Apokalypse des Johannes - 110. Vortrag von Wolfgang Peter

Aus anthro.world

Themenschwerpunkt

In unserem Bewusstseinsseelenzeitalter ist die Begegnung mit unseren unter den Widersachern schmerzvoll leidenden Doppelgängern eine überaus wichtige geistige Begegnung, die unsere Verantwortung einfordert.

Mit unserer insbesondere durch Willensentwicklung gestärkten Ich-Kraft können wir mit Hilfe des Christus die elementarischen Doppelgänger erlösen und ihnen ermöglichen, sich auf dem Neuen Jerusalem zu einem Ich-Wesen mit Freiheitsimpuls zu entwickeln.

Die Arbeit an der Erlösung der Doppelgänger abzulehnen, führt uns in das Reich Sorats.

Schlüsselwörter

6. Wochenspruch: die Verbindung zwischen der Welt und mir fühlen - Physiker auf der Suche nach ihrem Ich? - das Göttliche wirkt durch das menschliche Ich - die göttliche Trinität hat ihre Allmacht und ihre Allwissenheit aufgegeben - wie sind "schöpferische Kräfte" zu verstehen? - das makrokosmische Christus-Ich mit dem mikrokosmischen Menschen-Ich verbinden - was ist das Ego? - zur Entwicklung der Freiheit sind die soratischen Wesenheiten notwendig - die Kristallisation, die Ich-Kräfte und die soratischen Wesenheiten - Diamant und Graphit sind reiner Kohlenstoff, aber mit völlig unterschiedlichen Eigenschaften - Luzifer, Ahriman und die Asuras: Elektrizität, Magnetismus und Kernkraft - soratische Kräfte und die Schwerkraft - die Erdkräfte im Westen von Amerika und die Doppelgängerkräfte - der Doppelgänger ist ein astralisches Elementarwesen, das unsere karmische Last trägt und auf Erlösung durch uns wartet - die Erlösung der Doppelgängerkräfte ist eine individuelle Aufgabe, die uns der Christus nicht abnimmt - die soratischen Kräfte spielen eine wesentliche Rolle in der Gestaltung des Kosmos - das Problem der elektromagnetischen Verseuchung - die Erde wird ein großer selbstfunktionierender elektrischer Apparat werden - die soratische Welt als perfekt funktionierende Welt ohne Freiheit, wo nur die Täuschung des Neuen entsteht - die Newtonsche Mechanik und die perfekte Welt - der Christus hat die weisheitsvolle Welt des Alten Mondes in Um-ordnung gebracht - aus dem Abgrund grinsen uns die soratischen Wesen an - der Schein der Freiheit im Einflussbereich Sorats - die Wirkung der Widersacherkräfte in mir erkenne ich an meinen Doppelgängern - die Doppelgänger zeigen mir meine karmische Last - die Doppelgänger leiden und rufen nach Erlösung - eine wichtige Aufgabe im Bewusstseinsseelenzeitalter ist es, nicht nur Gedankenkräfte, sondern auch Willenskräfte zu entwickeln - kann ich schon erkennen, welcher Richtung meine geistigen Kräfte dienen? - im Ich liegt die Kraft, auch den schwersten Weg zu gehen - unser Pendeln zwischen Himmel und Hölle - die freieste Handlung ist eine, die ich aus eigenem Willen machen muss - das Ich kann Zündfunke sein für andere - unsere große Verantwortung bei der Nutzung elektronischer Medien - moralische und anti-moralische Impulse (in den Medien) unterscheiden - die Trennung der Seelenkräfte Denken, Fühlen und Wollen hat begonnen - Regel in der Anthroposophie: drei Schritte in der Moral und einen Schritt in der Erkenntnis - die Doppelgänger sind Elementarwesen, denen nach ihrer Erlösung eine lichtvolle Zukunft möglich ist und die auf dem Neuen Jupiter Ich-Wesen mit Freiheitsimpuls werden können - Doppelgänger und Kleiner Hüter der Schwelle - die Hure Babylon ist die durch die Widersacher verdorbene Seelenkraft der ganzen Menschheit - der große Kampf in der Atmosphäre und der Läuterungsberg in Dantes Göttlicher Komödie - wir können die Kamaloka-Arbeit jetzt im irdischen Leben schon beginnen - die Widersacherkräfte, unsere Krankheiten und die Medizin - Dantes Bilder vom Läuterungsberg sind auch in der Apokalypse des Johannes zu finden - die eigene Ich-Kraft entwickeln und spüren, dass in ihr der Christus wirkt

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- 110. Folge -

Weitere Vorträge von der Apokalypse des Johannes von Wolfgang Peter findest du hier: Vortragsreihe Apokalypse des Johannes von Wolfgang Peter

Transkription des 110. Vortrags (von Ghislaine und Susanne am 31. Mai 2022)

Begrüßung und 6. Wochenspruch 0:00:18

So, meine Lieben, ich begrüße euch beim mittlerweile 110. Vortrag zur Apokalypse. Letztes Mal haben wir den 109. gehabt, ich habe gemerkt, ich habe es gar nicht angesagt, aber diesmal ist es 110. Und wir haben auch einen neuen Wochenspruch, es ist der 6. Wochenspruch:

Es ist erstanden aus der Eigenheit

Mein Selbst und findet sich

Als Weltenoffenbarung

In Zeit- und Raumeskräften;

Die Welt, sie zeigt mir überall

Als göttlich Urbild

Des eignen Abbilds Wahrheit

Es geht immer stärker hin in das: zu fühlen, die Verbindung zwischen der Welt, die uns umgibt da draußen und dem, was wir zunächst im kleinen ich, in unserem Ego hier drinnen erleben, und dem, was sich draußen vor uns ausbreitet und wo, in Wahrheit, unser eigenes wirkliches Selbst herstammt. Wir leben eigentlich in den Gesetzmäßigkeiten, in den geistigen Kräften der ganzen Welt um uns. Dort ist unser Ich wirklich zu Hause. Und das ist auch der Grund, warum wir uns wirklich verbinden können damit, ganz intensiv. Und das ist immer auch eine Verbindung mit uns selbst. In Wahrheit, je mehr wir uns in die Welt um uns vertiefen, umso mehr kommen wir auch unserem wirklichen Ich nahe. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, das zu unterscheiden. Weil oft, glaube ich, die Mißdeutung gemacht wird: Ach, wir sind ja seelisch-geistige Wesen! Und man nimmt aber das, was man jetzt im Alltagsbewusstsein im Inneren erlebt, schon für das Geistig- Seelische, das wir wirklich sind. Und das ist aber nur ein mehr oder minder müdes oder weniger müdes Spiegelbild davon. Und die Realität ist wirklich viel mehr draußen in der Welt zu verbinden, aber wenn wir uns damit verbinden, können wir sie natürlich auch in unserem Tagesbewusstsein, das bis zu einem gewissen Grad dann hineinspiegeln. Aber dazu müssen wir erst die geistige Verbindung mit dem da draußen schaffen - und die ist sehr, sehr intensiv.

Also, zum Beispiel, also unser Ich: Wenn sich unser Ich verbindet, jeden Morgen passiert das, wenn wir aufwachen und es wieder, sozusagen, in den Körper, in den belebten Körper hineinschlüpft, dann verbindet sich zum Beispiel das Ich ganz unmittelbar nicht nur mit dem physischen Körper, sondern mit den ganzen Kräften, die in der physischen Welt wirken, also mit der Schwerkraft zum Beispiel, aber auch mit den elektrischen Kräften. Es hat alles seine eigene Wirkung mit den Lebenskräften: mit den ätherischen Kräften, und zwar unmittelbar, also nicht über irgendeinen Umweg wie physischer Leib berührt halt die Außenwelt, Ätherleib berührt irgendwo die ätherische Außenwelt, sondern unmittelbar, unser Ich ist unmittelbar mit den Weltenkräften verbunden, die auch in der äußeren Welt wirken und mit den Gesetzmäßigkeiten, die drinnen sind.

Physiker auf der Suche nach dem Ich? 0:04:09

Ich meine, ich hab den ganz starken Verdacht, dass Physiker oder so, die sich beschäftigen mit den Naturkräften, vielleicht sehr abstrakt, oder was, beschäftigen damit: Aber in Wahrheit sind sie auf der Suche nach ihrem Ich, das sich verbindet mit diesen Kräften und sich spürt darin, in der Auseinandersetzung damit. Ich meine, bei manchen habe ich das Gefühl, irgendwo, so leise, dämmert ihnen das im Hintergrund. Wenn es vor allem Menschen sind, die auch ein bisschen was Tieferes suchen, die nicht nur halt Physik als professionelles Handwerk, sage ich mal, betreiben und halt einfach im technischen Sinne irgendwas erforschen, wie das funktioniert. Sondern, wenn sie auch ein bisschen mehr fragen: Was bedeutet das eigentlich? Was bedeuten diese Naturgesetze? Was bedeuten sie für die Welt? Was bedeuten sie aber auch für mich? Dann merkt man eine sehr, sehr starke Auseinandersetzung dann mit diesen Dingen. Und da werden teilweise wirklich sehr tiefe Fragen aufgeworfen.

Die Trinität hat ihre Allmacht aufgegeben: Die göttliche Kraft wirkt jetzt durch das menschliche Ich 0:05:16

Fragen, die wir auch in den letzten Vorträgen behandelt haben. Eben, wie sich auch - wie soll ich sagen - unser Bezug zur göttlichen Welt verändert hat seit der griechisch-lateinischen Zeit und wie mit Beginn der Neuzeit, mit Beginn des Bewusstseinsseelenzeitalters, eine ganz andere Perspektive darauf geworfen wurde. Die eigentlich erst so leise im Hintergrund widerspiegelt, was alles sich geändert hat durch das Mysterium von Golgatha. Nämlich geändert hat sich das ganz Zentrale, dass das Göttliche wirkt durch das menschliche Ich. Und das ist das Primäre, das ist das, was die Zukunft bedeutet. Es wirkt natürlich noch sehr viel nach auf dem alten Weg, wo von oben, aus der schöpferischen Quelle, alles durch die ganze Folge der Engelhierarchien herunterströmt und dann bis zu den Elementarwesen herunterwirkt, die in der Natur gestaltend wirken noch auf die alte Art. Aber das ist eigentlich nurmehr die Nachwirkung, im Grunde, dessen, was früher war. Und was in die Zukunft geht, - was die Zukunft der Erde, bereits unsere Erde, jetzt, auf der wir leben und erst recht der zukünftigen Verkörperungen unserer Erde, also der zukünftigen kosmischen Zustände unserer Erde - da strömt dieses Geistige vom Ich aus. Und das bestimmt in Wahrheit die Zukunft. Also, das ist ein ganz, ganz anderes Bild, als es die griechisch-lateinische Zeit hatte. Wir haben gesprochen, dass darin ein ganz großer Punkt drinnen ist, der auch in der Theologie mittlerweile irgendwo erkannt wird: Dass das auch bedeutet, dass Gott oder die göttliche Welt oder die göttliche Trinität ihre Allmacht und Allwissenheit aufgegeben hat, so könnte man das sagen. Denn es liegt, was passiert, immer mehr an den vielen, vielen Menschen, die ihre Impulse hineingeben - oft gar nicht sich bewusst sind dessen, wie sie die Impulse geben. Weil, es wird wahrscheinlich wenig Menschen geben, die jetzt zu Hause oder sonst irgendwo in der Natur sitzen, meditieren und genau wissen schon, welche Kräfte sie der Welt übergeben - oder auch, wenn sie praktisch tätig sind. Aber indem sie tätig sind, geben sie Impulse für die Zukunft. Es gibt im Grunde keinen Menschen, der nicht immer wieder schöpferische Impulse auch weitergibt.

Die schöpferischen Kräften des Menschen können sich in jeder Begegnung offenbaren 0:08:18

Weil so oft auch an mich die Frage herangetreten wurde: "Du sprichst so oft von schöpferischen Kräften und das ist ja alles recht schön. Aber mir ist eigentlich gar nichts bewusst davon, ich tue künstlerisch gar nichts. Und das kann ja doch nur wenige Menschen betreffen." Nein, es betrifft viel, viel mehr Menschen. Es liegt dieser schöpferische Impuls alleine schon dort drinnen, wie wir einer Pflanze begegnen, wie wir Tieren begegnen, wie wir der Natur begegnen, überhaupt draußen, vor allem auch, wie wir anderen Menschen begegnen. Und ja, da mag vieles als unsere Routine erscheinen - und wir haben halt unsere täglichen Floskeln: "Guten Morgen" und erleben eigentlich nicht sehr viel dabei. Und trotzdem ist ein Austausch da. Trotzdem ist ein Austausch da. Der lässt sich natürlich unendlich steigern und vertiefen und immer mehr ins Bewusstsein heben. Und das wäre, was heißt "das wäre", das ist die große Aufgabe in unserem gegenwärtigen Bewusstseinsseelenzeitalter, uns dieser Dinge, die wir, na ja, ich sage mal bis jetzt, weitgehend unbewusst gemacht haben, fast automatisch. Wir haben es halt so gelernt und wir sind es gewohnt geworden, sich in diesen und jenen Situationen so oder so zu verhalten. Aber es geht darum, das ins Bewusstsein zu heben, immer mehr ins Bewusstsein zu heben - und vor allem sich bewusst zu werden, was sich dabei eigentlich abspielt, wenn zwei Menschen einander begegnen. Wir können eigentlich gar nicht anders, als uns in gewisser Weise intuitiv mit dem Anderen zu verbinden, selbst wenn das heute durch das moderne Leben extrem stark behindert wird. Aber gerade das ist der Aufruf zu erwachen daran. Gerade das. Es war früher viel leichter, viel selbstverständlicher, aber auch viel - ich sage fast - instinktiver, das Verhältnis zwischen den Menschen. Man ist einfach da hineingewachsen in das, es war selbstverständlich. Und heute: Es ist in Wahrheit gar nichts mehr selbstverständlich - oder immer weniger selbstverständlich. Und je weniger es selbstverständlich wird, desto mehr ist es aber ein Aufruf: "Wach auf! Wach auf!" Es ist ein riesiges Potenzial an Kräften da - und du nutzt sie gar nicht bzw. du kriegst gar nichts davon mit von den Kräften, die da sind.

Im Menschen verbinden sich das makrokosmische Christus-Ich und das mikrokosmische Menschen-Ich 0:10:54

Also, wenn wir uns so intensiv mit der Apokalypse beschäftigen, ich meine, die Apokalypse des Johannes ist ein Buch für viele, viele Generationen, für viele Menschenzeiten, aber es ist ganz besonders ein Buch für unsere jetzige Gegenwart. Und zwar gelesen in dem Sinne, wie es der Titel eigentlich sagt: Apokalypse Jesu Christi, Enthüllung des Wesens Jesu Christi. Und zugleich - das ist der nächste Nachsatz, der kommt - zugleich damit verbunden: Enthüllung des Wesens des eigenen Ichs. Also, was ist das Ich? Eben mikrokosmisch dasselbe, in gewisser Weise, wie das, was der Christus im großen, im makrokosmischen Sinne ist. Und im Menschen verbindet sich das jetzt noch dazu: dieses makrokosmische Christus-Ich mit dem mikrokosmischen Menschen-Ich. Und  da kommt ein Prozess instande, durch den wir in ständiger Zusammenarbeit mit dem Christus auch - ob wir davon wissen oder nicht - an der Veränderung der Welt mitarbeiten. Nur, natürlich, wenn wir es bewusst machen, dann wird das Ganze in einer viel reicheren Weise sich entfalten können. Weil, was wir jetzt machen, ist eine Mischung, die kommt aus den Impulsen, die wirklich aus dem Ich kommen - viele Impulse, die aber aus dem Ego kommen.

Das Ego - von den Widersacherkräften mitgestaltetes Spiegelbild unserer Ich-Tätigkeit 0:12:31

Was ist das Ego? Das Ego ist in gewisser Weise das seelische Spiegelbild unserer Ich-Tätigkeit, aber sehr beeinträchtigt, oder sagen wir es etwas höflicher, mitgestaltet durch die Wirkung der Widersacherkräfte, die durchaus notwendig ist. Und zwar notwendig ist bis zu den tiefsten Widersacherkräften, bis zu den soratischen Wesenheiten, also den Wesenheiten, die da dahinterstehen. Und von diesen Wesenheiten haben wir gesagt, dass das Wesenheiten sind, die in Wahrheit nicht von der Gottheit selbst bestellt wurden zu dem Dienst, sondern die, ja, wie soll ich sagen, aus einer anderen Entwicklungslinie kommen, sich in gewisser Weise hineingemischt haben in die Entwicklung. Die da drinnen ist jetzt, in gewisser Weise, aber dadurch auch erst  ermöglicht haben, dass die Entwicklung des Menschen zur vollen Freiheit geschehen kann. Obwohl sie alles dazu tun, das zu verhindern. Aber ohne diese Wesenheiten wäre unser ganzer Kosmos ganz anders, als wir ihn jetzt kennen. Weil, die Gottheit hat dafür gesorgt, indem sie die anderen Widersacherkräfte, also die luziferischen, die ahrimanischen, die asurischen Kräfte zugelassen hat, ja, den Weg zur Freiheit in die Wege zu leiten: Aber dass es in der radikalen Form gehen kann, wie es jetzt möglich ist, dazu sind auch diese soratischen Wesenheiten notwendig.

Die Erde kristallisiert: Graphit und Diamant sind beide reiner Kohlenstoff 0:14:38

Sie (die asurischen Wesenheiten) haben schon in der Vergangenheit eine große Rolle gespielt. Also, zum Beispiel: Damit die Erde sich als eigenständiger Himmelskörper bilden konnte, dabei waren sehr wesentlich auch die soratischen Wesenheiten beteiligt. Die haben eigentlich diese Trennung vollzogen, nämlich so, dass diese Trennung in der Art geschehen konnte, wie sie geschehen ist. Sonst wäre eine ganz andere Art von Trennung passiert, die nicht so radikal gewesen wäre wie die, die wir erlebt haben, jetzt. Und die im Grunde ja auch im ganzen Kosmos Standard geworden ist, könnte man sagen, also, wo sich Planeten wirklich als letztlich feste, kristallisierende Weltenkörper ablösen von ihrem Zentralgestirn. Das ist eine ganz sonderbare, in Wahrheit, für uns halt nicht sonderbar erscheinende… Für uns erscheint es selbstverständlich, dass wir heute einen festen Boden unter den Füßen haben - und fest nicht nur im Sinne, dass das eine glasartige, erstarrte Masse ist, das wäre etwas rein Mondenhaftes noch, sondern dass die auch zu kristallisieren beginnt. Aber die Erstarrung war die Voraussetzung, auch diese glasartige Erstarrung war die Voraussetzung dafür, dass sie überhaupt erst sich kristallisieren kann - und durch wen kristallisieren kann? Durch das Menschen-Ich. Oder durch die Menschen-Iche. Durch Niemand anderen. Die Ich-Kräfte sind dieselben Kräfte, die die Kristallisation in Wahrheit bewirken - und in dem Kristall, im Grunde, ein sehr, sehr materielles Gebilde schaffen, einerseits, also das Härteste im Grunde, wenn man beispielsweise einen Diamanten hernimmt: Der Diamant ist praktisch das härteste Material, das es gibt, nicht nur auf der Erde, sondern im ganzen Kosmos, eigentlich. Es gibt weniges, was noch ein bisschen härter ist, aber das sind Randerscheinungen. Aber der Diamant ist insofern ein sehr interessantes Ding, weil er was mit dem Kohlenstoff zu tun hat. Diamant ist in Wahrheit reiner Kohlenstoff. Im doppelten Sinne rein. Eben auch die Reinheit, die dann zum Ausdruck kommt, wenn wirklich so ein schöner  geschliffener Diamant da ist, der lupenrein, sozusagen, ist. Dann offenbart er etwas von dieser Reinheit und dann zeigt er, dass er eigentlich in der physischen Welt, in Wahrheit, ein Hohlraum ist, in dem sich Geistiges aufhalten kann oder zur Wirksamkeit kommen kann, das gleicher Art ist wie die Ich-Kraft des Menschen. Aber allein, dass dieser Kohlenstoff in der Art entstehen konnte, wie wir ihn heute haben, der eben die Möglichkeit gibt, dass der Kohlenstoff als Diamant erscheinen kann, aber genauso gut als Graphit erscheinen kann, das man so als Bleistift kennt - weil, Bleistift ist eigentlich ein Graphitstift, in Wahrheit - und der hat ganz andere Eigenschaften: Er ist glänzend, er wirft das Licht zurück, er ist ganz weich, er schmiert sich und er leitet den elektrischen Strom, ist daher ganz offen für die Widersacherkräfte, zum Beispiel.

In den Naturkräften Elektrizität und Magnetismus sind Luzifer und Ahriman eng aneinander gekoppelt 0:18:25

Es ist ganz interessant. Also überall dort, wo Elektrizität ist, wo Magnetismus ist, der auch damit verbunden ist, weil überall, wo Strom fließt, ist Magnetismus vorhanden. Und Rudolf Steiner sagt sehr deutlich: Elektrizität hat etwas mit den luziferischen Kräften zu tun, und der Magnetismus, was mit den ahrimanischen Kräften. Und der Graphit ist offen dafür, er leitet den elektrischen Strom. Und in dem Moment, wo Strom drinnen fließt, erzeugt er auch ein Magnetfeld, also, das zeigt sogar schon auf dem Gebiet der Naturkräfte, dass Luzifer und Ahriman ganz eng aneinander gekoppelt sind, untrennbar in gewisser Weise. Wo der eine ist, muß auch der andere sein. Es kann ja mal ein Übergewicht auf der einen oder anderen Seite sein - und wir haben immer damit zu tun, das auszugleichen. Aber im Prinzip sind sie immer miteinander verbandelt, auch wenn sie das gar nicht wollen. Sie können nicht ohne einander.

Durch die Asuras und die soratischen Wesenheiten werden die Kernkraft und die Schwerkraft in den Kosmos getragen 0:19:32

Die Asuras sind ein bisschen anders geartet. Die haben eine gewisse Selbstständigkeit, sind aber auch der Vermittler von noch intensiveren Naturkräften. Rudolf Steiner bezeichnet das oft - was heißt oft, an manchen Stellen - als die dritte Kraft, eine dritte Naturkraft, von der er sagt, die noch schrecklicher ist in ihrer Wirkung als eben die elektrischen und magnetischen Kräfte. Mit was man es identifizieren soll oder kann, wird auch in der Anthroposophie heftig diskutiert: Hat es mit der Kernkraft und dergleichen zu tun? Ich würde sagen, ja. Es wird oft auch gesagt, es hat was mit der Schwerkraft zu tun, aber ich sehe zumindest in der Schwerkraft ganz stark die Wirkung der soratischen Wesenheiten. Und die Schwerkraft ist die Voraussetzung für die Bildung also auch solcher festen, kristallisierenden Stoffe, wie wir sie jetzt haben. Auf dem Alten Mond ist die Schwerkraft nicht in der Form vorhanden, wie wir sie heute kennen. Also, das heißt, unsere Erde, unser ganzer Kosmos, der damit verbunden ist, hat ganz besondere Naturgesetze, die anders sind als sie auf dem Alten Mond waren. Das sagt uns schon, dass da ja eigentlich diese weisheitsvolle Ordnung der Natur auf dem Alten Mond, also der kosmischen Entwicklungsstufe, die unserer Erde vorangegangen ist, entwickelt wurde. Und erst am Ende ist sie sozusagen als reifes Produkt irgendwo da und wird dann einverleibt unserer Erdentwicklung. Aber es kommen dazu auch die Widersacherkräfte. Und die verändern diese Weisheit, sagen wie mal so, in ihrem Sinn und machen noch etwas anderes daraus. Machen aber daraus zum Beispiel, dass die Naturkräfte entstehen können, die heute ganz wesentlich für uns sind, die uns Schwierigkeiten machen, auch, aber die andererseits notwendig sind, um dieses freie, unabhängige Wesen werden zu können, das wir sind. Wir haben die Elektrizität in uns aufgenommen - und mit der Elektrizität auch den Magnetismus. Und damit haben wir bis in unsere physische Organik hinein die Widersacherkräfte drinnen in uns - und sie korrespondieren auch mit den Naturkräften draußen.

Also, eben auch in der Natur draußen, in der Erde, wirken die luziferischen Kräfte besonders in den elektrischen Erscheinungen - und die ahrimanischen besonders in den magnetischen Erscheinungen. Ganz stark ist es drüben in Amerika, im ganzen Boden ist es irgendwo drinnen. Auf jedem Fleck der Erde ist es anders, wirken diese Kräfte anders. Die magnetischen Kräfte sind anders, die elektrischen Kräfte sind anders, sehr stark - darauf weist Rudolf Steiner auch deutlich hin - ist es in Amerika und ganz besonders im Westen von Amerika. Also, dort ist es ganz extrem. Und dazu kommen mit ziemlicher Sicherheit - gerade im Westen Amerikas - auch noch die asurischen Kräfte dazu, die von unten wirken. Es ist absolut kein Zufall, dass also die ersten Atombomben in der Wüste von Nevada gezündet wurden und dass dort in der Gegend das Entwicklungszentrum lag, inspiriert von diesen Kräften, die da unten sind.

Die elektrischen und die magnetischen Kräfte helfen, unsere Doppelgänger ins Bewusstsein zu heben 0:23:41

Und was tun diese Kräfte noch? Ganz besonders also die elektrischen Kräfte, auch die magnetischen Kräfte, sprechen ganz stark unseren Doppelgänger an, und wecken ihn sozusagen auf und heben ihn stärker ins Bewusstsein. Das heißt, gerade der amerikanische Boden ist prädestiniert dafür, die Auseinandersetzung mit den Doppelgängerkräften an vorderster Front anzugehen. Nur, wir müssen das auch. Wir müssen das auch. Es gibt keine fruchtbare geistige Entwicklung in die Zukunft hinein, wenn wir nicht, ja, im Grunde die tägliche Begegnung mit den Doppelgängerkräften haben. Es wird nach und nach, und das wird zu unserem Heil sein, selbstverständlich werden, dass wir - wie soll ich sagen - täglich unseren Doppelgänger grüßen und ihn als Begleiter neben uns sehen. Und wenn das eben nicht der Fall ist - und es gibt gewisse esoterische Strömungen und Methoden, um das irgendwie zu umschiffen, zu umgehen oder zumindest zu kaschieren, vielleicht, die Begegnung mit dem Doppelgänger - dann wird die Entwicklung absolut nicht heilsam sein. Weil, dann wird er sich immer mehr zu einer eigenständigen Kraft in uns entwickeln, die aber total gegen uns wirkt. In Wahrheit ist der Doppelgänger ein, na ja, man kann sagen ein Elementarwesen, ein eigentlich astralisches Elementarwesen, in dem auch unsere ganzen karmischen Verfehlungen eine große Rolle spielen. Er ist in gewisser Weise sogar die Verkörperung dieser ganzen Sachen, die wir mitschleppen, aber wirklich als eigenständige elementarische Wesenheit auch, die aber darauf angewiesen ist, von uns verwandelt zu werden, indem wir eben nach und nach alle diese karmischen Verfehlungen, die wir haben, aufarbeiten und sie durch diese Aufarbeitung umwandeln in positive Kräfte. Das ist was ganz Wichtiges. Hätten wir die vielen Fehler in der Vergangenheit nicht gemacht - das ist jetzt schon wieder eine Sache, die sehr gewichtig ist - hätten wir die Fehler in der Vergangenheit nicht gemacht als individueller Mensch, als Menschheit insgesamt, dann könnten wir auch gewisse Kräfte für die Zukunft nicht entwickeln. Damit wird keine der Verfehlungen entschuldigt. Ich meine, wir haben sie sowieso am Hals, aber wir müssen sie aufarbeiten. Weil, das ist genau das, was uns der Christus, der doch unsere Sünden auf sich genommen hat, wie es so schön heißt, uns aber gerade nicht abnimmt, nämlich diese individuelle Aufgabe, aufzuarbeiten all das, was wir karmisch mit uns herumschleppen und was sich im Grunde in Form unseres Doppelgängers manifestiert. Das wird immer mehr zur täglichen Aufgabe des Menschen werden, der also wirklich bewusst in die Zukunft streben will, dass er halt daran arbeitet, dass er täglich an seinem Doppelgänger abliest: Wo stehe ich denn eigentlich? Was liegt denn noch vor mir? Das ist sozusagen die tägliche To-Do Liste: Was habe ich heute zu erledigen? Und daher sollten wir uns nicht schrecken davor, wenn diese Begegnung mit dem Doppelgänger kommt - und sie wird immer mehr kommen.

Die Bodenbeschaffenheit Amerikas fördert in besonderem Maße die Begegnung mit den Doppelgängerkräften 0:27:42

Es gibt viele Berichte darüber, dass das gerade - und das ist natürlich nach dem, was ich bereits heute gesagt habe, nicht zufällig - dass solche Begegnungen gerade in Amerika sehr, sehr häufig sind, vergleichsweise. Bei uns, wir schlafen noch a bisserl (bisschen). Also, bei uns ist es so von Natur aus noch weniger der Fall. Und interessanterweise: je weiter man gegen den Osten kommt, noch weniger. Also, dort ist es der Fall schon, wenn man sich natürlich intensiv geistig auch auf alten Wegen entwickelt, dann kommt es auch zu solchen Begegnungen. Aber sie sind auch anders, als sie jetzt für unsere Zeit kommen werden, immer mehr, auch hier in Europa. Womit hängt das auch zusammen?

Damit sind wir schon wieder bei einer sehr zweischneidigen Sache. Ich habe vorhin gerade gesagt, Amerika ist prädestiniert für diese Begegnungen, allein schon durch die geografische Lage, durch die Bodenbeschaffenheit. Es hat halt wirklich jeder Ort oder jeder Kontinent auf der Erde, jedes Inselchen, seine spezielle Aufgabe, indem da ganz spezielle Naturkräfte auch wirken, die, ja, wie soll ich sagen, nur darauf warten, dass sie sich begegnen mit dem menschlichen Ich, das jeden Morgen, wenn es in den physischen Leib, in den belebten physischen Leib wieder sich integriert, sich direkt, unmittelbar, mit diesen Kräften verbindet. Das heißt, in Amerika ist man schon von Haus aus einmal stärker mit diesen elektrischen und magnetischen Kräften auch verbunden. Mit den Schwerekräften, also mit den stärksten Kräften, in Wahrheit, also stärksten Kräften, mit den kosmisch am bedeutendsten Kräften… Nämlich ganz interessant: Wenn man rein physikalisch, astro-physikalisch, verstehen will die Ordnung des Kosmos, dann sieht man, dass da den größten Einfluss hat die Schwerkraft, obwohl die Schwerkraft von allen Naturkräften, die wir kennen, die allerallerschwächste ist - aber die einzige, die wirklich alles, was physisch im Kosmos erscheint, ergreift und die am weitesten, praktisch unbegrenzt, wirkt. Das ist bei den elektrischen, bei den magnetischen Kräften im Allgemeinen nicht der Fall - und am allerwenigsten bei den Kernkräften der Fall. Also das, was sich dort drinnen abspielt, das ist alles sehr, sehr begrenzt. Dort ist es immens stark, aber wie der Kosmos sich gestaltet, von der physischen Seite her gesehen, ist ganz stark bestimmt durch die Schwerkraft. Und das heißt, wenn ich damit richtig liege, spielen da die soratischen Kräfte eine ganz wesentliche Rolle in der Gestaltung des ganzen Kosmos. Das ist sozusagen der Widerpart zu den schöpferischen geistigen Kräften, anderen regulären geistigen Kräften, die da hineinkommen. Jetzt ist es aber so, dass wir diese magnetischen und elektrischen Kräfte, oder sagen wir es zusammengefasst, elektromagnetischen Kräfte… Ist ja auch kein Zufall, dass die Wissenschaft spricht vom Elektromagnetismus, eben weil die beiden Kräfte niemals getrennt voneinander vorkommen oder praktisch niemals getrennt voneinander vorkommen. Das sind ganz rare Momente, wo die irgendwo alleine auftreten, also bei elektrostatischen Entladungen vielleicht, da ist einmal zunächst nur die Elektrizität, aber in dem Moment, wo da wirklicher ein Blitz herunterfährt, oder was, wo Ladungen sich dann ausgleichen, dann ist schon ein Stromfluss da und dann ist schon Magnetismus auch dabei. Aber wenn wir uns heute die Welt anschauen, im Vergleich noch, wie sie vor fünfzig, hundert Jahren war, also, nehmen wir es an zur Zeit Rudolf Steiners: Dann sehen wir, dass die elektromagnetische Verseuchung - ich sage einmal der Welt - gigantisch, gigantisch gestiegen ist. Und es ist heute so, dass das, was in Amerika in gewisser Weise naturhaft aus dem Boden kommt, dass das heute im Umfeld der Erde, im Bereich der Erdatmosphäre - bis relativ weit hinaus schon in den Kosmos hinaus, ja, an ungeheurer Stärke zugenommen hat, und das weltweit. Und das sind Kräfte, die extrem stark auf den Doppelgänger auch wirken. Und jetzt kann man sagen: "Was tun?" Sicher muss man sehr aufpassen damit, also, dass man es von der technischen Seite her nicht übertreibt. Und da wird noch einiges zu tun sein.

Elektromagnetische Verschmutzung der Erdatmosphäre: Auseinandersetzung mit den Doppelgängerkräften, unsere geistig-moralische Gesinnung und die Verlockungen einer perfekt funktionierenden Welt 0:33:04

Aber aufzuhalten wird das nicht sein, ganz einfach, weil es auch aus geistiger Sicht notwendig ist, dass wir in diesem Umfeld leben. Es ist ein Anstoß, uns mit dem Doppelgänger auseinanderzusetzen. Da werden sich alle wehren dagegen, die einen geistigen Weg gehen wollen, wo sie nur schöne Engel sehen. Es ist also tatsächlich… Es liegt in der regulären Entwicklung der Erde drinnen. Und ich zitiere jetzt noch einmal Rudolf Steiner, was ich schon öfters getan habe, er sagt: "Die Erde wird sich zu einem großen, selbstfunktionierenden elektrischen Apparat verwandeln." Ja, wie immer man sich das jetzt vorstellen will - für welche Zeit und wie immer das sein mag. Aber es ist eine ganz konkrete Aussage von ihm. Und in der steckt auf jeden Fall drin, dass diese Kräfte Bestandteil der Erdentwicklung immer mehr werden - und werden müssen, in gewisser Weise. Die entscheidende Frage dabei ist nicht, ob das passiert oder ob man das verhindern kann oder in welchem Maße man es verhindern kann, die entscheidende Frage wird sein: Wie man damit umgeht. Das Entscheidendste bei allen diesen Sachen ist, welche geistig-moralische Gesinnung man hat. Wenn man aus einer guten Gesinnung - wobei, was ist gut? Das ist die entscheidende Frage: Wie erkenne ich das überhaupt, was gut ist? Aber ich sage es einmal so vorsichtig: Wenn man es aus einer guten Gesinnung, das heißt aus einer Gesinnung heraus, es soll etwas sein, was dient dem Heil der Gesamtentwicklung, dann wird es einen anderen Charakter haben, als wenn ich ihn im Sinne egoistischer Bedürfnisse einsetze.

Nur, der große Haken daran ist: Wie wird dem Menschen das bewusst? Weil, ja, es wäre einfach, wenn jetzt wirklich die großen Bösewichte dahinterstehen, die sagen: "Wir, ein kleines Grüppchen von zehn Leuten, wir haben unsere Eigeninteressen und für das machen wird das - und der Rest der Welt interessiert uns nicht." Aber das ist eher die Schauergeschichte aus den Horrorromanen, oder aus sonst was. Natürlich, es gibt Zirkel, die ganz in Wahrheit egoistische Interessen haben, die aber sehr wohl der Meinung sind, dass sie dem Heil des Ganzen dienen. Und sie dienen halt, ohne es so genau vielleicht - oder die wenigsten - genau einschätzen zu können, sie dienen halt den soratischen Wesenheiten. Und die sind an vorderster Spitze dessen, ihre Bestrebungen als das Heil der Welt zu verkaufen, sagen wir mal so. Und sie haben bis zu einem gewissen Grad recht, darüber haben wir ja auch schon gesprochen, weil sie versprechen eine perfekt funktionierende Welt. Mit dem kleinen Haken, dass die Freiheit nicht möglich ist drinnen. Aber sie versprechen eine Welt, die perfekter ist als die Welt, die wir haben. Und die perfekter ist als die Welt, die wir kurzfristig oder mittelfristig erreichen können. Wenn wir aber… Aber, was heißt das? Was heißt das? Es heißt, es ist eine völlig unfreie Welt, die letztlich einem vollkommenen Endzustand zustrebt, der aber dann in Ewigkeiten so fortrollt, in der nichts Neues mehr im Grunde passiert, nichts wirklich Neues, wo nur die Täuschung des Neuen entsteht. Das ist etwas, was man nicht unterschätzen darf. Ich meine, wenn es um so einen riesigen Kosmos geht und auch, wenn jetzt eine soratische Welt abzweigt und sozusagen ihren eigenen Kosmos irgendwo entwickelt, ist das also immer noch eine sehr gigantische Welt, die eine Unmenge von Kombinationen ausspielen kann von dem, was eigentlich schon von Anfang an feststeht, was in ihr schon von Anfang an verankert ist. Und das Bestreben dieser soratischen Wesenheiten ist eben, das in Ewigkeit durchzuspielen, das ganze Programm abzuspielen. Und trotzdem entsteht darin nichts wirklich Neues mehr. Nichts wirklich Neues mehr. Also, alles, was entsteht, hat nur die Täuschung des Neuen.

Die Newtonsche Mechanik zeichnet ein soratisches Weltbild 0:38:12

Das ist so das Bild zum Beispiel, was uns in der Physik die Newtonsche Mechanik zeichnet. Im Grunde, sozusagen, die Newtonsche Mechanik wäre ein Weltbild, wenn man wirklich kennen würde den ganzen Kosmos in allen Details, wie sich alles wo bewegt, dann könnte ich letztlich nach dieser Gesetzmäßigkeit vorausberechnen, wie dieser Kosmos in Milliarden, Billiarden von Jahren ausschauen wird - oder wie er in der Vergangenheit ausgesehen hat. Das funktioniert mit unserem Kosmos, so wie wir ihn jetzt haben, nicht. Mit einem soratischen Kosmos würde das funktionieren, das ist ihr Ziel. Und eine solche Welt zu bauen, eine solche perfekte Welt zu bauen - im Sinne der soratischen Wesenheiten perfekte Welt. In unserem Sinne würde ich sagen eine Horrorwelt, eigentlich, in Wahrheit, aber die nur auf der Oberfläche halt nicht so ausschaut. So etwas hinzubekommen, ist aber auch erst möglich seit unserer Erdentwicklung.

Eine perfekt funktionierende physische Welt zu entwickeln, ist erst mit Abschluss der Periode des Alten Mondes möglich geworden 0:39:24

Auf den vorhergehenden Stufen war das nicht möglich. Es war dazu notwendig, dass erst diese Periode des Alten Mondes, der unserer Erdentwicklung vorangegangen ist, dass die sich erfüllt hat, dass die gesamte Weisheit ausgebildet wurde und verankert wurde, sozusagen, in den ganzen geistigen Wesenheiten, dass so ein Kosmos überhaupt geschaffen werden konnte. Und das Interessante ist ja, dass sofort mit der Entstehung des Erdenkosmos, mit der Erdenschöpfung, praktisch am Anfang, sofort - und in Wahrheit in dem Moment, wo der Christus beginnt zu wirken und damit einen neuen Impuls hineinbringt - diese vollkommene Weisheit ja eigentlich gestört wird. Gestört wird durch einen Impuls, der hineinkommt, der zu einem Wesen führen soll, nämlich dem Menschen - und zu einem menschlichen Ich, das die Freiheit in sich hat. Und der Mensch ist potenziell der, der immer wieder, solange er wirklich aus Freiheit, aus seinem Ich heraus schöpft, diese weisheitsvolle Ordnung in Unordnung bringt. Und in Unordnung bringt dadurch, dass ein neuer schöpferischer Impuls hineinkommt, immer wieder ein neuer Impuls hineinkommt, der nicht sich aus der Vergangenheit ableitet. Der Kosmos, der aus dem Alten Mond herüberkommt, wäre der perfekte Abschluss einer Entwicklung, die über den Alten Saturn, die Alte Sonne, über den Alten Mond gegangen ist. Und die Erde wäre, wenn es so weitergehen würde, das perfekte Ergebnis davon, das in alle Ewigkeit fortrollt. Und das wäre eine physische Welt, die in Ewigkeiten bestehen würde. Das ist das, was die soratischen Wesenheiten wollen. Das ist ihr Ziel.

Der Christus hat mit seinem Schöpfungslicht die Welt in Um-Ordnung gebracht 0:41:41

Und das ist genau das, was der Christus verhindert hat. Schon mit dem ersten Impuls, indem er durch die Gemeinschaft der Elohim, die die Entwicklung unseres Kosmos vorangebracht haben, dass er durch ihre Gemeinschaft gewirkt hat - mit dem eben, was ich ja schon erzählt hab, wo es heißt in der Genesis: "Und die Elohim sprachen, es werde Licht und es ward Licht." Dort, wo sie zu sprechen beginnen, wirkt durch sie das göttliche Wort, der Christus. Und dieses Wort heißt eigentlich… Ja, mit dem Wort "Licht" im Deutschen ist es so schön: In dem Wort Licht ist auch das "Ich" drinnen. Bitte, nehmt es jetzt nicht so, dass der Christus hat jetzt auf Deutsch gesagt: "Licht", "es werde Licht" oder die Elohim hätten es auf Deutsch gesagt. Aber es ist im deutschen Wort Licht, ist es wunderbar trotzdem drinnen, dass in diesem Schöpfungslicht, das da hereinkommt, dieser Ich-Impuls drinnen ist. Und das ist das ganz Besondere, das lebendige Licht, das geistig einschlägt - bis in die materielle Welt hinein und sie eigentlich in, ich sage es jetzt ganz deutlich, in Um-Ordnung zunächst einmal bringt. Ich sage nicht "Unordnung", sondern "Um-Ordnung" einmal, ganz vorsichtig. Aber eben nicht dieses immer ewig das Gleiche durchspielen, sondern es bringt einen neuen Impuls hinein. Und damit ist diese Um-Ordnung im Sinne der soratischen Wesenheiten für sie Unordnung. Weil, es zerstört ihren perfekten Plan. In dem Moment, wo das Ich einschlägt, mit seiner lebendigen Ich-Kraft einschlägt, bis ins Physische hinein einschlägt, also das heißt, indem sich das Ich verkörpert auf Erden, wird die Welt der soratischen Wesenheiten in Unordnung gebracht. Darum sind wir Menschen in gewisser Weise eine Bedrohung auch für diese Wesenheiten, genauso wie sie für uns die größte Bedrohung sind, indem sie diesen Ich-Impuls auslöschen, was aber nur geht, wenn wir aus Freiheit dieses freie Ich aufgeben. Wir behalten dann schon eine Ich-Kraft, aber eben eine anders geartete. Weil Ich und Ich ist eben auch nicht das Gleiche.

Die Weiterentwicklung der Welt im Sinne des Christus ist nur durch das menschliche Ich mit der Hilfe des Christus möglich 0:44:36

Auch Engelwesenheiten verfügen über so etwas wie ein Ich, aber es ist anders als das menschliche Ich, ganz anders als das menschliche Ich. Wenn also dieser Ich-Impuls einschlägt, dann zerstören wir diese soratisch perfekte Welt, die immer mehr entstehen soll aus ihrem Impuls heraus. Und nur das, indem wir das tun, ist überhaupt die Möglichkeit vorhanden, dass die Entwicklung weitergeht - in dem Sinn jedenfalls weitergeht, wie sie durch den Christus gewollt ist. Das ist ein sehr interessanter Aspekt. Ich erzähle euch jetzt nichts, was ihr so genau, direkt so bei Rudolf Steiner finden werdet, sondern es ist etwas, was sich aber aus seinen Anregungen heraus erschließt und offenbaren kann. Und was eigentlich auch ganz deutlich in der Apokalypse drinnen steht, wenn man sie halt liest auch jetzt mit dem Bewusstsein, das in unserer Gegenwart möglich ist - mit der erwachenden Bewusstseinsseele, die aber auch die geistigen Hintergründe erfassen kann. Das heißt also, um was es geht jetzt und worum es geht, also, vor allem jetzt, wo wir uns auseinandersetzen mit diesem Abgrund drinnen, aus dem diese soratischen Wesen uns angrinsen, sozusagen, oder anstarren -  oder wie auch immer. Und wo die Auseinandersetzung da ist, wo die Frage ist: Was tun die mit uns? Welchen Einfluss haben sie auf unsere Seele? Wird das Ich ihnen Herr oder nicht? Dann ist wichtig zu wissen, dass wirklich die Gefahr besteht, die reale Gefahr besteht, dass die Entwicklung enden könnte jetzt mit einer sich materialisierenden Erde, mit einem sich materialisierenden Kosmos, der in dieser Art dann ewig weitergeht. Der also bedeuten würde, dass der Mensch die Freiheit verliert und dass die ganze Weltentwicklung ihre Zukunft verliert, ihre wirkliche Zukunft verliert.

Nicht wahr, an sich geht unsere Weltentwicklung durch sieben Stufen, durch sieben große kosmische Stufen, die sich immer wieder in sieben Unterstufen gliedern und so weiter. Aber es ist die Gefahr, dass sich das nicht vollendet. Ich meine, es wird so nicht passieren, weil, wir dürfen darauf bauen, dass genug Menschen-Iche da sind, die den soratischen Wesenheiten widerstehen. Aber ich will das einfach auch einmal so wirklich ganz groß sagen. Und, also, wenn ihr jetzt auch angefangen habt euch zu fürchten davor und "Wie geht das dann?", muss man dazu sagen, es sind die Menschen da, die das aufhalten können - gemeinsam mit der Hilfe des Christus. Und diese Kraft ist unendlich viel größer als das, was diese soratischen Wesenheiten uns antun können. Wir können an ihnen nur scheitern, wenn wir uns von ihnen, wie soll ich sagen, verführen lassen, einlullen lassen, vor allem einlullen lassen bezüglich dessen, dass wir unserer eigenen Ich-Kraft nicht gewahr werden und die wirkliche Dimension des Ichs nicht erkennen, diese kosmische Dimension des Christus, der mit unserem Ich verbunden ist. Und durch diese Verbindung ist aber die Möglichkeit gegeben, dass jeder Impuls aus dem individuellen kleinen menschlichen Ich ein großer kosmischer Impuls wird. Und ein großer kosmischer Impuls wird, der eben für den Fortgang dieser Weltentwicklung sorgt. Für den regulären Fortgang sorgt - und nicht letztlich in eine ersterbende perfekte Welt.

Die große, ganz reale Gefahr: Die Entstehung einer ersterbenden Welt durch die Verführung der Menschen-Iche durch die soratischen Wesenheiten 0:49:36

Ich nenne sie ersterbende Welt, weil, sie würde weiterlaufen, ewig in gewisser Weise, aber trotzdem in gewisser Weise auch vollkommen tot sein, weil kein schöpferischer Freiraum mehr drinnen ist. Also, darum geht's. Die große Gefahr ist, wenn das Menschen-Ich verführt wird, seine geistigen Kräfte in den Dienst dieser soratischen Wesenheiten zu stellen. Damit arbeite ich dann in gewisser Weise mit an der Zerstörung unserer Zukunft. Damit gebe ich den soratischen Wesenheiten, ja, eigentlich erst so richtig die Kraft, die Welt und uns auf einen ganz anderen Weg zu bringen. Wenn wir ihnen nicht die Kräfte geben, werden sie es nicht schaffen. Also, sie nähren sich eigentlich von den Kräften, die wir ihnen - mehr oder weniger freiwillig - zur Verfügung stellen. Freiwillig halt, sehr, sehr vorsichtig gesagt, weil, die längste Zeit man es nicht merkt, dass man das tut - und freiwillig tut. Es ist die Entscheidung, sich ganz zu verbinden mit den soratischen Wesenheiten, habe ich auch schon gesagt… fällt zuletzt als ganz freie Entscheidung. Aber das, was ich vorhin mit freiwillig gemeint habe, ist keine wirklich freie Entscheidung, sondern es ist der Glaube daran, dass wir aus Freiheit diesen Weg gehen - und der wird sich immer mehr verbreiten. Der wird sich immer mehr verbreiten. Dafür sorgen diese soratischen Wesenheiten, dass sie den Schein der Freiheit geben, weil der Mensch scheinbar ja doch so viel Neues gestalten kann, was in Wahrheit aber nur eine Kombinatorik aus dem ist, was in dem soratischen System schon drinnen ist. Und wo der Mensch ja sogar dann, wenn er einen schöpferischen Impuls, ohne es ganz bewusst zu erleben, hineinbringt. Der aber jetzt eingespannt wird in diese soratische Welt, so in den kleinen Impulsen eingespannt wird dort und sozusagen noch zu einer weiteren Perfektion beiträgt; die ist zwar perfekt, aber sie kann noch umfangreicher werden. Und das kann sie nur werden durch den Beitrag der Menschen. Und das Tolle ist, wir können diese Impulse so in kleinen Dosen geben, dass die soratischen Wesen damit etwas anfangen können, ohne dass das ganze System zerstört wird. Und das heißt aber: Wir Menschen haben dann keinen Einfluss mehr darauf, wie die das einbauen.

Wenn wir wirklich aus Freiheit heraus gestalten, wirbeln wir in Wahrheit das ganze System durcheinander. Wenn die soratischen Wesenheiten es erschleichen von uns, dann gelingt es ihnen, das in ihrem Sinne einzubauen, in ihr System, und es zu bereichern dadurch und zu entkleiden, sozusagen, dieser Qualität, die dem anhaftet, nämlich dieser Qualität der Freiheit. Nämlich, alles was wir aus Freiheit schaffen, hat in sich - wie soll ich sagen - den Impuls, die Kraft, schöpferisch weiterzuwirken. Es gibt den Impuls weiter. Es ist etwas, was nämlich andere Menschen wieder anregt zu Impulsen, zu schöpferischen Impulsen. Und genau das wollen die soratischen Wesenheiten verhindern. Sie wollen zwar den Schein des Neuen drinnen haben - und sie sind dankbar für alles, was reinkommt, aber es soll ja nicht die Menschen anregen, da jetzt schon wieder eigenständig, aus Freiheit heraus, tätig zu werden. Das ja nicht. Es ist sehr, sehr schlau, wie diese Wesenheiten vorgehen. Da muss man aber sehen, dass es das Wichtigste ist, vor allem für geistig strebende Menschen, Bewusstsein, Bewusstsein, Bewusstsein zu entwickeln dafür.

Wenn ich es will, kann ich an den Begegnungen mit meinen Doppelgängern erkennen, wo die Widersacher in mir wirken 0:54:48

Wohin gehen wir wirklich? Und dazu ist extrem wichtig zu schauen, wo wirken die Widersacherkräfte in mir? Wo führen mich die auf andere Wege? Und das kann ich eigentlich am allerdeutlichsten ablesen am Doppelgänger. Und darum ist das für unser Bewusstseinsseelenzeitalter jetzt die wichtigste Begegnung, die man haben kann. Und es ist ein Segen, wenn es eine der ersten geistigen Begegnungen ist, die man hat, und wenn sie einen dann für den Rest des Lebens weiter begleitet, in gewisser Weise. Auch wenn es zunächst sehr niederschmetternd erscheint, weil, man wird im Grunde damit dann tagtäglich mit den eigenen Unvollkommenheiten, mit der karmischen Last, die man mit sich schleppt, konfrontiert. Aber man bekommt auch immer mehr die Kraft, damit umzugehen und gerade aus dem heraus die Kräfte zu schöpfen, in die positive Richtung zu wirken. Wie ich am Anfang gesagt habe, wir haben in der Vergangenheit viele, viele negative Sachen uns einverleibt, indem wir halt den Widersachern gefolgt sind, die wir als karmische Last mit uns schleppen, die als Doppelgänger jetzt in uns wirksam sind, irgendwo. Aber wenn wir arbeiten daran, unseren Doppelgänger Schritt für Schritt - das sind immer kleine Schrittchen, die uns nur gelingen - wirklich zu erlösen, indem wir diese Makel, die wir mit uns schleppen, ausmerzen; dass wir gerade dadurch die Zukunftskräfte hervorbringen, gerade dadurch. Das sind die entscheidendsten Kräfte für die Zukunft. Wenn wir uns an das machen, dann werden wir kein Problem haben, mit den Widersachern fertigzuwerden. Auch die soratischen Wesenheiten werden uns dann nicht besiegen können. Weil, es wird ihnen wohl gelingen, manche Menschen - und hoffentlich nicht zu viele - in ihr Reich hinüber zu bringen, aber wir haben gesagt, es ist noch einiges an Zeit möglich.

Selbst Menschen, die jetzt dorthin streben, sogar aktiv dorthin streben in diese Richtung, sie können immer noch zurückkommen. Es geht noch die ganze nächste kosmische Entwicklung vorüber. Und dann die übernächste, dieser sogenannte Neue Venus-Zustand, dort, das ist der 6. kosmische Entwicklungszustand, dort im 6. Unterzustand, also im 6. Lebenszustand, und dann im 6. Formzustand, dort fällt die endgültige Entscheidung. Bis dahin gibt es die Möglichkeit, sich noch umzuentscheiden. Bis dorthin geht es.

Chance und Gefahr: Die Entwicklung geistiger Kräfte stärkt unsere Ich-Kraft, lockt aber auch die soratischen Wesenheiten an 0:58:07

Aber wir sollten jetzt schon anfangen, uns Gedanken zu machen darüber, nicht nur Gedanken-, sondern Willenskräfte zu entwickeln, um die Kräfte in uns zu schulen, zu stärken, in unserem Ich zu stärken, die eben mit diesen soratischen Kräften fertig werden. Und die eben genau das Gegenteil sind von dem, was sie wollen, nämlich dass wir alles von dem, was wir schöpferisch hervorbringen, dass sie sich das in ihr Reich einverleiben können. Aber so einverleiben können, dass unser schöpferischer Impuls nicht wirklich mitgeht, sondern dass er dort nicht weiterwirken kann. Die soratischen Wesenheiten können hier im Grunde nichts anderes machen, als das, was wir schöpferisch hervorbringen und was in sich den Keim des Weiterschöpferischen immer hat, dass sie diesen Keim des Weiterschöpferischen darin abtöten - und nur immer die fertigen Früchte nehmen. Mit denen können sie was anfangen, aber nicht mit dem schöpferischen Impuls als solches, dem aus Freiheit geschaffenen Impuls, mit dem können sie nichts anfangen. Und das ist der große Unterschied zwischen weißer Magie, wenn man so will, und schwarzer Magie. Das ist der eigentliche Unterschied. Wir müssen nur aufpassen, dass wir nicht unbewusst den falschen Weg gehen. Es gibt sicher schon einzelne Menschen, die ein gewisses Bewusstsein dafür haben und auch bewusst gehen den Weg der schwarzen Magie, aber wie gesagt, auch da ist die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen.

Es geht schon eine Strecke auch auf diesem Weg, bevor die endgültige Entscheidung fällt - auch das habe ich schon mal angedeutet, weil, das ist nicht so einfach, dass ich sage: "Naja, ich gehe halt den schwarzmagischen Weg. Ich will ihn gehen." Ernst wird es dann, wenn ich auch ein gewisses Maß an geistigen Kräften schon entwickelt habe, das für die soratischen Wesenheiten interessant genug ist. Dann fangen sie an, dann stellt sich die entscheidende, dann stellt sich die letzte entscheidende Frage: "Willst du in unser Reich oder nicht?" Dann muss es eine vollkommen freie Entscheidung sein. Aber sie nehmen uns überhaupt erst wirklich endgültig auf in das Reich, wenn wir genug zu bieten haben. Jedenfalls in der hohen Position, die dann angedacht ist. Also - wie soll ich sagen - aus soratischer Sicht schaut das Ganze so aus, dass wir uns auch qualifizieren müssen für ihre Welt. Es ist nicht so, auch nicht so einfach, dass sie sagen: "Naja, die nicht geistig streben im Sinne des Christus, die können wir ja leicht kassieren." Ja, schon, aber interessant wird es erst, wenn sie genug mitbringen an geistigem Potenzial, sich sozusagen verdient gemacht haben für dieses Reich. Das ist ein anderer Aspekt davon. Diese Wesenheiten sind ziemlich raffiniert. Die sind ziemlich raffiniert. Also, das heißt auch... ist vielleicht auch ein Aspekt drinnen: Man muss sich qualifizieren auch für dieses Reich der soratischen Wesenheiten und dazu muss man entsprechend große geistige Kräfte entwickeln. Was ist der Haken an dem Ganzen? Der Haken ist: Bin ich so weit erkennen zu können, welcher Richtung meine geistigen Kräfte dienen? In der Vergangenheit war das relativ leicht noch zu erkennen, weil wir genug Unterstützung hatten von den höheren Hierarchien, um uns das zu zeigen. Der Punkt ist, dass wir jetzt so weit sind, dass wir es selbst erkennen müssen, wenn wir es erkennen wollen. Gerade dabei kann uns niemand helfen. Es muss also auch die Erkenntnis dessen, ist das der richtige - ist es der rechte Weg oder ist es der linke Weg, sozusagen - oder der falsche Weg? Ist es der weiße Weg oder ist es der schwarze Weg? Wir müssen es selbst erkennen. Also, wenn wir es nicht durch unser Ich erkennen, dann werden wir in Unsicherheit bleiben darüber.

Wie erkenne ich den richtigen Weg? 1:03:37

An dem, ob es uns angenehm ist oder weniger angenehm ist, läßt es sich am allerwenigsten erkennen. Es läßt sich mal, wie gesagt, eher dort, wo es so ausschaut, dass es eher unangenehm ist und uns jedenfalls immer wieder konfrontiert mit den Unzulänglichkeiten  die wir halt haben, dann ist es also eher das Zeichen dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Dort, wo diese Schwierigkeiten nicht zu sehen sind, ist es mit Sicherheit der falsche Weg. Soviel kann man sagen. Also, das heißt, wenn wir vermehrt solche Doppelgängerbegegnungen - in welcher Art auch immer und sei es nur… Es fängt ja schon an, dass man anfängt zu leiden unter der Last seiner eigenen Unzulänglichkeiten. Damit fängt es ja schon an. Aber das ist schon zumindest im Gefühlsleben eine Widerspiegelung dessen, was drinnen ist. Dann ist das alleine, dass wir es haben, ein Schritt in die richtige Richtung. Aber was dazu gehört ist, dass wir jetzt auch den Mut entwickeln, mit dem umzugehen. Also, das heißt, das als Aufgabe anzunehmen. Und egal, ob wir zehnmal, zwanzigmal, hundertmal stolpern dabei, weil, gerade bei den gröberen Brocken, die wir mitschleppen, wird es nicht so einfach sein. Das Ich sag: "Ja, ich nehme mir jetzt vor, bis zum nächsten Jahr habe ich das in Ordnung gebracht." Das sind die Kleinigkeiten, bei denen uns das gelingt. Bei den wirklich gröberen Sachen ist es das, wo wir wahrscheinlich noch mehrere Inkarnationen brauchen werden dazu. Also, mit der Perspektive müssen wir rechnen. Aber meine Erfahrung damit ist, wenn man sich einmal, wie soll ich sagen, vertraut gemacht hat mit dieser Aufgabe, die halt einfach vor einem liegt, wenn man sagt: "Okay, ist halt so, ich bin noch nicht dort, wo ich sein sollte, ich bin noch lange nicht dort, es ist noch ein Weg." Aber wo ich zugleich erkenne, im Ich liegt die Kraft, diesen Weg gehen zu können, dann bekommt man auch die Kraft, den wirklich zu gehen. Und dann bekommt man auch die Kraft, sich immer wieder aus dem Tief, das trotzdem immer wieder kommt, wo ich sage: "Um Gottes Willen, was ist das für ein Rucksack?" Und paradoxerweise, je mehr ich vorankomme auf dem Weg, desto schwerer erscheint der Rucksack. Ja, ganz klar, weil, umso mehr sehe ich von den dunklen Flecken, die das sind, von den Aufgaben, die vor mir liegen. Warum es sonst nämlich nicht erscheint - oder weniger erscheint - liegt halt daran, dass unser Bewusstsein noch nicht so aufgeweckt ist. Und dieses Bewusstsein, wie es eben jetzt in unserem Bewusstseinsseelenzeitalter notwendig ist, dieses geistige Bewusstsein, das kriegen wir halt nur, wenn wir die entsprechenden geistigen Kräfte aufwenden, aber dann sehen wir damit auch immer mehr von dem Bündel, das wir mit uns tragen - und sehen heißt zugleich spüren, dass wir es tragen. Es ist halt eben die Begegnung mit dem Widersacher auch nicht so: "Aha, interessant, ich sehe das jetzt, aber ich zeige dir die lange Nase, mach was du willst, ich kümmere mich um dich nicht. Ich habe es jetzt gesehen, aber interessiert mich nicht weiter." Der Punkt ist, dieselben Kräfte, die mir das sichtbar machen, machen es halt auch als Last spürbar. Und das ist im Grunde nichts anderes als der Willensansporn, der eigentlich notwendig ist. Also, wie soll ich sagen, die Last zu spüren, ist die wirkliche Herausforderung, diese Kraft tätig werden zu lassen. Und damit ist sie erst in der Realität da.

Regt meine Katzen auch auf, sie wurdeln nervös herum.

Ja, aber uns sollte das nicht aufregen. Wir werden mit jedem Schritt stärker. Und der Punkt ist, wir spüren die Last und zugleich spüren wir aber auch, wie wir immer mehr Last tragen können. Und eine Last, die man tragen kann, überwindet die Schwere. Wir kommen auf einmal darauf: "Aha, die Schwere ist ja gar nicht da." Das dauert natürlich noch ein bisschen, aber es kommt uns leichter vor, auch wieder. Mit jedem Mal, wo es uns gelingt, etwas von dem Dunklen aufzuarbeiten, spüren wir, wie wir in die Leichtigkeit, in gewisser Weise, ein bisschen hineinkommen, das heißt, die Schwere überwinden. Das heißt aber auch, diese soratischen Kräfte überwinden. Sie haben weniger Macht über uns. Mit jedem Schritt - und sei es die kleinste Kleinigkeit, an der wir arbeiten und wo wir eine bessere Kraft an die Stelle setzen, führt zu diesem Erlebnis der Erleichterung. Ja, es kommt wieder das nächste Schwergewicht, weil das nächste ist, das Ergebnis ist: Wir sehen schon wieder ein Stückchen weiter, ein bisschen mehr von dem, was wir mitschleppen.

Im Hin- und Herpendeln zwischen Himmel und Hölle können wir unseren Weg meistern 1:09:29

Und so gehen wir in so einen Rhythmus hinein, zwischen Schwere fühlen, die Schwere überwinden, den Aufschwung spüren - und das zeigt uns schon wieder den nächsten Brocken. Auf das werden wir uns einrichten müssen. Und das heißt, wir werden jetzt gerade, insbesondere in unserem Bewusstseinsseelenzeitalter, wirklich immer mehr in dem Bewusstsein liegen, zwischen Himmel und Hölle hin- und herzugehen. Es ist der Schritt in den Abgrund. Es ist das sich Hinausheben in die höchsten Höhen - und das ist schon wieder ein Hinuntertauchen, um noch tiefer hinunterzutauchen und noch höher aufzusteigen und hinunterzutauchen und noch höher aufzusteigen. In dem Prozess finden wir uns jetzt drinnen. Dann können die dunklen Seiten kommen, immer wieder kommen - und wir können sie begrüßen als unseren Freund, dem wir helfen müssen, in Wahrheit, helfen sollen. Helfen müssen, wenn wir weiterkommen wollen, niemand zwingt uns. Unser Ich selber kann es nur wollen. Aber wenn es weiterkommen will, dann muß es tun: "den Willen zu entwickeln" und "müssen" ist sozusagen dasselbe. Die freieste Handlung ist eine, die ich aus eigenem Willen machen muss. Sonst hebe ich mich selbst auf, sonst führe ich mich selbst ad absurdum. Wenn ich sage: "Ich will, ich will… nein… lieber doch nicht." Dann hebe ich halt mein Ich auf - und hebe etwas tatsächlich von meiner Ich-Kraft auf. Zu scheitern ist überhaupt kein Problem dabei, ganz im Gegenteil. Scheitern darf man immer wieder dabei. Ich gebe nichts auf von meiner Ich-Kraft, wenn ich scheitere - und morgen wieder scheitere und übermorgen wieder und in zehn Jahren noch immer scheitere - und in der nächsten Inkarnation scheitere. Macht nichts. Irgendwann wird es soweit sein, wenn ich dran bleibe. Nur, wenn ich es verweigere, aus Freiheit heraus sogar verweigere: "Ich will nicht." Dann ist das schon ein Impuls, in Wahrheit, die Freiheit aufgeben zu wollen. Das ist der leise Anfang dazu. Das ist das Versprechen, das ich den soratischen Wesenheiten so etappenweise gebe. Dort, wo ich immer wieder sage: "Ich will nicht! Ich will nicht." Weil, diese Sache aufzuarbeiten, das also, was mit den Doppelgängerkräften zu tun hat, das ist wirklich unsere ureigenste Aufgabe. Die können wir nur selbst erfüllen. Jedes Ich für sich individuell.

Die Begegnung mit dem Anderen kann Zündfunken übertragen 1:12:43

Wir können einander Anregungen geben, Unterstützung geben dabei, indem wir Impulse geben, die der Andere aufgreifen und etwas für sich daraus machen kann, auf das er selber noch nicht gekommen ist, wo wir also… Weil, das Ich ist ja etwas Wunderbares, das Ich ist so eine Art Zündfunke - und wenn das Ich seine Funken versprüht, sozusagen, Funke um Funke versprüht, kann das überall anders zünden. Aber das andere Ich muss, sozusagen, das Brennmaterial dazu liefern und das entflammen. Dann wird es plötzlich zu etwas Eigenem. Das Ich ist ein Impuls, der wirklich zündet, in diesem Sinne. Man spricht oft: "Ich habe eine zündende Idee, die kann durch die Welt gehen." Aber es ist noch mehr als eine Idee, es ist eine schaffende Kraft. Es ist eine wirkliche Willenskraft, die geht. Aber eben, wir dürfen es ja den anderen auch wirklich nur in dieser ganz freilassenden Form eines freien Gedankens weitergeben. Dann muss er nämlich, muss oder kann, wenn er will, diesen Impuls aufnehmen und selber es mit seinem Ich entzünden. Also, wir geben den Schatten eigentlich im Grunde nur weiter, der reicht aber, wenn der Andere bereit ist dazu, ihn aufzugreifen, selber zu zünden. Wenn er will. Darum ist es so wichtig, dass wir da nicht suggestiv wirken - oder sonst irgendwas. Wenn es suggestiv ist, geht es schon über die Gefühlsebene, so unterschwellig, und dann geht es sehr schnell in die Willensebene, aber sie ist dann unfrei. Die ist nicht frei. Wenn der Impuls aus dem reinen, klaren Denken kommt und auch in ganz gedankenklarer Form an den Anderen weitergegeben wird, dann kann der sich frei entscheiden, was er damit tut, ob er was damit tut oder nicht damit tut. Das ist ganz wichtig. Wenn nicht, fängt schon wieder das Problem an. Dann kann es noch so gut gemeint sein, dann wird derselbe Impuls, dieselbe Anregung, die gut sein könnte… führt den Anderen zur Unfreiheit. Ja, ja, es wird dann ein zündender Funke dort, der von selber entflammt, der aber von ihm nicht ergriffen ist bewusst - oder nur halb bewusst. Und dann ist es schon wieder etwas, was auf den Abgrund, in den Abgrund führt. Das ist so ganz konkret im Leben eine ziemlich diffizile Sache.

Gesellschaft und Medien unter dem Einfluss der Widersacher in unserem Bewusstseinsseelenzeitalter fordern unsere persönliche Verantwortung 1:15:24

Und es heißt also auch, dass wir in Wahrheit viel Verantwortung brauchen, um überhaupt Impulse weiterzugeben. Locker alles auszustreuen, ist gar nicht so gut. "Ach, ich habe jetzt so viel Anthroposophisches gelesen und jetzt streue ich es überall so einfach aus… blah blah, blah blah, blah, blah, blah blah, dass jeder es mitkriegt." Dann kann das unter Umständen durchaus auch schädlich sein - und dem Anderen nicht helfen. Dann wird es zur Beute der Widersacher, und die Gefahr ist natürlich noch viel größer. Aber so wie heute, weil wir jetzt gerade da sitzen, so elektronisch verbunden über diese Medien, wo natürlich die ahrimanischen Mächte, aber die anderen natürlich auch, auch Luzifer und so weiter lauern, diesen Impuls zu ergreifen. Und ich kann es eigentlich nur wettmachen durch eine noch, noch viel größere Verantwortung für das, was ich sage, wie ich es sage, was ich übermittle, wie ich es übermittle. Und das heißt - diese Ebene ist ja interessant - dass eigentlich jetzt die äußere Situation, die jetzt geschehen ist in unserer Zeit, uns jetzt, also mich jetzt konkret, aber euch, die ihr dabei seid hier, dazu geführt haben, dieses Medium zu benutzen. Ich hätte es vorher nicht gemacht, muß ich ganz ehrlich sagen, aber es kam der Impuls einfach, dass jetzt die Zeiten sind, wo es erfordert ist. Es kam die Anregung: Willst du es nicht probieren, das zu machen? Habe ich glaube ich eh schon erzählt. Dann habe ich gesagt: "Gut, schauen wir, wie das ist." …

Bitte… (aus dem Publikum: …"Kann man das dann so verstehen, dass das Moralische, die moralische Welt, diese Kräfte wie überdeckt und eigentlich fast auslöscht?"...)



Es ist die ganz große Gefahr, dass es diese moralischen Kräfte, die man sozusagen hineinschicken soll oder die drinnen liegen… Aber wenn man halt nicht sehr, sehr, sehr deutlich aufpasst dabei, dass die ins falsche Fahrwasser kommen. Das ist auch eine Signatur ganz besonders unseres Bewusstseinsseelenzeitalters. Es hat sich angekündigt in der späteren Zeit der griechisch-lateinischen Entwicklung, im Mittelalter oder so, aber ganz besonders jetzt im Bewusstseinsseelenzeitalter, dass wahnsinnig schwer zu unterscheiden ist der moralische vom anti-moralischen Impuls. Also, die Widersacher arbeiten immer mit dem moralischen Argument heute - oder praktisch fast immer. Und sie machen es dir schmackhaft damit, dass sie... Und beweisen es eben mit ahrimanischer Logik geradezu dir sehr deutlich, dass, wenn du diesem Impuls nicht folgt, dann handelst du nicht moralisch. Dann bist du ein Gegner der Menschheit. Dann bist du ein Gegner der fruchtbaren, gesunden Entwicklung - und so weiter. Ich meine, wir haben es genug in letzter Zeit erlebt. Ihr braucht nur euch erinnern, was alles in den Zeitungen berichtet wird - und wie schnell dort immer die moralischen Urteile mit dabei sind. Da ist keineswegs irgendwo etwas freilassend. Es wird eigentlich sofort ganz klar damit verbunden: Das ist moralisch gut, das ist moralisch schlecht. Und es wird dem einzelnen Menschen nicht freigestellt, selber das Urteil zu fällen dazu. Es wird eigentlich alles getan dazu, dass er es nicht fällt. Und wenn er es anders fällen sollte, dann steht er halt auf der Abschussliste. Und der soziale Druck ist dann sehr, sehr groß auf den einzelnen Menschen.

Man kann heute… ja sagen, dass zum größten Teil alles das, was an Urteil durch die Medien geht, an moralischem Urteil durch die Medien geht, dass das den Widersacherimpulsen dient. Ganz deutlich. Und da seht ihr, welche Rolle dabei die Medien spielen. Ich meine, wenn ich das mit Buschtrommeln oder Rauchzeichen verbreiten müsste, ist es lange nicht so effektiv, wie wir es heute haben, wo ich die ganze Welt im Grunde damit erreichen kann - und die ganze Welt, in gewisser Weise, gleichschalten kann damit. Weil, diese Art von Nachrichten flimmern überall über die Bildschirme, mittlerweile. Wurscht, wo das ist, ob das in Afrika irgendwo ist, ob das in China irgendwo ist. Natürlich gibt es dann noch speziell... Selbst China, das so restriktiv ist, was es hineinlässt, aber es sind dann auch genau die moralischen Etiketten dabei - und sogar noch viel stärker - die auf der anderen Seite auch da sind. Und dann kommt es noch sehr viel deutlicher heraus, welche Kräfte da in Wahrheit dahinterstecken, dass es eben nicht die guten Kräfte sind. Da müssen wir also mal sehr, sehr, sehr aufpassen.

Die Doppelgängerbegegnung und die fortschreitende Trennung der Seelenkräfte Denken, Fühlen und Wollen 1:21:24

Und das heißt, man muss selber vor allem sehr, sehr aufpassen, moralische Urteile über diesen oder jenen oder über diese oder jene Situation zu fällen. Das lernen wir am allerbesten da, nämlich richtige Urteile zu fällen, in der Auseinandersetzung mit unserem Doppelgänger, mit den Verfehlungen die wir begangen haben. Die können wir am allerbesten beurteilen. Die sind hautnah. Und wenn wir da nicht Trittsicherheit entwickelt haben und da den Mut und die Kraft entwickelt haben, dem, wie soll ich sagen, ganz nüchtern geradezu ins Auge zu schauen - ich sage jetzt bewusst "ganz nüchtern ins Auge zu schauen", werde es gleich erklären - dann sollten wir uns nicht erfrechen über irgendjemanden oder über irgendeine Situation, die draußen in der Welt herrscht, leichtfertig ein moralisches Urteil zu fällen. Es ist heute viel schwerer, das Urteil zu fällen als in früheren Zeiten. Viel schwerer.

Und das heißt, wir müssen überhaupt aufhören mit dem Schablonisieren, mit der Schwarz-Weiß-Malerei. Es ist eh schon allgemein bekannt, fast, aber in der Praxis passiert es ganz wenig. Sondern es wird eigentlich immer wieder ganz deutlich: weiß und schwarz, weiß und schwarz, da gut, dort böse, da gut, dort böse, da gut, dort böse. Und der Punkt ist, dass jeder Mensch, weil er seine Verfehlungen aus der Vergangenheit mitträgt, eine Grauzone darstellt, in Wahrheit. Das heißt, er hat das Licht in sich, die Lichteskräfte, und er hat die Dunkelkräfte in sich, die letztlich also bis hinuntergehen zu den soratischen Wesenheiten. Warum ich das gesagt hatte: "Man muss dem ganz nüchtern ins Auge schauen", hängt auch mit einem Phänomen zusammen, das mit der Doppelgängerbegegnung verbunden ist - oder überhaupt diese erst so richtig ermöglicht oder eins zu eins mit ihr geht. Das ist das, was Rudolf Steiner nennt: Die Trennung der Seelenkräfte. Denken, Fühlen und Wollen gehen unterschiedliche Wege, sind von Haus aus nicht einmal, nicht mehr in der Harmonie, in der sie einmal waren, dass sie miteinandergehen. Wenn ich sage: "Aha, ich sehe hier etwas, das ekelhaft ausschaut." Ja, das kann man heute schon sagen. In früherer Zeit - ein bisschen, braucht man gar nicht so weit zurückgehen - war ganz selbstverständlich, dass, wenn ich das wirklich konkret vor mir sehe, dass es mir auch wirklich, sozusagen, den Magen umdreht, irgendwo, dass es gefühlsmäßig mich ganz, ganz ergreift und daraus auch eine entsprechende Willenshaltung entsteht. Dann kommt also mein Zug zurück zumindest davor. Das ist heute immer weniger der Fall. Die Medien helfen dabei. Also, zum Beispiel Kriegsgeschehen: Man sieht die ganzen Grauslichkeiten. Ich meine, die Medien tun ja alles dazu, um das ins Bild zu setzen, irgendwo. Es ist natürlich leichter, dort kühl und nüchtern zu bleiben, als wenn ich direkt am Schlachtfeld selbst bin, das ist schon ganz klar, aber das erzieht uns dazu, diese Dinge immer mehr auseinander zu halten. Und die Menschheit ist heute in dem Zustand, seit Beginn des 20. Jahrhunderts, dass diese Trennung von Denken, Fühlen und Wollen voranschreitet. Und je mehr sie voranschreitet, desto mehr kommt die Begegnung mit dem Doppelgänger. Das ist sozusagen damit verbunden. Die Frage ist halt einfach, wie wir damit umgehen.

Wir brauchen starke Willenskräfte, um die Doppelgänger zu erlösen und ihnen den Weg in eine lichtvolle Zukunft zu ermöglichen 1:25:38

Wenn ich einerseits jetzt nur im nüchternen Denken drinnen alleine bleibe, dann wird das nicht genügen, um mit dem Doppelgänger umzugehen, sondern ich muss aus eigener Kraft jetzt auch einen entsprechenden Willen entwickeln, um mit dem umzugehen, nämlich an ihm zu arbeiten. Ansonsten wird es ein Erlebnis, das ich habe, das mich vielleicht gefühlsmäßig komplett niederwirft, aber das nicht dazu führt einen Willensimpuls zu entwickeln, die Arbeit anzugehen, nämlich diesen Widerschein unseres eigenen Wesens in Form des Doppelgängers zu bearbeiten. Also, nichts zwingt uns.

Diese Spaltung der Seelenkräfte hat aber auch wieder die positive Seite, es zwingt uns nichts. Ich kann etwas wahrnehmen, erkennen, logisch durchdenken: "Aha, es ist eine fürchterliche Sache." Und das war's. Ich kann es dabei belassen. Und das gegenüber den Ereignissen der äußeren Welt, aber noch mehr natürlich auch in der Aufarbeitung der eigenen Dinge. Da muss es anfangen. Wir werden nichts in der äußeren Welt an Positivem bewirken können, wenn wir nicht - was heißt im gleichen Maße, im noch größeren Maße - in uns etwas bewirken. Es gibt ja in der Anthroposophie die von Rudolf Steiner immer wieder mal erwähnte Regel:  "Drei Schritte in der Moral auf einen Schritt in der Erkenntnis." Das gilt aber für das ganze Leben heute, in Wahrheit. Also, wenn ich geistig weiterkommen will, dann ist das Wichtigste, die moralische Kraft, das heißt schlichtweg die Tatkraft, zu entwickeln, meinen Doppelgänger zu verwandeln. Nehmen wir es einmal jetzt in dem Bild. Das ist die ganz konkrete Aufgabe, die drinnen ist. Und dieser Doppelgänger, oder nennen wir ihn den Kleinen Hüter der Schwelle, das ist auch so ziemlich dasselbe, es ist halt die Frage, in welcher Form er jetzt im Erlebnis erscheint. Da gibt es die verschiedensten Abstufungen davon. Vom Doppelgänger, im Übrigen, gibt es die verschiedensten Erscheinungen. Es gibt mehrere Doppelgänger. Es gibt jedenfalls die luziferischen und die ahrimanischen - und es gibt weitere Schattierungen. In Wahrheit sind es eine ganze Reihe von Elementarwesen, die ihrer Erlösung harren. Um die geht es eigentlich. Also, es ist mehr als ein Wesen. Und es ist eine Vielzahl von Wesen in Wahrheit, mit denen wir uns herumschlagen müssen, wenn wir weiterkommen wollen. Und je mehr wir das tun, desto mehr werden wir uns auch einen Blick dafür erwerben, was da draußen nicht in Ordnung ist. Und wir werden unseren Beitrag dafür leisten können dazu, dass es da draußen in bessere Bahnen kommt. Das heißt, das was die anderen Menschen betrifft und was sie miteinander tun. Aber ohne dass wir an dem selbst in uns arbeiten, ist die Gefahr wahnsinnig groß, dass wir ganz auf den falschen Weg gehen und dann mitgehen genau den Weg, den die Medien, oder sonst was, vorgeben. Wo diese einseitigen Urteilsbildungen drinnen sind.

Wir stehen im Abgrund: Die siebente Zornesschale wurde in die Atmosphäre ausgegossen 1:29:32

Und darum ist diese Sache mit dem Abgrund, wie sie in der Apokalypse geschildert wird, so gewichtig zu nehmen. Es sollte so aufmerksam studiert werden - und nicht studiert im Sinne: Ich lese es hundert Mal und sage "Aha, jetzt kenne ich es aber wirklich schon in- und auswendig." Sondern es kommt darauf an, was als Zwischentext sozusagen auftaucht, es steht nämlich... zwischen den Zeilen stehen ganze Bibliotheken noch. Das heißt, dazwischen die Imaginationen und die Inspirationen und die Intuitionen dann,  die nämlich wirklich moralische Kraft bedeuten, die stehen zwischen den Zeilen. Was drinnen steht, sind die Wegweiser dorthin. Das heißt, es geht darum, was machen wir daraus? Wieviel erkennen wir, wieviel erfassen wir imaginativ davon? Was beginnt es zu sprechen zu mir? Und was wird dann wirkliche Intuition, die daraus Willenskraft macht, die ich einsetzen kann, um an mir zu arbeiten, aber auch in der Welt zu arbeiten? Um das geht es darin. Es geht um die Frage: Wird das wirkliche freie Ich-Kraft? Dann ist es die richtige Intuition. Oder ist es die Einflüsterung der soratischen Wesenheiten? Ist es das Tier, das aufsteigt aus dem Abgrund - oder ist es unser wirkliches Ich, das mit dem Christus verbunden ist? Drum sind die Geschichten so dramatisch - und auf diese Spaltung der Seelenkräfte wird sehr deutlich in der Apokalypse hingewiesen. Es ist halt wieder ein bisschen verklausuliert, versteckt. Wenn man den Hintergrund nicht kennt, fällt es einem vielleicht auch gar nicht auf. Wir haben schon bei früheren Vorträgen, es ist schon eine Weile her, gelesen… Gegen Ende des 16. Kapitels, wir stehen ja immer noch so zwischen 16. und 17. Kapitel, schweben also irgendwo über dem Abgrund oder gleiten so in Spiralen immer weiter hinunter, weiss ich nicht, bevor wir dann aufsteigen können. Aber hier im 16. Kapitel, nachdem die siebente Zornesschale ausgegossen wurde und es jetzt wirklich dramatisch wird, dort war das alles zu hören: Also, die siebente Schale wurde ausgegossen in die Atmosphäre. Es ist schon mal sehr interessant: in die Atmosphäre. Die Atmosphäre, in der heute die ganzen elektromagnetischen Kräfte, zum Beispiel, auch wirken. Es geht jetzt gar nicht zunächst einmal um die unterirdische Sphäre, sondern "in die Atmosphäre". Und als also diese siebente Schale ausgegossen wird in die Atmosphäre: "Da ertönte eine mächtige Stimme aus dem Tempel, vom Throne her", also von dort, wo das Zentrum des wirklichen Geistigen her ist: "Es ist geschehen, und es zuckten die Blitze, es ertönte die Stimme, Donner rollten und ein großes Erdbeben erdröhnte, wie es noch keines gegeben hatte, solange Menschen auf der Erde leben. Ein so urgewaltiges Erdbeben war es." Und was ist die Folge davon? Und die große Stadt in Klammern "Babylon" fiel in drei Teile auseinander. Es ist so… "Ja gut, es war halt ein Erdbeben und ist halt in drei Teilen zerfallen." Es steht nicht zufällig hier die große Babylon, die große Stadt Babylon - eigentlich ist es die ganze Menschheit. Die ganze zivilisierte Menschheit, wenn man so will.

Nicht wahr, die Stadt ist ein Bild für den Menschen, der aus dem Naturzustand, in gewisser Weise, herausgewachsen ist und beginnt, seine eigene Welt zu bauen. Der Städter ist sozusagen das Bild für den Menschen, der die zukünftige Erde baut. Muss nicht unbedingt so sein wie die Städte, die wir jetzt haben. Es ist also… weil, die Städte der Zukunft werden ganz anders sein, wenn es gut läuft. Ich meine, wenn es schlecht läuft, wird es immer schlimmer werden. Es ist immer schlimmer geworden bis zum heutigen Tag, in gewisser Weise. Es gibt hier und da auch andere Aspekte, wo es anders gebaut wird. Man kann Städte auch anders bauen - und es gibt Beispiele dafür: Nämlich, wo Natur und Zivilisation, sozusagen, in einen gewissen Einklang, in eine gewisse Harmonie gebracht werden und trotzdem die Möglichkeit geben, dass der Mensch dort seine Freiheit voll und ganz entwickeln kann. Weil, wir könnten sie nicht entwickeln, wenn wir jetzt irgendwo nur im Urwald leben würden. Das muss man aber auch ganz klar sagen. Der heutige Mensch, versetzt irgendwo in einen Urwald, den es im Grunde eh kaum mehr gibt, kann dort auf Sicht hinaus seine Freiheit nicht so entwickeln, wie er sie in einer Welt… Ja, wenn er sie dort entwickeln würde, was würd er daraus machen? Aus dem Urwald einen Kulturwald machen. Dann, ja, dann schon. Natürlich, der heutige Mensch bringt eine andere Ich-Kraft mit, aber dann… entweder wandelt er es um zu einem Kulturwald oder, wenn er im Urwald bleibt und ihn so lässt, wie er ist dann, wird er selbst zum, ja, Urwald-Mensch sich zurückentwickeln, im Grunde. Ich meine, wird in der krassen Form nicht… Es wird weder in der einen noch in der anderen Richtung stattfinden.

Babylon - ein Symbol für das Seelische der Menschheit 1:36:13

Aber es ist nicht zufällig, dass das "Städtewesen" etwas zu tun hat auch mit dem Seelischen des Menschen, das durch das freie Ich bestimmt ist: mit der ganzen Bandbreite zwischen dem völligem Irrtum verfallen zu können, völlig den Widersachern verfallen zu können, aber auch zum Höchsten aufsteigen zu können. Babylon war in der Vergangenheit ein Bild für beides auch, irgendwie: Babylon war Ort höchster Einweihungsstätte, die mit den kosmischen Geheimnissen in Einklang stand. Das ist das eine. Ich meine Babylon, sogar das neu-babylonische Reich, das chaldäische Reich, die Chaldäer, waren die Sternenkundigen,  sozusagen, die also gelesen haben in den Sternen, welche Impulse für die Erde notwendig sind, die haben es da bis zu einer hohen Kunst gebracht. Das war also eine Blüte und da gab es ganz hohe Eingeweihte, die dort tätig waren. Nicht umsonst sind die Weisen aus dem Morgenland, die dann kommen und ihren Lehrer Zarathustra suchen und so weiter; hängen auch mit dem chaldäischen System irgendwo zusammen, teilweise zumindest. Da kann große Weisheit drinnen sein, aber zugleich war Babylon auch so in späterer Zeit, so wird es zumindest in der Bibel dann halt auch geschildert, ein Ort der Verdammnis, des Lasters - und so weiter. Und im Neuen Testament wird Babylon dann das Synonym für Rom, im Grunde. Also, wo von der "Hure Babylon" die Rede ist, ist danach sehr schnell in dem frühen Christentum die Rede davon, dass das ein Bild für den Verfall Roms ist und dass das geradezu die Seelenkräfte und die Geisteskräfte sind, gegen die man kämpfen muss. Also, das steckt da alles drinnen mit der "Hure Babylon" und mit der Stadt "Babylon". Da wird... wie wird es da jetzt geschildert? "Und die große Stadt fiel in drei Teile auseinander und die Städte aller Völker sanken in Trümmer. Und Babylon, die Große, tauchte vor dem Gedanken der Gottheit auf." Also, jetzt ist es schon die Seele, die Seelenwelt. Die "Hure Babylon" ist eigentlich diese durch die ganze Gesamtheit der Widersacher verdorbene Seelenkraft der ganzen Menschheit. Das ist also der Teil an Seelenkräften, aber jetzt menschheitsweit, der durch die Widersacher verdorben ist. Also, man könnte sagen, auch: manifestiert jetzt in der Zahl der ganzen Doppelgänger aller Menschen, die auf Erden leben oder gelebt haben, sich wieder inkarnieren, und so weiter. Das Heer dieser Wesenheiten - auch - bzw. der Menschen, die diesen Impulsen dieser Wesenheiten folgen. Und das heißt, es geht also ganz konkret darum, dieses Heer an Doppelgängerwesenheiten zu verwandeln.

Den großen Kampf mit seinen Doppelgängerwesenheiten kann jeder Einzelne hier im Irdischen beginnen und so seinen Weg durch das Kamaloka erleichtern 1:39:50

Das kann aber nur jeder einzelne Mensch mit seinen Doppelgängerwesenheiten, mit den kleineren, mit den größeren. Es ist also sehr, sehr vielgestaltig das Ganze. Und das steht hier drinnen. Darum geht der große Kampf. Und das mit der Atmosphäre ist insofern auch noch doppelt interessant, weil da ist etwas angedeutet, was in gewisser Weise in einem Bild dann auch - oder was heißt in einem Bild? - in seiner ganzen Geschichte der Dante in seiner "Göttlichen Komödie" aufgegriffen hat. Das Interessante dort ist ja nämlich, dass die im Grunde dramatischste Auseinandersetzung mit den Widersacherkräften, die entscheidendste Auseinandersetzung, eben gerade nicht unten im tiefsten Höllenbereich stattfindet, sondern oben auf der Spitze des Läuterungsberges. Und das ist genial, dass das der Dante so schildert. Da ist das sehr versteckt drinnen. Aber beim Dante es ist ganz deutlich ausgesprochen. Da steckt es eigentlich nur in dem Wort "Atmosphäre" drinnen. Und mit "Atmosphäre" ist in Wahrheit gemeint der ganze Kreis, der bis über die Mondenbahn hinausgeht.

Ich habe in einem der letzten Vorträge gesagt, tatsächlich, heute sieht sogar die äußere Wissenschaft: "Aha, die Erdatmosphäre ist sogar weit über die Mondbahn hinaus noch nachweisbar." Gut, das hat jetzt mit den geistigen Kräften nur am Rande zu tun.

Aber tatsächlich reicht der Einflußbereich, in dem diese - wie soll ich sagen - negativen Astralkräfte, also die eben mit unseren Doppelgängerkräften auch zu tun haben und die mit der ganzen Widersachersphäre zu tun haben, tatsächlich weit über die Mondbahn noch hinaus. Das ist auch der Bereich, den wir nach dem Tod als Kamaloka durchschreiten, wo es das Kamaloka ist. Der Punkt ist, wir sind heute so weit im Bewusstseinsseelenzeitalter, dass wir einen gewissen Teil dieser Kamaloka-Arbeit schon erstens einmal hier auf Erden absolvieren… Und… ja, damit auch eben ganz, ganz stark schon dran sind, diese ganzen Vorgänge, die nach dem Tod auch passieren, dass das ins Bewusstsein kommt. Wir sind ganz, ganz knapp dran. Ich meine, wir haben einerseits so den Eindruck: "Ach, mein Gott, das ist heute so eine materialistische Zeit, die Menschen haben vom Geistigen überhaupt keine Ahnung mehr." Und das Interessante ist, es werden immer mehr Erlebnisse hereinkommen davon - und tragisch ist es, wenn der Mensch aber nicht vorbereitet ist darauf. Dann wird er diese Erlebnisse, die kommen werden und teilweise schon da sind…

Die Widersacherkräfte, unsere Krankheiten und die Rolle von Medizin und Pharmazie 1:43:40

Auch: Interessanterweise gibt es gehäufte Berichte gerade in Amerika drüben wieder, was eben damit zusammenhängt, dass dort der große Impuls eben da ist, sich mit den Doppelgängerkräften auseinanderzusetzen. Die ganze Natur hilft dort mit, aber wenn man nicht ein entsprechendes geistiges Bewusstsein entwickelt, wird man nicht erkennen, um was es da geht. Und dann besteht die Gefahr, dass das absolut kippt, dass das dann erst recht moralische Verfehlungen anfeuert, dass das zu sogenannten Geisteskrankheiten führt. Das heißt, also in Wahrheit führt es sogar zu Defekten, die bis ins Physische hineingehen, die aber dann darin münden, dass das Geistige nicht mehr funktioniert, jedenfalls nicht funktioniert im Sinne, dass es eingreifen kann richtig in den Körper, dass also da ein gewisser Zwiespalt entsteht. Das heißt, dass das reguläre Geistige, unser wirkliches Ich, zu wenig den Körper ergreifen kann, aber dafür dann anderen Wesenheiten den Zugang ermöglicht. Dann wird der Mensch immer mehr besessen werden von seinen eigenen Doppelgängerkräften - und die übernehmen die Führung. Und die sind natürlich dann wieder Marionetten dieser Widersacherwesenheiten, sei es der luziferischen, der ahrimanischen, und im Hintergrund ziehen die Asuras mit die Fäden - und erst recht die soratischen Wesenheiten. Die stehen heute immer dahinter. Auch das ist das Deutliche hier.

Und indem wir jeden Morgen hereinkommen mit unserem Ich, uns mit den Schwerekräften der Erde verbinden, verbinden wir uns auch mit diesen soratischen Kräften, irgendwo, oder begegnen ihnen. Wir spüren sie da drinnen, in Wahrheit. Ja, halt unterbewusst. Unterbewusst spüren wir sie. Und das ist also ein Teil dessen natürlich, was heute auch von den Menschen aber dann als Last empfunden wird, was heute zu Depressionen führt und zu diesen Dingen. Die aber auch dann letztlich münden in gewissen Veränderungen in der Physiologie des Menschen, und so weiter. Es kriegt alles eine physiologische Grundlage, aber der Auslöser dafür sind eigentlich diese Begegnungen mit den Doppelgängerkräften, die aber nicht erkannt und nicht richtig verdaut werden. Mit dem fängt es an. Und wenn man das nicht aufarbeitet, dann wird das halt auch zerstörerisch bis ins Körperliche hineinarbeiten. Und mit jedem Schritt, wo es in das Körperliche hineinarbeitet, zerstörerisch hineinarbeitet, hat es das Ich schwerer, den Körper als Werkzeug zu gebrauchen - wie es sein soll hier während der irdischen Inkarnation, weil, im Grunde sind wir ja auf der Nachfolge Christi noch auf dem Weg, ganz uns vollständig zu inkarnieren. Der Christus hat es in einer Inkarnation innerhalb von drei Jahren sogar geschafft, den ganzen, bis ins Physischste hinein, den Körper zu ergreifen. Wir schaffen das erst im Zuge alle unserer Inkarnationen. Da liegen noch einige in der Regel vor uns - bei den meisten Menschen. Und dass das eben nicht in der regulären Form zu Ende geht, daran arbeiten die soratischen Kräfte ganz stark. Sie stören das, und sie werden daher immer mehr stören auch in der Physiologie des physischen Leibes, damit wir abgelenkt werden davon. Und sie werden zugleich die Heilmittelchen, sozusagen, uns anbieten, um von den Beschwerden, die damit verbunden sind, entbunden zu werden. Also, das heißt, es werden zunehmen die sogenannten Geisteskrankheiten - und es wird dazu geben die Mittelchen, um sie, na ja, nicht zu heilen, aber ihre Wirkungen, sozusagen, scheinbar zu neutralisieren, so dass man scheinbar ein ganz normales, unter Anführungszeichen, Leben führen kann. Aber es geht halt in die Richtung: soratische Wesenheiten.

Und da gibt es also sehr, sehr, sehr viel, was wirklich ganz konkret zu beachten ist. Eben auch, wenn man jetzt solche Mittel zum Beispiel… Die Medizin und die Pharmazie entwickelt halt diese Mittel heute mit unter den Einflüsterungen dieser Wesenheiten. Nun wird man sehr aufpassen müssen:  Was setzt man wann wo ein? Wo ist es gerechtfertigt? Weil, es ist auch dort so… Es ist wie immer nicht schwarz-weiß, alles pfui, alles schlecht, aber auch sicher nicht so, wie es heute die Werbung verspricht: Alles gut. Sondern es ist auszutarieren. Es ist da genauso auszutarieren wie zwischen Gut und Böse im Allgemeinen. Das Ich hat aber die Möglichkeit, das zu erkennen, ganz individuell es zu erkennen, was… Weil, es gibt eben keine allgemeine Regel, das macht es so schwierig. Man kann nicht sagen: "Das ist schlecht, das ist richtig. Das ist in dem Fall richtig, das ist in dem Fall schlecht." Da kann ich Bibliotheken voll schreiben: Das sind im Grunde Berichte davon, dass es da oder dort funktioniert hat - oder vielleicht funktioniert hat. Hilft mir beim nächsten Fall gar nichts, sondern es ist die individuelle Einschätzung notwendig. Und das heißt, wenn wir solche Mittel einsetzen - und sie wahrscheinlich bis zu einem gewissen Grad sogar einsetzen werden müssen - das ist dieselbe Situation, wie wir dem Elektrosmog und der elektromagnetischen Verseuchung nicht entkommen werden. Wir können es lindern, aber vollkommen entkommen werden wir ihm nicht. Genauso wenig, wie wir den Medien ganz entkommen werden als Menschheit. Als Einzelne kann ich sagen: "Ich klappe das Ding jetzt zu und schmeiße es auf dem Müll und weg damit." Aber das wird der Gesamtmenschheit nichts nützen. Es wird da sein. Und genauso werden diese Pharmazeutika da sein - und wir werden lernen müssen damit umzugehen. Und das Umzugehen damit, heißt dann vor allem, im ganz konkreten Fall zu entscheiden: Ist es schädlich, ist es trotz seiner Schädlichkeit im konkreten Fall nützlich und daher angebracht, es im Moment zu verwenden - und wenn ja, wie lange und wie oft? Das wird man alles erkennenlernen müssen.

Wir tragen Verantwortung für die Zukunft unserer unter den Widersachern schmerzvoll leidenden Doppelgänger 1:51:34

Da müssen wir uns noch anstrengen. Ich weiß schon, dass das nicht heute oder morgen schon gelingt, aber es wird gelingen genau in dem Maße, in dem wir lernen, mit unseren eigenen Widersachern… ah… mit unseren eigenen Doppelgängern… Ja, die sind halt auch Widersacher, in gewisser Weise, aber sie werden sehr zahm und Helfer und schnurren wie meine Kätzchen, wenn wir daran arbeiten sie zu erlösen, sprich, daran arbeiten, ihre Situation zu verbessern. Weil, leiden tun sie in Wahrheit am allermeisten unter den Widersachern, die dahinter stehen. Die bereiten ihnen die Schmerzen. Und sie kommen ja, diese Doppelgängerwesenheiten, eigentlich zu uns: "Bitte, bitte mach mich schön." Das wollen sie eigentlich haben. Und das heißt zugleich: "Lindere meine Schmerzen. Lindere alles das, was mir weh tut." Nur, oft läuft es halt umgekehrt: Der ganze Schmerz, die ganze Krankheit, sozusagen, diese ganze Seelenkrankheit, die sich dadrin ausdrückt in diesen Doppelgängerwesenheiten, die läuft oft halt heute in die umgekehrte Richtung. Und wir lassen uns sozusagen in unserem noch gesunden Seelischen infizieren dadurch - durch die Widersacher. Die Widersacher bedienen sich halt natürlich auch dieser Doppelgängerkräfte, aber in die andere Richtung. Und damit wird aber auch diesen Wesenheiten Schaden zugefügt. Und diese Wesenheiten, wenn sie erlöst werden, haben durchaus eine lichtvolle Zukunft dann. Ich meine, wir müssen denken, wir als Menschen… Braucht man nur zurückdenken auf den Alten Mond oder auch auf die Anfangszeit selbst noch während unserer Erdentwicklung: Bevor wir wirklich den Ich-Funken in uns aufgenommen haben, waren wir eigentlich auch eine Art Elementarwesen. Nichts anderes. Und es gibt Elementarwesen, die, na ja, ausscheiden werden aus der Entwicklung. Ausscheiden heißt, dass sie in gewisser Weise übergehen dann in das soratische Reich - und damit aber aus unserer Entwicklung weg sind. Oder es gibt welche, die eine aufsteigende Entwicklung durchmachen und dann schon auf dem Neuen Jupiter die Chance haben, selbst Ich-Wesenheiten zu werden - und zwar sogar solche, die den Freiheitsimpuls mitbekommen, weil das dann schon möglich ist. Jetzt können wir Ihnen diesen Impuls noch nicht geben. Aber dann wird es möglich sein. Und sie können’s… Aber jetzt bereiten wir es eben vor, indem wir an ihrer Erlösung arbeiten.

Und wir bereiten sie gerade dadurch vor, dass sie selbst dann auch ein freies Ich in sich aufnehmen können. Weil, auch da müssen zwei Wege zusammenkommen. Es muß ein geistiges Wesen diesen Ich-Funken, sozusagen, zur Verfügung stellen, hinopfern - so wie es die Elohim getan haben. Und sie konnten es, indem der Christus durch sie gewirkt hat, dadurch konnte dieser Funke einer sein, der ein freies Ich dann entzündet. Aber es muss dazu eben auch die Basis vorbereitet sein, unten, dass dieser Impuls, dieser Funke empfangen werden kann. Und an dem arbeiten wir mit, wenn wir diese Doppelgängerwesenheiten Schritt für Schritt langsam erlösen, indem wir all die dunklen Flecken herauspolieren. Und das ist sozusagen die tägliche Heldentat, die wir vollbringen können. Das ist... Na, aber es ist wirklich schwierig. Es ist schwierig. Es ist schwierig. Das weiß jeder, der ein bisschen nur ein Auge darauf wirft, ob das eh alles so toll ist, wie ich mir das unter tags immer einbilde. Und dann kommt man eh sehr schnell drauf, dass noch einiges zu tun ist, das wir das aber tun können.

Aber der Punkt ist, der Einflussbereich dieser ganzen Wesenheiten, eben auch dieser Doppelgängerwesenheiten, geht weit hinauf. Er geht durch den ganzen Kamaloka-Bereich durch - und das heißt, er geht wirklich über die ganze Mondensphäre und sogar etwas darüber hinaus. Weil, die Mondensphäre… Also, dazu muss man sagen… Wenn ich sage, darüber hinaus, meine ich, wenn man es vergleicht mit der Bahn, wo jetzt der Mond kreist. In Wahrheit ist die Mondensphäre nämlich größer, etwas größer, deutlich größer noch. Dazu gibt es auch Hinweise, sehr indirekte Hinweise im Werk von Steiner, können wir uns mal damit beschäftigen. Das ist jedenfalls, was der Dante andeutet in seiner "Göttlichen Komödie" mit dem Läuterungsberg. Und dass eben gerade dort - der entscheidende Punkt, die entscheidende Auseinandersetzung, passiert eben dort, wenn wir durch den Kamaloka-Bereich durchgehen und dann über seine Grenze hinausgehen, das heißt, über diese Mondensphäre hinausgehen und dann in den nächsten Bereich übergehen. Dort entscheidet es sich. Dort entscheidet es sich nach dem Tod ganz wesentlich, dort entscheidet es sich aber auch bei jedem Einweihungsvorgang, bei jedem Vorgang, wo man beginnt, geistig etwas imaginativ wahrzunehmen. Weil, in Wahrheit gehen wir da auch durch diesen Bereich durch. Es ist ja im Grunde nichts anderes. Und wir kommen immer irgendwo… gehen immer dabei durch diesen Kamaloka-Bereich, in gewisser Weise, durch. Und das ist noch bis jetzt vielfach ausgeblendet worden. Es wird eben in vielen esoterischen Strömungen ausgeblendet, irgendwo. Es wird nur die schöne Seite genommen in der Imagination. Die ganz bewusste Auseinandersetzung mit diesen Kamaloka-Kräften, sozusagen, also eigentlich mit unseren Verfehlungen, steht irgendwo mehr am Rande. Dort müssen wir hinein.

Ausblick auf den 111. Vortrag: Das Thema Läuterungsberg in Dantes "Göttliche Komödie" und der "Apokalypse des Johannes" 1:58:47

Wir werden es das nächste Mal, hoffe ich, dann doch… Oder ich werde versuchen anzufangen, einmal vorzulesen ein Stückchen aus der "Göttlichen Komödie", wie Dante das schildert, wie dramatisch er es schildert, wie dramatisch er selber es aufgefasst hatte. Weil, es ging bei ihm, dass eigentlich das ganze geistige Gebäude, das für ihn repräsentiert war durch die Kirche - aber jetzt die Kirche im geistigen Sinn. Weil, er hat ganz arg  gewettert vielfach gegen die Kirche, gegen das Papsttum, so wie es sich entwickelt hat, was die aus der Kirche, nämlich aus der geistigen Kirche, gemacht haben. Es beginnt damit, dass - das also nur so als Vorbereitung zum nächsten Mal - es erscheint da oben… Also, Dante ist eben bereits oben in diesem sogenannten irdischen Paradies, auf der Spitze des Läuterungsberges, also dort, wo eben auch die alte luziferische Versuchung stattgefunden hat. Und genau dort - ist jetzt die ganz entscheidende Stelle - also, Dante erlebt zunächst, wie der Triumphzug der Kirche kommt mit großer Gefolgschaft, auf dem Triumphwagen selbst ist die Beatrice drauf, die früh verstorbene Jugendfreundin von Dante, der er sein ganzes Werk eigentlich gewidmet hat und die aus dem Geistigen heraus seine Inspirationsquelle war, in Wahrheit, mit der er ganz stark verbunden war - und sie wird also auf diesem Triumphwagen hereingezogen, sie wird gezogen von einem Greif, also einer Gestalt halb Mensch halb Vogel, irgendwo, noch dazu mit einem Löwenkörper. Also, einen Löwenkörper, einen Adlerkopf und Flügeln. Und Dante macht aber ganz deutlich, dass dieser Greif der Christus ist, und es soll darin ausgedrückt werden die sozusagen göttliche und die menschliche Seite des Christus. Der Löwe wird nämlich ganz deutlich als hautfarben... Ein hautfarbener Löwenkörper also ist es, mit diesem goldenen, also sprich wie die Sonne strahlenden, Adlerkopf, und den Schwingen eben. Der zieht diesen Triumphwagen. Und nur später dann, der Christus bindet diesen Triumph… Also der Greif, sozusagen, bindet diesen Triumphwagen an den verdorrten Baum der Erkenntnis, der blüht auf - und dann erhebt sich aber der ganze Triumphwagen. Und der ganze, fast der ganze Triumphzug, nur die Beatrice mit den sieben Tugenden und so weiter, die bleiben unten, aber der Triumphwagen erhebt sich, also steigt auf ins Paradies, also in die höheren Sphären. Und kaum ist… Also nein, Blödsinn... der Triumphwagen nicht, aber der Christus mit den Leuten, die also da mitziehen. Der Triumphwagen ist immer angebunden an den Baum, der blüht auf - und kaum ist es geschehen, tauchen aber von unten… Kaum ist der Christus mit seinem Gefolge weg, tauchen von unten die Widersacherkräfte auf. Der Drache taucht von unten auf, also genauso, wie er in der Apokalypse geschildert wird, als Vorbote, das Tier mit den sieben Häuptern und den zehn Hörnern, das nur der Vorbote ist. Aber dieser Wagen, der angebundene Wagen, der eigentlich die Kirche darstellt, irgendwo, der verwandelt sich selbst zu diesem Wesen - und also dort kann ganz dramatisch ganz das Gegenteil von dem passieren, was eigentlich sein sollte. Und das ist heute mehr denn je bei jeder Beschäftigung mit geistigen Dingen - selbst wenn man nur was liest davon - zu beachten. Aber das werden wir das nächste Mal ganz genau anschauen.

Mein Kater, der neben mir liegt, regt sich jetzt gar nicht darüber auf, er liegt ganz entspannt da, schnarchelt ein bisschen vor sich hin und nimmt's mit Gelassenheit.

Ja, wir dürfen es auch mit einer gewissen Gelassenheit - trotz der großen Dramatik - nehmen, indem wir ein bisschen ein Gespür in die Ich-Kraft, in die eigene Ich-Kraft, entwickeln und spüren den Christus, der drinnen wirkt. Das ist das Um und Auf. Und das ist jetzt nicht eine beschwichtigende Rede, sondern es ist ein Versuch einfach, immer wieder auf das hinzuweisen. Es ist potenziell die gesamte göttliche Kraft in dem Ich drinnen. Und sie ist nicht nur befähigt und prädestiniert dazu, mit diesen ganzen Widersacherkräften fertig zu werden, sondern niemand anderer kann es - in der Art. Dass die Entwicklung nicht in die soratische Bahn geht, das entscheidet sich an den Menschen, die es tun. An denen entscheidet sich es, es kann niemand anderer für uns machen. Auch der Christus macht es nicht für uns. Sondern wir machen es. Und indem wir es machen, macht es der Christus mit uns. Aber nicht ohne uns. Ohne uns kann er es nicht, weil er es nicht will, in einem höheren Sinn. Weil, sonst hätte er die ganze Freiheit, die er gebracht hat am Anfang… Sonst würde er sich selbst widerlegen, sozusagen. Also, das ist ein Schöpfungsimpuls, der hereinkommt, der der Wille ist zur Freiheit des Menschen. Und wenn ich es jetzt in der dramatischen Situation - wo alles schiefgehen könnte, kann - den Menschen doch wieder abnehme, indem ich denen es aus der Hand nehme, dann mache ich diesen Impuls zunichte. Nein, das wird der Christus nicht machen, denn dann würde er selbst einschwenken, nämlich auf die soratische Bahn. Nein, das wird nicht passieren. Aber die andere Alternative dazu ist nur, er tut es mit uns gemeinsam. Wenn wir es tun - und in dem Maße, wie wir es tun - tut er es mit und ergänzt es um die ganze kosmische Dimension. Aber es geht nicht ohne unseren Willen. Aber mit unserem Willen geht es. Geht es. Und das sollte uns einfach den Mut geben: Wir können es.


Wir sollten nicht immer nur hypnotisiert stehen vor dem großen Berg, der da ist, der ganze Läuterungsberg. Um den geht es ja jetzt eigentlich, zu sehen: "Oh Gott, wie hoch ist der? Wie hoch muss ich da klettern? Wie schwierig ist es da hinaufzuklettern? Und dann, wenn ich oben bin und jetzt schon alles im Grunde abgelegt habe, dann wird es erst recht dramatisch. Dann kommt die letzte große Auseinandersetzung." Und doch, wir können es schaffen. Das ist die Botschaft in der "Göttlichen Komödie". Das hat Dante so deutlich drinnen gezeigt. Es steckt aber in der Apokalypse genauso drinnen. Nur, der Dante hat halt jetzt bestimmte Dinge daraus mit so viel Text vergrößert und so viel Bilder noch dazu gebracht. Aber die Bilder stecken da drinnen - und der Dante hat sie da herausgeholt. Das heißt, aus dem gleichen geistigen Impuls, aus dem der Johannes das geschrieben hat, ist genau das auch geschöpft. Genau aus dem gleichen geistigen Bereich heraus. Aber da sieht man, wie fähig Dante war, aus den wenigen Anregungen, die da drinnen sind, halt jetzt sein ganz individuell eigenes Bild zu machen, das aber ganz ganz stimmig ist - und eben manche Aspekte, die da sehr versteckt drinnen sind… Wer liest jetzt hinter dem Wort "Atmosphäre":  "Aha, das ist jetzt der ganze Kamaloka-Bereich letztlich, um den es geht." Und wer liest drinnen: "Aha, die Stadt zerfiel in drei Teile." Dass das mit dem Zerfall dieser Seelenkräfte zu tun hat, die selbstständig werden -  Denken, Fühlen, Wollen - das wird man nicht so leicht herauslesen.

Ich meine, das konnte wieder Emil Bock zumindest ein bisschen deutlicher herausarbeiten, weil er diese Übersetzung des Neuen Testaments geschrieben hat, aus der ich gerne zitiere, und die den Sinn des griechischen Urtextes deutlicher oft herausbringt, zumindest an manchen Stellen deutlicher herausbringt als eine wortwörtliche Übersetzung; so wo er den Sinn, den tieferen Sinn dieser Dinge noch deutlicher also hineinbringt in die Sprache.

Aber, so hatte also Dante einfach ein ganz starkes Gespür aus dem Text, wie er ihn kannte, den lateinischen Text der Bibel, daraus solche Bilder herauszuholen - und sie so herauszuholen, dass tatsächlich auch die Arbeit und das Studium dieser "Göttlichen Komödie", ja, was im Menschen bewirkt. Es ist das Buch eines Eingeweihten, auch. Auch wenn sein Lehrer Brunetto Latini vielleicht der noch größere Eingeweihte war. Aber da in der "Göttlichen Komödie" kommt der Impuls, wie soll ich sagen… Der Dante schafft es, diesen Impuls ganz runter auf die Erde zu bringen, sodass er da wirksam werden kann. Das im Geist Erlebte, dass es da herunten wirksam werden kann und andere Menschen anregen kann über jetzt bereits über 700 Jahre. Immer wieder. Es gab in der Geschichte der "Göttlichen Komödie" Zeiten, wo sich niemand darum geschert hat und andere, wo die Menschen sich wieder darauf gestürzt haben. Es ist ganz interessant, dass es immer so Wellen gibt. Aber ich sage einmal, jetzt ist es Zeit für die "Apokalypse" und auch für die "Göttliche Komödie". Und die arbeiten Hand in Hand. Aber das werden wir ganz konkret anhand der Texte das nächste Mal besprechen. Das nehme ich mir mal ganz stark vor.

Ausklang 2:11:25

Lassen wir es gut sein für heute. Eine Viertelstunde plus ist eh wieder dabei. Ich danke euch für die Geduld, fürs Dabeisein. Und ich danke ganz besonders den lieben, lieben Menschen, die die Vorträge aufarbeiten, verschriftlichen und dann auch als Text zugänglich machen, dass man nachschauen kann, so dass auch ich nachschauen kann, was habe ich denn da und dort genau gesagt? Also, vielen, vielen Dank. Alles Liebe. Danke, danke. Danke auch an die, die beim Livestream dabei sind. Danke fürs Zuschauen. Bis zum nächsten Mal.

Themenbezogene Leseanregungen

Andreas Neider hat zum Thema Doppelgänger Vorträge Rudolf Steiners vom November 1917 (GA 178 "Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen"; Band II einer vierbändigen Reihe: GA 177, 178, 189 und 180 "Geistige Wesen und ihre Wirkungen") herausgegeben und kommentiert: "Der 'elektronische Doppelgänger' und die Entwicklung der Computertechnik" (Rudolf Steiner Verlag, 4. Auflage 2020)