Die Apokalypse des Johannes - 13. Vortrag von Wolfgang Peter

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«Ein interaktiver Vortragszyklus über den Zusammenhang mit dem Wirken Jesu Christi und dem eigenen Ich. Ausgangspunkt sind die Schriften von Rudolf Steiner, z.B. die GA 104, GA 104a und GA 346. Hier fließen sowohl Fragen und Anliegen von Zuschauern als auch eigene geisteswissenschaftliche Erkenntnisse mit ein. Und es gibt immer Bezüge zu aktuellen Themen der Zeit.»

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- 13. Vortrag -
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Themenschwerpunkt

Der Vortrag knüpft an die zentralen Themen des letzten Vortrags an, die Entwicklung der Seelenglieder im Verlauf der verschiedenen Kulturepochen, beginnend mit der Entwicklung der Empfindungsseele im alten Ägypten, wo sich ein Seelenraum im Inneren und gleichzeitig eine Sinneswelt im Außen differenziert. Ganz schemenhaft bereitet sich das bereits in der urindischen Zeit vor, und geht in der urpersischen Zeit über in eine Licht- und Dunkelwelt. Auch ist festzustellen, dass in unserer heutigen Zeit Denken - Fühlen und Wollen deutlich voneinander separiert sind, keine Einheit mehr bilden. Bei den Griechen waren Denken, Fühlen und Wollen noch viel mehr eine Einheit. Die Wahrheit zum Beispiel wurde als etwas Schönes, Erhebendes empfunden. Unser heutiges Bewusstseinsseelenzeitalter zeichnet sich dadurch aus, dass wir uns als etwas sehr Eigenständiges erleben und uns der Außenwelt deutlich gegenüberstellen. Dass wir die Welt heute so erleben, heißt aber nicht, dass die Welt so ist, sondern das Erleben kann sich von Kulturepoche zu Kulturepoche immer wieder stark verändern. In unserer Zeit wird dem wissenschaftlichen, objektiven Denken viel Bedeutung zugemessen, während bei vielen Menschen das Fühlen stark unterentwickelt ist. Die Spezialisierung auf immer engere Fachgebiete, der Blick ins Mikroskop, immer mehr ins Detail ist das Idealbild der modernen Wissenschaften.

Aber die neue zukünftige Perspektive ist die, wenn ich das Kleinste, das Atom oder die Elementarteilchen erklären will, dann muss ich mich dem ganzen Kosmos zuwenden. Der Grieche hatte noch dieses Denken in Zusammenhängen. Auch Goethe hatte diesen Ansatz. Da liegt die Zukunft drinnen. Die Materie, das Tote, das Abgestorbene ist aus einem Lebendigen entstanden, hinter dem ein Seelisches steckt, das wiederum aus dem Geistigen stammt. Wir erfahren den Unterschied zwischen Realität, das Abgestorbene aus der Vergangenheit und Wirklichkeit, das Wirkende, das noch nicht ist, aber die Zukunft bestimmt. Wir müssen in den Wissenschaften lernen den Blick von der Vergangenheit auf die Zukunft zu lenken. Aus der Zukunft kommt uns das Geistig-Seelische entgegen. Wir haben die Möglichkeit Vergangenheit und Zukunft zusammen zu schauen. Das Ätherische, die Welt der Bildekräfte, ist ein Zeitorganismus mit Gesetzmäßigkeiten, wo sich Anfang und Ende um eine Mitte spiegeln. Ereignisse am Anfang des Lebens haben mit Ereignissen am Ende des Lebens etwas zu tun. Der Anfang hängt immer mit dem Ende zusammen. Hinter dem Stofflichen stecken hohe geistige Wesenheiten, die Throne. Die Wirklichkeit hat etwas mit Wirkungen zu tun. Ein lebendiges Denken orientiert sich an der Wirklichkeit, nicht an der Dinglichkeit. Geisteswissenschaft, Anthroposophie heißt, für die Gestaltung der Zukunft Verantwortung zu übernehmen, denn die Zukunft liegt in unserer Hand. Wir sind angehalten ein imaginatives Bewusstsein zu entwickeln.


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Transkription des 13. Vortrags (Bruno, Dezember 2022)

Begrüßung und Anknüpfung an den letzten Vortrag - Entwicklung des seelischen Wesensglieder im Laufe der Kulturepochen 0:00:38

Meine Lieben, ich begrüße euch sehr herzlich beim dreizehnten Vortrag zur Apokalypse. Ich möchte anknüpfen an das letzte Mal, wir sprachen über die Gegenwart, über unsere jetzige Zeit und hatten vorher auch besprochen die Entwicklung der seelischen Wesensglieder des Menschen. Beginnend mit der Empfindungsseele in der ägyptischen Zeit. Seelische Wesensglieder heißt, dass man das, was man früher einmal mit dem alten Hellsehen noch als Seelenwelt erlebt hat, jetzt beginnt ins Innere zu ziehen. Etwas davon. Allerdings noch sehr, sehr dumpf. Was aber im Gegenzug erscheint, ist die sinnliche Außenwelt. Jetzt erst so richtig in der ägyptischen Zeit. Es fängt zwar schon früher ganz schemenhaft an - also namentlich in der indischen Zeit schon und sogar am Ende der atlantischen Zeit ist etwas davon zu bemerken, aber es wird jetzt immer intensiver. In der urpersischen Zeit gibt es schon eine Wahrnehmung von Hell und Dunkel, von Schattenrissen irgendwo und jetzt in der ägyptischen Zeit aber beginnt wirklich die Empfindungsseele sich vor allem nach außen zu wenden zur Sinnenwelt und innen dumpf etwas zu fühlen, sagen wir es einmal so. Da ist noch nicht geschehen so etwas wie Denken, Fühlen, Wollen. Es ist eine Art emotionale Erregung, die man im Inneren spürt, sagen wir es einmal so.

Und zum Beispiel das, was Denken ist, kommt sehr stark aus dem Wollen. Gerade bei den Ägyptern. Die Ägypter sind total praktisch. Sie machen etwas. Sie können zum Beispiel den rechten Winkel machen, indem sie den Satz des Pythagoras anwenden, würden wir heute sagen. Nur sie kannten natürlich den Pythagoras nicht, weil der hat damals noch gar nicht gelebt, jedenfalls nicht in der Inkarnationen, in der er diesen Lehrsatz gefunden hat. Aber sie hatten ihn in der Praxis. Sie wussten also, wenn man Seile spannt, ein Seil zu einer geschlossenen Kurve zusammenbindet und das jetzt so ausspannt, dass man eine Seitenlänge mit drei Einheiten hat, eine mit vier und die letzte mit fünf - dann bildet das einen rechten Winkel. Und damit konnten sie ihre Felder vermessen. Aus dem Tun heraus. Da ist nicht ein ägyptischer Mathematiker gesessen und hat also versucht jetzt die Geometrie zu beweisen, sondern sie haben es einfach praktisch getan.

Und der Schritt dann weiter bei den Griechen ist, dass die beginnen zu verstehen, warum das so ist. Die Ägypter wussten es einfach. Haben probiert. Haben gesehen, aha, das passt. Und hatten noch gewisse Eingebungen sicher auch dazu, dass sie das Richtige gefunden haben. Ohne es verstandesmäßig abzuleiten, weil sie eigentlich den Verstand in unserer Art noch nicht hatten im Bewusstsein, sondern sie hatten eine Art instinktive Weisheit, die aber in ihrem Tun drinnen war. Und dazwischen eben dieses dumpfe Fühlen. Sie mussten also das Gefühlsleben eigentlich erst aus der Außenwelt hineinnehmen.

Also ich habe das erzählt, das Beispiel mit den Klageweibern. Wenn jemand gestorben ist, dann empfindet man zunächst einmal drinnen gar nichts. Man sieht nur äußerlich, aha, der ist tot und man hat aber keine innere Empfindung dabei. Und man hat aber auch verloren gehabt, das hellsichtige Wahrnehmen, das man früher hatte, dass man sieht, was da beim Tod passiert. Also es war eine sehr merkwürdige Situation. Und jetzt beginnt man aber eben diese Klageweiber anzustellen, also anzustellen oder die da waren, die draußen jetzt schreien, jammern, schluchzen und das nicht nur eine, sondern - was weiß ich - zehn, zwanzig vielleicht sogar unter Umständen. Und das nehmen sie nach innen. Und das nehmen sie nach innen und beginnen es nachzuerleben. Und aus dem heraus entsteht eigentlich diese innere Empfindung der Trauer zum Beispiel. Und so bei anderen Dingen auch. Aber es musste das alles einmal außen passieren, um es nach innen zu nehmen.

Früher gab es diese Art Empfindungen nicht. Ich meine zum Beispiel, wenn man hellsichtig noch ist und gar nicht die Sinnenwelt noch jemals gesehen hat, dann ist zum Beispiel das Erlebnis des Todes überhaupt nicht mit Trauer verbunden. Warum? Warum sollte das so sein? Man sieht nur, dass jetzt diese Seele, die vorher sehr eng war, jetzt beginnt sich zu weiten und eigentlich beginnt sich zu befreien. Es empfindet man das als etwas sehr Schönes, etwas Großartiges. Und den Verlust hier hat man nicht in der Art erlebt wie wir, weil man mit dem anderen Menschen einfach immer auf dieser seelisch-geistigen Ebene verbunden war. Nicht auf der sinnlichen Ebene. Das ist der Punkt. Nicht auf der sinnlichen Ebene.

Das fängt erst zart an in der urindischen Zeit, aber noch ganz unbedeutend. Wird etwas stärker in der urpersischen Zeit mit dem Licht und Dunkel, dass man so eine Art Schattenfiguren sieht, aber mit dem fängt man eigentlich noch nicht viel an. Obwohl sie trotzdem praktisch schon längst, seit vielen, vielen Jahrtausenden oder Jahrzehntausenden geschickt mit der Außenwelt umgehen. Aber was sie im Bewusstsein erleben, ist etwas völlig anderes. Also wir glauben heute, man kann mit der Außenwelt geschickt nur umgehen, wenn ich sie bewusst wahrnehme, bewusst das in die Hand nehme und so weiter. Das war nicht in den alten Zeiten. Man hat, wenn man das getan hat, hat man dabei seelisch, innerlich ganz etwas anderes erlebt. Ganz etwas anderes. Das hat einem aber sicher geführt. Und man hat gespürt also, das ist eine geistige Wesenheit, die mich jetzt zu bestimmten Dingen führt. Aber man hat nicht den äußeren Gegenstand wirklich Seelisch erlebt. Man hat ihn überhaupt nicht erlebt. Sondern man hat nur die geistige Seite davon erlebt oder die seelische Seite davon.

Die Welt ist so wie wir sie wahrnehmen - das ist ein verbreiteter Irrglaube 0:07:16

Und das führt uns also zu dem nächsten Punkt, dass wir ja nicht in den Irrglauben verfallen, die Welt ist so, wie wir sie erleben. Dass wir sagen, ja, die Welt ist räumlich, dreidimensional, so ist sie für sich genommen. So ist sie, weil wir sie mit unserem heutigen Bewusstseinszustand so erleben. Und für uns ist es das Richtige, weil wir dadurch die Möglichkeit haben, uns der Welt gegenüberzustellen, uns als Eigenwesen abzutrennen und in unserem Inneren ein tieferes, immer tieferes Seelisches zu entwickeln, das nämlich eigenständig ist in gewisser Weise. Wenn man davon spricht oft, dass der Mensch, dass man sagt, der Mensch ist der Mikrokosmos, der kleine Kosmos, dann heißt das insbesondere auch, dass wir in unserer Seelenwelt ein Mikrokosmos sind, der in gewisser Weise den ganzen äußeren Kosmos abspielgelt. Seelisch abspielgelt. Aber in individueller Weise auch. Hat viele Gemeinsamkeiten, also wir werden uns alle einigen können, dass da jetzt eine ganze Menge Lampen herumstehen und eine Kamera herumsteht und das mit technische. Grraffel da angeräumt ist das Ding. Da werden wir uns darauf einigen können. Ja, man muss dem Ahri a bisserl Saures geben. Nein, die wertvolle Technik, die uns hilft, international tätig zu sein (mit Ironie gesprochen).

In unserer momentanen Kulturepoche erleben wir die Welt mit einer großen Spaltung zwischen Innen und Außen, aktuell - es spiegelt sich mit unserer Kulturepoche gerade die ägyptische Kulturepoche - mit einem starken Überhang im Außen, weniger noch in der Natur als vielmehr in der Technik 0:09:00

Ja, aber dieses Erlebnis ist jetzt für uns in dieser Kulturepoche oder am Anfang dieser Kulturepoche in der wir jetzt stehen - im Zeitalter der Bewusstseinsseele - so, dass wir die Welt so erleben. Aber das ist eine Möglichkeit, die Welt zu erleben. Und es liegt in dem eben drinnen gerade diese Spaltung zwischen Innen und Außen. Die ist jetzt auf die Spitze getrieben. Wir haben ein sehr starkes Innenleben entwickelt und wir haben auch sehr stark die sinnliche Außenwelt. Wir haben sogar jetzt in der momentanen Epoche - in der sich das Ägyptische nämlich bis zu einem gewissen Grad spiegelt - im Moment einmal einen starken Überhang für das, was außen ist. Also das ist so, in den letzten zwanzig Jahren hat das sehr stark zugenommen, dass die Menschen ganz im Außen leben. Aber meistens nicht in der Naturwelt in Wahrheit, sondern mehr in der Technikwelt, alles was dort herumflimmert draußen und wo sie es sehr schwer haben, dann mit dem gefühlsmäßig Inneren auch umzugehen. Das ist eines der großen Probleme unserer heutigen Zeit.

Denken - Fühlen - Wollen sind heute stark voneinander getrennt. Diese drei Seelenkräfte - besonders das Denken und das Fühlen - waren zur Zeit der Griechen noch stärker miteinander verbunden 0:10:08

Es ist zwar dann vielleicht unten etwas Willensmäßiges da, aber in der Mitte haben wir ein gewisses Problem und von der Mitte geht das Seelische eigentlich aus. Und gesund entwickelt, also gesund in dem Sinne, dass wir frei damit umgehen können, ist es dann, wenn wir halt diesen Ausgleich haben zwischen dem Denken oben, dem Fühlen in der Mitte und dem Wollen unten. Und unser gegenwärtiges Bewusstseinsseelenzeitalter führt aber erstens einmal dazu, dass Denken, Fühlen und Wollen - die ursprünglich eine Einheit gebildet haben, eine sehr dumpfe Einheit - dass die heute immer mehr auseinander gehen, unabhängig werden voneinander. Also das heißt, man kann ganz emotionslos, ja sogar gefühllos denken, logisch, präzise, richtig, falsch, wie auch immer, aber ohne Gefühl, ohne Wille auch drinnen.

Das ist einfach - ein blitzgescheiter intellektueller Gedanke ist ja bis zu einem gewissen Grad sogar das Wunschbild der Wissenschaft, dass man so denkt, weil man dann sagt, man denkt objektiv. Wir werden noch dahin kommen, wie objektiv das alles wirklich ist. Aber jedenfalls haben wir diese Möglichkeit. Das Fühlen ist etwas Separiertes, was heute einfach ein bisschen zumindest in unseren westlichen Breiten etwas unterentwickelt ist bei vielen Menschen. Das ist durch den ahrimanischen Einfluss bedingt. Weil man muss sich denken, bei den Griechen in der griechisch-lateinischen Zeit, wo sich die Verstandes- oder Gemütsseele entwickelt hat, waren Denken und Fühlen noch sehr eng miteinander verbunden. Darum heißt es: Verstandes- und/oder Gemütsseele. Eigentlich müssten wir "und" sagen, weil es ist ineinander verbunden. Also der wirkliche Grieche konnte nicht denken, ohne dass er das erhebende Gefühl auch erlebt, wenn er einen guten, einen schönen, einen richtigen Gedanken erlebt, einen moralisch guten Gedanken erlebt, einen weisheitsvollen Gedanken erlebt, dann hebt das sein Gefühl, seine Mitte.

Das war so stark, dass selbst der Aristoteles, der die Logik begründet hat - und da ist ja schon so ein gewisses nüchternes Prinzip geradezu drinnen - aber trotzdem ganz deutlich sagt, ja, das Denkorgan ist das Herz. Und damit hat aber nicht das physische Herz gemeint, sondern das Ätherherz bzw. das astralische Herz, also das Seelenzentrum da drinnen. Und es war für ihn ganz klar, dass da das Denken ausgeht. Von da kommt es! Übers Gehirn hat er nur so viel gesagt, ja, das dient der Blutkühlung. Ja, ist auch wirklich eine Funktion des Gehirns, weil da sind so viele feine Adern oben und dadurch, dass das so fein verteilt wird, kühlt das tatsächlich. Darum ist es auch wichtig, dass man im Winter sich halt den Kopf warm einpackt, weil da geht Wärme weg. Da wird Wärme abgestrahlt. Weil da wirkt der Kühler da oben. Also es ist schon gut, dieser kühle Kopf hilft uns dazu, dass wir sehr bewusst werden. Wir sind heute bewusster natürlich auch als die alten Griechen zum Beispiel, selbst noch als die Römer. Wir sind viel, viel wacher, wir stehen dadurch viel schärfer noch der Außenwelt gegenüber als selbst jetzt auch noch die Griechen und Römer.

Die haben das zwar schon sehr deutlich erlebt, die Schönheit der sinnlichen Welt. Aber da ist immer noch dann da in der Mitte die Verbindung, ja, Schönheit, ich kann nur in der Natur etwas Schönes oder vielleicht etwas Hässliches sehen. Aber wenn es hässlich ist, dann ist es auch moralisch falsch, dann ist es böse. Das ist für den Griechen eigentlich nicht anders denkbar. Ich meine, wenn wir heute auch so denken würden, dann würden wir ganz falsch denken. Nicht wahr, wenn jemand hässlich ist, sagt das nichts über seinen Charakter aus. Der Grieche hat das aber noch so empfunden. Obwohl es in der Blütezeit der Griechen ja auch nicht mehr die Wahrheit war so. Das hat sich schon geändert gehabt. Zum Beispiel der Sokrates ist ja so ein Musterbild im Grunde des hässlichen Menschen, also der war alles, nur nicht griechisches Schönheitsideal.

Aber trotzdem in der ganzen griechischen Philosophie ist drinnen, das Schöne, das Gute und das Wahre, das bildet eine Einheit. Also wenn etwas Schönes ist, ist es auch wahr und gut. Aber natürlich mischt sich da immer mehr das luziferische Element hinein und dann kann etwas sehr schön sein, was aber vielleicht nicht so gut ist auch. Was uns auf Abwege zumindest führt. Das das ist ja gerade das Mittel. Gerade in der griechischen Kultur lebt natürlich sehr viel Luziferisches auch drinnen. Dadurch konnten sie diese unvergleichliche Kunst schaffen, die einen Höhepunkt darstellt, der nicht mehr übertroffen werden kann in der Form. Daher aber auch ein Endpunkt war. Nicht wahr, wenn ihr heute noch, es lebt ja vieles noch nach und hat in der Architektur weiß Gott wie lang nachgelebt und ist oft viel schöner als das, was wir heute herumpfuschen. Aber es ist etwas, was absterbend ist. Es hat schon in der griechischen Zeit, also etwa in der Alexander-Zeit, seinen eigentlichen Höhepunkt erreicht. Und war perfekt!

Und immer das, was perfekt ist, was vollendet ist, ist fertig. Da geht es nicht weiter. Das Vollendete kann ich nicht noch vollendeter machen. Wenn ich das versuche, fange ich an, es zu zerstören. Und das passiert auch namentlich in der Kunst oder so. Das passiert auch, also dass man sich von dem befreien muss, um etwas völlig Neues, Anderes zu finden. Und es ist aber genauso im Denken. Wir müssen heute auch über dieses Denken der griechisch-lateinischen Zeit hinauskommen. Und wir müssen also alles das, was für die Griechen noch selbstverständlich drinnen war, neu auf neue Art wiederfinden. Also zum Beispiel von Haus aus ist heute nicht mehr die Harmonie gegeben zwischen dem Schönen, dem Wahren und dem Guten. Das ist alles zersplittert worden. Das hängt auch mit dieser starken Zersplitterung von Denken, Fühlen und Wollen zusammen. Und namentlich, also bei den Griechen gab es eben noch immerhin zumindest die Verbindung des Denkens mit dem Fühlen, der Wille war schon etwas Eigenes. Aber Denken und Fühlen waren noch gemeinsam. Heute trennt sich das. Und wir sprechen ja nicht umsonst vom Wahrheitsgefühl auch.

Spezialisierung auf etwas ganz Enges - der Blick durch das Mikroskop, das Detail sehen und noch ein kleineres Detail - ist das Idealbild der heutigen modernen materialistischen Wissenschaft 0:17:20

Also Wahrheit. Wenn wir - weil es kann ein Gedanke logisch richtig sein und er kann trotzdem unwahr sein. Der Wirklichkeit gegenüber nämlich unwahr sein. Weil in die Logik geht das ein, was ich hinein lege. Bestimmte Dinge. Und bestimmte beachte ich einfach gar nicht. Logisch ist das dann richtig, was ich beschreibe. Aber in der Wirklichkeit spielen noch vielleicht hunderte andere Faktoren eine Rolle. Und die sind ganz entscheidend. Und die fehlen heute bei unserer modernen Wissenschaft, die - ohne dass ich jetzt darüber schimpfen will, weil es ist eine Notwendigkeit, dass man durch das durchgeht - aber die hat den engen mikroskopischen Blick. Immer nur auf Detail. Spezialisierung auf etwas ganz Enges. Schauen durch das Mikroskop oder schauen durch das Fernrohr. Immer der verengte Blick. Niemals im Grunde das Ganze sehen. Sondern nur das Detail sehen. Und ein immer kleineres Detail sehen und noch ein kleineres und noch ein kleineres und dann zu glauben, aus dem heraus kann ich irgendwo die ganze Welt erklären. Das ist das Idealbild eigentlich der heutigen materialistischen Wissenschaft.

Der Grieche hatte so ein Denken noch nicht. Sondern er hat eigentlich immer diese Zusammenhänge gesehen als erstes. Und aus den Zusammenhängen heraus hat er dann versucht, das Einzelne zu beleuchten. Jemand, der das auf einer höheren Ebene wieder versucht hat und auch erfolgreich versucht hat war Goethe. Der hat nämlich genau das gemacht. Da gab es also schon längst jetzt die, zumindest ansatzweise die Wissenschaft, die wir heute haben. Sie war natürlich noch nicht so weit entwickelt, aber doch, es gab schon diese rationalistisch-materialistische Wissenschaft, die also alles aus Teilen erklären will. Wenn ich die Welt erkläre, erkläre ich sie aus dem Zusammenspiel kleiner Teile. Ob ich jetzt die Atome oder sonst etwas nehme, ist wurscht, aber kleine Teile, die irgendwie zusammentun. Und wenn das immer mehr und mehr werden, erklär ich langsam das Große. Und finde natürlich nichts.

Die neue Perspektive ist, wenn ich das Kleinste erklären will, muss ich den ganzen Kosmos dafür zusammennehmen - eine Perspektive, die Goethe bereits hatte 0:19:33

Finde nichts, weil die Einzelteile sind eigentlich die Absterbensprodukte von dem, was aus dem Großen kommt. Und wenn ich die wirkliche Erklärung, den wirklichen Zusammenhang sehen will, dann muss ich ganz in die Peripherie hinausgehen und das zusammennehmen, um dann das Kleinste zu erklären. Das heißt zum Beispiel, also um das Atom oder die sogenannten Elementarteilchen - weil das Atom ist nach heutiger Ansicht nicht einmal das Kleinste, sondern es gibt noch kleinere Bestandteile, von denen man aber weiß, dass sie nicht so Dinge sind, wie wir sie kennen, aber ich will mich nicht verirren - aber es geht darum, wenn man das Atom oder das Elementarteilchen erklären will, wirklich richtig erklären will, das heißt, die Wirkung, die in einem Punkt passiert, dann muss es den ganzen Kosmos zusammennehmen. Je kleiner das Teilchen ist, je kleiner das ist, was ich erklären will, desto weiter muss ich den Blick öffnen. Das ist die neue Perspektive.

Das ist die Perspektive, die Goethe schon bis zu einem gewissen Grad drinnen hat. Und da gibt also einen wunderbaren Brief von Schiller an Goethe, wo er das Wesen Goethes eigentlich beschreibt. Und da schreibt er genau das: Sie nehmen eigentlich die ganze Welt zusammen, um das Einzelne zu erklären. Und sagt er: Sie werden nicht hoffen können, dieses Werk jemals zu vollenden, aber allein, dass Sie es versuchen, ist also eine heroische Tat sozusagen. Und da liegt eine Zukunft drinnen. Das ist ja genau der diametral entgegengesetzte Weg zu dem, wie wir jetzt noch in den Wissenschaften Großteils denken. Und - weil dieses Denken, das wir heute in den Wissenschaften verwenden, ist der letzte Rest aus der griechisch-lateinischen Zeit. Allerdings so, dass jetzt das Gemüthafte völlig abgesondert ist und nur mehr das rein Logische im Wesentlichen überbleibt. Und damit erkenne ich in Wahrheit nichts mehr. In Wahrheit gar nichts mehr. Außer das Tote, das Abgestorbene.

Das Tote, das Abgestorbene ist aus einem Lebendigen entstanden und hinter dem Lebendigen steht etwas Seelisches und hinter dem Seelischen steht ein Schöpferisch-Geistiges 0:21:56

Aber ich erkenne damit nicht, wie dieses Tote aus einem einst Lebendigen entstanden ist und hinter dem Lebendigen steht ein Beseeltes, und hinter dem Beseelten steht ein Geistiges. Und das heißt, man wird auch für die physikalischen Erscheinungen die wirkliche Erklärung erst dann finden, wenn man diesen Weg nachvollzieht, wie das aus dem Schöpferisch-Geistigen über das Seelische, über das Lebendige bis zum Physischen, Physisch-Toten absteigt. Und wie man sieht, das Physische, das Materielle, das ist sozusagen der abgestorbene Geist, das ist die Spur, die der Geist hinterlassen hat. Das ist so, wie wenn einer schreibt, hinterlässt er eine Spur. Aber das Schreiben ist vorbei. Das ist nur mehr die Spur, die niedergesetzt ist. Und die ist nicht mehr vergleichbar mit all dem, was in seiner Seele gelebt hat in dem Moment des Schreibens. Aber es hat eine Spur hinterlassen, die kann man studieren und kann natürlich Einiges daraus erkennen. Aber man macht sich lächerlich, wenn man sagt, gut, diese Schrift ist von selbst irgendwie auf dem Papier entstanden. Dann mache ich einen Hokuspokus.

In den Naturwissenschaften gibt es nichts Geistiges, nichts Seelisches. Leben ist eine Erscheinung des Materiellen 0:23:16

Aber genau den Hokuspokus macht man heute in den Naturwissenschaften in Wahrheit. Weil da gibt es nichts Geistiges, nichts Seelisches. Leben ist sowieso auch nur eine Erscheinung des Materiellen. Das gibt es alles nicht. Das heißt, das Materielle tut das alles selber. Und man erkennt interessante Sachen, genauso wie es interessant ist, eine Schrift zu studieren, da kann ich einiges erkennen daran. Also es ist nicht falsch diese Forschung zu machen. Nur, man müsste jetzt weiter den Blick wenden dorthin, was steckt dahinter eigentlich? Also zum Beispiel eine Evolutionslehre, eine Entwicklungslehre, wie hat sich das Leben auf der Erde entfaltet? Werde ich nur mit den materialistischen Gedanken, da kann ich nur die äußeren Skelette sozusagen studieren, wie sich die verändert haben. Wenn ich den lebendigen Evolutionsprozess, den Entwicklungsprozess verfolgen will, dann muss ich schauen, wie haben sich lebendig diese Formen verwandelt? Es ist ganz interessant!

Nur ein Beispiel. Ein einfaches Beispiel. Wenn ich verstehen will, die Gestalt von Tieren zum Beispiel, dann muss ich vom Menschen ausgehen. Vom Menschen, so wie er jetzt hier vor mir steht. Die Naturwissenschaft glaubt, ich muss jetzt irgendwann anfangen bei der Entstehung der Erde oder noch früher, beim ersten Atom muss ich anfangen, versuchen es von daher zu erklären. Eigentlich muss ich von dort schauen, wo ich jetzt stehe. Das heißt, wir müssen wissen, wir sind ein Beobachter, wir sind Teil des Ganzen. Wir stehen an einem ganz bestimmten Punkt dieser Entwicklung. Und von da können wir uns umdrehen und nach hinten schauen. Wie hat sich das verändert zu uns her? Und wir können auch den Blick nach vorne wenden und sehen welche Möglichkeiten gibt es da?

Unterschied Realität und Wirklichkeit 0:25:16

Die Vergangenheit ist sozusagen insoferne das Abgestorbene, das aus den vielen, vielen Möglichkeiten, die eigentlich da sind, eine, immer jeweils eine, ganz bestimmte sich realisiert hat und die ist abgestorben. Das sind die Dinge unserer Welt in Wahrheit. Alles! Es ist alles etwas Abgestorbenes. Auch unsere Materie, der Stoff, aus dem wir bestehen, ist eigentlich immer etwas Abgestorbenes. Und das ist das, was wir heute als Realität bezeichnen. Das ist das, was man angreifen kann. Res ist die Sache, das Ding, das Dingliche, das ich angreifen kann, insbesondere etwas räumlich Ausgedehntes. Und so stellen wir uns alles vor. Aber das ist nicht die Wirklichkeit. Nicht das, was wirkt. Es ist nicht einmal das, was gewirkt hat, damit diese Erscheinung da sein kann. Und es ist schon gar nicht das, was vielleicht in die Zukunft geht und wirkt, dass etwas daraus wird. Wenn es nämlich nicht ein totes Holz ist, sondern wenn es eine lebendige Pflanze ist, wird etwas daraus.

Und da wirken Kräfte drinnen, die in dem Moment, wo ich jetzt hinschaue, noch nicht Ding geworden sind. Äußerlich sehe ich die nicht. Und da kann ich sie sezieren so viel, werde ich nicht die Kräfte finden, die dann später die Blüte heraus treiben aus der Pflanze. Diese Kräfte sind geistiger Natur, seelischer Natur, lebendiger Natur. Und dann zum Schluss ist auch die materiell sinnlich erscheinende Blüte da. Dann ist sie Res, Gegenstand, Realität geworden. Und genau in dem Moment, wo sie fertig ist, ist sie keine Wirklichkeit mehr. Und dann fällt das Blatt ab, dann ist es tot. Dann zerfällt es. In dem Moment ist die Wirklichkeit draußen. Also das heißt, das ist für unsere Zeit einmal eine ganz entscheidende Sache, das bis in die Wissenschaften, also alle Wissenschaften, das Bewusstsein, nicht nur Naturwissenschaften, auch im Grunde Wirtschaftswissenschaften und sonstiges, dass man, unterscheiden lernt zwischen der Realität als dem Abgestorbenen aus der Vergangenheit und der Wirklichkeit, als dem, was noch nicht ist, aber was die Zukunft bestimmt. Und dass wir nicht aus dem Vergangenen die Zukunft ableiten können. Sondern wir müssen eigentlich den Blick wenden in die ferne Zukunft. Von dort kommt uns das entgegen. Von dort kommen uns die Möglichkeiten entgegen, die wir ergreifen können, aus denen heraus wir wirken können. Das ist die Wirklichkeit. Und irgendwann schaffen wir etwas daraus, das dann wieder Sache, Realität wird und das lassen wir aber wieder hinter uns. Aber wir müssen den Blick umwenden. Wir schauen heute in allen Wissenschaften im Grunde in die Vergangenheit. Und erklären aus dem, was war, das, was werden könnte. Aber da beschreibe ich nur das Tote, das halt einfach nur fortrollt.

Ich meine, ein fertiger Ball oder so etwas, wenn ich ihn rollen lasse, dann rollt er natürlich weiter. Aber er hat keine eigene innere Triebkraft mehr. Wachsen wird da nichts drinnen. Also er wird aus eigener Kraft sich nicht verändern. Er folgt halt den Gesetzmäßigkeiten, den Weg, den er gegangen ist, den rollt er weiter. Auf dem beruht die ganze Physik. Gesetz der Trägheit: Ein Körper der in Bewegung ist, hält diesen Bewegungszustand bei, wenn keine äußeren Kräfte auf ihn einwirken. Das heißt, er fliegt immer weiter. Im Weltraum ist es tatsächlich so, wenn eine Rakete einmal fliegt, eine bestimmte Geschwindigkeit hat im fast luftleeren Raum da oben, dann fliegt die einfach weiter. Ohne dass ich jetzt noch einen Schub darauf geben muss. Ich meine, wir merken es im Auto, wenn man eine Notbremsung macht, dann bewegt sich unser Körper auch noch mit der Geschwindigkeit weiter und dann reißt es uns nach vorn. Weil das Auto bremst zwar, aber unser Körper bremst zunächst einmal nicht, sondern der würde mit der Geschwindigkeit weiterfliegen. Ich meine, dann hält uns hoffentlich der Sicherheitsgurt, oder wenn es ärger ist, der Airbag oder so etwas auf, dass er uns abbremst. Aber das ist dann eine äußere Kraft, die uns zurückhält. Nicht von innen. Das heißt, wir haben dieses Tot-Physikalische natürlich auch in unserem Körper drinnen. Nicht wahr, als geistig-seelisches Wesen oder auch nur ätherisches Wesen macht uns die Bremsung gar nichts. Die geht uns nichts an. Aber unseren physischen Körper, unseren physisch-materiellen Körper geht das sehr viel an. Aber das heißt, der von sich aus, kann gar nichts dagegen tun. Da brauchen wir Hilfe durch den Sicherheitsgurt oder sonst etwas. Weil meistens das Abstützen mit den Händen ist zu wenig, weil die Kräfte unheimlich groß sind, die da wirken.

Wir müssen in den Wissenschaften lernen den Blick von der Vergangenheit auf die Zukunft zu richten 0:30:21

Ja, also wir müssen lernen in den Wissenschaften wirklich den Blick von der Vergangenheit auf die Zukunft zu wenden. Zumindest nach beiden Seiten sehen zu können. Natürlich ist es wichtig zu wissen auch was war. Das ist der Boden, auf dem wir stehen sozusagen. Das ist das Abgestorbene, auf dem wir stehen können, auf den wir gehen können. Wir brauchen es. Aber um die Zukunftsprobleme zu lösen, um die Zukunft überhaupt zu gestalten, um die Wirklichkeit der Zukunft zu gestalten, müssen wir den Blick nach vorne wenden. Wir müssen uns auf das Ziel richten: Wo soll es hin? Wo geht das Ganze hin und welche Möglichkeiten eröffnen sich da? Die Natur macht das ununterbrochen. Die ganze Evolution funktioniert so, dass einfach hunderttausende Möglichkeiten ausprobiert werden. Entstehen, wieder vergehen, zugrunde gehen. Da gibt es keine Sentimentalität in der Natur, weil das, was geworden ist, ist eigentlich schon wieder uninteressant. In dem Moment, wo es da ist, darf es auch wieder vergehen. Und es geht weiter. Und es werden neue Möglichkeiten ausprobiert. Ich meine, natürlich, ja, es gibt bestimmte Pflanzenarten, die es jetzt schon über Jahrmillionen gibt. Also da bleibt viel in ähnlicher Weise stehen. Anderes verändert sich innerhalb von Jahren komplett. Also das kann sehr unterschiedlich sein. Also dieses Den-Blick-nach-vorne-Wenden, das ist einmal das Wichtige.

Aus der Zukunft kommt uns das Geistig-Seelische entgegen 0:31:50

Und von vorne kommt uns entgegen eben dieses Geistig-Seelische. Das kommt uns von dort entgegen. Überhaupt in der Astralwelt ist es so, dass dort die Zeit von der Zukunft uns entgegenkommt. Von der Zukunft! Das heißt, aber auch in jedem Moment - ich habe das schon einmal glaube ich in einem Vortrag jetzt geschildert - dort, wo Zukunft und Vergangenheit zusammenstoßen, dort ist unsere jetzige Gegenwart. In jeden Moment. Das ist immer neu. Aber - da stößt immer das zusammen, was aus der fernsten Zukunft kommt, mit dem, was aus der Vergangenheit geblieben ist. Und das kann uns einen Blick schon eröffnen darauf, dass etwa wenn ich etwas Lebendiges verstehen will und erklären will, wie funktioniert das? Was tut sich da? Dann muss ich einerseits den Blick in die Vergangenheit haben: Was ist schon geworden? Aber ich muss vor allem auch den Blick darauf haben: Was kommt mir da aus der Zukunft entgegen?

Wenn ich nur das untersuche, was schon da ist, werde ich das Lebendige nicht verstehen. Ich kann zum Beispiel, ganz konkret genommen, wenn sich ein Kind entwickelt, die ersten Lebensjahre, die ersten drei Lebensjahre, die so entscheidend sind, die so großartig sind, weil da so viel Geistiges drinnen wirkt, die hängen ganz stark zusammen mit den letzten drei Lebensjahren, mit dem Lebensende. Und dieses Lebensende wirkt da am Anfang bereits drinnen und ist ganz entscheidend, weil das Kind will dort hin. Dort hin. Und will zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt im Grunde nach bestimmten Erfahrungen, die es da gemacht hat, über die Schwelle gehen in die geistige Welt. Und das ganze Leben bestimmt sich aus diesem Endpunkt. Dort will es hin in Wahrheit. Weil das Ziel unseres Lebens ist, dass wir dann, wenn wir dort durch dieses Tor durchgehen in die andere Welt, dass wir da einen reichen Schatz mitnehmen. Das ist jetzt gar nicht etwas Weltflüchtiges. Überhaupt nicht. Sondern jetzt geht es darum, tauche in diese Welt ein und nimm das an geistigen, an seelischen Schätzen mit, was du nur mitnehmen kannst. Und was aber in deiner Individualität drinnen liegt.

Der erste Tod: Der erste Tod ist dann, wenn wir das letzte Mal auf Erden inkarniert sind. Wenn wir dann sterben ist das der erste Tod 0:34:35

Und - man könnte es jetzt noch weiter ausdehnen. Man könnte es noch weiter ausdehnen, wenn man sagt, ja, wir wissen aus der Anthroposophie heraus, es gibt wiederholte Erdenleben. Also wir leben nicht nur einmal auf der Erde, sondern wir hatten immer eine erste Inkarnation auf Erden, ein erstes Erdenleben, das liegt schon etwas in der Vergangenheit ziemlich lang und es wird eine letzte Inkarnation geben. Es wird dann das dort geben, was in der Apokalypse der sogenannte erste Tod heißt, der erste Tod ist dann, wenn wir das letzte Mal auf Erden inkarniert sind. Wenn wir dann sterben, dann ist das der erste Tod für die Apokalypse. Und das hat einen ganz bestimmten Grund. Man könnte jetzt sagen, na, das ist doch schon der 120. oder 1003. oder weiß ich nicht, wie oft wir halt inkraniert waren. Und er nennt es den ersten, weil eigentlich alle diese Inkarnationen zusammen gehören und der große Bogen über diese Inkarnationen, was ist der Punkt, von dem es ausgeht? Dieser erste Tod! Das letzte Ablegen, der letzte Tod sozusagen auf Erden. Das letzte Mal, wo wir einen physischen Leib ablegen, bestimmt eigentlich schon ganz wesentlich mit die allererste Inkarnation.

Unser Ätherleib ist ein Zeitorganismus mit Gesetzmäßigkeiten: Bei Entwicklungsprozessen gibt es eine Mitte und Anfang und Ende spiegeln sich um diese Mitte - auch jeweils umgekehrt 0:35:57

Also wir müssen, wenn wir über das bloß Materiell-Physische hinauskommen, und nur in die nächste Ebene, in die Ebene der lebendigen Entwicklung des Lebens hinein, dann müssen wir Vergangenheit und Zukunft immer zusammen schauen. Im Ätherischen - also das Ätherische ist die Welt der Bildekräfte, der Lebenskräfte - dort kann man in der Zeit sich frei bewegen. Und da gibt es gewisse Gesetzmäßigkeiten. Und so eine Gesetzmäßigkeit, es gibt eine Mitte der Entwicklung. Und der Anfang spiegelt sich um diese Mitte im Ende - und umgekehrt. Und umgekehrt! Also es ist zum Beispiel unser - konkret gesprochen - in unserem Lebensleib, in unserem Ätherleib oder Bildekräfteleib, wie es Rudolf Steiner nennt, es ist ein Zeit-Organismus. Ein Zeit-Organismus. Das klingt jetzt sehr abstrakt, aber das heißt, dass Dinge, die aus unserer jetzigen Sicht erst in der Zukunft passieren werden, dass die Dinge bestimmen, die in der Vergangenheit schon waren, die wir durchgemacht haben. Also zum Beispiel, was bei unserer Geburt passiert, hängt zusammen mit dem, was beim Tod passiert.

Das ist doch ein großer Gedanke. Das hängt zusammen miteinander. Und im Moment der Geburt wirkt das schon. Der erste Atemzug und der letzte Atemzug sind eigentlich derselbe Atemzug aus der ätherischen Perspektive gesehen. Die gehören untrennbar zusammen. Ich meine, so wie bei uns alles durch Nerven und Blutgefäße verbunden ist, so ist im Ätherischen es über die Zeit miteinander verbunden. Und zwar ganz strukturiert ist das. Also der Anfang mit dem Ende. Und die Dinge, die ein bisschen später kommen, spiegeln sich um die Mitte herum und sind dann halt in einem etwas nicht so alten Alter wichtig. Also da gibt es totale Zusammenhänge. Das ist auch durchaus interessant. Also sich dann in der Rückschau - das geht natürlich erst, wenn man eine gewisse Lebensrückschau, eine Größere halten kann und vielleicht schon ein bisschen eine Perspektive sieht bewusster, wo es hingeht, aber das ist schwer, oft weiß man das bis zum Schluss fast nicht so genau, was wollte ich eigentlich da? Weil wir noch nicht so bewusst sind? Aber wenn man ein bisserl wach ist dafür, kann man Zusammenhänge sehen zwischen Ereignissen, die viel später passieren und Ereignissen, die früher passiert sind. Da gibt es Zusammenhänge. Ist bei jedem Menschen individuell, weil jeder Mensch einen eigenen Ätherleib hat, also eigene Lebenskräfte hat. Und die Zusammenhänge sind sehr individuell.

Also diese Spiegelung von der ich gesprochen habe, das ist einmal grobe Prinzip. Aber das ist so ein Grundschema, könnte man sagen, das sind so die die Stützpfeiler des Ganzen, dass man sagt, was am Anfang ist, hängt mit dem Ende zusammen und die Mitte steht ganz für sich als einziges und um die spiegelt sich alles. Das ist eines der Grundprinzipien. Aber daneben gibt es noch viele andere Zusammenhänge. Und das, das gilt es einmal also im Bereich der Lebenskräfte zu erfassen, zu beobachten auch, wie hängen gewisse - weiß ich nicht - Schicksalsschläge, Krankheiten, Sonstiges zusammen mit vielleicht Erlebnissen, die man früher einmal gehabt hat? Beziehungsweise was wird mir später ermöglicht dadurch, dass ich jetzt als Kind zum Beispiel durch die und die Krankheit durchgegangen bin. Das öffnet mir das Tor dafür, dass später was anderes möglich ist, was sonst unmöglich wäre, weil diese zwei Ereignisse in Wahrheit auf der ätherischen Ebene eins sind.

Man kann sagen, im Ätherischen kann ich deswegen in der Zeit spazieren gehen, vorwärts, rückwärts, mich hin und her bewegen, weil für das Ätherische die Zeit nicht existiert. Obwohl das Ätherische die Zeit ist, wenn es hier erscheint. Aber eben darum erlebt sich das Ätherische selber gerade nicht als Zeit. So wie sich das Auge selber nicht sieht. Und wir haben die eine Perspektive halt hier im Physisch-Sinnlichen, die Zeit, die von der Vergangenheit in die Zukunft läuft. Und wir haben im Seelischen die Zeit, die uns entgegenkommt. Und im Ätherischen ist es wichtig, dass sie sich immer wieder treffen. Das ist der entscheidende Punkt. Und da fällt dann immer, etwas heraus, was Realität wird. Das ist unsere augenblickliche momentane Realität, die aber im nächsten Moment schon wieder durch eine neue Realität in Wahrheit ersetzt wird. Und nichts geht in Wahrheit aus der Vergangenheit in die Zukunft über, sondern es stirbt wieder neu heraus.

Der Phönix, der aus der eigenen Asche steigt - ein Bild für das Geistige, das sich in jedem Augenblick neu schafft 0:41:17

Also wenn man glaubt, der Stoff, die Atome oder wie immer man es nennt, dass der in der nächsten Sekunde noch immer das Atom ist, was vorher da war, dann täuscht man sich. Das ist für einen nicht messbaren Augenblick vorhanden. Und dann ist es weg. Und in der nächsten –weiß ich nicht wie viele Sekundenbruchteile - also im nächsten Moment in Wahrheit, also zeitlich   praktisch nicht getrennt, entsteht es neu. Wir entstehen ununterbrochen neu. Ich habe letztes Mal das Bild wiederholt gebracht vom Phönix, der aus seiner eigenen Asche steigt. Das ist ein Bild für das Geistige. Das sich immer wieder neu schafft. Also das Geistige besteht - das Geistige existiert nicht! Wenn jemand sagt, was redet ihr vom Geistigen? Das Geistige gibt es nicht. Es existiert ja gar nicht. Ihr spinnt! Dann sage ich, na ja, das gibt es eh nicht. Das ist die einzig richtige Antwort. Weil es gibt das Geistige nicht in irgendeiner solchen Form, die ich vor mich hinstellen kann. Es ist ein Ereignis, das in Zeitlosigkeit passiert. Das kann in nennen Augenblick oder Ewigkeit. Das ist ganz egal. Zeit existiert nicht. Es existiert nicht! Aber in dem Moment wirkt es. Ist es als Wirkung da. Ist es in der Welt als Wirkung da.

Und so ist es mit den kleinen Teilchen. Die sind in einem Moment als Wirkung da und schon wieder weg. Und im nächsten Moment sind sie schon wieder da - und wieder weg. Es gibt nichts, was sich kontinuierlich durchzieht, sondern es schneit ununterbrochen etwas aus dem Geistigen herein und verschwindet auch sofort wieder. Nur das geht so, so, so schnell, dass uns das erscheint, naja, das rührt sich ja gar nicht. Das verändert sich ja gar nicht. Aber in Wahrheit entsteht es ununterbrochen neu. Auch wir! Ununterbrochen neu! Also es ist der Phönix, der immer wieder in Flammen aufgeht, als Asche herunter rieselt und neu ersteht daraus. Und der geistige Moment dann ist der Moment, wo er aufblitzt und im Feuer aufgeht. Da ist der geistige Impuls drinnen. Und dann kommt die Asche herunter. Dann wird da wieder der schöne Vogel mit dem schönen Vogelkleid, das ist eigentlich ein Bild fürs Seelische, das sich aus diesem geistigen Impuls gebaut hat. Und dann macht es wieder Blitz, er verbrennt, rieselt wieder als Asche herunter und entsteht wieder neu. Und es entsteht ein neues Seelisches, das, wenn er sich geistig entwickelt hat, noch schöner geworden ist.

Hinter dem Stofflichen stehen hohe geistige Wesenheiten: Die Geister des Willens, die Throne 0:44:12

Und so geht das ununterbrochen. In jedem Moment passiert das. In jedem Moment passiert das. Und das passiert nicht nur bei uns Menschen. Das passiert im Prinzip auch also bei dem, was im Stofflichen dahinter steckt. Auch dort! Weil da steckt auch Geistiges dahinter. Dahinter stecken ganz hohe geistige Wesenheiten. Ich habe das auch schon erwähnt, das sind die Geister des Willens, die auch Throne genannt werden. Und ganz richtig Throne genannt werden, weil sie eben in all dem Wirken, das fest ist, was man angreifen kann, wo man sich draufsetzen kann, also sozusagen Gottes irdischer Thron könnte man sagen. Den haben sie gebaut. In Wahrheit ist es Willenskraft. Und es sind ununterbrochen Willensimpulse, die dahinter kommen, das ist nämlich das, was dann den Blitz erzeugt und aus dem alles entsteht.

Ein bisschen kommen die Physiker durchaus drauf. Ich meine Hans-Peter Dürr, von dem habe ich schon ein paar Mal erzählt, manchmal verliert er sich ein bisschen auch in Phantastereien, aber er hat auch sehr richtige Sachen. Und er sagt, eigentlich sollte man nicht sprechen von Atomen oder Elementarteilchen, ich würde sie „Wirks“ nennen, weil sie wirken. Und sie sind nur Wirkung. Sonst sind sie nichts. Sie sind nichts, was ich in Raum und Zeit fassen kann, sondern nur es ist eine Wirkung. Da kann ich sagen, die ist jetzt und hier passiert, aber mehr kann ich nicht sagen. Nichts, was dann bleibt davon. Sondern dann entsteht später wieder Wirkung, und da eine Wirkung, und da eine Wirkung, und da eine Wirkung. Und dann entsteht vielleicht der Eindruck da bewegt sich etwas durch den Raum. (Störung mit dem Mikro).

Ja, die „Wirks“. Das sind tatsächlich also erste Ansätze dafür, zu erkennen, dass die Wirklichkeit etwas mit den Wirkungen zu tun hat und nicht mit den Erscheinungen, die es zurückgelassen hat. Die Welt ist in Wahrheit anders aufgebaut. Ich meine, sie macht uns die Freude, dass die Wirkungen ununterbrochen im Grunde annähernd gleich reproduzieren, so dass wir das Gefühl haben, der Tisch steht vor mir. Weil, stellt euch vor, wie das für unser Bewusstsein wäre, wenn das in jeder Sekunde anders würde. Wir würden nicht zu uns selbst kommen. Wir würden nicht zu unserem Ich-Bewusstsein kommen können, weil wir einfach diesem Tempo nicht folgen könnten. Wir werden es einmal müssen. Weil im Geistigen ist es genauso. Es ist ununterbrochen neu und es verändert sich ununterbrochen dabei. Also in Zeitlosigkeit praktisch verändert es sich. Das ist für uns überhaupt nicht vorstellbar, weil selbst wenn man in einer tiefen Meditation ist und sich in eine Imagination dabei versenkt und die erlebt, in Zeitlosigkeit eigentlich erlebt und da einen unheimlichen Reichtum und eine unheimliche Verwandlung erlebt dabei, ist es trotzdem nur ein Bruchteil von dem, was möglich ist. Also selbst wenn man da sehr viel erlebt, ist es ein Bruchteil von dem, was noch möglich ist. Also das ist unendlich reich im Grunde. Unendlich reich. Weil wir in diesen Imaginationen ja immer auch dieses ganze Potenzial an Möglichkeiten überschauen, das drinnen liegt. Das macht es ja eben erst dazu, dass wir daraus wirken können. Weil nur das Tote läuft in gleicher Weise fort. Das reproduziert sich immer gleich. Der Tisch steht halt so da und ist in der nächsten Sekunde genauso da, und genauso da, und genauso da, und genauso da, immer in gleicher Weise. Wenn ich ihn nicht wegschiebe, bleibt er am selben Ort stehen. Tut von sich aus nichts. Aber das ist eigentlich nur beim Toten der Fall. Beim Lebendigen ist es in Wahrheit schon nicht mehr der Fall. Nur auch für uns zum Glück - und darum ist es ja so eingerichtet - geht es trotzdem langsam genug, dass wir und an den Pflanzen erfreuen können. Sie gehen nicht so schnell, schwuitt, dass es rausschießt, Blüte weg, ist schon wieder nur mehr Samenkorn und so geht das jede Sekunde, sondern es braucht wenigstens ein paar Wochen oder Monate, je nachdem, was es ist. Oder bei einem Baum geht es Jahrhunderte vielleicht sogar. Da wächst es immer weiter. Da geht es ganz zäh.

Ein lebendiges Denken orientiert sich an der Wirklichkeit, nicht an der Dinglichkeit. Diese Wissenschaft müssen wir entwickeln. Das steckt in der Geisteswissenschaft, der Anthroposophie. Die Entwicklung, die Fortsetzung der Schöpfung liegt in unserer Hand 0:50:03

Aber in Wahrheit ist es nichts anderes als so ein abgebremster Prozess, der beim Phönix, beim Bild des Phönix ganz schnell geht. Nämlich wirklich in Wahrheit in jedem Augenblick. Entfaltet es sich, zerblitzt, verschwindet, entsteht neu und so weiter. Also es gibt da keine Kontinuität die durchgeht. Nur die geistige Kontinuität. Dass das auf ein bestimmtes Entwicklungsziel vielleicht anstrebt. Das ist das Einzige. Also das heißt, wenn wir so beginnen, ein bisschen zu ahnen zumindest, dass so etwas hinter der Welt steckt, dann kommen wir langsam hin in das, was man nennen könnte ein lebendiges Denken. Ein Denken, das sich an der Wirklichkeit orientiert und nicht an der Dinglichkeit orientiert. Das heißt, aus dem, was zurückgelassen wurde. Diese Wissenschaft müssen wir entwickeln. Beziehungsweise wir haben einen großen Ansatz dazu, weil das ist die Geisteswissenschaft, die Rudolf Steiner entwickelt hat. Das steckt in der Anthroposophie drinnen.

Da steckt die Gestaltung der Zukunft drinnen. Und es steckt vor allem seit der Zeitenwende die Aufgabe drinnen, dass wir führend daran beteiligt sind, wie sich das entwickeln wird. Das ist ein Teil unseres Weges zur Freiheit, dass die Fortsetzung der Schöpfung in unsere Hand gelegt ist. Sie ist nicht fertig. Sie ist nicht vollendet. Und zwar ganz bewusst sozusagen nicht vollendet, weil sie darauf wartet, dass der Mensch sie weiterentwickelt. Einmal jetzt während der Erdenentwickelung bereits, also wir sind in der Phase drinnen. Umso mehr Grund, in die Richtung der Wirklichkeit, also des Wirkenden zu schauen und was dadurch möglich wird und aus dem heraus zu gestalten und nicht nur auf die Vergangenheit. Wir haben diese Mitverantwortung bekommen für die ganze Erdenwelt. Und im weiteren Sinne umfasst die Erdenwelt zumindest unser ganzes Planetensystem. Es gehört alles letztlich zusammen. Und irgendwann wird sich das alles wieder vereinigen zu einem Körper, wenn halt die Erde in einen geistigeren Zustand übergeht. Da geht es gar nicht um äußere Katastrophen. Die wird es auch geben. Aber da werden wir längst nicht mehr in der Verkörperung sein, wie wir es jetzt sind. Da sind wir schon auf einer anderen Ebene. Aber da wird halt dann die Schlacke abfallen. Dann wird auch irgendwann das Planetensystem zusammenstürzen. Das ist halt so. Aber da müssen wir halt dann längst schon auf einer höheren Ebene uns befinden und keinen stofflich-materiellen Körper mehr bedürfen.

Aber jetzt einmal dürfen wir froh sein, weil jetzt haben wir zum Beispiel diese festen Dinge, auf die wir hinschauen können, sagen können, ah, da ist der Tisch und da bin ich. Und meinen Körper kann ich auch angreifen. Der ist auch nicht in einem Bruchteil einer Sekunde wieder weg und ganz anders. Ich meine, wie würden wir uns erleben, wenn wir in der nächsten Sekunde schon einen völlig anders gestalteten Körper hätten? Ja, im Geistigen passiert das. Im Geistigen ändert sich das. Ununterbrochen. Natürlich. Aber es geht eben zu unserem Glück langsam und fließend. Eben, wir kennen also diese sieben Jahresperioden, die damit zusammenhängen, dass da wirklich Körperlich-Stofflich sich die ganze Stofflichkeit ausgetauscht hat, was ja wirklich erst vor relativ kurze Zeit wissenschaftlich bestätigt wurde. Im Grunde geht das ja auf R. Steiner zurück, diese Angabe, dass der Körper alle sieben Jahre alles auswechselt. Also es gab zwar schon die Gerüchte vorher, weil die Siebenzahl halt so schön ist.

Unser Körper bildet sich alle sieben Jahre neu - die Schönheit der Siebenzahl 0:54:15

Aber man hat es mittlerweile nachgewiesen, dass im Durchschnitt sich der Körper alle sieben Jahre erneuert. Manches sehr viel schneller, manches auch langsamer. Aber wenn ich so den Mittelwert nehme, ist es ziemlich genau die sieben Jahre. Ist auch interessant, weil die Siebenzahl tatsächlich etwas mit der Zeit, mit der Entwicklung zu tun hat. Also wenn ich jetzt vorher gesprochen habe von der Zeit, wo der Anfang mit dem Ende zusammenhängt und sich alles um die Mitte herum spiegelt. Also wenn man das menschliche Leben betrachtet: Die Geburt und der Tod. Jetzt nehme ich die Mitte dazwischen. Und um die spiegelt sich einmal alles. Das ist eines der Grundgesetze.

Und die Grundstruktur dabei ist die Siebenzahl. Die Siebenzahl ist ja eine ungerade Zahl, das heißt, die hat eine Mitte. Also wenn ich zähle, 1 - 2 - 3, dann kommt als viertes die Mitte. Und jetzt geht es weiter 5, da spiegelt sich die 3, dann kommt 6, da spiegelt sich die 2 und dann kommt 7, da spiegelt sich die 1. Die hängen zusammen. Das sind immer die großen Bögen, die zusammenhängen. Das ist sozusagen die Grundstruktur, könnte man sagen, des Zeitleibes, des Ätherleibes. Das ist die Grundstruktur. Also natürlich wird es noch viel komplizierter. Das ist nur das allererste Tasten daran. Aber das ist so ein Grundprinzip, das drinnen ist, dass sich diese Dinge spiegeln. Dass die zusammenhängen und dass die jeweils eine Einheit bilden. Dass die ganz zusammengehörig sind.

Ja, also das heißt, da lernen wir eine andere Ebene der Welt kennen, die gestaltend wirkt in dem, was wir sinnlich-physisch draußen sehen oder auch an unserem Körper sehen. Die nämlich gestaltend wirkt, selbst in dem, was uns tot erscheint. Nehmen wir zum Beispiel ein Gebirge oder so etwas. Ein Gebirge macht auch eine Entwicklung durch. Es verändert sich durch verschiedene Kräfte. Durch äußere Kräfte einerseits, das ist aber gar nicht die Lebenskraft. Aber es ist ein Lebensprozess, der auch diesen scheinbar toten Stein verändert. Aber das Ganze, nicht der einzelne Stein, aber das Ganze. Das ganze Gebirge mit der Erde darunter ist immer noch ein bissel ein lebendiges Gebilde. Es war in der Vergangenheit viel, viel lebendiger.

Die Erde war einst ein höchst lebendiges Gebilde, das Sonne und Mond mit einschloss. Später hat sich das alles separiert 0:57:05

Wenn man fragt, wie ist das Leben auf Erden entstanden? Dann versucht man das heute zu erklären: Naja, irgendwelche toten Stoffe sind zusammengekommen, um dann zufällig ein Lebewesen zu erzeugen. So ist es aber nicht passiert! Vorher war das Lebendige da. Nur das Lebendige war einmal die ganze Erde. Die ganze Erde, die noch den Mond in sich trägt. Ja, noch eine Stufe früher, die ganzen anderen Planeten noch in sich enthält, samt Sonne. Das war alles einmal eine Einheit, und das war ein höchst lebendiges Gebilde. Und dieses höchst lebendige Gebilde, aus dem hat sich dann einmal die Sonne herausgetrennt. Man kann auch sagen, die Erde hat sich herausgetrennt. Das ist wurscht. Jedenfalls haben sie sich separiert.

Die geistigen Wesenheiten der Sonne können mit dem Tempo auf der Sonne mithalten 0:57:49

Und in der Sonne ist aber genau das, was ich mit dem Phönix geschildert habe. Dort passiert genau das ununterbrochen. Dort ist die Entwicklung so schnell, dass sie ununterbrochen das erneuert. Da haben wir nicht sieben Jahresperioden, sondern da geht es fast in Zeitlosigkeit. Zumindest mit einem großen Teil der Sonne. Aber das heißt, dort können leben nur geistige Wesenheiten, deren Bewusstsein schon so weit entwickelt ist, dass sie mit dem Tempo mit können. Weil das Geistige ist umso höher entwickelt, kann man sagen, mit je mehr Tempo es da durch gehen kann. Wie schnell es dieses unermesslich Geistige erfassen kann. Wir können da noch relativ wenig. Ich meine, es ist bei uns so, wir können vielleicht noch neben einem Fahrrad  sozusagen daneben laufen, neben einem Eisenbahnzug tun wir uns schon schwer. Und gegen eine Mondrakete noch schwerer. Und das nur als Bild, als Vergleichsbild. Also das Geistige der Sonne bewegt sich so viel schneller, als dem, was wir mit unserem Bewusstsein heute folgen können. Ich meine, bei uns kann man sagen, wie sagt es der Mephisto:

"Iirrlichtert hin und her, und schleicht die Gedankenbahn entlang."

So ähnlich irgendwie. Bei uns schleicht das Geistige irgendwo. Und wir müssen es spiegeln am Gehirn. Aha, jetzt ist ein Gedanke dagewesen. Das braucht alles endlos Zeit. Wir brauchen immer noch den Spiegel. Das Hirnkastl ist unser Spiegel. Der Spiegel ist etwas Materielles, was Physisches, da stirbt immer etwas. Da wird es aufgehalten. Da entsteht das, was den Eindruck der Stabilität erweckt, selbst beim Gehirn da oben. Und das verlangsamt unsere ganzen geistigen Vorgänge. Das heißt, wozu haben wir das Gehirn? Das Gehirn haben wir dazu, dass das unsere geistige Tätigkeit bremst. Einbremst. Dadurch können wir unser Bewusstsein entfalten und kommen mit. Wenn das wirklich so schnell sich wie in der Sonne bewegen würde, kämen wir nicht mit. Das ist ein Flusch und es ist schon wieder vorbei sozusagen.

Wir haben Zeit. Wir haben endlos - ja nicht endlos, aber doch vergleichsweise gegenüber dem, was in der Sonnenwelt passiert endlos Zeit, um einem Gedanken zu folgen. Und wenn wir den Gedanken erfassen, erfassen wir eh schon nur mehr das, was eigentlich schon aus dem Geistigen heraus stirbt. Weil lebendig ist das Denken selber. Und das Denken ist aber nicht der Gedanke. Sondern der Gedanke ist das, was das Denken erzeugt hat. Das heißt, der Gedanke, da ist etwas im Bewusstsein, aha, Baum, Mikrofon, Menschen. Dieser fertige Gedanke ist eigentlich schon etwas Totes wieder. Etwas Totes. Das sickert dann hinein. Das ist vielleicht als Vorstellung dann wieder abrufbar innerlich.

Spielt heute eine ganz große Rolle, weil wir heute zwar einerseits sehr im Außen leben, aber wie viel kriegen wir mit vom Außen, wach und bewusst? Man braucht sich nur selber überlegen, mach die Augen zu und schildere nur das, was du gerade jetzt vorher gesehen hast. In allen Details aber bitte. Versucht das einmal nur innerlich zu machen. Schaffe ich das? Alle Details? Welche Farbe haben die Knöpfe da? Welche Farbe hat das Hemd? Die Haare? Wie viele Falten sind das? Sind das zwei, drei, nein viele. Bei mir sind es sicher viele. Man kann sagen, soweit kann ich nicht zählen, das geht als Ausrede durch. Aber - ist doch im Vergleich zu dem, wenn ich direkt wach hinschaue im Moment viel, viel weniger. Und wir neigen aber heute dazu in Wahrheit flüchtig hinzuschauen und dann bleibt nur dieses blasse Bild in Inneren. Und wenn wir jemand sehen oder eine Pflanze oder so etwas sehen, dann kommt dieses ganz blasse Bild und der Begriff dazu, aha, Pflanze. Nadelbaum. Mehr sehe ich von dem jetzt in Wahrheit gar nicht bewusst. Der Rest ist sofort wieder weg. Das zieht durch und ist weg.

Goethes Urpflanze - ein inneres Bild vom Entwicklungspotenzial jeder Pflanze 1:02:34

Und das heißt, auch da wacher zu werden. Das hat zum Beispiel Goethe gemacht. Goethe hat eben so die Pflanzen betrachtet und hat sie in ihrer Entwicklung verfolgt. Hat sie jeden Tag angeschaut. Da sieht er zwar natürlich immer nur das Gestorbene. Aber im Geist kann er jetzt das verbinden miteinander. Ich meine, heute kann man es natürlich mit einer Kamera aufnehmen und dann jeden Tag oder jede Stunde ein Bild machen und es als Film ablaufen lassen. Dann hat man es gemütlicher. Das konnte der Goethe nicht. Sondern er hat dafür aber die Seelenkraft aufgebracht, sich innerlich ein sehr detailreiches Bild dieser Pflanze zu machen. Und das jeden Tag. Und dann innerlich das eine in das nächste zu verwandeln und so weiter. Und aus diesen Erfahrungen heraus kommt er zuletzt zu dem, was er die Urpflanze nennt. Da geht er dann gar nicht mehr, sondern die taucht dann fast ganz von selber auf, weil er sich mit vielen Pflanzen beschäftigt hat, entsteht jetzt ein inneres Bild, das man aber im Grunde gar nicht so richtig beschreiben kann, aber in dem das Entwicklungspotenzial jeder Pflanze drinnen liegt. Und ich kann mir aus dem heraus beliebige Pflanzen als inneres Bild vor das innere Auge führen, selbst solche, die es gar nicht gibt. Weil die Natur sie halt nicht hervorgebracht hat. Weil die Natur hat zwar einen unheimlichen Reichtum hervorgebracht, aber keineswegs einen unendlichen. Sondern einen durchaus endlichen. Und da sind von den Möglichkeiten, die es gibt, noch lange nicht alle erschöpft.

Und da ist der Unterschied jetzt: Goethe könnte oder konnte - ein Beweis bleibt natürlich offen, weil er hat die neue Pflanzenform deswegen noch nicht in seinen Topf drinnen gehabt - aber er konnte sie sich vorstellen. Er konnte im inneren Bild eine Pflanze aus dieser Urpflanze heraus entwickeln, die in sich so stimmig ist, dass sie leben könnte. Sie wäre existenzfähig. Sie ist eben nicht wie ein, ich kann ein wildes Fantasiegebilde machen, naja, ich mache da die Blätter spitz, und warte, was könnte mir noch gefallen, das rolle ich ein bisschen ein, dann spielt die Fantasie mit Formen und sonst was. Ob so eine Pflanze leben könnte, ist noch eine andere Frage. Wenn man es willkürlich einfach macht. Also die Phantasie kann manchmal auch willkürlich umgestalten. Und - aber nicht eben aus dem Erleben des Ganzen heraus. Weil eine Pflanze ist ein Lebewesen. Als Lebewesen ist sie ein Zeitorganismus und da müssen ganz bestimmte Entwicklungsschritte zusammenpassen. Das konnte Goethe erleben, weil er das an vielen, vielen Pflanzen immer wieder erlebt hat, dieses Bild verinnerlicht hat. Und wenn er jetzt im inneren Tun das Bild zu verändern beginnt, dann verändert sich aber alles gesetzmäßig mit. Wenn sich das Samenkorn verändert, nur wie es äußerlich ausschaut, dann werden auch die Blätter andere sein. Das hängt mit den Formgesetzmäßigkeiten zusammen. Da brauche ich nichts wissen über den stofflichen Aufbau des Samenkorns. Da muss ich nichts wissen, welche Gene sind da drinnen. Sondern ich muss nur die Formen zusammenschauen. Weil die Formen einer Pflanze sind in Wahrheit ja diese verschiedenen Entwicklungsstadien, die stehen geblieben sind. Das Samenkorn ist halt das erste. Wenn die ersten Keimblätter herauskommen, ist das nächste Stadium. Dann kommt der Spross heraus. Dann gehen da mehr Laubblätter und mehr, dann werden sie immer größer und breiter, dann ziehen sie sich wieder zusammen, dann entstehen plötzlich die Kelchblätter und so fort. Da ist eine Gesetzmäßigkeit drinnen. Und jede dieser Formen hängen alle miteinander zusammen. Wenn die Blätter eine andere Form kriegen, dann muss der Same auch eine andere Form kriegen. Das passt sonst nicht zusammen. Da ist eine innere Gesetzmäßigkeit drinnen, und keine Willkürlichkeit.

Ein neuer wissenschaftlicher Ansatz: Wie wirken Formbildeprozesse im Ätherischen auf die Erbsubstanz? 1:06:56

Und seht ihr, das wäre ein Ansatz zu erklären, wie Pflanzen sich wirklich entwickelt haben. Nicht zu schauen, wie ist die Erbanlage der Pflanze? Aha, aus der erkläre ich mir, warum die Pflanze so ist. Es ist genau umgekehrt! Weil die Pflanze diese ganzen Schritte durchmacht in ihrer Entwicklung, deswegen hat sie bestimmte Erbanlagen. Die bauen das nämlich. Der Weg ist der umgekehrte. Es ist eigentlich erst der Formbildeprozess im Ätherischen da und der formt die Pflanze jetzt bis in die Erbanlagen hinein so, dass das zusammenpasst. Der Prozess ist umgekehrt. Das heißt, man müsste eigentlich verstehen lernen, warum ist die DNA, also die Erbanlage so und so gebaut? Aus dem heraus, wie die Pflanze in ihrer ganzen Wachstumsgestalt ausschaut. Also das wäre ein Ansatz für die Zukunft. Ein ganz konkret wissenschaftlicher Ansatz für die Zukunft zu erforschen den Aufbau der DNA aus der sinnlichen Wachstumsform der Pflanze, so wie ich sie beobachten kann.

Anmerkung einer Zuhörerin: „Und beim Menschen genauso.“

Und beim Menschen genauso, ja. Das wird natürlich immer schwieriger dann. Beim Menschen wird es wird sehr komplex. Aber der Mensch hat - in Wahrheit ist er in gewisser Weise, ohne dass man sich einbilden müsste darauf, das übergeordnete Wesen, aus dem ich alle anderen, nämlich namentlich die Tiere natürlich, aber auch die Pflanzen erklären kann. Ja selbst das Mineralische.

Anmerkung einer Zuhörerin:  "Das erlebte Formwerden!"

Ja. Und die Formbewegung vor allem. Also nicht die fertige Form. Wenn ich nur das fertige Produkt anschaue, ist es zu wenig. Sondern ich muss es erleben in seiner Verwandlung. Ich kann zum Beispiel, wenn ich die Entwicklung, also die Evolution verstehen will, von den einfachsten Tieren halt hinauf bis zum Menschen. Wo man sagt, immer zufällig hat sich etwas verändert und zufällig ist irgendwann dann der Mensch herauskommen. So sieht es ja die Wissenschaft. Natürlich, die Umwelt hat einen gewissen Selektionsdruck. Also manche überleben halt und einige wenige überleben, die pflanzen sich fort und so weiter.

Aber in Wahrheit muss ich von einer ganz anderen Seite schauen. Immer muss ich wieder ausgehen vom heutigen Menschen und mir nur anschauen: Wie verändert sich die Form, wenn ich zurückgehe zum Beispiel zum Menschen, wie er früher war? Das geht schon jetzt einmal durch die Kulturepochen. Ich habe das glaube ich auch schon einmal kurz angerissen, wenn ich von unserem heutigen Profil ausgehe, heute haben wir meistens so die vorspringenden Nasen. Also zumindest in den westlichen Kulturen ist das sehr ausgeprägt. So einen ziemlichen Riechanker da drinnen, der vorspringt. Wenn ich zum Griechen zurückgehe, zum klassisch griechischen Profil, das heißt nicht, das alle jetzt schablonenmäßig so waren, aber da sieht man, die Nase nimmt sich zurück, sie bildet eine Flucht mit der Stirn. Das ist das klassisch griechische Profil. Also da sieht man nicht die Nase springt vor, sondern diese Linie vom Schädel, diese Linie geht einfach weiter, und dann geht es da rein und das Kinn ist total aufgesetzt davon. Wenn ich noch weiter zurückgehe zur ägyptischen Zeit, nimmt sich die Nase noch mehr zurück und das Ganze wird zu eine Art rundes Ding, wo nichts besonders hervor springt. Je weiter ich zurückgehe, wird es immer flacher. Die Nase zieht sich immer mehr zurück.

Evolutionäre Prozesse und Formveränderungen - Schädelform und Aufrichtung 1:10:59

Man braucht ja nur schauen, Affen oder sonst etwas. Und jetzt sage ich nicht, dass der Mensch vom Affen abstammt. Sondern der Affe ist etwas, was aus der Entwicklung einfach irgendwann einmal ausgeschieden ist und nicht mehr weiter gegangen ist. Und dadurch bleibt er stehen. Aber richtig ist, dass eine gewisse Verwandtschaft der Formen tatsächlich da war, weil der Mensch ist das, was durchgeht. Man braucht nur schauen, beim Affen zieht sich also die Nase immer mehr zückt, es wird immer breiter, wird immer weniger, das Kinn verschwindet, da oben die Stirnwölbung zieht sich zurück. Und wenn ich jetzt weitergehe zu anderen Tieren, weiß ich nicht, zu Säugetieren oder so, dann kommt immer deutlicher heraus die aufrechte Haltung. Das ist nicht schon beim Affen. Der Affe hat keine aufrechte Haltung in Wahrheit. Da sagt man, ja, der kann ja auch auf zwei Beinen stehen, die können das doch recht gut. Man schaue sich das wirklich einmal an. Der Affe hängt in seinem Knochengerüst drinnen. Der Affe hängt. Hängt richtig drinnen. Die Knochen stützen ihn. Der Mensch trägt sich selber! Ganz aktiv. Der Affe wird getragen durch sein Knochengerüst. Wir tragen uns selbst! Das machen nicht die Knochen. Wir brauchen sie schon. Wenn wir keine Knochen hätten, wären wir wie eine Qualle, dann könnten wir natürlich auch nicht stehen. Also wir brauchen sie schon. Aber wir stehen nicht wie auf fertigen Säulen oder auf einem fertigen Gestell. Sondern wir benutzen es. Wir tragen uns eigentlich selber. Wir stützen uns darauf. Der Affe hängt drinnen. Der Pinguin, der aufgerichtete Vogel, hängt drin. Man braucht sich nur die Haltung genauer einmal anschauen. Wir haben gelernt, uns zu tragen. Weil für die Tiere ist die aufrechte Haltung, nicht die natürliche Haltung, weil dazu braucht man das Ich. Das Ich bringt die Aufrichtekraft. Das Tier hat eigentlich die Horizontale drinnen. Und das spiegelt sich auch in der Veränderung des Schädels. Die Wölbung wird immer flacher, immer fliehender. Und jetzt geht aber - nicht die Nase springt vor, aber das, das Kiefer, die Schnauze springt immer mehr vor. Jetzt bei verschiedenen Tieren unterschiedlich stark. Kann man dann schauen, also wenn es mehr bei den Nagetieren oder so geht es besonders spitz vor und kann man das alles verfolgen und bei der Kuh wird das alles sehr mächtig. Aber man versteht die Form dieser Tiere bis hinunter zu einfachen, beim Fisch ist es dann schon ganz einfach, da kann man kaum mehr unterscheiden, wo ist der Kopf? Und das geht in einer Form mit und das verschmilzt dann schon ganz mit dem Körper. Da wird das eins. Beim Menschen setzt sich - eigentlich erst beim Menschen ganz deutlich der Kopf als etwas Eigenständiges ab. Beim Affen ist das schon, das Kinn ist in Wahrheit nicht da. Er hat nicht wirklich so einen richtigen Hals, den er das hinausragt, das geht über. Das geht über.

Und je weiter ich zu einfachen Tieren komme, umso weniger ist da ein Unterschied. Das ist ein Rumpf, der da etwas Gespitztes vorne hat und da halt Sinnesorgane. Und beim Fisch ist es schon sehr einheitlich oder bei einer Schlange, wenn man sich das anschaut, ist es ja sehr, sehr einheitlich. Oder frühere Fischformen oder Vorformen von Fisch, wenn man die Neunaugen, über die wir das letzte Mal gesprochen haben, das ist eigentlich noch gar kein richtiger Fisch, weil die haben keinen Kopf in Wahrheit. Sie haben zwar ein Vorderende und da sind Augen, im Übrigen nicht neun Augen, dass man glaubt, so heißt sie, weil sie Punkte haben, die wie Augen ausschauen, also neun Punkte eben, aber davon gibt es auch nur zwei Augen in Wahrheit. Aber sie haben keinen richtigen Kopf in Wahrheit. Es ist einfach ein Schlund, der aufgeht und das ist es. Und da sitzen irgendwelche Lichtwahrnehmungsorgane. Da ist das also ganz verschwunden. Und es ist eigentlich ja fast nur mehr ein Verdauungstrakt. Also ein Darm oder so etwas. Auf das reduziert es sich fast. Ein Darm mit einer Hülle halt als Haut darüber. Ja, sicher gibt es ein paar andere Organe noch, aber es wird einfacher. Aber ich verstehe es aus dem Menschen heraus. Es ist halt dann einer der fast nur mehr auf den Darm reduziert ist. Es halt ein bisschen wenig.

Aber das heißt, vom Menschen aus verstehe ich die ganze Tierreihe bis hinunter. Kann ich verstehen, wie die Zellen gebaut sind letztlich, bis hinunter in den Zellkern und was dort als Erbanlage drinnen ist. Ich meine da liegt noch ein weiter Weg vor uns. Aber das wäre Forschung der Zukunft. Dass man von dem her versteht, warum das so ist. Heute kann man das höchstens als Zufallsprodukt dieser Erbanlage auffassen. So fasst es die Evolutionstheorie auf. Durch Zufall sind halt reproduktionsfähige Moleküle entstanden. Weil das ist die Erbanlage. Das ist nämlich einfach ein Molekül, das sich selber verdoppeln kann immer wieder. Also sich selbst reproduzieren kann. Aber warum die genauso ausschaut, das verstehe ich nur, wenn ich den ganzen Weg mir anschaue. Das heißt, ich verstehe vom jetzigen Menschen her den Anfang. Und ja, für uns, da müsste ich dann noch in die Zukunft schauen können.

Wenn ich in die Zukunft schauen kann, dann kann ich auch gewisse Voraussagen darüber machen, was wird sich denn da noch entwickeln? Das kann in Wahrheit die Evolutionslehre nicht. Die kann nur abwarten, was passieren wird. Wir können zumindest gewisse Dinge sehen. Aber wir sehen halt einfach noch das ganze Feld an Möglichkeiten. Aber dieses Feld der Möglichkeiten ist ja zwar unendlich, aber nicht unbegrenzt. Es liegt zwar alles unendlich dicht, da gibt es ja sehr viel dicht beisammen, aber es gibt einen riesigen Bereich, was alles nicht gehen wird, was nicht sein wird. Und darum kann man gewisse Vorhersagen über die Zukunft, also eine Art Prophezeiung für die Zukunft auch machen. Man muss sich aber auch klar sein, dass nicht jetzt ein ganz bestimmtes Einzelereignis, so oder so genau so auftreten wird. Aber es wird eine gewisse Richtung geben.

Gemeinsam an Themen arbeiten heißt neues Karma für die Zukunft schaffen 1:17:55

Anmerkung einer Zuhörerin: "Aber das Seelenleben bewegt ja auch etwas dazu! Und das kann man auch so..."

Ja, ja. Das Seelische, ich meine, unser Seelenleben, weil im Astralischen eben uns das aus der Zukunft entgegenkommt. Unser Seelenleben hängt sehr stark mit dem zusammen, was aus der Zukunft kommt. Und stößt auf die Vergangenheit, die wir schon hinter uns gebracht haben. Also gerade das Gefühlsmäßige hat auch mit dem sehr viel zu tun, dass eigentlich das, was schon hinter uns liegt, mit dem zusammenstoßt, was im Grunde an Möglichkeiten noch auf uns wartet. Wir sind uns dessen nur nicht bewusst. Wir wissen, wir sehen es nur nicht so wachbewusst. Wir werden es mehr sehen lernen. Und daher schildert ja Rudolf Steiner auch, dass so etwas kommen wird wie eine karmische Vorschau in die Zukunft. Also das heißt, was wir in Zukunft, wenn wir jetzt eine Handlung begehen, was wir in Zukunft als karmischen Ausgleich dafür vollbringen müssen. Oder was sich als karmischen Ausgleich ergeben wird. Weil man muss nämlich dazu sagen, Karma hat ja manchmal so ein bisschen einen üblen Beigeschmack, weil es immer heißt, okay, wir haben einfach etwas falsch gemacht, wir haben einen Blödsinn gemacht und das heißt, in der nächsten Inkarnation kriegen wir Prügel dafür als Aufgabenstellung. Das ist aber zu einseitig gedacht. Man kann nämlich auch positives Karma für die Zukunft entwickeln.

Also zum Beispiel, so wie wir jetzt da beisammen sitzen. Ich denke ja alle aus freiem Entschluss, dass ihr dabei sein wollt, ist das etwas, was neues Karma für die Zukunft schafft. Das ist aber nicht einfach passiert, sondern es ist ein Willensentschluss von jedem von uns daran teilzunehmen. Dadurch schaffen wir zum Beispiel Gemeinschaften für die Zukunft. Und wir sitzen nicht nur zusammen, weil wir karmisch aus der Vergangenheit zusammenhängen, da wird sicher auch etwas dabei sein. Aber das Wesentliche ist jetzt das, was für die Zukunft passiert. Und es werden vielleicht sogar online welche dabei sein, die karmisch mit uns noch gar nichts zu tun haben und wo eine gewisse Gemeinsamkeit für die Zukunft kommen wird. Und gemeinsame Aufgaben für die Zukunft. Das sind die Dinge, die die Zukunft gestalten werden. Ganz konkret!

Weil man sich das dann mitbringt und eben schon bei der Geburt zwar nicht weiß, aber wohin das Leben gehen soll. Weil da eine bestimmte Aufgabe dahinter steckt. Und die kommt mir immer mehr entgegen und wird hoffentlich immer klarer und bewusster. Dass man nicht nur links und rechts taumelt auf dem Weg, wie ein Besoffener, auf gut Deutsch, sondern dass man versucht den gezielter zu gehen. Mit all den Umwegen, die dazugehören. Weil selten ist es ja die schöne gerade Straße. Die ist immer praktisch der unmögliche Weg. Es geht immer seitwärts im Graben durch und noch über drei Gräben und dann durch den Umweg wieder zurück auf den Hauptweg. Aber dabei lernen wir das, was wir eigentlich lernen sollen und lernen wollen auch.

Wir müssen uns der Wirklichkeit zuwenden - ein wirklicher Entschluss aus dem Ich kommt aus der Zukunft. Die sozialen Verhältnisse werden sich ändern z. B. in Richtung Selbstverantwortlichkeit 1:21:08

Also wir müssen uns zuwenden der Wirklichkeit. Wir müssen - ja müssen, wir müssen es, wenn wir es wollen. Nicht wahr, für den freien Menschen gibt es ein einziges Muss, nämlich zu sagen: Ich will. Und dieses Ich will ist aber dann Verpflichtung, die mir niemand anderer auferlegt als ich mir selber. Das heißt, eine freie Entscheidung hat natürlich auch die Konsequenz, dass ich sie im Prinzip auch durchziehen muss, wenn ich will, dass sie irgendeine Wirkung hat. Weil ansonsten habe ich eigentlich mir selbst gegenüber und natürlich auch der Welt gegenüber eine Freveltat getan. Ich werde das morgen und bahh, bei der ersten Schwierigkeit, na, jetzt freut es mich doch nicht. Und dann ist die Luft draußen. Dann ist das kein Impuls, der wirklich aus dem Ich kommt. Es hängt nämlich auch damit zusammen. Dann muss ich es durchziehen. Dann ist mit allen Konsequenzen, die drinnen sind, da ist wieder diese Zeitüberbrückung drinnen. Das gehört zusammen. In dem Moment, wo ich wirklich aus dem Ich heraus den Entschluss fasse, fasse ich ihn aus der Zukunft, die daraus werden wird. Und wenn ich da versage darin, zerstöre ich das Ganze. Und da zerstöre ich auch vor allem an mir etwas. Also lege mir selber Hindernisse in den Weg. Aber wenn ich selbst etwas Kleines durchziehe, baue ich an der Zukunft.

Und die Zeit wird kommen. Es werden sich die sozialen Verhältnisse ändern. Es wird einmal das kommen, dass die Menschen so selbstverantwortlich sind, zumindest ein gewisser Teil, dass es äußere Gesetze nicht mehr geben wird. Weil sie unnötig sind. Weil der Mensch aus Eigenem heraus die Verpflichtung fühlt, das beizutragen zur Entwicklung der Welt mit seinen Mitmenschen, was er beitragen kann. Das wird seine eigentliche Aufgabe sein. Deswegen sind wir da. Weil wir in Wahrheit auch nur uns selbst gerade dadurch entwickeln können. Weil wir entwickeln uns nicht dadurch, dass ich jetzt viele Bücher lese und sehr gescheit werde und mir mehr jetzt gut vorkomme vielleicht. Das ist geistig gesehen nichts. Ich kann die ganze Gesamtausgabe vom R. Steiner lesen und kann sie rezitieren und wenn es nur tue zu meinem eigenen Vergnügen und Genuss, dann ist es nichts wert. Sondern den Wert hat es, wenn daraus aus meinen Leben Wirkungen entstehen, die etwas für die Welt bedeuten in irgendeiner Form. Das muss nichts Großartiges sein. Jetzt nach außen hin. Es geht nicht um spektakuläre Taten. Aber es geht schon einfach nur darum, wie ich einem anderen Menschen begegne vielleicht. Ob sich da etwas ändert in meiner Art. Ob ich mich vielleicht über jemand, der mir gerade irgendwie gefehlt daherkommt, ob ich mich ärgere innerlich und sage, blöder Kerl oder ob ich anders damit umgehen kann. Das heißt, ob ich in meinem inneren Seelenleben anders damit umgehen kann, als wenn man es tut, wenn man sich geistig entwickelt. Da gibt es viele Dinge.

Ein neues Rechtswesen wird entstehen in sehr ferner Zukunft 1:24:37

Und erst wenn das so weit ist, wird es eine Möglichkeit geben, eine Welt zu haben, in der das Rechtswesen einen ganz anderen Charakter kriegt. Und wo natürlich die, die geistig weiter fortentwickelt sind, aus sich heraus die Verpflichtung schöpfen, den anderen, die noch hintennach sind, zu helfen, sie zu unterstützen auf ihrem Weg. Das wird die Zukunft sein. Ich meine, weil die anderen, die halt noch nicht so weit sind, die werden Fehler machen. Die werden "Verbrechen" begehen, selbst wenn es keine Gesetze mehr gibt. Aber sie werden Dinge tun, die halt schädlich sind. Und die Antwort wird nicht sein darauf Strafe, sondern Hilfe. Hilfe, dass sie ihren Weg auch finden. Das ist der Punkt. Ich meine, das ist halt das christliche Prinzip drinnen. In vorchristlicher Zeit, war es schon ein gewaltiger Fortschritt, was im Alten Testament drinnen steht, das bekannte Prinzip Auge um Auge, Zahn um Zahn. Also das heißt, wenn du wen umbringst, dann bringe ich dich auch um.

Das haben wir ja heute noch in der Welt drinnen: also für Mord Todesstrafe. Ist eigentlich noch immer das Prinzip im Grunde. Das ist kein Erziehungsprinzip, sondern Vergeltung. Also wo sich im Grunde der Mensch anmaßt, die karmische Aufgabe zu übernehmen. Also du musst leiden, aber es sind nicht wir, die das ihm zufügen müssen, sondern eigentlich muss er selber sich suchen sein Schicksal für die Zukunft. Das nur so nebenbei. Darum die berühmte Szene da mit dem Jesus, wo er in den Sand schreibt, also wie sie die Ehebrecherin steinigen wollen und er sagt also, der werfe den ersten Stein, der ohne Fehler ist. Und dann zeichnet er irgendetwas in den Sand. Steht nicht näher drinnen, was, wieso. Weil im Karma steht es eh drinnen. Das heißt, die Folgen seiner Tat bleiben ihm sowieso nicht erspart. Weil er selber wird sich in dieser Inkarnation vielleicht noch, bei schwereren Sachen natürlich erst in einer der nächsten Inkarnationen damit auseinandersetzen müssen. Es bleibt ihm gar nichts anderes übrig. Es kann ihm niemand ersparen. Das kann ihm auch der Christus nicht ersparen. Niemand kann das. Die höchste Gottheit kann es ihm nicht erlassen. Weil er selbst etwas an sich zerstört hat, was er wieder herrichten muss. Sonst ist er einfach abgesunken und da muss er durch.

In der nächsten Kulturepoche, der Gemeinde von Philadelphia, wird die Geschwisterliebe, die allgemeine Menschenliebe vorherrschend sein 1:27:30

Also das wird sich verändern. Und es wird dieses große Prinzip kommen, dass die Menschen, die mehr Kräfte entwickelt haben, helfen den anderen. Da wird die ganze Zivilisation natürlich auch anders ausschauen. Das wird sicher noch nicht sein, im großen Maße zumindest noch nicht sein in unserer Kulturepoche. Und die geht noch eine ganz schöne Zeit. Wir haben ja gesagt, wir sind noch nicht einmal am Ende des ersten Drittels. Weil das erste Drittel geht bis 2133 oder so. Das ist das erste Drittel. Und dann folgen noch über 1400 Jahre, 1500 Jahre. Also das geht noch weit in die Zukunft. Und dann kommt die nächste Kulturepoche. Eben die Gemeinde von Philadelphia. Die Gemeinde der Bruderliebe - oder Schwesterliebe, damit wir jetzt ja nicht jemanden verärgern.

Anmerkung einer Zuhörerin: "Der Menschenliebe!"

Der Menschenliebe, genau! Der allgemeinen Menschenliebe. Und Menschenliebe heißt aber ganz konkret, dass ich energisch geistig an mir arbeite, dass ich etwas zu verschenken habe, nichts Materielles jetzt, das kann auch dabei sein, aber es geht darum eine geistige Kraft, eine Seelenkraft zu verschenken, die dem anderen als Seelennahrung dienen kann. Und aus der er selber etwas für sein Leben machen kann. Also ohne etwas, also es ist kein Geschenk, das dann passiv nur aufgenommen werden darf. Sondern es muss vom anderen natürlich auch aktiv aufgenommen werden und etwas Eigenes daraus gemacht werden. Aber immerhin, das kann man unterstützen. Es ist ein Keim, den man legt. Das wird also ganz entscheidend werden.

Am Ende der sieben Kulturepochen kommt der Krieg aller gegen alle 1:29:25

Weil es wird also gegen Ende dieser Kulturepoche, dieser sieben Kulturepochen, von denen wir sprechen, kommt ja dieser sogenannte Krieg aller gegen alle, wie es heißt. Wobei man sich das jetzt auch nicht so vorstellen muss, wie heute Kriege geführt werden. Aber es wird eine gewisse Zersplitterung sein bei den Menschen, die mit der geistigen Entwicklung halt noch nicht soweit sind, dass einer gegen den anderen steht, dass sie einander im Denken nicht verstehen werden, in der Sprache nicht verstehen werden.

Sprache wird sich stark verändern - von der Volkssprache zur Individualsprache 1:30:02

Weil es ist - ich habe das auch schon einmal geschildert - die Entwicklung der Sprache geht auch dorthin, dass jeder Mensch nicht nur eine Volkssprache spricht, weil er halt da oder dort geboren ist, sondern eine Individualsprache entwickelt. Das heißt, er prägt das Wort, das er spricht, im Moment, wo er es spricht. Und das hat es vielleicht vorher in der Form noch gar nicht gegeben, weil er es unmittelbar aus dem Erleben schöpft. Und der andere wird es verstehen, weil er Nachschöpferisches nachzubilden versteht. Da gehört ein viel, viel stärkeres Bewusstsein dazu, als wir es heute haben.

Da sind nämlich natürlich Kräfte drinnen, die schon näher an das herankommen, was ich mit den Sonnenkräften geschildert habe, wo alles so schnell geht. Im Geistigen die Bewegung so schnell geht. Aber dann wird einmal auch ein solches, sage ich einmal, sonnenhaftes Wort möglich sein, das im Augenblick schöpferisch gestaltet wird und vom anderen im Augenblick nachschöpferisch verstanden wird. Und dieses Wort wird natürlich auch nicht so eine Begriffssprache sein, wie wir sie jetzt haben. Diese Begriffe, diese Worte, die wir heute haben, sind tot. Tot. Tot. Tot. Das gilt für alle heutigen Sprachen, ich meine, das Deutsche ist eine wunderbare Sprache eigentlich. Man kann so tolle Dinge drinnen tun. Trotzdem ist sie tot. Sie ist tot, im Vergleich zu dem, was früher einmal war.

Die lebendigsten Sprachen waren die Allerprimitivsten, ja, scheinbar Primitivsten. Das ist nämlich gar nicht so, dass man jetzt sagt, ach, die, die noch keine äußere Zivilisation und keine Kultur hätten, dass die Sprachen einfacher gewesen wären. Das stimmt nämlich gar nicht. Die sind viel komplizierter gewesen als unsere heutigen. Die Sprachen werden eigentlich immer einfacher. Das Englische ist heute der Vorreiter. Das Englische, das wirklich gesprochen ist, hat den geringsten aktiven Wortschatz, den die Leute verwenden. Darum eignet sie sich die wunderbar für den äußeren Austausch. Sie ist relativ leicht zu lernen im Vergleich zu anderen Sprachen. Weil eigentlich - grammatikalisch hat sie alles Unnötige rausgeschmissen. Ist vergleichsweise einfach.

Die Sprachen, ursprünglich aus dem Sprechgesang in Verbindung mit wirklichen Inspirationen entwickelt, sind heute weitgehend tot 1:32:33

Und diese Tendenz wird weitergehen. Also im Grunde seit der Urzeit haben sich die Sprachen, sind sie abgestorben. Das ist das Interessante. Sie sind einmal entstanden aus einer Art Sprechgesang. Verbunden eben mit wirklichen Inspirationen, die durchgewirkt haben. Die Frauen haben sie entwickelt vor allem, nicht die Männer, die Frauen vor allem. Vor allem einmal das vokalische Element, das drinnen ist. Und - dann entfaltet sich das einmal. Aber seit der Zeit stirbt das ab. Schon seit der atlantischen Zeit irgendwann. In der späteren atlantischen Zeit beginnt das in Wahrheit schon abzusterben. Die sogenannten Primitivsprachen sind eigentlich die Reichsten, die Ausdrucksstärksten. Aber sie sind eben nicht tot genug, um für unsere heutigen Verstandesbegriffe tauglich zu sein. Unsere Sprache ist heute deswegen tot oder - weil wir so viel den Verstand gebrauchen bzw. umgekehrt, damit dieser Verstand entstehen konnte - ist die Sprache so abgestorben.

Bei den Griechen ist das Denken als inneres Sprechen entstanden: Logos endiathetos, also das Wort, das ich innerlich erlebe 1:33:57

Weil was wir heute als Denken bezeichnen, ist zwar in Wahrheit etwas viel Weiteres, aber es ist in der klassisch-griechisch - so ist es im Griechischen entstanden, beim Griechen ist das Denken eigentlich als inneres Sprechen hauptsächlich entstanden. Und daher haben die Griechen auch sehr stark unterschieden zwischen dem äußeren Wort, also das ich höre, und dem inneren Wort. Wir haben gesprochen vom Logos endiathetos. Das ist das Wort, das ich innerlich erlebe. Da ist noch etwas von dem drinnen, dass in den Lauten ja Formbildekräfte wirken, dass das mit Imaginationen zusammenhängt und dann ergreift es den ganzen Körper dieses Erlebnis in Wahrheit. Es fangen überall die Muskeln zu zittern an. Dann fangt es den Kehlkopf zu ergreifen an. Strömt da weiter. Und dann kommt es erst als Laut heraus. Das ist ein total starker Willensimpuls eigentlich, der da ist und der den ganzen Körper ergreift und der da dann tätig wird und dann kommt es erst heraus. Und im Denken spielt sich der Prozess aber innerlich ab. Und der Grieche konnte noch abfassen, bevor die ganzen Muskeln zu vibrieren anfangen. Da sind wir schon im Übergangsstadium. Ja, also Sprache als inneres Wort als Grundlage des Denkens. Das ist bei den Griechen ganz stark. Bei den Griechen ist Sprache und Denken ganz eng miteinander verbunden. Bei uns heute kann es sich trennen, sollte sich auch trennen. Also wir sollten nicht nur innerlich in Worten denken, sondern zum Beispiel immer mehr lernen in Bildern zu denken.

Meditation über den Merkurstab - die beiden Schlangen und den Stab in der Mitte 1:36:20

Frage  einer Zuhörerin: "In Bildern?“

In Bildern. Also da kann man unzählige Übungen machen. Ich meine, das was ich mit dem Goethe geschildert habe, ist das Extrembeispiel, dass ich jetzt wirklich ein Leben lang Pflanzen beobachte und sie so genau beobachte, dass ich mir innerlich ein ganz klares Vorstellungsbild nicht nur der fertigen Pflanze, sondern in jedem Wachstumsstadium machen kann. Und die dann ineinander im inneren Erleben überführe. Dann komme ich nahe heran eine Pflanze einmal ein bisschen besser zu verstehen. Aber man kann es mit einfachen Dingen machen, einen einfachen Gegenstand nehmen und versuchen nicht nur innerlich, aha, ein Glas war das, ja, gelblich war es. Sondern es genauer, immer genauer aufzubauen sich innerlich, sodass es immer konkreter wird. Also anfangen mit sinnlichen Bildern, die man verinnerlicht und dann, als Späteres, eben aufbauen von Sinnbildern. Da kommen wir dann schon in Richtung wirkliche Meditationen hin, wo ich mir ein Sinnbild aufbaue, wie es zum Beispiel das des Rosenkreuzes ist, also das schwarze Kreuz mit den sieben Rosen. Das ist schon ein sehr komplexes Beispiel im Übrigen. Oder der Merkurstab, die Bewegungen des Merkurstabes, mit dem Stab in der Mitte und den zwei Schlangen, die sich herumschlingen, eine dunkle, eine lichte.

Und wenn ich einmal versuche, das ganz konkret als Bild vor Augen zu stellen. Das fällt dem Einen leichter, einem anderen schwerer. Es geht auch nicht unbedingt darum, dass man sie jetzt sieht wie ein äußeres Sinnesbild. Aber man muss sie trotzdem konkret in allen Einzelheiten vor sich haben. Das ist sehr schwierig. Weil es gibt nämlich einen Übergangspunkt, wenn es in die eigentliche Imagination übergeht, ist ja alles Sinnliche weg. Nicht wahr, weil eine Imagination ist kein sinnliches Erleben mehr und auch kein sinnesartiges Erleben mehr. Das heißt, der Merkurstab mit der hellen Schlange und der dunklen Schlange und dem Stab in der Mitte ist in der wirklichen Imagination nicht mehr in sinnlichen Begriffen zu schildern. Sondern dann ist die eine Schlange ein ganz bestimmtes Seelenerlebnis. Seelenerlebnisse haben eine Verwandtschaft mit dem, was wir jetzt als Fühlen bezeichnen. Es ist etwas, in dem die Kräfte der Sympathie und Antipathie wirken. Aber anders als unsere emotionalen Antipathien und Sympathien. Sondern Sympathie heißt: Ich verbinde mich mit einem geistigen Wesen und erlebe den Ausdruck dieses geistigen Wesens unmittelbar Seelisch. Nicht vermittelt durch ein sinnliches Bild, nicht vermittelt durch eine sinnliche Vorstellung, sondern unmittelbar, das heißt, ich erlebe die Seelenart dieses Wesens. Dann bin ich in der Sympathie drinnen. Dann tauche ich stärker ein in dieses Wesen. In der Antipathie ziehe ich mich mehr zurück. Das heißt, ich habe mehr nur die äußersten Schichten dieses Wesens vor mir und bin stärker in meinem eigenen Seelischen drinnen.

Das habe ich bei den beiden Schlangen dann zum Beispiel, die eine lichte, mit der ich mich verbinde, in die ich eintauche. Die mich, ja vielleicht sogar ist sie so gleißend, dass sie mich für mich selbst blendet. Das heißt, ich bin in dem Moment vielleicht ganz eins mit dem Wesen dieser lichten Schlange. Und die andere, die dunkle Schlange, stößt mich in Wahrheit ganz auf mich selbst zurück. In die kann ich Seelisch nicht eindringen. Darum erscheint sie mir schwarz. Schwarz heißt immer Auslöschung des Bewusstseins. Also wenn ich nach der Schlange schaue, komme ich nicht rein. Und dann die Mitte - aber das ist, es ist kein sinnliches Bild mehr. Also der Übergang zur eigentlichen Imagination ist kein sinnliches Bild mehr. Das ist ganz wichtig. Ich meine, auch wenn wir uns ein geistiges Wesen nehmen, weil wir haben die Darstellung der Engel mit den Flügeln und so, die sind stimmig und richtig diese Darstellung, aber sie sind Versinnlichungen natürlich. Ganz klar.

Anmerkung einer Zuhörerin: "Ein Wesen hat ja eine Kraft, hat ja eine Ausstrahlung und bewirkt ja etwas!"

Ja! Und genau das spüre ich. Diese Wirkung. Die Wirklichkeit des Wesens spüre ich. Und ich spüre eben wie diese Wirkungen in dem Wesen selber bestimmte Seelentätigkeiten wieder erregen und wie das über das Wesen hinaus ausstrahlt. Das spüre ich. Und ohne es zu übersetzen, aber in sinnliche Bilder. Also da gibt es verschiedene Stufen. Und eine Übung, zu solchen Imaginationen zu kommen, kann aber sein, vom Sinnlichen auszugehen, einmal mit der ganz simplen Übung: Gedankenkontrolle aus den Nebenübungen. Die kann ich ja sehr gut machen, indem ich einen einfachen Gegenstand einmal hernehme. Einen Bleistift. Und da kann ich ruhig einmal anfangen, dass ich mir wirklich einmal einen Bleistift nehme und den einmal anschaue und das Bild einmal verinnerliche. Und dann meine Gedanken anknüpfe an diesen Gegenstand. Da kann ich ruhig einmal dieses Bild verinnerlichen auch. Der Bleistift in noch etwas, das rührt sich nicht, das ist nicht so kompliziert wie die Urpflanze oder so etwas von Goethe. Das ist noch etwas ganz einfaches. Und ihr werdet sehen, es ist aber trotzdem schwer es in allen Details präsent zu halten. Also mit dem kann man anfangen.

Imaginatives Bewusstsein entwickeln ist eine der Fähigkeiten, die wir entwickeln müssen 1:42:32

Also das ist eine der nächsten Fähigkeiten, die wir brauchen, dieses imaginative Bewusstsein zu entwickeln. Das Denken zu lösen vom Wort, mehr in das Bild hineinzugehen und dieses Bild ins Imaginative zu verwandeln. Das heißt, es zu befreien von den sinnlichen Qualitäten und in die wirklich seelischen, ich sage bewusst jetzt einmal seelischen Qualitäten hineinzukommen, durch die dann vielleicht etwas Geistiges zu sprechen beginnt. Dann kommen wir an die geistige Wirklichkeit langsam heran. Dann tasten wir uns langsam heran. Das heißt, es gibt über die sinnliche Wahrnehmung und den daran geknüpften abstrakten intellektuellen Verstand hinaus eine höhere Denkfähigkeit, die ins Geistige hineingeht, die bereits aus dem Geistigen schöpft. Und zugleich wird die sinnliche Anschauung zu einer seelischen Anschauung. Das verwandelt sich. Und wenn ich diesen Schritt gehe, also Sinnesanschauung außen und Verstandesdenken innen, das ist so das zeitgenössische Bild, wo wir jetzt drinnen stehen. Und der nächste Schritt ist eben, von der sinnlichen Anschauung zu kommen zur imaginativen Anschauung, ja, und im Denken eigentlich auch, vom abstrakten Denken, vom abstrakten Begriff zum bildhaften Denken zu kommen. Da begegnet sich etwas.

Imagination - Inspiration - Intuition 1:44:21

Die Imagination ersetzt dann sozusagen die sinnliche Wahrnehmung, also enthüllt das, was dahinter steckt, aber in dem ich dieses Bild hervorrufe. Und es ist aber zugleich identisch mit dem, zu dem das lebendige Denken wird. Nicht wahr, das Denken verwandelt sich. Es kommen dabei wieder diese beiden Hälften zumindest näher zusammen, die sich heute ganz stark getrennt haben, diese Innenwelt und die sinnliche Außenwelt. Das ist für uns heute total getrennt. Ich bin innerlich seelisch da drinnen in mir und da draußen ist die Welt. In der Imagination verschmilzt das wieder oder beginnt zu verschmelzen. Es wird dann nur insofern noch intensiver mit der Zeit, weil die Imagination mir trotzdem erst die Außenseite des geistigen Wesens, das letztlich dahintersteckt, zeigt. Das ist nur die Außenseite.

Das heißt, ich bekomme mit diese - nennen wir es jetzt einmal Seelenstimmungen - die in dem Wesen vorgehen oder an der Oberfläche dieses Wesens sich spiegelt. Das sind halt alles patscherte Begriffe, weil sie aus dem Sinnlichen kommen, aber ich habe jetzt keine anderen Worte, oder wir haben keine anderen Worte im Moment - aber es ist also das Spüren dieser Einstimmung, aber die ist nur die Außenseite des Wesens. Das ist noch nicht der Kern. Mit der Inspiration wird es schon mehr. Das, was ich erlebe, beginnt im übertragenen Sinne zu mir zu sprechen. Dann ist es eine Inspiration. Ich verstehe. Aber auch nicht verstandesmäßig, sondern ich erfasse unmittelbar, was das bedeutet, was ich da erlebe. Und dann - in der Intuition werde ich eins mit dem anderen Wesen. Wirklich für einen Moment zumindest eins. Es ist immer nur ein Moment. Das Geistige wirklich spielt sich im Moment ab. Und es kann sich im nächsten Moment wieder etwas Geistiges abspielen. Aber tauche ich wirklich immer in den Moment ein, der zugleich Ewigkeit ist. Es ist einfach so, dass da die Zeit keine Rolle spielt in dem Moment, wo ich ins Geistige gehe.

Frage einer Zuhörerin: "Ist das beim Beten auch der Fall?"

Ja, wenn ich intensiv genug drinnen bin, ja. Sicher. Aber dann ist es im Prinzip eh schon eine Meditation. Das geht halt ineinander über. Es ist halt heute das Gebet bei manchen, wenn er nicht innerlich ganz aufgeht in dem, dann kann es bis zu einer Gebetsleier werden, die er herunter murmelt und die gar nichts bewirkt. Ich meine, wie oft sieht man das heute. Brabbel, brabbel - sie brabbeln es herunter, gewohnheitsmäßig und es nichts innen oder wenig dabei. Es sitzt - es ist immerhin etwas drinnen, es lebt im Ätherleib, weil sie es regelmäßig wieder machen, aber es ist nicht ihr waches Ich dabei. Vielleicht nicht einmal ihr waches Seelisches ganz dabei. Das ist vielleicht so ein bisschen ein Wohlfühlding, weil sie es machen, sonst täten sie es eh nicht machen. Aber man kann es vertiefen. Je ehrlicher und je wacher man in dem Gebet drinnen ist, nämlich wach aus dem Ich heraus, umso näher kommt es schon einer Meditation und kann dann sogar in eine Imagination oder so etwas übergehen oder auch dann eine Inspiration kommen. Das heißt, dann kommt wirklich die Antwort auf das Gebet. Weil es ist, wenn es funktioniert, wenn ich wirklich einsteige, dann wendet sich ein geistiges Wesen mir zu. Und dann komme ich in Kontakt mit einem geistigen Wesen. So wie ich in noch stärkerer Form bei einer richtigen Meditation in Kontakt mit einem geistigen Wesen komme. Meditation heißt nicht, ich sitze da konzentriert und bin isoliert in mir, sondern ich gehe hinein in eine geistige Wesensbegegnung, die schon einmal zusammenhängt mit dem Sinnbild oder was immer, von dem ich eben ausgegangen bin bei der Meditation. Bestimmte Dinge helfen mir halt auch mich zu bestimmten geistigen Wesen mich hin zu führen. Darum gibt es verschiedene Sinnbilder, von denen man ausgehen kann oder verschiedene Texte, von denen man ausgehen kann.

Unterscheidung zwischen Gebet und Meditation 1:49:13

Weil auch da muss man sehen, das ist vielleicht auch der Unterschied jetzt zum Gebet, dass das bei der Meditation, wenn ich sie vertiefe, noch konkreter vielleicht eine ganz bestimmte geistige Wesenheit anspreche oder mit ihr in Kontakt komme. Beim Gebet versuche ich einmal eine bestimmte geistige Wesenheit anzusprechen. Ich meine, in der Meditation sollte ich dazu kommen, dass es wirklich eine Art Geistgespräch mit dem wird. Das kann es im Gebet auch werden, aber dann ist es schon Meditation geworden dort. Wenn ich mich so hinein versenkt habe. Also das sind gleitende Übergänge, die stattfinden. Aber zu wenig ist es im Grunde, wenn es nur gewohnheitsmäßig einfach, jetzt sage ich es ein bisserl böse, herunterleiere. Und in Wahrheit dann nicht dabei bin, sondern nur selig bin, weil da so etwas von selber passiert und ich halt glücklich darüber bin, dass das abläuft. Da kann dann sehr viel Egoismus in Wahrheit drinstecken. Es kann in allem Egoismus drinstecken.

In Religionen und in der Ausübung der Religionen kann unheimlich viel Egoismus drinstecken. Aber das ist ein Missbrauch des Ganzen dann. Aber wir sind Menschen und wir machen Fehler. Man kann alles falsch machen. Ich habe euch schon gesagt, das größte Privileg des Menschen ist, dass wir irren können, dass wir Fehler machen können. Nur das ermöglicht uns unser freies, menschliches Ich. Und das muss real durchgegangen werden. Das passiert! Und man muss und kann ein Leben lang daran arbeiten, Fehler wieder zu korrigieren und für die Zukunft besser zu machen. Aber da müssen wir durch und so kann alles schief gehen bei uns. Es kann alles schief gehen.

Es ist in Nichts die Garantie drinnen, dass es gut geht, auch wenn es absolut gut gemeint ist und eine absolut gute Sache ist. Wir schaffen es trotzdem, wenn wir es falsch machen, etwas im Grunde Schlechtes oder Schädliches daraus zu machen. Bei den höchsten Dingen. Aus dem höchsten Idealismus heraus sind die größten Verbrechen passiert an der Menschheit. Man braucht nicht glauben, das sind alles die, die wo jetzt dann, weiß ich nicht, Massen umgekommen sind, weil sie in ihrem Wahn, weiß nicht was wollten, dass das aus nur bösen Motiven passiert ist. Sie haben ein bestimmtes Ideal und von dem glauben sie - aber es ist eben der Irrglaube - das wird die Menschheit retten oder das wird gut in die Zukunft führen. Und alles, was dem entgegensteht, wird niedergemäht im Grunde. Nicht wahr, nach dem Prinzip halt: "Willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein!" Das alte Prinzip. Und die meinen es auch vom Ursprung her nicht böse. Ich meine, wenn jemand wirklich ganz bewusst das Böse schaffen will, dann geht es wirklich schon ans Schwarzmagische heran. Weil da ist dann der ganz bewusste Entschluss drinnen, also sich gegen die geistige Entwicklung, die den Menschen eigentlich vorgesehen oder ermöglicht ist, von der abzuschwenken, auszuscheren aus dem.

Aber ansonsten sind in Wahrheit viele der größten Gräueltaten, die passiert sind, aus höchstem Idealismus passiert. Der aber verirrt sich hat. Also da muss man unheimlich aufpassen! Da muss man unheimlich aufpassen, weil es kommt sofort der Luzifer, der einen fanatisch werden lässt, der die Begeisterung, aber die Begeisterung ist luziferisch, für Volk und Vaterland, brrrr, wie sagt man, Hurra-Patriotismus. Da fühlen sich alle gut und glauben, ja, lauter böse Feinde, die uns Ding und wir müssen alle aufrecht und uns wehren dagegen. Da ist schon etwas wahr drinnen. Man muss das geistige Gute, um das es bei uns geht, das muss man durchbringen. Das heißt aber nicht, dass man alle anderen niedermähen muss. Aber in der Richtung geht es dann sehr oft. Also müssen wir aufpassen.

Textstellen aus der Apokalypse des Johannes: Gemeinde von Sardes 1:53:55

Ja, aber wenn wir in diese Entwicklung hineinkommen, dann kommen wir zum wirklich Geistigen durch und schaffen aus dem heraus. Dann ist nämlich das, was da in der Apokalypse drinnen steht, wo es doch heißt:

"Ich durchschaue dein Tun. Du hast den Namen eines lebendigen Wesens und bist doch tot."

Über das haben wir die ganze Zeit gesprochen, dass das alles abgestorben ist.

"Strebe danach in deinem Bewusstsein zu erwachen."

Wach werden fürs Geistige.

"Und erkrafte, was in deiner Seele noch lebendig ist, damit es nicht auch noch erstirbt."

Weil alles das, was wir aus der Vergangenheit bekommen, das stirbt. Das ist am Absterben. Also auch die großartigen Fähigkeiten, die aus der griechisch-lateinischen Zeit kommen, die sterben. Mit dem werden wir uns nicht mehr lange weiter retten können. Und wir retten uns heute noch in unserem ganzen Zivilisationsleben hauptsächlich mit dem. Nicht nur, weil zum Beispiel große Kunstwerke oder so, sind teilweise schon aus ganz anderen Impulsen geschaffen. Aber gerade in den Dingen, die die Wissenschaft betreffen, die das Rechtsleben betreffen, schöpfen wir aus diesen alten Kräften noch. Und das sind die Absterbenden. Und die führen uns keinen einzigen Schritt weiter. Die erfüllen nur den Witz, den ich gerne erzähle, den Sickerwitz: "Gestern standen wir noch vor dem Abgrund. Heute sind wir einen entscheidenden Schritt weiter." (Gelächter) Ja, genau. Das tun wir heute gerne ausreizen. Also wir müssen wach sein für die geistige Seite. Weil der alte Rest wird ersterben, wenn wir nicht eine neue Lebenskraft hinein geben. Und wir müssen zur Wirklichkeit kommen. Das steht im nächsten Satz:

"Ich kann dir nicht bestätigen, dass dein Tun vor dem göttlichen Angesicht volle Wirklichkeit besitzt."

Nein, tut es nicht. Wir dünken uns halt so realistisch. Ja, realistisch sind wir. Aber das ist das Unwirkliche. Das ist nicht das, was in die Zukunft führt. Ja.

"Belebe in dir die Erinnerung an alles, was du aus den geistigen Welten empfangen und gehört hast. Pflege es in dir und wandle deinen Sinn. Wenn du nicht zu einem höheren Bewusstsein erwachst, so werde ich wie ein Dieb kommen. Du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich komme."

Aber es gibt noch ein bisschen Hoffnung, weil:

"Einige wenige Namen hast du jedoch in Sardes, die ihre Gewänder nicht befleckt haben."

Ihre Seelengewänder eigentlich.

"In weißen Gewändern werden sie meine Pfade gehen, dessen sind sie würdig. Wer überwindet, soll gleicherweise mit weißen Gewändern bekleidet werden. Und ich werde seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buche des Lebens. Ich will mich zu seinem Namen bekennen vor dem Angesichte meines Vaters und vor seinen Engeln.“

„Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht."

Damit sage ich, danke für heute. Wenn Fragen noch sind, gerne. Aber es ist jetzt schon besser dünner geworden da die Online-Teilnehmer. Ansonsten sag ich euch allen oder wünsche ich euch allen eine wunderschöne gute Nacht. Wir werden mit den Vorträgen jetzt sicher noch die nächsten zwei Mal im Juli weiter tun. Dann überlegt euch bitte, was wir im August machen? Ob wir was machen sollen oder ob ihr Pause machen wollt? Ich bin zu allen Schandtaten bereit, aber zur Pause bin ich auch bereit.

Anmerkung einer Zuhörerin: "Wenn du keine Pause brauchst?"

Ich finde es belebend. Ich bin immer frisch nachher. Gute Nacht alle mitsammen.

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Entwicklung der seelischen Wesensglieder des Menschen, d. h. das, was man früher beim alten Hellsehen seelisch erlebt hat, allmählich ins Innere zu ziehen - Entwicklung der Empfindungsseele bei den Ägyptern - es beginnt schemenhaft in der urindischen Kulturepoche und wird intensiver in der urpersischen Epoche (Ormuzd und Ahriman) - der Ägypter beginnt innen dumpf etwas zu fühlen und gleichzeitig im Außen die Sinneswelt wahrzunehmen - beim Ägypter kommt das Denken aus dem Wollen (praktisches Denken, instinktive Weisheit) - der Grieche beginnt zu verstehen, warum etwas so ist - Klageweiber im Außen, um das innere Empfinden der Trauer zu erlangen - ein Irrglaube, dass die Welt so ist, wie wir sie mit dem heutigen Bewusstsein erleben - wir haben ein tiefes inneres Seelenerleben entwickelt und stellen uns deutlich der Außenwelt gegenüber - wir trennen uns als Eigenwesen von der übrigen Welt ab - Denken, Fühlen und Wollen haben wir stark separiert, das war in der griechisch-lateinischen Epoche noch stärker verbunden (Aristoteles sagte noch: Das Denken kommt aus dem Herzen; wir kennen den Begriff „Wahrheitsgefühl“) - Ausgleich zwischen dem Denken oben, dem Fühlen und der Mitte und dem Wollen unten geht dadurch verloren - aber der „kühle“ Kopf hilft uns dabei sehr bewusst zu werden - in den materialistischen Wissenschaften gehen die Spezialisierungen in  einen immer engeren Bereich, immer mehr ins Detail, ins Kleinste (Mikroskop, Elementarteilchen) - die neue Perspektive ist, wenn ich das Kleinste erklären will, muss ich den Kosmos mit einbeziehen - bei den materiellen Wissenschaften gibt es nichts Geistiges, nichts Seelisches und Leben ist eine Erscheinung des Materiellen - Aber: das Tote, das Abgestorbene, die Materie ist aus einem Lebendigen entstanden und hinter dem Lebendigen steht ein Beseeltes und das Beseelte kommt aus dem Geistigen - Realität ist das Abgestorbene aus der Vergangenheit, Wirklichkeit ist das, was wirkt und die Zukunft gestaltet - wir müssen bei den Wissenschaften lernen, den Blick von der Vergangenheit auf die Zukunft zu richten - aus der Zukunft kommt uns das Seelisch-Geistige entgegen - der erste Tod ist der Tod, den wir beim Sterben in der letzten Inkarnation haben werden - Ätherleib als Zeitorganismus mit Gesetzmäßigkeiten - es gibt eine Mitte, um die sich der Anfang und das Ende spiegeln - die Siebenzahl, mit der Vier in der Mitte (sieben Kulturepochen) - Ereignisse am Lebensbeginn habe mit Ereignissen am Lebensende etwas zu tun - der Phönix, der aus der eigenen Asche steigt ist ein Bild für das Geistige (Ich), das sich ständig in jedem Augenblick neu schafft - hinter dem Stofflichen stehen hohe geistige Wesenheiten: Throne - der Physiker Hans-Peter Dürr - Geisteswissenschaft (Anthroposophie) heißt, die Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen, weil seit dem Mysterium von Golgatha sind wir an der Schöpfung mit beteiligt - Goethes Urpflanze, er sieht darin das Entwicklungspotenzial der Pflanzen - Wie wirken Formbildekräfte aus dem Ätherischen auf die Erbsubstanz? - Evolution und Formbildeprozesse am Beispiel der Schädelform - ein wirklicher Entschluss aus dem Ich kommt aus der Zukunft - die sozialen Verhältnisse werden sich in ferner Zukunft verändern - das Rechtssystem wird sich verändern in Richtung Selbstverantwortung - die Sprache wird sich verändern, neben der Nationalsprache zusätzlich eine Individualsprache - die Zuhörerin/der Zuhörer wird in der Lage sein Nachschöpferisch nachzubilden und somit die Individualsprache verstehen - auch in der Sprache wirken ursprünglich Formbildkräfte - bei den Griechen ist das Denken aus einem inneren Sprechen entstanden: Logos endiathetos - Meditation über den Merkurstab - wir sind angehalten ein imaginatives Bewusstsein zu entwickeln - Imagination, Inspiration, Intuition - Unterscheidung Gebet, Meditation;


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Literaturangaben

Rudolf Steiner, Alexandra Riggins: Die sieben apokalyptischen Siegel, Triskel Verlag 2005, ISBN 978-3-905893-02-1;

Rudolf Steiner: Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums, GA 8 (1989), ISBN 3-7274-0080-3;

Rudolf Steiner: Die Apokalypse des Johannes, GA 104 (1985), ISBN 3-7274-1040-X;

Rudolf Steiner: Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes, GA 104a (1991), ISBN 3-7274-1045-0;

Rudolf Steiner: Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V: Apokalypse und Priesterwirken, GA 346 (2001), ISBN 3-7274-3460-0;

Emil Bock, Das Neue Testament, Übersetzung in der Originalfassung, Urachhaus, Stuttgart 1998, ISBN 3-8251-7221-X