Die Apokalypse des Johannes - 16. Vortrag von Wolfgang Peter

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«Ein interaktiver Vortragszyklus über den Zusammenhang mit dem Wirken Jesu Christi und dem eigenen Ich. Ausgangspunkt sind die Schriften von Rudolf Steiner, z.B. die GA 104, GA 104a und GA 346. Hier fließen sowohl Fragen und Anliegen von Zuschauern als auch eigene geisteswissenschaftliche Erkenntnisse mit ein. Und es gibt immer Bezüge zu aktuellen Themen der Zeit.»

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- 16. Vortrag -
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Themenschwerpunkte

Wir stehen in der Apokalypse im Übergang zwischen den Briefen an die sieben Gemeinden und dem Öffnen der sieben Siegel. Dieser Übergang wird durch die Beschreibung des Gottesthrons gekennzeichnet, dem Thron im Himmel. Wir hören, dass die anschließenden düsteren Bilder der Apokalypse dazu dienen, uns zu erschüttern, und uns dabei helfen sollen, uns unserer Christus-Kraft in unserem Ich bewusst zu werden. Allerdings ist es heute unsere Aufgabe uns selbst zu erschüttern. Es werden die Unterschiede zwischen der Thron-Vision des Jesaja, der Thronwagenvision des Ezechiel im Alten Testament und der Beschreibung des Thrones in der Apokalypse des Johannes besprochen.

Der großen Bogen dieses Vortrags wird durch die Zusammenhänge zwischen den sieben Schöpfergeistern (Elohim), durch die der Christus am Beginn der Erdentwicklung gewirkt hat, und die sieben Leibeshüllen des Menschen gebildet, 1) physischer Körper (Alter Saturn), 2) Ätherleib, Lebensleib, Liebeleib (Alte Sonne), 3) Astralleib, Seelenleib (Alter Mond), Ich (Erde), Geistselbst (Neuer Jupiter, Neues Jerusalem), Lebensgeist (Neue Venus) und Geistesmensch (Vulkan). Nach Durchlaufen aller sieben planetaren Zustände der Erde wird eine neue Schöpfung erfolgen, bei der die gesamte Menschheit eine wesentliche Rolle spielen wird, nämlich dieselbe Rolle, die die Elohim der der Entstehung unseres Kosmos gespielt haben. Allerdings ist es bis dahin noch ein weiter Weg für die Menschheit. Aber heute ist es die Aufgabe, die Grundlagen für diesen zukünftigen Weg zu schaffen.

Besondere Beachtung wird im Vortrag der Bedeutung des Individuums in Verbindung mit geistiger Gemeinschaft geschenkt, d. h. das Individuum bezieht seine Kraft zur Individuation aus der Verbindung mit den anderen (kein Individuum entsteht alleine, sondern in der Auseinandersetzung sowie Verbindung und wieder Abgrenzung mit anderen Individuen). Die neue Schöpfung der Erde nach Vollendung aller sieben planetaren Entwicklungsstufen wird ein Werk der Menschheit als Ganzes, bestehend aus dem Zusammenwirken freier, (welt)schöpferischer, geistiger Individuen.


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Transkription des Vortrages

Begrüßung und Einleitung: Wir sind stehengeblieben beim Thron im Himmel - lichtvolle Imaginationen und damit einhergehend Dunkelheit, die wir überwinden müssen

Meine Lieben, ich begrüße euch sehr herzlich bei dem mittlerweile sechzehnten Vortrag zur Apokalypse. Wir haben das letzte Mal besprochen, dass wir jetzt gleich fortfahren werden mit dem Thron im Himmel. Der Thron im Himmel. Also wir steigen jetzt auf eine gleichviel höhere Ebene auf, und wir werden da sehr lichtvolle Imaginationen erleben auf der einen Seite. Aber in der Folge werden wir auch einige dunkle Seiten sehen. Und dazu vielleicht eine kurze Vorbemerkung überhaupt zu den Schilderungen, die jetzt kommen. Also wir kommen jetzt ganz stark auf die imaginative Ebene, das heißt, alle Bilder, die jetzt kommen, sind Imaginationen, die in sinnliche Bilder umgesetzt sind. Das heißt, nichts was da geschildert wird, wird sich genauso äußerlich abspielen - also so, wie wir es halt in der Welt jetzt äußerlich erleben würden - sondern es sind Sinnbilder, die seelische Erlebnisse widerspiegeln, die teilweise sehr dramatisch sind. Und die natürlich einen auch beunruhigen können, wenn man diese Zukunftsperspektive sieht, weil es wird eigentlich immer stärker mit diesen Erlebnissen und ich knüpfe also ganz konkret auch an, weil es gewisse Rückmeldungen auf YouTube gibt, dass das eigentlich sehr ein Unwohlsein erzeugt, wenn man in diese Perspektive hineinschaut.

In unserem Ich liegt die Kraft, die Dunkelheit zu durchlichten

Und dazu muss man sagen: Ja, es kommen Aufgaben auf uns zu, es kommt Dunkelheit auf uns zu, die wir aber überwinden müssen. Aber diese Dunkelheit ist eine, die wir aus der Kraft unseres Ich heraus durchlichten müssen, aber eben auch durchlichten können. Das ist das Wesentliche. Diese dunklen Sachen hängen natürlich jetzt hauptsächlich in der Zukunft mit den ahrimanischen Kräften zusammen. Aber wir haben in unserem Ich die Kraft, diese Finsternis, die durch Ahriman erzeugt wird, diese geistige Finsternis, also durch die auch diese, wie soll ich sagen, diese Angst, dieses Unwohlsein erzeugt wird und wodurch wir diese Finsternis eben aufhellen können, ja, auflösen können letztlich. Und diese Kraft ist unendlich viel stärker als das, was uns alle Widersacher miteinander entgegensetzen können.

Lernen das Ich vom Ego zu unterscheiden

Und das ist die ganz wichtige Botschaft eigentlich, dass im Grunde seit der Zeitenwende, seit wir wirklich in unserem Ich bewusst erwachen können, richtig erwachen können und langsam eben auch lernen, die Kraft des Ich wirklich zu nutzen, sie Hand zu haben, sie unterscheiden lernen langsam von unserem Ego, das nur das schwache Spiegelbild eigentlich ist der Ich-Kraft, ein Spiegelbild, das durch die Widersacher verzerrt ist und uns daher manchmal auch Schwierigkeiten macht einerseits, manchmal auch unsere Lüste oder sonstiges erzeugt, die aber manchmal auf die Abwege führen, aber - und diese Kräfte schauen ja sehr, sehr groß und sehr, sehr stark aus - sie sind aber gemessen an der Kraft, die zumindest potenziell im Ich vorhanden ist, Null. Geradezu Null. Weil gegenüber der Unendlichkeit ist jede endliche Größe Null. Und die Widersacher haben alle nur eine endliche Größe. Das heißt, sie verfügen nicht über diese unermessliche, unerschöpfliche Schöpferkraft, die im Ich drinnen ist. Und ihr wisst, ich zitiere fast in jedem Vortrag den ganz zentralen Satz der Apokalypse, wo der Christus eben sagt:

"Die gleiche Vollmacht des Ich ist ihm gegeben, die ich von meinem Vater empfangen habe."

Und mit „ist ihm gegeben“, damit ist der Mensch gemeint. Und zwar wirklich jeder Mensch, jeder Mensch. Das heißt, in uns selbst ist die Kraft vorhanden, alle diese Hindernisse zu überwinden. Und die Dunkelheit ist im Grunde einerseits dazu da, um uns zu Bewusstsein zu bringen, uns daran zu stoßen und andererseits eben auch, um uns die Freiheit zu gewähren. Dazu sind die Widersacher da. Auch das habe ich ja wiederholt schon geschildert. Und eigentlich ist es immer so, dass es in den Schilderungen, auch in der Bibel schon im Alten Testament, aber dann besonders in der Apokalypse, wird man immer wieder sehen, man hat sehr dunkle, düstere Stimmungen, die einmal geschildert werden und dann folgt ein ganz helles geistiges Bild, ein Aufstieg auf die nächste Ebene.

Das Lichte ist ohne die Dunkelheit nicht zu haben. Wenn wir das Dunkle sehen, dürfen wir uns dessen bewusst sein, dass wir die Kraft zum Durchlichten haben

Im Grunde ist es Bewusstwerdung des Schattens oder des Widerstandes, an den man anstößt, das ist der Moment, wo wir aufwachen zu etwas Höherem, zu einer höheren Ebene. Das heißt, das eine ist ohne dem anderen nicht zu haben. Der dunkle Schatten, das, was wir zunächst einmal negativ empfinden, ist nur das Zeichen, dass das Licht bereits da ist. Das geistige Licht ist bereits da. Das heißt, dass, wenn wir den Schatten sehen, haben wir das Bewusstsein dafür oder dürfen wir das Bewusstsein dafür haben, dass wir bereits die Kraft in uns haben, diesen Schatten zu überwinden. Wir sehen immer nur die Schatten, für die das Licht schon vorhanden ist in Wahrheit. Nicht wahr, in der Nacht sehe ich keinen Schatten, weil da ist auch kein Licht vorhanden. Aber diese ahrimanische Finsternis ist eine Finsternis, die in Wahrheit eben durch den Schattenwurf des geistigen Lichtes entsteht. Und wir können sie überwinden.

Beim Luziferischen ist es noch etwas anderes. Ich meine, wenn ich ein Beispiel nehmen will, der Luzifer ist wie ein funkelnder Edelstein, da geht das Licht durch, bricht sich darin, schillert in hunderttausend Farben, aber es steht eigentlich trotzdem dem Licht als Widerstand entgegen in Wahrheit. Nicht wahr, selbst wenn es das Licht nur schwach abschwächt und es auch hinein lässt, so versucht es einmal trotzdem das Licht zu verändern. Es ist nicht mehr das ursprüngliche Licht. Nicht wahr, das was da in Farben glänzt und so weiter, das Licht, das ins Innere genommen wird, von dem haben wir zum Beispiel unser Ego. Wenn ich das jetzt auf den Menschen umlege, ist das unser Ego. Das ist das Licht, das der Luzifer gefangen hat und jetzt drinnen uns als Eigenlicht schenkt. Da fühlen wir uns wohl. Das ist unser Alltagsbewusstsein. So bin ich halt. Ich bin der Schönste, Größte, Beste oder wie auch immer. Oder manchmal ist man ein bissl niedergeschlagen, dann kommt meistens schon etwas Ahrimanisches hinein. Aber das ist nicht das wirkliche Licht, das ist Kleingeld gegenüber dem wirklichen Licht.

An dem arbeiten wir: ahrimanisierte Materie aufzulösen in geistiges Licht

Das wirkliche Licht, also das Bewusstsein für das wirkliche Licht, erkaufen wir uns dadurch, dass jetzt dieser schöne Edelstein, der glänzt, verführerisch glänzt, verdunkelt wird, ahrimanisiert wird eigentlich, schwarz wird, undurchsichtig wird, ja fast Kohle wird, das heißt, das Licht, das geistige Licht, zunächst einmal vollkommen schluckt. Weg ist es! Es ist da drinnen und es ist gefangen. Und es ist nicht nur gefangen, es ist abgetötet zunächst einmal. Und dadurch steht unsere feste Materie da. Dadurch steht unser fester Körper da. Und das verdunkelt uns das Geistige zunächst einmal komplett. Aber es ist nicht weg. Weil er kann, niemals kann der Ahriman das ganze geistige Licht fangen, sondern das strahlt ununterbrochen weiter. Und wie ich am Anfang gesagt habe, wenn wir den Schatten, wenn wir das Dunkle sehen, ist das nur das Zeichen, dass das Licht eigentlich schon da ist. Wir müssen nur eines begreifen lernen, dass wir nicht in dem Edelstein drinnen sitzen in Wahrheit und schon gar nicht in der verdunkelten Kohle drinnen sitzen, sondern wo kommt unser Ich her? Es kommt mit dem Licht. Es ist das Licht. Es ist das Licht selbst. Es kommt aus der ganzen Weltumgebung, aus der ganzen Peripherie heraus. So groß ist es. Aus der Unendlichkeit, wenn man will.

Und diese Kraft vermag zuletzt diese Dunkelheit des Ahriman zu durchdringen, so wie ein Brennpunkt, der sich bildet und das löst dann die ganze Dunkelheit auf. Verwandelt diese ganze ahrimanische Kraft, die da drinnen ist, letztlich wieder zu reinem geistigen Licht. Das ist die Erlösung Ahrimans. Es dauert natürlich noch. Aber an dem arbeiten wir und an dem arbeiten wir beständig. Nämlich wirklich, jetzt schon ganz konkret. Weil das ein Prozess ist, der ununterbrochen in uns passiert, bis auf die materielle Ebene hinunter. Auch in uns wird ununterbrochen ahrimanisierte Materie aufgelöst in geistiges Licht in Wahrheit. Und der Ahriman sorgt dafür, dass gleich wieder neues gefangen wird und das Ganze sich wieder verdichtet, ist schon klar. Aber unser geistiges Licht, das auflöst, ist das Stärkere. Das heißt, es wird letztlich einmal diese ganze Verdunkelung bewältigen. Das heißt, es wird dann diese dunkle Kohle von innen her leuchtend.

Und dazu Mut zu machen, das aus den Bildern herauszulesen, die in der Apokalypse stehen, das ist das Wichtige. Das ist auch das, was der Johannes mit der Apokalypse eigentlich will. Weil es Apokalypse Jesu Christi heißt. Und im Wort Jesu Christi, also im Namen Jesu Christi, in den Initialen, liegt ja auch, wie R. Steiner ganz deutlich hinweist darauf und wie auch jeder sich zeigen kann, das Wort Ich drinnen. Jesus Christus. In den Initialen. J und Ch, wenn man das I halt lateinisch schreibt. Im Lateinischen ist Jesus ja auch mit einem so einem I geschrieben und nicht mit einem J.

Anmerkung eines Zuhörers: "Womit bewiesen wäre, dass es auch aus dem Licht kommt. Das Deutsche verrät uns das. Das "light" im Englischen auch."

Ja. Da ist viel! Licht, light im Englischen ist auch etwas sehr Gutes, weil es auch mit dieser Leichtigkeit zu tun hat. Weil der Ahriman ist nicht nur der Herr der Finsternis, sondern auch der Herr der Schwere, also das, was uns nach unten zieht. Das ist die Kraft, die uns eigentlich ja hinunterzieht ins Reich der Freiheit einerseits. Nur wenn wir zu tief hinunter sinken, dann stecken wir da eben fest. Wir müssen halt den Zwischenzustand lernen, zwischen dem Licht und der Finsternis. Genau in der Ebene dazwischen erwerben wir uns die Freiheit. Wenn wir sie einmal wirklich haben, dann haben wir sie unter allen Bedingungen. Dann brauchen wir das Äußere nicht mehr. Dann kann auch die Erde in der Form, wie wir sie heute kennen, zugrunde gehen. Und ein Prozess, der in diese Richtung läuft, den schildert die Apokalypse. Das ist das Wesentliche.

Geistvertrauen: Vertrauen zu dem Geistigen, das in unserem Ich drinnen liegt

Aber das Wichtige ist, dass wir eigentlich daran lernen müssen, dieses absolute Geistvertrauen. Und zwar dieses Geistvertrauen, zu dem Geistigen, das in unserem Ich selbst drinnen liegt. Denn alles auch was an geistiger Hilfe kommt heute, kommt durch das Ich. In der Vergangenheit war das alles aus der geistigen Außenwelt. Jetzt kommt es von innen die Hilfe. Das ist das Wesentliche.

Frage einer Zuhörerin: "Nicht von beiden Seiten?"

Ja. Aber es verlagert sich immer mehr in das nach innen. Und das, was in die Zukunft führt, ist - es kommt von innen. Weil alle geistigen Wesenheiten bis hinauf zur höchsten Spitze im Ich anwesend sind. Die ganze geistige Welt ist da drinnen. Die Hierarchien sind dann nicht mehr etwas, was da über uns oder außer uns steht in gewisser Weise, sondern sie stehen im Ich. Und jedes individuelle Ich geht sozusagen mit dem Ganzen, mit der ganzen großen Gemeinschaft geistiger Wesenheiten, das heißt mit den ganzen Engelhierarchien, bis hinauf zur Spitze, zur Trinität, die noch über den Hierarchien steht, eine ganz individuelle Partnerschaft ein. Und die Schöpfung kehrt sich komplett um in dem Sinne, dass in der Zukunft die Schöpfung nicht so von der Spitze kommt, sondern aus jedem einzelnen Ich bis in die Weltschöpfung hinein. Und nur ist es so, dass wir halt, also dass wir bewusst das tun können, dass wir das bewusst in die Hand nehmen können, das ist ein sehr, sehr langer Weg. Also dass wir bewusst über diese Kräfte verfügen. Aber es ist ein absoluter, ein absoluter Wendepunkt im Schöpfungsgeschehen überhaupt. Und nicht nur im Schöpfungsgeschehen der Erdenentwickelung, sondern auch der Stufen, die der Erdentwicklung vorangegangen sind.

Die Erdentwicklung geht über sieben Stufen, wobei wir derzeit in der Mitte stehen. Drei sind dem vorausgegangen, drei weitere werden folgen

Wir haben ja öfter darüber gesprochen, dass es schon drei Arten planetarische Verkörperungen der Erde gegeben hat. Und letztlich wird es nach unserer Erde noch weitere drei Verkörperungen der Erde geben, wenn man das so nennen will. Ich will das jetzt gar nicht im Detail schildern, das wird uns zu weit weg. Aber man muss es nur einfach im Bewusstsein haben, die Erde, so wie wir sie kennen, mit unserem ganzen Sonnensystem und allem darum herum, ist nur ein mittlerer Schritt aus einem viel größeren Prozess. Ein Prozess, der zunächst einmal über sieben Stufen geht. Wo wir jetzt gerade in der Mitte stehen. Nicht zufälligerweise stehen wir in der Mitte, weil R. Steiner schildert das immer so sehr schön, wenn ich in einer Landschaft voraus schaue, ist der Horizont vor mir genau so weit weg, wie hinter mir. Ich sehe einfach bis zum Horizont. Aber das gilt genauso für die Richtung nach hinten auch. Also wir stehen immer in der Mitte so gesehen, weil das unser Beobachtungsstandpunkt ist. Also da ist gar nichts Geheimnisvolles dahinter. Und was dann hinter dem Horizont ist, sehen wir halt noch nicht. Also wir können jetzt zumindest mit den geistigen Kräften, die dem Menschen jetzt zugänglich sind, die er jetzt entwickeln kann, die er ins Bewusstsein heben kann, sehen wir eben, übersehen wir drei Stufen nach hinten und drei Stufen nach vorne.

Bei der Schöpfung der Erde wirkte der Christus durch die Gemeinschaft der sieben Elohim

Und wenn die drei Stufen nach vorne, die wir noch vor uns haben, vollendet sind, dann wird eine ganz neue Schöpfung entstehen, wo wir als die großen kosmischen Werkmeister sehr Wesentlich mitbeteiligt sein werden. Indem wir dann dort im Grunde eine ähnliche Aufgabe - nur auf einer höheren Ebene in Wahrheit - ausführen werden, wie sie jetzt bei der ersten Schöpfung, also bei dem mittleren Zustand, die sieben Elohim gemacht haben. Jene sieben Elohim, von denen es in der Bibel heißt:

"Am Anfang schufen die Elohim den Himmel und die Erde."

Und diese Schöpfung wird dann so sein, es ist schon interessant, dass sie hier bei den Elohim eine Gemeinschaft bildet, die die Erdenschöpfung vollbringt. Es ist eine Siebenzahl. Es ist nicht Gott als Einheitsbegriff, sondern ist eine Siebenheit, eine Siebenheit, durch die die Christuskraft wirkt.

Bei der neuen Schöpfung des nächsten Kosmos, nach Ablauf aller sieben kosmischen Zustände, wird der Christus durch die Gemeinschaft aller Menschen wirken

Und bei dieser neuen Schöpfung, die sich also anschließen wird, wenn wir alle sieben Stufen hinter uns haben, dann wird es eine ganze Menschheit sein, durch die, die Christuskraft wirkt und aus dem heraus schöpft. Aber da ist jeder einzelne individuelle Mensch beteiligt daran. Und das ist ein Musterbild, das sich ja schon ankündigt im sozialen Leben der Menschen. Und das wird für die Zukunft immer wichtiger werden, namentlich auch bei der nächsten Kulturepoche, die Gemeinde von Philadelphia, über die wir schon gesprochen haben, die Kulturepoche der Brüderlichkeit. So kann man es halt nennen. Oder der Gemeinsamkeit, könnte man auch sagen. Wo es im Wesentlichen darum gehen wird, dass alles das, was in der Welt an Großem geschaffen wird, durch eine Gemeinschaft von Menschen geschaffen wird. Letztlich durch die ganze Menschengemeinschaft.

Natürlich wird es durch die Wirkung der Widersacher auch Probleme dabei geben. Es wird eine andere Strömung geben. Menschen, die sich aus dieser Gemeinschaft herausreißen, die sich immer mehr isolieren dadurch. Dadurch aber auch immer mehr selbst vom geistigen Zustrom abschließen, den ahrimanischen Mächten verfallen. Und es wird auch eine gewisse Scheidung der Geister daher geben. Also das wird in der nächsten Kulturepoche schon sehr deutlich sein. Es kündigt sich jetzt in Wahrheit schon an. Und es wird also besonders drastisch sein dann in der sogenannten siebenten Kulturepoche. Das ist also der Moment, bevor wir den Aufstieg zum Thron im Himmel machen. Mit dem wir uns heute beschäftigen wollen.

Angst ist ein ahrimanisches Phänomen, die unsere geistige Kraft lähmt

Aber noch einmal, um es ganz eindringlich zu sagen, die wichtige Botschaft ist, dass im Ich des Menschen potenziell die gesamte geistige Kraft vorhanden ist, die gesamte geistige Schöpferkraft, die überhaupt möglich ist, nämlich eine unendliche Schöpferkraft. Und die kann alle Hindernisse überwinden. Also es ist kein Grund Angst zu haben. Die Angst ist das ahrimanische Phänomen. Die entsteht immer dort, wo wir uns abschließen, wo wir sagen, aber meine Kraft ist zu klein. Das ist das, was der Ahriman uns in Wahrheit suggeriert. Und dadurch kommt die Angst. Dann kommt in unserem Denken - die Angst haben wir in Wahrheit ja immer nur bevor das schreckliche Ereignis eintritt. Wir fürchten es. Wir fürchten es, wir sehen es näher kommen, wenn wir mitten drinnen stehen haben wir in Wahrheit gar keine Zeit mehr für die Angst. Dann sind wir beschäftigt damit, damit fertig zu werden. Und die Angst ist nur das, was unsere Kräfte lähmt vorher. Sie ist eigentlich vollkommen unnötig, weil sie ändert an der Situation sowieso nichts. Wenn wir uns fürchten, deswegen kommt es trotzdem auf uns zu. Mit dem Fürchten kriegen wir sie nicht weg. Aber was wir tun, wir lähmen unsere geistigen Kräfte. Die in jeder Weise stark genug sind, damit fertig zu werden.

Ich meine, das heißt natürlich nicht, dass es nicht schwierig wird. Es wäre falsch zu sagen, dass es nicht schwierig wird. Also ich kann nicht sagen: Hurra, wir sind tolle geistige Wesen und alles wird schön und alles wird gut. Das ist ein weiter Weg dorthin. Und wir müssen uns aber auch bewusst sein, dass diese Stolpersteine, diese Hindernisse, diese Dunkelheit, die wir überwinden müssen, dass die uns gerade hilft, wach zu werden und uns der geistigen Kräfte bewusst zu werden, die wir haben. Wir können sie eigentlich nur deswegen noch nicht so richtig benutzen, weil wir uns ihrer noch gar nicht bewusst geworden sind. Sie sind eigentlich schon da. Nur, sie nützen uns nichts, weil wir nichts davon wissen. Wir haben es einfach noch nicht mitbekommen. Und das geht aber auch nicht so einfach, dass ich sage, na schlage ein Buch auf, dort steht alles drin. Die müssen wir uns halt auf dem Weg erarbeiten, das Bewusstsein. Das ist das große Buch des Lebens lesen. Aber das ist eben ein anderes Lesen. Das ist ein erlebendes Lesen.

Im Mittelalter waren die Menschen tief erschüttert, wenn man ihnen die imaginativen Bilder der Apokalypse vorgelesen hat

Und gerade die Apokalypse, wenn man sie erlebend liest, dann hilft sie, diese Kräfte ins Bewusstsein zu bringen. Einmal anfänglich. Aber dann muss ich wirklich einsteigen darauf. Dann muss ich auch mich auf die dunklen Seiten, auf die Schilderungen, die mir halt nicht so gefallen, einlassen. Und zwar wirklich mit vollem Bewusstsein einlassen. Und das ist heute gar nicht so schwer. Man muss denken, wenn in früheren Zeiten, sagen wir im Mittelalter, die Menschen, ich will gar nicht sagen die Apokalypse gelesen haben, weil die wenigsten konnten sie lesen. Sie war ja nur in Lateinisch da. Es konnten also nur die Mönche lesen. Und ansonsten hat man sie vorgelesen oder darüber gepredigt. Die Apokalypse ist ja überhaupt nicht so ein Alltagsbuch auch in der Kirche nicht gewesen, aber wenn man etwas daraus vorgetragen hat, dann hat es die Menschen tief erschüttert. Weil sie einfach aus dem Wort heraus schon das innerlich so stark miterlebt haben, dass sie erschüttert waren. Und das war das Wichtige daran, weil sie daran erwachen.

Das Lesen der Apokalypse hilft uns dabei, uns der Kräfte unseres Ich bewusst zu werden - dafür aufzuwachen

Heute haben wir es viel schwerer. Nicht wahr, wir sind gewohnt, bitte, alle möglichen Krimi, Tschingbumm und weiß Gott, was man alles sieht. Wir werden von außen beschossen mit diesen Dingen. Und was machen sie? Naja, ist eh nicht so schrecklich! Habe ich eh im Film schon zehn Mal irgendwo gesehen. Also das heißt, wir stumpfen ab. Das ist die große Gefahr! Das ist die typische Verführung jetzt der Widersacher, die uns natürlich ablenken wollen. Einerseits brauchen wir sie, dass wir bewusst werden, andererseits tun sie alles dazu, um uns unbewusst werden zu lassen. Es ist also geradezu Paradox. Aber das heißt, es ist gut, diese Schilderungen, die eben aus Imaginationen heraus stammen, wirklich zu verinnerlichen, sie sich innerlich aufzubauen und sich mit dem ganzen Gemüt hineinzuversetzen und das wirklich zu durchleben. Dann wacht man daran auf. Und dann wird man plötzlich irgendwann, wenn man das eine Zeit gemacht hat, sich bewusst, welche neue Kraft in mir aufgewacht ist, die vorher geschlafen hat.

Das ist also der Sinn dieser Bilder, die da drinnen sind. Es ist eben wirklich nicht ein Lesebuch. Es ist auch nicht eine Horrorvision der Zukunft. Sondern es ist ein Übungsbuch, um aufzuwachen zu dem, wozu wir in Wahrheit fähig sind. Wir fähig sind.

Mit dem Kreuzestod des Christus hat sich der Weg von der Allmacht Gottes zur Ohnmacht Gottes vollendet

Weil die ganze geistige Welt sich unserem Willen fügt. Die ganze geistige Welt fügt sich dem Willen des Menschen, wenn er aus der Freiheit heraus handelt. Das ist die komplette Umdrehung. Ich meine, mit dem Kreuzestod des Christus hat sich der Weg von der Allmacht Gottes zur Ohnmacht Gottes vollendet. Nicht wahr, der Kreuzestod ist das höchste Zeichen der Ohnmacht Gottes in gewisser Weise. Und das zu dem Dienst das immer größer die geistige Macht des Menschen wird. Das muss man sich einmal vor Augen halten, wie das das ganze Bild umdreht. In wenigen religiösen Bekenntnissen wird das heute klar ausgesprochen, sondern ganz das Gegenteil. Weil es ist doch ganz deutlich in der Kirchenlehre so in der katholischen Kirchenlehre und woanders ist es auch nicht anders, wird sehr stark betont die unübersteigbare Kluft zwischen Gott und dem Menschen. Und damit ist alles, um was es geht im Christentum jetzt namentlich im Grunde schon ausgelöscht. Da ist das Verständnis für alles, um was es im Christentum wirklich geht, ausgelöscht. Das Wesentliche des Christentums ist, dass sich der Christus in die Hände der Menschen begeben hat. Das ist das Wesentliche.

Die Menschwerdung Gottes vollzieht sich in jedem einzelnen Menschen

Und damit ist nicht die äußere Geschichte gemeint, sondern die ist ein Bild für einen inneren Prozess. Das ist gemeint mit der Menschwerdung Gottes. Und die Menschwerdung Gottes vollzieht sich in jedem einzelnen Menschen in Wahrheit. In jedem einzelnen. Und ja, damit verbunden ist natürlich, dass auch wir immer wieder durch unser Golgatha gehen in gewisser Weise. Vielleicht in kleinerem Maßstab zunächst, aber das heißt, wir haben diesen Prozess zu vollziehen, eben durch den Tod zu gehen, in die Unterwelt hineinzugehen, abzusteigen, in das Reich des Todes und das letztlich zu durchhellen, zu durchleuchten. Das ist der Weg, um den es geht. Und wie gesagt, wir haben die größtmögliche Hilfe dabei, weil durch unser Ich die Kraft aller Hierarchien einströmt und sich in unseren Dienst stellt, unseren Willen erfüllt. Uns hilft, unseren Willen zu erfüllen, sodass es unsere freie Tat wird in jedem einzelnen Moment.

Wie gesagt, bis wir wirklich im großen Stil weltschöpferisch werden, das ist ein sehr, sehr weiter Weg. Also das wird erst am Ende dieser sieben planetarischen Zustände sein. Dann fängt was völlig Neues an, was wir jetzt überhaupt noch nicht übersehen können, weil es dann wirklich ein kompletter Neubeginn ist. Also da kann man ja nicht sagen, so oder so wird das werden, sondern es wird von uns abhängen, wie das wird. Und zwar von der Menschheit insgesamt. Wir müssen nur aufpassen, dass eben diese Scheidung der Geister, dass die nicht so schlimm wird, dass nicht zu viele Menschen, im besten Fall gar keine Menschen ausscheiden aus diesem Weg. Aber diese Spannung wird natürlich immer größer werden, dass Menschen einfach sich nicht eben auf ihr Ich stellen wollen oder Angst davor haben, eben durch die Widersacher verführt, Angst davor haben, sich auf ihr Ich zu stellen. Kleinmütig sind in dem Sinne, dass sie nicht das Vertrauen zu ihrer Ich-Kraft haben und dann ins Ego zurückfallen und dann haben ihn die Widersacher. Das ist das große Problem.

Wichtigste Aufgabe in der Zukunft: Was können wir für andere tun?

Da ist aber die andere Seite die, dass die, die sich also durch die Widersacher nicht hinunterziehen lassen, dass die durchaus die Möglichkeit haben, den anderen, die kleinmütig geworden sind, zu helfen. Das wird eine der wichtigsten Aufgaben für die Zukunft sein: Was können wir für die anderen tun? Was können wir überhaupt für einander tun? Das wird also spätestens in der nächsten Kulturepoche die ganz zentrale Frage werden! Was wir tun, tun wir für die anderen. Und gerade dadurch für uns selbst am allerstärksten. Gerade dadurch. Aber das heißt, wir orientieren uns in dem, was wir tun, an dem, was die anderen an Hilfe und Unterstützung bedürfen. Und wir alle brauchen das, weil letztlich wird das einmal, wenn dann wirklich alle sieben großen Perioden vorbei sind und wir in diese neue Schöpfung aufbrechen, dann wird es eine gemeinsame Tat der ganzen Menschheit sein. Und dann ist einer auf den anderen angewiesen. Und wenn einer nicht mittun würde, würde das Werk Gottes kleiner. Das, das das ist das Wesentliche.

Gut, da brauchen wir uns jetzt noch keine großen Sorgen machen muss, weil es noch weit weg liegt. Aber wir müssen uns jetzt bereits die große Sorge machen, darum wirklich die geistige Gemeinschaft mit anderen zu finden, völlig unverstellt von Ich zu Ich, das heißt von Herz zu Herz, unabhängig vom sozialen Stand oder von Sonstigem, unabhängig von Sympathien und Antipathien. Auch das ist wichtig! Unabhängig davon, dass man sagt, nein, ich habe Recht und der hat Unrecht. Sondern wo man erkennt den geistigen Impuls, der im anderen lebt und ihn begrüßt, eben gerade weil er anders ist als meiner. Weil jeder Impuls ist anders in Wahrheit. Wenn wir von Anthroposophie zum Beispiel reden: Anthroposophie in Wahrheit, wirklich ist sie nur dort, wo sie in jedem einzelnen Menschen wirklich wird. Und das heißt, es gibt sie so oft, als es wirkliche Anthroposophen gibt oder wenn ich es allgemeiner sage, als es wirklich geistig strebende Menschen gibt. So oft gibt's das und so viele unterschiedliche Systeme wird es geben, weil jeder Seines finden muss und aus dem agieren muss. Es gibt welche, die enger beisammen liegen, welche, die weiter auseinander liegen. Aber letztlich, um vorwärts zu kommen, brauchen wir alle.

Die Perspektive, das Gute sei das größtmögliche Glück aller Menschen, ist der Weg in den absoluten Abgrund

Wir brauchen nur nicht die, die halt von den Widersachern inspiriert sind. Das muss man auch dazusagen. Und es gibt natürlich viele auch geistige Bestrebungen, die sich als geistig ausgeben, aber in Wahrheit widergeistig sind, weil die Widersacher drinnen wirken. Weil die haben genauso ihre Geistesschulung. Aber die schaut halt anders aus. Da gibt es sehr stark die luziferische. Und da gibt es natürlich auch die ahrimanische. Die ahrimanische zum Beispiel interessanterweise ist die, die so die große Devise hat, die eigentlich jetzt immer mehr in die Welt hineinkommt und die wirklich die fatalste Perspektive ist: Das Gute ist das größtmögliche Glück aller Menschen auf Erden. Das würde die Menschheit ganz an die äußere Welt fesseln. Es würde den Seelentod bedeuten. Und es würde bedeuten, dass der Mensch sich nicht mehr geistig weiterentwickeln kann.

Nicht wahr, damit ist dieses Glück gemeint, das eben genau alle diese schwarzen Punkte, diese Finsternis nicht sieht, dass er an der vorbeigeht, vorbeigeführt wird. Und dann verkümmert er geistig. Weil er sich dann seines geistigen Lichtes nicht bewusst wird. Dann verliert er sein Ich sehr schnell. Das ist klar, wenn das wirklich durchgeführt wird. Es schaut so toll aus, alle sollen glücklich sein. Das ganze Leben lang sollen alle glücklich sein. Das hört sich unheimlich verführerisch an. Und dabei ist das der Weg in den absoluten Abgrund. Es würde unser Ich letztlich auslöschen. Ich sage das jetzt nur einmal so hinein. Es ist sicher nicht das letzte Wort dazu gesprochen, da wird es noch einiges zu sagen geben. Aber man muss über viele Dinge anders denken lernen dabei, als man gewöhnlich denkt und als man gewöhnlich sich auch wünscht. Damit ist nicht gesagt, dass man sich jetzt jeden Tag geißeln muss, das ist genauso unsinnig. Das bringt es nicht. Es geht einfach darum, dass wir die Finsternis, die sich uns gegenüberstellt, dass wir die überwinden. Weil sie stellt sich nur uns gegenüber, weil wir eigentlich schon das geistige Licht haben, das sie sichtbar macht und das sie auflösen kann. Und daher ist es in dem Moment die Aufgabe, das zu tun. Ganz einfach. Ja, einfach ist es natürlich nicht in Wirklichkeit, aber das Prinzip ist einfach. Das wollte ich nur vorausschicken. Damit wir sehen, wie anders man denken kann, auch über diese Dinge und sollte.

Unterschied zwischen Vision und Imagination

Aber jetzt, nach dieser, sage ich einmal, bitteren Pille, haben wir uns verdient, dass wir zum Thron des Himmels ein Auge werfen dürfen. Und dieser Thron des Himmels wird ja in der Bibel selbst mehrmals erwähnt. Also nicht nur in der Apokalypse selbst, sondern bereits im Alten Testament gibt es einige Stellen, wo das gemacht wird. Also eine bekannte Stelle ist bei Jesaja, wo er das schildert. Im Übrigen auch nachdem vorher also Gott flucht über das Volk Israel, weil die halt alle so wenig seinen Geboten folgen und aus dem heraus kommt dann Jesaja in diese Vision hinein. Man kann es nur eine Vision nennen, weil - das habe ich ja auch in den letzten Vorträgen immer wieder gesagt - in den alten Zeiten war das Hellsehen wirklich so, dass es einen mehr sinnesartigen oder traumartigen Charakter hatte, das heißt wirklichen in Sinnesqualitäten unmittelbar erlebt wurde. Das heißt, diese Übersetzung passierte automatisch. Ich habe aber auch gesagt, dass der heutige geistige Weg zu einer wirklichen Imagination so ist, dass wir direkt zu dem übersinnlichen, das heißt dem rein seelisch-geistigen Erleben kommen. Und da ist halt nichts Sinnliches mehr drinnen.

Das Sinnliche, das kommt durch den Einschlag der Widersacher. Und das ist in den alten Schilderungen drinnen. Beim neuen Weg ist es in den Schilderungen zwangsläufig immer noch drinnen, weil man sonst gar nicht darüber reden kann. Das ist das Problem. Wir müssen uns nur trotzdem bewusst werden, dass ein Unterschied ist in der Art, wie es ein Jesaja erlebt im Alten Testament und wie es ein Johannes erlebt, wenn er die Apokalypse schreibt. Nur - wir müssen es immer wieder in sinnliche Bilder übersetzen. Noch! Bis wir soweit sind, dass wir eine Sprache entwickelt haben auch für das Übersinnliche. Und das geht aber nur, wenn genügend Menschen da sind, die dieses übersinnliche Erleben, das in Wahrheit jeder hat, ins Bewusstsein hebt. Dass wir das ins Bewusstsein heben.

Das Problem ist nicht, überhaupt zu einer übersinnlichen Wahrnehmung zu kommen. Denn wir haben sie alle. Alle. Alle wie wir da sitzen oder stehen oder sonst wo. Wir haben sie alle. Nur wir verschlafen sie. Es ist so, wie, weiß ich nicht, wenn ich beim Fenster rausschau und es ist aber Nacht, dann sehe ich nur mein Spiegelbild im Fenster wenn es draußen finster ist. Sehe nur mich selber. Das ist die sinnliche Welt. Ich sehe meinen sinnlichen Abdruck. Und das ist in Wahrheit gar keine Realität, sondern es ist nur ein Spiegelbild. Wenn die geistige Sonne aufgeht, das heißt mein Ich aufgeht, das von draußen herein scheint, plötzlich geht die ganze Welt für mich auf. In dem Fall jetzt sinnliche.

Aber so ist es dann bei der geistigen Welt auch. Sie ist uns nur verdunkelt. Namentlich durch die ahrimanischen Kräfte. Der ist der Hauptverdunkler. Und da müssen wir eben lernen, jetzt mit der Kraft unseres Ichs das zu durchleuchten. Dann kommen wir auf eine wirkliche andere Art in diese Imaginationen hinein. Dann sind es keine Visionen mehr, sondern Imaginationen. Vision hat eben immer diesen sinnesartigen Charakter. Das war in der Vergangenheit auch im Hellsehen so. Im Modernen ist es nicht so. Da müssen wir ganz bewusst sein dabei auch bei der Übersetzung ins sinnliche Bild. Und uns daher ganz bewusst sein, ja, für einen bestimmten Kulturzusammenhang oder für bestimmte Menschen übersetze ich es in dieses Bild. Für andere übersetze ich es in ein anderes Bild, das ihren Gewohnheiten angemessen ist. Also das heißt, welche sinnlichen Übersetzungen ich verwenden kann, hängt dann nämlich sehr stark ab von den Menschen, zu denen ich spreche, für die ich es verkünde. Das ist nicht die Wirklichkeit, aber es ist ein äußeres Bild, das die Menschen doch anregen kann dazu, sich hinein zu versenken in das, dabei gewisse seelische Erschütterungen zu erleben und diese seelischen Erschütterungen, die Sie darin erleben, sind eigentlich schon der Anfang der Wahrnehmung der Imagination. Weil so ist es eigentlich.

Imagination ist eine rein seelische Wahrnehmung

Nicht wahr, die Imagination ist eine rein seelische Wahrnehmung. Also nichts Sinnliches dabei. Und was habe ich im Seelischen? Am deutlichsten spüren wir es halt im Gemütsleben in der Mitte da drinnen. Weil der Wille ist eigentlich zu unbewusst. Da merken wir nichts. Vielleicht wenn es als Emotion heraufkommt, das ist so ein Übergang zwischen Wille und Gefühl, aber wenn es so ins Gefühlsleben heraufkommt, da kriegen wir eine Ahnung, was das Seelische ist. Ist natürlich auch noch ganz abgeschattet durch die Art, wie wir es in unserem Organismus erleben. Aber wenn man feiner hineingeht, spürt man doch ein bisschen etwas, was das Seelische ist. Und das heißt, wenn ich jetzt lese, so etwas wie die Apokalypse und es so lese, dass es mich wirklich seelisch erschüttert. Dass ich es durchleide, dass ich aber auch die Freude erlebe, wenn ich ins Licht durchstoße. Dann sind diese Erlebnisse bereits der Anfang der eigentlichen Imagination. Und irgendwann bin ich so weit, dass dieses zunächst gefühlhafte, seelenhafte, seelische Erleben so stark und reich wird, dass es zur Imagination wird. Dass ich dieses seelische Erleben überschaue als Ganzes, dass ich mich frei darin bewegen kann.

Das Interessante ist, dass es dann absolut den egoistischen Charakter verliert. Nicht wahr, in unserer Gefühlsstimmung haben wir immer noch einen gewissen egoistischen Charakter, dass ich sage, ja, das gefällt mir oder das ist mir angenehm oder das ist mir unangenehm. Da ist Sympathie noch etwas wie: Ja, schön! Und Antipathie: Mag ich nicht! Da hat es noch nicht diesen objektiven Charakter, den es dann in der wirklichen Imagination bekommt. Da heißt Sympathie nichts anderes mehr, als ich verbinde mich mit einem geistigen Wesen und Antipathie, ich löse mich wieder von einem geistigen Wesen. Und das jetzt in hoch differenzierter Weise mit einer ganzen Menge geistiger Wesenheiten. Das taucht dann auf.

Das taucht aber auf aus dieser zuerst gefühlsartigen halt noch bisserl, daher vom Egoismus verfälschten Stimmung heraus, aber aus der taucht die Imagination auf. Und wenn ich dann dieses seelische Erleben, das heißt dieses ganz Schlimme, dieses ganz Arge, aber jetzt in völliger Ruhe erleben kann, wenn ich sozusagen die Erschütterung erleben kann, ohne erschüttert zu sein und sie trotzdem zu spüren. Aber nicht niedergeschlagen zu sein dabei. Auch nicht bei der schönen Seite euphorisch zu sein, sondern sie einfach in ihrem Charakter zu erleben. Dann bin in der Imagination drinnen. Wenn ich das habe und mich in diesem Seelenpanorama bewegen kann sozusagen, es überschauen kann, dann habe ich sie. Aber dann kann ich nicht darüber sprechen, weil mich die Leute nicht verstehen würden, weil ich auch keine Worte dafür habe. Ich kann es zwar erleben, aber ich kann es nicht weitergeben. Und dann muss ich übersetzen in Worte, die der andere verstehen kann. Sein Entwicklungsgrad gemäß, seinem kulturellen Umfeld gemäß. Und so weiter.

Mit-Teilen einer Imagination

Das wird das Wichtigste sein für die nähere Zukunft, um überhaupt geistige Wahrheiten mitzuteilen. Nicht wahr, sie müssen eigentlich immer wieder neu formuliert, neu übersetzt werden in unsere Sprache hinein. Und zwar aus dem unmittelbaren Erlebnis letztlich heraus. Dann kann ich wirklich die Menschen erreichen. Und da muss ich sehr, sehr, sehr wach sein dabei die Menschen zu erleben, sie eigentlich im Grunde einbeziehen in die Imagination. Das heißt, die Menschen, zu denen man spricht über die Apokalypse, die sind mitten drinnen in dem in Wahrheit. Die muss ich da drinnen finden. Ich kann nicht abstrakt das Vorlesen zu irgendwem. Sondern ich muss es eigentlich prägen durch die Art, wie ich es sage, selbst wenn ich die gleichen Worte verwende, die da drinnen stehen. Aber ich muss sie trotzdem in ihrem Gewicht, in der Stimmung, in der ich es vortrage, genau sprechen für die, die mir zuhören. Dann kann ich die Menschen erreichen.

Da sind wir völlig weg von dem, dass das irgend so etwas wie Information sein könnte. Ich informiere mich darüber, was da drin steht. Information ist etwas ganz Äußerliches. Aber es kann auf höchster Ebene dazu werden, dass es wirklich ein seelischer Austausch ist. Und dann sind die Worte in Wahrheit sowieso schon uninteressant. Sie sind nur das Werkzeug, das Transportmittel sozusagen, das wir heute noch brauchen. Aber weder der, der spricht, noch dann letztlich der, der zuhört, achtet in Wahrheit auf die Worte, sondern auf das Seelische, das in ihm dadurch erregt wird und das ihm zu Bewusstsein kommt. Und so muss man heute über Geistiges sprechen in Wahrheit. Dass man wirklich diesen Austausch schafft vom innersten Kern des einen Menschen zum anderen Menschen. Also dort muss es hingehen. Diese Erschütterung muss da sein. Und wenn die nicht da ist, ist gar nichts da in Wahrheit. Ich kann logisch geordnet, gelehrt darüber reden, ich kann das sehr exakt in eine Reihenfolge Punkt1, Punkt 2, Punkt 3 bringen und es hat keinen Wert, wenn nicht dieses seelische Erleben da ist, um das es eigentlich geht. (Allgemeiner Applaus).

Jahwe-Elohim - der Sprecher der sieben Elohim, der Geister der Form

Naja, jetzt wollen wir endlich zum Thron Gottes kommen. Den haben wir uns jetzt ehrlich verdient. Aber ich fange einmal mit Jesaja an. Damit ich euch ein bisschen zeige, so wie das geschildert wird. Es wird nämlich immer wieder sehr ähnlich geschildert, aber mit leichten Differenzen. Also das heißt, die Schilderung, die dann bei Johannes vorkommt, ist nicht ganz neu, aber doch wieder in neuer Art gefasst.

Also Jesaja schildert das so:

"In dem Jahr, als der König Usier starb, sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und sein Saum füllte den Tempel."

Also es geht um den Herrn. Jetzt ist im Alten Testament jetzt immer die Frage: Wer ist denn das? Also es einfach mit Gott zu übersetzen, ist falsch. Bei den Hebräern ist zu der Zeit eigentlich immer Jahwe gemeint. Jahwe ist in Wahrheit einer der sieben Elohim, über die haben wir heute schon gesprochen, einer der sieben Schöpfergötter, die die Erdenschöpfung hervorgebracht haben mithilfe des Christus, aber Jahwe-Elohim, also einer dieser sieben Elohim. Und es heißt tatsächlich in der Bibel dann im zweiten Kapitel, plötzlich heißt es nicht mehr die Elohim, sondern es heißt dann plötzlich Jahwe-Elohim. Ist beides drinnen dann. Also es wird übergeleitet.

Und dieser Jahwe-Elohim ist sozusagen, man könnte sagen, der Sprecher dieser sieben Elohim, weil durch ihn am stärksten der Christus spricht. Und er ist der, der die Christus-Kraft am stärksten herein holt in die Gemeinschaft. Und oft ist es eben so, dass einer in der Gemeinschaft dann der Sprecher für alle ist in gewisser Weise. Weil er es halt gerade gut formulieren kann oder geeignet ist. Ich meine, wenn wir hier in einer Gemeinschaft sind, dann bin ich der Sprecher, ich bin der, der quagelt und erzählt und nach außen tritt, aber ohne euch ist es genauso nicht möglich. Es ist wieder die Gemeinschaft die nötig ist. Also kein Vortrag über dieses Thema wäre möglich, wenn ich es in den leeren Raum hinein spräche. Niemand könnte das. Das ist sinnlos. Es muss ein Bewusstsein da sein, und zwar sehr konkretes Bewusstsein für die Menschen, die mit dabei sind. Und je größer dieses Bewusstsein wird, irgendwann einmal wird es so weit sein, dass die ganze Menschheit eingeschlossen ist.

Ich meine, das ist das Bewusstsein, das der Christus natürlich als er gesprochen hat, als er in seinem Erdenleben war, hatte. Auch das muss man sich vorstellen, er hatte ein gewisses Bewusstsein von der gesamten Menschheit, nicht nur von den Menschen, die jetzt gerade mit ihm in Palästina zusammenkommen. Sondern er hat auf der seelisch-geistigen Ebene ein, wie soll ich sagen, ein Wissen oder ein Spüren jedes einzelnen Menschen, der auf Erden lebt. Ich meine, davon sind wir noch sehr weit entfernt, dass wir das können. Ich meine, es wird ein Ziel sein, dass wir in der nächsten Kulturepoche dem nahekommen. Dem nahekommen. Das heißt nicht, dass wir ein Wissen davon haben, was denkt der jetzt gerade? Um das geht es überhaupt nicht. Das ist sowieso nur das Spiegelbildbewusstsein, also das ist in Wahrheit das Uninteressante. Sondern es geht darum zu erleben, was ist wirklich dessen seelisch-geistiges Wesen? Und das einzubeziehen und zu wissen, ich arbeite für dich und für dich und für dich und für dich, weil ich mit meinem das ergänzen kann, was du hast. Und umgekehrt brauche ich aber auch deinen Impuls. Weil ohne den ist das ganze Werk einfach viel kleiner. Also dieses Miteinander ist das Wichtige.

Jahwe - Adonai - Herr - der Name Ich

Ja, gehen wir weiter. Also da ist der Thron und auf dem sitzt der Herr. Und tatsächlich heißt es hier, also der Thron des Herrn, also Adonai wird das dann oft auch in der Bibel gesagt, weil sie das Wort Jahwe nicht aussprechen. Es steht zwar im Text drinnen, aber immer wenn man es als Hebräer, als Jude, damals und auch heute noch, wenn dort Jahwe steht, sprechen Sie Adonai, Herr. Weil das Jahwe ist der unaussprechliche Name Gottes. Ja, der Name Ich. Er ist eigentlich unaussprechlich. Weil niemand kann zum anderen Ich sagen. Ich kann es eigentlich nur innerlich zu mir selber sagen, wenn es wirklich Realität sein kann. Man muss es also im Inneren, vom Inneren her erfassen und ich kann es beim anderen nur dann erfassen, wenn ich mich intuitiv mit ihm verbinde, das heißt wirklich ganz in sein Wesen eintauche mit meinem Bewusstsein und bereit bin, meines für diesen Moment völlig loszulassen. Völlig loszulassen.

Und natürlich brauche ich dann wieder das Zurückkommen auch. Das habe ich eh schon ein paar Mal geschildert, wie das eigentlich im normalen sozialen Prozess immer bis zu einem gewissen Grad stattfindet. Wir tauchen ein in den anderen und vergessen uns dabei für einen Moment. Und was wir aus dem zurück nehmen, wenn wir wieder zu uns selbst aufwachen. Dadurch erkennen wir ein Zipfel von ihm, wie er wirklich ist. Nicht nur die äußere Maske, wie er sich gibt oder erscheint, ob er gebildet ist, gepflegt ist oder sonst was. Ob er uns vom Gesicht her sympathisch ist oder unsympathisch, das ist ja alles unwichtig. Das hat mit der Individualität nicht das Geringste zu tun. Sondern dass wir eintauchen in das, was wir nicht sehen, nicht hören, nicht riechen, nicht schmecken kann, sondern was im tiefsten Inneren den Menschen bewegt. Dort einzutauchen. Dort kommen wir zum unaussprechlichen Namen Gottes. Das heißt, in jeder menschlichen Begegnung spielt das eine Rolle. Weil auf dem Thron sitzt sozusagen diese ganze schöpferische Kraft. Und das ist die Kraft, die in unserem Ich, in jedem Ich drinnen ist. Also es ist auch eine Selbstbegegnung, die wir haben, in Wahrheit. Nur halt jetzt in der großen Dimension gesehen, in dem, was wir irgendwann einmal erwecken können. Jetzt ist es halt  noch klein.

Hierarchie geistiger Wesen - neun Engelchöre

Ja, dieser Thron im Himmel, der steht natürlich irgendwie sehr weit oben. Oben jetzt natürlich nicht im Räumlichen gesehen, sondern in der Stufenleiter der geistigen Wesenheiten, von der aus gesehen. Und diese Stufenleiter der geistigen Wesenheiten bedeutet halt einmal vom Menschen aufwärts über die neun Engelchöre, also Engel, Erzengel, Urengel. Dann kommen die besagten Elohim oder Geister der Form auch genannt, dann die Geister der Bewegung, die Geister der Weisheit. Da sind wir schon sehr hoch oben, aber da ist wieder so eine mittlere Dreiheit. Also die Elohim, die Schöpfergötter der Bibel, die Geister der Bewegung, die Geister der Weisheit. Dann kommen wir in die höchste Dreiergruppe mit den Thronen. Aha, das ist eine Engelhierarchie, die heißt Throne. Die haben was mit dem Thron zu tun. Ganz stark. Also da fängt es schon jetzt so richtig an. Die heißen nicht umsonst Throne. Die wirken zum Beispiel auch in allem, was unsere materielle Welt ist. Sie sind eigentlich - wenn mich jetzt wer fragt, was ist Stoff, was ist Materie? Dann sage ich: Es ist die Willenskraft der Throne, eingefangen, eingesperrt durch den Ahriman. Das ist es. Ja, das ist alles. Da klopfen wir auf die Throne, die sich der Herr Ahriman eingefangen hat, weil sie sich einfangen ließen. Es ist ja nicht so, dass der Ahriman die Kraft dazu hätte, wenn sie es nicht zuließen. Sie lassen es zu, weil hier das Reich der Finsternis ja entstehen soll, damit wir die Freiheit haben. Dass wir brav in dem Reich der Finsternis spazieren gehen können. Darum lassen sie sich dort einfangen.

Die Throne haben mit unserem Planetensystem zu tun

Ja, und was ist noch über den Thronen? Dann kommen über den Thronen, also die Throne, wenn man sie jetzt in Zusammenhang bringen wollte mit den kosmischen Verhältnissen, könnte man sagen, dass die Throne in etwa das sind, was unser ganzes Planetensystem umfasst. Also einerseits das ganze Stoffliche, aber ihre geistige Wirksamkeit umfasst unser ganzes Planetensystem. Also namentlich bis zur Saturnbahn hinaus, aber in Wahrheit noch über das hinaus, was auch zum Sonnensystem noch gehört. Es ist ja eigentlich ein eigenständiges, sehr lebendiges Gebilde, unser Sonnensystem. Das reicht noch über die Saturnbahn hinaus. Mehr hat man natürlich in der Vergangenheit mit freiem Auge nicht sehen können. Aber es ist noch etwas, was dazugehört in gewisser Weise. In gewisser Weise. Aber es hat schon seine Berechtigung, dass man sagt, okay, mit der Saturnbahn ist das, was uns unmittelbar betrifft, aus, aber da ist noch etwas, was auch noch dazugehört trotzdem.

Die Cherubim haben mit unserem Tierkreis zu tun

Mit dem haben die Throne zu tun. So groß sind die sozusagen. Geistig gesehen so groß, nicht räumlich, aber geistig gesehen so groß. Aber weit über die Throne hinaus, gehen jetzt noch die Cherubim. Die Cherubim, na, es wird gesagt, dass am Tor des Paradieses ein Cherubim steht, ein Cherub steht, der verhindern soll, dass die Menschheit wieder hineinkommt dort. Zumindest nicht, bevor sie wieder reif ist dazu. Die Cherubim sind die Tierkreiswesenheiten. Das heißt, sie haben mit dem großen kosmischen Umkreis zu tun, der unmittelbar mit unserer Erdenentwickelung zu tun hat. Man muss denken, jedes Planetensystem - und es gibt mit Sicherheit viele, viele Milliarden Planetensysteme da draußen - jedes Planetensystem hat seinen Tierkreis und es ist nicht der gleiche wie unserer. Ein Tierkreis, dessen Mittelpunkt sozusagen in gewisser Weise dieses besondere Planetensystem ist. Auch das ist für uns heute noch fast unvorstellbar, wenn wir da hinausschauen nach dem Himmel, nur die Sterne sehen, uns denken, die meisten davon vom haben Planeten, die meisten sind Systeme, auf denen sich geistige Wesenheiten entwickeln. In welcher Form auch immer. In den wenigsten Fällen wird es so sein, dass sie sich in physischer Form entwickeln. Das ist also eine Besonderheit, die bei uns der Fall ist. Vielleicht gibt es das bei anderen auch, aber bis dorthin sehen wir halt zunächst noch nicht. Aber die Cherubim sind jedenfalls Wesenheiten, die mit unserem Tierkreis zu tun haben. Und andere Planetensysteme haben andere Cherubim, die also auch auf der gleichen Stufe stehen. Aber es ist immer noch eine gewisse Einschränkung drinnen. Und dann gibt es die Allerhöchsten, die im Grunde den gesamten Kosmos umfassen. Und die wirklich den Austausch zwischen allen Sternensystemen herstellen, die es gibt. Die ein Bewusstsein haben für den gesamten Kosmos, das heißt für alle geistigen Wesenheiten, die im Kosmos vorhanden sind. Das ist es nämlich.


Die Seraphim haben mit dem Kosmos zu tun

Also ein Seraphim hat das Bewusstsein aller geistigen Wesenheiten, die es im Kosmos gibt. Das ist ihre Aufgabe. Kann man sich nicht vorstellen. Kann man sich im Grunde nicht vorstellen, obwohl wir theoretisch auch darin leben. Das Problem ist nur, wir können es nicht ins Bewusstsein heben. Aber wir sind mit allen geistigen Wesenheiten des gesamten Kosmos verbunden in einer gewissen Weise. Sie wären uns alle geistig zugänglich, wenn wir wach genug wären dafür. Ja, nur das ist halt eine Riesendimension. Ich meine, wir lernen es jetzt im Kleinen, in den sozialen Gemeinschaften, wo sich ein paar Menschen zusammenfinden und man versucht, das Wesen der paar Menschen, die da beisammen sind, wirklich zu erfassen oder ein Zipfel davon zu erfassen, nämlich das, was den Kern ausmacht, nicht das, was das Äußere ausmacht, sondern das Innere. Das was dieser Mensch als eigentliche geistige Triebkraft in sich hat. Als geistige Aufgabe in sich hat, weil er sich die gewählt hat. Davon etwas zu erfassen. Da fängt es an. Jetzt muss man sich aber vorstellen, wie groß das ist, wenn man den ganzen Kosmos umspannen wollte. Dort sind die Seraphim. Und genau die sind jetzt nämlich da um den Thron herum.

Zebaoth - Herr der Heerscharen. Ein kriegerischer Unterton. Heute müssen wir - sozusagen als Preis der Freiheit - die Erschütterungen in uns selber erzeugen

"Seraphim standen über ihm, ein jeder hatte sechs Flügel, mit zwei entdeckten sie ihr Antlitz, mit zwei entdeckten sie ihre Füße und mit zweien flogen sie. Und einer rief zum anderen und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth. Alle Lande sind seiner Ehre voll. Und die Schwellen bebten von der Stimme ihres Rufes, und das Haus war voller Rauch“, und so weiter, und so weiter. Will ich jetzt gar nicht weiterlesen. Nur bis da her. Der Herr Zebaoth ist der Herr der Heerscharen. Also einer der Namen des Herrn, einer der vielen, vielen Namen des Herrn, die es gibt. Immer wenn der Herr Zebaoth genannt ist, ist ein sehr kriegerische Unterton. Da wird es immer sehr heftig. Und namentlich im Alten Testament kommt das sehr häufig vor. Also da wird immer wieder sehr stark der strafende Gott gezeigt, der die Menschheit halt erzieht durch seine Strafen, eben durch die Erschütterungen, die er erzeugt. Ich meine, heute ist es so, dass wir uns eigentlich diese Erschütterungen selbst erzeugen müssen. Das ist unsere Schicksalsaufgabe. Dass wir uns die Erschütterungen selber erzeugen. Die Erschütterungen über das, was wir in der Vergangenheit an Fehlern, an Zerstörungen in unserem Seelenwesen hervorgerufen haben. Durch die Widersacher.

Das ist der Preis dafür, dass wir die Freiheit bekommen haben. Dadurch sind wir in die Fänge der Widersacher gekommen. Dadurch haben wir Fehler gemacht. Dadurch sind wir dem Irrtum verfallen. Und ich habe immer gesagt, es ist das Privileg des Menschen, dass wir irren können. Weil dadurch haben wir die Freiheit. Und wir können auf jeder Ebene irren. Wir können auf jeder Ebene scheitern. Das ist unser Privileg. Aber der Preis dafür, jetzt werdet ihr sagen, das ist ein schönes Privileg. Ja, aber das ist das Privileg der Freiheit, das dahinter steckt. Wir müssen real scheitern können, sonst können wir nicht aus Freiheit auch siegreich sozusagen oder das Richtige hervorbringen. Das ist das Problem. Aber was damit verbunden ist, dass das, wo wir eben gefehlt haben, was wir letztlich an der Welt, aber auch in uns selbst zerstört haben, dass wir erschüttert sein müssen darüber heute aus eigener Kraft in Wahrheit. Es kommt immer mehr dorthin, dass wir eben immer bewusster uns selbst diese Erschütterung erzeugen, die in alter Zeit der Herr der Heerscharen über uns gebracht hat. Das heißt, als äußerlich empfundene geistige Kraft. Heute muss sie in Wahrheit aus unserem Ich herauskommen.

Unserem Karma zu entkommen, würde die Vernichtung unserer geistigen Entwicklung, letztlich unseres geistigen Wesens bedeuten

Und damit stehen wir vor einer, ja, sehr merkwürdigen Situation auch gegenüber unserem Karma. Denn - es besteht durchaus die Möglichkeit, dass wir verweigern, unser Karma aufzulösen. Weil es wird sich nur dann auflösen, wenn wir es wollen. Und es wird nur dann natürlich, es werden diese Schwierigkeiten und Kämpfe, die wir mit uns und mit der Welt haben im Auflösen dieses Karmas, sie werden nur dann kommen, wenn wir es wollen. Wenn wir es wollen. Auf diese Zeit steuern wir zu. Wenn wir es nicht wollen, wird diese Erschütterung nicht kommen. Dann wird vielleicht das kommen, was der Ahriman uns schenken will: Das größtmögliche Glück der größten Zahl der Menschen auf Erden. Dann sind alle glücklich. Und sie sind am Ende ihrer Entwicklung. Keine Entwicklung mehr. Kein Ich mehr letztlich dann. Weil in dem Moment, wo die Entwicklung aufhört, ist das Ich weg. Das Ich ist das, das immer weiter muss. Das Ich ist das schöpferische Prinzip der Welt. Aber in individueller Weise im Menschen. Das heißt, wenn wir das habenwollen, das Glück der größtmöglichen Zahl der Menschen auf Erden, dann sagen wir damit, wir wollen uns nicht mehr entwickeln, wir verzichten auf das Ich, wir verzichten auf die Freiheit, wir genießen die Welt der Widersacher. Wie weit das dann ein wirklicher Genuss wird, ist eine andere Frage. Aber es gibt diese Möglichkeit, also auch das gilt es zu bedenken, es gibt die Möglichkeit, dem Karma zu entkommen, aber das ist die Vernichtung unseres geistigen Wesens.

Ezechiels (Hesekiels) Thronwagenvision

Ja. Es wird daher natürlich jetzt bei der Schilderung des Johannes vom Thron Gottes oder Thron des Herrn, da wird vom Herrn Zebaoth nicht mehr die Rede sein. Weil die Aufgabe müssen wir selber übernehmen. Das ist einer der Punkte. Ich könnte jetzt noch von Jesaja vorlesen, der hat auch eine Thronvision. Naja, ein kleines Stückerl davon. Ezechiel oder Hesekiel, wie er genannt wird, und zwar ist es bei ihm eine sogenannte Thronwagenvision sogar. Er hat nämlich ein ganz besonderes Bild also von dem Thron Gottes und von den Wesenheiten, die da sind, nämlich dass die so etwas wie Räder haben. Und diese Räder sind interessanterweise bei ihm ein Bild für die Throne. Die werden tatsächlich bei den Hebräern auch gleichbedeutend mit den Thronen genannt und werden der Räder genannt. Ophanim heißen sie dann in der Mehrzahl, Ophanim: Räder. Aber die Stelle, ohja, da wird es eh angedeutet auch. Gehen wir an die erste Stelle. Sie wird nämlich sogar mehrfach geschildert bei Ezechiel, diese Thronwagenvision. Ja, fangen wir an Ezechiel 1 gleich am Anfang: Erstes Buch, gleich am Anfang:

"Im dreißigsten Jahr am fünften Tag des vierten Monats, als ich unter den Weggeführten am Fluss Kebar war...,".

Also „unter den Weggeführten“, das ist die Zeit der sogenannten babylonischen Gefangenschaft der Juden. Da waren sie gefangen im babylonischen Reich, also viele davon. Das ist so die Zeit des sechsten Jahrhunderts ungefähr vor Christus. Das ist die Zeit, wo gerade die griechische Philosophie beginnt zu erwachen, wo Griechenland aufzublühen beginnt. Jesaja ist etwas früher. Jesaja ist so im achten Jahrhundert vor Christus. Das ist der Beginn überhaupt der griechisch-lateinischen Zeit kann man sagen. Also die Propheten, die fallen in diese Zeit überhaupt hinein. Aber der Hesekiel ist ein bisschen später. Also darum unter den Weggeführten, die eben in die babylonische Gefangenschaft geführt wurden. Also:

"Im dreißigsten Jahr am fünften Tag des vierten Monat, als ich unter den Weggeführten am Fluss Kebar war, tat sich der Himmel auf, und Gott zeigte mir Gesichte. Am fünften Tag des Monats - es war das fünfte Jahr, nachdem der König Jojachin gefangen weggeführt war -, da geschah das Wort des Herrn zu Hesekiel, dem Sohn des Busi, dem Priester, im Land der Chaldäer am Fluss Kebar. Dort kam die Hand des Herrn über ihn."

Die Chaldäer, das sind die Neubabylonier - kann man sagen. Also Zweistromland.

"Und ich sah, und siehe, es kam ein ungestümer Wind vom Norden her, eine mächtige Wolke und loderndes Feuer und Glanz war rings um sie her, und mitten im Feuer war es wie blinkendes Kupfer. Und mitten darin war etwas wie vier Gestalten; die waren anzusehen wie Menschen. Und jede von ihnen hatte vier Angesichter und vier Flügel."

Also aufpassen, jetzt sind es vier Flügel. Beim Jesaja waren es sechs Flügel. Die sechs Flügel sind immer ein Zeichen für die Seraphim, also die höchste Engelhierarchie. Die, die wirklich ein Bewusstsein für alle geistigen Wesenheiten im gesamten Kosmos haben. Die Cherubim sind eine Stufe tiefer, das sind die Tierkreiswesenheiten. Und die haben nur vier Flügel. Also im Bild natürlich. In Wirklichkeit haben sie gar keine Flügel. Aber das Bild ist passend. Nicht wahr, beim Dante stellen wir es ja auch so schön dar, da haben wir die Sechsflügler und dann die Vierflügler, und zum Schluss gibt es dann nur mehr die mit den einfachen, also die niedersten Chargen haben nur zwei Flügerl, also die Engel und so, die haben nur zwei Flügel. Bei denen dazwischen wird von den Flügerl gar nichts geredet, da ist ein Sprung dazwischen, die dürfen nicht viel flattern offensichtlich. Ja ist egal, es sind ja nur Übersetzungen. Aber jetzt geht's weiter.

"Und jede von ihnen hatte vier Angesichter und vier Flügel. Und ihre Beine standen gerade und ihre Füße waren wie Stierfüße und glänzten wie blinkendes, glattes Kupfer. Und sie hatten Menschenhände unter den Flügeln an ihren vier Seiten; die vier hatten Angesichter und Flügel. Ihre Flügel berührten einer den andern.

Und wenn sie gingen, brauchten sie sich nicht umzuwenden; immer gingen sie in der Richtung eines ihrer Angesichter. Ihre Angesichter waren vorn gleich einem Menschen und zur rechten Seite gleich einem Löwen bei allen vieren und zur linken Seite gleich einem Stier bei allen vieren und hinten gleich einem Adler bei allen vieren. Und ihre Flügel waren nach oben hin ausgebreitet; je zwei Flügel berührten einander und mit zwei Flügeln bedeckten sie ihren Leib. Immer gingen sie in der Richtung eines ihrer Angesichter; wohin sie der Geist trieb, dahin gingen sie; sie brauchten sich im Gehen nicht umzuwenden.

Und in der Mitte zwischen den Gestalten sah es aus, wie wenn feurige Kohlen brennen, und wie Fackeln, die zwischen den Gestalten hin und her fuhren. Das Feuer leuchtete und aus dem Feuer kamen Blitze. Und die Gestalten liefen hin und her, dass es aussah wie Blitze."

Und es geht noch weiter.

"Als ich die Gestalten sah, siehe, da stand je ein Rad auf der Erde bei den vier Gestalten, bei ihren vier Angesichtern. Die Räder waren anzuschauen wie ein Türkis und waren alle vier gleich, und sie waren so gemacht, dass ein Rad im anderen war. Nach allen vier Seiten konnten sie gehen; sie brauchten sich im Gehen nicht umzuwenden. Und sie hatten Felgen, und ich sah, ihre Felgen waren voller Augen ringsum bei allen vier Rädern. Und wenn die Gestalten gingen, so gingen auch die Räder mit, und wenn die Gestalten sich von der Erde emporhoben, so hoben die Räder sich auch empor. Wohin der Geist sie trieb, dahin gingen sie, und die Räder hoben sich mit ihnen empor; denn es war der Geist der Gestalten in den Rädern. Wenn sie gingen, so gingen diese auch; wenn sie standen, so standen diese auch; und wenn sie sich emporhoben von der Erde, so hoben sich auch die Räder mit ihnen empor; denn es war der Geist der Gestalten in den Rädern."

Bei Ezechiel (Hesekiel) sind die Räder ein Bild für die Throne

Ja, und so weiter. Und so weiter. Es geht jetzt noch eine ziemliche Zeit weiter und es kommt dann etwas später im Ezechiel (Hesekiel) 10 noch einmal eine Schilderung dieses Erlebnisses. Also sozusagen im Nacherleben, im wieder hervorholen des Ganzen. Da ändert sich dann wieder ein bisschen etwas. Also da ist eine reiche Studienmöglichkeit, wie man in alter Zeit Imaginationen erlebt hat und wie man sie beschrieben hat. Und wir werden ganz ähnliche Elemente sehen jetzt dann auch bei Johannes, aber eben doch auch mit leisen Unterschieden. Ja, ich will euch das gleich auch noch einmal vorlesen, das Stückerl, dass wir das Bild vor uns haben. Und dann sprechen wir über die Details. Also diese Räder zum Beispiel kommen hier nicht wieder vor. Aber sie sind eben hier beim Hesekiel in Wahrheit ein Bild für die Throne. Die Throne, die eben auch als Räder bezeichnet werden. Ganz interessant! Also da ist der dynamische Aspekt drinnen. Es ist gar nicht so leicht sich das vorzustellen, wie die vier Räder, die aber ineinander sind, bffff, es man muss versuchen sich das einmal vorzustellen, das ist gar nicht so einfach.

Imaginationen schulen

Aber wichtig ist - oder was eine gute Schulung für Imaginationen ist letztlich trotz allem - selbst diese Bilder auch des Alten Testamentes zu studieren. Sie sich in der Phantasie im Inneren einmal aufzubauen, durchaus als sinnliches Bild, als sinnliche Vorstellung, sie sich möglichst konkret aufzubauen, zu leben drinnen einmal. Zu leben drinnen, sich dieses Bild so intensiv vor Augen zu stellen, sodass man wirklich erschüttert wird dadurch. Bis man es dann schafft, nur im Grunde diese Erschütterung im Erleben zu haben. Dann dieses sinnliche Bild, das man sich aufgebaut hat, fallenzulassen und nur in dieser Erschütterung drinnen zu leben. In der Dramatik der Szene. Es ist ja eine hochdramatische Schilderung in Wahrheit drinnen. Also dann nur mehr wirklich die innere Dramatik zu erleben. Und als letztes, das wäre der Schritt zur eigentlichen Imagination, sich jetzt dieser Dramatik als ruhiger Beobachter, ruhiger, besonnener Beobachter gegenüber zu stellen. Sozusagen die Dramatik, die ich vorher seelisch erlebt und durchlebt habe, die mich durch und durch erschüttert hat, vor mich hinzustellen im inneren Erlebnis, ohne sinnliches Bild jetzt. Sondern nur diese Seelendramatik hinzustellen als ruhiger, geradezu nüchterner Beobachter. Der aber trotzdem ganz wach dabei ist, bei diesem Bild. Aber gelernt hat auch, jetzt darf mein Gefühl, meine Emotion nicht mitgehen, sondern ich schaue sie an. Das ist nämlich der notwendige Schritt eben auch bei uns. Wenn wir zum Beispiel etwas wirklich von unserem Seelenleben kennenlernen wollen, dann müssen, dürfen, sollen wir seelische Erschütterungen durchaus erleben. Das passiert ja eh im Leben immer wieder. Obwohl heute die Menschen oft sehr stumpf geworden sind gegenüber den eigenen Gefühlen. Gerade die Mitte ist heute sehr, sehr schwach. Weil die Menschen in Wahrheit instinktiv sich fürchten davor, was da drinnen ist, aber da ist das eigentliche Potenzial, um das es geht, um zu Imaginationen zu kommen.

Das heißt, da muss man einmal das erleben, durchleiden, durchfreuen, wie auch immer, in allen Schattierungen, die es gibt. Und dann sich ruhig dem gegenüberstellen. In voller Nüchternheit sich dem gegenüberstellen. Dann kriege ich langsam eine Imagination von meinem eigenen Seelischen. In irgendeiner dramatischen Situation oder man erinnert sich an ein Ereignis, wo mich etwas berührt hat, liebevoll berührt hat auch. Ich meine durchaus nicht nur jetzt negative Erschütterungen, sondern auch die positive Erschütterung, die ich erlebe. Wenn ich Liebe erlebe, wenn ich Liebe geben kann, Liebe empfinde. Und wir haben schon gesagt, Liebe ist mehr als ein Gefühl in Wahrheit. Wirkliche Liebe ist eine Lebenskraft. Also der Ätherleib, der Liebeleib eigentlich. Nicht der Astralleib, in dem die Gefühle auch leben, sondern der Ätherleib. Es ist eine reale Lebenskraft.

Unser Ich-Bewusstsein als Spiegelung

Also - wenn wir lernen uns jedenfalls aber zunächst einmal der Gefühlswelt, also der von mir aus der Gefühlsseite, aber der tief empfundenen Gefühlsseite auch der Liebe gegenüber zu stellen, aber jetzt in ganz ruhiger, innerer, besonnener Stimmung, frei von einem sinnlichen Bild, das sich damit verbindet, dann komme ich in die Imagination hinein. Solche Imaginationen, sind es, die da dahinter stecken, hinter dieser Thronimagination, zum Beispiel auch wie sie jetzt Johannes schildert (Die Offenbarung des Johannes, Kapitel 4). Ich lese es einmal.

„Danach konnte ich schauen: Siehe, eine offene Türe im Himmel."  

Die offene Türe heißt, dass ich eigentlich in Wahrheit jetzt schon hinaufsteige über die Treppe der neun Hierarchien, hinauf in das Reich jenseits von Raum und Zeit, wo ich also nicht einmal irgendeine Entsprechung im Äußeren finden kann, sondern wo ich in Wahrheit erst überhaupt ins eigentliche geistige Reich hineingehe. Der Dante schildert es ja so schön, dass in Wahrheit die Hierarchien, die neun Engelchöre, die jetzt so stufenweise mit dem Planetensystem und dann mit dem Tierkreis und mit dem gesamten Kosmos letztlich verbunden sind, dass das in Wahrheit nur eine Spiegelung ist und ihre eigentliche Realität ist erst jenseits. Jenseits von Raum und Zeit. Jenseits des Kristallhimmels. Der Kristall ist so im Bild die äußerste Grenze, die umfasst alles, was eine äußere Entsprechung noch hat, und jenseits dessen sind in Wahrheit alle geistigen Wesenheiten. Wir auch. Wir sind jenseits dessen, was sichtbar sein könnte oder sichtbar ist in der Welt draußen.

Frage einer Zuhörerin: "Nur ein Teil von uns ist da?"

Hier ist es eigentlich die Spiegelung. Es ist immer die Spiegelung. Die ist sehr real halt. Aber es ist in Wahrheit die Spiegelung. Und wir müssen denken, das was wir hier im Ich-Bewusstsein erleben, ist zunächst einmal alles nur Spiegelung. Aber es ist eine Spiegelung, die dadurch entsteht, dass das, was eigentlich etwas jenseits von Raum und Zeit ist, sich hier einen Mittelpunkt, eine Art Brennpunkt schafft, in den es sich hineinspiegelt. Und dazu ist jetzt im Moment einfach unser physischer Organismus durchaus notwendig, dass wir überhaupt diese Spiegelung erleben können. Das ist so wie ein - weiß ich nicht - ihr kennt die Gartenkugeln, die glänzen, wo sich etwas spiegelt drinnen, die ganze Umgebung spiegelt sich drinnen. So sind wir! Ein Punkt, der nicht nur den ganzen kosmischen Umkreis, sondern darüber hinaus sogar das hereinspiegelt, was jenseits des Räumlichen und Zeitlichen ist. Weil dort ist unser Ich zu Hause. Überall und nirgends sozusagen. Das kommt da hinein und das spiegelt sich. Jetzt nehmt die Gartenkugel, die ist ein kleiner Punkt, aber in dem spiegelt sich unser Ich ganz individuell drinnen.

Anmerkung einer Zuhörers: "Goethe schafft es mit einer Zeile das auszudrücken: Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis. Das ist wunderschön."

Johannes´ Thronwagenvision

Ja, absolut! Genau! Ja, also daher diese „offene Türe im Himmel“, die führt ganz bewusst in dieses Reich hinein, jenseits von Raum und Zeit, jenseits des Vergänglichen, das eben nur ein Gleichnis ist. Das ist dem Johannes absolut bewusst. Das war da in den Schilderungen noch nicht so klar. Es ist eine feine, kleine Unterscheidung, die drinnen ist schon einmal.

"Und die erste Stimme, die wie der Schall einer Posaune an mein Ohr gedrungen war, sprach: Steige empor zu mit! Ich will dir zeigen, was nach all dem Vorangegangenen in der Zukunft geschehen soll."

Also der Blick geht in die Zukunft. Das ist einmal ganz wichtig! Eben um das, was noch zu schaffen ist, die Wirklichkeit. Die Wirklichkeit ist das, was die Zukunft schafft. Die Vergangenheit, das ist das Abgestorbene.

"Und schon war ich ins Geistgebiet emporgehoben. Siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Throne saß eine Gestalt. Der Thronende glich in seinem Glanze einem Jaspis und einem Karneol. Und um den Thron rundete sich ein Regenbogen, der leuchtete wie ein Smaragd.

Im Kreis um den Thron standen vierundzwanzig Throne, und darauf saßen vierundzwanzig Älteste in weißen Gewändern, mit goldenen Kronen auf den Häuptern.

Aus dem Throne zuckten Blitze, Stimmen tönten, Donner rollten, und sieben flammende Fackeln brannten vor dem Thron. Das sind die sieben göttlichen Schöpfergeister. Und vor dem Thron etwas wie ein gläsernes Mehr, als wäre es aus Kristall gebildet.

Inmitten und im Umkreis des Thrones vier Lebewesen voller Augen vorne und hinten. Das erste Lebewesen glich einem Löwen, das zweite einem jungen Stier, das dritte hatte ein Antlitz wie ein Mensch, und das vierte war wie ein fliegender Adler. Die vier Lebewesen hatten ein jedes sechs Flügel; rundherum und auch im Innern waren sie voller Augen. Und ohne Unterlass riefen sie bei Tage und bei Nacht: Heilig, heilig, heilig der Herr, der göttliche Herrscher des Alls, der, der war und der ist und der kommt."

Bis daher einmal. Das ist eh schon sehr, sehr viel. Also wir haben ein sehr, sehr starkes Bild. Wir haben da schon wieder drinnen jetzt sehr interessante Lebewesen, weil sich hier irgendwie mischt die Stufe der Cherubim mit der Stufe der Seraphim.

Die Zwölfzahl - Mystik der Zahlen

Weil in Wahrheit diese Tierkreiswesenheiten sind ja eigentlich zwölf. Die führenden Tierkreiszeichenwesenheiten sind zwölf. Darum haben wir zwölf Tierkreiszeichen. Das sind also die, die - wie soll ich sagen - das räumliche Prinzip ordnen, den Raum ordnen. Das sind die zwölf, die also das Räumliche in der äußeren Welt auch ordnen. Darum hat der Mensch zwölf Sinnesorgane zum Beispiel. Zwölf! Zwölf in Wahrheit. Also die Zwölfheit spielt auch im Bau des menschlichen Organismus eine sehr große Rolle. Mit allem, was sich davon dann ableiten lässt natürlich auch. In der Zwölf ist die Drei drinnen, da ist die Vier drinnen. Aus der Drei und der Vier lässt sich die Sieben ableiten, wenn ich Vier und Drei zusammenzähle. Und so weiter. Also da werden wir sicher noch öfter darauf kommen, weil gerade Zahlengeheimnisse oder Zahlendarstellungen in der Apokalypse eine große Rolle spielen. Da sind bestimmte Rhythmen natürlich auch gemeint. Also gerade bei den Siebener-Rhythmen wissen wir ja schon, dass das mit der zeitlichen Entwicklung etwas zu tun hat. Also zeitliche Entwicklungsprozesse hängen immer mit der Siebenzahl zusammen. Nicht zufällig daher ist unsere Woche geordnet mit sieben Tagen, weil das eben so eine gewisse Entwicklungsperiode ist, die sieben Tage, wo jeder der sieben Tage eine andere Qualität auch hat. Heute spüren wir das vielleicht nicht mehr so stark. Aber es liegt darin, weil wir sind heute zum Beispiel am Mars-Tag. Der Dienstag ist der Mars-Tag. Der hat was von der Marsqualität.

Frage einer Zuhörerin: "Und der Freitag?"

Der Freitag hat etwas mit der Venus zu tun.

Anmerkung eines Zuhörers: "Der Freya!"

Der Freya. Ja, Genau.

Anmerkung eines Zuhörers: "Es ist ja genial! Ich habe das noch nie bedacht. Drei mal Vier und Drei plus Vier kommt zu diesen zwei großen Heiligen Zahlen. Und die Addition ist ja etwas Zeitliches. Also als Rechnungsart. Und die Multiplikation, die hat ja diesen räumlichen Effekt, dass ich etwas aufbaue in mehreren Ebenen. Das ist genial! Danke!“

Die Siebenzahl hängt zusammen mit den sieben Schöpfergeistern und diese wiederum mit unseren sieben Wesensgliedern

Ja, absolut! Da sind ganz tolle Sachen drinnen. Also Zahlengeheimnisse, da werden wir noch oft darauf kommen. Da braucht man gar nicht spekulieren und sagen man mystifiziert etwas hinein. Man muss es sich nur einmal anschauen und beobachten, dann findet man Zusammenhänge. Die Siebenzahl ist drinnen da zum Beispiel auch bei den sieben göttlichen Schöpfergeistern. Also die sieben göttlichen Schöpfergeister, das sind ziemlich erhabene geistige Wesenheiten offenbar. Also die sind sehr hochstehend. Aber was sind sie eigentlich wirklich? Was tun sie? Sie kommen öfter vor hier in der Apokalypse. Sie sind schon öfter vorgekommen. Ich habe es glaube ich gar nicht immer vorgelesen, und vor allem habe ich gar nicht immer darauf hingewiesen, in Wahrheit, weil jetzt der geeignete Zeitpunkt ist, darauf hinzuweisen. Die sieben göttlichen Schöpfergeister sind die geistigen Wesenheiten, die zusammenhängen mit unserem geistigen Wesensgliedern. Mit unserem leiblichen Wesensgliedern auch. Wir haben als Mensch in Wahrheit sieben Wesensglieder. Wir haben öfter schon darüber gesprochen, aber noch nicht so systematisch vielleicht. Wer viel mit Anthroposophie vertraut ist, kennt sie wahrscheinlich. Aber ich will sie trotzdem jetzt einmal etwas ausführlicher besprechen. Was sind diese sieben Wesensglieder?

Erster Schöpfergeit. Der physische Leib - Willenskraft der Throne - Alter Saturn

Der physische Leib als unterstes. Und als erstes eigentlich. Das Erschaffen wird schon in der Vergangenheit nicht nur der Erdenentwickelung, sondern sogar der planetarischen Entwicklungsstufen, die der Erde vorangegangen sind - wir sprachen ja davon, drei Stufen sind vorangegangen - das fängt an mit dem physischen Leib des Menschen, aber in seiner, ja ich möchte sagen, in Wahrheit wirklichen Form, weil hinter allem Physischen steckt die Willenskraft der Throne. Die sind es, die heute hinter dem äußeren Stoff stehen. Heute ist das schon sehr - Hans-Peter Dürr, der Physiker, würde sagen, es ist der verkalkte Geist. Er hat immer davon gesprochen, dass der Geist verkalkt und dann erscheint er als Materie. Er war aber Quantenphysiker. Ist erst vor ein paar Jahren gestorben.

Aber das wirklich Physische, diese Kraft, die im Physischen drinnen liegt, das ist die Willenskraft der Throne. Und die hat sich in dem ersten Zustand als Wärme offenbart. Das heißt, das erste, was vom Physischen da ist und was auch heute im Kern allem Physischen drinnen liegt, ist Wärme, Hitze, wenn man es jetzt in unseren Worten ausdrückt. Energie würde vielleicht ein Physiker sagen. Aber - nur physikalische Energie, so wie wir sie heute kennen, ist ein Zipfel davon. Und wir haben dann gar keine Vorstellung, also welche Intensität das hatte auf der ersten Verkörperung unserer Erde. Das was R. Steiner nennt, den Alten Saturn. Nicht unser heutiger Saturn, sondern eine frühere Welt, die nur aus Wärme bestand, aus nichts anderem. Und da wurde bereits der physische Leib des Menschen veranlagt. Deswegen nämlich, weil die Throne, diese hohen geistigen Wesen, ihre Willenskraft hingeopfert haben, damit die Schöpfung überhaupt entstehen kann. Damit sie ihren Anfang nehmen kann. Das ist das Erste, was in die Erscheinung tritt. Zuerst ist es seelische Wärme, die entsteht aus dieser Willenskraft. Und erst dann wird es physische Wärme. Also im dichtesten Zustand wäre sie irgendwie vergleichbar mit dem, was heute Wärme, Strahlung, Wärmeenergie ist. Aber noch sehr, sehr fern, mit durchaus anderen Gesetzmäßigkeiten, als wir sie heute haben.

Aber diese Wärme, diese Alte Saturn-Wärme, die steckt immer noch da überall drinnen. Überall ist sie da drinnen. Und heute sind wir als Menschen bereits so weit, dass wir ein Zipferl davon herausholen können mit der Kerntechnologie zum Beispiel. Also ein bisserl was davon, wird herausgekitzelt von der Wärme. Und da wird Materie, also das, was uns als Festes erscheint, aufgelöst, naja, nicht ganz ins Nichts, aber in die Wärme eben. Und Masse verschwindet. Das ist weg, ist weg. Und das kommt heraus. Und das ist Willenskraft der Throne. Also das heißt, wenn man sich ein Kernkraftwerke auch anschaut oder selbst eine Atombombenexplosion, dann ist das Freisetzung von Willenskraft der Throne, die aber durch Ahriman ins Stoffliche hinein gefesselt sind. Weil sie sich haben fesseln lassen auch. Weil sie es zugelassen haben. Haben wir schon gesprochen darüber. Also die Throne haben es zugelassen, dass der Ahriman sie in diese feste Form hinein fesselt. Aber sie tragen die Welt. Also das heißt, sie sind für den Thron ganz wichtig, darum heißen sie auch Throne. Sie tragen die ganze Welt auch.

Daher ist dieser Thron Gottes zugleich auch der Weltenthron. Das ist ein anderer Aspekt, wenn es von einer anderen Seite ansehe. Nicht wahr, weil von einer anderen Seite gesehen, kann ich sagen, der ganze Kosmos eigentlich, der da existiert, das ist der Thron, der äußere Thron sozusagen auf dem die Gottheit ruht. Aber das gehört zusammen, die sind miteinander verbunden, der Thron im Himmel, jenseits des Sichtbaren, jenseits von Raum und Zeit und andererseits der große äußere Thron im Sinne der ganzen Schöpfung. Die ganze Schöpfung, die äußere Schöpfung, ist der äußere Thron. Und da stecken die Throne dahinter. Und die haben damals bereits also auf diesem sogenannten Alten Saturn, also der ersten Verkörperung unserer Erde, den physischen Leib des Menschen als reinen Wärmeleib geschaffen. Das kann man sich heute nicht wirklich gut vorstellen. Aber ich kann euch ein bisschen eine Vorstellung vielleicht erwecken davon, wir haben doch auch Wärme in uns. Nicht wahr, unsere Blutwärme. Und die ist sehr differenziert. Es ist ja nicht so, dass unser Blut überall die gleiche Temperatur hat, sondern die ist sehr differenziert. Halt in einem engeren Gradbereich natürlich, weil wenn es unter 35 geht, wird es schon grimmig langsam. Und wenn es über 43 geht, das ist eh schon riesig hoch, dann wird es auch gefährlich. Also es ist ein enger Temperaturbereich, aber doch innerhalb dessen ist die Temperatur überall im Körper differenziert.

Wärmer, kälter, da im Kopfbereich kühlt es sich ab sehr stark, also vergleichsweise stark. Durch die feinen Blutgefäße, die da sind, die tragen dazu bei, dass Wärme also auch abgestrahlt wird. Daher im Winter ein Hauberl aufsetzen wichtig. Weil da oben geht immer Wärme weg, da haben wir immer einen Wärmeverlust. Und das heißt, da geht etwas von unserem ganz Wesentlichen weg. Und da drin, in dieser Wärme, in diesem differenzierten Wärmeding lebt heute unsere Ich am allerstärksten. Begonnen hat es auf dem Alten Saturn auch mit einem ganz differenzierten Wärmeorganismus, nur müssen wir uns jetzt alles wegdenken, was an uns fest ist, alles wegdenken, was flüssig ist, alles wegdenken, was luftig ist, sondern nur die Wärme zurückbehalten. Und uns das vorstellen als differenziertes, in sich differenziertes, lebendig in sich bewegtes Wärmegebilde. Das ist der physische Leib auf dem Alten Saturn. Heute tragen wir ihn sozusagen in uns, aber heute ist es gerade der Ort, wo unser Ich einziehen kann. Daher verkörpert sich unser Ich. Und eigentlich verkörpert es sich am allerstärksten in der Wärme, in unserer Blutwärme drinnen. Aber verkörpern heißt eben nicht, dass es sich vergegenständlicht, das heißt, es wirkt darin. Das heißt, der Brennpunkt, von dem ich gesprochen habe - weil unser Ich ist eigentlich draußen jenseits von Raum und Zeit - der Brennpunkt, in den es hineinwirkt, das ist einmal das ganze Wärmesystem in uns. Das ist das Primäre. Darin wirkt es hinein. Da seht ihr aber den starken Zusammenhang zwischen Ich und Physischem in Wahrheit. Weil die Wärme ist der Kern des Physischen in Wahrheit. Und es ist aber zugleich das, wo das Ich, das Geistige drinnen lebt. Die Wärme ist eigentlich das Wunderbarste, was es gibt. Weil sie ist das Tor, das durch alle Welten führt, vom Physischen bis ins Geistige und wieder zurück. Da auf dem Weg geht es. Und die Vermittler auf dem Weg sind die Throne. Die spielen dabei eine Rolle.

Geistige Wesenheiten bestehen aus geistigen Wesenheiten - die Gemeinschaft der geistigen Wesenheiten

Ja, damit haben wir also die ersten der sieben Schöpfergeist oder den ersten der sieben Schöpfergeiser - es ist eine Gemeinschaft von Schöpfergeistern - besprochen, die den physischen Leib des Menschen bilden. Man muss sich dazu denken, also diese sieben Schöpfergeister, ja, es werden natürlich jetzt beim physischen Leib die Throne eine sehr wesentliche Rolle spielen, keine Frage. Also wenn ich so als erstes sage, welche sind denn das? Na, physischer Leib hängt mit den Thronen sehr stark zusammen. Aber das wäre noch zu wenig gesagt. Weil der physische Leib verändert sich ja dann von planetarischer Entwicklungsstufe zu planetarischer Entwicklungsstufe. Es kommt die Luft dazu, es kommt das Flüssige dazu und hier auf Erden endlich das Feste. Zumindest im Knochensystem und so weiter. Das Physische verändert sich, und da wirken dann am physischen Leib durchaus noch andere Wesenheiten mit. Und trotzdem kann man von sieben großen Schöpfergeistern sprechen. Die aber dadurch entstehen oder die darin bestehen, dass eine ganze Menge verschiedener geistiger Wesenheiten zusammenwirken, um ein gemeinsames Werk hervorzubringen, nämlich den physischen Leib des Menschen.

Im Geistigen ist es ja so, dass die geistigen Wesenheiten nicht nebeneinander sind, sondern ineinander, miteinander. Und man kann sagen höhere geistige Wesenheiten, woraus bestehen sie? Aus ihnen untergeordneten geistigen Wesenheiten, indem sie die zu etwas höherem zusammenfassen, zu einer höheren Einheit. Wir sehen, gerade in diesem System der Engelhierarchien ist es also immer so, dass die übergeordneten Wesenheiten ihre Wesensglieder, so wie wir sie haben, physische Leib, Ätherleib und so weiter, sind es bei ihnen geistige Wesenheiten, aus denen sie bestehen. Hohe geistige Wesen sogar. Also beim physischen Leib zum Beispiel, wie wir ihn heute haben, in der Entwicklung, den die Elohim eben geschaffen haben, na, da spielen gerade beim physischen Leib die Elohim eine wesentliche Rolle. Die sind also auch mit dabei bei diesem einen Schöpfergeist, der für den physischen Leib zuständig ist. Aber das sind ganze große Hierarchiegruppen drinnen, die als Glieder in diesem großen Schöpfergeist drinnen sind.

Ja, also ihr seht, es ist im Geistigen nicht so einfach. Das müsst ihr euch auch alles nicht gleich merken, nehmt es als Bilder, das Wichtige wird immer wieder kommen. Weil es ist ich denke einmal sehr verwirrend. Aber, wir müssen auf das eingehen, weil wir uns einfach gewöhnen sollten auch und müssen, wenn wir das verstehen wollen, wie es im geistigen Reich zugeht. Da haben wir nämlich genau dieses wurln. Geistige Wesenheiten bestehen aus geistigen Wesenheiten. Das wechselt auch wieder und sie gehören teilweise verschiedenen geistigen Wesenheiten an, d. h. ein und desselben Elohim sind Teil womöglich verschiedener von diesen sieben Schöpfergeistern und stecken drinnen. Und das ändert sich mit der Zeit, sie wechseln um. Also das ist in ständiger Bewegung. Und es ist wirklich - nehmt das Bild, jemand hat das, glaube ich, irgendwann einmal gebraucht: man ist in einem Raum mit hundert anderen Leuten, und es ist es das Dauergewispel rundherum, und wir würden jetzt die Leute gar nicht mehr sehen, sondern wir haben in unserem Bewusstsein nur mehr das ganze Gewispel all der Leute um uns. Da sind wir drinnen. Jetzt stellen wir uns vor, das sind aber nicht nur hundert, das sind tausend, das sind Zehntausende und noch viel mehr, und das haben wir dauernd um uns. Und nichts anderes erleben wir. Dann haben wir so ein bisserl eine Modellvorstellung dafür, wie es im Geistigen zugeht. Und wir würden diese Stimmen aber nicht von außen hören, sondern in uns hören. Dann haben wir ein bisserl eine Vorstellung, wie es im Geistigen zugeht. Und wir müssen uns trotzdem immer unterscheiden von all dem Gewispel, das herum ist. Und wir wispeln aber auch dabei mit. Und wir müssen uns unterscheiden von all dem Gewispel. Aber wir sind nicht äußerlich getrennt davon. Sondern sie sind mit uns. Und dann kommen wieder neue an uns heran, die halt näher rücken und es ändert sich dauernd. Und da den Überblick behalten. Also es ist nicht so leicht, sich im geistigen Reich zurechtzufinden.

Zweiter Schöpfergeist - der Ätherleib, die Lebenskräfte - Lebensgemeinschaft

Ja. Was ist das nächste? Es geht um den Ätherleib. Also nach dem physischen Leib geht es um den Ätherleib. Die Lebenskräfte. Der Ätherleib, der zugleich, wie ich schon sagte, der Liebesleib ist. Weil Liebe eben echte Lebenskraft ist. Und dieser Ätherleib ganz wichtig ist auch für das soziale Zusammenleben der Menschen. Also überall, wo wir im Sozialen leben, ist die Gemeinschaft, wenn sie eine wirkliche Gemeinschaft ist, eine ätherische Gemeinschaft. Eine Lebensgemeinschaft. Also nicht so im äußeren Sinn, das heißt nicht, dass man Tag und Nacht miteinander sein muss, aber es ist etwas, es wirkt in der Gemeinschaft etwas, was ihr gemeinsames Leben ist. Aus dem sie alle schöpfen können, aus dem sie etwas Gemeinsames, Höheres machen. Das wird auch ganz wichtig sein, das für die Zukunft immer stärker zu entwickeln. Diese gemeinsame Äthersphäre im sozialen Leben zunächst einmal. Das heißt, 100.000 Dinge kann jeder für sich im Leben separat machen, aber es gibt ein Gemeinsames, in dem ein gemeinsames geistiges Leben wirkt. Und darin können höhere geistige Wesenheiten leben. Dort eröffnen wir eigentlich den geistigen Wesenheiten die Möglichkeit, sich darin zu inkarnieren, aber darin zu wirken. Und daraus kommen die Inspirationen, die wir dann in unser Ich-Bewusstsein heben können, aus denen wir geistig agieren können. Aber aus Freiheit heraus.

Anmerkung einer Zuhörerin: "Die unterstützen uns eigentlich!"

Die unterstützen uns. Sie unterstützen uns. Und es geht nur darum - und sie stellen uns ihre Kräfte zur Verfügung. Nur, machen müssen wir etwas daraus. Weil sie sagen uns nicht, wie wir es machen sollen. Sie geben uns die Kräfte dazu. Sie geben uns Anregungen, vielleicht in dem Sinne, dass sie uns aufmerksam machen auf bestimmte Dinge in der geistigen Welt. Aber wir müssen gemeinsam etwas, wie soll ich sagen, eine Wohnstätte für dieses geistige Wesen bilden. Und das ist immer einfach, wenn es durch eine Gemeinschaft kommt, höher und mehr, als wenn es durch einen Einzelnen kommt. In der Regel ist es auch gar nicht anders möglich. Ich meine, nehmt jetzt R. Steiner her. R. Steiner, die ganzen Weisheiten, die er hereingebracht hat, hängen aber auch zusammen mit all den Menschen, mit denen er zusammen war. Denen er im Leben begegnet ist, die er einbezogen hat in sein Wirken. Das geht nicht so einfach, wenn ich mich ein Kammerl setze und mich isoliere von der Menschheit. Dann würde überhaupt nichts hereinkommen.

Also, wenn ich sage, ich bin der große Eingeweihte, ich widme mich nur dem, dass geistige Eingebungen hereinkommen und der Rest der Menschheit interessiert mich nicht. Ich ziehe mich zurück ganz ans Ende der Welt. Und die will von den anderen Menschen gar nichts wissen. Dann wird gar nichts reinkommen. Ich kann mich schon in die Einsamkeit zurückziehen, aber dann muss ich geistig umso stärker mit den Menschen draußen verbunden sein. Das ist das Wichtige! Nämlich das ist auch das Wichtige, dass das Ich eben paradoxerweise wieder gerade je individueller es wird und je mehr Kraft es dadurch entfalten kann, umso mehr bedarf es dadurch der geistigen Verbindung mit den anderen. Der geistigen Verbindung. Das heißt, er muss ihnen gar nicht äußerlich begegnen. Aber die geistige Bindung muss da sein. Die geistige Bindung in dem Sinne, dass ich mit ihnen mich wirklich in meinem Leben verbunden fühle.

Anmerkung einer Zuhörerin: "Offen sein dafür!"

Offen sein, natürlich. Offen sein dafür, was kommt. Und diese geistigen Impulse kommen auch. Dazu muss man sich noch einmal gesagt nicht einmal äußerlich begegnen. Es geht um Menschen, mit denen man schicksalsmäßig verbunden ist. Es geht um die Menschen, mit denen man gemeinsam eine geistige Aufgabe erfüllt. Und wir alle sollten eigentlich in der Zukunft - oder wir müssen, also müssen, wenn wir es wollen - wenn wir nämlich eine Entwicklung durchmachen wollen, dann müssen wir, weil wir wollen. Also müssen ist immer unser eigenes Wollen, aber wenn wir nicht wollen, dann passiert halt dann nichts. Also wir brauchen nicht glauben, dass dann etwas weiter geht. Dann steht halt unsere Entwicklung zunächst einmal.

Also wenn wir uns entwickeln wollen, dann geht das nur, indem wir die Verbindung mit den anderen suchen. Es geht in Wahrheit nur gemeinsam. Und trotzdem trägt gerade dann am meisten jeder seinen individuellen Impuls zu dem Ganzen bei. Das heißt, Rudolf Steiner hätte nichts geben können, wenn er alleine in der Welt gestanden wäre und nicht die Verbindung mit den Menschen gehabt hätte. Niemand, kein großer Eingeweihter, und wenn er sein ganzes Leben in der Isolation lebt, könnte etwas hereinbringen, wenn er nicht geistig mit einem größeren Kreis von Menschen verbunden ist. Im größten Sinne, eben wie es der Christus war, der mit der ganzen Menschheit verbunden ist. Der also uns da vorangegangen ist, dass er mit der ganzen Menschheit schon während seines Erdenlebens damals sich verbunden hat. In dem Moment, in dem Moment eigentlich des Kreuzestodes in Wahrheit. Da kommt diese große Verbindung wirklich mit allen.

Wir haben halt zunächst einmal einen kleineren Kreis, und er muss aber langsam wachsen. Er muss eigentlich, also wenn wir wirklich unsere Entwicklung vorantreiben wollen, so weit sein, dass wir in der nächsten Kulturepoche, der Epoche der Brüderlichkeit, eben dorthin kommen, dass jeder einzelne Mensch sich mit der ganzen Menschheit verbindet. Das ist das Idealbild. Es wird sicher nicht hundertprozentig erreicht sein, aber wir sollten halt schauen, dass wir möglichst viel davon erreichen. Dann kommt sehr viel an geistiger Kraft herein, die wir aus der Freiheit heraus in Tätigkeit setzen können. Ansonsten eben nicht.

Anmerkung einer Zuhörerin: "Offen sein und darum bitten eigentlich!"

Ja. Ja. Absolut offen sein. Und das heißt eben auch wirklich, den anderen anzunehmen. Das heißt, seine Anregungen zu nehmen, aber auch genau zu wissen, ich kann sie nicht eins zu eins übernehmen, sondern ich muss sie in mir verwandeln. Weil niemand kann die Aufgabe des anderen einfach eins zu eins übernehmen. Das geht nicht. Jeder muss es anders machen, seiner Individualität gemäß. Das heißt, das, was ich, was ich geschenkt bekomme von dem anderen, muss ich in mir verwandeln. Dazu gehört aber auch, dass das der andere zulässt und nicht angefressen ist, wenn ich jetzt anfange es zu verändern in mir. Das muss ich! Daher ist es also komplett falsch, also zu missionieren, wie es so oft ist. Ja, ihr müsst das genauso machen, wie ich es euch sage. Das ist die große Weisheit. Wir haben sie gefunden oder ich habe sie gefunden und die Regel musst du beachten, die Regel musst du beachten, die Regel musst beachten und die. Und wenn du es nicht genauso machst, dann hast du etwas falsch gemacht. Dann ist die Wirkung vorbei. Damit habe ich den Impuls abgetötet im Grunde. Sondern ich muss es zur Verfügung geben und erwarte mir und erhoffe, dass der andere etwas ganz Eigenes daraus macht. Auch wenn ich es nachher vielleicht gar nicht mehr wieder erkenne. Ist ganz egal. Ist ganz egal.

Natürlich kann er auch Fehler dabei machen. Er kann den Impuls nicht richtig auffassen. Und er kann Fehler machen. Und dann ist es halt zwischendurch beschädigt vielleicht. Das macht aber nichts. Wichtig ist, dass er selbst damit arbeitet und es selbst aus Neuem schöpft. Das ist ganz wichtig!

Anmerkung einer Zuhörerin: „Also ein Weiterentwickeln!"

Die große Entwicklungsgeschichte der Menschheit

Ein Weiterentwickeln, ja. Es muss jeder. Ich meine, es muss jeder seine eigene Entwicklung finden. Und die ist sein Beitrag. Und da ist nirgendwo die Kopie von etwas drin. Man kann lernen an dem anderen. Und der Verdauungsprozess, sprich der Veränderungsprozess, kann Zeit brauchen, das ist klar. Nicht wahr, weil wenn ich einen großen Impuls aufnehme, weiß ich nicht, aus irgendeinem Werk Steiners von mir aus oder sonst wo. Oder aus der Apokalypse des Johannes, das ja unglaublich reich ist an Impulsen, die drinnen sind in Wahrheit. Wir müssen nur erst einmal kapieren, was ist eigentlich der Impuls konkret für mich? Das ist schon das erste! Weil sie spricht zu jedem anders. In Wahrheit spricht sie zu jedem anders und jeder wird etwas anderes darin lesen, wenn er sie richtig liest. Nämlich das herauslesen, was zwischen den Zeilen für ihn steht. Nicht wahr, es ist nicht das, was drinnen steht, was man drucken kann, was man in Worte aussprechen kann, das ist nur der Rahmen des Bildes. Ist nur der hübsche, barocke oder sonstige Rahmen des Bildes. Nur dass wir sehen, aha, da ist es. Da.

Aber das, was uns jeden persönlich individuell angeht, steht zwischen den Zeilen. Und wir werden es nur finden, wenn wir aus unserem Ich heraus tätig werden. Dann finden wir es für uns. Und dann sagen wir nachher, ja, passt eh schön in den Rahmen hinein. Das erkennen wir dann im Nachhinein, dass das Bild, unser Bild genau vom Format in den Rahmen hineinpasst sozusagen. Aber wir müssen es selber malen. Wir müssen es selber malen. Und dann ist es unser Beitrag zu dem Ganzen. Und ein anderer malt ein anderes. Und gemeinsam ist es dann die große Apokalypse der Menschheit oder die große Entwicklungsgeschichte der Menschheit. Aber an dem Bild malt jeder auf eigene Weise, jeder malt sein Eigenes. Und alle zusammen, alle ineinander, alle übereinander bilden dann das höhere Ganze.

Also, das heißt, ich kann euch nicht sagen, was die Apokalypse für euch ist oder sein wird oder sein kann. Das kann nur jeder selber finden. Man kann nur ein bisserl Orientierungshilfe geben, wie der Rahmen sozusagen ausschaut, innerhalb dessen wir uns bewegen.

Anmerkung einer Zuhörerin: "Es ist eigentlich so, ein Kind kommt zur Welt und will Liebe. Wie sie es bekommt, das ist dann eigentlich dem Kind überlassen, wie sie es zeigt oder wie die Umgebung ist. Die Liebe ist einmal das Grundprinzip, dass sie gedeihen kann die sie dann auch weiter geben kann. Und jeder bekommt es auf eine andere Weise."

Ja, absolut, absolut. Also eben Liebe ist etwas ganz individuelles. Es ist ein individuelles Geben, nämlich wirklich Lebenskraft geben und zugleich aber auch ein Nehmen können. Es muss beides sein. Das ist der Austausch, der stattfinden muss. Nicht wahr, es ist sofort auch lieblos, wenn ich nicht bereit bin, das, was der andere gibt, anzunehmen.

Zuhörerin weiter: "Wenn ich eine Fixierung habe, kann ich, dann werde ich auch nicht genährt und kann ich es nicht weitergeben. Und die Liebe ist so vielseitig, wie ...ja.“

Ja, so ist es. So ist es. Also es ist das halt der große Lernprozess, den wir wirklich jetzt beginnen müssen mitzumachen. Und natürlich insbesondere für uns Anthroposophen. Anthroposophie heißt im Grunde nichts anderes, oder ist nirgends anderswo da, als in den menschlichen Begegnungen und wie die stattfinden. Und wenn da ein fruchtbarer Impuls herauskommt, weil sie gemeinsam etwas finden, dieser Austausch eben da ist und einer dem anderen etwas geben kann, dann lebt sie. Alles andere sind Hilfsmittel. Alles andere ist Rahmen. Alles! Inklusive dem Werk R. Steiners. Das ist jetzt keine Kritik am Werk Steiners. Nur, es nützt uns nichts, es ist für uns immer nur der Rahmen, zu dem wir selber das Bild malen müssen. Sonst hilft es uns nichts. Ich meine, es ist eine Hilfe. Rundherum. Aber malen müssen wir es selber. Wir müssen aktiv werden.

Und dieses Malen, ich spreche jetzt ganz bewusst einmal auf der Ebene vom Malen, weil wir jetzt auf der Ebene der Imagination sind. Wir müssen die Imagination, jede Imagination, selbst malen. Und trotzdem ist sie nicht nur unser subjektives Tun, sondern es drückt sich darin ein Aspekt in der objektiven Welt aus. Und es ist zugleich eine wirksame Kraft. Es stellt einerseits etwas dar, was vorhanden ist und es schafft aber auch etwas völlig Neues zugleich. Es ist ein lauter Paradoxien, die da drinnen sind. Die man eigentlich eben nicht in Worten ausdrücken kann, die man nur in Widersprüchen im Grunde ausdrücken kann. Das ist das Problem. Aber dann bin ich genau in dem Spannungsfeld. Na, ist es so? Nein, so ist es nicht! Ist es so? Nein, so ist es auch nicht! Ist beides zugleich? Nein, auch nicht. Ist es weder das eine noch das andere? Nein, ist es auch nicht. Also stehen einem die Haare zu Berge. Fallen einem vielleicht aus auch. Aber dann komme ich auf die Spur. In all der Dramatik, die ich erlebe auch daran, dass ich merke, ich komme eigentlich mit meinem normalen Denken nicht zu Rande damit. Ich scheitere daran. Das Erlebens des Scheiterns ist auch ein Wichtiges dabei. Da kriege ich ihn endlich los, den ans Hirnkastl gebundenen Verstand. Den muss ich, bei der Tätigkeit, wenn ich in die Imagination will, einmal loswerden. Dann komme ich einmal in diese Welt, wo logische Widersprüche und sonstiges sind. Es stimmt hinten und vorne nicht zusammen scheinbar und trotzdem passt es. Das erlebt man. Nur so funktioniert es. Es ist eine hohe Anforderung. Das ist eine sehr hohe Anforderung.

Daher ist es auch unmöglich, jetzt solchen Vorträgen, wie wir sie da machen oder solchen Schilderungen, wie sie in der Apokalypse sind, wie soll ich sagen, eine streng wissenschaftlich geordnete Form zu geben - zunächst einmal. Das kann man dann später nachher nur so, indem ich im Grunde einfach eine Einzelperspektive daraus heraushole und die halt als Schema hinstelle. Dann kann das auch eine Hilfe sein. Wir werden das auch machen, es dann teilweise zu einem Schema kristallisieren zu lassen, um einmal zu sagen, okay, da habe ich einen Überblick und es aber in der nächsten Sekunde wieder loszulassen. Und zu sagen, jetzt muss ich es von einer anderen Seite anschauen und da schaut es ganz anders aus. Das ist in den geistigen Schriften überall so. Darum hat man es sehr schwer damit. Darum haben es Wissenschaftler meistens nicht so gerne, weil sie sagen, ohh, da steht jetzt das Gegenteil von dem, was vorher ist, was ist jetzt gemeint? Jeder sagt, etwas anderes. Und doch ist es immer das Gleiche. Es ist schwierig. Mit dieser Betrachtungsweise müssen wir also sehr vertraut werden, wenn wir in die Imaginationen hinein wollen und uns selbst dabei nicht zu verlieren.

Ja, im Gegenteil, es ist die Chance, sich selbst dabei zu finden. Weil wir schwimmen. Wir haben jetzt keine Krücke mehr, auf die wir uns stützen können. Ja, es ist der Rahmen noch. Aber innerhalb des Rahmens müssen wir uns frei bewegen. Da ist noch nichts! Und ich soll jetzt die Wirklichkeit da herausholen. Die Wirklichkeit, die wirklich ist. Nicht eine Fantasterei oder so etwas. Aber ich muss die Wirklichkeit bewirken, damit sie überhaupt in Erscheinung tritt und ich muss sie auf individuelle Weise bewirken. Nur dadurch, ist sie überhaupt da! Weil Wirklichkeit ist immer Ergebnis einer individuellen geistigen Tat. Sei es von Menschen, sei es von höheren geistigen Wesenheiten.

Anmerkung einer Zuhörerin: "Es sind Taten!"

Es sind Taten. Und die müssen erst gesetzt werden. Und nur dadurch sind sie da. Das heißt, wenn ich etwas im Geistigen finden will, muss ich es in gewisser Weise schaffen oder mitschaffen. Weil bereits der Prozess es wahrzunehmen, ist ein Mittun an dem Ganzen. Ich kann mich nicht wie ein fertiger Baum oder etwas, nein, beim Baum geht es eh schon nicht, weil  der wächst ja auch dauernd. Aber nehmen wir an, irgend ein toter Stein, ein annähernd toter Stein, der sich nicht verändert. So geht das im Geistigen nicht. Im Geistigen, wenn ich auch etwas Geistiges schauen will, muss ich, um es zu schauen, geistig tätig sein und damit verändere ich es, weil ich in eine soziale Kommunikation im Grunde mit dem geistigen Wesen komme. Und dann ist es in dem Moment, in dem ich es erlebe, in dem ich mit ihm zusammen bin, ist es so, weil ich mit ihm kommuniziere, ich mich mit ihm verbinde. Und dadurch äußert es sich so. Und mit einem anderen geistigen Wesen äußert es sich anders. Das wird einen Zusammenhang haben.

Anmerkung einer Zuhörerin: "Es hat aber mit meinem Impuls auch zu tun!"

Es hat mit meinem Impuls etwas zu tun. Natürlich. Und umgekehrt verändert der andere mich in dem Moment. Er wirkt an mir mit. Das ist gemeinsam wirken. Ich gehe aus keiner dieser Begegnungen als der gleiche hervor, der ich vorher war. Ich meine, das ist beim Ich sowieso nicht möglich, habe ich eh öfters schon gesagt, wie der Phönix, der aus der Asche steigt und sich immer wieder erneuert. Wir sind sowieso immer wieder neu. Aber in diesem Immer-wieder-Neu-Werden beziehen wir alles ein, was an Begegnungen mit anderen geistigen Wesenheiten da ist. Und dadurch sind wir gerade auch diese besondere Individualität, die wir sind, dass wir das einbeziehen.

Es könnte nicht ein Mensch alleine individuell werden. Ein Mensch allein im ganzen Kosmos, allein ein Mensch, der ist kein Individuum. Das kann er gar nicht werden. Er ist das Individuum eben dadurch, dass er im ständigen Austausch mit anderen Individuen ist. Und gerade dadurch seine Besonderheit entwickelt. Dadurch, dass es sich austauscht, dadurch dass er sich immer wieder ändert, in der Begegnung mit dem anderen, Impulse empfängt, Impulse gibt. Das macht es aus. Also wir müssen ganz dynamisch denken bei der Geschichte. Und Kraft genug haben, um trotzdem immer zu wissen: Wer bin ich? Darum ist Selbsterkenntnis so schwierig. Weil ich bin in einem ständigen Veränderungsprozess. Ich muss mich einlassen in Wahrheit auf die anderen, wenn ich mich geistig verbinden will. Und ich darf trotzdem nicht der andere werden auf Dauer. Wenn ich intuitiv in ihn eintauche, ist es für einen Moment, aber wenn ich zurückkomme, muss ich wieder ich selbst werden. Aber ich bin trotzdem verwandelt. Aber ich bin verwandelt, so, dass ich näher meiner eigenen Individualität gekommen bin zugleich. Ich bin auch ihm näher gekommen, aber zugleich näher mir selbst. Das ist schwierig. Schwierig!

Dritter Schöpfergeist, die Seele (Astralleib) und vierter Schöpfergeist, das Ich

Ja, ich denke, da ist jetzt ein ziemlicher Brocken beisammen mit dem, was uns der Thron im Himmel geliefert hat. Das ist ein gewaltiges Bild. Aber es ist ein Bild, das auch gewaltige Ansprüche an uns stellt. Wir sind also jetzt bei den sieben Schöpfergeistern zu zweien nur gekommen: den physischen Leib, Ätherleib. Es würde dann weitergehen, also um es jetzt nur grob zu vervollständigen, wir werden sicher noch zu sprechen haben darüber. Das nächste ist der sogenannte Astralleib oder Seelenleib, was wir haben. Sonst wären wir nicht bewusste Wesen überhaupt. Also zumindest in unserem Sinn bewusst. Wobei das Astrale eben ja das halbbewusst Unterbewusste ist, was so herauskommt. Aber es ist nicht so schlafend wie eine Pflanze zum Beispiel. Also reine Lebenskraft ist ganz, ganz schlafend. Also Astralleib.

Dann kommt eben das Zentrum, um das es ja eigentlich bei uns geht, das Ich. Das Ich. Der Impuls dafür, dass wir das Ich haben, entstand dadurch, dass die Elohim ihr Ich hingeopfert haben. Die Elohim, also die Schöpfergötter der Genesis, der Erdenentwickelung, die also in der Genesis geschildert wird, die haben am Ende, nachdem das Schöpfungswerk vollbracht war, also am Ende des sechsten Tages, ihr Ich hingeopfert. Das was einem Ich vergleichbar ist. Das heißt, sie haben dann etwas höheres, was man dann als höheres Ich auch bezeichnen kann. Also Ich hat verschiedene Stufen natürlich. Ich meine, im höchsten Sinne ist die Ich-Kraft eben das, was die höchste schöpferische Quelle überhaupt ist. Aber sie hat zunächst einmal auch eine untere Erscheinung. Und das, diesen Funken, der dort ist, den opfern sie hin. Und das kann uns zwar nicht geben natürlich die riesige Schöpferkraft, über die die Elohim bereits schon verfügt haben. Aber es ist der Funke, der in uns jetzt dieses Eigene entzündet. Das ist eigentlich am Ende des Sechstagewerkes da. Und als Potenzial da und richtig zur Wirkung, dass wir es wirklich ergreifen können und anfangen, etwas damit zu tun, ist im Grunde nach dem Sündenfall, wenn wir die Erde betreten in der ersten irdischen Inkarnation. Dann fangen wir an, selber mit dem Funken zu arbeiten.

Und ja, in der Sage zum Beispiel des Prometheus, der das Feuer vom Himmel holt und auf die Erde bringt. Und dann sagt: „Hier sitze ich und forme Menschen nach meinem Bilde.“ Ein Geschlecht, das mir gleich sei. Zu leiden, zu weinen, sich zu genießen und zu freuen, und Dein nicht zu achten. Wie in dem schönen Gedicht von Goethe, nicht wahr, Prometheus, da wettert er gegen den Zeus und sagt, du bist mir ja nur neidisch, dass ich da unten sitze und mein eigenes Ding mache - und jetzt in die Freiheit hinein geht.

Also das ist das Ich. Und in diesem Ich liegt die Kraft, sich selbst zu schaffen. Das ist es. Um das geht es. „Hier sitze ich und forme Menschen nach meinem Bilde“, damit ist jeder Mensch selber angesprochen. Jeder von uns ist dieser Prometheus! Und schafft sich selbst. Das ist das ganz Wichtige. Da fängt es jetzt an. Dadurch sind wir freie, geistige Wesen. Freie, geistige Wesen. Das ist so schön. Wir machen ja einiges online jetzt und mit dem Francois, der die Videos macht. Und es wird einen ganz tollen Kurs geben auch vom Jac Hielemar aus den Niederlanden über die Philosophie der Freiheit. Und so das erste, was es sagt, so ganz locker im Vorspann ist, also worum geht es denn jetzt eigentlich? Um die Freiheit des Menschen und um die Willensfreiheit? Und was heißt es, ein freies Wesen zu sein, ein freies geistiges Wesen zu sein? Sich selbst zu schaffen! Das ist das Thema der Philosophie der Freiheit. Um das geht es! Bumm!  Na bumm! Das heißt, du bist nichts, wenn du dich nicht selbst schaffst. Und es zählt nur das, indem du dich selbst schaffst. Alles was du aufgenommen hast, ist es natürlich sicher nützlich als Krücke und als Werkzeug. Aber das ist alles nichts! Was wir als geistiges Wesen sind, sind wir durch uns selbst. Das ist ganz wichtig.

Und dann geht es aber noch weiter. Nicht nur in unserem Ich erschaffen wir uns selbst, sondern wir beginnen uns, umzuschaffen. Wir beginnen unser Wesen zu verwandeln. Und das heißt, wir beginnen zu verwandeln, um es kurz anzudeuten, den Astralleib zum sogenannten Geistselbst. Das heißt, wir erwerben uns allmählich die Kraft, Astralisches ganz individuell aus dem Nichts heraus zu schaffen. Das heißt es in letzter Konsequenz. Wir fangen damit an, dass wir unseren Astralleib verwandeln, dass wir etwas darin verändern. Und zwar wirklich substanziell verändern, nicht nur irgendetwas vielleicht ausscheiden, was wir nicht brauchen, sondern es neu zu schaffen, umzuformen. Also etwas, was unbrauchbar ist, verschwinden zu lassen ins Nichts und etwas Neues heraus zu schaffen. Damit fangen wir an. Und zum Schluss, wenn die Entwicklung irgendwann einmal zu Ende ist, werden wir soweit sind, dass wir wirklich einen ganzen Astralleib aus dem Nichts schaffen können. Dann haben wir Geistselbst. Das ist der verwandelte Astralleib. Der neugeschaffene Astralleib.

Dasselbe können wir mit dem Ätherleib machen. Also den Liebeleib verwandeln zu Lebensgeist. Dann können wir wirklich Lebenskraft aus dem Nichts heraus erzeugen. Dann sind wir erst wirklich der Liebe fähig im großen Stil, wenn wir das aus dem Nichts heraus können. Während unserer Erdenentwickelung werden wir das noch nicht in wesentlichen Teilen schaffen. Erste Ansätze. Da geht uns aber auch der Christus voran, um uns diese Kraft dann später auch zu übergeben, wenn wir so weit sind, dass wir sie nehmen können überhaupt. Nicht wahr, es ist nicht so, dass der Christus sie zurückhält. Wir sind einfach zu patschert, sie zu nehmen. So zu nehmen, dass wir sie uns zu Eigen machen können. Dass sie unsere eigene wird. Dann wird das Lebensgeist.

Und das letzte, dass wir auch den physischen Leib verwandeln. Komplett vergeistigen. Sodass wir letztlich auch einen physischen Leib aus dem Nichts heraus schaffen können. Wobei man nicht unbedingt daran denken muss oder sogar sicher nicht daran denken muss, dass Physisch gleichzeitig bedeutet Stofflich, in der Art, wie wir es heute kennen. Das ist der Zustand, der durch die Widersacher da ist, durch die ahrimanischen Kräfte namentlich. Das wirklich Physische ist übersinnlich. Es ist eigentlich nur durch den Sündenfall passiert, dass es sinnlich sichtbar ist. Es hilft uns aber natürlich zu unserer Freiheit insofern, als uns das Sinnliche, das Geistige verdunkelt. Und das haben wir schon öfter gesagt, das brauchen wir. Wir müssen einmal frei sein. Nicht immer nur zu hören die Stimme, die von oben spricht, sondern wir müssen einmal den Deckel zumachen. Das ist der Schlüssel Davids, von dem wir öfter schon gesprochen haben. Der sperrt das Tor zur geistigen Welt auf, aber auch zu. Und wir brauchen das zunächst für unsere Freiheit, dass wir jederzeit auch sagen können: Zu! Jetzt muss ich einmal verdauen, was ich bekommen habe, was ich aus dem Geistigen empfangen habe. Und bevor ich das nicht verdaut habe, kann nicht schon wieder der nächste Schwall hereinkommen.

Also wir müssen auch wissen, was wir geistig verdauen können, ganz individuell. Es nützt nichts, also wenn ich mich jetzt vollstopfe mit geistigen Weisheiten und sonst ein Bücherl nach dem anderen lese und das hineinströmen lasse, und nichts verdauen kann. Im Grunde ist vielleicht ein einziger Satz, ein einziges kleines Bild oder etwas, etwas an dem ich ein Leben lang verdauen muss, dass ich es wirklich zu meinem eigenen mache. Und nur das zählt! Ich meine, dass ich irgendetwas jetzt weiß darüber, was ich in gescheiten Worten erzählen kann, das hilft mir im Grunde gar nicht. Es hilft das, was ich mir zu eigen gemacht habe, sprich was in mir leben, was in mir Wirklichkeit, Wirksamkeit geworden ist. Das zählt! Also ganz besonders im Anthroposophischen. Was nicht Leben ist, Wissen, ich kann die ganze GA auswendig wissen, ich kann dazu die ganze Bibel auswendig kennen und ich habe geistig nichts. Wenn es nur das ist. Ich muss es auf individuelle Art mir erworben haben und auf individueller Weise daraus etwas Neues im Grunde schöpfen. Wieder irgendetwas, was zwischen den Zeilen steht. Der Rahmen bleibt schon. Der ist schon irgendwo da. Aber es geht um das, was dazwischen steht. Die Lücken, die wir eigentlich selber auffüllen müssen.

Sieben Schöpfergeister im Überblick

Ja, ich denke, ich habe euch eine ganze Menge Gedanken mitgegeben, also vermitteln dürfen, durch das, was da drinnen steht in der Apokalypse. Ich möchte es jetzt für heute lassen. Ja, vielleicht noch die Anmerkung, dass ich es fertig mache, also der verwandelte physische Leib ist der sogenannte Geistesmensch. Damit wir den Ausdruck auch einmal haben. Also das sind die sieben Wesensglieder, die mit den sieben schöpferischen Geistern zusammenhängen. Also noch einmal zum Zusammenzählen: 1) Physischer Leib, 2) Ätherleib bzw. Lebensleib, also die Lebenskräfte, 3) der Astralleib oder Seelenleib, dann 4) als Zentrum das Ich. Und jetzt geht die Verwandlung: Astralleib zum Geistselbst. An dem arbeiten wir heute schon selbst. Und da sind wir dabei. Das nächste ist: Verwandlung des Ätherleibes zum Lebensgeist. Das ist jetzt die sechste Stufe. Die siebente Stufe ist: Verwandlung des physischen Leibes zum sogenannten Geistesmenschen. Dann haben wir im Grunde die Entwicklung durch die ganzen sieben planetarischen Entwicklungszustände durch. Und dann sind wir so weit, dass wir eine Aufgabe übernehmen können, die ähnlich derer ist, die die Elohim bei der Erdschöpfung hatten. Wie das ist, da brauchen wir uns jetzt wirklich nicht den Kopf zerbrechen. Aber dort zielt es hin. Also wir dürfen einfach nicht klein denken über das Ganze.

Schlusswort und Ausblick

Ja, meine Lieben, ich denke, lassen wir es ruhen. Wir werden dann das nächste Mal beim 17. Vortrag weiter tun hier, was um den Thron herum alles passiert auch. Beziehungsweise uns auch beschäftigen damit, was bedeuten die 24 Ältesten, von denen hier gesprochen wurde? Also ein paar Details noch aufklären. Damit wir einfach auch bisserl lesen lernen in diesen Bildern. Aber letztlich muss jeder sein eigenes finden. Seinen eigenen Zugang. Danke! Ich sage Gute Nacht. Wenn wer noch dringende Fragen hat, bin ich immer offen, aber ihr wisst, es ist schon spät. Gute Nacht. Danke. Danke fürs Dabeisein. Ich danke euch wirklich, dass ihr mitzieht bei der ganzen Geschichte. Das ist toll! Das hat schon eine Kraft!

Anmerkung einer Zuhörerin: "Also das ist so gewaltig! Wirklich! Ganz toll!"

Frage eines Zuhörers: Wolfgang, für nächstes Mal habe ich vielleicht noch eine Frage. Und zwar: Die intuitive Erkenntnis von den Widersachermächten, vor allem Luzifer und Ahriman, da frage ich mich immer, man muss, also die Intuition besteht ja darin, dass man sich in das Wesen hinein begibt und eigentlich die moralischen Qualitäten, also sofern man das so nennen kann, das ist jetzt ein bisschen rutschig übersetzt, aber das sozusagen Willensqualitäten sind, dass man die eigentlich nicht nur abbildet oder eben erkennt, sondern dass man das eigentlich will, und sich mit denen so verbindet, dass man das ein Stück weit wird, damit man sie überhaupt erkennen kann. Da frage ich mich, wie das bei solchen Wesen geht? Und inwiefern da eine intuitive Erkenntnis bis in die Tiefe hinein möglich ist, ohne von denen geschluckt zu werden?"

Ja. Also, mit diesem Thema werden wir uns eh beschäftigen. Aber es geht jedenfalls darum, dass das ja wirklich nur schrittweise geht, in dem Maße, in dem man geistige Kräfte entwickelt hat und es nicht nur auszuhalten, sondern es hat auch Wirkungen dann auf die Widersacher selber. Da fängt nämlich die erlösende Wirkung in Wahrheit schon an. Und das heißt, ich darf mich natürlich nur soweit hineinbegeben, als ich wirklich an geistiger Kraft schon entwickelt habe. Aber das werden wir sicher also in den folgenden Vorträgen noch öfter besprechen. Weil darum geht es ja auch sehr zentral. Also, dass wir die Stärke finden, uns auch wirklich den Widersachern nicht nur gegenüber zu stellen, sondern dass wir es wagen können, uns mit ihnen zu verbinden, sie in der Intuition für einen gewissen Moment sogar zu werden, wenn man so will. Aber nur dann ist die Verwandlung möglich. Ansonsten ist es Kampf. Und das ist halt die Vorbereitung von mir aus, dass wir nicht von ihnen überrollt werden. Aber das Ziel ist das noch nicht. Das Ziel ist dort, wo wir wirklich uns verbinden.

Anmerkung einer Zuhörerin: "Das Verbinden und Transformieren eigentlich!"

Ja, im Verbinden transformieren auch. Und wie soll ich sagen, also sogar so, dass zum Schluss die Widersacher froh sind, dass wir uns verbinden mit ihnen. Nicht wahr, das ist der Punkt. Weil es ist eben nicht eine Überwältigung in Wahrheit. Also das muss uns auch klar sein, es ist also eine Tat, aus der sie so hervorgehen, dass Sie sagen, ja, mein Gott, jetzt bin ich einen Schritt näher zu dem, was ich eigentlich will und was ich eigentlich bin. Dass das die Widersacher sagen. Dass sie etwas für sich damit anfangen können dann auch. Ja, aber das ist ein Riesenthema, also an dem mitarbeiten. Das wird sicher ganz zentral noch kommen. Unbedingt!

Anmerkung einer Zuhörerin: Wolfgang! Bitte lass mir alle lieb grüßen!

Gute Nacht, meine Lieben. Ich schalte jetzt aus.

Transkribiert von Bruno im Dezember 2021


Schlüsselwörter

Thron im Himmel - die Bilder der Apokalypse, es sind Imaginationen - Imaginationen, die in sinnliche Bilder übersetzt sind - Sinnbilder, die seelische Erlebnisse widerspiegeln - die Dunkelheit aus der Kraft unseres Ich durchlichten - seit der Zeitenwende haben wir in unserem Ich die Kraft, die durch Arhiman erzeugte Finsternis zu aufzuhellen - lernen, die Kraft des Ich zu nutzen - unermessliche Schöpferkraft in unserem Ich („Die gleiche Vollmacht….“) - die Bewusstwerdung des Schattens ist der Moment des Erwachens der Kraft - wenn wir den Schatten sehen, ist das geistige Licht bereits da - Ego, Alltagsbewusstsein, Eigenlicht das wir durch Luzifer bekommen haben - feste Materie entsteht durch abgedunkeltes (ahrimanisiertes) geistiges Licht - in uns wird ahrimanisierte Materie aufgelöst in geistiges Licht - Ahriman: Herr der Finsternis, Herr der Schwere, die nach unten zieht - Das Lesen der Apokalypse soll uns Mut machen - Wichtig ist, das Geistvertrauen wieder zu erlernen, das im Ich drinnen steckt - was in die Zukunft führt, das kommt von innen - jedes individuelle Ich steht mit der Trinität, die über den Engelhierarchien steht, in Verbindung - sieben Stufen der Erdentwicklung - derzeit stehen wir in der vierten Stufe der Erdentwicklung, in der Mitte - drei Stufen sind der unseren voraus gegangen, drei weitere werden folgen - bei der Erdenschöpfung wirkte der Christus durch eine Gemeinschaft von sieben Schöpfergeistern (Elohim) - nach Durchlaufen aller sieben planetarischen Verkörperungen der Erde wird es eine neue Schöpfung geben, bei der die ganze Menschheit die Rolle der Elohim einnehmen wird, also der Christus durch die Menschen wirkt - Scheidung der Geister - Angst ist ein ahrimanisches Phänomen, das unsere Kräfte lähmt - die Apokalypse erlebend zu lesen heißt, Kräfte bewusst zu machen - Apokalypse des Johannes als Übungsbuch zur Kraft - mit dem Kreuzestod des Christus hat sich der Weg von der Allmacht des Christus zur Ohnmacht des Christus vollendet - das Wesentliche des Christentums ist, dass Christus sich in die Hände des Menschen begeben hat - die Menschwerdung Gottes vollzieht sich in jedem einzelnen Menschen - durch unser Ich strömt die Kraft aller höheren Hierarchien - Aber: bis wir weltschöpferisch werden ist es noch ein langer Weg - wichtigste Aufgabe in der Zukunft: Wie können wir anderen Menschen helfen? Was können wir für andere tun? - Weil: die neue Schöpfung wird eine gemeinsame Tat aller Menschen sein - die Thronvision des Jesaja - Imagination ist eine rein seelische Wahrnehmung - Imaginationen mitzuteilen bedeutet sie in sinnliche Bilder zu kleiden - Jahwe-Elohim, der Sprecher der sieben Elohim - Jahwe, Adonai, Herr, Ich - Was ist Materie? Es ist die Willenskraft der Throne - Throne haben mit Planetensystem zu tun - Cherubim und Tierkreis - Seraphim und Kosmos - Zebaoth, Herr der Heerscharen - Ezechiels Thronwagenvision - die Thronwagenvision des Johannes - Zwölfzahl, Siebenzahl und Zahlenmystik - physischer Leib: Willenskraft der Throne, Wärmeleib, Alter Saturn - Ätherleib, Liebeleib, Lebenskräfte und Lebensgemeinschaft - Es könnte nicht ein einzelner Mensch individuell werden, sondern das Ich braucht paradoxerweise je mehr Kraft es entfalten will, umso mehr die geistige Verbindung mit anderen - die große Entwicklungsgeschichte der Menschheit ein Lernprozess aus dem eigenen Ich tätig zu werden - Prometheus, der das Feuer vom Himmel holt - im Ich liegt die Kraft, sich selbst zu schaffen in Freiheit - unser Ich verwandelt Astralisches in Geistselbst - unser Ich wird mit der Hilfe des Christus unseren Ätherleib (Liebeleib) zu Lebensgeist verwandeln - zuallerletzt werden wir unser Physisches zum Geistesmenschen verwandeln - Zusammenhang der sieben Schöpfergeister mit den sieben Wesensgliedern des Menschen - Ziel: die Erlösung der Widersacherkräfte


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Literaturangaben

Rudolf Steiner, Alexandra Riggins: Die sieben apokalyptischen Siegel, Triskel Verlag 2005, ISBN 978-3-905893-02-1;

Rudolf Steiner: Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums, GA 8 (1989), ISBN 3-7274-0080-3;

Rudolf Steiner: Die Apokalypse des Johannes, GA 104 (1985), ISBN 3-7274-1040-X;

Rudolf Steiner: Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes, GA 104a (1991), ISBN 3-7274-1045-0;

Rudolf Steiner: Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V: Apokalypse und Priesterwirken, GA 346 (2001), ISBN 3-7274-3460-0;

Emil Bock, Das Neue Testament, Übersetzung in der Originalfassung, Urachhaus, Stuttgart 1998, ISBN 3-8251-7221-X