Apokalypse des Johannes - 116. Vortrag von Wolfgang Peter

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Themenschwerpunkt

Mit dem Erdenmenschen hat in der siebenstufigen Entwicklung unseres Kosmos erstmals ein geistiges Wesen - unter Mitwirkung der Widersacherkräfte - einen physisch-stofflichen Körper erhalten, um mit Hilfe der sogenannten kristallbildenden Kräfte ein individualisiertes Ich auszubilden, das über die Stufe der Freiheit zur Menschen verbindenden, Lebenskräfte spendenden Liebe befähigt ist.

Um dieses Entwicklungsziel zu erreichen, ist es erforderlich, dass der Mensch sein durch die schweren Verfehlungen insbesondere der fernen Vergangenheit verdorbenes Seelisch-Astralisches, das uns in der Apokalypse im Bild der Hure Babylon für die ganze Menschheit vor Augen gestellt ist, durch den Einsatz seiner Ich-Kraft in neue Fähigkeiten verwandelt, die er für den Bau des Neuen Jerusalem benötigt.

Mit den Asuras stehen uns nun allerdings Widersacherkräfte entgegen, die uns bis zum Ende unserer Inkarnationen durch Angriff auf unseren physischen Körper essenzielle "Teile" unseres Ichs zu entreißen vermögen. Diese Ich-Kräfte würden uns auf unserem weiteren Weg unwiederbringlich verloren sein.

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- 116. Folge -

Weitere Vorträge von der Apokalypse des Johannes von Wolfgang Peter findest du hier: Vortragsreihe Apokalypse des Johannes von Wolfgang Peter

Schlüsselwörter

14. Wochenspruch: Sommer - Bewusstheit für das Eigenwesen schwindet - Sinneswelt ist Offenbarung von etwas Geistigem - sich in dem draußen zu verlieren, um sich aber zu finden - im Alltagsbewusstsein sind wir in unserem Ego - unserem wirklichen Ich begegnen in dem, was uns begegnet - das Ego weiten - das Ego weiterentwickeln und erziehen - ganz Erdenmensch werden - unsere Erfahrungen verwandeln und in die geistige Welt mitbringen - die geistigen Hierarchien haben nur Zugang zur sinnlich-irdischen Welt über die Menschen und den mit der Erde verbundenen Christus - Erfahrungen aus den ägyptischen Einweihungsmethoden wurden zunehmend durch die Widersacher verzerrt - alte Kräfte und Einweihungsstätten zunehmend verdorben durch die Widersacher - unser Schutz: alte Einweihungswege funktionieren heute kaum noch - 6-6-6 - aus dem Ich das Gleichgewicht schaffen zwischen den luziferischen Kräften und den ahrimanischen (asurische und soratische eingeschlossen) - für die Freiheit musste sich der Mensch ganz losreißen von den oberen geistigen Wesenheiten - das große Geheimnis des Sündenfalls - Liebe ist echte Lebenskraft, die wir aus unserem Ich zu erzeugen vermögen - unsere individuellen Fähigkeiten in die Menschheitsgemeinschaft einbringen - Menschen helfen, die sich nicht helfen lassen wollen? - Ziel der Erdentwicklung: die Freiheit des menschlichen Ichs, um die Liebe zu ermöglichen - die Erdentwicklung ist ein großes Experiment mit ungewissem Ausgang - die Trinität im Perspektivwandel - Plan und wirkliche Landschaft - im Wahrnehmen der Welt kreativ sein - alle Kreatur wartet auf Erlösung, an der der Mensch mitwirkt - zur Tierpersönlichkeit - Urmensch Adam Kadmon: am Anfang so groß wie der ganze Kosmos - der Kristallhimmel - mit der Ich-Inkarnation des Menschen beginnt die Kristallbildung der Erde - die Asuras können auf den physischen Leib des Menschen einwirken und schöpferische Ich-Kräfte entreißen - die Menschheit: etwas Sensationelles in der Erdentwicklung - Kairos: vom richtigen Zeitpunkt - die Zukunftskräfte müssen wir uns hier auf Erden erarbeiten und damit wird die Zukunft unvorhersehbar - für die Freiheit des Menschen hat die Trinität ihre Allwissenheit und ihre Allmacht aufgegeben - die Hierarchien über uns haben nicht die Freiheit - Aufgabe des Menschen jetzt: seine Freiheit nützen lernen - das Entwicklungstempo: ein himmlisches oder ein höllisches Tempo? - Taten aus Freiheit fragen nicht nach Verdienst - schöpferisch heißt immer unvorherberechenbar - Frage heute: Sind wir schon durchgegangen durch die notwendige materialistische Inkarnation? - die Zahl 6-6-6 und unser freier Entschluss - die soratischen Wesenheiten fordern geistige Kräfte von uns für ihr Reich - chaotische Zeiten im Äußeren bedeuten hohes geistiges Entwicklungstempo - die 7. Phasen bedeuten stets Ruhephasen - "Wenn ich will, muss ich" - dem eigenen geistigen Weg treu bleiben, ohne Blick auf äußeren Erfolg - den Samen setzen und nicht vertrocknen lassen - das Ziel fallen lassen, heißt geistige Kräfte den Widersachern übergeben - unsere geistige Verantwortung für Entscheidungen - dem Anderen geistige Impulse geben - der wirklicher Heiler - Schicksalsschläge als Entwicklungschance - im christlichen Ich liegen Zauberkräfte - unsere Hauptaufgabe heute: unser Ego verwandeln - neue individuelle Seelenqualitäten aus dem Ich schaffen für eine neue vollkommen individualisierte Menschheit - Lernen durch Kopieren und dann darüber hinausgehen - Liebe, Selbstliebe und Vertrauen - "Werde, der du bist" - unsere große Aufgabe im Bewusstseinsseelenzeitalter: sich selbst kennenlernen und seine eigentliche Aufgabe finden - das Ich schafft sich dadurch, dass es sich selbst liebt: Liebe ist lebensspendende schöpferische Kraft - unsere größten Fähigkeiten entwickeln wir aus der Überwindung unserer größten Fehler - Ich-lose Menschen können keine neuen Fähigkeiten entwickeln - unsere heutigen Fehler sind klein im Vergleich zu unseren Fehlern in der Vergangenheit, aber sie werden immer entscheidender für die Zukunft der Menschheit und der Erde - Rudolf Steiners Vorträge für die Priester der Christengemeinschaft über die Apokalypse - Missbrauch astralisch-seelischer Kräfte in der Vergangenheit - unser unbewusstes Astralisches birgt weltschöpferische Kräfte - die Hure Babylon zeigt uns die größten Verfehlungen der Menschheit - sich bekennen zu seinen Verfehlungen: in den Fehlern der Vergangenheit schlummert das Licht der Zukunft

Transkription 116. Vortrag (von Ghislaine und Susanne am 10. Juli 2022)

Begrüßung und 14. Wochenspruch 0:01:05

Meine Lieben, ich begrüße euch zum 116. Vortrag zur Apokalypse. Ende ist noch nicht absehbar. Irgendwann wird es kommen, aber das wird uns dann überraschend treffen. Zum 116. Vortrag gibt es jetzt den 14. Wochenspruch. Das ist jetzt der aktuelle. Nachdem wir den Sprung mit Johanni gemacht haben, sind wir ein bisschen gehüpft, damit wir wieder synchron kommen. 14. Wochenspruch, "Sommer" ist der Übertitel. Ganz großer Übertitel: SOMMER!

An Sinnesoffenbarung hingegeben

Verlor ich Eigenwesens Trieb,

Gedankentraum, er schien

Betäubend mir das Selbst zu rauben,

Doch weckend nahet schon

Im Sinnenschein mir Weltendenken.

Also, das heißt, es geht darum, dass wir jetzt in der Hochsommerzeit… Also wir sind ja über Johanni drüber gekommen, Johanni ist der Gipfelpunkt, der längste Tag und die kürzeste Nacht - und die Wärme steigt aber natürlich noch weiterhin jetzt in den zwei Sommermonaten. Also, vor allem im August normalerweise wird es sehr heiß, heute ist das alles schon ein bisschen verschoben irgendwie, aber je mehr draußen Wärme und Licht uns entgegenkommen, sinnlich entgegenkommen, desto mehr verschwindet halt dieses, ja, Bewusstsein für das Eigenwesen. Wir sind einfach mit der Seele a bissel draußen, in der Welt draußen, und das sollten wir durchaus genießen, draußen zu sein. Sicher ist es eine Tugend, auch in der größten Hitze einmal es zu schaffen, sich zu konzentrieren und ganz bei sich zu sein. Aber von der Natur aus trägt es jetzt  unsere Seele hinaus in die Welt und wirklich in den Sinnenschein, in die Sinnenwelt hinaus, weil die ganze Sinnenwelt ist ja Offenbarung von etwas Geistigem, in Wahrheit. Also, das heißt, wir sollen gar nicht schimpfen über die Sinneswelt und sagen: "Ah! Wir wollen ja übersinnlich und ins Geistige, hat ja mit dem Sinnlichen nichts zu tun." Die ganze Sinneswelt spricht und zeichnet und malt ununterbrochen uns Bilder und Töne und Klänge und Gesänge und Worte des Übersinnlichen, des Geistigen, das dahintersteckt. Wir müssen es nur…hmm…"nur" lesen können, hören können, verstehen können, also so ganz Kleinigkeiten. Aber diese Kleinigkeiten, da braucht man wahrscheinlich viele Inkarnationen, um das immer bewußter greifen zu können. Aber das Wichtige ist einfach auch, sich verlieren zu können in dem draußen, um sich aber zu finden. Das haben wir die letzten Male auch besprochen.

Unser Ego: Je größer es wird, desto näher kommen sich Egoismus und Altruismus 0:03:58

Es ist eben dieser große Unterschied, der, glaube ich, heute so allgemein in der Welt draußen kaum beachtet wird. Es ist ein großer Unterschied zwischen dem, was wir als Alltagsbewusstsein in unserem Ego eigentlich erleben, zu dem wir aber dann letztlich immer sagen: "Ich, ich, ich, ich will das, ich brauch das, ich muss das haben." Das ist aber alles Ego in Wahrheit. Unser wirkliches Ich lebt in der Welt draußen und wir begegnen ihm eigentlich immer in dem, was uns begegnet. Dort ist immer eine Chance: in den Dingen, die uns zu-stoßen, die uns zu-fallen im äußeren Geschehen. Damit denke ich jetzt gar nicht gleich an irgendwelche katastrophalen Dinge, an Schicksalsschläge oder so, sondern einfach zum Beispiel: Man begegnet Menschen, es spinnt sich ein kurzes Gespräch oder was - oder oft ist es nur ein Blickkontakt - und es bedeutet etwas. Und wenn man wach ist dafür, dann kann man merken, wie, ja, eigentlich in den Begegnungen mit den anderen Menschen einem auch das eigene Ich entgegenkommt. Gerade dort erkennen wir es, weil der andere Mensch unbewusst, natürlich heute meist unbewusst, uns Anregungen gibt, die sich auf uns beziehen. Und umgekehrt. Wechselseitig geht das. Also am wenigsten erfahren wir von uns, wenn wir uns hinsetzen ins stille Kämmerlein und nachdenken: "Ja, was bin ich? Was habe ich in meinem Leben geleistet? Was wünsche ich mir für das spätere Leben?" Das ist alles Ego. Brauchen wir. Natürlich, wir müssen auch unser körperliches Dasein irgendwie gestalten und das muss funktionieren, irgendwie. Wir müssen unser praktisches Leben irgendwie einrichten - und dazu brauchen wir absolut unser Ego. Ego ist grundsätzlich nichts Schlimmes. Es ist eigentlich am schlimmsten dann, wenn das Ego zu engherzig ist, also, mein engster Kreis: "Bitte, das ist mein Glas, das gehört mir. Das gehört noch dazu. Aber alle Anderen, bitte greift es ja nicht an! Ach, du hast von meinem Glas getrunken. Brrrr... Pfui... Es könnte ja verseucht sein oder sonst was. Nein, ich muss meine kleine Welt bewahren."

Je größer das Ego wird, desto problemloser ist es in gewisser Weise. Ja, stellt euch vor: Ein Ego, das jetzt umfasst die ganze Erde, sage ich einmal, die ganze Menschheit umfasst. Na, ist es nicht etwas anderes? Wenn es mir wehtut, wenn es irgendwem - weiß Gott - tausend Kilometer weiter schlecht geht und mir das wirklich wehtut, ich betroffen bin, in meinem Ego betroffen bin, dann kann man das nicht mehr so als kleinlichen Egoismus bezeichnen, sondern Altruismus und Egoismus fallen zusammen, wenn der Egoismus nur groß genug ist, in Wahrheit. Nämlich an Umfang groß genug. Die Intensität ist dann sowieso auch dabei, weil, je größer das ist, da gehört schon Intensität dazu, dass ich mitempfinde, auch mit Menschen, die jetzt nicht gerade vor meiner Nase stehen, sondern die vielleicht Tausende Kilometer entfernt sind und leiden oder irgendwas Schlimmes durchmachen - und ich mit meinem Ego mich verbinde. Durchaus mit meinem Ego einmal. Also, das heißt, unser Ego ist etwas Notwendiges für unser Erdenleben. Es ist etwas, was gepflegt und entwickelt gehört. Das ist das Wesentliche. Ich meine, als Menschen begreifen wir uns dann, wenn wir uns als ein entwicklungsfähiges Wesen sehen und nicht sagen: "Na, so bin ich." Sondern wir haben eigentlich immer eine Aufgabe: Unser Ego nämlich weiterzuentwickeln. Das ist die große Aufgabe. Und es zu veredeln und es sozusagen in die lichten Höhen zu bringen. Das heißt, Arbeit an sich selbst. Dann arbeitet eigentlich unser wirkliches Ich, das große Ich, an der Erziehung des Ego.

Luzifer und die Stärkung unseres Egos 0:08:15

Oder es ist so, dass wir den Widersachern zu viel Raum geben, die wollen uns auch erziehen, aber in eine andere Richtung hin. Wir werden also heute uns ein bisschen noch einmal genauer mit den verschiedensten Widersacherkräften beschäftigen, dass wir da ein bisschen einen Überblick kriegen. Aber die Widersacherkräfte im Großen und Ganzen, also Luzifer zum Beispiel, stärkt unser Ego in gewissem Sinn, im positiven wie im negativen Sinn. Luzifer haben wir zu verdanken zum Beispiel den Sinn für die Schönheit, für die sinnliche Schönheit draußen: Die ganze Kultur, im Grunde, die menschliche Kultur, ist hauptsächlich entsprungen aus dem Wirken Luzifers heraus. Und er hat einen ganz wesentlichen Anteil daran, unsere Seele zu bilden, sodass sie wirklich, ja, Substanz bekommt für uns als Erdenmenschen. Wir sind ja eben als Erdenmenschen da. Wir haben die Erde betreten, um hier unsere Freiheit entwickeln zu können. Und wir sind daher ganz anders geartet als etwa die Engelwesen, die die Erde nicht betreten, jedenfalls nicht mehr betreten. Ich meine, sie haben in der Vergangenheit… weit zurück konnten sie sich in den Körperhüllen, die der Vorfahr des Menschen war, na ja, zumindest inkorporieren, sagen wir es einmal so. Aber die Zeit ist lange vorbei.

Ganz stofflicher Erdenmensch werden und unsere sinnlichen Erfahrungen verwandelt in die geistige Welt tragen 0:09:52

Heute geht es darum, dass wir wirklich ganz Erdenmenschen werden, um die Erfahrung, alles was an Erfahrung möglich ist hier im sinnlichen, irdischen, stofflichen sogar Erdendasein - ich sage jetzt bewusst nicht nur "physischen", sondern "stofflichen" Erdendasein - dass wir diese Erfahrungen verwandeln und in die geistige Welt mitbringen. Wir sind heute in einer Zeitperiode drinnen, wo es immer mehr darauf ankommt, was wir der geistigen Welt zu geben haben. Die ganze Vergangenheit war mal damit beschäftigt, dass wir das aufnehmen, was uns die geistige Welt, aber eben auch die luziferischen Mächte namentlich, zu geben haben. Und jetzt sollen wir aus dem, was wir damit gemacht haben aus unserem Ich heraus, was wir verwandelt haben, der geistigen Welt etwas schenken, was sie in dieser Art aus sich selbst heraus - ohne unser Zutun - nicht schaffen kann. Weil, wir haben öfter darüber gesprochen, dass das Große war ja überhaupt: Die geistigen Hierarchien, die über uns stehen, haben eigentlich keinen direkten Zugang zu unserer sinnlich-irdischen Welt - und schon gar nicht zur Welt der Widersacher, also zur unterirdischen Welt, wenn man es so nennen will, namentlich nicht zum Reich der ahrimanischen, asurischen Wesenheiten. Und dann gibt es ja noch die dritte Gruppe da unten im unteren Bereich, die soratischen Wesenheiten. Alles das ist etwas, zu dem die geistigen Hierarchien, die über uns stehen, keinen Zugang hatten - zumindest nicht bis zu dem Zeitpunkt, zu dem sich der Christus mit der Menschheit und mit der Erde verbunden hat. Eben voll und ganz Mensch geworden ist. Also, wirklich um dieses Erdendasein, dieses sinnlich-physisch-materielle, vor allem auch materielle.Erdendasein zu erfahren, dazu muss man Mensch werden in einer menschlichen Leibeshülle - also voll und ganz - und das hat der Christus gemacht. Und erst dadurch, dass der Christus das gemacht hat und sich in der Folge ganz mit der Erde verbunden hat… Ein Prozess, der im Übrigen noch in Entwicklung ist. Das ist also auch nicht mit einem Schlag passiert, sondern es ist ein Prozess, der eine Entwicklung angestoßen hat. In dem Maße aber, in dem der Christus sich verbindet mit der Erde, zusammenwächst mit der Erde und der Menschheit, können auch alle die geistigen Hierarchien, die ihm zugehören, die mit ihm verbunden sind, auch an diesen Erfahrungen teilnehmen. Aber bis dahin war das das große Rätsel, im Grunde.

Mit dem Beginn der Verfinsterung (Kali Yuga) wurden die Erfahrungen aus den Einweihungswegen immer stärker durch die Widersacher verzerrt 0:12:51

Also, man kann sagen, so wie wir als Erdenmenschen suchen den Zugang zur geistigen Welt, der uns ja jetzt eben so, wie wir als  Erdenmensch geworden sind, nicht gleich von vornherein gegeben ist, namentlich nicht in unserer Zeit - obwohl es jetzt wieder beginnt. Aber wir hatten eine lange Zeit der Dunkelheit. Wir haben darüber gesprochen, dass diese Dunkelheit begonnen hat noch vor der ägyptischen Zeit, kurz vor der ägyptischen Zeit kommt eine Verfinsterung über die Menschheit. Und das heißt, ein größter Teil der Menschheit hatte von Natur aus keinen Einblick mehr in die geistige Welt, keinen Einblick in die Seelenwelt. Es gab noch einzelne Reste bei manchen Menschen. Es gab dann namentlich in der ägyptischen Zeit Einweihungswege, Einweihungsmethoden, um durch eine entsprechende Schulung den Zugang wiederzufinden, den Zugang zu finden auf eine alte Weise. Hat aber bereits in der spätägyptischen Zeit - auch darüber haben wir gesprochen - nicht mehr so wirklich funktioniert. Der Weg bestand eigentlich darin, im Grunde, ja, hineinzugehen in das Reich, das wir erleben vor der Geburt bzw. nach dem Tod. Und der Weg aber der ägyptischen Einweihung namentlich war der, dass man den Menschen künstlich durch die Gemeinschaft von Priestern, die den Einzuweihenden umgeben haben, den Menschen in einen todesähnlichen Zustand versetzt hat. Und das war ein mit der Zeit immer gewagteres Unternehmen, weil die Gefahr sehr groß ist, dass der Mensch eben dann nicht mehr zurückkommt. Wenn man es aber zu schwach macht, dass es nur so eine leichte Lockerung ist, dann wurde nicht genug Einblick in die geistige Welt gewonnen oder in die Seelenwelt, sagen wir es einmal so, und man kommt auf diesem Weg in Wahrheit auch nicht sehr, sehr weit hinaus. Man kommt im Grunde in die Seelenwelt hinein, also in die unteren Bereiche der Seelenwelt. Und wenn man aber entsprechend geschult und vorbereitet ist, kann man zumindest in den Abbildern in diesen unteren Bereichen der Seelenwelt auch Höheres erleben, aber als Abbild. Als Abbild in einem relativ niederen seelischen Bereich. Das ist das, was sich in der ägyptischen Zeit abgespielt hat. Und was aber, je später es wurde, je mehr es schon gegen die griechisch-lateinische Zeit zuging, immer schwieriger wurde. Also, man hatte erstens das Problem, dass die Bilder, die sich da in der niederen Seelenwelt abdrücken, dass die nicht mehr rein waren, sondern dass sie eben gestört wurden namentlich durch die luziferischen Kräfte - aber auch bereits die ahrimanischen Kräfte, die aus der Tiefe herausdringen - dass diese Bilder verzerrt werden. Also die Frage ist: Wie klar waren die Einsichten noch, die damals gewonnen wurden? Es wurde immer schwieriger.

Es ist wichtig für unser Thema jetzt, weil es ja darum geht, dass wir jetzt diesen Abgrund ausloten - und die ganze Geschichte mit der "Hure Babylon". Babylon war einmal… gehörte  ja auch letztlich zur ägyptisch-chaldäischen Zeit dazu, also die babylonische, vor allem die alte babylonische Kultur. Wieso wird gerade das dann zur "Hure Babylon"? Ja, weil eben die alten Kräfte immer mehr verdorben werden durch die Widersacher, immer mehr in den Dienst des Egos gestellt wurden und hinter dem Ego… Und zwar des kleinen, des engen Egos gestellt wurden. Und dahinter stehen aber schon die Widersacherkräfte und lauern eigentlich darauf, alles das, was durch diese alten Einweihungsmethoden heruntergebracht wird, für ihr Reich zu gewinnen; damit im Grunde den geistigen Fortschritt der Menschheit zu behindern, zu bremsen und unten die Widersacherkräfte zu stärken. Das wurde immer stärker, immer stärker im Grunde. Und daher muss man sehr aufpassen: nicht überall, wo von Einweihungsstätten und so die Rede ist, ist das (nicht) immer was Positives, sondern es kann sehr wohl was sogar extrem stark Negatives sein. Also, das wirkliche Verderbnis lauert dort, wo Menschen einen falschen geistigen Weg gehen - und nicht merken, wie sie von den Widersachern geleitet werden. Und natürlich, die Widersacher geben sich in der besten Form zu erkennen, das ist schon ganz klar.

Geistige Entwicklung im Angriff durch die Widersacher: Ein Gleichgewicht schaffen zwischen den luziferischen Kräften einerseits und den ahrimanischen, asurischen und soratischen Kräften andererseits 0:18:06

Das ist also die große Problematik. Und warum wir jetzt so immer noch kreisen dort und eine große, große Scheu davor habe ich, zu schnell da vorzugehen: Weil hier sind die entscheidenden Punkte. Man muss wirklich ganz deutlich sehen, wenn man einen falschen geistigen Weg geht und wenn dieser Weg funktioniert… Das Glück ist, dass er meistens nicht funktioniert. Also, das ist eine Art Schutz heute, dass also viele diesen alten Weg gar nicht gehen können - und sie nur an der Oberfläche zumindest gehen, vielleicht ein paar oberflächliche Erlebnisse haben, aber dass es nicht in die Tiefe geht, und das ist noch ein großes Glück. Aber wenn es funktioniert, dann ist die Gefahr sehr groß. Dann ist die Gefahr sehr groß, dass man wirklich sich verbindet - und zwar dann schon erste Schritte dazu setzt, also wirklich sich mit dem Reich der soratischen Wesenheiten zu verbinden und dann letztlich einmal auszuscheiden aus der regulären Erdentwicklung. Nicht jetzt schon, halt in späteren kosmischen Verkörperungen der Erde. Wir haben gesagt und darüber gesprochen, diese berühmte und ominöse Zahl 6-6-6 bedeutet also den sechsten kosmischen Entwicklungszustand. Die Erde ist aber erst der vierte kosmische Entwicklungszustand, wir stehen also in der Mitte einer kosmischen Folge von Entwicklungen, die über sieben Stufen geht, und wir sind erst in der vierten. Und wirklich ganz kritisch wird es erst auf der sechsten Stufe und dort im sechsten Unterzustand und von diesem Unterzustand noch einmal der sechste Unterzustand. Dort fällt die letzte Entscheidung. Bis dahin ist für jeden Menschen noch möglich die Umkehr. Dort, wenn man dort angelangt ist und dann noch immer drauf bleibt auf dem falschen Weg, dann wird man für lange Zeit dort bleiben, für ewig dort bleiben, im Grunde.

Und wir haben auch davon gesprochen, das Ziel letztlich dieser soratischen Wesenheiten, die nämlich das ganze Geschehen bestimmen und auch einen großen Einfluss auf die Asuras, auf die ahrimanischen Wesenheiten haben… Am wenigsten auf die luziferischen, daher kann man sogar manchmal wirklich den Beelzebub mit dem Teufel austreiben oder wie. Es ist manchmal sogar besser, sich mit den luziferischen Kräften zu verbinden und sie zu benützen, um gegen die untere, gegen die dunkle Seite anzutreten. Also, sie wirken nicht alle gleich. Es ist zwar nicht der ganz empfehlenswerte Weg, aber ihr wisst ja… eigentlich geht es darum, aus dem Ich heraus das Gleichgewicht zu schaffen zwischen den luziferischen Kräften und den ahrimanischen Kräften, wobei aber "ahrimanisch" jetzt im Grunde alles einschließt, was diese unterirdischen, der Unterwelt angehörigen Wesenheiten sind. Also dazu zählen eben auch die Asuras, und dazu zählen letztlich auch diese soratischen Wesenheiten. Da gilt es, das Gleichgewicht zu schaffen, irgendwie. Das heißt, wir brauchen beide. Wir brauchen beide. Das ist das ganz Interessante. Wir brauchen sogar die soratischen Wesenheiten, obwohl die eigentlich etwas sind, was - davon haben wir auch schon gesprochen - was ursprünglich in der Entwicklung nicht so wirklich vorgesehen war, dass sie diese Rolle bekommen. Aber sie spielen eine entscheidende Rolle dafür, dass der Mensch sich wirklich ganz losreißen konnte von den oberen Wesenheiten. Die letzte Kraftquelle geht von ihnen aus. Wir haben davon gesprochen: Sie waren es, die es den Menschen - oder überhaupt unserer Erdentwicklung - ermöglicht hat, dass sich Erde und Sonne wirklich voneinander trennen und komplett getrennte Weltenkörper sind, und dass wir hier auf der Erde eben Bedingungen finden, wo wir als physisch-materiell-körperliche Wesenheiten erst wirklich die volle Freiheit entwickeln können. Und die volle Freiheit besteht darin, dass wir von allen guten Geistern verlassen sind. Und die noch größere Freiheit besteht darin, dass wir aus eigener Kraft es schaffen, zeitweilig zumindest, auch von allen bösen Geistern verlassen zu sein. Aber das passiert nicht von selber.

Der Sündenfall gehört zu den Aufgaben des Menschen dazu: über die Freiheit zur Menschen verbindenden Liebe 0:23:16

Was uns hier durch die irdische Inkarnation, so wie sie jetzt ist, wie sie durch den Sündenfall geschehen ist, der aber eigentlich kein wirklicher Betriebsunfall ist, sondern ein Segen für uns ist… Das ist das große Geheimnis. Rudolf Steiner spricht ein paarmal davon, dass es das von der Kirche - vom Vatikan - bestgehütete Geheimnis ist, dass eigentlich der Sündenfall zur Aufgabe des Menschen dazugehört. Er könnte seinen Weg sonst nicht vollenden, nämlich wirklich zur Freiheit, zur individuellen Freiheit zu kommen - und aus der Freiheit heraus zur Liebe zur ganzen Menschheit, ja, zur Liebe überhaupt. Denn wirkliche Liebe fordert Freiheit. Wirkliche Liebe fordert Freiheit. Sonst ist es Leidenschaft oder sonst etwas, Besessenheit vielleicht sogar. Das kann es alles geben. Es kann sehr lustvoll sein, es kann sehr freudvoll sein, aber das ist noch nicht wirkliche Liebe. Liebe ist dann da, wenn ich aus Freiheit mich verschenken kann an ein anderes Wesen. Und verschenken können heißt, wirklich Lebenskräfte verschenken an das andere Wesen. Davon haben wir gesprochen, Liebe ist nicht nur ein Gefühl, nicht nur eine Emotion vielleicht gar. Gefühl ist schon etwas Geläuterteres gegenüber der Emotion. Aber es ist viel mehr. Liebe ist echte Lebenskraft, die geschenkt wird. Und in einer guten Partnerschaft zum Beispiel bildet sich wirklich ein gemeinsames Lebensfeld, könnte man sagen, also ein gemeinsamer ätherischer Bereich, der davon lebt, dass beide Partner in diesen Bereich etwas einbringen. Daher eben auch wirklich dieser schwierige Moment, wenn ein Partner stirbt. Dann fällt diese Quelle weg, weil diese Quelle so nur im Irdischen gegeben werden kann. Nicht wahr, mit dem Tod des Partners, lösen sich dessen Ätherleib und dessen Ätherkräfte auf - und dann muss ich schauen, wie ich, indem ich mich aber jetzt geistig mit dem verstorbenen Partner verbinde, wie ich hier es schaffe, die Kräfte, die vorher dieser Mensch gegeben hat, wie ich sie jetzt hier unten durch seine geistige Hilfe, aber selbst, erzeuge. Mit Hilfe des Christus. Weil wir im Ätherischen alleine noch gar nicht so arbeiten können. Nicht wahr, das ist das große Geheimnis der Liebe, dass wir da an etwas arbeiten, was eigentlich viel zu groß für uns ist.

Aber dadurch, dass wir uns aus Freiheit mit dem Christus verbinden, können wir sehr wohl arbeiten an dem. Und das bildet die Grundlage aller menschlichen Gemeinschaften, die funktionieren: von der Partnerschaft von zwei Menschen oder einer Familie, ein bisschen grösser - bis hin letztlich zu großen Staatsgemeinschaften oder Völkergemeinschaften, ja, bis hin zur ganzen Menschheit. Und wir sollten, wenn es gut läuft, noch während unserer Erdentwicklung es schaffen, dass wir wirklich eine Menschheit werden, die sich in völlig unterschiedliche Individuen differenziert, die aber gerade dadurch eine große Einheit bilden, weil jeder einzelne Mensch seine individuellen Fähigkeiten in das Gesamte einbringen kann. Also, das heißt eine Gemeinschaft, eine ganze Menschheitsgemeinschaft, die durch Liebe miteinander verbunden ist. Das wird bis zu einem gewissen größeren oder kleineren Grad die nächste Kulturepoche ausmachen. Da haben wir noch ein bisschen Zeit, bis es dorthin kommt. Die "Gemeinde von Philadelphia" ist es genannt in der Apokalypse. Es ist also die Kulturepoche, die auf unsere folgen wird, die zum Teil geprägt werden wird durch die Liebe, die die Menschen untereinander verbindet - über alle Grenzen hinaus, über die Blutsverwandtschaft natürlich hinaus. Und auch der Versuch, sich zu verbinden mit den Menschen, die eben verführt durch die Widersacher sich dagegenstellen, sodass man ihnen etwas anbieten kann von diesen Kräften, aber ohne sie in die Unfreiheit zu bringen. Das wird das ganz Schwierige sein. Wie hilft man Menschen, die sich gar nicht helfen lassen wollen, ohne ihre Freiheit einzuschränken? Das ist etwas ganz, ganz was Schwieriges. Aber das ist auch etwas, was wir jetzt im Grunde schon beachten müssen, weil wir kennen uns doch alle selber, wir wissen doch immer besser, was den Anderen gut tut. Bei uns selber sehen wir es meistens eh nicht, aber bei den Anderen sehen wir sofort: "Na, du musst das und das machen, das rate ich dir." Und dann ist man meistens, wenn er das nicht macht… "Naja, ich habe es dir ja gesagt, du muss das und das machen, ist ja klar, dass es nicht funktioniert." Und man macht subtil Druck. Man meint es ja nur gut. Man meint es ja nur gut, aber da ist man schon auf dem Abweg, im Grunde. Das geht schon in die falsche Richtung. Das heißt, man muss geben in dem Sinne, dass man ausströmt, ausstrahlt, die Samenkörner sozusagen in die Welt wirft - und aber abwartet, ob's der Andere nimmt oder nicht. Also, es muss wirklich etwas sein, was ich in die Welt sende, in die Welt werfe - und es aber jedem überlasse, ob er es nimmt oder nicht. Das ist ganz wichtig. Weil, die Erdentwicklung ist dazu da, um die Freiheit des Menschen, des menschlichen Ichs, hervorzubringen und damit die Möglichkeit zur Liebe. Zur Liebe in einer Form, wie sie sonst nur die höchste Gottheit, also die Trinität selbst hat.

Die aus der Freiheit geborene bedingungslose Liebe ist bislang nur zwei Gruppen von Wesenheiten zugänglich: der Trinität und dem Menschen 0:30:03

Nicht wahr, wir haben auch davon gesprochen, dass diese Freiheit und damit im Kern auch diese bedingungslose Liebe nur zwei Gruppen von Wesenheiten zugänglich ist: Einerseits der Trinität, andererseits den Menschen. Und die Engelwesen, die natürlich auch Liebe den Menschen bringen: Aber sie bringen sie, indem sie sie aus der Quelle von oben schöpfen und weitervermitteln. Das heißt, sie können etwas nicht: Sie können es nicht aus sich selbst heraus erzeugen. Wir können es aus der Kraft unseres Ichs heraus erzeugen, wenn wir uns in Freiheit auch mit dem Christus verbinden. Aber in völliger Freiheit. Diese Freiheit haben die Engelhierarchien, die über uns stehen, nicht. Und daher ist mit der Entwicklung des Menschen etwas ganz, ganz Besonderes gegeben, was vorher noch nie in dieser Form da war. Man darf sich nicht vorstellen: Naja, die Entwicklung wiederholt sich immer, jetzt kommt wieder eine neue kosmische Entwicklungsstufe und da geht es halt wieder weiter: "Aha, es steigen wieder neue Wesenheiten auf zu geistigen Wesenheiten, also das heißt, sie werden dann Engel oder irgendwas und das wiederholt sich ewig. Immer wieder kommen neue dazu." Das wäre ein ziemlich langweiliger Kosmos. Immer dieselbe Geschichte. Wäre ein bisschen fantasielos. Also, die Gottheit ist schon etwas fantasievoller. Und sie ist so fantasievoll gewesen, dass sie jetzt jedem einzelnen Menschen diese Fähigkeit zugesteht. Erstmals entstehen geistige Wesenheiten, wo jedem einzelnen dieser Wesenheiten aus eigener Kraft diese Fähigkeit zugestanden wird. Wie klein auch immer sie ist, es liegt an uns, sie größer zu machen. Aber das ist das Große. Der Preis dafür, ja, für das ganze Universum, für die ganze Gottheit, für alle Hierarchien ist, dass das ganze Experiment scheitern kann. Auch darüber haben wir gesprochen. Es ist seit der Erdentwicklung möglich, dass der ganze… Entwicklungsplan will ich nicht sagen, weil wir haben schon davon gesprochen, es gibt keinen fertigen Plan: so und so und so wird es gehen, sondern die ganze Entwicklung war ein schrittweises, immer stärkeres Aufgeben der Allmacht Gottes. Und im Grunde mit dem Erdenleben des Christus, wird das ersetzt durch die völlige Ohnmacht Gottes.

Trinität - der Begriff wandelt sich in Abhängigkeit von der geistigen Entwicklungsstufe 0:32:56

Das ist es, was der Christus als Vertreter der Trinität… aber ihr wisst, die drei Personen sind eigentlich Eines, das sind eben verschiedene Aspekte dieser Einheit, drum kann sie als Dreiheit erscheinen, aber von der höchsten Welt aus gesehen ist es eine Einheit. In ihrem Wirken in unserer Welt erscheint es als Dreiheit, als Trinität. Auch der Begriff der Trinität wandelt sich, je nachdem auf welcher geistigen Höhe man es betrachtet. Wenn man es in seinen Wirkungen hier in der Erdenwelt betrachtet, dann muss man es als Trinität sehen und dann ist da eine ganz unterschiedliche Wirkung der Vatergottheit, die im Hintergrund steht, des Christus und des Heiligen Geistes. Es ist also ganz unterschiedlich. Aber wenn ich aufsteige in die höchsten Welten, dann wird es eine Einheit, eine ununterscheidbare Einheit. Das ist das große Paradoxe. Was im Übrigen immer dann der Fall ist, wenn wir uns in der geistigen Welt irgendwo bewusst oder halbbewusst bewegen. Wir brauchen bei jeder neuen Blickrichtung… Bei jeder kleinen Stufe, die wir weiterkommen, sieht die Sache anders aus. Oft sogar so, dass es sich dem, was ich vorher gesehen habe, zu widersprechen scheint. Also, wir kommen nirgendwo in den geistigen Welten mit einem Schema durch, daher gibt es auch keinen fertigen Weltenplan. Kann es auch nicht geben. Weltenplan ist was, wo alles in einem Schema sozusagen sich zusammenfassen ließe. Das funktioniert nicht. Ihr werdet bei Rudolf Steiner immer viele Schemata finden. Es ist gut, sich ein Schema zu machen. Man muss nur wissen auch, wann man es loslassen muss, und nicht grübeln: "Ach, jetzt sagt er das da ganz anders. Wie passt denn das in das Schema?" Gar nicht. Gar nicht.

Zu Schema, Plan und Wirklichkeit 0:35:04

Man darf nicht das Schema mit der geistigen Wirklichkeit verwechseln. Es ist eine irdische Hilfe, eine Stütze, um sich zu orientieren in dem Ganzen. Es ist wie ein Lageplan, der detaillierter oder weniger detailliert sein kann, aber bitte verwechselt nicht den Plan mit der wirklichen Landschaft. In die muss ich erst hingehen - und da kann mir der Plan helfen. Und wenn ich, weiß ich nicht, Wasseradern oder was finden will, dann brauche ich einen Plan, wo das eingezeichnet ist, und wenn ich die Vegetation studieren will, brauche ich halt einen Plan, wo das mehr eingezeichnet ist. Ich kann verschiedene Pläne brauchen. Ich muss aber auch wissen, wann ich ihn weglegen sollte und dann endlich einmal wirklich anschauen, was vor meiner Nase steht. Genauso, ja, wenn man Städtereisen macht oder was. Wenn ich immer nur im Plan drin bin und im Reiseführer die Nase drin habe und nicht anschaue, was da wirklich steht, vor meiner Nase nämlich steht, werde ich es nie kennenlernen - sondern irgendwann ist gut. Was sagt der Reiseführer alles? Interessiert mich nicht, ich schaue mir das jetzt an und sage: "Schaue, was sagt mir jetzt das Bild, die Statue, das Bauwerk oder sonst etwas?" Und ich blende alles aus, was je jemand darüber gesagt hat, was ich je drüber gelesen habe, interessiert mich jetzt einmal nicht.

Zum kreatives Wahrnehmen der Welt 0:36:25

"Wie wirkt das auf mich? In welches Gespräch komme ich mit den Dingen?" Das ist letztlich immer das Entscheidende. Und damit kommt immer wieder ein neuer Aspekt zum Vorschein, den vielleicht noch niemand bis jetzt entdeckt hat. Und in diesem Sinne sind wir selbst im Anschauen, im Wahrnehmen der Welt kreativ. Nicht wahr, jeder Mensch hat die Chance, etwas anders zu sehen, als es alle anderen Menschen bisher gesehen haben oder zu hören oder zu lesen oder wie auch immer. Und da ist schon unser Ich drinnen. Und das ist das… Allein schon, wenn wir das erleben und Andere dann teilhaben lassen an dem Erleben, verschenken wir etwas. Wir übergeben es eigentlich der geistigen Welt, in Wahrheit. Jeder kann das tun. Es geht nicht um so riesige, spektakuläre Dinge, die jetzt gleich von heute auf morgen den ganzen Weltlauf erschüttern. Na, Gott sei Dank, können wir das noch nicht.

Selbst wenn nämlich die besten Absichten dahinter sind, aber unsere Fähigkeiten reichen dazu nicht aus, wir würden es so ungeschickt machen, dass wir dann sagen: "Ja, aber ich hab's ja gut gemeint." Aber es ist leider alles kaputt nachher. Die Gefahren sind sehr groß, also sind wir froh, dass unsere Kräfte noch sehr klein sind. Aber sie sind groß bereits in dem, schöpferisch etwas zu entwickeln. Und a bisserl was davon darf schon in die Welt hinein und dort wirksam werden. Wie soll ich sagen, homöopathisch dosiert, ist es gerade recht. Dann ist es eine Anregung für die Welt, dass sie sich in Freiheit weiterentwickeln kann - nämlich vor allem die anderen Menschen in Freiheit sich weiterentwickeln können - und dass letztlich alle Kreaturen der Erde teilhaftig werden dessen, irgendwann einmal. Das ist das Ziel.

Aus den Paulus-Briefen: Alle Kreatur wartet auf Erlösung, an der der Mensch mitwirkt 0:38:32

Das ist das Ziel. Paulus beschreibt das so schön in seinen Briefen, eben wie die ganze Kreatur, also die Tierwelt, aber letztlich auch die Pflanzenwelt, alles, die Mineralien, alles wartet auf Erlösung, an der der Mensch mitwirkt, mitwirken kann. Und diese Erlösung heißt, dass sie in dieses Wesen der Freiheit aufgenommen werden. Und damit eine Entwicklung, eine Weiterentwicklung vor sich haben, die eben ganz anders verläuft als die Entwicklung der Wesenheiten, die uns vorausgegangen sind. Denn, man muss ja davon sprechen, zum Beispiel, wenn man die Tiere hernimmt: Hinter den Tieren steht nicht eine individuelle Seele bzw. ein individuelles Ich, ein individueller Geist - seelisch ist es etwas anders - aber kein individueller Geist wie beim Menschen. Also das heißt, das Tier hat kein einzelnes Ich, sondern es ist ein Gruppen-Ich dahinter. Das aber sehr wohl: das Seelische des Tieres wird unterschiedlich geformt. Ich meine, ich kann es mit meinen Katzen sagen. Jetzt sind sie gerade auf Tauchstation im Moment, ich glaube, es ist ihnen ein bisschen unheimlich, wie viele da jetzt vorne sitzen, da trauen sie sich nicht, sie sind ein bisschen schüchtern - am Anfang. Wenn sie mal die Schüchternheit abgelegt haben, dann geht's eh rund. Aber jedes Tier hat seine eigene, ja, wie sollen wir sagen, Tierpersönlichkeit - durchaus. Und ganz besonders gilt das für die, im weitesten Sinn, Haustiere. Ich sage jetzt bewusst: "im weitesten Sinn", weil in Wahrheit um die 95 Prozent aller Tiere, also Säugetiere meine ich jetzt einmal - das andere lasse ich einmal jetzt vor, aber Säugetiere, die auf Erden leben - sind im Grunde, im weitesten Sinne, Haustiere. Das heißt Tiere, die bereits durch den Einfluss des Menschen ganz wesentlich verändert sind, die also keine Wildtiere mehr sind. Und dieses

... komm her "Haustier"… Mein Kater steht unten…

Durch das Zusammensein mit dem Menschen, also sei es bei Kühen oder was, wie man mit denen umgeht beim Melken oder sonstwo oder… alles das hat einen Einfluss erstens auf die einzelne Tierpersönlichkeit, also auf dieses doch ganz einzigartig geformte Seelisch-Astralische, das drinnen ist - und der Mensch übernimmt bis zu einem gewissen Grad Aufgaben, die sonst die Gruppenseele dieses Tieres übernimmt. Das heißt, es gewinnt das Tier etwas dazu, in Wahrheit. Das ersetzt jetzt natürlich...

Irgendwo bitte im Hintergrund sind ein paar Geräusche, bitte Mikro zumachen...

Also, der Mensch hat einen Einfluss, und das hat vor allem einen Einfluss auf die Zukunft; auf die Zukunft der Tiere, der Pflanzen, der Mineralien und so.

Vom Urmenschen Adam Kadmon, der den ganzen Kosmos umspannt, zum physisch-stofflichen Menschen 0:42:15

Das hängt auch damit zusammen, darüber haben wir auch gesprochen: Wie sind denn beispielsweise die Tiere entstanden auf Erden? Die Tiere sind dadurch entstanden, dass sie der Mensch aus seiner Wesenheit herausgesetzt hat, in Wahrheit. Scheint jetzt nicht so mit der biblischen Schöpfungsgeschichte vereinbar zu sein, aber ist es in Wahrheit trotzdem. Der Anfang ist nämlich der Urmensch, der "Adam Kadmon", wie's auch die Hebräer nennen. Und aus dem heraus haben sich zuerst abgegliedert die Tiere, die Pflanzen, die Mineralien. Und zuletzt ist der Mensch in seiner heutigen Gestalt - oder in seiner annähernd heutigen Gestalt - auf der Erde erschienen. Aber dahinter ist immer eigentlich dieser große kosmische Mensch: der "Adam Kadmon", der aber, man könnte sagen, immer mehr zusammenschrumpft. Am Anfang war er wirklich so groß wie der ganze Kosmos, das heißt größer als die Erde, größer als unser Sonnensystem, so groß eben wirklich wie dieser Kosmos, von dem wir ein bisschen was ahnen können, wenn wir in der Nacht auf den Sternenhimmel schauen und alles das sehen, was da draußen ist. Und aus dem zieht er sich langsam zusammen, langsam zusammen, dann ist er einmal so groß wie unser Planetensystem - ich übersetze es halt jetzt in räumliche Begriffe, aber es ist das Geistige, das dahintersteckt. Aus dem heraus wird der Mensch. Aber in physischer Gestalt betritt er als Letztes die Erde. Als Letztes. Da hat er schon die Tiere aus sich herausgesetzt. Da hat er die Mineralien schon vorher aus sich herausgesetzt - kann man auch von zwei Seiten betrachten -, die Pflanzen aus sich herausgesetzt, die Tiere aus sich heraus gesetzt und dann endlich steht er, na, in der Gestalt des physischen Urmenschen da, weiß ich nicht, so vor ein paar Millionen Jahren ungefähr. Und da gibt es dann noch verschiedene Verzweigungen, die aber dann auch nicht unser heutiger Mensch werden, also der Homo sapiens.

Also, diese Entwicklung beginnt oder vollzieht sich in der atlantischen Zeit, im Grunde, dass wir in physischer Gestalt beginnen, wirklich in physischer Gestalt, die Erde zu betreten. Aber der Mensch ist dabei, er ist vorher dabei. Er ist dabei zu der Zeit, als Erde und Sonne und andere Planeten noch nicht voneinander getrennt waren. Da ist der Mensch dabei. Überall ist er dabei. Und die zweite Schöpfungsgeschichte, davon haben wir auch schon gesprochen, in der Bibel gibt es ja zwei Schöpfungsgeschichten. Also 1. Kapitel der Genesis und 2. Kapitel dann, da geht alles wieder von vorne an, aber auf einer anderen Ebene. Auf einer anderen Ebene. Im 2. Kapitel ist vom "Garten Eden" die Rede - und dieser "Garten Eden" umfasst in etwa noch das Gebilde, das Erde und Mond zusammen ist. Es reicht etwas hinaus - deutlich sogar hinaus - über die heutige Mondbahn. Und aus dem hat sich dann auseinandergegliedert unsere heutige Erde und der Mond als selbstständiger Himmelskörper. Das heißt also, der Paradiesesmensch im "Garten Eden", das ist aber noch der Mensch, der als dichtestes das Luftelement, also was Gasförmiges, in sich hat. Aber unten beginnt sich schon ein Kern zu verdichten zum Wässrigen, also wo zuerst das Gasförmige dichter wird, das Wässrige entsteht - Wässrige jetzt im weitesten Sinne, wir müssen nicht nur an unser heutiges Wasser denken, sondern alles, was flüssig ist - und dieses Flüssige beginnt zu verhärten. Aus dem bildet sich dann langsam unsere Erdkugel. Da es eine Kugel ist, zeigt es deutlich, dass sie aus dem Flüssigen entstanden ist. Es ist die ideale Tropfenform. Dass auf der Erde die Tropfen langgezogen sind, liegt an der Schwerkraft. Aber eigentlich im Kosmos ist ein Tropfen immer kugelförmig und daher ist auch die Erde kugelförmig, das ist ein ganz deutliches Zeichen, dass sie aus dem Flüssigen entstanden ist.

Mit der Inkarnation des Ichs in den Menschen beginnen die kristallbildenden Kräfte in der Erde zu wirken: kristallbildende Kräfte sind Ich-Kräfte 0:47:15

Und erst als der Mensch dann wirklich in seiner heutigen Gestalt die Erde betritt oder zu betreten beginnt, das heißt, sein Ich sich inkarniert jetzt in dieser Erde, in dieser flüssigen Erde, dann fängt es zu kristallisieren an, dann kommen die kristallbildenden Kräfte. Haben wir letztens davon gesprochen: Die kristallbildenden Kräfte hängen ganz stark zusammen mit den Ich-Kräften des Menschen, sind eigentlich gleicher Art. Daher ist der "Kristallhimmel", wie man es im Mittelalter genannt hat, der also noch jenseits der sichtbaren Sternenwelt ist, wo man dann später aus Missverständnissen gesagt hat: da sind die Sterne drauf montiert… Die müssen ja irgendwo sein, sonst täten sie ja herunterfallen. Ich meine, so primitiv haben sich die Menschen früher das nicht gedacht, als der Ausdruck "Kristallhimmel" geschaffen wurde. Das ist die heutige Missinterpretation davon. Nein, aber es ist gemeint ein Kristallhimmel, der die Grenze bildet eigentlich, wo die sichtbare Welt in die unsichtbare, in die übersinnliche Welt, übergeht. Und von diesem Kristallhimmel oder von dem, was jenseits des Kristallhimmels im Raumlosen und Zeitlosen oder Überräumlichen, Überzeitlichen ist, von dort kommt die Ich-Kraft und von dort kommen aber auch die kristallbildenden Kräfte. Und die hängen ganz eng damit zusammen.

Die Asuras arbeiten am physischen Leib des Menschen und können damit kristallbildende, schöpferische Ich-Kräfte rauben, die auf ewig verloren gehen! 0:48:56

Und zum Beispiel, wenn etwas bei uns, auch in unserem Organismus, zerstört wird an kristallbildenden Kräften, wenn sich etwas nicht ausbilden kann, dann ist das etwas, was unserer Ich-Kraft verloren geht. Wir verlieren etwas an Fähigkeit dadurch. Denn wie entwickelt sich das Ich letztlich? Es entwickelt sich, indem es an sich selbst, das heißt an seinen Körperhüllen arbeitet und im weiteren Sinn dann an der Erde arbeitet.

Und alles, was hier nicht geschieht oder uns geraubt wird, uns genommen wird, das geht uns an schöpferischen Fähigkeiten verloren. Wir können es  vielleicht auf einem anderen Weg wieder versuchen. Ich meine, man kann ja Dinge auf verschiedenste Art versuchen, aber das, was wir gewinnen könnten, dadurch ein Werk in einer ganz bestimmten Weise herzustellen, das ist weg. Das ist weg. Und an dem arbeiten ganz stark die Asuras, dass sie uns das wegnehmen. Das hängt mit dem zusammen, wo Rudolf Steiner davon spricht: Die Asuras sind insofern sehr gefährlich, weil sie erstens arbeiten am physischen Leib des Menschen, das kann nicht einmal der Ahriman, dass er das direkt kann. Er greift unseren Ätherleib an und dadurch bringt er indirekt Todeskräfte in unseren Organismus hinein, aber er kann nicht direkt bis ins Physische eingreifen. Die Asuras können das. Und es ist aber gerade das Physische das Widerlager dafür, dass wir unser Ich-Bewusstsein entwickeln können. Wir spiegeln uns gerade am Physischen. Dadurch wachen wir auf: am Physischen unseres Leibes und in zweiter Stufe am Physischen der Erdenwelt, in der wir leben. Wenn wir das nicht täten, könnten wir unser Ich-Bewusstsein, dieses mit der Freiheit verbundene Ich-Bewusstsein nicht entwickeln. Und was wir nicht jetzt entwickeln, geht uns aber für die Zukunft verloren. Das fehlt uns an freier schöpferischer Möglichkeit für die Zukunft. Wir können das nur jetzt hier während der Erdentwicklung - die Grundlage dafür schaffen. Wofür wir jetzt nicht die Grundlage schaffen, ist uns verloren für die Zukunft. Wir werden uns weiterentwickeln. Wir werden uns weiterentwickeln, aber das, was wir als Grundlage dafür brauchen, um aus Freiheit uns weiterzuentwickeln, das müssen wir jetzt schaffen, während der Erdentwicklung. Und sogar noch enger gesprochen, während der physischen Verkörperungen, der physisch-stofflichen Verkörperungen während unserer Erdentwicklung. Wir haben davon gesprochen, die Zeit wird äußerlich gesehen eng. Rudolf Steiner spricht davon, dass im 6., 7., 8. Jahrtausend die Menschen sich nicht mehr inkarnieren werden auf Erden, großteils zumindest.

Die Erdentwicklung und das "Aufblitzen" des Menschen in einem stofflichen Körper, um die Freiheit des Ichs zu erwerben 0:52:24

Die Menschheit wird etwas ganz Sensationelles sein in der Erdentwicklung, sie wird sein die Wesensart auf Erden, die am allerschnellsten wieder, äußerlich gesehen, verschwindet. Wir sind eigentlich... Wenn jetzt von außen ein Beobachter kommen würde: Wir sind sowas, was kurz einmal aufleuchtet - und schon wieder weg ist. Wenn man nimmt viele Tiere, Fische oder was, da gibt es heute immer welche noch, die bis in die Urzeit zurückgehen. Also das heißt, das sind nicht nur Millionen, sondern Milliarden Jahre, was zurückgeht. Also, die Fische vielleicht nicht Milliarden, aber viele Millionen Jahre. Und sie leben immer noch in kaum veränderter Form. Und gehen weiter. Das heißt also, man kann sagen: Je einfacher die Tiere zum Beispiel sind, desto länger leben sie, desto länger ist die Lebensdauer ihrer Art. Natürlich nicht als Einzelwesen, aber ihre Art - sofern wir nicht als Menschen dafür sorgen, dass sie verschwinden. Muss man dazu sagen, wir arbeiten heftig daran. Aber gerade bei diesen ganz langlebigen, also Fischen oder so, bei vielen, also gerade da bei diesen Urzeit Fischen, gelingt es uns am allerwenigsten. Aber wir werden es auch noch schaffen, das zu beeinträchtigen. Aber jedenfalls, wir als Menschen werden sensationell kurz auf der physisch-stofflichen Erde gelebt haben. Also kosmisch gesehen, ist das ein winziges Aufblitzen. Ein winziges Aufblitzen. Aber in diesem kurzen Aufblitzen, müssen wir uns die Freiheit unseres Ichs erwerben. Wenn wir das wollen.

Kairos: Für unsere zukünftige Entwicklung brauchen wir Ich-Kräfte, die wir nur in unserem stofflichen Dasein erwerben können und die uns aber die Asuras entreißen wollen 0:54:26

Wieweit wir das wollen. Was uns gegeben wurde, war der Funke dazu, das heißt die Fähigkeit - aber Realität wird es eben erst, indem wir diese Fähigkeit anwenden. Wenn wir sie nicht anwenden, von selber passiert es nicht. Und sie geschieht eben dadurch, dass wir uns und die Welt verwandeln. Und zwar wirklich die physische Welt, auch um uns rundherum. Und wenn dieser Zyklus vorbei ist, also wenn das 5., 6., 7., 8. Jahrtausend - 9. Jahrtausend von mir aus - vorbei ist, dann werden hoffentlich viele Menschen bereits so weit sein, dass sie das sich erworben haben, diese Fähigkeit, und dass sie dann diese Kräfte auf einer höheren Ebene anwenden können. Aber was uns hier jetzt entrissen wird, namentlich durch die asurischen Wesenheiten, das geht uns für alle Zukunft verloren. Das können wir nicht nachholen.

Das ist das Problem, dass wir das nicht nachholen können. Und daher spricht Rudolf Steiner davon, so in der Kurzform eben gesagt, dass die Asuras Stücke aus dem Ich des Menschen herausreißen können. Das ist jetzt eine sehr bildliche Sprache, weil das Ich ist ja kein körperlicher Gegenstand, das Ich ist überhaupt nicht teilbar, es ist das Individuum, das steckt schon im Namen drin: das Unteilbare. Aber es kann etwas von seinen Fähigkeiten verlieren, die es entwickeln hätte können. Wenn wir das diesen Widersachermächten, in dem Fall den Asuras, überlassen, dann kann das passieren. Und es passiert...

Ja, bitte… Ein Zuhörer: …aus den Erzählungen von Steiner immer dieses Bild von einem Schweizer Käse. Ja. Ich kann mir das nicht vorstellen, dass dem Ich was fehlt.

Es fehlt ihm etwas an schöpferischer Kraft, wo er aus Freiheit schaffen kann. Das ist das Problem. Es gibt einen bestimmten Zeitpunkt im Erdenleben, wo ich das machen kann. Das ist das ganz Interessante. Es gibt einen Moment, das ist der... Die Griechen wussten das, sie sprachen vom "Kairos", vom richtigen Zeitpunkt, wo etwas passieren muss. Nur, wenn du den verpasst, ist es vorbei. Ist es vorbei. Du kannst viel anderes machen. Es kommen andere Zeitpunkte, wo du was anderes machen kannst. Aber die Gelegenheit, diese eine bestimmte Fähigkeit zu entwickeln, die du für die ganze Zukunft verwenden könntest: Wenn du den Moment versäumst, ist der vorbei. Endgültig vorbei. Und...

Es kommt etwas aus dem Zuhörerkreis, ist aber nicht verständlich…

Na ja. Es hängt mit den Kindheitskräften zusammen. Aber was ich jetzt erzähle, da geht es wirklich um die Dinge, die wir zumindest mit etwas Bewusstsein tun. Also noch nicht als Kind. Das, was in den Kindheitskräften hereinkommt, ist die Frucht der Vergangenheit zunächst einmal. Da bringen wir das mit, was wir aus der Vergangenheit oder eben auch in den vergangenen Inkarnationen, was wir uns dort erworben haben.

Platon irrt: Den berechenbaren Kosmos gibt es nicht (mehr) 0:58:12

Die Zukunftskräfte müssen wir uns da erarbeiten - hier auf Erden. Das ist ja auch das Interessante. Es spiegelt sich ja wider in der Philosophie zum Beispiel, wenn man Platon hernimmt oder so. Platon spricht immer davon, der Philosoph oder was verbindet sich mit der vorgeburtlichen Welt. Eine Wiedererinnerung an das: wovon er kommt. Das heißt, er blickt zurück auf die Vergangenheit, in Wahrheit - aber nicht in die Zukunft nach vorne. Und er hat daher auch… und da ist sehr viel darauf aufgebaut worden dann, im Grunde, im Sinn, ja, die Entwicklung wird so weitergehen, dass das, was ich da aus dem Geistigen mitnehme oder was ich sehen konnte im Geistigen, na ja, das wird sich dann alles verwirklichen - und so wird die Weltentwicklung weitergehen. Das würde aber dann letztlich hineinlaufen in einen berechenbaren Kosmos. Und nicht umsonst schwärmt er sehr von der Mathematik - mit viel Recht - aber da blickt er auf die Vergangenheit zurück. Aber er blickt nicht auf das vor, was absolut unberechenbar, absolut unvorhersehbar ist. Was selbst in der Welt der Vorsehung, die eine sehr hohe Stufe des Geistigen ist, nicht vorhergesehen werden kann. Ja, Gott - oder die Trinität - hat die Allmacht und Allwissenheit aufgegeben. Aus Freiheit heraus aufgegeben. Es ist interessant, dass es sich da ein bisschen einsickert sogar bei manchen Theologen. Gar nicht so wenigen. Also, dass das nicht mehr aufrecht erhaltbar ist: das alte, vor allem mittelalterliche, frühmittelalterliche Weltbild - teilweise noch antikes Weltbild, also in der nachchristlichen Zeit, die von der Allmacht und Allwissenheit Gottes spricht. Weil immer mehr… und das ist immer wieder dann die Frage, die ja gestellt wird: Ja, wie ist das aber mit der Freiheit des Menschen vereinbar? Wie ist es, ja, sieht Gott vorher, was der Mensch aus Freiheit entscheiden wird? Kann er das vorhersehen? Ja, wie weit ist es dann noch Freiheit? Und das sind sehr, sehr schwierige Fragen, da haben die Köpfe geraucht und das hat keine wirkliche Antwort gefunden. Die Antwort ist eigentlich die, dass Gott - die Trinität - die Allwissenheit und die Allmacht aufgegeben hat, um Raum für die Freiheit des Menschen zu schaffen.

Mit der Option auf Freiheit für den Menschen hat die Trinität auch den Freiraum für die Widersacher geschaffen 1:01:13

Und mit dazu gehört, dass der Freiraum geschaffen wurde für die Widersacherkräfte als Voraussetzung dafür, dass sich diese Freiheit bilden kann. Weil, wenn der Mensch geblieben wäre im Schoße der ganzen Hierarchien, die über ihm stehen und bis hinauf zur Gottheit führen, dann hätte er diese Freiheit nicht entwickeln können. Weil, diese ganzen Hierarchien über uns haben sie nicht. Auch so große Wesenheiten wie Erzengel Michael oder so. Wir stellen es uns falsch vor, wenn wir sagen: "Er hat die Freiheit, die der Mensch hat." Die hat er nicht. Die hat er nicht. Selbst die Elohim, also die Schöpfergeister, die in der Bibel genannt werden: "Im Anfang schufen die Elohim den Himmel und die Erde". Es steht da nicht: "Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde." Im Originaltext heißt es: die Elohim. Also die sind so eine mittlere Stufe geistiger Wesenheiten. Da gibt es eine ganze Menge Hierarchien darüber, und dann kommt erst die Trinität. Es geht noch weit hinaus. Also, die Welt ist wesentlich reicher, als es meistens gedacht wird. Aber alle diese geistigen Wesen haben nicht die Freiheit.

Es beginnt mit dem Menschen und es kann nur in dem Maße gelingen, in dem der Mensch seine Freiheit nützen lernt - jetzt während der irdischen Inkarnationen. Und das in Wahrheit auch erst seit dem "Mysterium von Golgatha" bzw. eine gewisse Zeit danach, wo wir diese Freiheit wirklich erst ergreifen konnten. Alles bis dahin ist Vorbereitung. Also, wir haben im Grunde so vom "Mysterium von Golgatha" an -  bzw. sogar erst ab dem Jahr 333 (gesprochen wird: drei  dreiunddreißig) nach Christus, wo das beginnt, also dass die Menschen wirklich diese Freiheit ergreifen können. Also bewusst aus dem Ich heraus Einzelne zunächst einmal tätig werden können; wo es nicht einfach die Eingebung ist, die von höheren Wesenheiten kommt, sondern wo wirklich der schöpferische Impuls aus ihrem Ich selbst kommt. Also, etwa so ab dem Jahr 333 (gesprochen wird: drei dreiunddreißig) nach Christus fängt es so richtig an - bis zum Ende der irdischen Verkörperungen, bis ins 6., 7., 8., 9. Jahrtausend hinein. Das ist der Zeitraum, wo wir alles das entwickeln können aus Freiheit heraus, was wir für die Zukunft brauchen dann, um auf höherer Ebene tätig zu werden. Aber was wir jetzt nicht veranlagen, was wir jetzt nicht vorbereiten, fehlt nachher. Und es gibt keine Möglichkeit das nachzuholen. Das kann nur jetzt entwickelt werden. Aber Betonung liegt auf "kann". Es kann, und da gehören mindestens drei Rufzeichen hinten nach. Weil, es erscheint uns ja so irrwitzig kurz im Grunde, aber im Geistigen spielt die Zeit eine ganz andere Rolle als im äußerlichen sinnlichen Dasein. Da kann man sagen: Ja, mein Gott, diese alten Fische, von denen ich gesprochen habe, die haben Millionen Jahre an Entwicklung hinter sich. Ja, aber Entwicklung? Kaum eine. Ganz wenig drinnen. Gerade die, die sich aus der Urzeit noch erhalten haben, die sind heute fast noch so wie sie waren. Und daher haben sie auch keine Kraft oder ganz wenig Kraft entwickelt - oder steckt da drinnen -, das etwas vorbereiten könnte, für die Freiheit empfänglich zu sein - sagen wir es einmal vorsichtig so -, weil sie kann eh nur durch den Menschen hereinkommen. Aber die Jahre machen es nicht aus.

Das geistige Entwicklungstempo unserer Zeit: himmlisch oder höllisch? 1:05:37

Und es wird die Entwicklung in der Zukunft, äußerlich gesehen, um vieles, vieles schneller gehen. Die Frage wird jetzt nur sein: Ist es ein himmlisches Tempo oder ist es ein höllisches Tempo? Weil, die Widersacher geben halt, auf gut Wienerisch, auch Gas und versuchen es jetzt sehr, sehr beschleunigt, uns nach unten zu ziehen. Uns zu ziehen immer mehr mit: "Kommt doch, kommt doch. Wir laden euch ein." Es ist nicht mit Gewalt, immer weniger mit Gewalt uns hinunterziehen, sondern immer mehr mit Zustimmung des Menschen, vermeintlicher Zustimmung des Menschen. Zustimmung heißt nämlich immer, dann auf ein bisschen Freiheit verzichten gegenüber, ja, Macht, Wissen, und so weiter. Mit dem locken sie uns. Und der Weg der Freiheit ist einer, der lockt uns mit dem allen nicht. Also, die Taten, die wir aus Freiheit setzen, die fragen nicht nach dem Verdienst. Sie fragen nicht danach, welche Fähigkeit werden wir jetzt dann noch entwickeln - dadurch entwickeln - die wird sich ergeben daraus. Wir können sicher sein, dass eine herauskommt, und sie wird umso größer sein, je weniger aber vor allem: "Aber das muss es sein, das will ich entwickeln." Sondern wir werden das entwickeln, was uns der Augenblick sagt. Im Moment, wenn wir dann geistesgegenwärtig sind und unseren Impuls hineingeben, dann entwickeln wir eine Fähigkeit. Und in dem Moment, wo wir sie entwickeln, werden wir vielleicht zumindest ahnen, was in der drinnen steckt. Ganz was besonderes, was kein Anderer hat. Kein Anderer jemals entwickeln kann. Weil kein anderer Mensch genau durch die gleiche Situation, durch genau den gleichen Moment, aus der genau gleichen Perspektive, mit genau dem gleichen Ich durchgeht. Und daher sieht man auch, wenn da eine ganze reiche Welt entstehen soll in der Zukunft, sind wir auf alle Menschen angewiesen. Je mehr dabei mitarbeiten, umso wichtiger und umso besser, umso reicher wird die Zukunft werden, weil, in dem Schöpferischen liegt ja im Grunde keine Grenze drin. Das Schöpferische heißt immer: Da ist nichts vorherberechenbar, aus dem kann immer wieder was völlig Überraschendes entstehen, etwas völlig Neues. Ich meine, das ist der große Gedanke, der heute auch drinnen ist und drum hat das Rudolf Steiner so geschätzt, obwohl es sehr materialistisch ist: die Evolutionslehre. Er hat nicht gegen den Darwin gekämpft grundsätzlich, und nicht gegen den Ernst Haeckel. Er hat noch praktisch im selben Jahr, wo er die Anthroposophie… oder zumindest Theosophie zunächst einmal… sich mit dem verbunden hat, hat er kurz vorher noch ganz, ganz positiv über Ernst Haeckel geschrieben, den ganz materialistischen Evolutionstheoretiker, den Deutschen, der im Übrigen ein wunderbar künstlerischer Mensch war. Wenn man seine Zeichnungen ansieht, die Radiolarien und das alles, ja, wunderbar! Also, ein hoch geistiger Mensch - und das hat der Steiner gewürdigt. Aber andererseits ein ganz strenger Materialist - vom Denken her. Aber trotzdem geistig.

Das Gegenbild zum Geistigen: ein unsterbliches Materielles 1:09:40

Materialisten müssen nicht ungeistig sein. Es ist nicht in jedem Fall schädlich, Materialist zu sein, im Gegenteil. Ich habe das eh früher schon mal gesagt: Wir müssen alle mindestens durch eine total materialistische Inkarnation durch. Das heißt eine Inkarnation, die uns wirklich vom Erleben, vom Wahrnehmen des Geistigen komplett abschließt. Wenn wir durch das nicht durchgehen, können wir die Freiheit nicht voll entwickeln. Es ist jetzt die Frage heute: Sind wir schon durchgegangen oder haben wir es noch vor uns. Und in der Menschheit scheiden sich halt da die Geister. Es gibt welche, die jetzt schon kleben bleiben an dem und die schon so (sehr) in den Fängen der Widersacher sind, obwohl sie schon eine materialistische Inkarnation hatten: daran so Gefallen gefunden haben, dass sie möglichst dabei bleiben werden. Das sind die Kandidaten, sich letztlich mit den soratischen Wesenheiten zu verbinden, weil, die wollen eine im Grunde, ja, unsterbliche materielle Welt erzeugen. Eine ideale, in ihrem Sinn ideale, materielle Welt, also ein Gegenbild zum Geistigen, ein unsterbliches Materielles. Das wird so hundertprozentig wahrscheinlich nicht funktionieren, aber jedenfalls diese Wesenheiten träumen davon, sich eine solche Welt aufzubauen - und sie versuchen, soviele Menschen wie möglich dafür zu gewinnen, weil, um sie wirklich auszubauen, brauchen sie die Menschen. Denn diese soratische Welt, wenn es ihnen nicht gelingt genügend Menschen hinüberzuziehen, wird eine sehr karge Welt werden. Es wird eine im gewissen Sinne vollkommene, aber sehr primitive Welt sein, verglichen mit dem schöpferischen Reichtum, der durch das Ich herein kommen kann. Sie sind angewiesen, dass sie Menschen gewinnen, die aus diesem freien schöpferischen Impuls etwas hineinbringen können in diese Welt, was sie selber nicht hineinbringen können. Darum ist das große Interesse daran, Menschen zu gewinnen für diese Welt. Nur der Haken an der Geschichte ist: In dem Moment, wo sie sich wirklich endgültig verbinden würden mit dieser Welt, dann hört ihre schöpferische Fähigkeit auf. Weil, dann geben sie aus Freiheit die Freiheit auf. Davon haben wir ja gesprochen.

Die soratischen Wesenheiten wollen vor allem schöpferische Menschen in ihr Reich ziehen 1:12:27

Wir müssen natürlich sehr, sehr aufpassen - und großen Respekt haben vor den soratischen Wesenheiten, aber wir sollten immer wissen: Bekommen, können sie uns nur, wenn wir aus Freiheit es wollen! Letztlich der Entschluss muss ein freier sein. Sie können uns eine lange Zeit lang verlocken und blind machen für alles Mögliche, sodass wir hineintappen, aber solange wir nicht die Fähigkeit erlangt haben oder dort sind, ganz bewusst "ja" zu sagen dazu: "Ich gebe mein freies Ich auf, weil ich eben dort jetzt in dem soratischen Reich große Macht, großes Wissen, alles Mögliche bekomme und drüber verfügen darf und kann." - Solange ich nicht aus Freiheit diesen Entschluss fasse, bekommen sie mich nicht endgültig. Man kann ihnen immer noch entkommen. Aber das ist genau der Punkt, die berühmte Zahl 6-6-6, dort fällt die letzte Entscheidung. Dort muss die Entscheidung fallen. Gehe ich dort hinüber oder nicht? Aus Freiheit. Das muss ein ganz freier Entschluss sein. Das heißt, alle die, die nur so in Dumpfheit hineingetorkelt sind in das, können gar nicht in das soratische Reich hinein. Das ist der Punkt. Mit denen fangen sie gar nichts an in Wahrheit. Ja, ja, wir müssen uns eigentlich erst für dieses Reich auch qualifizieren. Das ist das Interessante, die nehmen nicht jeden sozusagen, so einfach. Und daher natürlich versuchen sie immer an Menschen heranzukommen, die was zu bieten haben. Das heißt, die zu bieten haben an geistigen Kräften, die geistige Erfahrungen gesammelt haben, die Schöpferisches mitbringen. Das sind die begehrtesten Opfer, sozusagen. Und die sollen dann halt möglichst lange davon überzeugt werden: "Verzichte doch auf Freiheit, ich biete dir eine ganze Welt, in der du schalten und walten kannst." Aber umgekehrt bietet uns das die Möglichkeit, uns ihnen letztlich zu verweigern. Und bis zu dem berühmten Zeitpunkt 6-6-6 haben wir die Möglichkeit. Natürlich, die Menschen, die nicht so viel zu bieten haben, von denen werden schon auch welche hineingehen, aber sie müssen letztlich, also in das Reich der soratischen Wesenheiten, aber sie werden dann… Sie müssen erstens auch trotzdem den freien Entschluss fassen, aber es muss halt klar sein, dass sie dann die unterste Riege dort bilden. Das wird vielleicht nicht so eine angenehme Sache sein. Aber gut, es gibt auch heute Menschen, die am glücklichsten sind, wenn sie keine Verantwortung für nichts tragen müssen, wenn irgendwer oben ihnen Befehle gibt - und wenn was schiefgeht, ist der oben schuld: Der hat's gesagt. Auch das gibt's natürlich. Aber...

Aus dem Zuhörerkreis: Viele!

Viele. Ja. Ja, natürlich. Aber da kann und wird sich einfach noch sehr viel ändern.

Die Zeit drängt: Chaotische Zeiten deuten auf ein hohes Entwicklungstempo 1:16:28

Wir haben zwar äußerlich gesehen nicht mehr viel Zeit, aber wir dürfen nicht unterschätzen: das geistige Entwicklungstempo nimmt rasant zu. Auch wenn man es jetzt nicht so bemerkt, wenn man in die Welt hinausschaut. Man braucht nur in den Medien schauen, Radio hören, Zeitung lesen oder irgend so was, da kommt man nicht sogleich auf die Idee, dass das geistige Entwicklungstempo sich immens beschleunigt - und doch tut es das. Doch tut es das. Es ist halt immer so: auch diese geistige Entwicklung, das muss man erst sehen lernen, dass sie da ist. Sie ist bereits da. Sie ist bereits da. Sie zeigt sich immer wieder, äußerlich am ehesten in Zeiten, wo scheinbar alles schiefgeht. Da zeigt sich zumindest, dass eine ganz starke geistige Kraft durch die Menschen herein will - und das ruft aber sofort die Widersacher herauf. Das ist… Wie ein Magnet ziehen wir sie an dadurch.

Also, jetzt könnten wir sagen: "Na, dann entwickeln wir uns wirklich langsam, dann lassen sie uns in Ruhe." Es ändert aber auch nichts an der Tatsache, dass wir heute, äußerlich gesehen, trotzdem nur mehr ein paar Jahrtausende haben. Auf die letzte Sekunde sollte man auch nicht warten. Und wir ersparen uns nichts davon. Dann würden wir sagen: "Naja, es reicht dann bitte die letzten hundert Jahre, also… Aber dann gehen wir es an. Aber bis dahin, bitte, lasst uns in Ruhe. So machen wir es uns gemütlich." Aber alles, was jetzt nicht passiert, passiert dann in den hundert Jahren - und wir sind nicht so gut vorbereitet. Also, daher in einer gewissen Weise alles, was an Dunklem, an Negativem jetzt heraufkommt, kann uns aber umgekehrt immer sagen: "Ah, das ist ein Zeichen davon, dass aber auch auf der lichten Seite ein großes Tempo da ist." Es ist so paradox, aber es ist auf der lichten Seite ein hohes Tempo da.

Und im Grunde, die Zeiten, die so dann auch kommen müssen… Weil, es kommen dann immer auch gewisse Ruhephasen oder wo weniger passiert - äußerlich. Und das können Zeiten sein, die äußerlich sehr schön und sehr angenehm sind und sehr friedvoll bis zu einem gewissen Grad, aber in diesen Zeiten geht eigentlich in der Entwicklung dann gar nicht so viel weiter. Es sind eben wirklich Ruhephasen. Es ist so eine Phase, wie es in der Schöpfungsgeschichte auch drin ist: am 7. Tag ist der Tag der Ruhe. Selbst die Elohim ruhen dann und machen sozusagen nichts, sondern sie verinnerlichen, verwandeln eben das, was sie gelernt haben durch die sechs Schöpfungstage, die vorher gewesen sind. Und das muss einmal erst wirklich innerlich verarbeitet werden. Da passiert dann äußerlich nichts mehr. Also die siebente Phase ist immer diese Phase der Ruhe. Und das gibt es in kleineren und größeren Zyklen. Also, zum Beispiel in den Kulturepochen gesehen: Die 7. Kulturepoche, da wird sich äußerlich und namentlich im positiven Sinn nicht mehr sehr viel tun, sondern es wird nur verinnerlicht werden, sodass wir es wirklich ausreifen lassen in uns - uns bereitmachen dafür, diese Kraft jetzt so handhaben zu können, dass wir dann eben auch sie verwenden können, wenn wir nicht mehr einen physisch-stofflichen Leib haben. Also das heißt, wenn die Zeit der irdisch-materiellen Inkarnationen vorbei ist. Ja.

Der freie Entschluss ist ein Muss, das ich mir selbst setze! 1:20:36

Um unser Ich weiterzuentwickeln, in voller Freiheit weiterzuentwickeln, müssen wir ja....

Ihr könnt die Fenster zumachen, wenn es zu kalt ist. Oder... passt...

Müssen wir arbeiten oder… müssen heißt - es war schon früher in den Vorträgen immer das Thema, ich sage so oft "muss". Dieses Muss ist aber aus der Freiheit. Wenn ich will, muss ich. Wenn ich nicht will, muss ich nicht, mit allen Konsequenzen, die daraus folgen. Niemand zwingt mich. Niemand kann mich zwingen als ich mich selbst. Und der freie Entschluss ist ein Muss, das ich mir setze. Wenn ich den Entschluss fasse und es dann sozusagen nicht umsetze, dann widerlege ich mich eigentlich selber, in Wahrheit. Wenn ich einen Entschluss aus der Freiheit fasse und ihm nicht folge, schade ich mir selbst am meisten. Das muss Einem dann auch bewusst sein. Das heißt zum Beispiel auch, nicht sich leichtfertig Dinge vornehmen, die man dann nicht mit aller Willenskraft bereit ist anzugehen. Dabei geht es nicht um den äußeren Erfolg dessen, was man tut. Es kann äußerlich scheitern, ganz danebengehen. Aber es geht darum: Wie weit bleibe ich geistig meinem Weg treu und setze alle meine Kräfte ein, um hier etwas weiterzubringen. Und wenn es dann scheitert, macht es nichts, die geistigen Kräfte habe ich trotzdem aufgebracht. Und das ist etwas, was ich mitnehme. Aber wenn ich dann zwischendrin sage: "Na, es ist eigentlich doch zu anstrengend und zu schwierig." Dann lasse ich diesen ganzen Schatz, den ich bereits begonnen habe mir aufzubauen, eigentlich verfallen. Dann nütze ich wieder eine Gelegenheit nicht, weil, wir haben davon gesprochen: vom richtigen Augenblick, etwas zu ergreifen. Ja, nur in der Folge… Dieser Augenblick ist da, das ist der Startpunkt, sozusagen, zu sagen: "Ah, jetzt weiß ich, das will ich machen, das will ich aus meiner Freiheit heraus machen." Aber die Umsetzung kann vielleicht dann dreißig Jahre dauern oder vierzig oder bis ans Lebensende, wenn ich den Entschluss fasse. Es geht drum, den Startpunkt zu setzen. Und wenn ich dann halt nach zwei Jahren sage: "Na, eigentlich nein, es gefällt mir nicht mehr, es ist so mühsam." Und wenn es wirklich ein Impuls war, der aus der Freiheit aber gekommen ist, wo ich wirklich einmal den Augenblick ergriffen habe und dann untreu werde dem, ja, dann aus meiner Freiheit oder Nachlässigkeit heraus oder wie immer den Impuls einfach vertrocknen lasse: Es ist ein Same, der dann abstirbt. Das liegt an uns. Also, drum wirklich auch heißt es, vorsichtig sein mit dem, was man sich vornimmt. Es ist schädlicher eigentlich, sich was vorzunehmen - und dann nämlich so wirklich aus einem geistigen Impuls heraus sich vorzunehmen und sich hinein zu stürzen - und es dann nicht durchzuziehen. Das ist noch schlimmer, als den Impuls gar nicht zu ergreifen, ihn einfach zu verschlafen. Also, dieses untreu werden dem eigenen Impuls, das ist nicht gut.

Eine freie Willentätigkeit abbrechen, bedeutet: Ich überlasse alle eingesetzten Kräfte den Widersachern 1:24:30

Das ist nicht gut. Ich meine... und vor allem damit… Gerade mit dem, wenn wir so ein bisschen etwas getan haben und es dann fallen lassen, ja, dann gehört das alles den Widersachern letztlich. Dann ist das nicht etwas, was wir ihnen abringen oder entreißen, weil, verwandeln heißt ja verwandeln der Erdenwelt und von uns selbst, heißt ja auch letztlich, den Widersachern etwas entreißen. Wenn ich dann nicht dran bleibe auf dem Weg, dann gebe ich es ihnen erst recht. Nicht wahr, zuerst habe ich vielleicht erst ein Jahr lang irgendwo impulsiert, habe ich noch Kräfte hineingesteckt - und dann lasse ich los - und das ziehen sie mit hinunter. Also auch das, was ich jetzt in den ein, zwei Jahre investiert habe geistig in das Ganze an Willenskraft, das schenke ich dann den Widersachern und die sagen Dankeschön dazu. Und daher gehört also, wenn man Impulse in die Welt setzen will, wirklich sehr viel Verantwortung, sehr viel Bewusstsein dazu: "Kann ich mir das zumuten? Werde ich das schaffen können aus dem Punkt heraus, wo ich jetzt stehe." Und vor allem muss ich sehr überlegen: Jetzt kommen vielleicht drei, vier, fünf, sechs Impulse, die ich ergreifen könnte. In Wahrheit geht es darum, dass in mich entscheiden muss auch, auf welchen setze ich mich wirklich drauf, welchen ergreife ich wirklich? Weil, fünf gleichzeitig werden wahrscheinlich nicht gehen. Und wieder: Es ist nicht mehr, wenn ich fünf Impulse gleichzeitig oder zehn Impulse gleichzeitig angehe - und dann aber davon letztlich zehn nicht durchziehe. Das ist schlimmer, als wenn ich sage: "Ich habe zehn Möglichkeiten. Eine will ich." Und auf die setze ich mich drauf und die ziehe ich durch, solange bis das vollendet ist, was herauskommt. Und wenn es bis in die nächste Inkarnation dauern sollte, wo ich den Impuls vielleicht in einer verwandelten Form wieder aufgreife - von einer ganz anderen Seite.

Unsere große geistige Verantwortung für unsere Entscheidungen 1:27:00

Also... geistige Verantwortung heißt auch nicht "Hansdampf in allen Gassen" zu sein. Man kann ausprobieren Verschiedenes natürlich. Das ist noch nicht das Versprechen sozusagen, das ich mir selber gebe, einen Impuls zu verfolgen. Ich kann einmal probieren, der Weg, der Weg, der Weg, der Weg. (Wolfgang weist in verschiedene Richtungen.) Das kann ein paar Jahre dauern - von mir aus. Aber irgendwann muss ich sagen:  "Aber einem bleibe ich treu bis zum glücklichen Ende." Ich sage jetzt nicht: bis zum bitteren, sondern bis zum glücklichen Ende. Und das ist oft das Allerschmerzlichste. Das ist nämlich wahnsinnig schmerzlich. Ich sehe: Ich habe zehn Möglichkeiten. Zehn Sachen, die toll werden, wo ich vielleicht überall mit meinen Fähigkeiten etwas leisten könnte. Aber ich muss mich entscheiden. Ich kann es nicht auf allen zehn Möglichkeiten gleichzeitig. Und ich sehe aber, davon gehen jetzt neun, wofür jetzt ein möglicher Zeitpunkt wäre, die muss ich auslassen um einen wirklich durchzuziehen. In solche Situationen kommt man.

Der wirkliche Heiler ist immer man selbst - in Verbindung mit dem Christus 1:28:24

Warum erzähle ich euch das? Weil die Zeit reif ist, sich dieser Dinge bewusst zu werden. Weil gerade ein Mensch, der geistig strebend ist, in verschiedenster Hinsicht, es kann im Künstlerischen sein, das kann als Arzt sein zum Beispiel… Ein Mediziner müsste, wenn er ein guter Mediziner ist, unglaublich schöpferisch sein, weil, jeder Patient ist eine neue Herausforderung - und was einem Patienten wirklich helfen kann neben den äußeren Linderungsmaßnahmen, die man unternehmen kann, aber ist dieser individueller Impuls, wo ich erkenne, was braucht der - und ich das aus meinem Ich geben kann, den anregenden Impuls nämlich. Nicht, dass ich ihn heilen könnte, er kann sich nämlich nur selber heilen. Aber ich kann ihm eine geistige Anregung geben, durch die er aufwacht für das, was er tun kann zu seiner Heilung. Das muss nicht immer sich bewusst abspielen. Wird es heute in den seltensten Fällen sein. Aber es geht drum, in Wahrheit drum, die richtigen Worte zu finden, die weckend sind für den Anderen. Und bitte, schaut euch an die Medizin, wie es vielfach heute noch läuft und was auch die Menschen dabei erwarten: Der Arzt ist der, der mich gesund macht. Und in Wahrheit ist der Arzt immer man selbst. Der wirkliche Heiler ist immer man selbst - in Verbindung mit dem Christus, der mit dem menschlichen Ich verbunden ist. Und dann können wir sagen: "Ja, aber jetzt engagiere ich mir ein paar Leute, die mich unterstützen bei meiner Heilungstätigkeit." So schaut's eigentlich aus. Das heißt, die Ärzte, die Masseure und sonstige, die Kunsttherapeuten und dergleichen, die mitwirken, dabei sind, die, die ich berufe eigentlich dazu, dass sie mich bei dem Heilungsprozess unterstützen - und dann bin ich sozusagen in meiner eigenen Heilung kreativ tätig, irgendwo. Und das ist aber die einzige, die wirklich funktioniert.

Schicksalsaufgaben bewältigen heißt neue Kräfte für die Zukunft aufbauen - für mich und die Welt 1:30:44

Alles andere ist kurzfristige oder längerfristige Reparatur. Man kann schon irgendwie weiterkommen, man kann die Schmerzen oder was ausschließen, man kann ein längeres Leben führen auf Erden, aber das heißt noch lange nicht, dass man gesund ist.

Ich meine, gerade heute… vieles, was die heutige Medizin ist: sie schafft es eigentlich oft nicht, den Menschen zu heilen, aber sie schafft es sehr wohl, dass er länger mit seiner Krankheit… im Idealfall sogar einigermaßen beschwerdefrei zu leben. Das ist aber noch keine Heilung. Und geistig gesehen, ist da ein Riesenunterschied zwischen den beiden Sachen. Weil, wenn ich eine Heilung, ja, in Wahrheit eine Selbstheilung vornehme an mir, mit der ich erstens entweder eine Schicksalsaufgabe bewältige oder… es kann mich auch eine Krankheit, die nicht karmisch bedingt ist, treffen, durchaus, auch das gibt es immer auf Erden, die Möglichkeit dazu, aber dann kann ich gerade damit ein Riesenpotenzial für die Zukunft aufbauen. Aber selbst wenn ich was Karmisches, eine Krankheit die karmisch bedingt ist, heile, sozusagen, durch meine Ich-Kraft und was von dort letztlich ausgeht mit der Unterstützung anderer Menschen, dann kann ich in jedem Fall, in beiden Fällen, etwas für die Zukunft an Kraft entwickeln, was ich der Welt auch geben kann. Es ist dann mehr. Eben auch so gerade in der Verbindung mit dem Christus ist so karmischer Ausgleich nicht nur bloß: "Aha, jetzt, mein Karma ist in Ordnung diesbezüglich, also das ist abgehakt", sondern im christlichen Sinn wird das Karma nicht nur so abgetragen, dass die Schuld oder die Verfehlung beseitigt ist, sondern es wird, ja wie soll ich sagen, ein Mehrwert erzeugt, ein Mehrwert für die Welt. Das ist das Große drinnen. Da geht es nicht mehr drum, nur die eigene Schuld zu tilgen - das ist natürlich ein Anfang - aber wir können mehr tun.

Wir können mehr tun. Wir können, indem wir das bewältigen, diese Aufgabe bewältigen, in der Art wie wir sie bewältigen, eben aus der Freiheit, aus dem Ich heraus sie bewältigen. Und jetzt wird wahrscheinlich mancher die Frage haben: "Ja, aber wie bewältige ich es denn aus dem Ich heraus? Wie weiß ich denn, dass ich es jetzt aus dem Ich heraus bewältige?" Ist doch eine interessante Frage, nicht wahr. Ich kann jetzt sagen: "Ja, ich habe eh aus meiner Freiheit mal den Arzt gewählt." Und so weiter… Na, das Wichtigste ist dabei, dass ich erkennen lerne: Was sagt mir zum Beispiel diese Krankheit oder dieser Schicksalsschlag, der mich trifft? Oder vielleicht der Schlag, der mich völlig unverschuldet trifft. Es kann genauso passieren. Ich kann einen Unfall haben, der hat mit dem Karma überhaupt nichts zu tun, sondern da ist einfach blöd einer vorbeigefahren - und jetzt entsteht natürlich ein Karma mit dem für die Zukunft. Aber es muss nicht aus der Vergangenheit bedingt sein. Also, bitte nicht alles, was uns zustößt, ist Vergangenheit. Es kann auch was sein, was in der Zukunft sich auswirkt. Und dann, wenn ich es bewältige, dann ein ganz großes Potenzial für die Zukunft bietet - und eine ganz starke Verbindung auch mit allen Personen natürlich bedeutet, die in dieser ersten Begegnung drinnen sind. Ich meine, wir können immer was draus machen. Also das ist...

Das Kontobuch unseres Lebens 1:34:40

Wir können halt immer in unser Kontobuch auf der Plusseite was eintragen - oder auf der Minusseite.

Was auf der Minusseite kommt, kann eben auch mal nicht durch unsere Schuld bedingt sein. Ich meine, es kann jemand durch eine Wirtschaftskrise pleite gehen, sozusagen. Das ist nicht seine Schuld, aber er kann was lernen draus und er kann vielleicht das andere Mal was anderes Größeres machen. Es ist immer die Frage, wie wir umgehen mit den Dingen. Also es lässt... Das ist wieder die frohe Botschaft eigentlich daran: Selbst aus den im Moment negativ erscheinendsten Dingen, die uns begegnen oder die uns betreffen, können wir immer etwas Positives machen. Immer. Immer. Das sind die Zauberkräfte sozusagen, die in diesem freien Ich, in diesem christlichen Ich drinnen liegen. Das ist eigentlich etwas, was uns immer wieder Mut machen kann, was uns Vertrauen geben… Ja, oder was uns zeigen kann… ja, wie weiß ich denn das? Ich weiß es, wenn ich tief ehrliches Vertrauen zu meiner Ich-Kraft habe und sage: "Ich werde das durchstehen. Ich werde diese Aufgabe bewältigen. Und daran zweifle ich nicht." Nicht im Äußeren. Es kann im Äußeren sein, dass das Werk schiefgeht. Es kann im äußeren Sinn sein, dass ich sterbe. Dann ist es so! Das Ego sagt immer: "Äh, äh, aber bitte besser doch, ihr repariert mich, dann ist es vielleicht noch drei Monate länger, dass ich leben kann." Und dann trifft mich wahrscheinlich eh der Ziegelstein, der kommt, weil eigentlich, wenn das (kleine) ich sagt: "Ich mag ja gar nicht diese Aufgabe angehen", dann sagt mein wirkliches Ich vielleicht im Extremfall: "Geh, geh einmal rüber und probier's beim nächsten Mal unter anderen Bedingungen." Von der Perspektive des wirklichen Ichs schaut alles anders aus.

Im Widerstreit zwischen Ego und Ich: Egokräfte verwandeln in neue individuelle Seelenqualitäten 1:37:07

Man muss dazu sagen, das kann halt manchmal eine schwierige Situation zwischen Ich und Ego sein. Weil, das Ego kann in manchen Situationen natürlich sehr leiden - und das wirkliche Ich hat vielleicht scheinbar kein Mitleid für das Ego und sagt: "Sorry, da musst du durch, wenn du weiterkommen willst. Auch du als Ego, nämlich." Weil, gerade um diese Verwandlung geht's ja. Wenn wir das Ego verwandeln: verwandelt wird letztlich unser Astralisches zunächst einmal. Und das ist die Hauptaufgabe, die wir heute tagtäglich haben. Tagtäglich. Weil, selbst wenn wir das reinste Ego hätten aus der Vergangenheit und immer irgendwie es geschafft hätten - hat eh niemand wirklich geschafft - aber an allem vorbeizugehen, selbst dann wäre es noch nicht unser wirkliches eigenes selbstgeschöpftes Ego. Wir müssen es verwandeln. Das heißt, alles Astralische... Wir sind ja mit reichsten Gütern beschenkt worden. Der Astralleib, den wir bekommen haben, ist weisheitsvoll bis zum Gehtnichtmehr: gestopft mit Weisheit, strahlende Weisheit. Nicht umsonst ist… Die Kopf-Aura, das ist was Astralisches, der Heiligenschein, reinstes Astralisches. Wenn es größer ist, es ist die Mandorla, die Aura, die den ganzen Körper umgibt - für den hellsichtigen Blick. Das ist im Wesentlichen einmal das Astralische. Natürlich zeigen sich dann auch die geistigen Anteile. Aber da steckt unheimliche Weisheit drinnen, sofern sie nicht durch die Widersacher und durch die Versäumnisse unseres Ichs durcheinander gekommen ist. Dann sind auch viel dunkle Flecken drinnen. Aber eigentlich ist es unglaubliche Weisheit. Weisheit, die aber der Vergangenheit zu verdanken ist. Und wir haben nichts gewonnen, überhaupt nichts, wenn wir glauben: "Aha, es geht jetzt nur drum, diese Weisheit… alle Flecken wegzupolieren und es in die Zukunft mitzunehmen. Dann haben wir was geschafft für die Zukunft." Dann haben wir gar nichts geschafft. Dann sind wir im Sinn der Erdenaufgabe vorbeigegangen. Die Weisheit der Vergangenheit muss ersetzt werden durch etwas Neues, was aus dem Ich heraus geschöpft wird. Und so viel wir in unserem Seelischen, in unserem Astralischen, verwandeln aus unserem Ich heraus… Und zwar so verwandeln, dass es nicht einmal die Gottheit vorhersehen kann, also wirklich schöpferisch neu gestalten, davon habe ich gesprochen: neue Seelenqualitäten zu entwickeln. Jeder Mensch hat in Wahrheit seine individuellen Seelenqualitäten. Allerdings sind sie noch nicht bewusst erschaffen, aber im Zuge der Entwicklung ist da schon immer irgendwo was passiert, weil in Wahrheit doch unser Ich dabei war. Aber das wird in der Zukunft immer bewusster werden und daher werden sich seelisch auch die Menschen ganz stark unterscheiden, immer stärker unterscheiden, wenn es gut läuft. Und trotzdem werden sie sich vertragen. Es wird am wenigsten gut sein, wenn die Menschheit dort hinkommt, dass: "Naja, im Grunde, ja, wir sind seelisch eh alle gleich, irgendwo." Die Kunst ist, die Menschheit aufzubauen, wo sie so ungleich wie nur möglich sind (die Menschen) und trotzdem eben - oder gerade dadurch - einander als Bereicherung empfinden. Dadurch können wir einander was geben.

Über das Kopieren lernen, Neues zu schöpfen im Vertrauen auf die Fähigkeiten meines Ichs 1:40:52

Dadurch werden wieder bei uns schöpferische Impulse angeregt. Ich tauche in das Seelische des Anderen ein, werde ganz Eins mit dessen Seelischem und nehme das als Impuls in Meins hinein, um jetzt bei mir schöpferisch tätig zu sein und mein Seelisches weiterzugestalten. Das wird aber jetzt nicht eine Kopie von dem, was ich dort erlebt habe, aber ich habe von dort die Anregung bekommen. Mir sind sozusagen geistig die Augen geöffnet worden, was noch alles geht, was noch alles möglich ist. Ich meine, das ist wie ein Künstler. Ich meine, der kriegt seine Anregung, indem er auch zum Beispiel andere Kunstwerke anschaut oder die Schönheit der Natur betrachtet. Und trotzdem macht er es nicht nach einfach, sondern was Neues. Ich meine, die alten Meister haben am Anfang immer alle… Die Lehre war: Kopieren, schauen genau nach dem Stil, ganz klar, aber dann irgendwann kommt der Moment: Lass es los und mach was anderes daraus. Und jeder wirkliche Künstler hat sich dann über seinen Meister, bei dem er gelernt hat, hinweggesetzt, irgendwann einmal, zurecht. Und der gute Meister lässt das auch zu und sagt: "Okay. Ich verstehe es nicht mehr, was du machst, aber du musst deinen Weg gehen." Ist ganz wichtig! Und so geht es darum - also das ist eine der ersten Aufgaben -, seelisch wirklich ganz individuell auch zu werden. Die Seele zu einem ganz individuellen Schmuckkastel, sozusagen, zu gestalten. Und dann ist etwas Neues drinnen.

Die alte Weisheit ist sowieso schon sehr verdunkelt. Aber es reicht nicht aus, die Flecken wegzupolieren, sondern es geht darum, es komplett zu verwandeln - und indem ich es individualisiere, passiert das. Aber dafür ist die Voraussetzung zu sagen: "Ich vertraue meinem Ich. Ich vertraue meinem Ich, dass es das kann." Und in dem Moment, wo ich das spüre, wo ich etwas tue, und ich weiß jetzt: Das ist es, so soll es jetzt sein in dem Moment. In der Kunst kann man das sehr gut erleben, weil, ein Künstler, wenn er halbwegs wach ist, merkt den Moment: "Jetzt, jetzt ist es das, was es sein sollte. Jetzt passt es." Das hat er nicht vorher schon. Er hat ungefähr eine Richtung, was er machen will und macht vielleicht zehn Versuche, zwanzig Versuche. Das ist es noch nicht. Er weiß es genau. Aber dann einmal merkt er: "Jetzt ist es zumindest zu 99 Prozent - oder zu 95 Prozent - das, was es sein soll." Dieses Wahrheitserlebnis dabei, das ist ganz stark. Das heißt, es ist manchmal gut natürlich, an sich zu zweifeln und zu sagen: "Ja, mein Gott, du hast noch viele Fehler." Das ist schon klar. Aber ganz wichtig ist auch zu wissen: "Das war's aber jetzt. Das ist es. Zu dem stehe ich als ganzer Mensch, voll und ganz."

Liebe zu sich selbst entwickeln: "Werde, der du bist!" 1:44:09

Dieses "Zu sich selbst stehen", dieses "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", heißt auch, diese Liebe eben zu sich selbst zu entwickeln. Das ist nämlich genau das. Und die ist mit vollem Vertrauen verbunden. Liebe ohne Vertrauen geht nicht. Da gibt's keine Reserve sozusagen, wenn mal a Türl zu ist: "Naja, aber wenn es doch nicht so hundertprozentig ist, sichere ich mich irgendwo ab." Nein! Liebe heißt, dass man gegenseitig auch zulässt, sich, ja, unter Anführungszeichen jetzt gesprochen, tödlich verletzen zu können. Garantien gibt es da keine. Und trotzdem weiß ich in dem Moment, wo es ist: Die Liebe ist da. Die Momente kommen… Diese Momente sind wichtig, dass man die zu Bewusstsein bringt. Oft geht das Leben so, der Alltag, dahin und man merkt das ja alles gar nicht. Auch wenn das wirklich tagtäglich irgendwo passiert, wenn Menschen miteinander verbunden sind, aber man kriegt es meistens nicht mit. Aber dann ist es wenigstens gut, sich an die wenigen Momente vielleicht… sich die wieder zu vergegenwärtigen, wo es doch der Fall ist. Und die gibt’s. Und die gibt's eben auch in Liebe zu sich selbst. Das ist ganz wichtig. Das ist nicht narzisstische Eigenliebe, sondern das ist: Sich als das Ich, das man ist und zugleich werden soll… Nicht wahr, im Sinne von "Werde, der du bist". Das heißt, geh deinen individuellen Weg. Aber der ist immer offen. Aber er geht immer, er hat immer diese eigene Individualität, die drinnen ist, die sich sozusagen verwirklicht durch ihre Taten. Und die darauf vertraut. Dann ist es aber auch viel leichter zu sagen: "Okay. Ja, aber jetzt bin ich schon zehnmal gescheitert. Ich bin zwanzigmal gescheitert." Es ist völlig egal. Und wenn ich hundertmal gescheitert bin - und wenn es mir am Lebensende einmal gelingt: "Und jetzt ist es das, was ich mir vorgenommen habe." Jetzt ist es der Impuls - und ich bin eben dran geblieben, obwohl ich so oft gescheitert bin, weil Ich bin es ja, der dahinter steckt. Und dann ist es da zum Schluss, das reicht. Das reicht.

Ich weiß schon, wir müssen hunderttausend andere Dinge im Leben machen, um überhaupt über die Runden zu kommen, es ist schon klar. Ich kann nicht daneben sitzen und nur das machen. Aber es geht darum, diesen eigenen Impuls zu finden - und dem zu vertrauen, zu sagen: "Ich weiß meinen Weg!" Vielleicht noch nicht da im Ego-Bewusstsein, aber es ist drinnen. Und noch einmal ganz stark gesprochen: Es zeigt sich in den Dingen, die uns im Leben passieren. Und am besten zeigt es sich in den Dingen, die uns unangenehm sind. Es ist schon noch ein bisschen in den Sachen, die uns als glücklicher Moment passieren, aber da können wir sagen, das ist dann wirklich Frucht der Vergangenheit. Da waren wir in der Vergangenheit schon fleißig, dann kommt uns sowas auch zu.

Es kann manchmal uns natürlich auch was als Glück erscheinen, was unverdient ist, aber dann stellt sich meistens in der Zukunft heraus, dass es vielleicht doch nicht so ein großes Glück war: "Ich hab jetzt den großen Lotto-Treffer gemacht. Endlich. Hurra!" In zehn Jahren schaut es vielleicht anders aus. Man sagt vielleicht: "Hätt ich das nicht gekriegt! Dadurch bin ich erst recht auf die schiefe Bahn gekommen." Nämlich, schiefe Bahn im Sinne von: weg von dem Weg, der eigentlich meiner ist. Weil jetzt: "Oh, Weltreise dahin, dorthin, alles Mögliche und mein eigentliches Ziel habe ich ganz vergessen." Und am Ende des Lebens komme ich drauf: "Mensch, die letzten zwanzig Jahre war ich ganz neben der Spur. Das war zwar im Moment alles lustvoll und schön, aber es hat mit mir in Wahrheit nichts zu tun gehabt. Es war eine Betäubung für mein Ich, in Wahrheit." Ich meine, ich sage nichts gegen einen Lotto-Treffer, man kann auch gut damit umgehen…

(Unverständliche Kommentare aus dem Zuhörerkreis.)

Ja. Man kann ja was machen damit… Aus irgendeinem Grund kriege ich halt was und kann ja damit wirklich etwas in die Welt setzen. Also, das liegt in meiner Freiheit wieder, was ich damit mache. Ich kann die Bedingungen schaffen, dass manches überhaupt erst möglich wird. Es ist eben einfach die Frage, wie man damit umgeht mit den Dingen.

In unserem Bewusstseinsseelenzeitalter geht es darum, sich selbst kennenzulernen und sein Ego nicht mit dem wirklichen Ich zu verwechseln 1:49:38

Also, es geht drum sehr wesentlich, dass wir uns selbst kennenlernen, jetzt im Bewusstseinsseelenzeitalter einfach a bissl mehr, als das früher möglich war zumindest. Weil, ich habe den Eindruck, dass nicht so viele Menschen sind, die das Ego… Ja, Ego kennen natürlich schon die meisten irgendwo - wobei man auf die dunkleren Seiten weniger schaut. Aber wie viele kennen ihr wirkliches Ich? So wirklich. Wo wirklich meine eigentliche Aufgabe ist. Die hat nämlich mit dem ganzen äußeren Tun oft sehr wenig zu tun, sondern die liegt vielleicht drin, dass ich immer wieder mal irgendwem ein paar Worte sage und die helfen dem, irgendwo auf seinen Weg zu finden. Das sind oft die Dinge, die nebenbei auch passieren. Es muss nicht immer jetzt was großes Spektakuläres sein. Das heißt, ich bestreite meinen Lebensunterhalt, mache das, das ist alles, um mein Leben hier zu machen, aber das ist gar nicht die eigentliche Aufgabe. Aber da ist ein Kollege, dem sage ich ein paar Worte - und die geben bei dem den Anstoß, dass er aus seinem Ich heraus was findet, zum Beispiel. Das sind die wichtigen Dinge. Oder ich sage wem, der krank ist, irgendeinen Tipp, der seine Selbstheilungskräfte anregt, also nicht ein Tipp in der äußeren Behandlung, aber die Worte, die ihm Mut machen, zu sich selbst zu stehen auch in der schwierigen Situation und nicht zu sagen: "Ähh, mir geht's so schlecht, bitte macht", sondern wo einfach der Impuls geweckt wird: "Ich kann ja selber was." Das muss gar nicht in Worten ausgesprochen sein. Am schönsten sind die Wirkungen, wo ein Mensch vielleicht nur in eine Runde kommt und einfach durch seine Anwesenheit einen wohltuenden Einfluss auf die Menschen hat. Einfluss im Sinne aber, nicht die Freiheit beschränken, sondern wo Impulse kommen. Und das gibt es doch manchmal: Menschen, die wo reinkommen - und a bissel mehr Licht geht auf in der ganzen Gesellschaft. Beobachtet es einmal. Das gibt's. Es ist eine miese Stimmung, jetzt kommt einer, - aber nicht mit der äußeren Fröhlichkeit "Hurra, hurra", jetzt äußerlich. Es ist nichts Äußerliches, sondern das, was er an innerem Licht mitbringt. Es ist ihm vielleicht selber gar nicht so bewusst. Aber wir sind erst auf der Schwelle, uns dessen bewusst zu werden.

Aber wir sind an der Schwelle und sollten eben jetzt aufwachen langsam dafür. Also das heißt: Vertrauen zum eigenen Ich, lieben das eigene Ich, weil das Ich, das nicht sich liebt, kann auch andere nicht lieben. Weil das Ich schafft sich dadurch, dass es sich selbst liebt. Liebe ist schöpferische Kraft. Und zwar eben vor allem jetzt auch lebensspendende schöpferische Kraft. Sie ist es sowieso im Seelischen, aber sie ist es auch bis in den ätherischen Bereich hinein - im Sinne der Lebenskräfte. Und ein Mensch, der nicht diese Liebe zu sich selbst hat, wird sie anderen nicht geben können, nicht wirkliche (Liebe). Aber nicht verwechseln wieder mit dem Ego! "Ich bin ich. Ich mag mich eh. Ich bin ja so super. Ich bin so toll. Ich bin der Beste, der Schönste und der Größte."  Das ist nicht diese Liebe, die ich meine. Das ist die egoistische Eigenliebe. Diese Liebe heißt einfach: annehmen, bewusst annehmen den Entwicklungspunkt, auf dem ich stehe, und bereit sein, den nächsten Schritt zu tun, nämlich auch mein Ich anzunehmen mit all den Verfehlungen, die passiert sind.

Das ist ganz wichtig. Es ist immer… jeder Fehler ist zugleich die große Chance, es in der Zukunft besser zu machen. Wir lernen als Mensch und das ist eben ganz immanent - haben wir eh schon öfter darüber gesprochen - es ist ganz immanent der Menschheitsentwicklung zur Freiheit: Wir lernen an unseren Fehlern. Also, unsere größten Fähigkeiten, die wir entwickeln, stammen aus der Überwindung unserer größten Fehler.

Ich-lose Menschen können in diesem Leben keine neuen Fähigkeiten erwerben 1:54:56

Das heißt, wir müssen eigentlich in Wahrheit froh sein, wenn wir namentlich in früheren Inkarnationen, aber auch in der jetzigen, genug Fehler gemacht haben. Also, ganz verdächtig ist es… und das ist wirklich verdächtig im Sinne von: dann ist da kein menschliches Ich vorhanden. Heikles Thema, nur kurz jetzt angerissen. Es kann sein, dass sich das Ich nicht wirklich inkarnieren kann und trotzdem ein Mensch geboren wird. Es gibt also… Rudolf Steiner spricht da von "Ich-lose Menschen". Wir haben in der Vergangenheit schon davon gesprochen. Die können sehr, sehr stark im Seelischen sein, das kann auch durchaus sehr positiv sein, dieses Seelische. Und es ist auch ganz klar, dass man diese Menschen nicht irgendwie als Menschen zweiter Klasse jetzt betrachten darf - aber trotzdem: Es kann sein, dass das Ich nicht inkarniert ist. Das heißt…

Jetzt habe ich irgendwie, ich sage es ganz offen, den Faden verloren... Aus dem Zuhörerkreis: …mit den Fehlern.

Ja, mit den Fehlern. Genau. Mit den Fehlern. Also man kann natürlich Fehler machen, die rein durch die Widersacher bestimmt sind, aber es kann einfach … der Fehler... der eigentliche Fehler ist der, dass das Ich halt noch nicht stark genug war, um diese Aufgabe, die sich ihm gestellt hat, zu bewältigen. Und genau aus diesen Sachen heraus werden wir in der Zukunft - oder haben vielleicht schon manches davon… daraus werden die größten Kräfte, die wir entwickeln können. Also, Menschen nämlich... Und jetzt weiß ich, jetzt hab ich den Faden wiedergefunden: Menschen, die - und das ist das Charakteristische für diese sogenannten Ich-losen Menschen - die gehen eigentlich relativ problemlos durchs Leben durch. Da gibt's keine karmischen Verwicklungen. Er macht vielleicht auch nicht wirklich große Fehler. Er erfüllt seine Aufgaben. Er ist eigentlich ein sehr angenehmer Mensch - und es scheint gut. Nur da ist keine Entwicklung da. Das Ich, da es nicht wirklich inkarniert ist, kann sich auch nicht weiterentwickeln. Es schwebt vielleicht irgendwo drüber. Aber in der Inkarnation entwickelt es sich nicht weiter. Und natürlich lauern auch Widersacherkräfte dann drauf, das sowieso zu besetzen, dann können auch Fehler dort passieren, aber in der Regel wird es so sein, dass diese Menschen ohne große Fehler, ohne große Probleme durchs Leben durchgehen. Und das war's. Aber dann erwächst aus diesem Leben keine neue Fähigkeit, im Grunde. Keine neue Fähigkeit.

Ich liebe mich mit meinen Fehlern, um mich weiterzuentwickeln 1:58:07

Aus dem braven Befolgen von dem, was man mir sagt, was ich tun soll, und aus dem, dass ich nirgends anecke und niemandem ein böses Wort gesagt habe, das allein qualifiziert noch nicht dazu, dass ich in der Zukunft größere Fähigkeiten haben werde. In Wahrheit entstehen die Fähigkeiten durch die Überwindung der Fehler, die wir gemacht haben. Und ich darf euch beruhigen: Wir haben alle in der weiten fernen Vergangenheit genug schlimme Fehler gemacht. Genug schlimme Fehler, die wir uns heute noch gar nicht auszudenken wagen. Die wirklich schlimm sind. Und wir werden sie ausgleichen. Und an ihnen werden wir die größten Kräfte entwickeln. Daher geht es darum, sich wirklich auch mit seinen Fehlern zu lieben, aber im Sinne nicht von "Aha, na, ist halt so. Naja, ist mir auch egal. Ich nehme mich eh so an, wie ich bin." Sondern sich selbst zu lieben, heißt: Ich sehe es als Aufgabe. Ich liebe mich, um mich weiterzuentwickeln. Ich hole Kräfte heran, um den nächsten Schritt zu machen. Um das geht es eigentlich. Das ist vielleicht auch so ein Aspekt dessen: Wir haben noch einen ganz schönen Weg vor uns, gerade aus diesen großen Fehlern der Vergangenheit die großen Fähigkeiten der Zukunft zu machen.

Die Hure Babylon verwandeln: Aus den größten Verfehlungen der Menschheit die größten Kräfte für das Neue Jerusalem schöpfen 1:59:52

Und das ist auch ein bisschen diese Schilderung des Abgrunds. Weil die, wie soll ich sagen, die Dinge, die wir heute so überschauen können an dem Schlimmsten, was man sich denken kann, was ein Mensch tun kann oder was einem passieren kann oder so, sind klein gegenüber dem, was wir in der Vergangenheit getan haben - und was wir in der Zukunft zu Fähigkeiten aber verwandeln können. Wir sind eigentlich im Moment ziemlich… Im Vergleich zur Vergangenheit machen wir heute in Wahrheit kleine Fehler. Allerdings werden sie immer entscheidender. Es ist einfach die Erde und die Menschheit und alles… ist aber auch in einem Zustand, wo eben auch die kleinen Fehler sehr große Wirkungen haben können. Aber der Punkt ist, wir werden diese Fehler der Vergangenheit, die mit ganz großen Kräften verbunden sind, werden wir zu ganz großen Fähigkeiten verwandeln können. Rudolf Steiner sagt es auch ganz deutlich in seinen Vorträgen für die Priester der Christengemeinschaft über die Apokalypse: Es geht niemals drum, diese Kräfte, die in den Emotionen, in den Leidenschaften drin sind, sie sozusagen zu verdrängen oder sie loszuwerden, sondern es geht drum, sie in ihrer vollen Stärke zu ergreifen, aber zu verwandeln. Und man darf nie den Mut verlieren. Zu sagen: "Ach, ich bin so ein ernsthafter, anständiger, ordentlicher Mensch, ich habe das alles nicht." Ja, wenn das wirklich so wäre… Erstens stimmt es mit Sicherheit nicht, aber wenn es wirklich so wäre, dann könnte er für die Zukunft fast nichts beitragen. Ich meine, die Verfehlungen der Vergangenheit liegen am Missbrauch namentlich dieser astralisch-seelischen Kräfte. Und das sind die, die heute… und da spreche ich hauptsächlich von denen, die heute vollkommen unbewusst sind, weil das Größte des Astralischen ist für uns unbewusst noch. Also, nicht einmal da sind wir sehr bewusst. Was unser Ego-Bewusstsein ist, das ist so ein bisschen was davon. Aber da drunter ist so ein riesiger Bereich und da sind entsprechend riesengroße Kräfte drinnen und die brauchen wir für die Zukunft. Das sind weltschöpferische Kräfte. Die bewegen die Welt und die... Wir müssen jetzt während unserer irdischen Verkörperungen, also bis ins, weiß ich nicht, 7., 8. Jahrtausend hinein, müssen wir lernen diese Kräfte zu handhaben, mit denen umzugehen und sie ganz zu etwas Eigenem zu machen. Das heißt, unsere Fehler der Vergangenheit zu unseren Fähigkeiten im Astralischen zu machen in der Zukunft. Dann bauen wir, zumindest einmal an der nächsten kosmischen Verkörperung unserer Erde, dann bauen wir das "Neue Jerusalem", von dem da (Wolfgang zeigt auf das Buch der Apokalypse) die Rede ist. Dann überwinden wir das, was da in der Bibel, also in der Apokalypse als letztes Buch der Bibel, genannt ist die "Hure Babylon". Dann machen wir diese ehemals weisheitsvollen Kräfte, davon habe ich am Anfang gesprochen, die "Hure Babylon" oder "Babylon" steht überhaupt eigentlich für eine alte Weisheit, die aber immer mehr verdorben wurde und die auf neue Weise wieder ergriffen werden muss - aber völlig verwandelt durch unser Ich. Und dort geht's hin. Und das heißt, wir brauchen diese Kräfte, die in der "Hure Babylon" sich halt jetzt in der Form zeigen, dass sie uns die größten Verfehlungen der Menschheit zeigen. Es ist eigentlich die Summe aller der Verfehlungen, die die Menschheit gemacht hat.

Und das müssen wir nicht nur anschauen, sondern wir müssen uns mit Haut und Haar damit verbinden, um es zu verwandeln. Schritt für Schritt. Nicht auf einmal. Aber das sind die Schilderungen, um die es jetzt geht. Und das sagt der Steiner so deutlich drin: Also, nicht alle diese Kräfte weg und die sind so negativ oder was, und zu glauben wäre eh: "Nein, ich bin ganz leidenschaftslos. Ich bin eh nicht… Nein, ich habe keine Begierden, nichts." Ja, eigentlich interessiert mich aber dann gar nichts in Wahrheit, sondern darum auch… Beim Christus ist es ja so eigentlich - oder im christlichen Sinn ist es so -, dass der größte Übeltäter, der bekehrt wird oder sich bekehren lässt im Sinne, dass er von sich heraus tätig wird, ist der tausendmal Bessere eigentlich als der, der eh immer nur nichts getan hat. Nichts Schlimmes, aber auch nichts großes Gutes. Der immer freundlich ist, aber das ist es auch schon. Also, drum brauchen wir keine Sorge haben wegen der Fehler der Vergangenheit, im Gegenteil. Es ist das Licht der Zukunft.

Ausklang 2:05:36

Aber damit höre ich auf. Ich habe  schon zehn Minuten überzogen. Ich danke euch, meine Lieben, und freue mich auf das nächste Mal, das dann das 117. sein wird. So. Jetzt will ich euch wieder sehen. Ich wünsche euch allen eine gute Nacht. Ich verabschiede mich auch bei den lieben Leuten im Livestream. Bis zum nächsten Mal.

Themenbezogene Leseanregungen

Rudolf Steiner: Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken V, Apokalypse und Priesterwirken (GA 346, 18 Vorträge gehalten in Dornach im September 1924)