17. Wochenspruch Anthroposophischer Seelenkalender

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«Der Anthroposophische Seelenkalender spricht vor allem die Seele an, und hat Bezug zu den jahreszeitlichen Stimmungen. Wir ergänzen die Sprüche mit Erläuterungen von Dr. Wolfgang Peter (Auszüge aus verschiedenen Vorträgen und online-Lesekreisen). Weitere Informationen findest du hier in der Übersicht.»

«Es spricht das Weltenwort,

Das ich durch Sinnestore

In Seelengründe durfte führen:

Erfülle deine Geistestiefen

Mit meinen Weltenweiten

Zu finden einstens mich in dir.»

Gedanken von Dr. Wolfgang Peter zum 17. Wochenspruch

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- Gedanken zum 17. Wochenspruch -

Ja, meine Lieben, ich begrüße euch ganz herzlich zum 119. Vortrag zur Apokalypse und dazu gibt es den 17. Wochenspruch:

«Es spricht das Weltenwort,

Das ich durch Sinnestore

In Seelengründe durfte führen:

Erfülle deine Geistestiefen

Mit meinen Weltenweiten

Zu finden einstens mich in dir.»

Also, es ist wieder dieses Motiv, das sich durch die ganzen Wochensprüche eigentlich durchzieht. Das große Motiv, es ist dieses Wechselspiel von unserem wirklichen, von unserem großen Ich und unserem kleinen Ich, das drinnen ist. Das kleine Ich darf ein bisschen hinausfliegen, sich verlieren draußen, aber es nimmt etwas von draußen mit. Also es nimmt etwas von der geistigen Kraft mit, die in den ganzen Sinneserscheinungen drinnen wirkt und lebt und in dem gestaltend, das Weltenwort wirksam ist, also der Christus letztlich. Denn er ist der Gestalter der ganzen Welt. Er ist der Weltenbaumeister, wenn man es so nennen will, wie es schon die alten Inder gespürt haben, als der Christus noch ganz im Kosmischen eigentlich zu Hause war, wo sie ihn als den "All-Tätigen" bezeichnet haben, als den "Vishva Karman". Also der in allem in der Natur tätig ist, der uns aus jeder Blume, aus jedem Stein entgegenleuchtet. Das ist das eine und das andere ist aber jetzt: indem wir das in uns hineinnehmen, nehmen wir diese Kraft auch in uns hinein mit unserem großen Ich, mit der Christus-Kraft. Das zieht in unser Inneres ein. Zieht ein, ob wir uns dessen bewusst werden oder nicht - seit langer Zeit.

Jeder Menschenleib spiegelt als Mikrokosmos in ganz individueller Weise den Makrokosmos wider 0:02:36

Ich meine, gerade dieses wirkliche Ich in Verbindung mit der Christus-Kraft ist ja das, was ganz stark zum Beispiel bis ins Physische hinein arbeitet und unseren Leib aufbaut gemäß unserer Individualität, aber gemäß auch der ganzen kosmischen Gesetzmäßigkeiten, sodass der Menschenleib ganz besonders eben auch der Mikrokosmos ist, der den ganzen Makrokosmos widerspiegelt - aber auf individuelle Weise, trotzdem bei jedem Menschen anders, bei keinem genau gleich. Wir sind eben nicht Einer wie der Andere, sondern bis ins Physische hinein unterschiedlich. Und das entwickelt sich auch während des Lebens weiter. Wir sind auch nicht einfach nur das Produkt der Vererbung oder so, das heißt das, was wir von den Eltern mitbekommen. Sondern das Entscheidende sind die kleinen, aber essenziellen Veränderungen, die entstehen. Wir bekommen, sozusagen, eine Art Modell verliehen - und wir machen mit der Zeit etwas draus.

Wir arbeiten bis ins Physische hinein, also namentlich in unser Gehirn, in die Gesichtszüge - da ist es besonders deutlich. Auch in den Fingerabdrücken oder so, in den Papillen, da sieht man's, dass sie ein sehr individuelles Gepräge haben, und das wird mit der Zeit noch immer deutlicher werden. Es erfasst letztlich den ganzen Körper, aber es geht vom Kopf eigentlich aus. Von da fängt es an und von da arbeitet es sich hinein bis in alles - auch in die Füße, Fußabdrücke oder so was. Füße sind auch was ganz stark Individuelles, in Wahrheit. Wir werden das heute eben sehr deutlich besprechen, wie das durch die ganzen Wesensglieder durchgeht. Wir leben eben immer in diesem Rhythmus drinnen: das kleine Ich auszuatmen und dann das große Ich hineinzunehmen. Indem wir das große Ich hineinnehmen, nehmen wir es eigentlich zunächst einmal ganz in die Willenskraft hinein, die aber völlig unterbewusst ist zunächst. Diese Willenskraft ist tätig eben in der Gestaltung unseres Körpers. Dann zeigt es sich in der Art, wie wir uns bewegen. Man weiß, dass bei jedem Menschen der Schritt etwas ganz Individuelles, Charakteristisches ist. Drum, wenn im Haus wer geht, man hört sofort, ist das wer, der da hergehört: den Schritt kenne ich. Oder man kennt ihn nicht. Ist so. Man könnte nicht sagen, an was es genau liegt, aber man erkennt es irgendwo. Auch die Art, wie wir unsere Gestik machen, wie wir lächeln, wie wir unsere Mimik machen. Das alles hat zwar typische Züge, die bei allen Menschen sich so oder so finden, aber darüber hinaus ein ganz individuelles Gepräge auch. Da kann man unheimlich viel lesen drinnen - wenn man es lesen kann.

Da muss man jetzt gar nicht hellsichtig sein, sondern man muss sehr aufmerksam sein, zu lesen in den Gesichtern, in den Gesten vor allem. Also, Hände spielen eine ganz große Rolle. Hände - ich glaube, ich habe das schon erzählt - die Hände, die Arme überhaupt, sind die Denkorgane, mit denen wir unser Schicksal denken.

Wir selbst sind unser Schicksal: die Schlacke der Vergangenheit umarbeiten und die Zukunft aus der Freiheit heraus gestalten 0:05:56

Aber wer ist unser Schicksal? Wir selbst. Niemand Anderer. Wir selbst. Wir selbst. Unser Ich ist es. Niemand anderer. Auch wenn uns jetzt etwas ganz Neues trifft, Schicksal bedeutet dann auch: Wie gehe ich damit um? Denn nicht alle Schläge, die mich treffen, müssen aus der Vergangenheit bedingt sein. Es kann auch was ganz Neues hereinkommen, immer wieder. Die Frage ist: Wie gehe ich damit um und wie baue ich meine Zukunft damit? Da zeigt sich die Wirkung des Geistigen, die Wirk-lichkeit. Wir denken heute aus dem materialistischen Denken unserer Zeit immer: Wirklich ist das, was ich angreifen kann. Das, was schon existiert. Das ist aber eigentlich nur der abgestorbene Rest von etwas, was in der Vergangenheit gewirkt hat. Die Zukunft, das was die Zukunft baut, was wirklich die geistige Kraft ist, die die Zukunft gestaltet, ist genau das, was noch nicht da ist, was noch keine Schlacke hinterlassen hat, sondern was ganz noch in dem Werdeprozess drinnen liegt, also was wirklich wirkt.

Unser Bewusstseinsseelenzeitalter steht jetzt wirklich so ganz an der Kippe des Übergangs von dem: Uns nähren von dem, was uns die Vergangenheit geschenkt hat, was als Früchte der Vergangenheit geblieben ist, überzugehen, selbst die Zukunft völlig frei zu gestalten, in Wahrheit. Ich meine, was uns eine gewisse Einengung vielleicht gibt, das ist eben die Schlacke der Vergangenheit. Die müssen wir halt umarbeiten und mit der müssen wir fertig werden, in einer gewissen Weise. Aber wo es, in welche Richtung es weitergeht, das liegt an uns, an jedem einzelnen Menschen. Mit dem bauen wir unsere Zukunft. Auch wenn man jetzt Schicksal im großen Sinn nimmt, also Karma, Wiederverkörperung und so weiter, dann wird immer wichtiger zu sehen der Blick in die Zukunft. Es ist viel weniger wichtig, in Wahrheit, jetzt einmal die Frage: Ja, was wirkt denn da alles aus der Vergangenheit? Ja, das ist schon auch wichtig, aber viel wichtiger ist: Was mache ich für die Zukunft? Was tue ich jetzt, um die Zukunft zu gestalten? Weil, wir können in jedem Moment unser Schicksal für die nächste Inkarnation - oder selbst noch in diesem Erdenleben, vielleicht für ein Jahrzehnt später - jetzt schon vorbereiten. Dazu gehört ein langer Atem, irgendwo.

Es wird gelegentlich unterschieden zwischen Monden-Karma aus der Vergangenheit und Sonnen-Karma der Zukunft. Das ist also, wie wir die Zukunft gestalten, was wir aus alledem, was uns begegnet tagtäglich, machen - aus dem Nichts heraus. Das heißt nicht, dass es irgendwie verursacht wäre aus der Vergangenheit, sondern aus unserem freien Willen heraus. Das ist dieses Schaffen aus dem Nichts. Zwei Menschen begegnen einander, die vielleicht karmisch überhaupt noch nicht verbunden sind miteinander, aber sie können eine gemeinsame Zukunft schaffen. Ich meine, wir sind mit sehr vielen Menschen schon in der Vergangenheit karmisch verbunden worden und das wirkt natürlich nach. Aber ganz spannend sind die Ereignisse, wo man ganz neue Begegnungen findet und bewusster vielleicht an der Zukunft arbeitet. Sich bewusst ist, dass man etwas für die Zukunft aufbauen kann. Wie soll ich sagen: Bei gesunden geistigen Gemeinschaften wird sicher mal ein große Basis da sein von Menschen, die einander aus der Vergangenheit schon kennen, aus früheren Inkarnationen, aber das Spannende und noch weiterführend ist, wenn Neue dazukommen, die noch gar nicht karmisch verbunden sind, aber es freiwillig werden. Das heißt, sich in diese Gemeinschaft einfügen und freiwillig und bewusst eigentlich ein Gemeinschaftskarma aufbauen. Das sind die Gemeinschaften der Zukunft.

Aus der Begegnung von Mensch zu Mensch hier auf Erden aus der Freiheit nicht nur das Karma für die nächste Inkarnation, sondern auch für die ferne Zukunft schaffen 0:10:17

Weil, irgendwann wird es so sein und muss es eigentlich so sein - also bis zum Ende der Erdentwicklung oder ganz konkreter noch gesprochen, bis zum Ende unserer physischen Verkörperungen auf Erden - weil, die Erde geht dann noch eine ziemliche Zeit weiter, existiert noch weiter, nur wir leben dann nicht mehr im körperlichen Zustand. Aber jetzt, bis dorthin, geht's drum, aus den menschlichen Begegnungen hier auf der Erde, Karma für eine ferne Zukunft auch zu schaffen. Nicht nur jetzt für die nächste Inkarnation, sondern für die nächsten kosmischen Zustände sogar. Also Gemeinsamkeiten - und zwar völlig aus der Freiheit. Völlig aus der Freiheit. Weil, man muss auch denken, viele der karmischen Verwicklungen, die in der Vergangenheit passiert sind, sind nicht passiert nur aus den Begegnungen der Individuen, sondern sie hingen ab vom Volkskarma, von allem Möglichen, von dem Stamm, dem man zugehört, von der Familie, aus der man dazugehört - und das reißt dann in die karmischen Verwicklungen hinein. Das Karma der Zukunft ist das, was von Mensch zu Mensch aus Freiheit eingegangen wird. Wo man sagt: "Ich verbinde mich mit dir. Wir teilen etwas gemeinsam." Eine gemeinsame geistige Aufgabe zum Beispiel. Das wird die geistigen Gemeinschaften der Zukunft immer mehr prägen.

Und das geht weiter, während das Karma aus der Vergangenheit bis zum Ende unserer Verkörperungen letztlich abgebaut sein muss. Das verliert sich irgendwann, das ist jetzt die Bürde, die wir mittragen aus der Vergangenheit, die Last, die wir aufarbeiten müssen, wenn wir weitergehen wollen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen als geistige Wesen - aber das ist nicht die Zukunft. Die Zukunft ist das, was wir ganz aus der Freiheit heraus eingehen. Natürlich geht das auch mit Menschen, die man aus der Vergangenheit bereits kennt, also aus früheren Inkarnationen. Wo man eben über die Erfüllung des alten Karmas hinausgeht und einfach was Neues aus der Freiheit heraus baut, gemeinsam baut, wo also keine karmische Notwendigkeit mehr dazu da wäre, aber wo man aus der Freiheit weiter gestaltet. Und da sein wird für die Zukunft das, was wir jetzt anfangen zu verwirklichen, also Wirklichkeit hineinzugießen. Die kommt aber aus dem Schöpferisch-Geistigen. Dann geht es über ins Seelische, in die Lebenskräfte hinein - bis es zunächst einmal jetzt auf Erden bis ins Physische hinuntergeht.

Die Individualisierung der Sprache: noch während sich der Mensch auf Erden inkarniert, wird jedes Wort schöpferisch aus dem Moment geboren werden 0:13:09

Und später mal wird es noch ganz anders sein. Dann, wenn da ein Physisches ist, dann jedenfalls nicht mehr ein Materiell-Physisches. Überall dabei ist die Christus-Kraft, das Weltenwort. Wir müssen eigentlich dieser Sprache, dieses Weltenwortes, immer bewusster werden. Wir haben in der Volkssprache, in den Sprachen, die wir gelernt haben als Kinder, eher nur einen sehr einseitigen Abglanz des Weltenwortes drinnen. Ich habe sicher schon in früheren Vorträgen darüber gesprochen: Es wird sich auch die Sprache gewaltig verändern. Das kann man ja sich selbst äußerlich plausibel machen. Ich meine, wir leben auf einer Erde, die mittlerweile, ja, im Grunde, obwohl sie noch in Länder und Nationen geteilt ist… aber der Austausch ist mittlerweile so stark, dass wir eigentlich nicht herumkommen, eine Menschheit zu haben, die in irgendeiner Form miteinander kommunizieren können muss. Ich meine, im Moment geht es, dass bestimmte Sprachen, Englisch oder so was zum Beispiel, heute weltweit irgendwo funktionieren. Aber was kommen wird, ist eine individuelle Sprache. Eine individuelle Sprache. Was heißt das? Das heißt, die Sprache wird etwas ganz, ganz Schöpferisches sein, so wie es das Weltenwort ist. Vom "Weltenwort" eben… Weil, es gibt kein Wörterbuch für das Weltenwort, sondern jeder - wenn ich das jetzt so menschlich ausdrücken will - jeder "Sprechakt" des Weltenwortes, also jedes Wort, das ausgesprochen wird, wird in dem Moment geschaffen, wo es ausgesprochen wird. Nie wieder in der gleichen Form. Nie wieder in der gleichen Form. Es gibt keine Wiederholung im Grunde drinnen, sondern es wird schöpferisch aus dem Moment, unmittelbar aus dem Geistigen heraus, geschaffen. Und die Welt nimmt es auf, gestaltet sich in gewisser Weise danach.

Und wenn ich es jetzt auf das Menschliche… Und das wird noch während unseres Erdenlebens - nicht während des jetzigen vielleicht, aber solange wir noch auf Erden inkarniert sind - wird es so sein, dass es keine genormte Sprache mehr gibt, von der man irgendein Wörterbuch machen könnte. Sondern die Menschen werden sprechen in der Form, dass sie im Moment des Sprechens - wie soll ich sagen - das Wort erfinden, erschaffen. Und das wird genau das ausdrücken, was ihr innerer Impuls ist. Und der Andere wird offen dafür sein und das innerlich nachschaffen - und im Nachschaffen wird er es verstehen. Dann gibt es keine Nationalsprachen oder irgend so etwas mehr. Überhaupt nicht. Kann man sich heute noch sehr schwer vorstellen. Aber es liegen eben in der Sprache unheimlich starke schöpferische Kräfte drinnen. Mit dem allen ist der Christus verbunden. Es geht jetzt nur so langsam drum - und das bezieht sich jetzt auf den Wochenspruch - eben diese Kraft des Weltenwortes in sich zu erfassen, immer mehr Mut zu bekommen, die Stütze des Vergangenen für einen Moment loslassen zu können. Wir können es nur einen Moment. Wir brauchen zum Beispiel den Erdboden, auf dem wir stehen. Wir können noch nicht im leeren Raum, sozusagen, schweben.

Aber auch selbst mit der Sprache zum Beispiel, die wir heute haben, die besondere Nuance, wie wir etwas aussprechen. Auch wenn es ein ganz bekanntes deutsches Wort ist, jeder Mensch spricht es auf individuelle Weise aus. Es ist etwas Individuelles drinnen: und sich dessen bewusst zu werden und das auch zu hören. Wenn einer sagt "Liebe" und der andere sagt "Liebe", ist es nicht das Gleiche. Es kann ganz was anderes sein. Und es liegt eigentlich in Wahrheit drinnen so viel von dem, was er von der Kraft der Liebe erfasst hat, in Wahrheit. Das liegt drinnen - und das ist eigentlich hörbar. Es ist hörbar. Ich meine, im einfachen Sinne merkt man sehr schön in der Alltagssprache: "Na, ich liebe dich wirklich herzlich." (Wolfgang verzieht dabei das Gesicht.) No, da merkt man schon, eigentlich ist geradezu das Gegenteil gemeint damit. Die Worte sind aber genau die gleichen. Wenn ich es jetzt transkribieren würde, würde man nicht gleich entnehmen können, was ist denn wirklich gemeint. Ist es ernst gemeint? Oder ist das Gegenteil gemeint damit? In Wahrheit liegt es aber noch viel differenzierter drinnen. Wir sind nur noch nicht genug aufmerksam damit und wir legen es auch gar nicht bewusst heute noch hinein - aber das wird kommen. Damit wird sich die Sprache verändern. Ich meine, in Wahrheit, jede Sprache verändert sich sowieso. Auch die Volkssprachen regional; die Dialekte selbst oft in einem einzelnen Dorf, in einem einzelnen Tal, ändert sich's. Aber es wird eben so weit gehen, dass wirklich jeder Mensch seine ganz individuelle Nuance entwickelt. Und das wird so weit gehen, dass es eben keine Nationalsprachen mehr geben wird, sondern dass es ganz individuell ist. Ganz individuell.

Im Hören nachschaffen: unser Weg zum Verstehen, was der Andere sagt - bislang Unbewusstes kann immer bewusster werden 0:19:09

Und trotzdem kann es jeder verstehen, der wach genug ist, es in sich nachzuschaffen, im Hören nachschaffen; im Hören, unmittelbar im Hören verstehen, indem ich es nachschaffe. Wir tun es unbewusst immer. Wir würden auch unsere heutigen Sprachen nicht verstehen, wir würden kein Wort verstehen, wenn wir nicht immer mitsprechen würden. Wenn uns irgendwer was erzählt: Also, wenn ihr jetzt zuhört, ihr sprecht alle mit mir mit. Sehr, sehr abgedämpft. Das ist ganz unterbewusst jetzt sicher. Über das technische Medium ist es also ganz reduziert, was diesbezüglich hinüberkommt, es ist also viel schwerer. Wenn man wirklich einem Menschen direkt gegenübersitzt, ist es viel stärker. Aber es ist so unbewusst. Also, es lebt im Körperlichen. Es lebt in den Muskeln, es lebt in den Bewegungen des Kehlkopfes drin. Dort sprechen wir immer mit, wir können gar nicht anders. Wir können uns dem gar nicht entziehen. Die Kunst wird nur sein, das, was im Willen drinnen lebt und tätig ist eh schon die ganze Zeit und das eigentlich ganz toll kann, das immer mehr ins Bewusstsein zu heben. Das fängt jetzt an. Bewusstseinsseelenzeitalter heißt auch, für diese Dinge immer bewusster zu werden. Eben a bissel mitzuspüren, wie man, ja, mitschwingt mit dem Anderen, wenn man ihm zuhört. Ich mache das sehr oft ganz bewusst. Man kann das einfach verstärken, indem man dann wirklich versucht, bewusst mitzusprechen. Ein bissel mach ich das in der Sprachgestaltung oft - und dann merke ich sofort, wo die Probleme liegen, wo was nicht funktioniert. Oft bei der ersten Stunde oder was, wenn ganz Neue kommen, habe ich so einen Hals nachher (Wolfgang zeigt, wie sein Hals in die Breite geht), bin stockheiser nachher, weil ich einfach die halt noch nicht harmonischen Bewegungen, die heute vielfach in der Sprache drinnen sind, einfach spüre, mitnehme. Und wenn ich das also bewusst verstärke, dann hat das halt auch seine Wirkung drinnen. Aber dann wird man sehr aufmerksam dafür. Das sind so kleine Anfänge von dem, was man in der Zukunft immer mehr verstärken wird können. Das ist so ein bisschen ganz Konkretes, was es heißt, dieses Weltenwort in sich hineinzunehmen, erkennen, dass wir es drinnen haben, und jetzt zu lernen, bewusst damit umzugehen, einfach. Es bewusst zu ergreifen.

Wir sind in der Sprache heute zum Beispiel noch sehr, sehr wenig bewusst. - Wir sind sehr bewusst, was wir sagen wollen, wie gescheit das vielleicht ist. - Da ist es jetzt noch verdünnter, da ist es also bis in die Gehirntätigkeit hinein verdünnt, da merken wir gar nicht mehr so richtig, dass der Körper aktiv ist. Dabei ist beim normalen Verstandesdenken wenigstens das Gehirn noch aktiv, aber das spüren wir alles nicht. Wir spüren nicht unser Gehirn, sondern wir haben unsere abgehobenen, im Grunde aber ganz filtrierten Gedanken. Aber das ist eigentlich der Schatten, das Spiegelbild am Physischen des Gehirns. Und die Realität, was passiert dabei, ist, dass unser Gehirn danach geformt wird. Mit jedem Wort, was wir hören, mit jedem Gedanken, den wir denken, basteln wir an unserem Hirn herum, in Wahrheit. Daher ist das Gehirn, im doppelten Sinn, ein Spiegelbild unserer, na, sage ich mal, irdisch-gedanklichen Tätigkeit. Sogar auch des tieferen, also des emotionalen Lebens zum Beispiel, auch das drückt sich drinnen aus, auch das Willensleben drückt sich drinnen aus. Weil, selbst im Gedanken denken: wirkliches Denken muss gewollt sein. Das heißt, der Wille spielt immer eine Rolle - und das Fühlen ist auch immer dabei.  

Die heutige Erziehung zur Gleichschaltung im Bildungswesen bereitet den geistigen Tod des Menschen vor 0:23:20

Das ist nur dann nicht der Fall, wenn es kein wirkliches Denken ist, sondern wenn wir einfach nur Gedanken, die wir einmal aufgenommen haben, immer wieder wiederholen und wieder ausspucken, sozusagen. Wenn wir das tun, was uns in der Schule gelehrt wird, und das einfach im Leben immer wieder in verschiedenen Variationen reproduzieren. Das heißt, wieder meine große Kritik am heutigen Bildungswesen weltweit, Wurscht wo, im Osten, im Westen und in der Mitte ganz besonders; da ist besonders tragisch bei uns: was gelehrt wird an den Schulen, an den Universitäten, ist Verhinderung des freien, eigenständigen Denkens. Es ist eine Erziehung zur Gleichschaltung. So raffiniert gemacht, dass es aber niemandem bewusst wird: So, dass sie glauben, sie sind frei darin. Weil, gerade im Intellekt fühlen sich die Menschen furchtbar frei heute drinnen - und sind es nicht, weil sie eigentlich nur zum größten Teil die Standardgedanken denken. Selbst wenn sie gegen den Mainstream sind, dann denken sie oft noch im Sinne wenigstens einer ganzen Gruppe, die sich dagegenstellt. Das ist wieder nicht individuell. Wir brauchen diese absolute Individualisierung.

Das große Paradoxe ist, wir werden nicht zu einer Menschheit finden - das heißt zu einem Gemeinsamen - wenn nicht jeder total individualisiert ist. Das ist das Paradoxon. Man könnte glauben: Die Menschen würden sich umso besser verstehen miteinander, wenn alle gleich denken, zu allem die gleiche Meinung, sozusagen, haben, alles gleich ansehen, für alles das gleiche Verständnis haben. Das würde zum Tod des Menschen führen, zum geistigen Tod des Menschen, in Wahrheit. Verträglichkeit würde überhaupt nicht rauskommen dabei. Überhaupt nicht. Das Wichtigste ist eigentlich "individualisieren", aber eben aus dem Individualisieren, aus dem bewussten Willen: "Ich lasse mir mein individuelles Denken nicht nehmen". Aus dem heraus aber eben auch zuzulassen, dass der Andere es vielleicht von einer ganz anderen Seite ansieht - und dass man dann erkennt: "Okay, meines ist nur so ein kleiner Ausschnitt aus dem Ganzen und ich bin dankbar, dass jemand anderer mir zeigt, dass es noch ganz andere Perspektiven gibt." Weil, so wie wir jetzt sind als Menschheit, haben wir die Perspektive fürs Ganze, was überhaupt möglich ist, erst dann, wenn sozusagen die ganze Menschheit sich ausspricht darin. Dann haben wir die Chance, das Ganze zu überblicken aus allen Winkeln, die möglich sind, sozusagen. Wir haben eine ganz individuelle Perspektive.

Unsere Naturgesetze beschreiben die Schlacke der Vergangenheit - die Zukunft wird aber un-vorhersehbar sein 0:26:18

Daher, die Wahrheit ist nicht so: Aha, das ist so wie eins und eins ist zwei. Das sind die primitivsten Wahrheiten. Ja, da kann man sagen: "Pfff, wer es anders sieht, hat vielleicht die Mathematik weiterentwickelt." Es ist ja auch passiert. Ich meine, beim normalen Zählen ist es richtig. In vielen Fällen ist das nicht richtig. Ich brauche schon nur anfangen… Wenn ich anfange Elementarwesen zu zählen, dann komme ich während des Zählens schon darauf, dass sich das ununterbrochen verändert. Fünf Elementarwesen und vier Elementarwesen sind plötzlich hundertzwanzig Elementarwesen. Oder nur mehr zwei. Das heißt, das hat andere Gesetzmäßigkeiten. Auch diese Art der Mathematik, wie wir sie haben, die eben so streng berechenbar ist, ist eigentlich gültig nur für das, was aus der Vergangenheit kommt, der Schlacke der Vergangenheit kommt. Die ist berechenbar, weil die ist fertig. Die ändert sich nicht mehr. Die ist so, wie sie geworden ist. Da kann ich alles abzählen, da rührt sich nichts mehr. Ich meine, unsere ganzen Naturgesetze, wie sie heute erfasst werden, beschreiben nur die Schlacke der Vergangenheit, aber nicht den Weg in die Zukunft. Daraus ist nichts zu finden, wie ich die Zukunft gestalten könnte. Das wäre nur ein Fortrollen des Vergangenen. Daher ist ganz klar, dass die Zukunft nicht vorherberechenbar ist. Jedenfalls nicht mit der Mathematik, die wir jetzt haben, sondern, dass da immer etwas hineinkommt, was un-vorhersehbar ist. Nicht wahr, indem die Gottheit selbst aufgegeben hat ihre Allmacht über alles und ihre Allwissenheit über alles, was in der Zukunft passieren wird, ist die Zukunft unbestimmt. Sie wird bestimmt durch die Impulse, durch die geistig-schöpferischen Impulse, die wir hineinbringen. Wir tun das eigentlich ununterbrochen.

Schöpfung aus dem Nichts - wir tun es ununterbrochen, denn in der geistigen Wirklichkeit gibt es keine Wiederholung 0:28:33

Es war so oft die Frage: "Ja, Schöpfung aus dem Nichts, wie mache ich denn das?" Wir tun es. Wir können gar nicht anders, als es ununterbrochen zu machen. Und wir machen es als Ich auch. Wir machen es mit jedem Schritt, den wir machen. Wir machen es mit jedem Wort, das wir aussprechen, mit jedem Lied, das wir singen, mit jedem Ton, den wir anstimmen, mit jeder Handbewegung, die wir machen, liegt etwas ganz Individuell-Schöpferisches drinnen. Nur wir verschlafen es. Wir kriegen es gar nicht mit.

Wir sind extrem kreativ in jeder unserer Tätigkeiten, selbst wie wir unsere Atemzüge machen. Kein Atemzug gleicht dem anderen. Erstens nicht von verschiedenen Menschen, aber auch bei mir. Der nächste Atemzug ist schon wieder anders. Wir sehen es nur oberflächlich und sagen: "Ja, im Prinzip, ja, habe ich wieder ein- und ausgeatmet, annähernd die gleiche Luftmenge, annähernd im gleichen Zeitintervall." Wenn ich näher hinschaue, unterscheidet er sich von dem vorangegangenen Atemzug und unterscheidet sich von dem nächsten, den ich machen werde - in den Feinheiten. Wenn ein Musiker ein Musikstück spielt, er wird es keine zwei Mal genau gleich spielen, sondern er wird immer eine Variation drin haben - und die ist ganz individuell. Die ist ganz individuell. Ein anderer Musiker wird's auch bei jedem Mal, wo er's spielt, anders machen auf seine individuelle Art. Also, es gibt in der geistigen Wirklichkeit nichts Wiederholbares, sondern es entsteht immer jetzt und hier neu. Da ist Augenblick und Ewigkeit in Einem. Das macht’s aus. Es sind genau die Abweichungen vom Berechenbaren, die Abweichungen, zum Beispiel, vom starren Takt. Wenn ich es mit dem Metronom immer wirklich genau auf die Sekunde - oder Sekundenbruchteil -

halten würde, dann wäre es eine Maschine. Ich meine, ein Musikcomputer oder was kann heute ein Lied auch selber: Du gibst ihm die Noten ein und der spielt. Aber es ist tot. Es ist tot. Es ist nur das tote Gerüst. Es ist die Schlacke von dem, was der Komponist einmal geschrieben hat, aber es wird nicht zum Leben erweckt. Zum Leben wird es erweckt, indem ich es auf ganz individuelle Weise nicht re-produziere, sondern neu schaffe eigentlich, in Wahrheit. Im Grunde, wenn ich ein Lied singe oder ein Musikstück spiele, schaffe ich es in dem Moment neu in einem, ja, beschränkten Rahmen. Es wird nicht plötzlich ein anderes. Es wird nicht aus dem Kinderlied plötzlich eine Symphonie werden. Es geht nicht. Es bleibt immer das Kinderlied.

Unser besonderer Weg ins Geistige: aus dem freien Ich heraus Wollen, Fühlen und Denken in einem zeitlosen Augenblick zusammenfallen lassen - und so das Weltenwort empfindend erfassen 0:31:23

Aber wie ich es in dem Moment "interpretiere", sagt man. Es ist ein ganz blödes Wort, weil interpretieren heißt: mit viel Kopfarbeit denke ich mir: "Aha, da könnte ich etwas langsamer werden, da könnte ich ein bisschen dies…" Den Kopf kann man vergessen. Es muss aus dem Willen heraus kommen, aus dem Tun. Also man braucht eigentlich "nur" - sehr unter Anführungszeichen -  lernen, sich beim Tun zuzuschauen. Das ist so schwer. Es ist so schwer. Rudolf Steiner schreibt das irgendwo so schön in der "Philosophie der Freiheit", dass selbst die Elohim nicht ihrem eigenen Tun zuschauen konnten. Drum heißt es immer so schön: "Die Elohim sprachen, es werde Licht, und es ward Licht. Und sie sahen, dass das Licht gut war." Also, sie sprechen es erst aus - und nachher können sie erst anschauen, was es geworden ist. (Siehe dazu Wolfgangs ergänzende und erläuternde Anmerkungen unter "Themenbezogene Leseanregungen".)

Der Witz ist, dass - und das erhebt uns eigentlich selbst über die Stufe der Elohim hinaus -, dass wir im wirklichen geistigen Bewusstsein, aus dem freien Ich-Bewusstsein heraus: dass Tun und das Betrachten des Tuns und das gedanklich wache Erfassen dessen, was wir da gerade tun, dass das in einen Moment zusammenfällt. Es ist nicht mehr trennbar voneinander. Wir halten es zusammen. Das Paradoxon dazu ist, dass gerade aber heute in unserer Zeit - also seit Beginn eigentlich des 20. Jahrhunderts schon - die Seelenkräfte von Denken, Fühlen und Wollen sich immer mehr auseinanderentwickeln. Von selber kommen sie in keine Harmonie mehr. In wirkliche Harmonie können wir sie nur bringen, wenn wir sie aus dem Ich, aus der Freiheit, zusammenführen. Das geht so weit, dass dann wirklich Denken… nein, eigentlich umgekehrt müssen wir sagen: dass Wollen, Fühlen und Denken zugleich sich vollziehen, in einem zeitlosen Augenblick zusammenfallen. Dann bin ich absolut im Geistigen drinnen - im Denken schon. Also, soviel zum Weltenwort. Ich lese euch noch einmal den Wochenspruch, den 17.:

«Es spricht das Weltenwort,

Das ich durch Sinnestore

In Seelengründe durfte führen:»

Wichtig: "Durch Sinnestore". Also wieder: "Ja, wie komme ich jetzt ans Weltenwort heran?" Ich muss nur in die Welt schauen, in die Welt hören - und aufmerksam sein. Dann sehe ich, höre ich, fühle ich, spüre ich, rieche ich das Weltenwort in allem. "Weltenwort", man darf sich es nicht so wie die menschliche Sprache vorstellen. Wir haben das letzte Mal drüber gesprochen, dass die höheren Hierarchien, die über uns stehen, überhaupt in Farben sprechen. Sie sprechen sich in Farben aus, aber sie sprechen sich in Wahrheit… in allen Qualitäten spricht sich das Geistige aus, das Weltenwort ist... Es geht nur drum… Als Weltenwort empfinden wir es, wenn wir es, sozusagen, ja, wie soll ich sagen, den Sinn erfassen. Wenn es uns etwas sagt. Ich schaue zum Beispiel eine Wiese an, ich sehe eine Farbharmonie durch die Bäume, durch das Gras, durch die Blumen, die Blüten, die dort sind - und ich kann sagen: "Ja, es ist schön." Ich kann sagen: "Es gefällt mir." Ich kann aber sagen: "Es sagt mir etwas. Es sagt mir etwas über den ganzen Ort dort." Und dann taucht schon viel, viel mehr auf. Also:

«Es spricht das Weltenwort,

Das ich durch Sinnestore

In Seelengründe durfte führen:

Erfülle deine Geistestiefen

Mit meinen Weltenweiten»

…also atme die ganze Welt ein, eigentlich im Grunde…

Zu finden einstens mich in dir.

Also, das Weltenwort, den Christus, im eigenen Ich zu finden. Darum geht’s irgendwo. Dorthin geht die Entwicklung.

Schlüsselworte aus Dr. Wolfgang Peters Gedanken

Motiv der Wochensprüche im Seelenkalender: Wechselspiel von unserem wirklichen (großen) Ich und unserem kleinen Ich - das Weltenwort wirkt gestaltend in den Sinneserscheinungen - das Weltenwort ist der Christus - Christus: der Weltenbaumeister, Vishva Karman: der All-Tätige - der Menschenleib als Mikrokosmos spiegelt den ganzen Makrokosmos auf individuelle Weise - die Individualisierung in der Gestaltung geht vom Kopf aus - die Arme und Hände sind Denkorgane, mit denen wir unser Schicksal denken - wer ist unser Schicksal? - die Wirkung des Geistigen ist die Wirk-lichkeit, die die Zukunft baut - Früchte und Schlacke der Vergangenheit - Monden-Karma aus der Vergangenheit und Sonnen-Karma der Zukunft - aus unserem freien Willen aus dem Nichts schaffen - freiwillig und bewusst neues Karma aufbauen auch für eine noch ferne Zukunft - Karma der Vergangenheit muss abgebaut sein bis zum Ende unserer Verkörperungen - die Sprache wird sich in der Zukunft gewaltig verändern und zu einer individuellen Sprache werden - die Sprache als Weltenwort ohne Wörterbuch - jedes Wort wird im Moment des Aussprechens neu geschöpft werden und am Aufbau der Welt mitwirken im Sinne der Kraft des Weltenwortes - es wird keine Nationalsprachen mehr geben - Begriffe erhalten auch heute schon ihre hörbar unterschiedliche Nuance: Beispiel "Liebe" - einander verstehen: wir sprechen unbewusst mit dem sprechenden Anderen mit - unbewusstes Mitsprechen ins Bewusstsein heben - Sprachgestaltung - unser stetes Basteln an unserem Gehirn - wirkliches Denken muss gewollt sein und wird stets auch vom Fühlen begleitet - das heutige Bildungswesen ist eine Erziehung zur Gleichschaltung - die gleiche Meinung haben, führt zum geistigen Tod des Menschen - Individualität zulassen, um die Perspektive für das Ganze zu entwickeln - es wird in der Zukunft andere Gesetzmäßigkeiten geben - unsere jetzigen Naturgesetze beschreiben nur die Schlacke der Vergangenheit - die Zukunft wird un-vorhersehbar sein durch unsere geistig-schöpferischen Impulse - wir verschlafen unsere Schöpfungen aus dem Nichts - es gibt in der geistigen Wirklichkeit nichts Wiederholbares: Augenblick und Ewigkeit sind in Einem - lernen, sich beim Tun zuzuschauen - die Seelenkräfte von Denken-Fühlen-Wollen entwickeln sich im 21. Jahrhundert auseinander und können zunehmend nur noch aus dem Ich heraus in Harmonie gebracht werden - das Weltenwort empfindend im Sinn erfassen - das Weltenwort, den Christus, im eigenen Ich finden

Der 36. Wochenspruch als Spiegelspruch

«In meines Wesens Tiefen spricht

Zur Offenbarung drängend

Geheimnisvoll das Weltenwort:

Erfülle deiner Arbeit Ziele

Mit meinem Geisteslichte

Zu opfern dich durch mich.»

Themenschwerpunkt des 119. Vortrages Apokalypse des Johannes

So wie das Weltenwort, der Christus als Weltenbaumeister, im 17. Wochenspruch des Anthroposophischen Seelenkalenders sehr eindrücklich vor uns hingestellt wird, so zieht es sich auch als ordnender Gedankenstrom durch den 119. Vortrag zur Apokalpyse hindurch.

Nachdem in der urindischen, urpersischen und altägyptischen Zeit Ausreifung und Entwicklung von Ätherleib, Astralleib und Empfindungsseele bestimmend auf unserem Weg zur Menschwerdung waren, sind wir nach der Entwicklung der Verstandesseele in der griechisch-lateinischen Kulturepoche inzwischen fast bis zum Ende des ersten Drittels im Bewusstseinsseelenzeitalter vorangeschritten und sehen uns zunehmend völlig neuen Aufgaben und Verantwortlichkeiten gegenüber, denn die Trinität hat ihre Allmacht aufgegeben und die Schöpfung und damit die aus der Vorhersagbarkeit herausgetretene Zukunft der Erde und des gesamten Kosmos in die Hände der Menschen gelegt.

Uns erwarten gewaltige Aufgaben insbesondere auch aus den Verfehlungen der sehr fernen Vergangenheit, die wir aber aus unserer Individualität heraus in wachem Selbst-Bewusstsein mit den Kräften und dem Willen unseres freien Ichs bewältigen können, wenn wir uns mit dem Christus verbinden und dem Christus in uns als einziger Autorität folgen.

Alle Sprüche auf einen Blick

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Literatur

  • Rudolf Steiner: Anthroposophischer Seelenkalender. 52 Wochensprüche, Rudolf Steiner Verlag 2015, ISBN 978-3727452291

Weblinks

Einzelnachweise