreichen oder seinen Weg gehen, das heißt seine Kräfte ausbauen. Ich meine, es ist dann oft eher der Zuspruch von außen, der halt hilft: Versöhne das kleine ich mit dem Großen. Das große Ich ist da relativ, ja, ich will nicht sagen brutal, aber es kennt sein Ziel. Und die ganzen Schwierigkeiten, die wir hier unten haben, sind für das große Ich einfach Stufen, die zu überwinden sind, sind Aufgaben, die zu überwinden sind. Aber das große Ich hat mit dem kleinen ich relativ wenig Mitleid, in Wahrheit. Das müssen eigentlich die anderen Menschen haben. Das ist nämlich das Interessante. Das Spannende ist, wenn man das... Das ist ja ein sehr ungewohnter Standpunkt. Weil, normal gehen wir davon aus: Ach, uns geht es gut, wenn das kleine ich sich wohl fühlt hier unten, also unser Ego zufrieden ist, halbwegs, ihm tut nichts weh, es ist halbwegs glücklich, es hat seine Freuden. Dann sagen wir: "Das Leben ist gut." Aber wenn man einmal erkennen lernt, sich von diesem höheren Standpunkt des wirklichen Ich zu betrachten, dann ist die interessante Erfahrung: Schritt für Schritt, mit dem einem das gelingt, werden Schwierigkeiten, Schmerzen sogar, die zu überwinden sind, kleiner im Erlebnis. Das ist ganz interessant. Nur, da muss man wirklich ganz ehrlich dazu stehen.

Unsere innere Verbindung mit einer großen Aufgabe überwindet alle Hindernisse 0:13:02

Jeder Künstler merkt es zum Beispiel, wenn er in einer großen Aufgabe drinnen ist und für sein Ziel: Und es ist ganz egal, wie schlecht es ihm geht. Es ist im Vergleich zu dem Werk, das er hervorbringt, unwichtig - und wenn er dafür sein Leben hingibt, weil er dann vielleicht, weil er sich so verausgabt, dass er dann früh stirbt. Dann ist es eben so, und er wird sich nie abhalten lassen davon, sein Werk zu vollbringen. Und nur: solche Künstler sind wir alle. Und das Kunstwerk, das wir wirklich hervorbringen, sind wir selber, indem wir hier auf Erden, sozusagen, uns immer mehr zu dem Abbild dessen schaffen, was wirklich unser großes Ich ist. Also, Kunst liegt eigentlich drinnen im sich selbst gestalten. Und im Überwinden aller Hindernisse, die da auf dem Weg liegen.

Das ist schon wieder eine ganz große Aussage - und was vielleicht schwer verdaulich ist. Aber wenn ich ehrlich sprechen soll, dann kann ich euch nicht sagen: "Ja, schaut, macht Geistesforschung, beschäftigt euch damit und es wird eurem Ego super gut gehen." Dann sind wir aber genau im falschen Weg der Esoterik. Dann sind wir auf dem luziferischen Weg. Der Luzifer verspricht uns genau das. Warum ich das so deutlich und so klar sage, ist, weil die Gefahr immer größer wird. Es gibt also mittlerweile gar nicht so wenige esoterische Bestrebungen in der Welt. Wir sind einerseits in einem sehr starken Materialismus drinnen, das ist der Ahriman, der sehr stark da drinnen steckt. Wir sind aber andererseits menschheitlich in einem sehr stark luziferisch-spirituellen Zeitalter auch drinnen, luziferisch-spirituell. Der Luzifer sorgt immer dafür, dass es dem Ego gut geht. Und dass das Ego glücklich ist, dass es schwebt in höheren Welten, die aber Scheinwelten in Wahrheit sind, die jedenfalls luziferische Scheinwelten sind und nicht die wirkliche geistige Welt sind. Und wir werden dort im Grunde immer abgelenkt von der Aufgabe, die sich unser wirkliches Ich setzt. So schwer die Entscheidung immer zu treffen ist, aber es ist eigentlich immer ganz klar: Wenn zwei Wege sich öffnen und einer ist glänzend und schön und lichtvoll und voll Engelgestalten, die leuchten die ganze Zeit und flimmern und glitzern - und ein anderer Weg, der düster ist und wo man weiß: Bumm, der wird hart, der wird schwer, und ich habe keine Ahnung, ob ich das Ziel erreiche oder mich irgendwo verliere - dann ist das der richtige Weg.

Die Schöpfung des Erdenkosmos soll keine Vollkommenheit hervorbringen 0:15:55

Das sage ich, weil wir jetzt in der Apokalypse gerade an dem dunkelsten Punkt und an dem tiefsten Punkt sind, wo wir aber hingehen müssen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Ich habe die letzten Male davon gesprochen - und insbesondere das letzte Mal - dass die ganze Schöpfung unserer Erdenwelt, sagen wir unserer Erdenwelt im engeren Sinn, unser Erdenkosmos, dass er ja von der Gottheit durchaus - ich sag mal bewusst - so veranlagt ist, dass es keine vollkommene Welt ist. Es wäre möglich gewesen, eine vollkommene Welt zu schaffen, weil die kosmischen Vorgängerstufen unserer Erde, der sogenannte Alte Mond, der auch genannt wird "der Kosmos der Weisheit", heißt deswegen so, weil im Zuge dieser alten kosmischen Entwicklung die Weisheit entwickelt wurde... Und mit Abschluss dieser alten Entwicklung wäre es möglich gewesen, erstmals mit der Erdentwicklung einen perfekt weisheitsvoll geordneten Kosmos zu schaffen. Vorher war das noch nicht möglich, sondern das ist eine Entwicklung, die beginnt mit der sogenannten Alten Sonne - das war noch vor dem Alten Mond - da fängt die Entwicklung der Weisheit so ganz leise an, da kommt dieses Weisheitslicht einmal, aber es ist zunächst nur Licht, das noch nicht sehr tief schöpferisch eingreifen kann. Auf dem Alten Mond geht es weiter, da greift es bis in das flüssige Element hinein und auf der Erde wäre die Möglichkeit, dass sich das verwirklicht - bis in das feste Erdelement, bis in das dichteste Element. Und es wäre möglich gewesen, die Erdenwelt zu einem perfekten Kosmos zu machen. Die Gottheit hätte diese Möglichkeit gehabt. Und das ist nicht geschehen, weil es etwas Höheres gibt, etwas, was darüber hinausgeht, und einen Kosmos zu schaffen, der jetzt unvollkommen ist, aber der in sich das Potenzial hat, zu einer viel, viel höheren Stufe aufzusteigen. Man muss dazu sagen: Wenn wirklich die Erdentwicklung ein vollendeter Kosmos geworden wäre, dann wäre das erstens zugleich die Welt der Sorat-Wesen gewesen. Die wären dann im vollen Einklang damit gewesen - und es wäre eine Endstation gewesen. Ein Kosmos, der in diesem vollendeten Zustand dann sozusagen in alle Ewigkeit weiter existiert und der keine weitere höhere Stufe mehr zuläßt.

Es ist im Leben des einzelnen Menschen, in der Geschichte, in der Erdentwicklung, auch im Kleinen, immer so im Grunde: Wenn etwas vollkommen wird, ist es Zeit, es fallenzulassen und etwas Neues zu beginnen. Also, einen neuen Aufbruch zu machen - und auf dieser Erde hier, während der Erdentwicklung, geht es darum, diesen neuen Aufbruch zu beginnen: Diesen Neuaufbruch zu beginnen, der letztlich - darüber haben wir schon gesprochen - dazu führen wird, dass der Mensch einmal, wenn die ganze Entwicklung durch die sieben kosmischen Stufen…

Mein Kater ist mit dabei, diesmal ist's der andere, die gehören auch dazu. Aber bitte, schalt mein Tongerät nicht aus.

Über den Vulkan-Zustand hinaus 0:19:57

Wenn die sieben kosmischen Entwicklungsstufen vollendet sind, dann ist der Mensch so weit, dass er dann, wenn er wieder aus dem Geistigen herauskommt und eine völlig neue Entwicklung beginnt, die im Grunde nicht vorhersehbar ist, wie sie wird… Im Grunde ist da nichts vorhersehbar, nämlich aus einem ganz einfachen Grund, weil, schicksalsmäßig, karmisch gesehen, ist dann die ganze kosmische Entwicklungskette abgeschlossen. Das heißt, es geht nichts in die nächste Stufe über, von "nachher" will ich gar nicht reden. Ihr wisst, der Zeitbegriff, wie wir ihn kennen, ist da überhaupt nicht mehr passend. Die Zeit beginnt auf der ersten Stufe, auf dem Alten Saturn, da fängt es an, irgendwie einen Sinn zu machen, und sie hört mit dem 7. Zustand, mit dem Vulkan-Zustand, am Ende auf. Und das wäre ein eigenes riesiges Thema: Was ist Zeit? Welche Aufgabe hat die Zeit? Will ich mich aber jetzt nicht verlieren drinnen. Jedenfalls beginnt dann etwas völlig Neues. Und die Entwicklung ist komplett offen, weil kein Karma, kein Schicksalsfaden aus der Vergangenheit mitgeht. Das Einzige, was hinübergeht - und das ist aber das Entscheidende - sind die geistigen Wesenheiten und die Fähigkeiten, die sie entwickelt haben. Und nur, was dann im großen Stil beginnt, was aber jetzt schon im Kleinen beginnt, ist, dass es eine - wie soll ich sagen, das ist so ziemlich das Einzige, was man abschätzen kann - es wird eine völlig dezentrale Schöpfung, könnte man sagen. Es wird eine Schöpfung, wo es nicht ein bestimmendes Zentrum gibt, aus dem alles geschaffen wird, wo sozusagen ein Schöpfungsplan oder ein Schöpfungswille herunterfließt, sondern es wird ein Impuls sein, der von unzähligen geistigen Wesenheiten getragen wird, die die ganze Welt gestalten dann. Und an führender Stelle, nämlich an ausführender Stelle, wird dann die Menschheit stehen, die Menschheit im weitesten Sinne.

In unserem Bewusstseinsseelenzeitalter beginnen wir die Größe des Kosmos zu ahnen 0:22:25

Und wenn ich das aufgreife, was ich in den letzten Vorträgen gesagt habe, dass wir ja eigentlich auch unseren ganzen Kosmos sehr viel weiter denken müssen, als wir ihn noch vor relativ kurzer Zeit gedacht haben - und das ist mit auch zu danken durchaus der äußeren Wissenschaft. Das hat begonnen mit der Neuzeit, das hat begonnen mit dem Kopernikus schon, mit dem Kepler und so weiter, mit dem Galilei, mit den ferneren, die gekommen sind, die uns gezeigt haben, dass der Kosmos, von denen die Griechen halt noch gedacht haben: "Okay, das ist also die Erde und die sieben Planeten rundherum - und dann gibt es noch den Fixsternhimmel." "Die Feste", wie es in der Bibel genannt wird, das Firmament. Aber das haben sie sich eigentlich als relativ engen Kosmos gedacht im Vergleich zu dem, was es heute ist. Der Kosmos ist viel, viel größer, und es sind Aberbilliarden von Sternensystemen, Sonnensystemen draußen, auf denen allen sich geistige Wesenheiten entwickeln - in welcher Form auch immer. Und ob die jetzt in einer körperlichen Form wie wir vorhanden sind, ob das zu ihrer Entwicklung dazuzählt oder nicht, ist ein ganz anderes Kapitel. Das ist, glaube ich, im Moment für niemanden noch wirklich abschätzbar, was sich dort abspielt, aber ganz sicher ist, dass es dort geistige Wesenheiten gibt - und dass es praktisch auf allen Sternensystemen auch Wesenheiten gibt, die jetzt ihre Ich-Entwicklung durchmachen. Vielleicht in einer ganz anderen Form, als wir es machen. Da ist also noch wahnsinnig viel zu entdecken, weil, der Kosmos ist jedenfalls sehr, sehr groß. Und es ist jetzt wirklich in unserem Bewusstseinsseelenzeitalter Zeit, diese Erweiterung des Horizonts also auch einfach zur Kenntnis zu nehmen. Rudolf Steiner sagt das ganz deutlich: Alle Sterne da draußen sind Inseln geistiger Wesenheiten. Und wir sind verbunden mit diesen geistigen Wesenheiten, das kommt noch dazu - auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind. Ich habe das schon öfter erzählt: Wir gehen im Leben zwischen Tod und neuer Geburt durch durch diese Bereiche und haben dann eine ganz individuelle Beziehung zu ganz bestimmten Sternensystemen. Und jeder Mensch hat seine ganz individuelle Beziehung. Bei keinem Menschen genau gleich. Also, wir sind nicht alle mit allen gleich intensiv verbunden, aber mit ganz bestimmten. Und mit denen haben wir eine gemeinsame geistige Aufgabe. Egal wie weit weg diese Sternensysteme jetzt äußerlich sind, es ist alles Äußeres Sinnenschein, für das Geistige spielt die räumliche Entfernung überhaupt keine Rolle. Überhaupt keine Rolle. Wir gehen ja tatsächlich auch im Leben zwischen Tod und neuer Geburt durch durch diese Reiche, geistig. Wir fliegen nicht mit einer Rakete dorthin und wieder zurück. Aber geistig gehen wir durch und verbinden uns damit. Und das heißt, jeder Mensch, der hier auf Erden sich inkarniert, bringt auch etwas mit von diesen Impulsen, die er von dort mitgenommen hat, mit denen er dort bekannt geworden ist, sozusagen. Meistens erinnern wir uns natürlich nicht daran.

Wir wählen unsere Inkarnationen selbst 0:26:03

Die große Schwierigkeit ist ja erstens einmal, wenn wir durchgehen durch diese Sternenregion, überhaupt einmal im Leben zwischen Tod und neuer Geburt in diesen hohen Regionen bewusst zu bleiben. Also, in der Regel, je nach geistigem Entwicklungsgrad, schlafen wir früher oder später ein und gehen mehr oder weniger unbewusst durch. Und dann müssen halt höhere geistige Wesenheiten dafür sorgen, dass wir so zur nächsten Inkarnation herunterkommen, dass es passt für unsere nächste Inkarnation, dass wir dort die uns gemäßen Entwicklungsbedingungen finden. Also, durch die Art der Geburt, durch die wir durchgehen - und so weiter. Dass wir also in die richtige Inkarnation, sozusagen, halbwegs zumindest, hineinkommen können. Halbwegs, weil natürlich immer das Störfeuer der Widersacher da ist und vieles nicht gelingt, was von oben man sich vornimmt. Und man muss schon da - wie soll ich sagen - wenn man sich inkarnieren will, irgendwie ein bisschen erfinderisch sein, wie man damit zurechtkommt, ich meine, es kann oft ganz anders kommen, als man es ursprünglich geplant hat. Und wir wählen, in Wahrheit. Auch wenn wir die Eltern auswählen, wir wählen sie ja aus und, in Wahrheit, bei den meisten Liebesbeziehungen: die entstehen dadurch, dass da wer hereinwill. Die lenken so vieles. Das kann ein flüchtiges Abenteuer sein - und die Eltern sind vor der Geburt des Kindes schon wieder auseinander. Kann genau so sein - und kann genau so richtig sein für das Kind. Man sieht auch da, dass das wird zunehmen natürlich, dass das immer verwirrender wird, diese Gestaltung. Weil, so wie es noch im Mittelalter war, die lange Familientradition und man wächst in das hinein und man wird… Und wenn man noch früher zurückgeht, wird man immer wieder in denselben Stamm öfters hineingeboren, um ja von dort alle Kräfte mitzunehmen. Heute springen wir durch die ganze Welt von Inkarnation zu Inkarnation. Es ist das ziemlich Sichere, oder höchst Wahrscheinliche, dass wir uns nicht irgendwo in der Nähe von da inkarnieren werden, sondern ganz woanders, in der nächsten Inkarnation, ganz woanders, mit ganz anderen Aufgaben und auch ganz etwas anderes, äußerlich gesehen, machen.

Geistig hoch entwickelte Menschen - ihre Aufgaben und ihre Opfertaten 0:28:35

Und insbesondere wenn dann Menschen sind, die eine hohe geistige Entwicklung durchgemacht haben bereits - oder gewisse geistige Entwicklungen durchgemacht haben - die finden ihre Aufgaben überall in der Welt, weil, es gibt an allen Orten der Welt was zu tun und die Wenigsten werden äußerlich groß in Erscheinung treten. Gerade die, die groß in Erscheinung treten - wenn das in seltenen Fällen ein großer Eingeweihter ist, der groß in Erscheinung tritt und den die Geschichte auch groß verzeichnet - dann ist es eine Opfertat, eine ganz große Opfertat. Menschen, die wirklich geistig entwickelt sind, die gehen eigentlich als ganz unscheinbare Menschen durchs Leben, weil dann können sie am meisten wirken. Es gibt heute hier und da die Notwendigkeit, auch in die Öffentlichkeit zu treten, so wie es Rudolf Steiner getan hat, weil eben der Zeitpunkt da war, wirklich Geisteswissenschaft in einem ganz modernen Sinn in die Welt hineinzutragen. Und weil das, was da war schon an alten Überlieferungen, konnte so in der Art nicht an die Öffentlichkeit gebracht werden. Die Übergangsstufe mit der Theosophischen Gesellschaft war auch noch nicht so geeignet dazu, die vielfach auf noch halbbewussten oder unbewussten Eingebungen oder wo, auch mediale Sachen, die im Hintergrund liegen... Das, was Rudolf Steiner gebracht hat und was sein Ziel war: Es in ganz klaren Einklang zu bringen mit dem nüchternen wissenschaftlichen Verstand. Und in Wahrheit zwischen den Erkenntnissen der nüchternen äußeren Wissenschaft, sofern sie klar bei den Fakten bleibt und sich nicht zu sehr in Spekulationen verliert, und den Erkenntnissen der Geisteswissenschaft, kann es keinen Gegensatz geben, sondern es ist sogar eine notwendige Ergänzung. Weil genau das, was man äußerlich sinnlich erforschen kann, muß man auch äußerlich sinnlich erforschen. Es geht nicht anders. Auch der Geistesforscher kann nicht mit seinem Geistesblick die sinnliche Welt erforschen. Er kann erforschen, was an geistigen Kräften dahintersteckt und darinnen wirkt, was die nächste Ebene ist. Aber was die äußeren sinnlichen Tatsachen sind, muß er auch sinnlich anschauen. Und es wird vielleicht einmal die Zeit kommen - sie wird sicher kommen - wo ein Wissenschaftler der Mensch ist, der beides zugleich ist. Ein Ansatz dazu, ein noch nicht ganz voll bewusster, aber doch sicher bewusster, dass der Weg dorthin geht, war Goethe. Er spricht immer vom Sinnlich-Übersinnlichen, in Wahrheit, oder in der Farbenlehre vom sinnlich-sittlichen Erleben, mit sittlich meint er eben einfach den geistig-moralischen Hintergrund der ganzen Sache. Und für ihn war es eigentlich undenkbar, beides zu trennen voneinander. Und das ist ganz richtig.

Luzifer und Ahriman - unsere Verführer und Verhinderer 0:31:52

Wir brauchen beides zusammen. Das ist aber ganz, ganz schwierig. Das ist ganz, ganz schwierig, weil, genau da stehen wir immer vor der Gefahr: Entweder holt uns der Luzifer, der holt uns so ganz ins Geistige hinein - und: "Pfff, diese schnöde Sinneswelt. Ja, natürlich, wenn sie im schönen Abglanz dasteht, dann ist es ja in Ordnung, aber so die profane äußere Welt, nein, da schweben wir drüber als geistiger Mensch." Aber dann sind wir im Luziferischen drinnen. Und jeder, der sich vorstellt: Wenn ich im Geistigen bin, dann schwebe ich da irgendwo oben schon so als halberter Engel, dann kann ich sicher sein, das ist halt ein luziferischer Bengel, der uns dazu verführt hat. Es ist ganz klar - aber es ist in Wahrheit nicht so klar, weil, die Verführung ist wahnsinnig groß, die Verführung ist wahnsinnig groß. Und das andere ist, dass wir uns ganz auf das äußere Materielle konzentrieren und alles Geistige ableugnen, was bis soweit geht, dass man, selbst was Bewusstsein ist: "Pfff.... Keine Ahnung. Ich erkläre nur, wie das technisch funktioniert und mehr schaffe ich eben nicht." Weil, tatsächlich Gottesbewusstsein zu erklären, schafft bis jetzt die äußere Wissenschaft nicht. An dem scheitert sie immer wieder. Die Gehirnforscher scheitern daran, obwohl sie an ihrem Scheitern… Und das habe ich schon öfter erwähnt: Der Mensch entwickelt sich durch seine Irrtümer weiter. "Es irrt der Mensch, solange er strebt." So steht es im Goethe drinnen. "Seid dankbar für jeden Irrtum". Dort lernen wir für das, was locker geht und was wir problemlos zusammenbringen, das ist schön, natürlich, das können wir  benutzen, damit können wir viel machen, aber weiterentwickeln tun wir uns damit nicht. Erst, wo wir dort hinkommen, wo wir uns eine Aufgabe setzen, an der wir wieder scheitern und dann noch fünf Mal und noch zehn Mal scheitern - und dann haben wir es irgendwann und dann geht der Spaß weiter. An dem entwickeln wir uns weiter, durch das gehen wir weiter. Das gilt für jeden geistig strebenden Menschen. Das heißt, das gilt natürlich auch für den Geistesforscher, für den Eingeweihten: Er scheitert auch immer wieder und nicht alles funktioniert so, wie er es sich vorstellt. Das ist nicht immer seine Schuld, aber die Bedingungen der Umgebung führen dazu, dass es einfach nicht funktioniert. Und man muss halt - wie soll ich sagen - noch stärkere Impulse hereinholen, um dieses Hindernis, das uns durch die Widersacher aufgeworfen wird, zu überwinden.

Rudolf Steiners großer Impuls der Sozialen Dreigliederung - und die Menschheit greift ihn bis heute nicht auf 0:34:47

Was hat Rudolf Steiner nicht alles hereingebracht! Und was ist nicht aber auch alles gescheitert in der Praxis? Also, wenn man nur den ganz großen Impuls der Sozialen Dreigliederung, nach dem die Welt schreit, heute noch mehr schreit, in Wahrheit, als zu seiner Zeit - aber was ist davon verwirklicht worden bis jetzt? Die Widersacher sind extrem stark das zu verhindern. Und die Notwendigkeit ist riesengroß! Und das Problem ist, dass wir dann wirklich einfach einen Weg finden müssen, eine größere soziale Gemeinschaft aufzubauen, die nach diesen Prinzipien miteinander umgehen kann. Und an dem scheitern wir schon wieder, immer wieder. Da kann der Steiner nichts dafür. Aber wir scheitern daran. Wir schaffen es oft nicht einmal, in einem kleinen Betrieb das zu leben, irgendwo, wo diese Prinzipien, die dahinter stecken, alle funktionieren.

Also, die Prinzipien des Wirtschaftslebens: Dazu gehört es, dass es wirtschaftlich sauber und ordentlich läuft und nicht auf Verlust Basis läuft, sondern dass man einfach einen wirtschaftlichen Verstand hat, wie man umgeht damit. Dazu gehört, dass die Freiheit des Geisteslebens drinnen ist. Und dazu gehört ein gesundes Rechtsleben, also ein gesundes Rechtsempfinden, das drinnen ist. Oft schaffen wir es schon in den einfachsten Einrichtungen nicht wirklich. Das sind große Herausforderungen für uns da. Diese Dreigliederung des sozialen Organismus sollte heute weltweit eigentlich schon da sein. Im Kleinen wie im Großen. An dem krankt heute ja alles. Es würfelt sich alles durcheinander: Das Geistesleben mit dem politischen Leben, mit dem Wirtschaftsleben. Also, Geistesleben spielt die geringste Rolle im Grunde, die ist nachgeordnet heute absolut dem Wirtschaftsleben und dem Staatsleben, absolut. Und von einer geistigen Freiheit, nämlich als soziale Kraft, ist nichts vorhanden. Ja, von Freiheit wird sehr oft gesprochen - und der Einzelne hat vielleicht irgendwo seine Freiheit. Aber dass das wirklich im sozialen Gestalten da ist, nicht. Überhaupt nicht.

Unser Bildungssystem und die Forderung nach einem freien Geistesleben 0:37:18

Nicht einmal das ganze Bildungssystem. Das ist geregelt, genormt, vom Staat geregelt, vom Einfluss der Wirtschaft -  und keineswegs von der individuellen Freiheit der Menschen, die es tun. Und das bräuchten wir. Jede Schule müßte autark sein! Und sie bestimmt, was dort gemacht wird. Und in der Schule muss jeder Lehrer autark sein können, und das muss man unter einen Hut bringen. Da müssen zwei Lehrer, zwei Mathematiklehrer… Und der Eine sagt: "So muss es gehen", und der andere sagt: "Nein, ich mache es ganz anders." Und beide Wege können richtig sein. Beide Wege sind richtig, wenn sie es mit ihren Schülern so machen, wie es zu ihren Schülern passt im Verhältnis zu der bestimmten Lehrerindividualität, die da ist. Wenn er das macht, wird er mit jeder Klasse genau denselben Stoff trotzdem komplett anders wieder machen, weil er andere Schüler hat. Und der zweite Lehrer, der dieselben Schüler unterrichten würde, wird es noch einmal komplett anders machen, weil ein anderes Verhältnis da ist. So beweglich muss das sein. Da gibt es keine Norm im Grunde. Und man kann einen Lehrplan aufstellen, natürlich, aber der Lehrplan ist eigentlich nur abgelesen an dem, was da Sache ist, was die Kinder brauchen für ihre Entwicklung. Das heißt, einen genormten Stundenplan und einen genormten Lehrplan gibt es schon überhaupt einmal nicht. Da müssen wir noch viel, viel weiterdenken. Und im Grunde sagt das Steiner ganz genau. Und auch in der Entwicklung der Waldorfschulen steht da noch ein weiter Weg bevor. Wir sind noch lange nicht am Ende dessen, also, was es einmal sein kann und sein muss für die Zukunft. Das ist ganz radikal, im Grunde. Es ist ganz auf die Individualität der Kinder und die Individualität des Lehrers abgestimmt. Und dann gibt es aber eine gemeinsame größere Individualität des Schulorganismus, weil alle gemeinsam eigentlich eine höhere geistige Wesenheit einladen, mit dabei zu sein. Und mit der sind auch dann alle in Verbindung, irgendwo. Und so geht es weiter. Und sie sind vielleicht ein Schulverband von vielen Schulen, die auch etwas Gemeinsames finden. So entsteht langsam erst ein gemeinsames Geistesleben. Ich meine, ein wirkliches Geistesleben ist es eben erst, wenn wirklich Geist drinnen ist. Und Geist sind geistige Wesenheiten, die drinnen sind. Das sind die Kinder, das sind die Lehrer - und das sind die höheren geistigen Wesenheiten, die sich mit diesen Gemeinschaften verbinden können. Also, ich wüsste nicht, ob wir in irgendeinem Staat heute auf der Welt ein Bewusstsein dafür haben, dass nach dem eigentlich sich das Bildungswesen, das Schulwesen, das Universitätswesen entwickeln sollte, das Forschungswesen entwickeln sollte.

Wir sind heute ganz auf dem Weg in die gegenteilige Richtung. Heute steht das Schulleben unter Kuratel, das heißt unter Aufsicht der Wirtschaft, in Wahrheit. Und der Staat ist der Handlanger dafür. Aber es wird alles auf das ausgerichtet. Und das ist eine extreme Einseitigkeit. Und ich habe nicht den Eindruck, dass dabei die Leute, nämlich paradoxerweise, dann wirklich wirtschaftlich denken lernen. Das ist nämlich das Paradoxon: Noch nicht Mal das kommt dabei heraus. Aber es ist eigentlich vielfach etwas, was nur das Geistige hinten und vorne behindert, im Grunde. Man muss es einmal ganz offen aussprechen, ganz offen aussprechen, diese Dinge. Ich weiß schon, man kann den Sprung zu dem, was es sein sollte und sein könnte, nicht in einem Tag und nicht in einem Jahr und wahrscheinlich auch nicht in zehn Jahren machen. Aber es müssten einmal Schritte kommen in die Richtung. Und da sind eine ganze Menge Schritte notwendig. Und dazu braucht man aber dieses Bewusstsein dafür, was ist der Mensch wirklich als Ich-Wesenheit. Welche schöpferische Kraft liegt in ihm. Und welches - ja, ich sage geradezu - Verbrechen begehe ich, wenn ich diese Kraft nicht wecke. Weil, es kommt dazu, dass diese Kraft nicht so ohne Weiteres von sich selbst aus erwacht.

Sie braucht die Anregung, die Anregung durch die anderen geistigen Wesen, die da sind, also namentlich durch die Mitmenschen, die da sind und die Ermutigung auch dazu, weil die Widersacherwesen sind heute - was heißt heute, die waren immer schon sehr raffiniert - aber sie sind heute noch raffinierter geworden und finden unzählige Wege, uns in eine andere Richtung zu lenken. Und das ist eben immer die Richtung des so angenehm erscheinenden Pfades. Und das schleicht sich in alles ein, das schleicht sich in die Pädagogik ein, das schleicht sich überall ein. Es ist nämlich ein großer Unterschied dazwischen, ob sozusagen die Schüler - wie heißt es bei uns - "bespaßt" werden, dass sie, ja, das super finden: "Mathe, ist so toll der Unterricht." Aber eigentlich nehmen sie nichts mit, sie haben halt einfach Spaß gehabt. Das alleine ist zu wenig. Das allein ist zu wenig. Aber es ist auch zu wenig, wenn alles nüchtern und trocken ist und sie halt jetzt sozusagen hingeprügelt werden zu ihrem Wissen und wo die Auslese dann ist: Nur die Besten bleiben über. Das heißt, die, die einfach sich dem unterwerfen, dem System, und brav alles auswendig lernen, es wunderbar auch pflichtgemäß anwenden können, aber im Grunde keine Kreativität entwickeln - und wo man das fördert mit allen möglichen Punkten und Sternen oder was, die man verteilt. Damit schürt man nur den Egoismus - und das setzt sich bis in die höchsten Ebenen fort.

Das Wirtschaftsleben unter der Herrschaft der Widersacherkräfte 0:43:52

Die Zuckerl werden halt dann noch größer in den höheren Ebenen - mit irgendwelchen Pöstchen oder sonst was - und das ist das Geistesleben, das heute da ist. Und das ist so in der Theaterwelt, das ist so überall! Es geht eigentlich immer ums Geld heute. Wäre ja auch nicht schlecht, wenn das Geld seinen richtigen Weg ginge. Geld ist eigentlich der im sozialen Organismus fließende Geist oder Ungeist - je nachdem. Entscheidet selber, was heute mehr fließt. Natürlich, die Wirtschaft ist dazu da, um das Geld, sozusagen, bereitzustellen, die Mittel bereitzustellen, dass das Geistesleben tätig werden kann. Das Geistesleben hat nicht die Aufgabe, das Geld, sozusagen, zu verdienen, indem es Waren verkauft oder was. Aber es hat die Ideen zu bringen. Aber dazu muss das Wirtschaftsleben, muss das Staatsleben halt die Mittel liefern, letztlich - und das muss wirklich zirkulieren. Und das zirkuliert heute sehr, sehr eigenwillig. Es zirkuliert schon sehr viel. Man kann gar nicht sagen, dass heute nicht gewaltige Geldmengen eigentlich im Geistesleben sind, aber es ist die Frage, welches es ist. Also, wir haben heute zum Beispiel immense Kapitalmassen, die sich eigentlich losgelöst haben von der Wirtschaft, die in der Realwirtschaft nicht mehr tätig sind. Ich meine, das macht 90 Prozent mittlerweile ungefähr aus des Geldvolumens, das im Grunde keine wirtschaftliche Deckung hat, also durch die Wirtschaftsleistung, sondern das rein durch die Spekulation entsteht. Das aber sehr wohl ein gewaltiges Machtmittel ist, um bestimmte Ideen in der Welt zu verwirklichen. Und die Frage ist: "Welche sind es? Wo kommen die her?"

Wir haben heute das Phänomen - und das ist das typische Phänomen in unserer  ahrimanischer Zeit und die Vorbereitung eigentlich dessen, was man nennt die Inkarnation Ahrimans oder was - immense Kapitalmassen bereitzustellen für immer weniger Menschen. Und die sagen jetzt, was geschehen soll. Und sie haben die Geldmittel dazu, um das wirklich physisch draußen in der Welt zu realisieren. Und das gestaltet uns das Sozialleben letztlich, das gestaltet die Welt um nach diesen Ideen. Damit will ich jetzt gar nicht sagen, dass alles schlechte Ideen sind, aber es ist die riesige Gefahr, dass da einfach dahinter namentlich die ahrimanischen Widersacher - und alles, was dahinter steckt - dass die dort tätig werden und dass sie das versuchen zu machen, was die Gottheit ganz bewusst nicht gemacht hat: Eine perfekte Welt, die wie ein Uhrwerk läuft, herzustellen. Und das ist der falsche Weg. Das ist der falsche Weg. Ich meine, es taucht in den Romanen oder so schon eh die längste Zeit auf. Wenn du denkst: Huxley, "Eine schöne neue Welt" und dergleichen, steht also drinnen. Eigentlich, auf den ersten Blick ist alles wunderbar, alles funktioniert und alle sind scheinbar glücklich dabei. Aber alle gleich, alle gleich. Eigentlich ist alle Individualität ausgeschaltet, im Grunde. Und es zählt nur die eine Individualität, die oben das geordnet hat, dass es so laufen soll - und das funktioniert nicht.

Wie können wir den Anforderungen einer vieldimensionalen Welt der Zukunft nachkommen? 0:47:40

Weil, wir gehen hin, im Grunde, auf eine vieldimensionale Welt, wo so viel verschiedene Perspektiven, so viele Lebensgestaltungen da sind, wie es einzelne Menschen gibt. Und die können ganz konträr sein. Und wir stehen vor der großen Schwierigkeit, das unter einen Hut zu bringen, und zwar unter einen Hut zu bringen, ohne dass oben wer sitzt, der alles regelt, sondern wo wir es miteinander regeln können. Und das ist selbst schon in einer Zweierbeziehung oft schwer, nicht wahr. Und erst recht, wenn dann Kinder noch dazu kommen, wird es noch schwieriger, weil die Kinder vielleicht von sich aus, in Wahrheit, einen Impuls in eine ganz andere Richtung haben. Das ist heute so, muss auch so sein. Also, die Kinder müssen einen ganz anderen Weg gehen, ihren Weg, der hat nichts zu tun mit dem ihrer Eltern, im Allgemeinen. Kann in einzelnen Fällen so sein. Aber sie nehmen etwas mit, was sie für ihren Weg brauchen. Aber Eltern glauben immer noch: "Ihr müsst das machen, was ich für gut halte, irgendwo" oder "Ich will euch ja nur einen guten Weg ebnen". Aber das ist der gute Weg, wie  sich es die Eltern vorstellen - der Weg des Kindes ist vielleicht ein anderer, irgendwann. Natürlich, man muss sie leiten, bis sie soweit sind, dass sie aus Eigenem entscheiden können ihren Weg, bis sie den Impuls überhaupt finden. Das fängt jetzt so langsam an, aber heute durchaus immer früher auch schon. Die Entwicklung beschleunigt sich.

In einer solchen Schöpfung stehen wir drinnen und der Abgrund besteht eigentlich in all den Dingen drinnen, die diesen Weg verhindern, die aber eigentlich immer sehr auf den ersten, zweiten, dritten Blick sehr vernünftig, sehr moralisch und so weiter ausschauen. Nicht wahr, die Menschen, die jetzt die Welt ordnen wollen, man darf nicht einfach davon ausgehen: "Ach, die wollen einfach ganz bewusst die ganze Menschheit verderben und in den Abgrund führen." Das ist Schundromanniveau. Das ist es überhaupt nicht, sondern es ist ein Impuls da, die Welt zu verbessern, zu einem Ideal hinzuführen, aber eben nicht zu erkennen, dass es nicht nur dieses eine Ideal geben kann, sondern dass die Welt immer mehr werden muss ein Zusammenfluss vieler Ideale. Vieler verschiedenen Ideale, weil jedes einzelne Individuum einen Impuls mitbringt, der wert ist, in die Welt gesetzt zu werden. Und es geht darum, dass wir einander den Raum geben, diesen Impuls zu entwickeln. Wenn das nicht der Fall ist, dann sind wir auf dem Weg in den Abgrund, um dort hängenzubleiben. Und um nicht dort hängenzubleiben, müssen wir aber sehr genau heute in unserer Zeit diesen Abgrund studieren. Das ist ganz wichtig. Wir müssen wissen, welche Gefahren dort auf uns lauern. Damit ist aber auch heute der moderne geistige Weg halt, wie soll ich sagen, ja, deutlich anstrengender geworden, in gewisser Weise, als in der Vergangenheit. Ich meine, es ist heute so und man merkt das, weil - wie soll ich sagen - die Menschheit ist in Wahrheit als Ganzes bereits mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts über die Schwelle gegangen, was so viel heißt, wie, es kommt Geistiges herein wieder und es sickert auch langsam ins Bewusstsein.

Die dunklen Kräfte wirken im Verborgenen - unsere Doppelgänger helfen uns aufzuwachen 0:51:56

Wird noch nicht erkannt, vielfältig, aber es hat Wirkungen, die damit verbunden sind und die sich oft als Allererstes darstellen: es heißt, dass wir auch immer mehr mit unseren dunklen Seiten konfrontiert werden. Und das kann bis zu Geisteskrankheiten hinführen oder zu etwas, was man für Geisteskrankheiten hält. In Wahrheit ist es so, dass der Geist ja niemals krank werden kann. Der Geist ist immer gesund, aber es kann sein, dass er es nicht schafft, sich richtig in seinem Organismus zu verankern, also sei es in seinem physischen Leib, in seinem Ätherleib, in seinem Astralleib. Und es ist ganz stark eben heute da, dass alle die Kräfte, vor allem die, die mit unserem Doppelgänger zusammenhängen, mit unseren Doppelgängern… Eigentlich müsste man, wenn man genauer spricht, sagen: Es ist eine Mehrzahl. Also, es ist zumindest einmal ein ahrimanischer Doppelgänger und ein luziferischer Doppelgänger. Aber selbst da gibt es noch Unterabteilungen. Wir sind eigentlich eine sehr vielfältige Persönlichkeit. In Wahrheit erkennt es heute ein bisschen auch die moderne Wissenschaft, die Psychologie, auch die Gehirnforscher bis zu einem gewissen Grad. Sie gehen davon aus, dass es solche Phänomene gibt, also, das ist eigen, aber drum tun sie sich wieder wahnsinnig schwer damit, über das Ich zu sprechen. Das Ich ist für sie eine Illusion. Sie glauben heute eigentlich, wir sind eine ganze Vielzahl von Egos oder von Persönlichkeiten, die oft im Widerstreit miteinander liegen. Das ist heut die gängige psychologische These, irgendwo, dass da eine ganze Vielheit drinnen ist - und die Frage ist, wer die Oberhand kriegt. Aber da kommt eine richtige Beobachtung heraus, sie wird nur wieder ganz einseitig gedeutet, weil, das eigentliche Ich ist ihnen nicht zugänglich. Das kann man auf die Art der Forschung, die man heute macht, aber auch nicht erkennen. Aber man erkennt trotzdem die Begleiterscheinungen des Ganzen: dass das Ich aufwacht zum Geistigen.

Über die Schwelle gegangen zu sein, heißt, dass das Ich prinzipiell bereit ist, fürs Geistige aufzuwachen. Es ist so paradox. Gerade im Zeitalter des Materialismus passiert es, gerade in dem Zeitalter. Das sogenannte dunkle Zeitalter des Kali Yuga ist zu Ende gegangen mit Ende des 19. Jahrhunderts - und dann ist eigentlich das lichte Zeitalter angebrochen. Nur, wenn ich mir das 20. Jahrhundert äußerlich anschaue, denke ich mir: "Nein, danke schön, hätte es noch ein bisschen finsterer sein können, vielleicht wäre dann weniger passiert." Also, die ganzen Dinge, die passiert sind im 20. Jahrhundert und die jetzt im 21. Jahrhundert massiv stärker weitergehen, in Wahrheit… Also in Wahrheit ist das 20. Jahrhundert noch harmlos gewesen gegen das, was jetzt kommt, auch wenn es auf anderer Ebene ist. Wir werden mit ziemlicher Sicherheit nicht wieder so Weltkriege haben, wie wir sie im 20. Jahrhundert haben, wir werden Schlimmeres in gewisser Weise haben, geistig gesehen Schlimmeres. Und eben geistig gesehen schlimmer, dass da die Menschheit oder große Teile der Menschheit immer mehr weggezogen werden vom Geistigen, obwohl sie eigentlich das Potenzial hätten, den Zugang zu finden dazu. Und weggezogen heißt, wenn man es noch konkreter sagt, eigentlich nicht zum… ja… hingezogen werden, halt, zu den Widersachermächten - und die zu halten für das Geistige. Das ist das Problem für das eigentlich Geistige. Es ist ja auch ein Geistiges, aber es ist ein radikal anderes Geistiges. Weil, im Hintergrund stehen eben diese Wesenheiten, die wir mit dem Namen Sorat bezeichnen, wobei ich immer wieder sage, die Bezeichnung Sorat ist eigentlich die Bezeichnung für uns. Was wir werden, wenn wir diesen geistigen Wesenheiten folgen, die eben auch mit dem Titel Sorat bezeichnet werden. In der Apokalypse steht es ja ganz verklausuliert, da steht einfach nur die Zahl 666 drinnen. Und erst, wenn man das in ganz gefinkelter Weise in hebräische Buchstaben umsetzt, die eben auch Zahlen entsprechen, und es damit anschreibt, dann kommt das Wort Sorat heraus. Es ist also sehr verklausuliert drinnen bei dem Johannes, zweifellos bewusst. Er sprach ja hebräisch bzw. aramäisch - und überliefert ist das Ganze aber im Original in der griechischen Handschrift, also in der griechischen Schrift. Und man muss also sehr gefinkelt sein, um den Hintergrund zu erkennen mit dieser Zuordnung. Aber dieses Wort Sorat heißt ja eigentlich nichts anderes, als dass alle unsere grundlegenden Wesensglieder - also, das heißt der physische Leib, der Ätherleib, der Astralleib und das Ich - einen Weg einschwenken im Sinne dieser hinter dem Sorat-Prinzip stehenden Wesenheiten.

Die Geister der Form - die Elohim und die Wesenheiten hinter Sorat stehen auf der gleichen Entwicklungsstufe 0:57:40

Und diese Wesenheiten, die dahinter stehen, sind, zumindest die Speerspitze dieser Wesenheiten, und da kann man davon ausgehen, dass dahinter noch höhere stehen, aber die Speerspitze, die ganz besonders aktiv sind, die stehen auf der gleichen Entwicklungsstufe wie die Elohim, die Schöpfergötter, von denen in der Bibel die Rede ist - oder die Rudolf Steiner nennt: die Geister der Form, die also die Fähigkeit gehabt haben oder haben, bis letztlich in das feste Erdelement formend hineinzuwirken. Oder zumindest das so vorzubereiten, dass der Ich-Impuls des Menschen da mitwirken kann. Wir haben schon die letzten Male davon gesprochen, dass es eigentlich kristallisiert, die Erde, und damit wirklich erst das feste Erdelement wird. Dazu ist noch notwendig, dass der Ich-Impuls hereinkommt des Menschen. Und dieser Ich-Impuls wurde aber gezündet - wir sollen wir sagen - dadurch, dass die Elohim ihre Ich-Kraft hingeopfert haben. Und damit ist ein Funke entstanden, kann man sagen, ein Funke entstanden. Ein Funke, in dem diese Schöpferkraft drinnen liegt und der sich dann im Laufe der Zeit verteilt hat und weiter gezündet hat, immer weiter, für die vielen Menschen-Iche, die jetzt da sind. Das ist ein langwieriger Prozess.

Es kommt aus einer Quelle, aber daraus entstehen viele, viele ganz eigenständige Funken heraus. Aber von dort kommt der Anstoß zu dem und dieser Anstoß in der Form... Warum konnten die Elohim es überhaupt

hinopfern? Dadurch, dass sie so im Großen - wie der Mensch im Kleinen - in ihrer Gemeinschaft allerdings den Christus aufgenommen haben. Unmittelbar. Also, das Spezielle dieser Geister der Form, der Elohim, während der Erdentwicklung ist, dass der Christus unmittelbar durch ihr gemeinsames Ich wirkt und dann im ganz Speziellen unmittelbar wirkt durch den einen Elohim, der der Führende ist, der der Sprecher sozusagen der sieben großen Elohim ist, der dann als Jahwe bezeichnet wird. Der war von Anfang an schon irgendwie der Sprecher dieser Gemeinschaft, aber er ist es dann, der diesen Christus-Impuls weiterträgt. Und darum ist, was Moses zum Beispiel erscheint dann als "Ich bin, der Ich bin", da erscheint die Christuskraft durch diesen Jahwe Elohim, der zu der Zeit dann der Monden-Elohim geworden ist schon, der sich mit dem Mond verbunden hat, der sich von der Sonne getrennt hat. Ganz interessant, dass er sich von der Sonne getrennt hat, sich mit dem Mond verbunden hat. Also, das heißt, mit der ganzen Mondsphäre eigentlich, um da in diese Mondsphäre hinein einen anderen Impuls zu bringen. Einen anderen Impuls, als es möglich gewesen wäre, nur durch die Gemeinschaft aller sieben Elohim. Und es entsteht sogar ein gewisser Gegensatz zwischen diesem Jahwe Elohim und den anderen sechs Elohim. Eine Spaltung. Es ist ganz interessant, also in gewisser Weise eine Disharmonie, die auch entsteht drinnen. So, wie dann auch entsteht etwa bei den sieben führenden Erzengeln… entsteht ein gewisser Bruch, eine gewisse Scheidung zwischen Michael und den anderen sechs Erzengeln. Auch da gibt es eine gewisse Scheidung drinnen, und sie ziehen durchaus nicht immer am gleichen Strang. Und das ist richtig für die Entwicklung.

Mit seiner Entwicklung zur Freiheit lässt der Mensch die höheren Hierarchien der Freiheit teilhaftig werden 1:01:53

Aber es ist alles etwas, was dazu beiträgt, dass unsere Welt, so wie sie jetzt ist, die ganze kosmische Welt bis in die fernsten Fernen, nicht vollkommen ist. Nicht vollkommen ist. Wenn sie vollkommen wäre, wären sie alle, alle brav unter der Führung der höchsten Spitze und alle im Einklang damit. Dann hätten wir eine perfekte Welt. Aber nicht… Es wäre nicht das Tor offen zu der viel höheren Welt, die entstehen kann. Die entstehen kann, wenn dieser Impuls, der einstmals nur von der Spitze ausging, bis hinunter gesunken ist, eigentlich, in das kleinste geistige Wesen, in die Vielzahl der kleinsten geistigen Wesen, die da sind, die ganz neu diese Ich-Impulse bekommen haben. Und die Gottheit wirkt, von nun an - also konkret gesprochen seit dem Mysterium von Golgatha - durch die niedersten geistigsten Wesenheiten. Dort wirkt sie unmittelbar. Von dort wirkt sie unmittelbar. Und was von oben herunterströmt, ist eigentlich nurmehr Nachwirkung. Das ist bis zu einem gewissen Grad noch notwendig, um den geistigen Wesenheiten, die über uns stehen, ihre Impulse, ihre - wie soll ich sagen - Direktiven zu geben, weil, sie haben im Vergleich zum Menschen eben diese Freiheit, diese Eigenständigkeit, nicht. Die Engelwesenheiten, auch nicht die Erzengelwesenheiten, Urengelwesenheiten und so weiter, sie können nicht selbstständig aus ihrem eigenen inneren Ich heraus den Impuls sich holen, sondern sie brauchen, dass ihnen der gegeben wird von oben. Sie können nicht anders. Und die zukünftige Entwicklung wird dorthin gehen, dass diese höheren Hierarchien, die über uns stehen, von dem kleinsten geistigen Wesen, das unter ihnen steht, mit der Zeit lernen, diesen Freiheitsimpuls zu ergreifen. Nicht wahr, es ist nicht so, dass man jetzt erwarten müsste: Gut, jetzt ist dann endlich einmal die ganze siebengliedrige kosmische Kette vorbei, ich sage es jetzt bewusst so, endlich vorbei, und jetzt geht's los mit wirklichem großen Stil, mit einer ganz, ganz neue Entwicklung. Und ja, was ist dann mit den ganzen geistigen Wesenheiten, die uns vorausgegangen sind? Bleiben die dann ewig ohne Freiheit? Oder werden sie teilhaftig der Freiheit, die das kleinste Wesen bekommen hat? - Die Möglichkeit zumindest dazu. Ja, sie werden teilhaftig in dem Maße, in dem der Mensch seine eigene Freiheit entwickelt. Dann lernt zunächst einmal der Engel, der uns begleitet, die Engelwesenheit die uns begleitet, lernt etwas in die Richtung. Die Engelwesenheiten sind prädestiniert dazu, weil, es gibt ja die Variationen der luziferischen Engelwesenheiten - und die haben einen Ansatz zur Freiheit. Die haben bereits einen leisen Ansatz dazu. Der ist zwar nicht so wirklich ausgebildet wie beim Menschen, aber sie konnten zumindest eigenständig zu Verführern des Menschen werden. Diese Freiheit wurde ihnen gegeben. Sie haben den Impuls drinnen... ja… aus einer gewissen Freiheit heraus, den Menschen nach ihren Ideen zu leiten… Impulse zu geben. Und das tun sie ganz stark. Impulse, die sie für richtig halten, durchaus, wenn ich das jetzt in menschlichen Begriffen ausdrücke.

Die riesengroße Verantwortung des Menschen: Niemanden unter seinen Einfluss stellen 1:06:24

Aber die Freiheit des Menschen ist noch ganz was anderes. Sie ist nicht nur diese schöpferische Freiheit, einen Impuls zu fassen und versuchen ihn umzusetzen. Sie besteht auch darin, dem anderen Menschen diesen Impuls nicht aufzudrängen, sondern nur als Anregung zu geben. Und die schwerste Sünde, die schwerste Sünde wider den Geist ist, wenn man - und sei es der beste, der größte und der wichtigste geistige Impuls, den es geben kann - wenn man ihn einem anderen Menschen aufdrängt. Und die Schwelle dazwischen, die Trennlinie dazwischen, die ist sehr schwer zu finden. Wenn man aus seiner Begeisterung heraus sagt: "Du musst es auch machen." Und wenn man es vielleicht noch so schlau, sozusagen, macht, dass man es gar nicht so direkt sagt: "Du musst das auch machen", aber wo man so unterschwellig suggestiv den Menschen dorthin drängt. Und wo man vielleicht merkt: "Ja, da kann ich ihn schon so überreden, das merkt er gar nicht. Ich bringe ihn schon dorthin, dass er so unauffällig auf den richtigen Weg kommt." Weil ich davon überzeugt bin. Dann nehme ich ihm seine geistige Freiheit. Und dann stoße ich ihn in die Richtung der Sorat-Wesenheiten. Und das ist das Dramatische, weil, das ist die Riesengefahr, die heute von jedem geistig strebenden Menschen ausgeht - und von jeder geistig strebenden Gemeinschaft oft ausgeht: Dass sie aus den besten Motiven heraus, aber eben mit mangelndem Bewusstsein, nicht erkennt, dass sie mit ihren Impulsen die Freiheit des anderen nimmt und nicht sie fördert. Das liegt soo knapp nebeneinander. Weil, es heißt deswegen ja auch nicht: Ich erzähl dir nicht von meinen geistigen Impulsen. Ich meine, da müsste ich jetzt gleich mein Laptop zuklappen und die Kamera abstellen - und ich ziehe mich zurück und bekenne meine Schuld. Und damit habe ich dann für den Rest dieses Lebens und der nächsten Leben sicher genug zu tun. Es geht darum, ihn so zu geben, dass niemand irgendwohin gezwungen wird. Es ist ganz wichtig. Es geht nur darum, aufmerksam zu machen auf gewisse Dinge, aber frei zu lassen. Auch, wenn ich öfters sage: "Man muss und so ein Ding." Nehmt es bitte nicht so als: "Und morgen muss ich jetzt hinrennen und das so tun." Wenn ich das Wort "muss" gebrauche, heißt das eigentlich nur, dass bestimmte Handlungen auch zwingend bestimmte Konsequenzen haben. Und wenn ich diese Konsequenzen, wenn ich die in was Gutes führen will, dann muss ich in der Zukunft karmisch eben das aufarbeiten, was damit verbunden ist. Also, wir erlegen uns selbst ein gewisses Muss auf unserem geistigen Weg auf, indem wir heute mit unseren Taten, so wie wir jetzt sind, immer halt auch karmisch irgendwo Spuren zurücklassen, auch wenn es noch so gut gemeint ist - und mit denen müssen wir uns beschäftigen. Und es ist sehr wichtig, dass wir uns dessen bewusst werden. Auch weil wir jetzt gerade ein bisschen geistig strebend sind, passiert uns das auch. Wir sind nicht gefeit davor, dass uns das passiert. Und wir müssen sehr wachsam sein.

Die bewusste Begegnung mit den Doppelgängern - ein Weg zur Abtragung unserer individuellen karmischen Lasten 1:10:18

Und damit komme ich jetzt auf etwas zurück, was ich am Anfang gesagt habe: Die Zeit wird kommen, immer mehr, wo wir auch unserem Doppelgänger oder unseren Doppelgängern begegnen. Und das ist eine dringende Notwendigkeit. Es ist gut, wenn man Begegnungen mit Engelwesenheiten und dergleichen hat, das ist alles wichtig - und wir sollen ja diese Welt kennenlernen und uns verständigen mit diesen geistigen Wesen. Aber das wirklich Essenzielle ist, den Doppelgängerkräften zu begegnen, die da sind. Und indirekt helfen uns die Widersacherwesenheiten, jetzt gerade namentlich die ahrimanischen, im Moment extrem stark, dass wir möglichst gut, was heißt gut, also möglichst leicht, unseren Doppelgängern begegnen. Weil, die Doppelgänger werden ziemlich angestachelt durch diese Wesenheiten. Und das hat zwei Aspekte:  Der eine Aspekt ist, dass die große Gefahr besteht, dass der Doppelgänger das Ruder übernimmt und dass ich irgendwo in einer Ecke sitze und mitgeschleift werde und nicht aktiv werde. Die andere Seite ist die riesige Chance, uns all der - wie soll ich sagen - dunklen Flecken bewusst zu werden, die wir aus einer weiten Vergangenheit mitschleppen. Und auch die Flecken, die wir jetzt noch auf uns laden, auch wenn wir die besten Absichten haben. Und es ist so, dass wir in der Vergangenheit wirklich gewaltige karmische Last uns aufgeladen haben. Alle. Und es wird für die Zukunft ein ganz großes Muss bestehen, wenn wir nicht in das Widersacherreich endgültig, irgendwann, einmal abdriften wollen, das alles aufzuarbeiten. Und man muss sich bewusst sein, die größten Brocken liegen noch vor uns, die aufzuarbeiten sind, weil wir jetzt noch gar nicht die Kraft dazu haben, sie aufzuarbeiten. Die müssen wir uns erst erwerben. Wir haben einfach durch den Einfluss der Widersacher in der Vergangenheit, wo auch eben ganz starke geistige Kräfte durch uns durchgewirkt haben… Aber in dem Moment, wo sie durch die Widersacher gelenkt wurden, ist das halt schief gegangen - und wir haben es zugelassen. Und es hilft uns nichts zu sagen: "Pfff, ja, da war halt unser Ich noch zu schwach." Aber passiert ist es trotzdem. Das müssen wir ausbaden. Wir müssen das, weil der Punkt ist, wir müssen es bereinigen, weil es niemand anderer kann. Es ist letztlich trotzdem unsere individuelle Verfehlung. Also das heißt, das ist die nächste Botschaft drinnen: Damit dieser Weg zum freien Ich möglich ist überhaupt, musste die Gottheit es zulassen, dass der Mensch mit seinem Ich, zu einem Zeitpunkt, wo das Ich noch so klein ist, dass es im Grunde machtlos war gegen die Widersacher, schwerste Last auf sich gelegt hat. Wir alle. Wir alle. Und dass der Zeitpunkt kommen wird, wo wir diese Last in Nichts auflösen müssen. In Nichts auflösen müssen. Es heißt, vollkommen das bewältigen.

Die große Verlockung Ahrimans "Du musst den Berg nicht aufarbeiten" führt in das Reich Sorats 1:13:48

Jetzt wird gleich wieder kommen: "Brrr, es wird alles immer schrecklicher und immer furchtbarer eigentlich, die Last wird immer größer." Aber [01:14:02] das scheint aus unserer jetzigen Perspektive so, weil wir den Berg vor uns sehen. Nur, das Ich hat immer die Chance größer zu sein. Und es geht nur darum, dass das Entwicklungstempo stimmt, dass wir einfach nicht verschlafen, ich meine, wir... dieser riesige Berg, der vor uns liegt und der wirklich ein riesiger Berg ist, weil es halt gewaltige Vergehen waren, der wir uns schuldig gemacht haben, alle. Und die Widersacher haben uns geholfen dabei, dass wir diese Vergehen begangen haben, so kann man es auch formulieren. Aber warum das alles? Damit unser Ich frei wachsen kann und so stark wachsen kann, dass es alles das wieder aufheben kann. Und das ist aber das wirkliche Muss, unter dem das Ich steht, wenn es sich gut entwickeln will. Und die große Verführung ist aber, die uns die Widersacher anbieten und immer mehr anbieten werden: "Du musst den Berg nicht aufarbeiten. Du musst nicht. Du bist doch frei." Die Widersacher haben das nämlich schon kapiert, irgendwo, dass der Mensch die Freiheit hat. Das ist zwar ihnen, irgendwo, namentlich den ahrimanischen Wesen, nicht ganz geheuer. Die luziferischen, so ein bisschen… die kokettieren damit, weil, sie haben ein bisschen was selber davon mitbekommen, aber so ganz… Sie schauen halt, dass der Mensch nicht zu selbstständig wird, aber sie haben zumindest ein gewisses Verständnis. Der Ahriman fürchtet es [01:16:05] eigentlich, aber als Argument kommt es immer sehr gut. "Aber du bist doch frei, du musst nicht. Wer sagt du musst?" Das eigene Ich ist das Einzige, das das Recht hat, zu sich "muss" zu sagen. "Ich habe das und das getan, das hat die und die Folgen. Und wenn ich das aus freiem Ich heraus verantworten will, gehört beides zusammen: die Tat und das, was notwendig ist, um halt die vielleicht negativen Folgen dieser Tat auszumerzen." Das gehört zusammen. Das heißt, mit jeder Tat, die wir vollbringen, muss uns das klar sein. Wir haben halt das Risiko, dass wir irren, einen Fehler machen und damit etwas kaputt machen, das wir dann später wieder reparieren müssen. Und das wird uns noch immer längere Zeit passieren. Da haben wir noch einen Weg vor uns, dass uns das nicht passiert. Aber das Positive daran ist, wenn wir uns auf diesen Weg einlassen, ist, dass das Ich in jedem Fall fähig ist, befähigt ist dazu, dieses Problem zu lösen. Das Ich ist das Stärkere, es ist das Größere und es wächst. Und je höher der Berg vor uns auftaucht, umso mehr streckt sich das Ich hinauf. Das ist das große Paradoxon. Und es ist nur für unser Bewusstsein halt einfach noch immer ein bisschen schwer zu ertragen. "Oh, ich strebe. Und du? Und der Berg ist schon wieder gewachsen vor mir." Er wächst eigentlich nur deswegen, weil ich auch immer mehr sehe, wie groß er ist. Und in der Phase sind wir drinnen. In Wahrheit spielt es für die Wirklichkeit keine Rolle, der Berg ist eh da, ob wir ihn sehen oder nicht. Nur, wie gesagt, die Widersacher bieten uns an, um den Berg irgendwie herum zu kommen. Aber dann ist es der Weg in den Abgrund, dann ist es der Weg in den Abgrund hinunter.

Unsere wachsende Aufgabe: Uns in andere Wesen einzufühlen und ihren Bedürfnissen nachzukommen 1:18:07

Und wie gesagt, der größte Fehler, die größte Verfehlung, die wir heute begehen können, ist die, die Freiheit des Menschen, des Individuums, zu beeinträchtigen. Und es zählt nicht, wie gut wir es dabei meinen. Das zählt überhaupt nicht. Wenn wir einen Impuls geben, dann haben wir die Verantwortung, ihn so zu geben, dass er in die Freiheit des anderen Menschen nicht eingreift. Und wir haben die Verpflichtung, ihn so zu geben, dass der andere Mensch etwas damit anfängt. Das heißt, es kann nicht so gehen, dass ich sage, ich schütte meins einfach aus: "Schau, ich habe das und das gemacht, so musst du es machen, so funktioniert es, und das ist gut. Und die Meditation rate ich auch noch, mach dieses und jenes", weil ich halt gerade gut damit gefahren bin. Sondern es ist meine Verpflichtung auch einzuschätzen: Passt es zu dem Menschen überhaupt? Da fängt es schon mal an. Gewisse Dinge, die für mich passen…

(Der schwarze Kater erscheint.) Es ist nicht der schwarze Widersacher, das ist nicht der Ahriman, der neben mir sitzt. Der ist eher ein Luziferl, der schwarze da.

Es ist die Verpflichtung, sich so einzufühlen, so wahrnehmend zu werden für den anderen Menschen, dass das im Grunde jedes Wort prägt, das ich ausspreche zu ihm. Und das ist noch schwerer natürlich, wenn ich jetzt zu einer Gemeinschaft von Leuten spreche oder was.

Und es ist ja so interessant das bei Rudolf Steiner zu verfolgen, wie anders er jeweils spricht vor einem anderen Publikum. Dasselbe Thema, praktisch derselbe Vortrag, an verschiedenen Orten gehalten - und er ist ganz anders. Er ist vom Satzrhythmus, vom Sprechrhythmus ist er anders. Von der Art, welche Schwerpunkte er setzt, ist er anders, teilweise in den Aussagen scheinbar sogar gegensätzlich. So dass ich denke, wie war das jetzt, da sagt er es so - und da er sagt das jetzt ganz anders. Was ist jetzt richtig?

Katzen, lasst euch nicht von den Widersachern jetzt reiten, sonst Abmarsch. Verzeiht bitte, aber es ist jetzt… Wir sprechen von den Widersachern, jetzt hat es die Katzen doch erfasst von den Widersachern, jetzt raufen sie ein bisschen, die zwei, meine zwei Burschen. Aber wir werden uns nicht irritieren lassen davon. Sie untermauern halt das Ganze. Das dient zur optischen Illustration des Ganzen… Ja, sie spüren offensichtlich, dass da was im Busch ist.

Ja, aber es ist also wichtig eben, dass wir wirklich im Miteinander, im sozialen Miteinanderumgehen, einfach unheimlich feinfühlig werden für das. Was ist da los? Welche Widersacherimpulse spüre ich mit? Welcher reitet mich jetzt gerade? Weil, es reitet sicher einer mit. Die zwei sind immer dabei. Und zu schauen, wie weit darf ich, wie weit kann ich sie zulassen? Weil, sie bringen auch was Nützliches. Das kommt noch dazu. Wir brauchen sie noch. Also, sie wegzustoßen kommt auch gar nicht in Frage, sondern sie im Zaum zu halten, zu sagen: "Ja, du darfst mir geben, komm, aber nur soo viel, und nur das, was ich jetzt brauchen kann."

Unser Weg zum Geistselbst führt über die Erlösung der luziferischen, ahrimanischen und asurischen Wesenheiten 1:22:12

Die Aufgabe des Menschen ist in gewisser Weise schwieriger geworden als jemals in der Vergangenheit. Aber zugleich ist es ein Indiz dafür: Wir sind so weit. Wir sind so weit, dass das losgeht, und nur, wir müssen das erst so richtig realisieren. Aber wir sind eigentlich jetzt in eine Welt hineingestoßen - oder haben uns selbst hineingestoßen durch unser Entwicklungstempo - wo es jetzt an der Zeit ist, etwas davon ins Bewusstsein zu heben. Und daher, oder dabei, unterstützen uns die Widersacher, indem sie namentlich die Doppelgängerkräfte sehr, sehr anstacheln, sodass sich die geltend machen. Und es wird für eine immer größere Anzahl von Menschen in der näheren Zukunft nicht mehr vorbeigehen, dass sie das merken, dass da etwas ist, dass mich da etwas begleitet, was mich immer wieder irgendwo hindrängen will und wo man spürt, dass in mir diese Auseinandersetzung da ist. Und das ist gut. Das ist eine der wichtigsten Erfahrungen, die heute für das geistige Streben da ist, dass man sehr bewusst sich eigentlich im Grunde ununterbrochen begleitet fühlt von seinen Doppelgängern - ich sage gleich am besten  die Mehrzahl davon - und dass man lernt, mit ihnen einen vernünftigen geistigen Umgang  zu pflegen. Also, das heißt, sie als Aufgabe zu sehen, die zu bewältigen ist, die im doppelten Sinne zu bewältigen ist, die wir aber auch bewältigen können. Es ist nicht etwas, an dem wir ewig scheitern müssen. Wir scheitern vielleicht zehn-, zwanzigmal, dreißigmal, ist okay, aber dann beim 31. Mal geht es, sodass wir wieder einen Schritt weiterkommen und dieser Doppelgänger schon ein bisschen anders dreinschaut. Weil, wir verwandeln ihn. Und wir tragen dazu bei. Also, das ist ein Teil dessen, dass wir dazu beitragen zur Erlösung der Widersacher, die uns dazu verführt haben das aufzunehmen. Und jetzt erlösen wir sie dadurch, dass wir das wieder abstreifen. Wir haben die Lektion gelernt. Wir zeigen dann damit, wir haben die Lektion gelernt. Dadurch, dass diese Doppelgänger in uns sind. Und indem ich sie auflöse, zeige ich, ich habe die Lektion gelernt. Und das heißt letztlich, dass aber dann, wenn wir sie gelernt haben, die Widersacher ihrer Aufgabe entbunden sind und all der - ja, wie soll ich sagen - Leiden, die sie damit auf sich nehmen. Und das betrifft jetzt die luziferischen, die ahrimanischen und die asurischen Wesenheiten.

Die soratischen Wesenheiten können wir nicht erlösen 1:25:31

Anders ist es mit den soratischen Wesenheiten. Die gehen einen anderen Weg. Die gehen gerade den Weg des vollkommenen Kosmos und die würden eigentlich im Grunde eine Welt haben, die jetzt mit Ende der Erdentwicklung stehenbleibt - als eine vollkommene Welt eigentlich. Aber eine Welt ohne irgendeine Freiheit. Ohne irgendeine Freiheit, ohne eine wirkliche Entwicklungsmöglichkeit. Das ist diese sogenannte 8. Sphäre. Also, 8. Sphäre heißt es deswegen, weil es etwas ist, was abseits liegt dieser sieben kosmischen Entwicklungsstufen, durch die unsere Erde durchgeht - und die dort jetzt als 8. Sphäre aber ihre Vollendung findet, in gewisser Weise. Das wäre eine Welt, die dann aber nicht eine Zukunft hat in dem Sinne, dass dann eine Weiterentwicklung möglich wäre. Diese Welt wäre fertig - und würde sozusagen in alle Ewigkeit in ihrer Vollkommenheit existieren.

Unser Weg zur vollen Wachheit des Bewusstseins führt uns in die Wahrnehmung der geistigen Welt 1:26:50

Und diese ganzen neuen reichen Impulse, die hereinkommen können eben durch die Freiheit des Menschen oder - sagen wir es jetzt ganz bewusst noch in einem größeren Horizont - der kleinen geistigen Wesenheiten, die während dieser erden-kosmischen Inkarnation ihr Ich bekommen haben, dass die die sind, die jetzt die Freiheit vorantreiben. Ich sage das jetzt bewusst, weil es den ganzen Kosmos einschließt. Ich kann es nicht sagen. Ich weiß nicht, wer es sagen kann bis jetzt, aber wir sind sicher hier nicht die einzigen geistigen Wesenheiten, die ein Ich bekommen haben - sondern überall im Kosmos. Es ist allgegenwärtig. Das Bild ist riesengroß. Und in welchem Verhältnis wir zu dem allen stehen, das ist noch wahnsinnig schwer einzuschätzen. Es erfordert die Fähigkeit, um darüber etwas sagen zu können, dass wir wirklich ganz bewusst im Leben zwischen Tod und neuer Geburt durchgehen durch diese Sternenregion, mit der wir verbunden sind.

Also überhaupt: über die können wir nur etwas Konkreteres sagen, wenn wir also das ganz wachbewusst durchleben. Das allein ist schon schwer genug. Aber das noch Schwerere ist, wenn wir dann wieder uns auf Erden inkarnieren, es sozusagen nicht zu vergessen, sondern dass wir es dann wieder in der Inkarnation auf Erden ins Bewusstsein heben können. Das ist sehr, sehr, sehr schwierig. Rudolf Steiner deutete es ganz zart, leise an: Wo der Weg geht durch die Weltenmitternachtsstunde und wo dann die Maria diejenige ist, die zumindest eine gewisse Ahnung von dem mitnimmt, was sie da in der Weltenmitternachtsstunde erlebt hat, und das sich sogar wieder zu Bewusstsein bringen kann, was die meisten eben nicht können. Weil, die meisten schlafen schon einmal, wenn sie da durchgehen, überhaupt, im Leben zwischen Tod und neuer Geburt, aber dann noch es auf Erden in gewisser Weise erinnern können! Und erinnern können, heißt eigentlich, es geistig wieder erleben zu können. Das heißt also, geistig schauen zu können, was da passiert ist. Weil, geistige Erlebnisse kann man ja dem gewöhnlichen Erdengedächtnis überhaupt nicht einprägen. Dem kann man nur einprägen, ja, wenn ich es übersetze in irdische Worte oder irdische Bilder. Das kann ich mir merken und ich kann mir - von mir aus - merken, ungefähr, wie ich dazu gekommen bin, dass ich in diese geistige Region geraten bin und dort etwas erlebt habe, das kann ich mir alles merken mit unserem irdischen Gedächtnis, aber ein eigentliches geistiges Erlebnis kann ich mir nicht merken. Das ist immer schon: Wenn ich es mir merke, ist es schon etwas, was eine Übersetzung ist.

Das neue Hellsehen fordert neue Wege der Mitteilung auf dem Wege der Kunst 1:30:08

Ich meine, wir haben es schon schwer, uns an einen Traum oft zu erinnern, schon der ist sehr flüchtig, dabei ist ein Traum durchaus noch sehr stark mit den körperlichen Tätigkeiten verbunden. Also, ein Traum ist ja nicht einfach ein rein geistiges Erlebnis. Die Traumbilder… auch wenn etwas Geistiges hineinspielt, aber es spielt die körperliche Tätigkeit ganz stark hinein, was beim wirklich rein geistigen Erlebnis eben nicht der Fall ist. Darum ist es aber so schwer, das zu übersetzen. Darum ist es so schwer auch heute das, was aus einem modernen Hellsehen heraus, also einem wirklich nicht körpergebundenen Hellsehen heraus, zu erleben ist: Wie fasse ich das in Worte? Wie schildere ich das? Wie drücke ich das vielleicht sogar in einem Kunstwerk aus, oder so? Das ist wahnsinnig schwer. Früher war das leicht, weil, da waren die hellsichtigen Erlebnisse sehr verwandt mit dem Traumerlebnis. Das heißt, sie kleiden sich in sinnesartige Bilder von selbst. Von dem ist alles noch die Nachwirkung in der Kunstgeschichte bis in die heutige Zeit: dass Engelwesenheiten oder was in menschlicher Gestalt da sind. Das hat eine gewisse Berechtigung, also, weil diese Engelwesenheiten sehr eng mit dem Menschen verbunden sind. Da hat es eine gewisse Berechtigung, aber es wird eine Kunst der Zukunft kommen - oder eigentlich schon in einer sehr nahen Zukunft - wo man diese geistigen Wesenheiten noch ganz anders darstellen wird. Die Zeit ist eigentlich so weit, dass man es ganz anders darstellen muss. Das hat schon die Kunst des 20. Jahrhunderts eigentlich gezeigt, und die Kunst des 21. Jahrhunderts wird es noch deutlicher zeigen. So großartig auch Dinge waren, zum Beispiel was ganz Großartiges: Die Ikonen, mit dem Goldhintergrund oder was. Da ist etwas ganz, ganz Großartiges drinnen. Aber der Weg in die Zukunft ist es nicht. Der Weg in die Zukunft ist es nicht. Wir können heute uns Impulse holen. Und jeder Künstler, der neue Impulse findet oder sucht, besser, tut gut daran, all das sehr intensiv zu studieren und sehr intensiv sich zu beschäftigen damit. Um dann die Freiheit zu haben, es zu überwinden. Und etwas ganz anderes daraus zu machen. Und so müssen überhaupt die geistigen Impulse sein, die Menschen an andere Menschen weitergeben, die gleichzeitig mit uns leben, aber auch die in der Zukunft leben. Das heißt, ich muss eigentlich schon, wenn ich einen Impuls gebe, wenn ich ein Kunstwerk mache, irgendwo einen Impuls haben, da muss etwas drinnen sein, was auch über die Zeiten hinausreicht: Was nicht dieses Zwingende drinnen hat, was nicht etwas Suggestives drinnen hat, sondern was rechnet auf die Freiheit der Menschen. Fragt mich nicht, wie das im Detail geht, das muss sich jeder Künstler selber beantworten. Aber es ist drinnen, irgendwo. Aber es ist bemerkbar in der Kunst bereits des 20. Jahrhunderts und auch des 21. Jahrhunderts: Die Kunstwerke sind eigentlich im Grunde immer schwerer zu verstehen. Sie zwingen eigentlich nicht mehr ganz bestimmte Interpretationen auf...

Ja... Hier bei mir wurdeln jetzt auch ein paar Wesenheiten, um es mal vorsichtig zu sagen, aber das seid ihr eh schon gewohnt. Es dient nur der Auflockerung. Die sind extra engagiert dafür. Ja, also ihr seht, man muss es mit einer gewissen Lockerheit nehmen.

Geistiges Streben und der Humor 1:34:48

Und das bringt mich jetzt zu noch einem Punkt gleich: es gehört zu dem geistigen Streben, so wie es heute sein sollte. Und das war selbst in der Vergangenheit, in Wahrheit, nicht anders bei den Menschen, die wirklich geistige Größen waren. Es gehört Humor dazu. Es gehört Humor dazu in den zutiefstgehenden Angelegenheiten - da ganz besonders. Und man ist nicht deswegen der geistigere Mensch, weil man immer mit einem versteinerten ernsten Gesicht über die Tragik der Welt und so weiter dasteht und sich keine Miene verziehen traut. Die großen Eingeweihten lachen - herzhaft. Sie lachen herzhaft. Es wird ja von vielen überliefert, sogar ganz bewusst: dass das eine große Fähigkeit von ihnen ist. Und sie gehen deswegen nicht ins Profane, überhaupt nicht. Rudolf Steiner war im Übrigen auch ein Mensch, der sehr gerne gelacht hat und der sehr gerne auch Witze gemacht hat in den Runden… Ja... und so weiter. Also jedenfalls, Marie Steiner hat dann immer ihn getreten unter dem Tisch. (Wolfgang lässt uns an seinem schauspielerischen Talent teilhaben. Lautes Lachen aus dem Zuhörerkreis.) Und er dann: "Frau Doktor, warum treten Sie mich?" Ich stelle mir vor… ich würde mir wünschen, dort, wo Anthroposophen zusammen sind, ist Humor dort, dort ist der Weltenhumor anwesend. Und das sollte man merken. Also, bitte ja nicht… also wie irgend so ein mystischer Orden… die mit steifem, ernsten Gesicht durch die Gänge schleichen und in tiefer Meditationshaltung - und das machens den ganzen Tag lang. Dann ist da, weiß ich nicht welcher Geist drinnen. Jedenfalls nicht der, der in die Zukunft führt. Humor ist auch immer die Fähigkeit, von der Perspektive nämlich des großen Ich einmal mit etwas Belustigung runterzuschauen: "Na, was tust du jetzt da unten schon wieder, kleines ich… Musst noch eine ganze Menge lernen." Humor ist eigentlich genau das: Sich über sich selber stellen können und sich selber als kleiner Mensch, als Ego, nicht so fürchterlich ernst zu nehmen. Also, wenn man sich so im Leben so immer ernst… "Ach, ich bin so der ernsthafteste Mensch der Welt und natürlich nur den wichtigen und großen Fragen des Lebens zugewandt. Ununterbrochen." Dann ist es das Ego, das sich gut vorkommt, auf gut Deutsch.

Geistig Strebende: Im Fokus der Widersacherkräfte 1:37:50

Und das hat keinen Platz in der geistigen Entwicklung. Das ist etwas, was uns wegführt. Das sind  die Widersacherimpulse. Und warum unterstreiche ich das so stark? Weil jeder Mensch, der geistig bewusst strebend ist und erst recht jede Gemeinschaft, die geistig strebend ist: Wir sind halt einfach der Angriffspunkt für die Widersacher schlechthin. Es ist ganz klar. Wir sind die Antennen, auf uns stürzen sie sich. Und das wird immer mehr werden. Und sie stürzen sich so auf uns, dass wir das nach Möglichkeit nicht mitkriegen, so leicht. Man muss nicht denken, dass das jetzt so ist: "Ah! Ich merke es, jetzt bricht das Unheil über mich herein." Nein, es kann sogar das Gegenteil hereinbrechen. Es  kann das totale sich Wohlfühlen hereinbrechen. Die Widersacher sind schon gelehrig geworden und sie haben schon sehr gelernt, wie man den Menschen am besten kriegt: Also, sorge dafür, dass er sich wohl fühlt dabei, dass er sich brillant vorkommt, dass er sich hochintelligent vorkommt - und so weiter. Mit dem arbeiten sie. Und das ist die eigentliche Verderbnis. Ich meine, in der Vergangenheit haben sie es halt mit primitiveren Mitteln erreichen können und mit Gewaltmaßnahmen und Unterdrückung, Zerstörung und weiß Gott was, um den Menschen zu erschüttern. Aber die Zukunft, die Schrecken der Zukunft sind vielmehr dort, wo wir auf die scheinbar so angenehmen Wege geführt werden - und dann erst am Ende darauf kommen: "Ah, jetzt sind wir aber falsch abgebogen, irgendwo, jetzt sind wir schon ganz knapp bei der Welt der Sorat-Wesenheiten." Wo dann aber die Gefahr besteht, dass wir uns so mit dem Weg bereits verbunden haben, dass wir dann aus Freiheit sagen: "Na gut, dann gehen wir halt dort hinein, weil, ja eigentlich schaut es ganz gut aus, die Welt." Eine perfekte Welt im Grunde, in der mir, weil ich so brav gefolgt bin dem Weg, eine - ich sage es mal irdisch - hohe Position zugedacht wird. Weil, man muss denken… Also, diese Wesenheiten, die hinter dem Sorat-Prinzip stecken, haben es ja ganz besonders auf den Menschen abgesehen. Er ist für sie die ganz wertvolle Beute und sie versprechen ihm und sie geben ihm dann auch durchaus hohe Positionen in ihrem Reich. Das heißt, wir sind dann ein Rädchen in Schlüsselpositionen, halt ohne wirkliche Freiheit, aber trotzdem mit den Möglichkeiten nach unten zu wirken über ein breites Volk, sozusagen, im weitesten Sinne. Das müsste man sehen, ganz genau.

Thema im Ausblick: Die höheren Hierarchien als gestaltende individuelle Wesen ohne Freiheit 1:41:10

Ich will aber heute nicht zu tief anreißen: ja, wie schaut es denn aus? Gestalten können, individuelles Wesen sein - und doch keine Freiheit zu haben. Das ist doch ein interessantes Thema, irgendwo. Wie schaut es aus? Aber auch umgekehrt bei den geistigen Wesenheiten, die jetzt über uns stehen, bei Wesenheiten wie Michael, Erzengel Michael: Und er hat nicht die Freiheit, die der Mensch hat. Wie geht das? Das wäre mal eine interessante Frage, dem nachzuspüren. Werden wir sicher auch tun, irgendwann im Laufe der Vorträge. Aber jetzt möchte ich nur mal es als Thema in den Raum stellen, weil, was auch wichtig ist, ist dass wir zwar immer wieder sehen, ja, die sind eh alle irgendwo auf den Menschen konzentriert. Daher ist es immer auch bis zu einem gewissen Grad legitim, das alles vom menschlichen Standpunkt aus zu betrachten - und eigentlich, wenn wir ehrlich sind, können wir es auch gar nicht anders. Aber wir können trotzdem lernen, uns hineinzuleben in diese anderen Wesenheiten. Wir lernen es erst einmal an den Mitmenschen. Das sind schon andere geistige Wesenheiten. Die haben aber alle das Gemeinsame, dass sie dieses zur Freiheit veranlagte Ich haben.

Unser Geistselbst auf dem Neuen Jerusalem: Ganz und gar geschaffen als eigene Schöpfung im Mikrokosmos verändert es den Makrokosmos 1:42:34

Aber in der nächsten Stufe kann sein, dass wir wirklich uns beginnen so eng im Erleben zu verbinden mit unserer Engelwesenheit und sie erkennen lernen - aber auch in ihrer Andersartigkeit. Ja, das ist auch eine Ich-Wesenheit, es ist eine Ich-Wesenheit, die schon sehr viel Geistselbst entwickelt hat, weil, das ist ja, was die Engelwesenheiten jetzt entwickeln. Und es hat eine starke Verwandtschaft mit uns, weil, wir haben das Ich, das allerdings eben die Freiheit hat - und wir sind auch auf dem Weg Geistselbst zu entwickeln. Sind wir alle auch schon. Es gibt im Grunde keinen Menschen, der nicht schon ein bisschen was davon entwickelt hat. Die Unterschiede sind heute groß von Mensch zu Mensch. Aber eigentlich ist es ja erst die große Aufgabe dann auf dem Neuen Jerusalem, also auf der nächsten kosmischen Verkörperung. Dort wird es ganz darum gehen, eben dieses Geistselbst zu entwickeln, das heißt, die Seelenkräfte, die astralischen Kräfte, komplett zu einer eigenen individuellen Schöpfung zu machen. Damit wird sich aber auch unser Geistselbst unterscheiden vom Geistselbst der Engelwesenheiten. Weil die die Freiheit nicht haben, ist ihr Geistselbst auch anders geartet als unseres. Weil, bei den Engelwesenheiten bestimmt nicht einfach das Ich des Engels alles, was dieses Geistselbst betrifft, sondern da fließt etwas von höherer Quelle hinein. Bei uns wird das Geistselbst von A bis Z unsere eigene Schöpfung - nach unserem eigenen Willen. Bei den Engelwesenheiten ist das anders. Und wenn wir jetzt arbeiten an unserem Geistselbst, geht es also wirklich darum - und das ist schon ein ganz großer Unterschied - dass wir wirklich unser Geistselbst dadurch erzeugen, dass wir komplett alte astralische Kräfte, das heißt, die uns aus dem Kosmos sozusagen zugekommen sind, das heißt, durch die ganze Kette der Hierarchien letztlich zugekommen sind, dass wir die auflösen und neu erschaffen. Das betrifft ganz besonders natürlich die astralischen Kräfte, die seelischen Kräfte, die durch die Widersacher noch dazu verdorben wurden. Da sollten wir eigentlich anfangen, weil, das ist einmal das Wichtigste, dass wir die nicht nur läutern im Sinne von: "Ach, ich streue sie in die Welt hinaus", wie es in vorchristlicher Zeit aber anders gar nicht möglich war - sondern wo ich sie wirklich auflöse. Es gibt sie nicht mehr. Sie werden ins Nichts hineingeführt - und stattdessen im gleichen Maße werden völlig neue seelisch-astralische Kräfte geschaffen durch das individuelle Ich. Und wenn ich sage "seelisch-astralische" heißt das aber, dass das eine Bedeutung für den ganzen Kosmos hat. Es hat nicht nur eine Bedeutung für meinen eigenen Astralleib, sondern letztlich eine Bedeutung für den ganzen Kosmos.

Das ändert was in der ganzen kosmischen Welt da draußen. Ja, klein, winzig am Anfang. Also, wir sind noch nicht sehr weit - und das ganze Neue Jerusalem, also die nächste kosmische Verkörperung unserer Welt, wird dazu notwendig sein, um mit dem fertig zu werden. Also, das ist jedenfalls die Zielvorstellung, wenn ich das so nennen darf, dass wir das schaffen dann auf dem Neuen Jerusalem, dass wir eigentlich damit einen - als individueller Mensch - einen ganz eigenen seelischen Mikrokosmos geschaffen haben in Form unseres Astralleibes und dass die Gesamtheit der Menschen, der Ich-Wesen, die jetzt dann hinübergegangen sind auf das Neue Jerusalem, dass die alle gemeinsam bilden dann den großen astralischen Makrokosmos. Das wird das Ende sein der Entwicklung des Neuen Jerusalem oder des Neuen Jupiter. Das heißt: Da bereits ein neuer Kosmos im Astralischen, der von den Menschen im weitesten Sinne gestaltet ist.

Noch nicht das Ätherische, noch nicht das Physische, wie immer das ausschauen wird. Es wird ein Physisches geben in irgendeiner Form. Weil ja auch andere... Aber nur, der Mensch wird nicht in dem Bereich leben.

Der Mensch wird seine Entwicklung bald ohne physisch-stofflichen Körper fortsetzen 1:48:14

Er (der Mensch) wird schon bald auf Erden nicht mehr in dem Bereich leben. Dann ist es vorbei für uns: ein Dasein im Physischen. Haben wir ja schon öfter darüber gesprochen, dass zumindest für die Menschen, die sich kräftig geistig entwickeln, dass dann im 6., 7. Jahrtausend die Inkarnationen aufhören. Dann sind wir soweit. Ich habe auch lang gebraucht, mit der Zeitspanne umzugehen: "Ach, es ist ja so kurz." Viele denken sich da, die Menschheit wird doch noch zehntausende oder vielleicht hunderttausende Jahre existieren - oder Millionen Jahre vielleicht, wie auch immer. Nein, es ist nicht so - und es liegt daran, weil unser geistiges Entwicklungstempo in Wahrheit sehr, sehr groß ist. Man kann jetzt über unsere Zeit schimpfen und sagen: "Ah, es geht nichts weiter" - oder so. Aber in Wahrheit ist das geistige Entwicklungstempo riesig, es ist riesig, und wir nähern uns immer mehr - und das ist auch ein Aspekt, warum die Verkörperungen weder notwendig noch möglich dann sein werden… Weil, unser Entwicklungstempo so gestiegen ist, dass eine physische Verkörperung nicht mehr in Frage kommt. Und es ist heute schon so, dass die Leiber eigentlich nicht mehr mitkönnen mit der geistigen Entwicklung - und dass wir trotzdem weiterkommen. Ein Nebeneffekt ist aber, dass wir sehr viel leichter dadurch, in gewisser Weise, kommen, diese Entwicklung auf einer geistigeren, rein geistigeren Ebene, die gar nicht den Körper beansprucht, fortzusetzen - selbst in der Verkörperung auf Erden. Das Interessante ist, dass heute ja die Leiblichkeit des Menschen viel stärker als in der Vergangenheit von den ahrimanischen Kräften erfasst ist. Dadurch ist sie also eigentlich viel unlebendiger, aber paradoxerweise leben wir gerade dadurch länger heute. Es ist jedenfalls mit ein Aspekt, weil das Leben langsamer fließt in uns. Wir sparen uns eigentlich auf. Früher war es eigentlich so, neben vielen anderen Dingen, erstens einmal: Die Maximallebensspanne des Menschen ist schon ziemlich lange gleichbleibend.

Die alte Einweihung - ein zunehmend gefährlicher Weg zur Wahrnehmung der geistigen Welt 1:50:44

Es gab schon in der griechisch-lateinischen Zeit Menschen, die neunzig, hundert Jahre alt geworden sind. Der Johannes ist im Übrigen so ein Beispiel dafür, also der dürfte so um die hundert oder sogar über hundert Jahre alt geworden sein. Ganz genau kann man es nicht mehr sagen. Was aber soviel heißt, dass er damals schon eine geistige Entwicklung durchgemacht hat, die - wie soll ich sagen - schon sehr stark vom körperlichen Einfluss sich gelöst hat. Also, dass da schon eine gewisse Fähigkeit war, das hängt damit zusammen, dass er durch den Christus, in Wahrheit, eingeweiht wurde. Das haben wir ja besprochen, dass er eigentlich der auferweckte Lazarus ist und dass das im Grunde nicht wirklich eine Totenerweckung im klassischen Sinne war, sondern es war ein Einweihungsvorgang. Diese ganzen Totenerweckungen, von denen gesprochen wird, sind Einweihungsvorgänge, in Wahrheit. Also, da geht es darum, dass man durch einen todesähnlichen Zustand durchgeht und dann eben durch den Meister oder bis dahin eigentlich - bevor der Christus das als Einzelner gemacht hat - durch eine Gemeinschaft von Priestern erweckt wurde daraus. Das war der Weg in die geistige Welt. Du wirst also an den Rand des Todes gebracht, und durch die entsprechende Schulung, die du hast, kannst du etwas mitnehmen von dem, was du dabei erlebst, und von dem kannst du dann berichten. Das war im Prinzip die alte Einweihung. Das ist im Vergleich zu dem, wie es heute läuft, eigentlich - jetzt sage ich's sehr abfällig - ein primitiver Weg, im Grunde. Aber es ging nicht anders. Also, das war der Weg, der seit der ägyptischen Zeit in der Form gegangen wurde - und wir haben schon darüber gesprochen - kurz vor Beginn der ägyptischen Zeit, also so etwa 3200 vor Christus oder 3100 vor Christus, ich weiß es jetzt nicht, Wurscht, auf hundert Jahre soll es jetzt nicht ankommen.... 3102, glaube ich, vor Christus hat das Kali Yuga begonnen, das finstere Zeitalter. Und da, ab dem Zeitpunkt, mußten solche Einweihungsvorgänge vorgenommen werden. Es war eigentlich das Hellsehen erloschen.

Der direkte, bewusste Zugang oder traumhaft bewusste Zugang zu den geistigen Welten war bei einer Vielzahl von Menschen erloschen. Es gab zwar ein vergleichsweise niederes Hellsehen,  also eine Art Naturhellsehen, mit dem man die Elementarwesen sieht - und diese Dinge - das bei manchen Völkern zumindest noch sehr verbreitet war. Aber gerade für die höheren Bereiche, um dort hineinzukommen, war mit dieser Art von Hellsehen keine Chance mehr. Und um das zu erreichen, mussten die Menschen eigentlich in einen Zustand gebracht werden, wo sie das erleben können. Wo erlebt man das? Na, wenn man hinüber geht. Dann erlebt man es auf jeden Fall. Das heißt, man hat die Menschen an den Rand des Todes gebracht und namentlich die Ägypter in der alten Zeit, im Alten Reich noch - dann Mittleres Reich, Neues Reich wird es sehr problematisch - aber die haben diese Kunst noch beherrscht, den Menschen so knapp an den Rand des Todes zu bringen, dass sie ihn doch wieder zurückholen können nach den dreieinhalb Tagen, etwa. Später dann, weiß man ja auch durch äußere Überlieferung, dass das dann öfter schiefgegangen ist. Und der ist halt schon hinüber gegangen, aber dort blieb er dann auch. Das hat dann nicht mehr funktioniert richtig. Aber, das war zugleich das Zeitalter - und damit hängt ja das Kali Yuga auch zusammen - dass da also bereits die ahrimanischen Kräfte sehr stark die Überhand gewinnen. Und die haben jetzt zur Verfinsterung auch beigetragen mit, das steht ja im Hintergrund der ganzen Sache. Also, da ändert sich was drinnen. Aber, was wir halt eben gewonnen haben, dass wir die geistige Erfahrung, dass wir uns geistig bereits voll - wenn wir voll im Leben drinnen stehen - loslösen können bis zu einem gewissen Grad von der Körperlichkeit, also zumindest von der physischen Körperlichkeit; nurmehr mit dem Ätherischen verbunden bleiben und da geistig wahrnehmend werden.

Das neue seelische Erleben im Geistigen fordert neue Wege der Kommunikation 1:56:08

Aber wir haben dann auch die große Schwierigkeit, das rein seelische Erlebnis… Also, es ist etwas Geistiges, ein geistiges Organ, aber es muss sich im Seelischen abbilden. Aber so, wie wir es im Seelischen erleben, kann man es im Grunde nicht kommunizieren. Wir haben keine Worte dafür. Die Sprachen, die entstanden sind, sind alle gebildet worden - und vor allem seit der ägyptischen Zeit immer mehr und in unsere heutige Zeit herein ganz besonders stark - dass sie eigentlich nur Worte, Begriffe, Ausdrücke wiedergeben für etwas, was sinnlich erscheint, was sinnlich irgendwie fassbar ist.

Und das rein seelische Erlebnis einer Imagination hat mit den Sinnesqualitäten, mit den sinnlichen Dingen, nichts zu tun. Das heißt, ich kann euch das jetzt nicht einmal beschreiben, weil es gibt keine Worte dafür. Es gibt keine Worte dafür. Man kann vielleicht sagen: "Ja, es ist eine Seelenstimmung." Aber das ist auch sehr schwierig. Man kann es vielleicht mit einem Gefühlspanorama vergleichen, aber auch das ist schwierig, weil die meisten Gefühle, die wir aus dem Alltag kennen, sind auch schon wieder stark körpergebunden. Gerade das Gefühlsleben ist auch zumindest gut zur Hälfte gebunden - und es sind dann eigentlich Körperzustände, die wir mitspüren. Also: "Ich habe Angst." Und das hängt ganz typisch zusammen mit: Sofort reagiert die Atmung darauf. Oder umgekehrt, wenn die Atmung eine Unpässlichkeit hat, entsteht Angst. Es ist sofort da. Wird jeder merken, selbst wenn man ganz  bewusst ist und sich konzentriert oder was, aber wenn du eine Atembeklemmung kriegst, wie wenn du ersticken würdest oder einfach die Luft ausgeht im Raum oder was, man kann fast nicht umhin, die Panik zu kriegen, weil das ganz eng mit den körperlichen Zuständen zusammenhängt. So sollte es ja sein. Der Mensch musste geistig ganz heruntersteigen, mit allem sich verbinden bis ins Physische hinein. Und der Christus hat es am allermeisten mitgemacht. Das heißt, er hat in all diesen Erlebnissen am Intensivsten hineingespürt und mitgelitten mit allem,  was durch den Körper an Leiden überhaupt erzeugt werden kann. Und wir hängen noch immer so daran, dass vieles heute noch hineinwirkt in unser Gefühlsleben, das heißt, selbst das Gefühlsleben, wie wir es im Alltagsbewusstsein kennen, ist auch nur ein sehr vages Ausdrucksmittel dafür. Es ist vielleicht passender noch als wenn ich es jetzt in Farben und in Formen schildere, aber es ist auch so so lala. Also, man kann eigentlich nur vergleichsweise sprechen. Und man kann es… man muss eigentlich was Neues gestalten. Es wird kommen. Es ist eigentlich ein Ringen. Heute am meisten, habe ich den Eindruck, ringen bildende Künstler, Tänzer und dergleichen darum, neue Ausdrucksformen zu finden, wo eine Bewegung etwas Geistiges ausdrückt. Eurythmie geht ja in die Richtung. Und die Zukunft wird so ausschauen müssen, dass da nicht ein Schema ist, das man kennt: "So macht man es", sondern wo spontan aus dem Erleben heraus die Bewegung entsteht, dann wird eine bestimmte, ganz signifikante Form herauskommen.

Die neue Regel der Zukunft wird sein: "Es gibt keine Regel" 2:00:11

Aber für die Zukunft ist bei aller Kunst das No-Go das: "So macht man es." Das war in der bildenden Kunst auch, war ganz klar: Da gab es die verschiedenen Schulen oder was, und: "So malt man, so stellt man dar, so hat die Perspektive zu sein." So richtig gebrochen hat damit erst das 20. Jahrhundert. Oder Ende des 19. Jahrhunderts bahnt sich so langsam an, dass man mit all den Regeln, die gültig waren, bricht und sagt:  "Es gibt keine Regel", sondern jeder muss seine eigene Regel finden und die dann möglichst in seinem Leben selbst noch fünfmal über den Haufen werfen. Zu sagen: "So, sie hat mir gedient jetzt, und jetzt muss ich schon wieder was Neues probieren." Wahnsinnig schwer dann fürs Publikum. "Ja, was ist das jetzt überhaupt." Es ist ganz typisch, muss aber auch so sein. Und selbst in der Musik, ich meine, bis dahin: Da ist ein Ton, und dann ist einmal nichts, dann kommen zwei Töne, die sind nur eine Disharmonie auch noch dazu, dann kommt wieder irgendein Ton. Und das kann nichts sein - oder es kann eine große geistige Offenbarung sich darin ausdrücken, je nachdem, was der Künstler wirklich erlebt hat, der Komponist erlebt hat. Aber es wird alles anders. Es wird alles neu. Das ist der Christus-Impuls, mit dem wir gemeinsam gehen. Der Christus sagt: "Ich mache alles neu", aber er macht es neu mit und durch die Menschen. Oder wir mit ihm, wie immer man es nennen will.

Ausklang 2:01:57

Ja, damit möchte ich heute einmal einigermaßen pünktlich Schluss machen. Ich habe das versprochen, dass nicht immer Überzeit wird und man schon umfällt hinter dem viereckigen Kasten dabei. Ich weiß, es ist anstrengend zuzuhören dabei. Ich danke euch dafür. Freue mich aufs nächste Mal - und wir werden das fortsetzen. Und ich denke, das wird dann bald wieder mal an den Text der Apokalypse näher heranrücken. Ich habe es mir eigentlich schon für heute vorgenommen, aber es ist so viel rundherum zu sagen, was wichtig ist einfach, damit man es nicht missversteht.

Danke. Danke, meine Lieben. Bis zum nächsten Mal. Ja. Schön. Ich sehe euch wieder. Danke, Baba. Und danke auch bei allen, die im Livestream dabei sind. Ich verabschiede mich. Bis zum nächsten Mal.

Themenbezogene Leseanregungen

Bei Bedarf ergänzen...

Literaturangaben