Apokalypse des Johannes - 3. Vortrag von Wolfgang Peter

Aus anthro.world

Themenschwerpunkt

Einleitend wird das Reich des Todes beschrieben, das dunkle Reich Ahrimans, das für höhere und höchste geistige Wesen nicht einsehbar ist, was aber wiederum eine Voraussetzung für die Entwicklung des Menschen zur Freiheit darstellt. Dann erfahren wir, was der Mensch nach dem Tod erlebt, den Weg, den er nach dem Tode zurücklegt, vom Lebenspanorama über das Kamaloka, den Garten Eden (Paradies), das Devachan bis hin zur Mitternachtsstunde und wieder zurück der Abstieg in eine neue Inkarnation. Interessanterweise erlebt der Mensch bewusst das dunkle Reich normalerweise nicht sofort nach dem Tode sondern erst kurz vor der Geburt zu einer neuen Inkarnation beim Aufsammeln der in der niederen Astralwelt (Unterwelt) zurückgelassenen Karmapakete. Die aufgesammelten Karmapakete sind Chancen und Aufgaben für die neue Inkarnation. Bei der Auflösung bzw. Verwandlung der Karmapäckchen wird Geistselbst entwickelt. Es wird das Thema der zweiten Gemeinde Smyrna behandelt, der Kampf zwischen den polaren Kräften Licht (Ormuzd) und Dunkel (Ahriman). Gegen Ende des Vortrages erfahren wir, was die Begriffe „der erste Tod“ und „der zweite Tod“ bedeuten.

Schlüsselwörter

Erste Gemeinde EphesosMysterienstätte mit Artemis-Heiligtumvorchristliche MysterienGnosisAusrottung der Gnostiker ab dem dritten Jahrhundert n. Chr.das dunkle Reich der Widersacher als Voraussetzung für die Entwicklung der Freiheit des MenschenBedeutung des Todes von ChristusAhrimans Reich nicht einsehbar für die höheren und höchsten HierarchienDurchgang des Menschen durch das Reich des TodesDantes Göttliche Komödie - KamalokaLäuterungdas irdische Paradies, der Garten Eden im Bereich der MondensphäreKamaloka ist nicht das Reich des TodesWo ist das mysteriöse Reich des Todes?Die Unterwelt der Ägypter (Hades) und der GriechenDer Weg des Menschen nach dem Tode: Lebenspanorama (3,5 Tage), Kamaloka (20-30 Jahre) , niederes und höheres Devachan, Weltenmitternachtsstunde und wieder zurückNeue Inkarnation bedeutet Aufsammeln unserer KarmapäckchenDurchgang durch die Unterwelt (Hölle) kurz vor einer neuen Geburtbewusstes Auflösen der Karmapäckchen bedeutet Geistselbst entwickelnBuddhaschaft erlangendas Leben Buddhas fällt in die griechisch-lateinische Kulturepochein den Karmapäckchen liegt die Lebensaufgabe für die neue Wiedergeburtdie Apokalypse, das Buch der Priesterdie Gemeinde Smyrna, die Zeit des ZarathustraKampf zwischen Licht und Dunkel, zwischen Ahura Mazdao (Ormuzd) und AhrimanErwachen des Bewusstseins für das Dunkle, Sinnlichedie Schüler des Zarathustra: Moses und Hermesder erste Tod, das Sterben bei unserer letzten Inkarnationder zweite Tod, das Ablegen des ÄtherleibesDie Hilfe des Christus beim Erwerben von Lebensgeist, eine Gnade.

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- 3. Folge -

Weitere Vorträge von der Apokalypse des Johannes von Wolfgang Peter findest du hier: Vortragsreihe Apokalypse des Johannes von Wolfgang Peter

Transkription des 3. Vortrags (von Bruno am 16. Juni 2022)

Begrüßung und Einleitung (Wiederholendes zur ersten Gemeinde Ephesos) 0:00:48

Wir steigen wieder in unser Thema die Apokalypse ein: wir sind ja noch gar nicht so weit gekommen. Wir waren das letzte Mal bei den sieben Gemeinden und bei den Briefen an die sieben Gemeinden. Es gibt also sieben Gemeinden, ganz besondere christliche Gemeinden, in Kleinasien liegen die, also eher im Westen Kleinasiens: Die erste hatten wir das letzte Mal besprochen, die Gemeinde von Ephesos, die eine Mysterienstätte hatte, mit dem Artemis-Heiligtum in Verbindung stehend, die wirklich sich in sehr große geistige Höhen erhoben hat. In diese ephesischen Mysterien war z. B. auch der Heraklit eingeweiht als einer der bekannteren Leute. Es waren Mysterien, die mit den Lebenskräften sehr viel zu tun hatten. Eben daher auch Artemis. Ihr kennt diese Statue wahrscheinlich mit den vielen Brüsten, die ist relativ bekannt als Ausdruck der Lebenskräfte und diese Lebenskräfte, hinter denen steckt ja letztlich der Christus irgendwo.

Das Christentum als Fortsetzung der alten Mysterien - Gnostiker 0:02:03

Man muss ja auch sehen, dass zu dieser Zeit, als Johannes diese Apokalypse schreibt, dass man da keine Vorurteile gegen die alten Mysterien hatte, sondern man sah eigentlich das Christentum als direkte Fortsetzung dieser Mysterien. Es war sogar so, dass eben durch das Erdenleben des Christus die alten Mysterien, die vorchristlichen Mysterien, noch einmal einen Aufschwung bekommen haben. Die Mysterien waren eigentlich schon ziemlich am Absterben. So in der Zeit der ersten zwei Jahrhunderten vor und dann nach Christus, blühen sie im Grunde wieder auf und es blühten also viele geistige Strömungen auf, die man dann eben auch als Gnostik bezeichnet. Die Gnosis. Mit einer sehr großen Bandbreite, aber dann so spätestens ab dem 2. Jahrhundert und im dritten Jahrhundert ganz stark, da wird das im Grunde alles ausgerottet von den Christen. Von den Christen, die jetzt dann nämlich zur Staatskirche werden, also die Zeit Konstantins. Aber es beginnt also die Ausrottung der Gnosis schon vorher von den ersten Kirchenlehrern. D. h. die Schriften werden verbrannt und man schaut, dass niemand etwas spricht darüber, weil einfach zu viel Geistiges drinnen ist, teilweise sicher ein Geistiges, das aus der alten Zeit kommt, das die eigentliche Aufgabe des Christus teilweise nicht verstanden hat, die namentlich nicht nachvollziehen konnten die Kreuzigung des Christus und dass er durch den Tod gegangen ist. Da scheiden sich natürlich die Geister, weil wir hatten das letzte Mal auch darüber gesprochen, dass im Grunde die ganze geistige Welt, die über uns ist, die geistigen Hierarchien, die über uns sind, gerade dieses Reich des Todes nicht sehen konnten oder jedenfalls nicht hineinsehen konnten. Das war für sie das große Unbekannte. Und die ganzen alten Mysterien, ja, waren natürlich, weil wir Menschen als erste irgendwo damit konfrontiert waren, schon auch soweit, dass sie gewisse kleine Einblicke haben konnten in dieses Reich des Todes, aber dass man es aber auch sehr gerne vermieden hat dort hinein zu schauen. Also die Ägypter hatten sehr wohl Erfahrungen damit. Die mehr östlich ausgerichteten Mysterien, da hat man sich lieber mit der geistigen Welt oben beschäftigt und das unten hat man liegen gelassen. Also da wollte man sich noch nicht so stark konfrontieren.  

Das dunkle Reich der Widersacher, nicht einsehbar für die höheren Hierarchien – eine Voraussetzung für die Entwicklung der Freiheit des Menschen 0:04:45

Ist auch klar, weil die östliche Weisheit in der alten Zeit, von wo die moderne Kultur, also die Kulturepochen eigentlich herkommen ausgehend von Indien, ja noch mit den luziferischen Kräften sehr stark arbeiten und zwar durchaus im positiven Sinn. Man muss überhaupt sehen, dass die Widersacher ja eine Aufgabe für die Menschheitsentwicklung und für die Erdentwicklung überhaupt haben. Diese Aufgabe macht uns manchmal große Probleme. Den Widersachern im Übrigen auch. Aber sie sind ja letztlich dazu da, um für den Menschen die Freiheit zu ermöglichen. Und die Freiheit ist eben nur dann möglich, wenn es, ein geistiges Reich nennen wir das jetzt, eben dieses Reich der Widersacher gibt, das den höheren Hierarchien, den regelrechten geistigen Hierarchien, wenn man es so sagen will, nicht zugänglich ist. Und zwar wirklich nicht zugänglich ist. Bis hinauf! Selbst der Christus hatte keinen Zugang. Selbst das höchste Göttliche hatte keinen Zugang.

Aus eigenen freien Entschluss haben sie also einen Weltbereich geschaffen und die Widersacher – wie R. Steiner oft sagt – dazu abkommandiert oder dazu bestellt halt über diese Reiche zu herrschen. Der Luzifer über sein Reich, das noch etwas lichter ist und der Ahriman über das dunkle Reich. Aber der Beschluss war eben: Wir, die eigentlichen hohen Hierarchien, wir halten uns von diesem Reich fern. Wir verzichten darauf dort hinein schauen zu können. Weil man muss denken, gerade wenn hohe geistige Wesen dort hinein schauen, dann beginnen sie, wenn dort etwas nicht in Ordnung ist, durch ihre geistige Ausstrahlung dieses Reich zu verändern, nämlich in Richtung des Guten, wenn man so will, des Lichten, des Hellen. Und gerade das sollte nicht der Fall sein. Weil dann wäre die Freiheit nicht möglich, sondern wir Menschen wären alle gut von Natur aus -  aber unfrei. Und mit dem Menschen hat man eben mehr vor sozusagen.

Der Weg des Menschen nach dem Tode – vom Lebenspanorama, über Kamaloka, Garten Eden, Devachan bis zur Weltenmitternachtsstunde 0:07:12

Die Frage, die ich dann letztes Mal gegen Ende zu noch aufgeworfen habe: Ja, wie ist denn das überhaupt mit diesem Reich des Todes? Wie hängt das zusammen mit den Schilderungen, die wir auch von R. Steiner kennen? Den Weg, den der Mensch nach dem Tod geht, wo er ja eigentlich durch die geistige Welt durchgeht. Wie hängt das mit dem unzugänglichen Reich des Todes zusammen? Weil in Wahrheit diese Welt, wo wir durchgehen nach dem Tod, sagen wir einmal den Bereich nach dem Kamaloka, also nach dem Fegefeuer, das ist so die Zeit, die etwa 20-30 Jahre dauert, je nachdem wie alt wir halt geworden sind im Leben, ungefähr etwa ein Drittel des Erdenlebens dauert das, bis wir durch dieses Kamaloka durchgehen, uns läutern dort drinnen, und dann steigen wir aber im Grunde stufenweise in höhere geistige Sphären auf, so wie es etwa auch Dante dann schildert in seiner Göttlichen Komödie. Also dieser Aufstieg auf den Läuterungsberg, das geht durch, dann kommt man bis zum sogenannten irdischen Paradies. Das ist übrigens sehr interessant, weil dieses irdischen Paradies, damit ist der Garten Eden gemeint, und dieser liegt tatsächlich oder lag auch in der Vergangenheit etwa am Ende der Mondensphäre, dort wo die Mondensphäre beginnt, d. h. wo der Mond die Erde umkreist, wenn man eine äußerliche Marke dafür nennen will. Man darf sich natürlich das Geistig-Seelische niemals Räumlich vorstellen, aber es hat eine gewisse Widerspiegelung auch in den äußeren Gegebenheiten. Da hängt eben diese Mondensphäre stark mit dem Kamaloka zusammen.

Kamaloka – eine Astralwelt, das Sinnliche fällt weg 0:09:04

Also dort können Engelwesenheiten durchaus hineinschauen. Daher ist es so, dass bei der Schilderung bei Dante z. B. immer wieder, wenn eine neue Stufe erklommen wird, dann ist immer ein Engel dort, der weiterführt, der an dieser Schwelle wacht und der dann etwas von den Sündenmalen löscht beim Dante, der da hinaufsteigt. Das ist also nicht diese dunkle Welt des Todes eigentlich. Nicht wahr, es ist vielleicht schon eine beschwerliche Welt, je nachdem wie viel man halt auf dem Kerbholz hat. Beschwerlich sind auch vor allem Dinge, die einem im Leben gar nicht so beschwerlich vorkommen, wenn man etwa irgendwelchen irdischen Genüssen im Übermaß anhängt, und sie nur des Genusses willen macht, und nicht eine geistige Lehre daraus zieht, das muss man sich abgewöhnen, wenn man das also bezüglich essen, trinken, usw. hatte, das ist oft schwer abzugewöhnen da drüben. Weil man hat einfach das körperliche Werkzeug ja nicht mehr. Weil man muss denken, in dieser Zeit des Kamaloka, da kommt man hinein etwa drei bis dreieinhalb Tage nach dem Tod, wenn also diese Lebensrückschau vorbei ist, ja dann ist aber auch alles Sinnliche weg. Es gibt nichts Sinnliches mehr. D. h. es bleiben jetzt nur mehr seelische Erlebnisse zunächst einmal, also die Farben verschwinden, die Gerüche verschwinden, der Geschmack verschwindet, das alles ist an die physischen Sinnesorgane letztlich gebunden. Das fällt mit dem Tod weg. Also in den dreieinhalb Tagen das Lebenspanorama, das hat noch sehr viel sinnesartigen Charakter, der Gang durch das Kamaloka, durch diese Reinigungszeit ist ganz anders. Also das ist so, wie wenn wir alles Sinnliche ausschalten würden und nur das, was wir innerlich Seelisch erleben, und das aber jetzt zu einer ganz großen Welt erweitert, das ist einmal die Grundvorstellung dessen, was man Seelenwelt nennt, Astralwelt nennt.

Die Welt des Todes: Wo befindet sie sich? 0:11:27

Ja, aber jetzt ist dieses Kamaloka trotzdem nicht die Welt des Todes. Die eigentliche Welt des Todes, in die die Engel nicht hineinschauen können und auch die höheren Hierarchien nicht hineinschauen können. Die Frage ist: Wo ist dieses mysteriöse Reich? Das aber nicht nur bei Dante beschrieben wird, sondern schon bei den Griechen sehr stark beschrieben wurde, als die Unterwelt, auch die Ägypter sprachen schon von Unterwelt, sprachen sogar von unteren Göttern, die dort hausen in dieser Unterwelt. Bei den Griechen ist es dann halt der Hades usw., der dort herrscht. Hades heißt im Übrigen nicht sehen können, Hades, haides geschrieben, da steckt das Wort „Idee“ drinnen und im Wort „Idee“ steckt eigentlich sehen drinnen, idein = denken, videin = sehen – also Gedanken sehen. D. h. die Unterwelt ist ein Ort, wo man das nicht mehr sehen kann. Auch nicht mehr diese Gedankenwelt erleben kann, zumindest nicht die Gedankenwelt, die noch aus der oberen geistigen Welt kommt, wir haben es also mit einer unteren geistigen Welt zu tun, mit einer dunklen geistigen Welt zu tun wenn man so will. Naja, es ist in Wahrheit auch ein Teil, nämlich der unterste Teil der Astralwelt, aber jener Teil, der bildlich gesprochen unter der Erde liegt. Nicht wahr, dazwischen ist nämlich unsere Sinneswelt, man kann sagen, es gibt eine Astralwelt, die über das Sinnliche hinausführt und es gibt eine untere Astralwelt, die in das Untersinnliche hineinführt. Auch die Schilderungen, die nämlich aus dieser unteren Astralwelt gegeben werden, die zwangsläufig nur in sinnlichen Bildern geschildert werden kann, auch dort erlebt man in Wahrheit nicht sinnlich.

Also auch diese ganzen Schilderungen der Hölle, diese ganzen drastischen Bilder, sind eine Übersetzung in ein sinnliches Bild. Aber es ist in Wahrheit ein sehr beklemmendes seelisches Erlebnis, ein seelisches Erlebnis, wo man spürt, ich bin jetzt in einer Welt, in der nirgendwo das geistige Licht leuchtet. Weil selbst im Kamaloka, da scheint ein Licht herein, selbst wenn es teilweise nur ein luziferisches ist, aber es scheint ein geistiges Licht hinein, aber in diese untere Astralwelt scheint kein geistiges Licht herein. Das ist das Problem. Daher können dort auch die Engelwesenheiten, die ganzen Hierarchien nicht hineinschauen. Und das Erleben der Menschen war eben so, dass tatsächlich spätestens in der griechischen Zeit man fast nur mehr dieses Reich gesehen hat, und die höhere Astralwelt, die lichtere Astralwelt konnte man nicht mehr sehen. Vielleicht ein bisschen noch vom Kamaloka, das man bewusst erlebte. Aber vor allem erlebte man etwas von dieser unteren Welt.

Der Weg des Menschen nach dem Tod: vom Lebenspanorama, über Kamaloka, Garten Eden, Devachan bis zur Weltenmitternachtsstunde – und wieder zurück 0:15:03

Die Frage ist: Wann man es erlebte? Die Schilderung geht ja dahin, dass der Mensch nach dem Tod in dieses Reich hinein geht. Aber eigentlich ist die Geschichte ein bisschen anders. Dieses starke Erleben der unteren Astralwelt passiert nämlich nicht nach dem Tod gleich. Weil: Wie geht der Weg? Also wir haben diese drei bis dreieinhalb Tage der Rückerinnerung, dann löst sich unser Lebensleib auf, also die Lebenskräfte, mit denen dieses Bild dann verweht sozusagen in der Ätherwelt oder der Ätherwelt eingeschrieben wird. Dann gehen wir in das Kamaloka hinein, also in diese untere, naja unter ist falsch, aber in diese niedere astralische Sphäre, aber immer noch eine überirdische, es ist eine übersinnliche noch. Und von dieser übersinnlichen Astralsphäre, also die mit der Mondensphäre zusammenhängt, steigen wir dann weiter durch die Merkursphäre, durch die Venussphäre, bis zur Sonnensphäre. Das ist alles noch Bereich der oberen Astralwelt. Also auch die Sonnensphäre hängt eigentlich mit dem Astralischen zusammen. Während wir das dann bei der zweiten Gemeinde in Kleinasien im Übrigen auch sehen, dass das auch eine Rolle spielt, gerade diese astralische Sonnensphäre. Das ist die höchste Astralsphäre, der höchste Astralbereich könnte man sagen.

Und dann geht es erst in die eigentliche geistige Welt im engeren Sinn hinein, also das was R. Steiner manchmal auch genannt hat das niedere Devachan und dann das höhere Devachan, es gibt also eine untere und eine obere geistige Welt, das will ich aber jetzt nicht im Detail ausführen, weil das führt uns zu weit weg. Und dann kommt eine Weltenmitternachtsstunde. Das ist also die Zeit, wo man beginnt wieder herunterzusteigen und den Entschluss eben gefasst hat in eine neue Inkarnation, in ein neues Erdenleben herabzusteigen. Jetzt geht ein langer Abstieg durch die Planetensphären, bildlich gesprochen zumindest. Konkret gesprochen heißt es, ich habe zu tun mit den ganzen geistige Wesenheiten, die mit diesen Planetensphären zu tun haben, ich habe zu tun natürlich auch mit den anderen Menschen, die sich gerade in diesem Bereich bewegen, und dann komme ich immer näher, ich komme in die Mondensphäre wieder herunter, dann wird es also Zeit sich zu kümmern wirklich einen ganz konkreten Leib zu finden, es wird schon vorher vorbereitet natürlich, aber dann wird es immer konkreter. Und man muss sich ja nicht nur einen physischen Leib zubereiten, der durch die Vererbungslinie kommt, der bereitgestellt wird, man muss halt einen auswählen, also den hat man schon gesucht, aber jetzt muss sich dazu bilden ein Ätherleib, ein Astralleib, dann kann sich das ICH erst inkarnieren.

Karmapäckchen im unteren Astralbereich – Aufsammeln unmittelbar vor der Geburt zu einer neuen Inkarnation 0:18:29

Ja, und jetzt gerade bei der Bildung des Astralleibes gibt es einen springenden Punkt. Ich habe nämlich die ganze Geschichte vom Weg durch den Tod, also wie wir da durch die geistige Welt gehen, habe ich eines noch ausgelassen. Wenn wir durch das Kamaloka durchgehen, also durch die Mondensphäre, den ersten Bereich der Läuterung, dann können wir einiges läutern dort, das dann rein genug ist, um in höheren Sphären mitgenommen werden zu können. Es gibt aber ganz gewaltige Brocken, die wir nicht mitnehmen können, die in unserem Astralleib sind. Das sind nämlich die Sachen, in denen unser Karma drinnen steckt. Karma wird letztlich alles das, also was dann in die nächste Inkarnation hineinwirkt, was wir nicht über diese Kamaloka-Sphäre hinaus mitnehmen können. Sondern was wir um Grunde schon im untersten Bereich dieser Kamaloka-Sphäre zurücklassen müssen. Und genau diese karmischen Kräfte, wenn man so will, also diese astralischen Kräfte, die sammeln sich jetzt sehr stark in dieser unteren Astralwelt, die also im untersinnlichen Bereich, im unterirdischen Bereich liegt, d. h. das was in dieser sogenannten Hölle oder Unterwelt drinnen steckt, das sind wirklich unsere karmischen Verfehlungen, die wir nicht im Kamaloka abtun können, die wir dort nicht ausgleichen können. Die sammeln sich dort unten. Man könnte sagen, dort warten unsere Karmapäckchen auf uns. Die müssen wir uns nämlich dann, wenn wir jetzt zu einer neuen Geburt heruntersteigen und uns unseren neuen Astralleib bilden, da müssen wir diese Karmapäckchen wieder aufsammeln. Und das ist natürlich mit sehr starken Erlebnissen verbunden. Also ganz besonders stark ist das auch in der Zeit, in der dann schon wirklich die Zeugung und die Befruchtung stattfinden, weil da ziehen sich also die wichtigsten Dinge zusammen. Und da gehen wir alle in Wahrheit durch diese Unterwelt durch. Das heißt gar nicht nach dem Tod, sondern unmittelbar vor der Geburt da in der ersten Phase der Entwicklung, wenn wir aber schon physisch verankert sind, da gehen wir durch. Und dann begleitet uns in Wahrheit diese dunkle Welt das ganze Leben, die Hölle nämlich, nur sie ist unter der Schwelle unseres Bewusstseins, zumindest meistens. Manchmal kann es durchbrechen, dann kann das sehr gefährlich werden, wenn man nicht darauf vorbereitet ist.

Karmapäckchen stellen unsere Aufgaben im Erdenleben dar 0:21:37

Weil normal sorgt also unser Karma, unser Schicksal dafür, dass es gar nicht uns so zu Bewusstsein kommt, wie dunkel diese Kräfte sind, sondern das Schicksal führt uns eben in bestimmte Situationen, wo wir jetzt hier im Irdischen eine Tat setzen können, die dieses Karma auflöst. Das sind eigentlich die wichtigsten Taten, die wir vollbringen können auf der Erde, weil diese Karmapäckchen, also diese dunklen astralischen Wolken, die da in dieser Welt des Todes jetzt unten herumschwirren, die können nur wir als das Individuum, das dieses Karma auf sich geladen hat, auch wieder auflösen. Diese Taten, die wir damals begangen haben, wodurch wir uns dieses Karma aufgeladen haben, haben natürlich auch weit in der Welt draußen gewirkt, das können wir eh alles nicht mehr so einfach gutmachen, aber dieses Päckchen, das wir mittragen, das können wir auch nur selber auflösen. Und diese Aufgabe haben wir während des Erdenlebens. Und das heißt, unsere Aufgabe ist sozusagen während des Erdenlebens, ein kleines Stückchen dieser finsteren Welt des Todes aufzulösen. Sie besteht im Grunde zum größten Teil aus diesen Dingen, aus diesem dunklen Karma, das wir mit uns schleppen.

Ahriman, der Verwalter des dunklen Reiches 0:23:19

Diese Kräfte werden natürlich sehr stark auch benutzt und verwaltet vom Herrn Ahriman, der spielt da eine sehr große Rolle. Denn es ist sein Reich, wo diese Kräfte drinnen liegen. Das wollte ich nur so als Einleitung für den heutigen Vortrag sagen, damit wir wissen, was ist dieses Reich des Todes, dieses Reich des Ahriman ganz konkret. Und damit wir es ein bisschen auseinanderhalten können eben von dem Weg, den wir unmittelbar nach dem Tod gehen. Also es ist eigentlich paradoxerweise diese dunkle Welt, die wir kurz vor der Geburt erleben, relativ kurz vor der Geburt. Und an die erinnern wir uns auch. Ihr wisst vielleicht oder könnt euch erinnern, Plato hat immer davon gesprochen, überhaupt unser Denken, unser Bewusstsein und so, ist eine Art Wiedererinnern an das, was vor der Geburt war. Ja, ja, das ist schon richtig. Da sind aber eben auch genau diese dunklen Dinge drinnen. Aber solange wir nicht reif sind, geistig stark genug sind, diesen Dingen voll und ganz ins Auge zu schauen, so bleiben sie mehr im Unterbewussten. Aber man muss wissen, wenn man namentlich als heutiger moderner Mensch eben einen geistigen Weg geht, sich mit geistigen Dingen beschäftigt, damit fängt es schon an, also schon einfach wenn man anthroposophische Bücher angenommen liest, ernsthaft liest, fängt ja der geistige Weg an, und wenn man dann vielleicht noch geistige Übungen macht, dann verstärkt sich das, dann muss man damit rechnen, vielleicht nicht schon in dieser Inkarnation, aber spätestens in der nächsten, dass man sehr stark mit diesen dunklen Kräften bewusst konfrontiert wird. Nämlich dann, wenn die eigene geistige Kraft stark genug ist, um bewusst jetzt diese dunklen Karma-Päckchen aufzulösen.

Auflösen der Karmapakete bedeutet Entwicklung von Geistselbst 0:25:34

Denn was sind diese Karma-Päckchen? Die sind von ihrer Substanz her etwas Seelisch-Astralisches. Eben etwas Seelisch-Astralisches, das durch uns verdorben wurde. Wenn wir das bewusst auflösen können, wenn wir Seelisches-Astralisches bewusst auflösen können, was entwickeln wir dann? Dann entwickeln wir Geistselbst. Geistselbst ist nämlich der verwandelte oder teilweise verwandelte Astralleib. Und das wichtigste, was wir verwandeln müssen, ist eben unser Karma. Das müssen wir auflösen. Das ist das Erste. Und in dem Maße in dem wir es auflösen, erwerben wir uns Geistselbst.

Buddhaschaft – gesamtes Karma ist aufgelöst bzw. verwandelt 0:26:22

Und wenn jemand sein gesamtes Karma aufgelöst hat, dann hat er vollkommen sein Geistselbst entwickelt. Dann ist er eine Stufe höher gestiegen. Ab dem Zeitpunkt müsste er nicht mehr zu einer irdischen Inkarnation heruntersteigen, weil es kein Karma mehr aufzulösen gibt. Und dass er es so weit gebracht hat, das Geistselbst vollauf zu entwickeln, zeigt auch, dass sein ICH bereits so stark ist, dass er auch dafür nicht mehr die irdische Inkarnation braucht. Das heißt er steigt im Grunde auf jetzt zu einem Wesen – es gibt erst sehr wenige, die so weit sind auf Erden – die die Stufe eines Buddha erlangt haben. Nicht wahr, Buddha konnte mit Recht sagen, dies ist meine letzte irdische Inkarnation, weil er hat es geschafft,  seinen kompletten Astralleib in Geistselbst umzuwandeln. Das steckt ja auch in der buddhistischen Lehre irgendwo dahinter, diese Anweisung im Grunde: Wie arbeite ich mein ganzes Karma auf? Wie verhindere ich, dass ich Neues erzeuge? Das heißt, wie verhindere ich, dass dunkle Astralkräfte da hinunter sinken in dieses Reich des Todes?

Buddha ist einzuordnen in die griechisch-lateinische Kulturepoche 0:27:52

Damit ist unausgesprochen aber immer auch gleich gesagt, dass ja damit langsam dieses Reich des Todes überhaupt aufgelöst wird. Weil da geht es ja nicht nur um mein Karma, sondern je mehr Menschen daran arbeiten, desto mehr verschwindet überhaupt diese untere Astralwelt, diese Welt des Todes. Es ist hier so, der Buddha, von dem man als der Buddha spricht, also der historische Buddha, der so etwa im 6. Jahrhundert vor Christus lebte, war ja nicht der erste und einzige Buddha. Es gab welche, die ihm vorausgegangen sind und es gibt welche, die ihm nachfolgen werden. Also es sind schon andere Menschen auf diese Stufe unter anderen Bedingungen aber aufgestiegen. Aber besonders diese Lehre des historischen Buddha in der Art, wie sie damals gegeben wurde, ist ganz typisch für die bereits in Wahrheit griechisch-lateinische Zeit. Nicht wahr, die griechisch-lateinische Zeit fängt an im 8. Jahrhundert vor Christus jetzt grob gesprochen, also seit Gründung Roms, um das Datum der Gründung herum, es ist sehr wichtig auch als Markierung, man darf sich ja diese Übergänge nicht so von einem Schlag zum nächsten vorstellen, sondern es sind Jahre, Jahrzehnte der Übergangszeit, aber doch immerhin, man kann sagen im 8. Jahrhundert beginnt es und in diese Zeit fällt auch das Erdenleben des historischen Buddha hinein. Also der gehört nicht in die urindische Zeit, sondern er gehört bereits in die griechisch-lateinische Zeit. Und das ist eben genau auch die Zeit, wo dieses untere astralisches Reich am Finstersten war, da hat es im Grunde die maximale Finsternis erreicht um die Zeitenwende herum.

Christus steigt als erste geistige Wesenheit hinab in das dunkle Reich des Todes 0:29:57

Und da konnte wirklich ein starker Impuls eben dadurch geschehen, dass ein geistiges Wesen, das sonst nie durch den Tod geht – weil die geistigen Hierarchien über uns gehen eben nicht durch den Tod, nur durch Verwandlungszustände – dass dieses geistige Wesen, eben der Christus, beschlossen hat durch den Tod zu gehen, in dieses dunkle Reich hineinzusteigen und dadurch eben einen ganz starken Impuls dafür zu geben, dass die Menschen dieses dunkle Reich langsam auflösen können. Der Christus kann es nicht für uns auflösen. Er kann uns nur den Impuls dazu geben und er kann uns eine gewisse Kraft dazu verleihen. Aber tun müssen wir es selber. Einfach schon aus dem Grund, weil jeder sein eigenes Karma nur selbst auflösen kann. Man kann einem anderen Menschen helfen und unterstützen dabei, dass er selbst sein eigenes Karma auflöst. Aber ich kann es ihm nicht in dem Sinne abnehmen, dass ich sage, ja du bist zu schwach dazu, ich mach´s für dich. Das geht nicht! Die eigentliche Kernaufgabe muss ich immer selbst übernehmen. Also das heißt, der Christus war der große Helfer, der den Menschen begleiten kann, der ihn unterstützen kann dabei, wenn wir selbst diese Arbeit übernehmen. Das alles spitzt sich zusammen zur Zeitenwende.

Wird es uns gelingen das dunkle Reich aufzulösen? 0:31:30

Und jetzt ist es die große Frage, gelingt es dieses dunkle Reich aufzulösen? Das ist unsere heutige Aufgabe nach wie vor. Wir sind noch lange nicht fertig. Oder gelingt es nicht? Ja wird es vielleicht noch dunkler? Obwohl es eigentlich schon am Dunkelstmöglichen war, aber es kann eigentlich noch schwärzer als schwarz werden. Also es kann auch da noch tiefer hineinfallen. Dann würde sich tatsächlich eine eigene ahrimanische Welt selbständig machen und Menschen mit hineinziehen dort. Wir werden dann sehen, dass solche Dinge in der Apokalypse sehr deutlich geschildert werden. Das wird dann letztlich die letzte große Scheidung der Geister sein, dass Menschen mitgehen vielleicht in diesem dunklen Reich, in das das geistige Licht überhaupt nicht mehr fallen kann. Aber eine große Entscheidung ist da eben zur Zeitenwende gefallen.

Frage einer Zuhörerin: Meine Frage ist, wieso Moses geharrt hat und all die Großen?

W.: Na ja, der Punkt ist eben, auch sie waren noch nicht so weit zunächst einmal, dass sie ihr Karma, dass sie eben auch hatten, vollkommen aufgelöst haben. Und daher blieben ja auch gewisse karmische Pakete in dieser dunklen Welt drinnen. Aber sie waren so weit zur Zeitenwende, also schon durch eigene Arbeit, dass also durch die Unterstützung, dass der Christus jetzt hineinkam in dieses Reich und so wie ein Blitz es einmal erleuchtet hat, dass das ihnen die Kraft gegeben hat letztlich, den letzten Rest ihres Karmas zu überwinden und aus dem herauszukommen. Und das betrifft also viele große Eingeweihte, namentlich auch die Propheten, die im Alten Testament geschildert werden. Die Bibel konzentriert sich natürlich mehr auf diesen hebräischen Weg sozusagen. Aber es gab auch in anderen Weltbereichen in Wahrheit Menschen, die erlöst wurden. Der Dante in seiner Göttlichen Komödie kennt das natürlich noch nicht ganz so und glaubt, dass wirklich nur die, die durch den Christus direkt erlöst wurden, also in nachchristlicher Zeit erlöst wurden, dass nur die dann eine Chance haben hinauszukommen. Also wer nicht getauft ist sozusagen, kann nicht hinein. So ist es nicht! Weil ja viele vorchristliche Eingeweihte ja in Wahrheit auch Eingeweihte waren, die das Kommen des Christus vorbereitet haben. Das ist nur in der Kirchenlehre später alles sehr schief – sage ich einmal vorsichtig – herübergekommen und verdreht worden bis zu einem gewissen Grad. Also das hat damit nichts zu tun.

Frage eines Zuhörers: Vielen Dank! Unglaublich stark dein Einstieg! Ich genieße das sehr. Meine Frage ist: Was ist mit diesen 40 Tagen nach dem Schwellenübertritt? Das ist ja die Zeit, die man auch als Christi Himmelfahrt bezeichnet. Und das hast du jetzt ausgeklammert eigentlich. Und das interessiert mich, weil das zum Beispiel ein Datum ist, wo früher die Seelenmessen gehalten wurden und dieses Datum auch spirituelle Erfüllung beinhaltet. Wo siehst du diesen Zusammenhang? Also diese Christi Himmelfahrt sozusagen, hat das mit dem Totenreich auch zu tun oder ist das dann eben diese Verbindung… ? 

W.: Es ist die Überwindung. Es ist die Überwindung dieses Totenreiches. Diese vierzig Tage, das gab es ja als Zeitraum auch schon in vorchristlicher Zeit. Also es gibt da Fakire, oder gab es, die sie vierzig Tage begraben haben lassen unterirdisch und auch in einem fast toten Zustand dort ausgeharrt haben diese vierzig Tage und das ist tatsächlich ein Weg, der aus dem dunkelsten Reich zumindest herausführt. Und da sind aber die Erlebnisse drinnen in diesen vierzig Tagen gerade ganz stark dann von dem Reich des Todes auch. Aber das muss man sehr bewusst anstreben. D. h. normalerweise wenn Menschen heute durch den Tod gehen, streifen sie an das nach dem Tod nur sehr kurz an eigentlich. Und sie erleben das in der Regel nicht sehr bewusst. Also gerade diese vierzig Tage. Es ist ein gewisses Aufwachen zum Beispiel, also es flammt einmal deutlich auf, wenn das Lebenspanorama verschwindet, also nach den 3 – 3,5 Tagen, da ist einmal ein Bewusstseinsaufleuchten. Es ist aber dann, und wenn das Begräbnis dann nach der Zeit oder innerhalb dieses Zeitraums irgendwo passiert, dann ist das sehr gut. Aber es ist dann so, dass hier eigentlich dieser unterste Bereich der Seelenwelt, also das Reich der unteren Seelenwelt, das geht man auf jeden Fall durch. Das entspricht in etwa diesen 40 Tagen.

Frage des Zuhörers geht weiter: Ja aber du hast gesagt, das geht man ja bei einer neuen Inkarnation durch.

W.: Ja, das ist richtig. Jetzt sage ich es noch etwas genauer. Man geht nämlich in der Regel zwar nach dem Tod schon durch, aber ganz unbewusst, d. h. man schläft sozusagen. Man verschläft diese Zeit. Während man sie dann, wenn man zur neuen Geburt hereinkommt, sehr bewusst erlebt. Das ist der Unterschied. Aber bei Eingeweihten zum Beispiel, die gehen dann bewusster auch nach dem Tod oder auch bei ihrem Einweihungsweg gerade auch durch dieses dunkle Reich durch. Und dann ist die Möglichkeit erst wirklich – ich möchte sagen – rechtmäßig aufzusteigen in die höhere geistige Welt, d. h. die Himmelfahrt letztlich anzutreten oder zu beginnen. Also dieses Recht muss man sich in gewisser Weise als Eingeweihter erst erwerben. Und das wurde auch immer drängender einmal schon so gegen die ägyptische Zeit, da ist es schon deutlicher eine Auseinandersetzung und dann in der griechisch-lateinischen Zeit erst recht. Dort ist daher immer ganz stark das Thema Durchgang durch die Unterwelt. D. h. die Eingeweihten gehen bei der Einweihung oder gleich nach dem Tod bewusst dort durch, die Mehrzahl der Menschen wenn sie hereinkommen in die Inkarnation. Hilft das ein bisschen?

Frage einer Zuhörerin: Darf ich auch eine Frage stellen? Und wenn die Leute, also diese Verstorbenen an diesem vierzigsten Todestag irgendwie unterstützen, geht das, dass das dann halbwegs bewusst durchgeht?

W.: Ja! Ich meine, es hängt natürlich immer vom individuellen Fall ab. Aber es ist auf jeden Fall hilfreich, also gerade nach diesen vierzig Tagen, auf die zu achten auch irgendwo, weil das ist immer die Chance, dass das Bewusstsein viel stärker aufwacht, weil das jetzt diese vierzig Tage themahafter war oder zumindest gerade diese unteren Bereiche nicht gesehen hat. Aber es ist individuell. Es ist sehr individuell natürlich. In Wahrheit verläuft dieses Leben, gerade in der ersten Zeit, mit starken Schwankungen, wo das Bewusstsein mal stärker, mal schwächer ist. Und es ist auch noch nicht so ganz rhythmisch. Es wird später rhythmischer, also fast wie ein Schlafen und Wachen, wenn man es jetzt mit dem Irdischen vergleichen wollte, wo das Bewusstsein nämlich dann mehr auf die eigene Welt bezogen ist und dann mehr sich verbindet wieder mit der seelisch-geistigen Umwelt. Das ist ein gewisser Rhythmus, der sich dann später herausbildet. Aber in der ersten Zeit nach dem Tod ist dieser Rhythmus noch kein wirklicher Rhythmus, sondern es schwankt sehr stark und es gibt sehr starke individuelle Unterschiede.      

Materialismus und nachtodliche Isolation und Einsamkeit 0:41:04

Vor allem Menschen, die sehr im Materialismus stecken oder gesteckt haben im Erdenleben, tun sich gerade in dieser Anfangsphase unheimlich schwer, weil sie sind dann eigentlich fast ganz nur auf sich selbst konzentriert. Das heißt im Grunde auf ihr Ego. Aber auch davon erleben sie nur Fadenscheiniges, weil sie sind noch nicht stark genug, dass sie jetzt wirklich diese Karmapäckchen in ihrer vollen Tiefe ansehen können. Aber sie merken nur, alles was ich bis jetzt für mein Ich gehalten habe, ist nicht ganz so schön, wie ich es erhofft habe. Und sie haben dann vor allem im Extremfall zumindest sehr wenig Kontakt bis gar keinen zu den geistigen Wesenheiten, die um sie sind. Also das heißt die Toten, die vor ihnen hinübergegangen sind, mit denen sie eigentlich verbunden sind, aber sie kommen nicht hin. Und das ist ein Zustand, der dann schon erlebt wird als – wie soll man sagen - finster und eisig. Eisig deswegen, weil man keine Seelenwärme rundherum spürt. Man weiß, da ist so viel Seelisches, das sind Wesen um mich, aber ich komme nicht heran. Ich kann nicht mit ihnen in Verbindung treten. Also das kann passieren.

Neue Kräfte schöpfen im Leben zwischen Tod und neuer Geburt 0:42:33

Aber es ist daher auch so ein gewisses Mittel, um überhaupt das Bewusstsein zu dämpfen in dieser Zeit, weil das sehr schlimme Erlebnisse sein können. Also es wird schon einmal so sein, dass beim Durchgang durch den Tod man dieses Reich auch sehr stark und sehr bewusst erlebt. Also es hat schon einen Sinn, warum man es heute normalerweise noch nicht so stark nach dem Tod erlebt, sondern erst vor der Geburt, weil, wenn wir durch die ganze geistige Welt durchgegangen sind, dann nehmen wir eine ganze Menge geistiger Kräfte mit zu dieser Geburt herunter, die uns stärken, um jetzt bewusst dieser Sache ins Auge zu schauen, weil wir sind es, wir haben jetzt gelernt, wir sind es ja, wir wollen da hinunter, und wir wollen eigentlich nur aus einem einzigen Grund herunter. Wir müssen diese dunklen Flecken auflösen. Das heißt, da kommt der ganz starke Impuls, ich will das sehen, ich muss das sehen und ich muss mir meine Aufgabe suchen. Aber es wird in der Zukunft sicher so kommen, dass wir es auch, also zumindest die Menschen, die geistig ihr Bewusstsein schon stärker entwickelt haben, dass die auch nach dem Tod dieses dunkle Reich erleben und sehen, aha, da liegt meine Aufgabe für die nächste Inkarnation.

Ansonsten wird es halt so nach und nach schrittweise gelüftet, dieses Geheimnis, dass man sich halt vorbereitet. Wir müssen jetzt bereits, wenn wir durchgehen durch die geistige Welt nach dem Tod, da müssen wir ja vorbereiten die Schritte, die wir unternehmen müssen, um das aufzulösen. Und man muss auch denken, wir haben ja in der Regel alle schon recht viele Inkarnationen auf Erden hinter uns und wir waren allesamt schon ziemlich wüste Geschöpfe. Alle, ohne Ausnahme. Also wo wir andere Wesen zu quälen oder zu töten noch das Mindeste ist. Das sind noch die Kleinigkeiten. Also wo wir auch sogar mit schwarzmagischen Kräften in Berührung kamen. Das ist sehr, sehr verbreitet. Und das sind also die Karmareste, die wir in uns haben, wo es sehr weise ist, dass wir uns die noch für eine spätere Zukunft noch aufheben, um sie aufzuarbeiten, weil wir jetzt noch gar nicht dazu fähig sind. Also da wartet einiges auf uns. Und diese Pakete sind aber für uns geschnürt sozusagen, die liegen bereit für uns. Und sie warten auf uns, auf jeden einzelnen individuellen Menschen. Und das ist auch nicht so unplausibel, dass also gerade die schlimmsten karmischen Verfehlungen, die am schwersten aufzulösen sind, dass wir diese Aufgabe halt erst in der Zukunft – oder die meisten von uns – erst in der Zukunft werden angehen können.

Die Apokalypse – das Buch der Priester 0:45:54

Und daher werden die Aufgabenstellungen natürlich aber auch in der Zukunft immer schwieriger. Und da hängt sehr viel damit zusammen, warum dann in der Apokalypse überhaupt in den späteren Kapiteln also sehr erschreckende Dinge kommen, obwohl diese Bilder eh noch immer sehr mild sind im Vergleich zu dem, wenn man sie dann wirklich Seelisch-Geistig erlebt. Weil sie sind ja auch nur eine Übersetzung in sinnliche Bilder, um sie überhaupt kommunizieren zu können. Aber das ist etwas, was uns bevorsteht, jedem Einzelnen, also jeder einzelne erlebt seine eigene Apokalypse im Grunde. Und natürlich wir als Menschheit gemeinsam auch eine gemeinsame Apokalypse. Aber im Grunde hat jeder seine apokalyptische Aufgabe. Das ist auch ein Grund, warum Rudolf Steiner gerade den Priestern der Christengemeinschaft, für die er eben Vorträge gehalten hat, denen er die Sprüche und das alles gegeben hat, die liturgischen Texte, warum er denen ganz besonders die Apokalypse ans Herz gelegt hat. Er hat gesagt, das ist das Buch der Priester. Weil ihr müsst die Menschen begleiten und sie unterstützen dabei, dass sie diesen Weg gehen können. Und dieser Weg ist eben, dass jeder letztlich durch seine Apokalypse durchgehen muss. Und der Priester, wenn er helfen will dabei, also begleiten will und stützen will sozusagen den Menschen auf diesem Weg, der muss erst recht in diesen Dingen drinnen leben können. Und er muss sozusagen im Grunde seine Apokalypse finden. D. h. seine Aufgabe für die Zukunft. Und da ist in Wahrheit sehr viel mehr noch zu tun, also die Bilder, die da geschildert sind. Das sind so grobe Stationen.

Was ist gemeint mit „in Kürze“ am Beginn der Apokalypse 0:47:58

Ihr kennt ja auch den Anfang der Apokalypse, wo es dann immer so schön heißt: Dies ist die Wesensenthüllung Jesu Christi, die der Vatergott gegeben hat, um denen, die ihm dienen wollen zu zeigen, was in der Zukunft geschehen soll. Oder oft wird es fast besser – ausnahmsweise muss ich sagen – übersetzt, was „in Kürze“ geschehen soll. Nur – dieses „in Kürze“ heißt nicht morgen oder übermorgen, auch nicht in zehn Jahren. Es ist überhaupt keine Zeitangabe damit gemeint, sondern es ist in Wahrheit gemeint – und das ist in Wahrheit ein sehr treffender Hinweis von R. Steiner – es ist gemeint, es wird ganz kurz und knapp geschildert, was zu tun ist und was geschehen wird. Und die eigentliche Aufgabe füllt Bibliotheken sozusagen, wenn man das niederschreiben wollte. Aber jeder muss seine eigene Bibliothek schreiben. Das sind nur ein paar Orientierungspunkte. Das heißt in Kürze. Also ein knapper Auszug. Eine Art Landkarte. Welche wichtigen Punkte abzuarbeiten sind und denen ein jeder in der einen oder anderen Weise begegnen wird.

Aber dazwischen sind viele, viele Zwischenstationen, von denen hier nicht gesprochen wird, weil sie sehr individuell auch sind. Und weil man sie gar nicht schildern kann. Das wäre viel zu schwierig das in sinnliche Bilder zu übersetzen. Man muss immer denken, die eigentliche geistige Wahrnehmung, die Imagination lässt sich nicht sinnlich erleben. Die Imagination ist eben ein übersinnliches Erlebnis und jede sinnliche Beschreibung ist immer eine Übersetzung und damit immer eine Verkürzung. Also wer schon einmal an ein imaginatives Erleben herangestreift ist, der weiß, wie viel reicher das ist, als was man bei noch so viel Fleiß darüber niederschreiben kann. Das ist von hundert Gedankenbildern – ich sage es jetzt vorsichtig Gedankenbilder, nennen wir es einmal so – die durch den Geist fluten, davon kann ich vielleicht einen Satz festhalten. Wenn die hundert Gedankenbilder oder hundert Sätze sozusagen vorbei sind, sind schon wieder die nächsten hundert da. Also da komme ich gar nicht nach. Und sie sind ja sofort wieder weg. Ich kann zwar wieder in der Meditation  zurückgehen, aber im Grunde kommen sie und verschwinden schon wieder und kommen, verschwinden. Aber es ist eine Fülle, von der ich nur einen winzigen Auszug hereinholen kann. Und das ist in Wahrheit gemeint mit dem, was „in Kürze“ geschieht. Es ist in Kürze geschildert, was geschieht. Das ist das Eigentliche.

Smyrna – die zweite Gemeinde (Zarathustra). Die Auseinandersetzung zwischen den polaren Kräften Licht (Ahura Mazdao) und Dunkel (Ahriman) 0:51:16

Ja, aber kommen wir jetzt ein bisschen zur nächsten Gemeinde, an die der Brief des Johannes jetzt gerichtet ist. Die erste Gemeinde war also die von Ephesos, die noch ganz im Geistigen lebt, eine Art Wiederholung der urindischen Zeit. Also das spiegelt sich zumindest wieder, gerade in diesen Mysterien von Ephesos, auch wenn dort halt keine Inder drinnen gesessen sind. Aber das macht nichts. Also von der geistigen Strömung her ist es sehr verwandt mit dem, also etwas was noch ganz in den geistigen Höhen lebt. In der zweiten Kulturepoche – hier spreche ich von der Kulturepoche – die der zweiten Gemeinde aber entspricht, der Gemeinde von Smyrna. Dort kommt schon sehr stark die Auseinandersetzung mit der unteren Welt, mit der Welt Ahrimans. Also ihr werdet euch erinnern daran, das ist Zeit des großen Eingeweihten Zarathustra, der schildert, wie es eine Zweiheit gibt in der Welt, dass ein Kampf besteht zwischen dem lichten Geist Ormuzd oder Ahura Mazdao. Ahura – ich spreche es bewusst so etwas verschoben aus – das heißt eigentlich „die mächtige Aura“. Es geht um eine mächtige astralische Aura, die nämlich mit der Sonne verbunden ist. Das ist nämlich die Aura des Christus, der in der Sonne lebt zu dieser Zeit, noch nicht heruntergestiegen ist auf die Erde, sondern lebt in der Sonne. Er ist natürlich in Wahrheit ein noch viel höheres Wesen als ein Sonnenwesen, aber er hat ja bei der Schöpfung, nämlich bei der Schöpfung, wie sie in der Bibel geschrieben wird, ja durch die Gemeinschaft der 7 Elohim gewirkt. Die sind ja die eigentlichen Schöpfergeister, aber sie sind es dadurch, dass der Christus durch ihre Gemeinschaft hindurch wirkt, eben diese mächtige Sonnenaura.

So hat es der Zarathustra eben auch erlebt. Er hat diese Sonnenaura, d. h. diese astrale Aura der Sonne sehen können. Aber Sehen ist wieder einmal ein imaginatives Sehen und nicht ein sinnliches Sehen. Aber da hat er diese mächtige Strahlkraft des Christus gespürt. Er sah auch die Erde, auf der wir stehen, die jetzt im Grunde erstmals so richtig deutlich für den sinnlichen Blick hervorkommt. Das muss man nämlich auch wissen.

Wie haben die Urinder die Welt erlebt? 0:54:13

In der urindischen Zeit hatten die Menschen noch wenig Bewusstsein und wenig Verständnis für die äußere sinnliche Welt. Und das heißt auch, dass sie sie nicht so erlebt haben, wie wir sie heute erleben. Also so wie wir das heute erleben, ich bin da und da ist eine Welt von Bäumen, Tieren, anderen Menschen, Steinen, etc. mir gegenüber. So hätte ein Inder nicht erleben können. Das Erleben ist noch am ehesten vergleichbar mit dem eines kleinen Kindes so in den ersten sieben Lebensjahren maximal. Aber wenn es gegen das siebente Lebensjahr zugeht, ist es schon sehr reif für Entwicklung. Unsere heutigen Kinder sind da schon viel mehr in der äußeren Welt als es damals diese Urinder waren. Also die reinste Zeit ist sogar die der ersten drei Lebensjahre, darüber haben wir das letzte Mal ja auch gesprochen, wo das Kind noch nicht Ich zu sich sagt. Ja, der alte Inder hat eben auch noch nicht Ich zu sich gesagt so wirklich. Er hat sich nicht so empfunden. Er hat sich empfunden als Teil seines Stammes, seines Volkes mit dem er verbunden war, und vor allem verbunden mit den geistigen Wesen, die über ihm waren, die er teilweise noch sehen konnte. Manche mehr, manche weniger.

Die Führer der urindischen Zeit, die sieben heiligen Rishis, die eigentlich ganz schlichte Menschen waren, nicht Gelehrte in irgendeiner Weise. Aber wenn sie gemeinsam versammelt waren, konnten sie das geistige Licht hereinholen und fast wie in Trance das jetzt aussprechen, was da hereinkommt. Und in mächtigen Bildern ausfertigen, sozusagen übersetzen in mächtige Bilder. Bilder, die dann nachwirken natürlich in der indischen Mythologie, obwohl das alles erst viel später niedergeschrieben wurde und nur mehr müder Abglanz dessen ist, was man damals erlebte. Aber wenn man ein bisschen so die indische Mythologie kennt, dann weiß man, das sind sehr reiche, sehr bunte Bilder. Da ist im Grunde die griechische Mythologie fad dagegen, was sich dort tut und wie viele Wesen es da gibt, und wie viel Auseinandersetzung es da gibt und welche Zeiträume da, welche Äonen umspannt werden. Äonen türmen sich auf Äonen, die ins Unglaubliche hineingehen. Also eine ganz, ganz reiche Welt. Das haben die Risis hereinholen können noch. Aber die Außenwelt, die war ihnen noch sehr fremd. Und es ist ähnlich wie bei den Tieren – also ich will damit nicht sagen, dass der Mensch ähnlich ist dem Tier – aber er hat gewisse Dinge halt gemeinsam, die Tiere, auch wenn sie noch so scharfe Augen haben, wie ein Adler oder so, er sieht mit seinem Bewusstsein die Welt nicht so, wie wir heute, nämlich gegenständlich. Es täuscht uns nur, weil man sagt, naja, auf der Netzhaut ist auch so ein verkehrtes Bildchen, genauso wie bei uns, also muss der das auch so sehen. Nein, erleben tut man ganz was anderes dabei, nämlich vielmehr einen seelisch-geistigen Anteil dabei. Und es geht erst langsam über, es fängt langsam damit an, dass jetzt die dunkle Erde auftaucht. Die sinnliche Erdenwelt als etwas Dunkles. Und nur wenn ich hinaufblicke zur Sonne namentlich, da ist es hell, da ist es geistig hell, aber auch sinnlich hell. D. h. das erste, was die Menschen sinnlich gesehen haben, waren nicht die Dinge der Erdenwelt, sondern die Welt da oben, die Sonnenwelt, auch nachts die Welt der Sterne. Das war das erste was man auch sinnlich gesehen hat. Noch nicht die Steine, noch nicht die Pflanzen. Statt der Pflanze hat man nur eine Imagination gesehen. Statt des Steines hat man eine Imagination erlebt, eben gerade nicht sinnlich gesehen, sondern man hat eine Imagination gehabt. Und an der hat man sich eigentlich orientiert. Also langsam taucht das erst auf.

Wie haben die Urperser die Welt erlebt? 0:58:48

Aber jetzt in der urpersischen Zeit, in der Zeit, wo Zarathustra der große Eingeweihte ist, jetzt beginnt man die Erdenwelt auch sinnlich zu sehen. Dunkel zunächst einmal. Dunkel. Aber man weiß, sie ist da und da wartet eine Aufgabe auf uns. Da ist eine neue Welt zu entdecken. Das steckt nämlich auch dahinter. Aber in dieser Welt lauert alles Mögliche an Gefahren auch. Eben da lauert der Angra Mainiu – wie immer man es aussprechen will -  dieser finstere Geist. Der Geist der Dunkelheit, der da heraufgreift und der der Gegner des Ormuzd ist, des Ahura Mazdao, der mächtigen Sonnenaura. Also eigentlich dieser Sonnengeist oder dieses Sonnenastralische im Gegensatz zu diesen ahrimanischen Kräften unten. Die rücken also jetzt in der persischen Zeit auch mehr ins Bewusstsein. Gewirkt haben sie ja schon länger. Sie wirken im Grunde schon seit Beginn der Erdentwicklung, da fängt es an, stärker dann in der atlantischen Zeit, da ist sehr viel Ahrimanisches bereits im Untergrund da, aber für das Bewusstsein halt noch nicht so stark. Jetzt erwacht dieses Bewusstsein sehr stark.

Die vielen Inkarnationen des Zarathustra – persische Mythologie 1:00:28

Sehr deutlich ist aber auch in der persischen Mythologie, was dann überliefert ist, was natürlich auch aus einer viel späteren Zeit ist, also die Aussagen des Zarathustra werden verlegt von den Historikern sehr unterschiedlich, aber höchstens 1000 - 2000 Jahre vor Chr., meistens sogar vor 600 v. Chr. und tatsächlich um 600 v. Chr. herum gab es auch wieder eine Inkarnation des Zarathustra. Das ist schon ganz richtig. Der ist nämlich nicht nur einmal in dieser Kulturperiode gekommen, sondern sehr oft in Wahrheit. Also es gab immer wieder eine Inkarnation des Zarathustra. Es ist also einer, der sehr viele Erdeninkarnationen mitmacht, sich natürlich schon vor der urpersischen Zeit durch viele Inkarnationen vorbereitet hat, dabei zweifellos am Anfang auch eine ganze Menge dunkles Karma auf sich geladen hat. Weil niemand wird in der ersten Inkarnation schon als Eingeweihter geboren, sondern er hat halt ein ICH, das ein Fünkchen ist und dieses ICH verfällt den Versuchungen, die da sind. Da ist eigentlich niemand ausgenommen. Also auch die Eingeweihten mussten erst durch viele Inkarnationen durchgehen und sich läutern, damit sie zumindest schon einen großen Teil ihrer dunklen Päckchen abgearbeitet haben. Und einige wenige sind schon so weit, dass sie sie schon ganz bewältigt haben.  

Und Zarathustra ist so einer. Der also jedenfalls spätestens in der griechisch-lateinischen Zeit sein Karma bereits aufgearbeitet und auch kein neues erzeugt. Weil sonst würde das Spiel ja wieder beginnen. Das heißt aber, dass er eigentlich auf einer gleichen Ebene steht wie Buddha, wie der historische Buddha, und für seine Entwicklung sich nicht mehr inkarnieren müsste auf Erden. Er tut es aber trotzdem. Und geht durch, ist also sehr, sehr oft inkarniert. Die weiteren Hintergründe werden viele von euch eh wissen, aber ich will da jetzt nicht zu sehr abschweifen davon. Also dieser Zarathustra jedenfalls hatte schon sehr, sehr viele Erfahrungen mit der dunklen Welt, bevor er überhaupt seine Lehre verbreitet hat unter den Menschen, bevor er seine besondere Art der Einweihung seinen Schülern geben konnte.

Seine Schüler waren ja eben einerseits der Moses, also einer seiner bedeutenden Schüler war der Moses, andererseits Hermes, man kann ihn so nennen, der die ägyptische Kultur initiiert hat. Aber es führt uns jetzt auch zu weit weg. Jedenfalls hatte er viele Erfahrungen mit der dunklen Welt bereits gemacht, also bereits im geistigen Erleben, im Aufarbeiten eben auch seiner eigenen karmischen Verfehlungen aus der Zeit vorher, selbst aus der atlantischen Zeit noch, ja vielleicht sogar noch aus der lemurischen Zeit. D. h. Zarathustra ist einen Weg bereits gegangen, der für viele von uns noch sehr stark bevorsteht. Aber darum konnte er überhaupt diese Lehre von Licht und Finsternis, von Ormuzd und Ahriman geben und sehr konkret beschreiben. Und man muss sich denken, das was in den Schriften überliefert ist, die ja eben auch aus späterer Zeit stammen, ist ja wieder nur ein Bericht in Kürze, also in sehr abgekürzter Form. D. h. die wesentlichen Dinge muss man letztlich selber erleben. Das geht nicht anders, die lassen sich im Grunde nicht mehr beschreiben. Vor allem weil es dann individuelle Erlebnisse sind.

Ja, aber schauen wir uns jetzt einmal ein bisschen an, wie denn das beschrieben wird in der Apokalypse betreffend die zweite Gemeinde, die Gemeinde von Smyrna.

„Und an die Engel der Gemeinde zu Smyrna schreibe: Es sprich zu euch der erste und der letzte, der tot war und wieder zum Leben hindurchgedrungen ist. Ich kenne und sehe die Schwere deines Schicksals und deine Verarmung. Trotzdem bist du reich. Ich durchschaue auch die Geistverhöhnung derer, die sich zu Unrecht Juden nennen, die aber in Wirklichkeit die Geistgemeinschaft des Satans sind. Fürchte dich nicht vor den Leiden, die dir bevorstehen. Siehe, der Widersacher bereitet sich darauf vor, einige von Euch in Fesseln zu schlagen. Das geschieht zu Eurer Prüfung. Zehn schwere Schicksalstage liegen vor euch. Sei stark bis in den Tod. Dann will ich dir die Krone des Lebens geben. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht. Wer überwindet, der soll keinen Schaden erleiden durch den zweiten Tod.“

Die Karmapäckchen als Aufgabe (Schicksal) 1:06:57

Also, wenn man diesen Text ein bisschen auf sich wirken lässt, sieht man, es ist sehr deutlich von dieser Schwere des Schicksals gesprochen. Also genau das, was wir besprochen haben, diese dunkle Welt, in der unsere Karmapäckchen liegen. Das hat ja genau mit unserem Schicksal zu tun. Mit der Schwere dieses Schicksals auch. Man sieht die geistige Verarmung, und eine Verarmung, die ist ja nicht im äußeren Sinn zu nehmen, sondern im geistigen Sinn ist diese Verarmung zu sehen. Also man hat zu wenig geistiges Eigenlicht noch, um gegen diese Finsternis anzukommen. Ja, es sind sogar offensichtlich in dieser Gemeinde von Smyrna viele drinnen, die sich zu Unrecht Juden nennen. Also der Johannes spricht zu den Juden, er unterscheidet es gar nicht ihr seid schon Christen oder Juden oder so, das spielt da noch gar keine Rolle. Seine Anhänger dort sind durchaus auch Juden. Aus dem sind sie herausgewachsen. Aber sie sind eben auch keine rechten Juden, sondern sie haben auch bereits Geistverhöhnung, also die nicht den lichten geistigen Weg gehen, sondern eben Geistverhöhnung haben. Das ist ja genau die Seite, die mit dieser dunklen ahrimanischen Welt, mit dieser Welt des Todes eben auch verbunden ist. Diese ganz praktisch gesehen Geistverleugnung, Geistverhöhnung. Das darf man sich gar nicht jetzt so vorstellen, wie wenn wir über etwas spotten, sondern es ist einfach ein Ausdruck dessen, dass niemand in dieser ahrimanischen Welt an das Geistige herankommt. Die Verleugnung heißt eigentlich ich komme gar nicht heran. Ich weiß nichts davon. Ich kann nichts davon sagen. Ich kann weder glauben daran oder sehen schon gar nicht. Es ist einfach für mich nicht vorhanden. Ich spüre nur den bitteren Schmerz, dass mir etwas fehlt.

Diesen bitteren Schmerz fühlen der Ahriman oder die ahrimanischen Scharen sehr stark. Und die spüren wir halt auch, wenn wir durch dieses dunkle, unterirdische, astralische Reich durchgehen, halt durch diese Unterwelt durchgehen, eben vor allem wenn wir zur Geburt hereinkommen. Da gehen wir alle durch. Und zum Glück vergessen wir es dann meistens, weil wir heute vielfach noch nicht stark genug sind, um das zu ertragen. Solange wir da hereingehen, sind wir in der Regel noch stark genug, also im Geistigen drüben sind wir noch stark genug. Aber hier, wenn wir nicht in unser Erdenleben bewusster etwas von unserer wirklichen ICH-Kraft hereinbringen können, dann ertragen wir das einfach nicht, weil unser kleines Ich, unser Ego, das ist viel zu schwach. Nicht wahr, unser kleines Ego denkt immer nur eigentlich bin ich der Schönste, der Größte, der Beste oder zumindest besser als die anderen. Und nein, so etwas würde ich nie tun, diese Schrecklichen, also ich nie. Er hat! Mit Sicherheit in der Vergangenheit und er könnte es sehr wohl auch heute. Es ist zu danken der Kulturentwicklung, die einen Rahmen geschaffen hat, dass viele dieser Kräfte, die aber noch in der Tiefe schlummern, heute eben unten bleiben. Also was wir an moralischer Kultur entwickelt haben, aber nicht alles ist schon so verinnerlicht, dass es wirklich im Ich sitzt, sondern es sitzt halt dann im Astralleib drinnen, dass da ein bisschen etwas gezähmt ist.

Aber trotzdem, diese dunklen Punkte sind drinnen und man muss denken, diese Karmapäckchen, die wir mittragen, diese Verfehlungen, die wir einmal begangen haben, die sehr Schlimme waren auch in der Vorzeit, die liegen ja nicht nur so als toter Brocken da unten, sondern die können auch sehr wohl zum Leben erwachen sozusagen und den Astralleib sehr schnell in den Griff bekommen. Und dann machen wir nicht nur dieselben Fehler wie in der Vergangenheit, sondern sie womöglich noch stärker. Also das kann sehr wohl passieren. Ich meine viele historische Ereignisse, wenn man nur denkt, was zur Zeit des Zweiten Weltkrieges oder in der Nazi-Zeit überhaupt passiert ist. Da kommen solche Dinge heraus. Und plötzlich Menschen, die eigentlich vorher so ganz brave Bürgerliche waren, sehr zivilisiert, höflich, lieb zur Familie, vielleicht ein bisschen schief auf die Juden geschaut haben aber sonst auch an nichts Böses gedacht haben, und plötzlich brechen Dinge auf und sie sind bereit, die bestialischsten Taten zu begehen. Wie kommt so etwas? Ja, weil diese Kräfte da unten schlummern. Aber wehe, wenn sie losgelassen. Und natürlich ist das auch halt die Taktik oder Aufgabe der Widersacher, also namentlich des Herrn Ahriman, so immer wieder einmal dort anzuschubsen an diese Päckchen. Eigentlich tut er das ja, um uns hinzuweisen, liebe Freundin, lieber Freund, du hast da unten noch was aufzuarbeiten. Schau dir das an! Es wird Zeit. Komm, ich zeig es dir, was da ist. Und dann kann es passieren, dass das auftaucht. Vielleicht nicht voll bewusst, aber die Kräfte tauchen auf. Es sind ja eben einfach Seelenkräfte zunächst einmal, die da sind, die wir kennenlernen müssen. Aber das ist halt schwer. Wir müssen eigentlich lernen uns zu distanzieren von ihnen, aber zu erkennen, oh das ist aber mein Böses, das ist gar nicht das Böse des Herrn Ahriman, das ist meines, vielleicht durch ihn verführt, aber es ist meines. Aber ich kann mich ihm jetzt gegenüberstellen, ich kann sehen, aha, das ist meine Aufgabe und mit der setze ich mich jetzt auseinander. Ich nehme das zu mir. Ich nehm´s in mich hinein und verwandle es.

Das ist ja letztlich auch ein Ziel des Manichäismus. Jedenfalls des Manichäismus, wie er in der Zukunft sein wird, sich mit dem Bösen zu verbinden und es in sich zu erlösen. Und das betrifft eben vor allem die eigenen Karmakräfte. Sie wirklich einmal bewusst erleben, d. h. sie herauszustellen im seelisch-geistigen Erlebnis, das muss ich in der Imagination machen, auch in der Inspiration noch, und sie dann wieder hineinnehmen, aber jetzt verwandeln, jetzt auflösen. Das kommt spätestens in der nächsten Kulturepoche auf uns zu. Die nächste Kulturepoche, die R. Steiner oft die slawische Kulturepoche nennt, weil etwas von diesem slawischen Geist darin wirken wird, obwohl es natürlich eine weltweite Kulturepoche sein wird. Ja, welche Zeit spiegelt sich denn da? Die urpersische Zeit. Gerade die, von der wir jetzt sprechen, die spiegelt sich dann. D. h. da wird sehr stark dann die Aufgabe sein, diese Päckchen herausholen und sie zu bearbeiten, bewusst sie anzusehen. Also da kommt noch einiges auf uns zu.

Und – sehr wichtig auch eben die Feststellung:

„Fürchte dich nicht vor den Leiden, die dir bevorstehen!“

Ja, man darf das nicht zu sehr im äußeren Sinn sehen. Ja, die Strafe Gottes und geschieht dir schon recht, dass du leidest! Und wenn du ein bisschen gelitten hast, wirst du braver sein, dann wirst du eine Ruhe geben, usw. Das ist alles viel zu banal. Ich meine, es geht ja um etwas anderes! Es geht darum, wie können wir diese dunklen Kräfte überhaupt auflösen? Wie können wir diese dunklen karmischen Pakete auflösen? Die bestehen aus total verdorbenen Astralischen, so könnte man es nennen, also wie wenn das schimmlig geworden wäre oder noch ärger, ganz verdorben, zersetzt. Es ist eigentlich fast zersetztes Astralisches. Also giftig Astralisches könnte man sagen. Giftig in dem Sinn, wenn man Seelisch damit in Berührung kommt, so vergiftet es den Rest des Seelischen auch sehr leicht. Und wir müssen jetzt aber trotzdem lernen, uns dem gegenüber zu stellen, und nicht nur das, sondern es in uns aufzunehmen. Und was müssen wir dann tun? Wir müssen all dieses Üble, das da drinnen steckt, durchleiden. Ganz bewusst und willentlich durchleiden. Das ist der Prozess der Auflösung. D. h. wir müssen das wollen.

Das klingt jetzt natürlich höchst erschreckend. Ich weiß, ich bin mir dessen bewusst. Aber wir sprechen halt über die Apokalypse, das letzte Buch des Neuen Testamentes, da geht’s zur Sache in Wahrheit. Und noch mehr steht eben zwischen den Zeilen. Und es geht eben einfach nicht anders. Wir können dieses Dunkle nur dadurch auflösen, indem wir, dieses Dunkle besteht nämlich im Grunde in all dem Leid, das wir erzeugt haben. Und all das gute Seelische, das wir durch unsere Untaten vernichtet haben, das steckt da drinnen. Und wir können diese Leiden, die wir verursacht haben, im Grunde nur dadurch auflösen, dass wir sie selber durchleiden, dass wir sie selber in unserem Bewusstsein erleben. Als rein seelisch-geistiges Erlebnis, nicht als physisches Erlebnis. D. h. selbst wenn wir äußerlich physisch jemanden umgebracht hätten, es geht nicht darum, dass wir äußerlich physisch auch umgebracht werden, sondern es geht darum, dass wir das erleben, was der an Leid erlebt hat. Das ist ja schon beim Gang durch den Kamaloka im kleinen Maßstab so, jetzt kommt es halt im ganz großen Maßstab, wenn wir diese Karmapäckchen auflösen, aber die Art der Bewältigung ist die gleiche. Wir müssen die Leiden, die wir erzeugt haben in der Welt, die ohne uns nicht geschehen wären, die eigentlich die seelische Welt beschädigt haben, die müssen wir auflösen. Das ist der Prozess. Und da führt nichts vorbei. Es gibt keinen anderen Weg. Die Auflösung besteht im Grunde im Erleben dieser negativen Kräfte.

Und daher steht:

„Fürchte dich nicht vor den Leiden, die die bevorstehen.“

Die Aufgaben kommen jedoch erst dann, wenn wir die Kraft dafür haben – die Hilfe des Christus 1:19:03

Aber man braucht auch insofern keine Angst haben, denn man wird erst dorthin geführt oder man geht mit Bewusstsein erst dorthin, wenn man auch die Kraft dazu hat das zu ertragen. Es passiert vorher nicht. Da ist eben die Hilfe des Christus unheimlich wichtig, dass er uns auch bewahrt davor, zu früh an diese Dinge heranzukommen. Es erfordert eben einfach eine große geistige Stärke, auf die muss man sich erst vorbereiten durch viele Inkarnationen, es kommt in jeder Inkarnation im Grunde nur das, was man bewältigen kann. Auch trotz alldem, dass die Widersacher eine gewisse Unordnung ins Karma gebracht haben. Also das kommt auch dazu. Aber da ist eben zum Ausgleich der Christus da. Der Christus ist der Herr des Karmas. Ja, ganz klar, der Christus ist die makrokosmische ICH-Kraft wenn man so will. D. h. er hängt mit diesem Karma eigentlich unmittelbar zusammen. Und wir haben auch im letzten Vortrag, als wir ein bisschen gesprochen haben über die erste Gemeinde in Kleinasien, die der urindischen Zeit entspricht, da sprachen wir davon, dass dort auch schon eine Erwartung des Christus war und dass man ihn damals Vishva-Karman nannte, den Alltätigen. Im Wort Karman steckt Karma ja drinnen ganz direkt. Manchmal wird sogar wirklich gesagt Vishva-Karma. Ob das n dran ist oder nicht, ist nicht so wichtig.

Also das heißt, der Christus hilft uns dabei und überwacht sozusagen, dass wir mit unserem kleinen Ich an die großen Karmabrocken erst dann herangehen, wenn wir reif dazu sind und nicht zu einem Zeitpunkt, wo noch mehr Schaden entstehen würde. Weil es bedeutet ja eben einfach auch, dass wir diese gewaltigen Kräfte wieder aus der Versenkung herausholen müssen. Und dann sind sie frei. Und wenn es uns nämlich – und das ist vielleicht auch eine gewisse Warnung oder ein gewisser Punkt, wo man vorsichtig sein muss und warum es so gut ist, dass uns der Christus halt auch dabei hilft – weil wenn wir dieses Karma verwandeln wollen, dann kommen diese negativen Kräfte heraus. Und wenn es uns nicht gelingt, dann sind sie plötzlich an der Oberfläche da. Und dann kann genau das passieren, dass diese ganzen wüsten Kräfte aus der Vergangenheit Besitz ergreifen von mir, der es versäumt hat oder nicht geschafft hat, das zu verwandeln und daraus folgen dann neue Untaten. Also solche Dinge sind zum Beispiel in der Nazi-Zeit oder auch zur Zeit des 30-jährigen Krieges und sonst passiert, dass solche Dinge herauskommen. Und immer spielt dabei auch eine Rolle der Herr Ahriman, der anklopft und sagt, Kinder, ihr seid eigentlich so weit, ihr solltet. Es ist vorgesehen, dass ihr jetzt soweit seid. Und daher unterstützt uns er jetzt hinzuschauen halt dort. Aber es kann halt auch schief gehen. Also es ist halt eben so, weil der Mensch die Freiheit entwickeln soll, kann der Christus uns zwar immer helfen, aber er kann nicht verhindern, dass wir auch einen Fehltritt tun. Es liegt an uns welche Seite wir wählen. Und wenn wir diesen jetzt freigewordenen dunklen Kräften verfallen wieder und sie nicht bändigen, dann kann es auch schief gehen. Und dann können wir diesen dunklen Binkel noch größer machen und noch mehr Unheil hineinbringen. Also es ist natürlich auch nicht gefahrlos, das Karma aufzuarbeiten, gerade das, was aus der frühen Vergangenheit kommt. Und das hängt sehr viel dann mit den Schreckensbildern, scheinbaren Schreckensbildern halt zusammen, die dann später in der Apokalypse geschildert werden, weil wir gehen dann immer weiter in diese Zukunft schon auch hinein. Also Johannes schildert in Kürze, aber er schildert vor allem auch die Perspektive in die Zukunft hinein, also was unsere Aufgaben für die Zukunft ist und die Dinge, die halt noch ein bisschen ferner in der Zukunft liegen. Das sind dann die ganz großen Brocken. Und daher sind die ganz schlimmen Schilderungen mehr gegen Ende der Apokalypse, also überhaupt dort, wo die Zornesschalen ausgegossen werden, der göttliche Zorn über die Menschen kommt. Und wir werden dann paradoxerweise sehen, dieser göttliche Zorn, der sich ergießt und in schrecklichsten Bildern geschildert wird, ist Ausdruck der göttlichen Liebe. Aha, wieder so eine interessante Frage. Also die Dinge haben immer zwei Seiten, sage ich einmal vorsichtig.

Ja, und wir sollen uns also nicht fürchten vor den Leiden, die bevorstehen.

„Und siehe, der Widersacher bereitet sich darauf vor einige von euch in Fesseln zu schlagen.“

Ja, es ist halt so, wenn wir dieses Karmapäckchen herausholen, dann besteht auch die Gefahr, dass wir aber wieder vom Ahriman gepackt werden und noch stärker gefesselt werden. Also dann werden wir noch stärker an diese untere Welt gefesselt. Durch dieses Risiko müssen wir aber durch. Das ist seine Aufgabe einfach. Es ist nicht seine böse Absicht, sondern das ist seine Aufgabe. Und darum steht ja auch:

„Das geschieht zu eurer Prüfung.“

So steht es wortwörtlich hier drinnen. Und dann steht noch einmal:

„Zehn schwere Schicksalstage liegen vor Euch!“

Die zehn Tage sind natürlich jetzt auch wieder nicht im äußeren Sinn unsere Kalendertage zu nehmen. Und was die Zehnzahl zu bedeuten hat, da werden wir später noch sehr viel Gelegenheit haben, also in späteren Vorträgen, uns damit zu beschäftigen. Das will ich noch gar nicht jetzt genau erklären. Aber es sind Schicksalstage wieder. Schicksalstage. Es ist also eine sehr gute Übersetzung von Emil Bock, die ich hier verwende. Es heißt:

„Sei stark bis in den Tod!“

Also bis in dieses dunkle Reich hinunter.

„Dann will ich Dir die Krone des Lebens geben!“

Dann und nur dann, wenn du dort hinunter gestiegen bist. Dann erst kannst du sozusagen das höhere Leben bekommen. Und auch darüber habe ich das letzte Mal gesprochen. Wir können und müssen aus eigener Kraft unseren Astralleib – und damit auch unsere Karmapäckchen – aus eigener Kraft verwandeln, sodass das Karma aufgelöst wird und dass aus dem Astralleib unser Geistselbst wird. Das Geistselbst ist der von uns bewusst verwandelte Astralleib. Also das heißt konkret, wir können dann frei aus unserer Schöpferkraft heraus, aus dem Nichts heraus uns einen Astralleib bilden. Das heißt die Kraft des Geistselbst zu besitzen. Während wir jetzt halt angewiesen sind auf die Astralkräfte, die wir vorfinden bei der Verkörperung. Und da ist es eben so, dass schon der ganze Erdenbereich karmisch sehr belastet ist und durch die Verfehlungen auch belastet ist, also das geht auch über unser eigenes Karmapäckchen darüber hinaus, diese Vedunkelung. Aber wir müssen unseren Astralleib aus diesen Kräften schöpfen. Wir können auch nicht nur mit den höchsten astralischen Sonnenkräften sozusagen uns umkleiden, weil das ist nicht brauchbar für die Erde, zumindest nicht alleine. Weil die Erde ist halt nicht eine Sonnenwelt, sondern eine irdische Welt, eine dunklere Welt. Also mit einem sonnenhaften Astralleib alleine würden wir hier unsere Aufgabe nicht erfüllen können. Wir müssen also auch Astralkräfte bei unserer Verkörperung aus dem irdischen Bereich nehmen, aus dem unterirdischen Bereich eben sogar. Weil dort liegt unser Karma drinnen. Und das heißt:

„Sei stark bis in den Tod!“

Dort müssen wir hinein. Wenn wir das tun, dann gelingt es uns aber wirklich unser Karma zu tilgen und das Geistselbst zu erwerben. Aber was wir nicht können, auch über das habe ich schon gesprochen, wir können nicht aus unserer eigenen Kraft bereits den Ätherleib so verwandeln, sodass er zum Lebensgeist wird. So weit sind wir nicht. Das wird uns geschenkt durch die Gnade des Christus. Das ist also hier während unserer Erdentwicklung die eigentliche Gnade des Christus. Sie besteht nicht darin, dass uns das Karma erspart bleibt, sondern sie besteht darin, dass die Lebenskräfte, die wir nicht aus Eigenem erschaffen können, dass die uns vorerst einmal durch den Christus gegeben werden. Und das wird sehr wichtig sein dafür, dass wir keinen Schaden erleiden durch den zweiten Tod. Denn hier steht es:

„Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht. Wer überwindet, der soll keinen Schaden erleiden durch den zweiten Tod.“

Der erste Tod – Sterben bei der letzten Inkarnation 1:30:01

Ja, wir werden das zu späteren Zeiten noch genauer erörtern. Aber dieser Begriff, der erste Tod und der zweite Tod, das ist vielleicht jetzt doch die Gelegenheit, das kurz einmal zu erläutern, was denn das ist. Was ist der erste Tod? Und was ist der zweite Tod?

Naja, der erste Tod – wird man sagen – ist halt der wenn ich im Erdenleben sterbe. Dann ist das der erste Tod. Und die Frage ist, wo folgt der zweite? Nein! Der Tod, den wir hier auf Erden sterben, normalerweise oftmals sterben, weil wir durch viele Inkarnationen durchgehen und schon durchgegangen sind, das ist nicht mit dem ersten Tod gemeint. Der erste Tod ist der Moment, wo wir das letzte Mal durch den Tod gehen, d. h. wo wir endgültig den physischen Leib, so wie wir ihn jetzt haben, für immer ablegen. D. h. in unserer letzten Inkarnation, wenn wir in unserer letzten irdischen Inkarnation sterben, dann gehen wir durch den ersten Tod. Dann sind wir überhaupt erst vollständig durch den Tod gegangen. Wir haben es jetzt immer so auf Etappen durchgemacht. Am Ende jeder Inkarnation gehen wir durch und vollendet ist dieses Durchgehen, ja auch dieses Durchgehen durch das Reich des Todes eben in der letzten Inkarnation. Wenn wir dann sterben, dann müsste unser ganzes Karma aufgelöst sein. Also es wäre sehr bitter, wenn einfach wir nicht genügend gearbeitet haben daran unser Karma aufzulösen, und es aber durch die äußeren Bedingungen nicht mehr möglich ist, zu einer nächsten Inkarnation herabzusteigen. Und das heißt, wir würden dann zwar auch durch so etwas, wie einen ersten Tod gehen, aber mit diesem ersten Tod wäre unsere Erdenaufgabe nicht vollendet. Die Erdenaufgabe zu vollenden heißt, dass wir mit diesem im Grunde letzten irdischen Tod, also der erste Tod ist eigentlich der letzte in den irdischen Inkarnationen, das ist sozusagen die erste Stufe des Todes, die es gibt, dann müssen  wir unser Karma aufgearbeitet haben und wir müssen fähig sein unser ICH-Bewusstsein aufrechtzuerhalten auch ohne physischen Leib. Weil jetzt auf Erden haben wir unser ICH-Bewusstsein durch das physische Werkzeug, also namentlich Gehirn, Nerven, usw., die als Spiegelungsinstrument wirken und wenn wir heraußen sind, dann ist es normalerweise finster. Also so wie im Tiefschlaf. Daher wissen wir normalerweise, wenn wir nicht besonders geistig geschult sind, im traumlosen Schlaf nichts von uns. Da ist es stockfinster. Und im Grunde, wenn wir nicht gelernt hätten, bis zu unserer letzten Inkarnation ohne physischen Leib bewusstseinsmäßig auszukommen, dann würden wir in die geistige Finsternis fallen. Das wäre natürlich anders als wir es jetzt im Tiefschlaf erleben, trotzdem anders. Aber es ist zumindest vergleichbar damit, dass wir von jedem geistigen Licht dann abgeschnitten wären, isoliert wären, selbst wenn rundherum die beste, schönste, geistige Welt wäre, wir wären isoliert davon. Also das ist das eine.

Der zweite Tod – Ablegen des Astralleibes 1:34:11

Und die zweite Frage ist jetzt kurz noch anzudeuten, was ist denn dann der zweite Tod? Jetzt werdet ihr sagen, das darf ja nicht wahr sein, jetzt haben wir den Tod nicht nur einmal, sondern eh in jeder Inkarnation und endgültig ist jetzt einmal der letzte Tod, der aber da nur heißt erster Tod. Und jetzt geht es noch weiter? Jetzt gibt es einen zweiten auch noch? Also irgendwie ist die Sache unangenehm. Ja, es steigert sich. Naja, dasselbe passiert uns nämlich nicht nur mit dem physischen Leib, sondern mit dem Ätherleib auch. Nämlich schon auch deswegen, weil wir aus unserer eigenen Kraft ja noch nicht fähig sind ihn vollkommen bis zum Lebensgeist verwandelt zu haben. Wenn wir nämlich unseren Ätherleib einmal selbst vollkommen zum Lebensgeist verwandelt haben, dann könnten wir aus dem Nichts heraus einen Ätherleib erzeugen. Wir brauchen es vielleicht gar nicht mehr in der Form, aber wir haben diese Kraft in uns und die ist eben so gut, wie ein Ätherleib. Und es ist unser ganz Individueller, selbst entworfener sozusagen. Aber das können wir halt noch nicht. Aber dass wir dann nicht von dem zweiten Tod getroffen werden, das hängt eben jetzt sehr stark davon ab von der Gnade des Christus, der uns gerade diese Ätherkräfte verleiht. Also das heißt, wenn wir genügend gearbeitet haben an uns, dann ist es der Christus, der uns behütet vor dem zweiten Tod. D. h. der verhindert, dass wir entbehren die Kräfte des Ätherleibes.

Der Ätherleib wird sich auflösen. Es wird auch da einen letzten Ätherleib geben, der sich auflöst. Aber die Kräfte, die da drinnen sind, also die geistigen Kräfte, die im Ätherleib wirken, das sind eben die Kräfte des Lebensgeistes in Wahrheit, weil der Lebensgeist ist das, was einen Ätherleib erschaffen kann. Also das ist die Quelle. Und diese Kräfte brauchen wir ja eigentlich. Und die gibt uns der Christus. Und d. h. er bewahrt uns dann vor dem zweiten Tod. Ja, das ist so ein bisschen die Botschaft der zweiten Gemeinde oder der zweiten Kulturepoche, das war jetzt die Gemeinde von Smyrna, über die wir gesprochen haben. Es wird wohl dort Mysterien gegeben haben, die sich mit diesen Themen beschäftigt haben. Ich kenne von R. Steiner jetzt keine direkte Angabe über diese Mysterienstätten dort. Ich müsste schauen, ob es historisch etwas gibt dazu. Aber es war dann sicher im Geiste dieser urpersischen Kulturepoche eben, wo Licht und Finsternis einander gegenüberstehen. Ich würde sagen, ich mache damit für heute einmal Schluss, weil ich denke, es war ein großer Brocken, also ich sehe schon, es spitzt sich darauf zu, dass wir jetzt in den nächsten Vorträgen selten über eine Gemeinde hinwegkommen werden. Also es stehen uns jetzt noch fünf bevor. Zwei haben wir gemacht. Fünf stehen uns bevor. Vielleicht schaffen wir ja auch einmal zwei Gemeinden an einem Abend. Wen ihr jetzt noch kurz Fragen konkret zum Thema jetzt habt, dann wäre jetzt noch Gelegenheit. Ansonsten bedanke ich mich jetzt schon ganz herzlich für euer Zuhören.

Fragen aus dem Kreis der Zuhörer 1:37:48

Frage eines Zuhörers: Findet derzeit der Tod auf dem Jupiter statt? So wie jetzt der erste Tod auf der Erde?

W.: Nein! Also eine Frage vom Florian, habt ihr die Frage gehört? Also die Frage war, ob der zweite Tod auf dem Neuen Jupiter stattfindet, also dort, wo in der Apokalypse vom Neuen Jerusalem gesprochen wird? Oder schon hier? Nein! Es findet schon hier während der Erdentwicklung statt. Es ist eigentlich ein Teil des Prozesses, wo sich auch die Erde auflöst. Weil es wird nicht nur unser physischer Leib abfallen, sondern halt auch die physische Erde wird verschwinden. Und ebenso wird es mit dem Ätherischen sein. Der Ätherleib wird sich auflösen und auch die ätherische Erde. Bis sie schließlich in einen astralischen Zustand übergeht, also in einen seelischen Zustand. Und der geht letztlich ins Geistige. Und dann nach einer Zeit kommt das heraus, was man den Neuen Jupiter nennt, oder eben, wie es der Johannes nennt, das Neue Jerusalem.

Frage eines Zuhörers: Ich hätte eine Frage. Und zwar, tut mir Leid, wenn es ein bisschen laienhaft klingt, aber …die Wesen können ja nicht unbedingt selber etwas dafür, oder?

W.: Ja, so ist es! Der Punkt ist nur, dass sehr viel von dem, wie es diesen Widersachern geht, weil man muss denken, sie sind eigentlich, wie es R. Steiner immer so schön sagt, abkommandiert zu ihrer Aufgabe. Also sie haben eigentlich keine Schuld, dass sie diese Aufgabe übernommen haben, sondern sie haben sie im Dienste der Weltentwicklung übernommen. Es besteht aber jetzt die Gefahr, dass die völlig auf die Abwege kommen. Weil aus eigener Kraft kommen sie dort nicht mehr heraus und auch nicht durch die Kraft der göttlichen Welt. Das ist das Problem! Sondern nur durch uns. Wir sind das entscheidende Glied auch das entscheidet darüber, was wird aus dieser Welt der Widersacher? Also im Idealfall gelingt es uns namentlich diese Welt des Todes aufzulösen. Und das ist dann auch die Erlösung Ahrimans. Dann findet er wieder den Anschluss an die „normalen“ höheren Hierarchien. Und dann wird er endlich sehen sozusagen, dass er den Menschen nicht fürchten muss, sondern dass er etwas gewonnen hat dadurch. Weil er gewinnt ja auch etwas auf diesem Weg, er bringt ja ganz einzigartige Erfahrungen trotz allem mit, dadurch dass er diese finstere Welt, diese dunkle Welt aufgebaut hat und die Herrschaft darüber übernommen hat. Das sind Erfahrungen, die ja vorher auch kein geistiges Wesen machen konnte.

Nicht wahr, der Ahriman ist der, der die meiste Erfahrung einmal in dem Reich hat und da sind Dinge drinnen, die auch sehr wertvoll sind und wahrscheinlich für einen späteren Schöpfungsschritt sehr wichtig sein werden auch oder werden können, wenn nicht wir versäumen ihn zu erlösen. Und wir erlösen ihn eigentlich dadurch, dass wir diese ganzen dunklen Flecken oder diese ganzen dunklen Päckchen die wir haben, wenn wir versäumen die aufzulösen, dann passiert es wirklich, dass Ahriman mit seiner Welt und im Extremfall auch einige Menschen dort mitgehen werden. Und dann entsteht eine ganz andere Entwicklungsströmung, die aus der Hauptströmung komplett herausfällt, die aber eigentlich keine wirkliche Zukunft hat, weil der schöpferische Impuls fehlt. Weil der Ahriman zaubert ja im Grund immer mit alten Hüten herum, aber er ist so geschickt, dass er sie immer wieder frisch lackiert und neu präsentiert. Und da ist er meisterhaft. Aber er tut eigentlich nichts anderes, als mit einem unglaublichen Fundus, aber doch einen begrenzten Fundus alter Hüte zu operieren. Und das erschöpft sich irgendwann. Also da liegt keine wirkliche Zukunft drinnen. Ja, wie das Hütchenspiel. Genau.

Frage einer Zuhörerin: Wir haben uns einmal beschäftigt mit den Erdschichten. Die letzte Schichte, das ist sozusagen der Erdkern, und da ist das absolut Böse, was mit schwarzer Magie zu tun hat. Ahriman ist doch nur das Werkzeug des Sonnendämons. Also ich kann das irgendwie nicht verstehen, da gibt es ja noch eine Steigerung davon. 

W.: Es gibt noch eine Steigerung. Es ist auch so, bei R. Steiner, dass er manchmal eben auch diese noch stärkeren, noch böseren sozusagen Kräfte eben auch zu den ahrimanischen zählt, aber man muss es eben unterscheiden von den eigentlichen ahrimanischen und diesen tieferen Kräften. Nämlich ganz bewusst auch, weil ihr wisst ja, es gibt diese Statue des Menschheitsrepräsentanten, also die Christus-Statue im Grunde, der Menschheitsrepräsentant zwischen Luzifer und Ahriman. Und da ist von noch anderen Kräften nicht die Rede. Und das liegt aber darin, dass in dem ahrimanischen Bereich, alles was da noch tiefer und dunkler wird, was also wirklich mit den Erdentiefen zu tun hat und im Extremfall dann wirklich mit dem Erdmittelpunkt zu tun hat, ist da inbegriffen drinnen. Das ist also sozusagen der große Ahriman-Begriff. Der große Ahriman-Begriff, das ist die ganze finstere Welt hinunter bis zum Erdmittelpunkt. Und dann kann man es aber differenzieren. Ja, da sind ja noch die sogenannten Asuras und der Sonnendämon, usw. Und das ist vielleicht – abschließend zu der Frage dazu – man kann nämlich sehr deutlich sagen, von der Erdoberfläche hinauf erhebt sich das obere geistige Reich, also durch die ganzen Planetensphären durch, also sieben Planetensphären, dann durch den Tierkreis hindurch, dann gibt es sogar noch den Kristallhimmel, das ist dann die neunte Sphäre, also sieben Planetensphären, Tierkreis = also die Sternenwelt, und dann der Kristallhimmel, die neunte Sphäre, also neun Sphären, denen entsprechen die neun Engelhierarchien, die neun Stufen von Engeln, und dann geht es in einen Bereich, für den es kein Äquivalent mehr im Äußeren gibt. Das ist der eigentlich göttliche Bereich. Beim Dante und überhaupt im Mittelalter nannte man das das Impereum, das geistige Feuer, das ist natürlich vollkommen raum- und zeitlos, dort ist erst das höchste Geistige oder dort ist die eigentliche Realität des Geistigen. Der Dante hat etwas gewusst davon, weil er sagt ganz deutlich, wir kennen das ja, den Planetensphären sind die verschiedenen Engelhierarchien zugeordnet. Also Mondensphäre die Engel, Merkursphäre mit den Erzengeln, und so geht das immer weiter. Das entspricht gerade diesen neun Sphären, von denen wir gesprochen haben. Und jetzt sagt der Dante sehr richtig, aber in Wahrheit sind die ja gar nicht dort in den Sphären, das sind nur ihre Abbilder. In Wirklichkeit sind die dort in dem Impereum, dort sind sie erst in Wirklichkeit. Also jenseits der neunten Sphäre, dort wo wir aus Raum und Zeit völlig hinausgehen in die Welt der Ewigkeit. Und jetzt ist das Interessante: Diese Welt der Ewigkeit oder überhaupt, nein fangen wir so an: Diese neun Sphären, die spiegeln sich in den neun unterirdischen Sphären in der Erde. Und das was jenseits ist, das Impereum, das was draußen überall und nirgends ist, das hat seine Widerspiegelung im Erdmittelpunkt. Also man könnte sagen, der unendliche Umkreis spiegelt sich im Erdmittelpunkt und umgekehrt. Also so hängen die Dinge zusammen irgendwo.

Frage der Zuhörerin weiter: Und diese Kreaturen, dieses Böse?

W.: Diese Kreaturen leben in jedem Menschen. Der R. Steiner sagt, in irgendwelchen späteren Vortragszyklen, es gibt im Menschen einen Zerstörungsherd, und dieser Zerstörungsherd der hängt aber zusammen mit dem Erdmittelpunkt. Also eigentlich alle Menschen auf allen Kontinenten und in allen Ländern vereinigen in gewisser Weise ihren Zerstörungsherd da in diesem Erdmittelpunkt. Der ist letztlich sehr wichtig und notwendig, auch um einmal die ganze Welt ins Nichts aufzulösen. Das ist auch der Schritt zum Beispiel, wenn man trotzdem durch diesen Punkt richtig durchgeht, irgendwann einmal die ganze äußere Schöpfung verschwinden wird, als Voraussetzung dafür, dass sie vollkommen in einen geistigen Zustand übergeht. Und dabei haben eben auch diese Widersacherkräfte, auch die höchsten, also die stärksten sozusagen, sagen wir besser die tiefsten Widersacherkräfte eine große Aufgabe an dem mitzuwirken. Ich meine der Ahriman ist neben den vielen Aufgaben, die er hat, auch beteiligt daran, die Erde irgendwann zu zerstören. Und sie muss aber zerstört werden. So wie unser physischer Leib zerstört werden muss, um sterben zu können. So muss irgendwann einmal die Erde auch sterben. Es ist immer nur eine Frage des richtigen oder falschen Zeitpunktes. Im Moment drängt uns der Ahriman sehr viel, dass das zu früh passiert und dem müssen wir entgegentreten. D. h. eine der Aufgaben Ahriman zu erlösen und daher die Erde zu retten davor, zu früh zu zerfallen, besteht eben darin, dass wir wissen müssen, dass wir heute etwas für die Natur zum Beispiel tun müssen. Dass die Natur nicht mehr so weit ist, dass sie aus sich selbst heraus überleben könnte auf Dauer. Das ist eben ein Fehler, wo viele denken, na die Erde hätte es viel besser, wenn es die Menschen nicht gäbe. Wenn es die Menschen nicht gäbe, dann würde die Natur sehr viel schneller absterben.

Ich danke euch, dass ihr so interessiert dabei seid. Weil es ist ja schwierig über die elektronischen Medien miteinander zu kommunizieren. Aber trotzdem habe ich das Gefühl es geht irgendwie trotz all der Hindernisse. Also wir trotzen ein bisschen dem Ahriman. Danke, dass wir gemeinsam trotzen.

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