Die Apokalypse des Johannes - 22. Vortrag von Wolfgang Peter

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«Ein interaktiver Vortragszyklus über den Zusammenhang mit dem Wirken Jesu Christi und dem eigenen Ich. Ausgangspunkt sind die Schriften von Rudolf Steiner, z.B. die GA 104, GA 104a und GA 346. Hier fließen sowohl Fragen und Anliegen von Zuschauern als auch eigene geisteswissenschaftliche Erkenntnisse mit ein. Und es gibt immer Bezüge zu aktuellen Themen der Zeit.»

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- 22. Vortrag -
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Themenschwerpunkt

In diesem Vortrag spricht Dr. Wolfgang Peter über das Öffnen des zweiten, dritten, vierten und fünften Siegels, dieser im Menschenwesen eingeschriebenen und versiegelten Anlagen. Es werden dabei auch Begriffe geklärt, sodass der Leser bzw. die Hörerin beginnt, die Entwicklung und das Miteinander von Menschen und Engeln, auch Schutzengeln, nach zu vollziehen. Ahriman und Luzifer, die Widersachermächte, brauchen wir Menschen und sie sind die Brüder Christi, und die Erde braucht uns Menschen. Jetzt ist die Zeit, in der das fünfte Siegel geöffnet wird - sehr große geistige Aufgaben werden an die Menschheit gestellt und wir haben die Kraft, sie zu bewältigen.

Transkription | 22. Vortrag

Begrüßung und Einleitung: Die Szenerie um das Buch mit den 7 Siegeln 00:00:39

Meine Lieben - der 22. Vortrag zur Apokalypse.

Wir stehen gerade bei den sieben Siegeln, wenn ihr euch erinnert. Also, es geht um die Öffnung der sieben Siegel. Kurz: Wir haben hier noch nicht sehr viel gemacht - wir haben ein bissel über das erste Siegel gesprochen und und dann das zweite kurz, kurz gelesen. Wir werden also heute da ein bisschen weiter vordringen.

Also stellen wir uns kurz einmal die Szenerie vor: die Szenerie, die geschildert wird, ist also vor dem Thron im Himmel, umgeben von den 24 kleineren Thronen mit den 24 Ältesten. Davor das gläserne Meer, das ein Symbol ist für das Mineralreich der Erde, also für das kristalline Reich. Und das sagt mir, dass ein gewisser Zusammenhang besteht zwischen den Kristallisationskräften und unseren Ich-Kräften. Dass da eine gewisse Gemeinsamkeit da ist. Dass das im Grunde die gleiche Quelle irgendwo hat. Und dass da auch die Geister der Form eine Rolle spielen. Sie stehen also auch hinter dem Mineralreich, also hinter den Gestalten des Mineralreichs, so wie wir es heute haben. Und sie haben eben auch etwas zu tun mit unserem Ich, nämlich in dem Sinne, dass eigentlich aus ihrer Geistestat, aus ihrer Opfertat, einmal der Impuls, sagen wir mal so, für unser Ich gegeben wurde. Natürlich steht dahinter aber was viel Größeres, nämlich der Christus, der durch die Gemeinschaft der sieben Elohim wirkt. Und das heißt: Die eigentliche Quelle unserer Ich-Kraft ist letztlich der Christus selbst, aber eben vermittelt durch die Gemeinschaft der Elohim, der Geister der Form. Und dieses formende Prinzip, das ist eben ganz besonders charakteristisch für unsere menschliche Ich-Kraft. Bei den Engelwesenheiten ist das anders, bei den Erzengelwesenheiten ist das anders und auch bei den Urengelwesenheiten ist es anders. Die sind uns ja alle in ihrer Menschwerdung, das heißt eigentlich in ihrer Ich-Werdung, vorangegangen eben auf den früheren planetarischen Entwicklungszuständen. Das haben wir ausführlich besprochen - die gehören eben auch zu den 24 Ältesten letztlich, die um den Thron herum stehen. Also, es gibt sieben Gruppen auf dem alten Saturn, es gibt sieben auf der alten Sonne, sieben auf dem alten Mond und während der Erdentwicklung sind uns auch noch drei Stufen vorangegangen, also insgesamt 3 mal 7 ist 21 und dann noch drei dazu von der Erde sind insgesamt 24. Das sind die 24 Ältesten.

Das ist also mal die Szenerie. Und dann sehen wir also das Buch mit den sieben Siegeln, und das Lamm, das vor dem Thron steht, das als einziges befähigt ist, dieses Buch mit den sieben Siegeln zu öffnen. Und in dem Buch mit den sieben Siegeln ist im Grunde die ganze Menschheitsentwicklung drinnen geschrieben in imaginativen Bildern, wenn man so will. Um das geht's: Also einerseits mit Blick auf die Vergangenheit, aber auch natürlich mit dem Blick auf die Zukunft.

Die apokalyptischen Urbilder und die Kulturepochen inklusive der Zeit nach den Kulturepochen: die Aufgaben der Menschen jetzt und in Zukunft im Zusammenwirken mit den Widersachern 00:04:07

Und diese apokalyptischen Bilder, die da jetzt geschildert werden, dann, wenn die Siegel geöffnet werden, kann man durchaus auf verschiedene Zeitperioden anwenden. Sie haben einen Art urbildlichen Charakter. Und das heißt, sie sind in gewisser Weise zu jedem, zu jedem Zeitpunkt anwendbar. Aber ganz besonders gelten sie für die Zeit, die auf unsere sieben Kulturepochen folgt. Also wenn ihr euch erinnert, wir haben jetzt das Zeitalter der sieben Kulturepochen, von denen wir jetzt im Moment mitten in der fünften drin - nein nein, mitten ist übertrieben, wir stehen eigentlich erst ziemlich am Anfang der fünften Kulturepoche, das heißt, wir haben noch zwei große Epochen vor uns. Jede Epoche dauert etwa 2160 Jahre. Das ist also 1/12 der Zeit, die der Frühlingspunkt braucht, um ganz durch den Tierkreis durchzugehen. Damit ändert sich die Stellung der Erdachse. Damit ändert sich zum Beispiel, dass der Polarstern heute genau oder fast genau im Norden steht, das gilt nur jetzt; vor ein paar 1000 Jahren war das anders und in der Zukunft wird's auch wieder anders sein - weil das bewegt sich. Also diese 2160 Jahre zusammen sieben Epochen gibt also etwas über 15.000 Jahre.

Das ist also die Zeit unserer Kulturepochen, in der wir jetzt drinnen stehen. Und das Wesentliche war auch die Aussage Rudolf Steiners, dass im Grunde gegen Ende dieser Zeit der Kulturepochen bereits die Phase beginnt, wo Menschen sich nicht mehr auf Erden in einem physischen Körper oder besser gesagt in einem stofflichen physischen Körper inkarnieren. Also das heißt, wo langsam im Grunde die Menschheit, wenn man es äußerlich betrachtet, beginnt auszusterben, im äußeren Sinne. Es wird dann allerdings noch eine ganz schöne Weile dauern, bis sich der Prozess vollzogen hat. Aber wir stehen im Grunde jetzt in der Epoche drinnen, wo überhaupt auch die meiste Zahl an Menschen auf Erden verkörpert ist. Es wird vielleicht noch bis Ende des Jahrhunderts weitergehen, dieses Jahrhunderts, also bis 2100 ungefähr, und dann wird wohl die Weltbevölkerung wieder zurückgehen. Und das heißt also auch schon in der jetzigen Kulturperiode, in der fünften, in der wir drinnen stehen, gegen Ende zu wird es schon deutlich weniger Menschen auf Erden geben. Nicht, weil schon so viele sich nicht mehr inkarnieren, aber wenn einfach die Zeiträume zwischen den Inkarnationen wieder größer werden. Jetzt im Moment sind sie sehr dicht und die Entwicklung geht unheimlich rasch dadurch. Also es ist so, dass wirklich alle Menschen im Moment herunter drängen und fast gleichzeitig da sein wollen und mehrmals in der selben Kulturepoche kommen, was sehr ungewöhnlich ist, weil einfach jetzt das höchste geistige Entwicklungstempo da ist, also nämlich geistiges Entwicklungstempo für das, was wir entwickeln können, solange wir im physisch-stofflichen Körper sind, weil wir müssen ja dann irgendwann lernen, eben gegen Ende der Zeit der Kulturepochen, ohne einen solchen ...

(Telefon klingelt)... Es tut mir leid, dass wieder das Telefon läutet, aber ihr wißt's ja schon alle, ich kann's nicht wirklich abstellen, weil es läutet im Computer drinnen. Und wenn ich den stumm schalte, dann hört ihr mich wahrscheinlich nicht mehr - vor allem ich euch nicht. Gut. Ist wieder aus. Verzeiht bitte.

Ja, also, das heißt, wir haben jetzt sehr, sehr große geistige Aufgaben zu bewältigen. Wir haben aber auch die Kraft dazu, sie jetzt zu bewältigen. Also, das muss uns auch bewusst sein: wir haben jetzt die Kraft dazu. Es sind auch sehr viel Gegenkräfte da natürlich, also gerade in unserem Jahrhundert schon beginnend im 20. Jahrhundert - weil im Grunde das 20. Jahrhundert war aus geistiger Sicht eine ziemlich große Katastrophe - wenn wir jetzt... Aber auf der anderen Seite auch was sehr Positives, weil die Anthroposophie in die Welt gekommen ist, also mit Beginn des 20. Jahrhunderts. Aber wie es so typisch ist, wenn so ein starker Impuls in die Welt hineinkommt, dann kommt ein starker Gegenschlag. Das gehört also eigentlich immer zusammen und... und... und die Gegenschläge sind aber auch die Voraussetzung in Wahrheit dafür, dass sich die geistigen Impulse weiterentwickeln können. Sie müssen sich gegen diesen Widerstand durchsetzen in Wahrheit. Und nur heute, in unserem 21. Jahrhundert, sind mindestens genauso starke Gegenkräfte da; sie sind in Wahrheit stärker. Aber sie arbeiten bereits auf einer viel subtileren Ebene. Also im 20. Jahrhundert ist viel gegangen, zunächst einmal in der ersten Hälfte mit äußerer Gewalt, Krieg und Hunger, Armut und dergleichen als Vorbereitung dafür, dass dann nach dem Zweiten Weltkrieg das große Wirtschaftswunder kommt und das geistige im Grunde Versinken im Materialismus. Ich will gar nichts gegen das Wirtschaftswunder sagen - seien wir froh, dass wir vieles haben. Aber das Problem ist, dass wirklich das geistige Streben sehr stark - naja - zurückgegangen ist - sagen wir mal so - und das Bewusstsein für's Geistige überhaupt. Auch, nämlich namentlich in den Naturwissenschaften. Aber auch das hat etwas Wichtiges und Gutes. Weil viele Einwände der Naturwissenschaften auch gegen das Geistige als solches durchaus berechtigt sind, weil viele geistige Vorstellungen, die wir noch mitschleppen aus der Vergangenheit, kraftlos und in Wahrheit falsch sind, die zwar sehr idealistisch und schwärmerisch irgendwo sind und sich schön die geistige Welt ausmalen, aber nicht in die Wirklichkeit der geistigen Welt eintauchen, sondern im Grunde in Phantasiegebilde. Und die Phantasiegebilde, die wir mitschleppen schon seit langer Zeit, sind teilweise wirklich Gegenimpulse mittlerweile. Wenn man denen anhängt, wird verhindert, dass man ins Geistige kommt. Das ist einfach die typische luziferische Art, die Menschen abzulenken, indem man ihnen ein wunderschönes geistiges Reich vorgaukelt, das aber heute leider nicht das Richtige ist, sondern sondern Luzifers Reich ist. Die Widersacher arbeiten immer im Grunde mit den Mitteln und immer mehr auch Ahriman, dass sie dem Menschen eigentlich was Schönes, was Angenehmes, was Gutes zeigen, wo man sagt "ja das ist es!" Der Ahriman arbeitet heute auch viel mehr mit mit Verführung, die Technik und die Wirtschaft und die materiellen Dinge bieten, und es liegt nicht im Wesen des Ahriman, dass er uns sozusagen äußerlich quälen will und dass das alles mit Krieg und Not und so weiter verbunden sein muß. Das ist ... da hat's einfach noch nicht so richtig funktioniert; da hat er noch nicht so richtig Tritt fassen können. Aber dort, wo er wirklich gefährlich wird, ist im Grunde, wo das alles so schön und geradezu wünschenswert ausschaut, bequem, Freude macht, Spaß macht, Glück erzeugt. Diese Dinge sind auch viel gefährlicher, weil sie den Menschen viel leichter korrumpieren. Ich meine, wo die Not und die Gefahr, der Krieg und die Angst da ist, da sagt besser "Fort! Ich bin froh, wenn ich das los bin." Aber wenn es einem eigentlich eh gut geht und man die innere Leere ja gar nicht merkt, weil man eh genug äußere Ablenkungen hat und die befriedigt werden, dann dann verfällt man wirklich in die geistige Trägheit hinein.

Also das, das ist die große Problematik jetzt unseres Jahrhunderts. Und wo wir dagegen aufstehen müssen in gewisser Weise und und ... die Apokalypse zeigt aber sehr deutlich - wir werden das sehen bei der Öffnung der Siegel - ja, welche Gegenimpulse notwendig sind, aber was wir auch dafür auf uns nehmen müssen in Wahrheit, weil die Botschaft, die vielleicht auf den ersten Blick unerfreuliche Botschaft, ist, dass wir eigentlich ganz bewusst ein gewisses Leid auf uns nehmen müssen, um uns geistig entwickeln zu können. Ich meine, das ist ja in Wahrheit auch die große Botschaft des Christentums überhaupt, im Gegensatz zu im Grunde allen anderen Religionen. Das Christentum ist eigentlich mehr als eine Religion, aber natürlich, da es auch ein äußeres Bekenntnis ist, kann man es auch als Religion auffassen. Aber im Grunde ist es die einzige Religion, die seinen Anhängern als erstes das Bild vom Leiden zeigt und das Leiden anzunehmen und nicht verspricht, es einfach wegzuschaffen, sondern sondern dass der Weg eigentlich zur Erlösung durch das Leid durchgeht. Wenn man sich anschaut im Gegensatz dazu zum Beispiel: Beim Buddhismus ist das Grundprinzip eigentlich: Wie führe ich ein Leben, das mich vom Leiden befreit? Man darf das jetzt nicht als einfach falsch oder oder Ding bezeichnen, weil am Ende der Erdentwicklung wird das ja notwendig sein, damit wir dann aus den Inkarnationen herauskommen. Aber wichtig ist, dass wir vorher sozusagen durch dieses Leid durchgegangen sind, um überhaupt unsere Erdenaufgabe zu erfüllen und dann in einer höheren Form, eben ohne irdische Verkörperung weiter tun zu können, ohne unser volles Ich-Bewusstsein, ohne unsere Freiheit zu verlieren. Aber das müssen wir uns selber erkämpfen. Also das nur bissel als Vorblick. Wenn viele esoterische Strömungen - es gibt ja heute, weiß ich nicht, Hunderttausende möchte ich fast sagen, an jeder Ecke findet man irgendwo was, was zumindest den Titel Esoterik drauf hat und manches auch vielleicht wirklich aus alten Impulsen, eher aus alten Impulsen, schöpft. Aber die Mehrzahl der Sachen versprechen das große Lebensglück. Und das ist das eigentliche Ziel sozusagen, ob das geht. Also wie befreie ich mich schnell von den Leiden? Wie komme ich in ein schönes, glückliches Leben hinein? Und der direkte Weg dorthin funktioniert nicht. Der würde also bedeuten, dass wir unsere Erdenaufgabe versäumen, dass wir unser Ich nicht richtig entwickeln können und dass wir damit nicht die die Aufgabe in einer viel, viel ferneren Zukunft erfüllen können, die wir eigentlich erfüllen sollten oder die für uns vorgesehen ist, nämlich wirklich einmal im großen Stil, einmal selbst weltschöpferisch zu werden. Es ist eine sehr, sehr ferne Perspektive. Aber nämlich, dass es wirklich im großen Stil ist. Aber wir sind es heute im kleinen Rahmen durchaus schon.

Die Beteiligung des Menschen an der Erdgestaltung und -entwicklung 00:16:04

Also, man darf nicht übersehen, wie sehr wir schon längst, seit die Menschen das erste Mal die Erde in einer Inkarnation betreten haben, bevor sie so ganz fest mit den Füßen unten gestanden sind, schon an der Erde mitgearbeitet haben. Und die Gestalt der Erde und wie sich das Leben hier entfaltet, ist sehr wesentlich mitbestimmt durch den Menschen. Das Tierreich, das Pflanzenreich, das Mineralreich ist im Grunde etwas, was der Mensch aus seinem seelisch-geistigen Wesen heraus gesetzt hat. Und das hat sich halt zuerst manifestiert, bevor er selber dann in der heutigen Form die Erde betreten hat. Aber das alleine ist schon einmal ein erstes, wo der Mensch sehr stark beteiligt ist mithilfe höherer Wesenheiten, wir waren noch nicht alleine dazu fähig. Aber es ist wesentlich mitbestimmt durch die Art schon damals, wie wir uns geistig entwickelt haben. Und seit wir in der ersten Inkarnation sind, haben wir einen gewaltigen Einfluss auf die Erde. Wenn man heute jetzt spricht von der großen Sache mit Klimaeinfluss des Menschen und so, das ist eine Winzigkeit, eine Kleinigkeit gegenüber das, was der Mensch schon getan hat in der Vergangenheit.

Ich meine, es ist interessant zu verfolgen, man kann manches sogar äußerlich verfolgen, als die Menschheit sich begonnen hat zu verbreiten auf der Erde - man kann dies auch äußerlich ein bissel verfolgen, dann sieht man, wo immer der Mensch eingewandert ist, ist ein katastrophales Artensterben. 80 % der Großtierarten sterben aus. Und wirklich so im selben Jahrtausend, in dem der Mensch dort ankommt, sterben sie aus. Man muss das nicht nur als Katastrophe bezeichnen. Es ist halt... aber man muss einfach wissen: der Mensch wirkt mit an der Umgestaltung der Erde und dabei werden gewisse neue Tierformen gebildet und sehr viel mehr ausgeschieden aus der Entwicklung. Das passiert einfach. Ich würde das jetzt gar nicht werten; es ist einfach ein Phänomen, das man verfolgen kann.

Und... und heute wäre die Erde ohne den Menschen in Wahrheit nicht überlebensfähig. Das wird kaum gesehen heute. Weil viele haben das Empfinden: ja, eigentlich, wenn es den Menschen nicht gäbe, würde es der Erde viel besser gehen, weil wir so viel ruinieren. Und das ist auch wahr: wir ruinieren sehr viel. Aber ohne uns wird es auch von selbst eingehen. Das ist das Problem.

Totes und lebendiges Denken: Wahrnehmung des Geistigen beginnt auf der ätherischen Ebene durch das Beobachtenlernen des Denkens an sich 00:18:45

Also die Erde... wir hängen mit der Entwicklung der Erde ganz ganz stark zusammen. Und wir sind jetzt in dem Zeitalter, wo wir uns dessen wirklich ganz klar bewusst werden sollten und eben auch nicht... nicht nur durch unsere äußeren Taten, sondern - wie soll ich sagen - auch durch den geistigen Hintergrund unserer Taten. Das ist das viel Entscheidendere noch. Es ist nicht nur das CO2, was man in die Luft blasen, sondern es ist ein wesentlicher Faktor zum Beispiel heute unser noch immer sehr stark materialistisches starres totes Denken. Das hat über einen längeren Zeitraum einen gewaltigen Einfluss auf die Natur. Die Denkkräfte sind eigentlich Lebenskräfte, und wenn wir sie aber zum Absterben bringen und das tun wir im heutigen Denken, dann stören wir eigentlich unseren eigenen Organismus. Man muss denken, weil heute die Menschen ja im Durchschnitt älter werden als in der Vergangenheit, es ist maximal heute, aber schon in der Antike oder früher ziemlich gleich hoch, da gab es 90-jährige, 100-jährige, aber heute nicht so viel. Aber dass es mehr sind, das ist heute unserem toten Denken zu verdanken in Wirklichkeit. Und die Frage ist aber, wie positiv das für die Erde ist. Ich meine, es ist halt eine Notwendigkeit heute, dass sich viele Menschen mit diesen Todeskräften auseinandersetzen müssen, die sie im eigenen Organismus tragen, weil wir einfach ein anderes Bewusstsein entwickeln, wenn wir mit - weiß ich nicht - 40 Jahren vielleicht sterben oder mit 90 oder 100 Jahren, wenn gerade in der Auseinandersetzung mit diesen Absterbekräften entwickeln wir uns, entwickeln wir ein starkes Bewusstsein, entwickeln wir die stärkste Kraft, uns geistig weiter zu entwickeln. Das heißt, wir müssen eigentlich das, was wir an Jugendkräften einmal mitnehmen, dann benutzen, um es ins Bewusstsein zu heben, und um es wirklich ins Bewusstsein zu heben, was wir in der Jugend nur mehr instinktiver machen, dazu brauchen wir gerade diese Alterskräfte. Sie sind ganz ganz wichtig auch. Wir müssen lernen.

Und in diesen Alterskräften steckt natürlich der Widersacher drin, also namentlich der ahrimanische Widersacher. Der hat damit zu tun, der, der steckt hinter diesen Todeskräften. Aber die sind nicht einfach nur was Böses, sondern auch etwas Notwendiges. Also auch dieses Bewusstsein ist wichtig für die Zukunft, dass die Widersacher notwendig sind für unsere Entwicklung und die Auseinandersetzung mit ihnen und und so die einfache Zuordnung Gut und Böse - ja, muss man mal schauen; also böse wird der Mensch, wenn er einfach den Widersachern zu viel Raum gibt. Das kann man mal sicher sagen. Ob die Widersacher als solche böse sind, ist eine ganz andere Frage, weil sie erfüllen eben eine notwendige Aufgabe in der Welt und die Welt wäre nicht besser, wenn sie nicht da wären. Weil wir könnten dann unsere regelrechte Entwicklung gar nicht durchmachen im Grunde. Die Welt wäre anders, aber der Mensch könnte sein Ich in der Art, wie es ihm vorherbestimmt ist - ja, vorherbestimmt ist eigentlich ein falsches Wort - aber wie es ihm ermöglicht ist... Also dem Menschen ist eben die Möglichkeit gegeben, ein einzigartiges freies Ich zu entwickeln. Wir stehen erst ganz am Anfang und wenn zum Beispiel heute die Naturwissenschaften, die Neurowissenschaftler sagen "Ja, was ihr immer von einem Ich redet - ich habe ins Gehirn geschaut, ich habe nirgendwo ein Ich gefunden", und und das schaut da gar nicht danach aus, weil die Menschen sind eigentlich, die haben in Wahrheit in sich so viele verschiedene Persönlichkeiten, die widersprüchlich sind, erlebt man ja manchmal selber in sich, dass man nicht immer mit sich selbst eins ist, also sie wissen gar nichts von dem wirklichen Ich. Und sie haben recht, weil wir im Alltagsbewusstsein ja kaum etwas davon erleben. Wir ahnen nur, dass wir eins haben.

Ich habe öfters das Bild gebracht vom schwarzen Loch in der Wand. Wir sehen nur, dass ein Loch da ist, aber was, was da wirklich drinnen steckt, sehen wir noch nicht. Aber jetzt bricht die Zeit an, dass wir langsam uns unseres Ichs bewusster werden, nämlich bewusster werden, welche gewaltige schöpferisch-geistige Kraft da drinnen ist. Und die können wir aber nur selber rege machen. Niemand kann uns zeigen, wie unser Ich ist. Wir müssen von innen heraus tätig werden und dieser Tätigkeit sozusagen selbst zuschauen. Das ist auch der Weg in die geistige Welt hinein. Dort fängt er an, wenn wir unsere eigene geistige Tätigkeit beobachten lernen, ganz bewusst. Wir beobachten sie nämlich zum Beispiel im normalen Verstandesdenken nicht. Wir beobachten die Gedanken, die heraus kommen. Aber das lebendige Denken, aus dem sie gebildet werden, beobachten wir nicht, sondern nur das fertige Produkt, das wir herausschneiden und das dann als toter Begriff da ist, und den setzt man halt irgendwo zusammen.

Aber das wirkliche Denken, das wirkliche Denken ist Lebenskraft, pure Lebenskraft, nichts anderes. Es ist dieselbe Kraft, die die Natur gestaltet, die Pflanzen, die Tiere, ja sogar die Mineralien. Wenn ein Mineral kristallisiert aus einem lebendigen Prozess heraus, und erst wenn der Prozess fertig ist, dann ist es das tote Mineral mit seiner starken geometrischen Form. Es kann im Winter leben, bei den Eisblumen, schauts euch die Muster an, die am Fenster entstehen. Das ist ein Kristallisationsprozess und da entstehen ganz typisch so pflanzenartige Formen, weil so eigentlich der Kristall aus einem lebendigen Prozess hervorgeht, der irgendwann einmal dann stehenbleibt und erstarrt. Und dann ist das fertige Mineral da.

Und... und das heißt, so müssen wir in unserem Denken als ersten Schritt erleben lernen den Prozess des lebendigen Denkens selber, bevor es zum fertigen Gedanken kristallisiert ist. Das ist der erste Schritt, den wir machen können. Das ist das, was Rudolf Steiner bereits im Grunde in seiner "Philosophie der Freiheit" ganz deutlich beschrieben hat. Also da fängt geistige, ganz konkrete geistige Wahrnehmung halt einmal auf der untersten Ebene an, nämlich auf der Ebene der Ätherkräfte im Grunde. Die fange ich an zu erleben, spüre aber dahinter natürlich, dass das Ich da steht und dass das aus der Quelle fließt. Aber es auf dieser lebendigen Ebene einmal abzufangen, das ist der erste Schritt. Und wenn man es steigert, kommt man zum imaginativen Erleben, zum imaginativen Bewusstsein. Also das heißt ein Wahrnehmen der geistigen Welt in Seelenbildern. Wir haben darüber schon gesprochen, ich will's jetzt heute nicht noch einmal vertiefen, das wird sicher in Zukunft wieder öfter kommen. (Jemand lacht; Wolfgang lacht mit) Ja, aber ja, es ist, es ist - ich weiß es (lachender Zuhörer: "Kommt jede Stunde") kommt jede Stunde mal irgendwo; also ich hab's jetzt heute kurz erwähnt. Aber ich walke es heute nicht aus, damit wir zu unserem Pferderl kommen. Ja, und damit war das Stichwort unsere Pferderl.

Wie sich Verstandesdenken und Gehirn entwickelt haben - Pferde als Symbol für die Intelligenz des Menschen 00:26:21

Weil nämlich das Verstandesdenken musste sich vorbereiten. Und die Vorbereitung war dazu natürlich, dass der Mensch einmal überhaupt die Erde betritt, also mit seinen Inkarnationen anfängt, dass er sich aufrichtet, das ist das erste, was beginnt, dass er die Sprache, also zuerst so Gesangsartiges, dann die Sprache sich entwickelt und zuletzt das Denken und mit dem Denken dann auch die Gehirnbildung erfolgt. Das ist also interessanterweise eigentlich das letzte. Es fängt also mit der Aufrichtung an, es fängt an mit dem geschickten Gebrauch der Hände und der Differenzierung eben Füße und Hände. Bei den Affen, die aus der Entwicklung dann ausgeschieden sind, ist diese Differenzierung eben nicht so ausgeprägt da, weil die Affen haben nicht wirklich richtige Füße, sondern das sind auch so halbe Hände. Die sind nicht einfach spezialisierter vor allem jetzt diese Säule zu tragen und dafür die oberen Gliedmaßen zum Greifen, zum Gestikulieren vielleicht, sondern beim Affen ist es nur unausgegoren irgendwo, es können die hinteren Beine auch zum Greifen verwendet werden und so weiter.

Teilnehmer: "Man kann auch sagen: Der Affe ist ganz Hand."

Der Affe ist ganz Hand.

Teilnehmer: "Aber dadurch wird also das, was die menschliche Hand ist, auch wieder zu spezialisiert."

Ja, genau, ganz genau. Richtig, richtig. Und bei uns differenziert sich das also total.

Ja, dann kommt halt die Gehirnbildung, da sind gewaltige Ätherkräfte dazu notwendig, dass das aufgebaut wird und überhaupt erhalten wird. Etwa unser Gehirn ist eigentlich aus biologischer Sicht ein katastrophales Organ; es braucht fast ein Viertel der Körperenergie, damit es nur nicht abstirbt, und zwar Tag und Nacht. Also, da müssen unsere Energieproduktionen ununterbrochen laufen, dass das Ding da oben nicht kaputt wird. Also es ist ein riesiger Aufwand dafür notwendig und es zieht auch tatsächlich gewaltige Lebenskräfte an, um sich durchformen zu können. Und das hat immer die Tendenz abzusterben dabei. Aber gerade durch diesen Absterbensprozess kommt das Bewusstsein zustande. Das ist ganz wichtig, das ist also oben am stärksten. Also, es sind gewaltige Ätherkräfte, die da hereingezogen werden müssen, und dass das möglich war, dazu musste, bevor der Mensch noch sich so richtig aufzurichten begonnen hat, die Pferde ausgeschieden werden aus dem Menschenwesen, wenn man so will, aus dem seelisch-geistigen Menschenwesen, dass das herunterkommt. Also das heißt, die Pferde sind kurz vor der Zeit entstanden, bevor der Mensch wirklich in dieser aufrechten menschlichen Gestalt die Erde betritt. Und daher ist das Pferd aus seinem Wissen aus alten Zeiten immer wieder ein Symbol gewesen für die Intelligenz des Menschen. Wenn man sagt: okay, das musste ausgeschieden werden, die Pferde haben einen gewaltigen Ätherkopf, der ist noch viel größer als der Pferdekopf. (Teilnehmer lacht) Man sagt, man soll das Denken den Pferden überlassen, weil die haben den größeren Kopf. Sie haben sogar einen sehr viel größeren Kopf. Ich meine, andere Tiere auch, aber bei den Pferden halt ganz besonders. Aber wir mussten genau diese Kräfte hineinziehen und die alle hineinziehen und verwenden oder verschwenden oder wie immer man will zur Gehirnbildung, das ist der Punkt und daher das Pferd als Bild für die Intelligenz.

Definition Siegel - Einweihungen ins Denken - Seelisches von außen nach innen tragen 00:30:12

Und daher tritt jetzt bei den Siegeln genau dieses Symbol auf.

Was heißt Siegel überhaupt? Siegel heißt, dass damit eine Anlage geschaffen wurde, die zunächst in dem Menschenwesen selbst versiegelt wurde, also das heißt in sein Wesen eingeschrieben wurde schon in der sogenannten atlantischen Zeit, also noch vor, vor der Zeit der Kulturepochen, Eiszeit würde man sagen oder Steinzeit. Zu diesen Zeiten also hat diese, diese körperliche Entwicklung einmal stattgefunden, d. h. da wurde das Instrument geschaffen und versiegelt im Menschenwesen. Während der Zeit der Kulturepochen wurde einmal, bis zur griechisch-lateinischen Zeit, diese Kräfte einmal versucht, langsam ins Seelische hinein zu heben; in der urindischen Zeit noch ganz wenig; da war noch sehr viel mehr ja fast Hellsichtigkeit das Überwiegende, nicht einmal nur so die Sinneswahrnehmung, das beginnt erst. Denken ist eigentlich noch ganz Imagination, also ist noch sehr wenig, aber es wird dann schon stärker in der urpersischen Zeit, und dann besonders, ein besonderer Schnitt ist drinnen, als die Hochkulturen beginnen mit der ägyptisch-chaldäischen Zeit, da ist ein großer Sprung drinnen. Also da geht's bereits sehr scharf hinein in die Entwicklung des Verstandes. Es ist zwar noch nicht die Verstandesseele, weil die kommt erst in der griechischen Zeit, aber dort wird schon sehr viel vorbereitet. Und gerade die ägyptische Einweihung, also eine der wesentlichen Einweihungsziele war die Einweihung ins Denken, also das voraus zu nehmen, was dann auf weiterer Stufe in der griechisch-lateinischen Zeit - ich sag einmal unter Anführungszeichen "natürlich" oder - durch die Kulturentwicklung hervorgekommen ist. Aber dort war es ein Einweihungsschritt. Also darum ging's, eben um dann die großen Hochkulturen, eben zum Beispiel das ägyptische Reich, wirklich verwalten zu können und plötzlich nicht mehr kleine Dorfgemeinschaften zu haben, sondern große Völker zu versorgen und große Völker auf der Erde zu einer Gemeinschaft irgendwo zu bilden. Also das war ein ganz gewaltiger Schritt und da spielt dieses Denken bereits eine sehr, sehr starke Rolle. Natürlich hatten die Eingeweihten es auf andere Art gewonnen und auch auf andere Art ausgeübt als wir heute oder auch als die Griechen zum Beispiel. Aber trotzdem, da fängt's an; es fängt ja überhaupt auch die wirkliche Seelenentwicklung auch erst so richtig an in der ägyptischen Zeit. Darüber haben wir auch gesprochen. Es fängt an mit der Empfindungsseele, das heißt man hat in der Empfindung, im Fühlen, spürt man es, fängt man auch an, die Wahrheit zu spüren und diese Dinge. Also da fängt erst diese Verinnerlichung überhaupt an. Vorher war das Seelische viel mehr was Äußerliches, und man hat es viel mehr draußen in der Welt erlebt. Jetzt fängt man an, es noch nach innen zu zu tragen.

Und dann halt der Höhepunkt im Grunde in der griechisch-lateinischen Zeit, und da wird jetzt dieser Intellekt am stärksten ausgebildet, das Gehirn am stärksten durchgebildet, und das wirkt hinein bis in unsere Zeit jetzt. Man kann sagen jetzt ist die... ja... Blüte würde ich gar nicht sagen, aber jetzt, jetzt kommt es langsam an einen Endpunkt, aber an einen Endpunkt mit dem höchsten Raffinement, kann man sagen. Das heißt aber, jetzt haben wir wirklich nur mehr im Grunde so im Alltagsdenken zumindest wirklich den toten Intellekt, und der tote Intellekt bedeutet, dass diese Ätherkräfte wirklich hinein versiegelt wurden in das Gehirn, und es stimmt, wenn heute die Naturwissenschaftler sagen "Es ist das Gehirn, das denkt." Für die heutige Zeit und für das heutige tote Denken stimmt das im Wesentlichen. Hier und da schneit schon was anderes noch hinein, aber das sind so die Glücksmomente. Aber so... so, so im Großen und Ganzen haben die Naturwissenschaftler Recht und daher ist es gut, dass sie das auch laut und deutlich sagen und dass wir nicht auf der falschen Stelle zu suchen anfangen. Also das ist daher ganz wichtig.

Also Naturwissenschaft, wo sie richtig betrieben ist, wenn sie ganz den materialistischen Ansatz hat, ist eine totale Hilfe, daher falsche geistige Ideale zu erkennen und langsam zu überwinden, weil wir heute so spinntisieren "ja, da irgendwo ist ja doch der Geist und der, der schwebt", weiß ich nicht wo er da schwebt - beim heutigen Denken schwebt goa nix (lachende Teilnehmer). Da schwebt nichts. Es ist abgestürzt.

Teilnehmer "So eine tief ernste Sache so humorvoll aus zu drücken!" (lacht).

Ja, also da... Aber es ist ein notwendiger Bauchfleck, den wir halt damit machen - oder auf den Kopf gefallen sind - weiß ich nicht, wie immer man es nennen will. Ist halt so. Na ja, damit wir das jetzt bissel konkreter an die Apokalypse anhängen, les' ich einmal ein Stückchen dazu, damit wir die Bilder auch bekommen, also die imaginativen Bilder, in denen jetzt entsiegelt wird im Grunde, welche Kräfte da eigentlich tätig sind, also nämlich um die Verstandeskräfte herauszubringen und was das seelisch bedeutet und so fort.

Das 1. Siegel: Das zunächst imaginative Bewusstsein wurde nicht aus dem Ich gelenkt - dazu brauchen wir das wirkliche Seelenleben 00:36:31

Das erste Siegel haben das letzte Mal schon gelesen, aber ich wiederhole es.

"Und ich sah: Das Lamm öffnete eines der sieben Siegel, und ich hörte eines der vier Tiere mit Donnerstimme sprechen: Komm! Und ich sah siehe ein weißes Pferd, und sein Reiter hielt einen Bogen in der Hand, und es wurde ihm eine Krone auf das Haupt gesetzt. Als Sieger zog er aus zu weiteren Siegen."

Also das ist das erste Siegel, das geöffnet wird. Das ist erst der ganz zarte Anfang, wo diese gewaltigen Ätherkräfte begonnen haben, das Gehirn zu ergreifen, wo das Bewusstsein in Wahrheit noch ein ganz hellsichtiges war, ein ganz imaginatives Bewusstsein war. Aus dem heraus ist letztlich auch unser heutiges intellektuelles Denken entstanden, aus diesem alten imaginativen Erleben. Alt in dem Sinn, dass es noch nicht bewusst aus dem Ich heraus gelenkt wurde, scheint, dass es einfach als Eingebung hereingekommen ist, dass es im Gegensatz zur heutigen Imagination sehr wohl auch auf das körperliche Instrument gestützt war, aber noch gar nicht so sehr auf das Gehirn, sondern zunächst einmal auf die Kräfte da unten. Also es war damit so eine Art Bauchhellsehen, dann geht es mehr in die Mitte hinauf und dann, dann steigt's langsam hinauf, aber das stirbt's dann ab, letztlich zum Intellekt. Und daher ist beim alten Hellsehen, auch das habe ich öfters erwähnt, hat es daher immer schon, zumindest seit der Zeit der Kulturepochen, also auch schon in der urindischen Zeit einen gewissen, immer stärker werdenden sinnlich-bildhaften Charakter gehabt. Das heißt, auch die hellsichtigen Erlebnisse waren so wie traumartige Sinneseindrücke im Grunde. Und ich habe deutlich schon, ein paar mal, - was heißt - fast immer gesagt: Das moderne Hellsehen hat einen ganz anderen Charakter, es ist entkleidet dieser sinnlichen Bildhaftigkeit. Die kann höchstens Vorbereitung sein, so wie die Schilderungen hier - anders können wir's halt nicht schildern.

Aber eigentlich geht's um das rein geistig-seelische Erleben, und das wird dann noch wichtig sein, wenn wir zu unserer Kulturepoche kommen. Also das heißt, wir müssen lernen, im rein Seelisch-Geistigen zu erleben, diese - ja, wie soll ich sagen - seelischen Erschütterungen zu erleben, die da passieren drinnen. Das ist etwas, was wir heute in Wahrheit noch nicht wirklich kommunizieren können. Wir haben keine Sprache dafür, keine Worte dafür. Also wir kennen ein bissel Gefühlsleben, ja, Stimmungen, aber das ist ja noch nicht das wirkliche Seelenleben. Das ist nicht einmal unser eigenes wirkliches Seelenleben und schon gar nicht die Seelenwelt als solche. Die ist viel intensiver, viel reicher und hat noch einen ganz anderen Charakter als unsere bloßen Gefühlsstimmungen, weil in unsere Gefühlsstimmungen mischt sich in Wahrheit auch immer wieder Sinnliches hinein.

Wir haben ja nicht nur Sinne nach außen, sondern auch Sinne nach innen. Also zum Beispiel (Teilnehmer "Empfindungen") Empfindungen, ganz genau, Empfindungen, man sagt ja auch Sinnesempfindungen, aber auch innere Empfindungen, also zum Beispiel wenn ich eine Atembeklemmung habe, dann ist das ein körperlicher Vorgang einmal primär, oder kann ausgelöst werden durch was Körperliches. Aber es ist sofort ein Angstgefühl damit verbunden. Das kann ich gar nicht verhindern; also wenn ich In Atemnot komm', krieg' ich Angst, da kann ich noch so so viel meditiert haben vorher, das steigt einmal auf; ich kann dann vielleicht ankämpfen dagegen. Aber es kommt einmal ganz natürlich heraus. Aber es kommt da heraus, weil einfach der Lebenssinn spürt: okay, die Atmung ist beklemmend und das überträgt sich jetzt auf ein seelisches Erleben. Und was ich erlebe im normalen Angstempfinden bei der Atemnot ist eine Mischung aus sinnlichem und seelischem Erlebnis. Also das heißt, wenn ich in die Imagination, in die wirkliche reine Imagination gehe, muss ich erleben können das reine Angstgefühl zum Beispiel - jetzt sind wir gleich bei was nicht so Angenehmen - und muss es auch trennen können von dem, was körperlich passiert. Das ist also eines der ersten Dinge, die ich trennen können muss. Das ist am Anfang gar nicht leicht. Und genauso, wenn es ein Gefühl ist, wo ich mich gut fühle, wo ich von mir aus glücklich bin oder was, was zum Beispiel auch auf's Körperliche damit zusammenhängt, dass ich einfach gut ausatmen kann, dass ich gut die Spannung loslassen kann. Jeder Atemzug hat diesen Wechsel zum Beispiel, also Einatmen presst: es ist ein kleines Ding der Beengung sogar, die ich spür. Ausatmen befreit. Es geht immer im Rhythmus hin und her. Also grad das Ausatmen befreit. Die Atemnot entsteht dann, wenn ich denk', krampfhaft einatmen zu müssen und ich kann nicht richtig oder nicht genug oder ich glaube, ich kann nicht genug einatmen. Dann entsteht diese Spannung mit der Angst. An der werden wir bewusster; beim Ausatmen schlafe ich immer ein bissel ein in Wahrheit. Ich befreie mich, ich lass los. Wir wissen das selber: es ist eine sehr gute Technik, wenn man mal hektisch ist und nervös ist, angespannt ist, atme mal ein paar Mal gut durch und schau, dass du gut ausatmest, dass du's los hast. Wenn du das machst, dann fängt dieser Stress an wegzugehen von dir. Und man wird zugleich a bissl leichter, träumerischer, und man fühlt sich wohler dabei. Also es ist ein leichter Schritt sogar ganz zart so bisserl Richtung Exkarnation, könnte man sagen, während dieses Angstgefühl, die Atemnot, das ist eigentlich das Inkarnationsgefühl. Also, es ist nicht jetzt so erfreulich, sich zu inkarnieren - muss man auch denken. Also, man hat sich's zwar vorgenommen vor der Inkarnation, will wieder hinunter und möchte jetzt zunächst einmal mit viel Freude da hinunter auf die Aufgabe, die da ist. Aber die letzte Phase ist sehr schwierig. Sich da in den Körper sozusagen hinein zu zwingen, ist kein angenehmes Gefühl. Und dann, dann noch dazu der nächste Schock, der ganz große, ist mit der Geburt und der erste Atemzug: das erste Einatmen. Das ist ein Drama in Wahrheit, das ist ein wirkliches Drama. Aber wir müssen durch, sonst können wir gar nicht Mensch auf Erden werden. Aber das ist das Urdrama schlechthin, dieser erste Atemzug. Das erste Mal alles da hineinpressen. Und das ist ein allererstes, aber noch nicht bis an die Oberfläche kommendes Erlebnis dessen, was das heißt, dass sich ein Ich inkarniert. Und das heißt Drama. Dort, wo sich das Ich inkarniert, ist immer Drama. Nichts anderes. Und wo sich's exkarnieren darf, ist es, ist es Befreiung in Wahrheit.

Daher wurde in den alten Kulturen immer auch letztlich die Exkarnation, also der Tod, als was Befreiendes, als was Schönes empfunden. Also bei den Indern noch ganz stark, die haben das heute noch teilweise drinnen. Die haben in den weißen Gewändern und so also was Lichtvolles - endlich, endlich weg aus dieser leidvollen Geschichte da unten. Das Erdenleben hat halt was Leidvolles, weil wir hier das Bewusstsein entwickeln müssen, sollen, können, dürfen. Wir haben es uns auch mit ausgesucht, weil wir wollen immer wieder runter, aber trotzdem erspart es uns nicht dieses Durchgehen durch die schwierige, ja auch schmerzvolle Situation.

Teilnehmer: "So danke Gott, wenn er nicht presst, und dank ihm, wenn er dich wieder entlässt."

Genau, Goethes schöne Worte dazu. Ja ja, schöner kann man es, schöner kann man es nicht ausdrücken. Und das, das ist ganz richtig. Und im ganz Kleinen machen wir das bei jedem Atemzug durch, bei jedem Atemzug ganz klein. Es ist halt immer nur der Ansatz dazu. Aber wir machen es ununterbrochen durch. Und eben auch dann, wenn wir in die Imagination, in die wirkliche, hinein gehen, ist es eben auch im Grunde mit einem Ausatemprozess verbunden, nur da müssen wir es jetzt schaffen, dabei voll bewusst zu bleiben. Normalerweise gehen wir in einen leisen Schlafzustand hinein oder in einTräumen hinein, wenn wir ausatmen, und wenn wir die Imagination bewusst erleben wollen, müssen wir ganz wach dabei bleiben ohne das körperliche Werkzeug, ohne der Hilfe, dass uns da was presst und quetscht sozusagen. Also ohne diese, diese äußere Fessel, die uns eigentlich hilft, bewusst zu werden.

Und an der Schwelle stehen wir jetzt, also dass wir das aus eigener Kraft entwickeln können, dass wir uns selbst halten können. Aber wie gesagt, in der urindischen Zeit war das noch ganz schwach ausgeprägt und daher ist dieses Bild ja eigentlich noch ein ganz wunderschönes und ein sehr angenehmes Bild, ja, weil man da im Grunde noch ganz im Geistigen gelebt hat und von Sieg zu Sieg sozusagen fliegt, also das heißt einfach im Geistigen erlebt. Und um das geht es hier. Also das kommt jetzt als seelisches Erlebnis heraus, als Frucht der Gehirnentwicklung und der Entwicklung des ganzen Menschenwesens aus der atlantischen Zeit. Das erlebt man in der urindischen Zeit und jetzt wird es sozusagen entsiegelt, so dass wir beginnen können zu verstehen, was da eigentlich wirkt, was da dahinter gewirkt hat an Kräften. Gerade jetzt, in dem Moment, insbesondere in unserer Zeit, können wir anfangen, das wirklich bewusst zu erfassen und zu verstehen.

Das 2. Siegel: Bild des Kampfes im Inneren des Menschen und zwischen Menschen auf geistig-seelischer Ebene bis hin zum Krieg aller gegen alle 00:47:10

Ja, in der zweiten Epoche wird's schon dramatischer, sehr viel dramatischer. Und das heißt, da geht's jetzt schon heran ganz deutlich: Wecke das Bewusstsein auf. Und das wird sehr dramatisch ausgesprochen:

"Und als es das zweite Siegel öffnete" (nämlich das Lamm), "hörte ich das zweite Tier sprechen: Komm! Und es kam hervor ein zweites Pferd von feuerroter Farbe, und seinem Reiter wurde die Macht gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, sodass ein gegenseitiges Gemetzel ausbrach. Ein großes Schwert wurde ihm übergeben."

Also, das klingt schon nicht so freundlich. Da beginnt wirklich die Auseinandersetzung jetzt mit den - ja - materialisierenden Kräften, also namentlich mit den ahrimanischen Kräften von unten. Da fängt's schon an, und zwar vor allem im Bewusstsein. Es geht da nie drum, dass eben auch äußere Kriege da waren. Wie heißt es in den Mysteriendramen so schön: Die äußeren Kriege sind ein Bild des Kampfes im Inneren. Das gilt in Wahrheit schon für die Vergangenheit. Und wir kommen jetzt langsam in die Zeit hinein, wo wir tatsächlich dann einmal die äußeren Kriege nicht mehr haben werden. Es ist noch genug da, aber die Kriege der Zukunft sind nicht mehr Kriege, die sich draußen abspielen; die spielen sich innen in uns selber ab und zwischen den Menschen, aber auf seelisch-geistiger Ebene, nicht auf körperlicher Ebene. Also das beginnt langsam. Es wird in dem Jahrhundert noch stärker werden, und es wird jetzt vor allem dann ganz stark sein natürlich in der nächsten Kulturepoche. Also auch der große Krieg aller gegen alle, von dem wir schon gesprochen haben, der dann am Ende der sieben Kulturepochen einen großen Einschnitt bringen wird, sagen wir's einmal so, wird kein äußerer Krieg sein im Wesentlichen. Es wird ein Krieg sein, der auf seelisch-geistiger Ebene vor allem ausgetragen wird, aber auch ausgetragen wird zwischen ahrimanisch-materiellen Kräften und spirituellen geistigen Kräften. Weil - es wird zu dem Zeitpunkt auch natürlich eine ganz hohe Entwicklungsstufe erlangt haben das, was heute im - ja, ich sag fast - lächerlichen Ansatz da ist mit künstlicher Intelligenz, Maschinenintelligenz, das ist nämlich die ahrimalische Intelligenz, eine Intelligenz, die eben kein Seelisches dahinter hat. Die lebt davon, dass sie eigentlich Ätherkräfte verzehrt und kein seelisches Erleben dabei hat. Was steckt dahinter? Das also ganz ins Tote hineingeht. Also dieses, dieses Bewusstsein, das wir im Seelischen haben, das werden diese Wesenheiten, diese - ja - Maschinenwesenheiten, ja Maschinenwesenheiten, mit denen aber der Mensch in Verbindung stehen wird, ja vielleicht sogar - nein nicht nur "vielleicht" - sicher verschmelzen wird. Rudolf Steiner sagt es ganz deutlich: Es wird kommen, die Zusammenschmelzung des Menschen mit dem Maschinenwesen. Das wird mit Sicherheit kommen in irgendeiner Form. Und das heißt, gegen das werden wir ankämpfen müssen, vor allem sich eben nicht durch das überrollen zu lassen. Das ist das Problem. Also das Problem wird sein, dass das schon längst vor der Geburt, sofern sie dann überhaupt noch auf natürliche Art erfolgt, schon längst beschlossen ist und man einfach in eine Wesenheit hineingeboren wird, die zum Teil diesen ahrimalischen Maschinencharakter hat. Es wird kommen, es wird sogar notwendig sein, weil, weil einfach die natürliche Fruchtbarkeit nicht mehr ausreichen wird. Es wird schneller kommen, als man denkt. Das sind nicht so erfreuliche Perspektiven, obwohl viele Menschen es gar nicht so empfinden werden, weil sie natürlich damit über eine ungeheure technische Intelligenz selber verfügen werden. Ich meine, wir sind ja schon hautnah dran, dass wir vieles von unserem Verstandesdenken an die Technik auslagern und vieles die Technik bereits heute besser kann als wir, sehr Spezialisiertes auch. Sie ist weit davon entfernt, den Menschen im Kreativen oder so wirklich Konkurrenz machen zu können, obwohl selbst da bereits Ansätze sind, die zeigen, wie weit die Maschinentechnik gehen kann. Ich habe das glaube ich schon erwähnt: es gibt heute Programme, die Kunstwerke gestalten können, so dass Experten sie nicht vom echten unterscheiden können. Also zum Beispiel Programme, die man wirklich mit echten Farben malt im Stile eines Künstlers, aber ein Bild, das nicht eine blosse Kopie ist, sondern ein ganz neues Motiv darstellt. Und die Experten können es nach der Art, wie es gemalt ist, nicht unterscheiden vom echten. Und das täuscht sogar Seelenstimmungen vor, obwohl es nicht aus einer Seelenstimmung heraus gemalt ist, sondern aus ganz nüchternen Rechenvorgängen heraus wie ein Computerspiel - das sind nur Rechenvorgänge. Und mit Kompositionen gibt's das schon längst. Man kann heute Werke von Bach komponieren, die Bach nie komponiert hat und, und und. (Teilnehmer lachen) Und man kann's nicht wirklich unterscheiden vom Original. Man kann nicht wirklich sicher sagen, was... was ist die Maschinenkomposition, was, was, was ist echt sozusagen. Da tun sich selbst geübte Musiker schwer. Also, und das ist jetzt der winzige, winzige Anfang. Ich mein', diese Bestrebungen gibt's seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg erst. Vorher - also während des Zweiten Weltkriegs hat's begonnen, da waren die ersten Ansätze mit dem Verschlüsselten und Entschlüsseln der Nachrichten im Krieg. Also, da hat der Alan Turing zum Beispiel sehr stark mitgearbeitet. Alan Turing war ein britischer Wissenschaftler, Mathematiker, der daran gearbeitet hat, die deutschen Funksprüche zu entschlüsseln. Und der hat die erste große Rechenmaschine gebaut, die fähig war, das zu entschlüsseln. Weil, die war sehr raffiniert. Bei den Deutschen war das zwar noch alles mechanisch irgendwie, aber es war ein sehr raffiniertes Entschlüsselungssystem und er hat die erste Maschine gebaut, mit der man das entschlüsseln konnte.

Und von da aus geht die Entwicklung dann sehr, sehr schnell weiter im Grunde. Und... und heute haben wir schon erstaunliche Dinge. Die Software kann Gesichter besser erkennen als jeder Mensch. Das heißt, wenn es nur irgendwo im Düstern Dunkeln irgendwo eine Filmaufnahme hast, die Software kann das Gesicht erkennen, selbst wenn es teilweise verdeckt ist. (Teilnehmer: "Durch.... oder wie?") Na ja, es basiert auf einer völlig bewußtlosen Mustererkennung. Sie kann genau die Muster erkennen und kann für jedes Gesicht also die charakteristischen Parameter sozusagen errechnen und findet es heraus, ob das bei dem Gesicht da drinnen ist oder nicht, und die Trefferquote ist wesentlich höher als selbst bei geübten Beobachtern - früher hat man - weiß ich nicht - Geheimagenten oder sonstige Kräfte, die halt die Gesichter studiert haben von irgendeiner unscharfen Aufnahme "ist es der oder nicht". Der Computer macht es mit nichts. Es ist ganz erstaunlich, und das unter allen möglichen Blickwinkeln. Ich meine, auf dem moderneren Handy hast du schon drauf überall die Gesichtserkennung und die erkennt eben sogar, wenn du ne Brille aufhast oder wenn du's halt schief hinhältst. Du kannst ziemlich variieren schon. Mit der Maske geht's nicht - mit der Corona-Maske geht's nur noch nicht. Aber das werden sie auch bals heraussen haben, dass es mit dem auch geht. Weil schon die Augen sind natürlich sehr charakteristisch.

Also diese Dinge sind unheimlich im Fortschreiten. Und mit diesen Dingen werden wir uns halt auch in der Zukunft auseinandersetzen müssen und das wird wirklich ein geistiger Krieg sein, und da ist der geistige Friede sozusagen von der Welt gewichen. Das fängt an in der Kulturentwicklung richtig in der urpersischen Zeit. Im Grunde fängt da langsam an, wo wirklich größere Völkerschaften anfangen, gegeneinander zu kämpfen. Schon alleine der Gegensatz Iranier Turanier damals, also da setzt diese Auseinandersetzung an. Die Turanier hatten also diese irdisch-ahrimanischen Kräfte sehr stark entwickelt und die Iraner diese Lichtkräfte des Ormust. Also das ist dieser Kampf von Licht und Finsternis. Dort beginnen die ganzen dualistischen Systeme, also Kampf des Guten mit dem Bösen oder wie immer man es nennt, des Geistigen mit dem Ungeistigen, des geistigen Lichtes, mit der geistigen Finsternis. Und spätestens ab der Zeit ist wirklich der Friede von der Erde gewichen. Weil der Kampf verläßt uns einmal bis bis zu unserer letzten Inkarnation nicht. Und das wird aber immer mehr ein geistiger Kampf. In alten Zeiten wurde es äußerlich körperlich ausgetragen und damit indirekt auf's Seelische übertragen halt durch den ganzen Schmerz und das Leid, das man dabei erfahren musste, hat's natürlich auch ins Seelische gewirkt und hat sogar geholfen, das Seelische zu vertiefen und zu verstärken.

Ich meine, in Wahrheit weiß jeder, wo man wirklich was gelernt hat, sind die schlimmen Situationen im Leben. Wenn man ganz ehrlich ist. Die Schönen nimmt man dankbar als Geschenk hin, aber lernen tut man aus den Sachen, wo man im Grunde Schmerzen erlitten hat, Leid erlitten hat, wo man gescheitert ist, wo es schief gegangen ist. An den Sachen kommt man weiter. Das ist heute die Wahrheit, die man leider auch aussprechen muß, oder... ich kann euch das nicht ersparen. Also, ihr werdet bei mir nicht hören die Esoterik: "Es wird alles gut, es ist alles schön und.. und das am besten morgen; folgt nur uns." Das kann ich euch nicht versprechen. Es ist also noch eine ziemliche Durststrecke. Ich meine, sie sind derart, es wird ganz anders dann natürlich, wenn wir nicht mehr diese irdischen Inkarnationen haben. Aber dann kommen andere Herausforderungen. (Teilnehmer: "Dann wird's noch mal schlimm." Wolfgang lacht) Gut! Mit dem werden wir uns dann später beschäftigen. Ich sag: schauen wir uns das in kleinen Dosen einmal an. Sonst wird's zu viel für den Anfang.

Ja, aber es wird uns auch eben ein großes Schwert übergeben, also diesem Reiter hier wird ein großes Schwert übergeben, und das ist das Schwert, das zweischneidige Schwert, das Ich. Da fängt es so richtig zu ergreifen an. Ich meine in der urindischen Zeit ist noch so bissl da sitzen, träumen von der Vergangenheit, sehen in der Gegenwart noch bissl das Geistige, und sich wundern, wie es darüber immer finsterer wird. Also da ist dieses Ergreifen, das Ich, noch nicht sehr stark.

Die bewusste Umgestaltung der Erde durch den Menschen - auch mittels der 1. Schrift zur Verwaltung von Großreichen wie Ägypten und Babylon 00:59:09

Aber in der urpersischen Zeit fängt es schon sehr massiv an, da kriegt man das Schwert schon in die Hände gedrückt. Und man sieht aber dann, es geht ja nicht nur darum, äußerlich zu kämpfen miteinander, sondern es geht vor allem darum, jetzt mit dieser Kraft die Erde umzugestalten, wirklich die Erde umzugestalten, und zwar umzugestalten durch den Menschen, und zwar bewusst durch den Menschen. Bewusst einmal zunächst in dem Sinne, dass man natürlich eben in der Einweihung sich den Ratschluss der Götter holt und erfragt, wie es... wie es in die Welt gesetzt werden soll oder welche Impulse in die Welt gesetzt werden sollen, aber es umzusetzen, sozusagen in den technischen Bauplan, in den technischen Ablauf, dazu brauche ich bereits diese Verstandeskräfte, wie sie anfangen. Und das ist zum Beispiel bei den Ägyptern bereits der Fall. Es hat's zwar noch nicht das Volk so im breiten Stil, aber es haben's die Eingeweihten, sonst könnten sie dieses große Reich nicht verwalten, nicht diese großen Bauten machen. Das sind nicht einfach, wie würde man sagen, instinktiv gebaut, sondern sie sind mit sehr viel Wissen, mit sehr viel Können und mit Verstand auch bereits gebaut. Und dazu gehört natürlich als Voraussetzung die Verwaltung des ganzen Reiches, das heißt, da müssen die Grundstücke geordnet sein, die jedes Jahr mit der Nilschwemme, wieder überschwemmt werden und die neu abgesteckt werden müssen. Darum mußte die Zuteilung der Nahrungsmittel organisiert werden. Dazu müssen Nahrungsspeicher errichtet werden. Dazu müssen Verzeichnisse entstehen, wie viel wo zu finden ist, weil der Pharao muss wissen, wie viel habe ich zur Verfügung fürs nächste Jahr, und nach dem kann er planen. Nach dem muss er Entscheidungen treffen. Und... und ähnlich ist es bei den Babyloniern, bei den Sumerern oder so. Also bei den Sumerern zum Beispiel: die erste Schrift, die kommt, dient nicht dazu, um Worte festzuhalten, sondern sie sind dazu eigentlich, um Warenverzeichnisse aufzustellen; wieviel vom Weizen oder sonst was ist zu derundder Zeit eingelagert worden, wieviel habe ich zur Verfügung und wieviel habe ich an demunddem Tag oder zu demunddem Zeitpunkt wieder abgegeben.

So fängt die Schrift an. Die Schrift fängt nämlich an mit praktischen Aufgaben als erstes. Man hätte damit sich nicht über die Götter verständigen können. Das ist erst die nächste Stufe. Ich meine, die Hieroglyphenschrift bei den Ägyptern hat schon seinen zweischneidigen Charakter. Da gibt's einerseits das ganz in die Praxis Gehende und dann holt man auch aus dem Imaginativ-Geistigen was hervor. Aber der Uranfang ist ganz im Praktischen draußen. Also, das ist überhaupt so, man stellt sich vielleicht die Einweihung in den alten Zeiten oder überhaupt die Religionen, auch wenn man so wie in den alten Zeiten falsch vor, wenn man sich vorstellt, gut, da habe die Leute nichts anderes gemacht, als zu den Göttern zu beten und sich den ganzen Tag damit zu beschäftigen, wie es da oben ausschaut. Nein, sie haben sich verbunden mit der geistigen Welt, um Impulse zu bekommen, wie sie die Erde verändern, was sie da tun sollen, wie sie die Jahreszeiten erkennen können, wie sie sich danach richten können, um das Leben hier auf Erden einzurichten.

Also Einwohnung auf der Erde, Inkarnation auf der Erde. Das ist eigentlich das große Thema. Und das fängt an ganz zart schon in der urindischen Zeit. Ja sogar am Ende der atlantischen Zeit natürlich schon in gewisser Weise, aber dann noch viel schwächer. Aber jedenfalls in der Zeit der Kulturepochen ist das die entscheidende Aufgabe, und die geistigen Impulse dienen alle dazu, um hier das Leben auf Erden zu verändern. Das ist ganz wichtig. Und diese Aufgabe bleibt uns im Grunde, bis wir in der letzten Inkarnation auf Erden hier sind. Weil so lang haben wir hier als physische Menschen im Amt der Erde zu arbeiten und mit der Erde zu arbeiten. Und daher ist das das Primäre, um das es geht. Und in Wahrheit, wenn man richtig in die Einweihung hineingeht, richtig in das imaginative Wahrnehmen, in das geistige Erkennen, hineingeht, dann geht es immer darum, Kräfte herauszuholen, um hier die Erdenaufgabe zu bewältigen. Nichts anderes.

Es geht niemals darum, auszusteigen einfach aus der Erdenwelt und da oben selig zu werden. Dazu ist die Zeit jetzt noch nicht da. Wir müssen uns erst die Kraft erwerben, um dann auf einer höheren Ebene tätig werden zu können, eben auf einer rein seelisch-geistigen Ebene tätig werden zu können. Aber das ist das Primäre, dass wir das jetzt herunter holen noch immer in gewisser Weise. Natürlich ist auch schon mehr Vergeistigung drinnen, aber die großen Auseinandersetzungen mit der Erdenwelt und mit der mineralischen Welt die stehen uns noch bevor in Wahrheit. Sie stehen uns in Wahrheit noch bevor. Es ist zwar einerseits schon ein geistiger Aufstieg da, also namentlich in unserer Kulturepoche (weil: wir sind eigentlich jetzt an der Schwelle, wo wir einerseits mit dem Bewusstsein wieder ins Geistige gehen können), aber nur: wir haben genau den Gegenpol, dass aber auch in der Erdentwicklung jetzt etwas ganz in die Tiefe absteckt. Und mit dem müssen wir uns auseinandersetzen. Und der Aufstieg ist nicht möglich, ohne dass da auch ein Abstieg erfolgt, der eben von den Widersachermächten vorangetrieben wird. Und und... es muss uns nur gelingen, also diesen absteigenden Kräften einfach sehr, sehr viel abzuringen für das Aufsteigende. Das wird uns begleiten bis zum Ende der 7. Kulturepoche in der Form.

Das 3. Siegel: Das Messen der Welt und das Einschreiben des Geistigen in die Erde 01:05:53

Aber schauen wir uns jetzt das Bild an, das in etwa also der ägyptischen Zeit entspricht oder der Gesinnung, die dort ist.

"Und als es das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte Tier sprechen: Komm! Und ich sah, siehe! ein schwarzes Pferd, und sein Reiter hielt eine Waage in der Hand. Und ich hörte eine Stimme inmitten der vier Tiere sprechen: ein Maß Weizen für einen Denar, drei Maß Gerste für einen Denar, dem Öl jedoch und dem Wein sollst du keinen Schaden zufügen."

Es ist ganz interessant, da wird genau auf das Messen, auf das Wägen im Grunde Bezug genommen. Das kommt alles in dieser ägyptischen Zeit heraus. Da fängt es an, also das Messen und Wägen der irdischen Welt. Ja, im Grunde ist es der Weg in den Materialismus, wenn man will, in einer gewissen Weise. Aber eben auch ein Weg, das Geistige dem Materiellen ein zu schreiben. Und unsere Aufgabe ist letztlich, die ganze, nämlich wirklich die ganze Erde umzuarbeiten. Das ist unsere Aufgabe, und wir haben gar nicht mehr viel Zeit. (Teilnehmer bestätigt "mhmmh!") Das heißt jetzt nicht, dass wir überall Löcher buddeln müssen bis zum Erdkern hinunter - auch wenn wir die ganze Erde umarbeiten sollen.

Wir haben heute schon viele Einflüsse, die in Wahrheit die ganze Erde durchdringen. Also sei es zum Beispiel mit der Elektrotechnik, die wir heute haben, die die ganze Erdatmosphäre durchdringt, die ins Wasser hinein dringt. Was wir an Erschütterungen haben durch künstliche Erdbeben, wenn man so will. Man denkt an die Atomversuche, an diese Dinge. Das sind Dinge, die die Erde erschüttern, bis ins kleinste Detail hinein. Das sind Beben, die durchgehen und, und, und die Erde verändern in Wahrheit, ganz klein, das sind feine Veränderungen. Es geht nicht darum, dass es jetzt großmächtig spektakulär erscheinende Umgestaltungen sind, aber es gehen mit diesen Dingen, die wir Menschen auslösen, die wir tun, auch geistige Veränderungen mit der Erde vor. Die geistigen Veränderungen sind das Wesentliche. Natürlich werden auch äußere physische Veränderungen hervorgerufen.

Aber es sind die geistigen Veränderungen, auf die es ankommt, weil - eben auch hinter der Erde steckt nicht nur ein Physisches, ein Sinnliches, sondern eben auch ein Übersinnliches, also Lebenskräfte, Ätherkräfte, Seelenkräfte und letztlich geistige Kräfte. Und man darf nicht vergessen, dass sich der Christus selbst mit der Erde verbunden hat. Der hilft mit dabei. Der ist mit dabei tätig, die Erde zu verwandeln und gibt uns die Kraft, das überhaupt zu können.

Nur in welche Richtung die Entwicklung geht, bestimmt nicht der Christus, sondern wir. Das muss uns bewusst sein. Was wir versäumen, wird eben nicht geschehen. Der Christus macht es nicht für uns, sondern er stellt uns nur die nötige Kraft dafür zur Verfügung, dass das auch wirklich in diesem großen Maßstab passiert. Aber sozusagen den Plan dazu, den Impuls dazu, den Willensimpuls dazu, den müssen wir geben. Also das ist das Ziel der Erdentwicklung in Wahrheit, dass wir Willensimpulse im Grunde auf planetarischer Ebene entwickeln können und werden. So weit muss unser Wille sein, dass soweit unser Geistiges aus dem Ich heraus wirkt, dass das bereits zart, aber eben doch planetarischen Maßstab bekundet. Aber als Gemeinschaft der ganzen Menschen und nicht der einzelne, der jetzt alles bestimmt, sondern gerade aus dieser Vielzahl an Menschen. Ja, und das Übungsfeld für das Ganze ist auch die äußere Technik, und das ist alles notwendig dazu. Gar nicht, weil die Maschinen jetzt so wichtig sind, gar nicht so wichtig ist, was äußerlich umgegraben wird. Aber weil wir in Auseinandersetzung damit die notwendigen geistigen Kräfte entwickeln. Das ist heute der Weg, wo wir durchgehen müssen.

Die geistige Aufgabe des Menschen, Natur- , Elementar- und andere Wesen vom Leid durch die Widersachermächte zu befreien - Geld als Schein und als Werkzeug zur geistigen Freiheit 01:10:32

Und wir stehen heute jetzt a bissl am Anfang der Zeit halt, auf die Dante mit seiner Göttlichen Komödie schon damals im Grunde so von von Ferne hingewiesen hat, wo ich immer sag: Die Kurzfassung Dantes Göttlicher Komödie ist: der Weg zum Himmel führt durch die Hölle. Und ich mein' das jetzt ganz ernst. Das ist ein bisschen scherzhaft einerseits ausgedrückt, aber ich meine es ganz ernst. Wir müssen uns also mit diesen Unterweltskräften auseinandersetzen, weil die müssen wir durchdringen. Nicht wahr, weil das... die Erde besteht zum Großteil aus diesen Kräften, da wirken diese ahrimanischen Kräfte, und die müssen wir erlösen. Wir müssen all die Wesenheiten, geistigen Wesenheiten, erlösen, die durch die Widersacher in Mitleidenschaft gezogen sind, die darunter leiden. Also zum Beispiel die ganzen Elementarwesen, die leiden ja auch unter den Widersachern, die da drunten sind. Nicht wahr, die Elementarwesen der Erde sind stets bedroht von diesen ahrimanischen, namentlich ahrimanischen Wesenheiten, die da darunter sind oder verführt von den luziferischen. Aber das ist noch das weniger Schlimme; aber namentlich von den ahrimanischen Wesen. Also das heißt, unsere geistige Aufgabe besteht gerade darin, diese Naturwesen auch zu befreien. Das ist das eigentliche Ziel. Nur weil der äußerliche Globus wird irgendwann einmal zu Staub zerfallen, das ist nicht das Wesentliche. Aber die Wesenheiten, die damit verbunden sind, die sind das Wesentliche. Und da müssen wir tätig werden.

Aber dazu müsste man auch wissen, wie man wie man ein Maß Weizen für einen Denar eben misst oder drei Maß Gerste für einen Denar. Ja auch der Denar ist sogar, das Geld ist drinnen. Das Geldsystem und Finanzsystem wird heut mit Recht als sehr bedenklich gesehen. Aber aber auch das Geld ist eins der wichtigsten Erfindungen, die die Menschheit gemacht hat. Und das ist aber eine total ahrimanische Erfindung auf der anderen Seite. Es war im Faust, da ist so schön die Szene der Erfindung des Papiergelds. Ich meine, die ist ja so, so hellsichtig geradezu vom Goethe da drinnen auch für unsere Zeit. Ich mein' ein Fetzen Papier im Grunde, ein Kaaszettel würde man sagen auf gut wienerisch, ein Käsepapier, also nix, es hat keinen Wert für sich. Ich mein', heute ist es nicht einmal im Grunde mehr das, sondern es ist eine Ziffer in einer Computerdatenbank in Wahrheit. Da sind die Milliarden oder Billiarden Dollar, die es gibt auf der Welt, sind im Grunde Zahlen, nichts.

Teinehmerin: "Es heißt ja auch nur Schein".

Ja, genau, es ist der Geldschein. Genau richtig. (lacht) Ja, ja, absolut. Es ist Täuschung. Es ist Schein. Es ist nichts. Aber es ist eines der Werkzeuge, die uns hier auf Erden die geistige Freiheit ermöglicht.

Teilnehmer: "Woher kommt das Wort Schein beim Geld, also der Schein?"

Ja (lacht), das weiß ich jetzt auch nicht, entweder war da wer sehr hellsichtig - was das bedeutet? Aber naja, es ist jedenfalls etwas, wo nur Zeichen halt darauf sind. Also es wird schon was damit zu tun haben, dass eigentlich der Geldschein keinen realen Wert repräsentiert, sondern nur einen ideellen Wert. Und der ist da, wenn alle Menschen daran glauben. Wenn plötzlich die ganze Menschheit niemand den Dollar glaubt, dann ist's um den Dollar geschehen und dann gehen Milliarden und Billiarden... sind von einem Tag auf den anderen nichts mehr.

Teilnehmer: "Aber ein Kind hat ja noch dieses Gefühl. Einem Kind kannst keinen Geldschein geben. Es möchte sein Eis haben und sein Spielzeug. Das wird mit Geld nicht glücklich."

Genau. Genau!

Teilnehmer: "Ist eigentlich sehr schön, oder?"

Ja. Ja, natürlich.

Teilnehmer: "Ist sehr natürlich."

Natürlich. Nur die andere Seite ist: wir brauchen es für die freie geistige Entwicklung. Mit Tauschhandel allein würden wir das nicht schaffen. Da würde man noch immer stehen am Anfang der urindischen Zeit irgendwo. Da gab's Tauschhandel zwischen den Leuten, die unmittelbar in einer Kleinfamilie oder Großfamilie zusammenlebten und nicht viel weiter. Und dann kam ja die Aufgabe, die Erde umzuwandeln und dadurch die Erdenaufgabe der Menschheit zu erfüllen eben nicht angehen. Das ist der Punkt. Und... und wir müssen uns daher bewusst sein, als Anthroposophen ganz besonders bewusst sein: unser geistiges Streben heißt aber eben auch, dass wir mitarbeiten an der Umwandlung der Erde und nicht sagen: das überlassen wir den ahrimanischen Leuten und mit denen will ich nichts zu tun haben, sondern wir müssen an dem mitarbeiten, weil sonst überlassen wir es einseitig den Widersachern. Die Gefahr ist sehr groß. Ich mein', zum Glück ist trotzdem auch bei vielen, die scheinbar so ahrimanisch denken und doch ist in Wahrheit schon ein geistiger Impuls auch dahinter, auch wenn sie's selber nie zugeben würden und abstreiten. Es ist also nicht alles so katastrophal, wie es auf den ersten Blick ausschaut. Das ist katastrophal. Aber es besteht durchaus reale Hoffnung auch. Also man muss nicht Angst haben vor der Zukunft. Man darf nur nicht nachlassen; man darf nur nicht nachlassen.

Die Naturwissenschaft hat insofern Recht, als sie uns hilft, falsche Überlieferungen und Vorstellungen los zu werden 01:16:17

Und ich habe es oft ja schon gesagt, dass heute die Menschen, die sich so ganz gegen das Geistige sträuben, erstens einmal insoferne recht haben, wenn sie ungesunde alte im Grunde bloß phantastische, ich sag' nicht einmal phantasievolle, sondern sondern phantastische Geistvorstellungen haben, die eben nicht der geistigen Wirklichkeit entsprechen, dass die einmal wirklich gründlich weggefegt werden. Das ist einmal ganz wichtig und wir haben einfach viel in den Überlieferungen drinnen, was ja so heut schon grad vorbei ist. Und in Wahrheit, wenn man sich dann hinein vertieft, und die Philosophen sich hinein vertieft haben, genau auf den falschen Weg geraten sind. Wo dann wirklich viel Leute ja heute noch glauben: "Ja, der Mensch, die menschliche Seele ist unsterblich, naja, und dann ist das ja auch mein Bewusstsein so, wie es jetzt da ist, das ist dann nach dem Tod halt auch so irgendwo." Und das ist natürlich ein vollkommener Blödsinn. Da ändert sich gewaltig etwas. Und von dem Bewusstsein, das wir dann zum Beispiel nach dem Tod haben, haben wir sicher keine Ahnung, wenn wir es beurteilen aus dem Alltagsbewusstsein, sondern man muss wirklich in ein anderes Bewusstseinserlebnis hineingehen, eben zumindest einmal in die imaginative Stufe anfänglich hinein kommen; dann krieg ich ein bissel eine Vorstellung, wie anders das ist und dass man das nicht so vergleichen kann. Also das sind zum Beispiel falsche Vorstellungen, die wirklich weg müssen. Und da hat die Naturwissenschaft recht, wenn sie das wegfegt, total.

Erfahrungen mit dem kleinen Hüter der Schwelle (Doppelgänger) - Wirkliche Menschenbegegnungen entstehen da, wo wir Feinfühligkeit für den Wesenskern des Menschen entwickeln und seine Grenze achten 01:17:54

Und das zweite sind Menschen, die sich mit Hand und Fuß gegen das Geistige sträuben, sind meist welche, die sehr nahe selber dran sind und Angst halt davor haben, diesen nächsten Schritt zu tun, weil das ihr Leben auf den Kopf stellt komplett. Und das ist so, das ist so, weil der Gang sozusagen über die Schwelle - ja nur ein anfängliches Erleben - ändert das Leben komplett. Es geht eine neue Welt auf. Man erkennt also sich selbst natürlich in einer ganz anderen Weise. Weil wenn's ein gesunder Übertritt über die Schwelle ist, ist, ist, sollte so ziemlich eins der ersten Begegnungen sein mit dem kleinen Hüter der Schwelle oder mit dem Doppelgänger, wie immer man es ausdrücken will, und diese Erfahrung ist einmal niederschmetternd, wirklich niederschmetternd. Weil sie zeigt einem einfach, wie klein man geistig noch ist, wieviel Lasten aus der Vergangenheit man mitschleppt und wie groß die Aufgabe ist, die vor einem liegt. Und es ist so schonungslos, dass man eigentlich sich in einem Mauseloch dann verkriechen möchte und sagen "Pf, was soll ich tun eigentlich noch." Keine Chance. Und und aus dem entsteht aber dann der Entschluss: Ich kann da nicht anders im Grunde, als mein Leben grundlegend zu ändern. Und trotzdem aber jetzt auch nicht in die Gefahr kommen: Ja, jetzt ziehe ich mich dann irgendwo in der Einsamkeit zurück und tu dann mehr meditieren, sondern trotzdem mitten im Leben stehen zu bleiben. Aber mit einer ganz anderen inneren Haltung, ohne äußerlich jetzt die anderen zu beglücken mit meinen geistigen Ergüssen oder was vielleicht; ist gar nicht notwendig, sondern einfach im Detail Dinge anders machen und jedem nur das sagen, was er grad braucht. Wozu er grad bereit ist. Im Weggehen, ich hab' es auch schon oft gesagt, was heute also der größte Fehler ist, den man machen kann, womit man Menschen also grad in den Materialismus treibt, wenn man sie zu einem Zeitpunkt, wo sie nicht bereit sind, mit Geistigem überfallen will. Das ist heute ein Stoß hinab in die materialistische Welt für sie, weil ihnen gar nichts anderes übrig bleibt; sie müssen zurückweichen, sie sind zu nahe dran und wenn sie dann, bevor es soweit sind, am falschen Fuß sozusagen erwischt werden, dann machen sie einen Salto rückwärts in den Abgrund hinunter. Weil der ist ihnen vertraut, der materialistische Abgrund. Man muss unheimlich vorsichtig sein. Und was wir brauchen heute ist diese Feinfühligkeit, diese Feinfühligkeit zu erkennen, was lebt in der Seele des anderen Menschen und, und und zu spüren: Wie weit kann ich gehen, wie weit darf ich gehen? Welches Wort darf ich fallen lassen und welche sollte ich möglichst vermeiden? Weil er muss es selber für sich entdecken und im Grund muss es nur so sein, dass irgendwo, der vielleicht ein Wort aufgreifend sagt: Na, was meinst du denn jetzt damit? Und wie geht es weiter? Ich will das wissen. Wenn er das nicht sagt, dann weißt du es. Vielleicht fragt er es 20 Jahre später. Oder erst in einer nächsten Inkarnation, und dann in einer anderen; es ist egal. Auf das kommt es nicht an! Und ich merke das heute sehr deutlich, dass also man viele Menschen sofort verschreckt, wenn man diese Grenzlinie überschreitet und ihnen was Geistiges zumutet, für das sie jetzt noch nicht bereit sind, obwohl sie knapp davor stehen. Aber grad da kann man den meisten Fehler machen. Ich mein', jemand der eh der totale eingewöhnte Materialist ist, sagt: Ja, mein Gott, ihr könnt gerne reden von Geistern und Gott, und ist mir alles wurscht, ich glaub' eh nicht dran. Ja, den beunruhigt das nicht. Der sagt höchstens: Ja, ihr seid nicht ganz dicht, aber... aber mehr passiert nicht. Der erschreckt sich nicht. Am meisten erschrecken sich die Menschen, die nah dran sind. Weil eben dieser Übertritt über die Schwelle wirklich das Leben im Grunde auf den Kopf stellt, das ist das Problem. Dessen muss man sich bewusst sein. Also, es ist... Es ist einfach dramatisch. (Teilnehmer: "Die Pädagogik gibt uns eine Gelegenheit dazu, diese Feinfühligkeit zu entwickeln.") Ja. Ja. Absolut. Absolut. Ja. Ja. (Teilnehmer: "... in Schulen und Kindergärten, aber auch soziale Gruppen, Theatergruppen") Ja. Absolut. Absolut. (Teilnehmer: "Wo man sich eintuned - sehr nahe oder zu nahe oder im richtigen.") Ja. Ja. Ist richtig. Ist richtig. Ja, wir müssen einfach jetzt immer mehr, nämlich wirklich ein Gespür entwickeln für den Wesenskern des anderen Menschen. Also das heißt, es spielt keine Rolle, wie er äußerlich ausschaut oder welche Fähigkeiten er jetzt äußerlich hat oder wie er sich gibt. Er kann vielleicht ein Rüpel äußerlich sein, man muss sich nur vielleicht ein bisschen zurückhalten, aber was sein Wesenskern ist, ist ganz was anderes. Es hat vielleicht irgendwelche Ursachen, karmische Ursachen oder sonstige, warum er äußerlich jetzt vielleicht ein sehr missliebiger Zeitgenosse ist. Aber.... aber man muss durchschauen können sozusagen durch das alles. Das heißt, das hat nichts damit zu tun, wie intelligent ist er bezüglich dieser Verstandesintelligenz, wie manierlich ist er im äußeren Gehabe. Ja, vielleicht ist er sogar jemand, der ein Verbrechen begangen hat oder was, und es steckt doch was anderes dahinter noch. Es kann alles sein. Und und also einfach da, auch den äußeren Schein zu überwinden. Das heißt nicht jetzt, alle hätscheln und tätscheln und jeden Fehler entschuldigen. Das ist damit überhaupt nicht gemeint, aber ich muss durchschauen, was wirklich dahinter steckt, was hinter diesem speziellen Schicksal dahinter steckt. Dann kann man Impulse geben und wird sehr viele Impulse zurückbekommen in Wahrheit. Grad dadurch, dass man sich also einfach einlässt auf den anderen Menschen. Also diese Menschenbegegnungen, diese wirklichen Menschenbegegnungen, weil noch bis vor kurzer Zeit war ja, wie soll ich sagen, das gesellschaftliche Zusammenleben so im großen Stil noch sehr formell in Wahrheit: Das tut man, das tut man nicht. Das sind gute Manieren, das sind schlechte Manieren. Man kann das zugleich einteilen wie nach Klasse oder sonstwie, wenn ich es jetzt a bissl überspitzt sag, aber das ist ja alles äußerlich. Ich sage jetzt nichts gegen gute Manieren, gar nix. Aber das Problem ist, wenn die nicht ehrlich von innen kommen, sondern einfach von außen gemacht sind. Und man gibt sich so und natürlich auch mit dem Bewusstsein womöglich: Ach, wie toll bin ich! Und man schaut auf die anderen runter, die das nicht können. Dann ist es für... für andere Menschen kann das unheimlich seelenzerstörend wirken. Eigentlich tut's das auch alle. Weil in Wahrheit dann einer dem anderen neidig ist: wer ist der Bessere? Wer ist der Ehrbarere sozusagen. Solche Dinge kommen sehr viel vor. Das sind alles Dinge, die zerstörerisch sind heute. Also dafür total wach sein, also dieses... diese soziale Feinfühligkeit zu entwickeln. Da fängt die wirkliche geistige Wahrnehmung an in Wahrheit. Also, ja, wenn man will die Hellsichtigkeit für das, was ist das seelische geistige Wesen des anderen wirklich. Es einmal zu spüren. Wenn man es einmal anfängt zu spüren, wird's irgendwann einmal vielleicht dann zur Imagination werden. Und Imagination heißt, dass ich dann wirklich, wie soll ich sagen, ein großes Panorama habe, was mit dem wirklich los ist. Es ist dann nicht nur so eine Empfindung halt dafür, sondern es wird ein immer klareres Seelenbild, das ich mir davon mache, von dem anderen Menschen, und... und das ich trennen kann aber von meinen Sympathien und Antipathien. Es ist nun einmal so, dass das wir, vielleicht auch aus karmischen Gründen oder aus sonstigen Gründen, einfach manche Mitmenschen sympathisch finden, andere antipathisch finden mehr - wir sind uns dessen nicht immer bewusst, aber das alles müssen wir heraushalten aus dem. Nachher kann ich sagen: Er ist mir trotzdem nicht sympathisch innerlich. Kann ich ruhig ehrlich sein. Also, es ist nicht so, dass das jetzt alles... alle: Wir lieben uns alle und alle sind mir sympathisch. Das wird so schnell nicht funktionieren. Mit Sicherheit nicht. Das ist unehrlich. Das schaffen wir nicht jetzt. Ist auch nicht notwendig. Ich mein', ich kann nur sagen: Okay, eigentlich geht mit der unheimlich auf den Nerv in seiner Art, wie er ist. Aber ich sehe innerlich seinen Wesenskern. Der ist was anderes. Ich will ihm sogar einen Impuls geben. Aber bitte nicht jeden Tag, weil jeden Tag halte ich nicht aus. Ja. Okay. Okay. Ist so!

Erwachen am anderen Ich 01:27:31

(Teilnehmer: "Vielleicht ist <Liebe deinen Nächsten wie dich selbst> auch eher so gemeint.") Ja, natürlich. (Teilnehmer: "Weil sich selber hält man auch nicht jeden Tag aus.") Sich selber hält man auch nicht jeden Tag aus. (Teilnehmer: "Da sagt man auch: Was ist heute wieder mit mir los und man freut sich auch, wenn man einen besseren Tag hat, als einen schlechteren, oder...") Absolut (Teilnehmer: "...zufrieden mit dem anderen umzugehen, das ist wie mit sich selbst."). Absolut. Absolut! Ja ja! (Teilnehmer: "Und Steiner nennt es Erwachen am anderen...") Erwachen am anderen, ja. Erwachen am anderen Ich. Und das Interessante ist, dass man dabei auch das eigene Ich viel besser kennenlernt, nämlich das wirkliche Ich dann. Nicht die Ich-Vorstellung, die man sich halt gemacht hat im Laufe des Lebens, weil die ist was Verzerrtes, entweder ein geschöntes oder ein verfinstertes Bild. Es gibt sagen wir mal zwei grobe Typen von Menschen: Der eine hält sich für weiß Gott wie gut und der andere für immer: Nein, ich bin ja der Letzte überhaupt und ich kann gar nichts. Und beides ist meistens überhaupt nicht richtig. Beides stimmt meistens nicht. Also, das Bild des eigenen Ich zu entdecken, ist schwierig, aber am besten geht's, indem man erwacht am anderen. Ja, es geht eigentlich überhaupt nur so, anders geht's gar nicht. Also, wenn ich ein Leben lang im Kämmerchen eingesperrt werd', dann lern' ich mich überhaupt nicht kennen. Ich erwache am anderen. Das ist ganz wichtig.

Das 4. Siegel: Die Unsterblichkeit der Seele als Gruppenseele und als Geistselbst, welche durch die geistige Tätigkeit des Ich entsteht 01:28:57

Na ja, schauen wir uns das vierte Siegel an.

Teilnehmerin: "Darf ich..."

Ja bitte gerne!

Teilnehmerin: "...etwas sagen. Also, erschreckend ist ja, wenn man als Kindergärtnerin arbeitet."

Ja.

Teilnehmerin: "Das war vor 50 Jahren...."

Ja.

Teilnehmerin: " ...als Plastik eingeführt wurde."

Ja. Ja.

Teilnehmerin: "Ja. Nur aus hygienischen Gründen."

Ja ja natürlich!

Teinehmerin: "Aber es war alles aus Plastik und dann erfährt man durch die Geisteswissenschaft, dass dieser Tastsinn..."

Richtig.

Teilnehmerin: "...den das kleine Kind hat. Und wenn das ständig betrogen wird..."

Ja. Ist ne Katastrophe ja.

Teilnehmerin: "... durch das kalte Material."

Ja, ja.

Teilnehmerin: "Plastik ist ja immer irgendwo gleich.."

Ja. Ja, ja, ja, ja.

Teilnehmerin: "...dass das die Metamorphose der Form ist genau dieser Ich-Sinn, den du jetzt..."

Ja. Ja, genau, genau.

Teilnehmerin: "...beschrieben hast. Das heißt heutzutage, bitte, und das war vor 50 Jahren. Ist man da schon losgegangen auf diesen Ich-Sinn?"

Ja, ja.

Teilnehmerin: "Das ist erschreckend."

Ja, ja, ja, ja, ja.

Teilnehmerin: "Wir können jetzt Glück haben, wenn man es wenigstens dann entdecken darf. Was? Was ist da eigentlich geschehen? Ja, ja, schon längst in der Welt. Und die Menschheit erfährt von so was keine ..."

Ja, es ist richtig, ja ja. Da warten viele Herausforderungen auf uns. Es sind einfach unheimlich viele Anstöße, die heute gegen dieses Ich auch anstürmen. Das ist klar. Und es muss aber natürlich sein, damit wir dieses Bewusstsein dafür entwickeln, weil solange das eh alles natürlich ist und Holzspielzeug, weil man ja eh gar nichts anderes gehabt hat, ja, da denkt man über das gar nicht nach. Das ist das Problem. Und wir müssen es bewusst erfassen heute. Ja, aber es ist tragisch. (

Teilnehmerin: "Ja, es ist so unfair, weil das Kind ist ja dem ganzen ausgeliefert."

Ja, ja, natürlich. Natürlich. Natürlich. Ja. Die Kinder können eh nichts dafür. Die Erwachsenen begreifen's nicht. Ja, das ist wichtig. Ja.

Schauen wir uns jetzt das vierte Siegel an! Vierte Siegel hängt also zusammen jetzt mit der griechisch-lateinischen Zeit. Na ja, wie heißt's jetzt?

"Und als es das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des vierten Pferdes sprechen. Komm. Und ich sah siehe! ein fahles Pferd, und der Name seines Reiters hieß der Tod, und das Reich der Toten ist sein Gefolge. Ihnen ist Vollmacht gegeben über ein Viertel der Erde. Sie dürfen töten mit dem Schwert, durch Hunger und Tod und durch die Tiere der Erde."

Das charakterisiert also bereits die griechisch-lateinische Zeit. Der Tod wird immer mehr der Begleiter des Menschen. Ich habe das auch schon glaube ich in einem früheren Vortrag erwähnt, dass das ja auch wirklich die sogenannte Unsterblichkeit der Seele, dass das nicht so einfach was Gegebenes ist. Es war es in alter Zeit, aber da war es was Gruppenseelenhaftes - das geht noch in die atlantische Zeit und früher zurück, wirkt natürlich nach, hört in der griechisch-lateinischen Zeit ziemlich auf. Dann bleibt nur zurück die sinnlich-sterbliche Seele, durch die wir die sinnliche Außenwelt erleben, durch die wir den normalen Verstand entwickeln, durch die wir die Gefühle entwickeln, die sehr stark mit der Körpertätigkeit zusammenhängen, wie ich es mit der Atmung oder dergleichen beschrieben habe. Dieser Seelenteil ist nach dem Tod sehr schnell weg, wirklich sehr, sehr schnell weg. Und das, was wirklich unsterblich Seelisches ist in neuer individueller Form, jetzt wirklich in der angemessenen Form, die dem Ich zugehörig ist, dem wirklich auch, durch das Ich selbst geformt werden muss, diese unsterbliche Seele, das ist in der griechisch-lateinischen Zeit naja erst die Suche danach, das Ringen danach. Und darum sieht man eigentlich in der griechisch-lateinischen Zeit, wenn man über das Leben nach dem Tod spricht, nur mehr die Unterwelt. Die Unterwelt. Das ist ... also - was ist das? Das ist die Welt im Grunde, wo wir unsere - ich habe das genannt die Karmapackerl, die wir dort ablegen, das heißt jenes Seelische, das von uns so zerstört wurde, dass es sich nicht in der Seelenwelt auflösen kann in Wahrheit. Das sind nämlich unsere Karmapackerln, die sind sozusagen seelisch verfestigt, könnte man sagen, seelisch zerstört, seelisch verfestigt, so dass sie nicht löslich geworden sind in der Astralwelt, in der Seelenwelt. Die bilden eigentlich dieses dunkle Reich unten. Also, das vergeht nicht, das ist schon richtig, das ist also etwas vorerst Unsterbliches, aber ich sage vorerst, weil es ist unsere Aufgabe, das ja letztlich aufzulösen bis zum Ende unserer Inkarnationen auf Erden. Aber es ist einmal ein provisorisch Unauflösliches fürs Erste, weil die geistige Welt kann es nicht für uns auflösen, sondern wir können sie nur selber auflösen. Aber das ist eben gerade das, was uns belastet. Das wird nicht als schön empfunden und daher wird jetzt empfunden: Ja, was bleibt denn von meiner Seele über? Das Geistige sehen sie sowieso nicht so, das Geistige ist ja noch schwerer zu fassen, weil beim Geistigen kann ich eigentlich gar nicht sagen, wie ist es.

Beim Seelischen das hat noch irgendeinen Inhalt, von dem ich's sagen könnte, aber da löst sich das meiste auf, weil das, was die Sinneswelt betrifft, was die Griechen so geliebt haben, auch die Römer auf ihre Art sehr geliebt haben, vor allem den sinnlichen Genuss, die Griechen auch, das ist alles weg.

Was bleibt sind die ganzen Verfehlungen, die so stark sind, dass sie das Seelische so stark zerstört haben, dass es eben nicht aufgelöst werden kann. Das bleibt. Das spüren sie, das spüren sie ganz stark, und eigentlich merken sie, der Tote geht scheinbar dorthin. Es stimmt ja natürlich nicht, weil das Eigentliche, das Ich des Menschen, steigt sehr wohl auf in die geistige Welt, aber es ist sehr stark zu spüren: Aha, da unten bleibt ein Seelisches. Aber das ist schaurig, das ist schaurig.

Aber das wirklich unsterbliche Seelische im positiven Sinne, was dann also wirklich eben ewig wirkt, das ist das, was das Ich durch seine geistige Tätigkeit während des Erdenlebens am Seelischen wirklich vergeistigt hat, das heißt, zu dem sogenannten Geistselbst verwandelt hat. Das ist erst wieder ein unsterbliches Seelisches.

In der Vergangenheit war es ein Gruppen-Seelisches, das war auch unsterblich. Dann ist es, je mehr die Menschen also auf ihr Ego zunächst einmal gekommen sind, umso mehr ging die Gruppenseele zurück. Das heißt, es bedarf den Menschen nur mehr, nur mehr wenig. Ja natürlich, die Volksseele blieb bestehen, die Griechen-Seele blieb bestehen, zumindest über lange Zeit, bis sie sich dann verändert hat. Aber das nützt heute dem einzelnen Griechen trotzdem nichts, weil seine individuelle Seele, und die hat er gespürt, eigentlich bleiben dort die Höllenpackerln und die Karmapackerln in Wahrheit, und der Rest?! Wo ist es?

Also, das beginnt erst langsam, dass die Menschheit sich das wieder erarbeitet individuell. Es wird stärker, ich hab' das auch schon ein paar Mal erwähnt, so im 8. / 9. Jahrhundert nach Christus wird es stärker, so dass dann die christlichen Denker das vor allem spüren: Okay, da gibt es eine unsterbliche Seele, weil wir arbeiten daran. So irgendwie unbewusst spüren sie's, obwohl sie nicht hellsichtig sind, aber sie spüren es irgendwo. Und sie spüren: Die arabistischen Denker, die Araber mit ihrem brillianten Verstand, die verstehen das nicht. Die glauben immer noch, es ist so, dass das Seelische dann oben verweht irgendwo und halt in die Weltseele zurückgeht und das individuelle Seelische verschwindet. Das war der große Kampf im Mittelalter dann zwischen den arabischen Denkern und den christlichen Denkern.

Unser Freund, der Tod, und der stärkste Bewusstseinsmoment beim Sterben 01:38:01

Und und das heißt seit etwa dieser Zeit ist die Menschheit erst wirklich so scharf dran, ihr wirklich unsterbliches Seelisches zu entwickeln. Auf individuelle Weise. Wir müssen ringen darum. Und eben in der griechisch-lateinischen Zeit, die ja bis bis zum Ende des Mittelalters geht, hat man aber sehr deutlich gespürt: Da war der Tod, der ist sehr nahe da, der ist eigentlich ein Begleiter - auch im Mittelalter sieht man ja oft das Totengericht mit der Sense und so - der begleitet den Menschen. Und eigentlich sollten wir es heute auch spüren. Gerade wenn wir uns geistig entwickeln, sollten wir das spüren. Aber nicht als etwas Negatives, sondern etwas, was für unsere Bewusstseinsentwicklung notwendig ist, so wie ja im Grunde ein Freund, der uns begleitet unser ganzes Leben. Er begleitet uns mit der Geburt im Grunde bis kurz vor Ende des Lebens, begleitet er uns und geht mit. Das ist also einer der verlässlichsten Freunde, die wir haben, der geht immer mit und er meint's nicht böse in Wahrheit für uns. Irgendwann ist es Zeit zu gehen und wieder, wie soll ich sagen, die geistige Auffrischung halt im nachtodlichen Dasein zu holen, um dann wieder jetzt in unserer Zeit schnell herunterzukommen und weiter zu tun. Aber dann brauchen wir die Auffrischung.

Also das heißt, heute heißt Menschenleben, möglichst ein intensives, geistig arbeitendes Erdenleben. Toll, wenn das sehr lang ist und man Zeit hat, viel zu entwickeln. Aber kann auch toll sein, wenn es nur ganz kurz ist und ein großer geistiger Impuls ist. Das hängt halt auch vom Schicksal ab, aber in der Regel ist es heute so, weil die Menschen im Durchschnitt viel älter werden, dass viele im Grunde die Chance dadurch haben, lange hier geistig sich etwas zu erwerben, zu erarbeiten, was man nur hier auf Erden erarbeiten kann und das dann durch den Tod durch zu tragen und eigentlich glücklich zu sein, wenn man sagen kann: Meine Erdenaufgabe für diese Inkarnation ist erfüllt und jetzt darf ich's drüben reifen lassen und kann sehr bald im Grunde wieder herunterkommen, weil ich sehr bald wieder herunterkommen will. Also das, das beschreibt im Grunde die geistige Gegenwartssituation.

Also daher hier das Bild des Todes und und der Unterschied ist, dass wir es heute eben auch spüren sollten: wirklich den Tod als den ja unseren verlässlichen Begleiter, der nichts Böses ist. Und das wird also konterkariert. Aber heute ist im allgemeinen Bewusstsein nur: Tod, weg! Wegschieben, wegschieben möglichst. Und das soll alles fern sein und Tod ist die große Katastrophe. Natürlich ist es tragisch, wenn man Menschen verliert, das ist ganz klar. Wieder ist es mit Leid verbunden. Es ist, es ist mit Leid verbunden vor allem für die Zurückgebliebenen, natürlich auch für den, der sich lösen muss. Niemand wird sagen: "Hurra! Ich sterbe morgen wahrscheinlich." Das wird man auch nicht so leicht sagen. Das ist ganz klar - es ist mit Leid verbunden aber wieder mit Bewusstseinserweckung.

Auch das habe ich ja schon öfters geschildert: Grad der Todesmoment, wo eben der ganze Körper zerfällt und zerstört wird., das ist ein ganz starker Bewusstseinsmoment, so stark, dass man im Moment wahrscheinlich so geblendet ist in der Regel, dass man es im Moment gar nicht mitkriegt. Aber dann das genau das Licht ist, das einen durchträgt eigentlich bis zur neuen Geburt; so intensiv ist dieses Licht.

Teilnehmer: "Mit Körperzerstörung meinst du dann zum Beispiel die Verbrennungen oder..."

Na ja, überhaupt, dass man mit dem Tod, mit dem Tod den physischen Leib ablegt. Das ist jetzt ganz egal, ob, ob und ob der Körper dann verbrannt wird oder ob er beerdigt wird oder ob er gar mumifiziert wird, wenn er mumifiziert wird, ist natürlich der Punkt, dass das die Seele sehr stark gebunden wird an das Irdische. Also dass sie nicht so leicht frei wird. Ich mein', heute ist es am besten - aber das muss jeder selber entscheiden - aber am befreiendsten ist es, wenn es halt durch die Verbrennung geht, also durch die schnelle Auflösung. Weil was wir jetzt überhaupt vor allem als geistig strebender Mensch nicht so dringend mehr brauchen: unten in die Verfestigung hineinzugehen und den Materialismus uns zu erwerben, also das heißt, wenn wir in der Vergangenheit geistig richtig gearbeitet haben, dann sind wir über die Phase drüber, dass wir jetzt nur extra streben müssen in die Materialisation hinein sozusagen. Wir müssen das materielle Denken unserer Zeit verstehen und nützen und mit dem Geistigen verbinden. Aber wir müssen nicht so jetzt in eine Inkarnation hineingehen, wo wir ganz blind für's Geistige sind.

Der Mut, sich auf das eigene Ich zu stellen: Eine Inkarnation als Materialist ist notwendig für die Freiheit 01:43:31

Und es sind aber natürlich noch genug Menschen, die eine Inkarnation vor sich haben, wo sie blind sind für's Geistige. Ich mein', im Prinzip muß jeder Mensch, damit die Freiheit gewährleistet ist, zumindest eine irdische Inkarnation haben, die im Grunde ganz materialistisch ist, wo er aus tiefster Überzeugung sagt: "So wahr mir Gott helfe, ich bin Materialist." Sozusagen! Ich sag das bewusst so paradox. Also wo ich tief gläubig bin, dass es nur die materielle Welt gibt, wo diese tiefe Herzensüberzeugung ist in Wahrheit. Ist heute bei vielen Menschen der Fall. Wir stehen grad in der Zeit drin, wo es nämlich wirklich tiefe Überzeugung ist, solange es nur gedankliche Überlegung ist, ist es nur schwach.

Das war natürlich im 19. Jahrhundert schon da und vorher schon da und und im 20. Jahrhundert war es immer stärker da. Aber heute ist es bei vielen so richtig da, dass sie einfach daran glauben: Es gibt nur das Materielle und etwas anderes kann es nicht geben. Alles andere ist Unsinn. Und und dann muss man sagen: Okay, du bist jetzt in der Phase, wo du durch so eine Inkarnation durch musst, weil jeder durch muss. Es gibt kein Vorbeischwindeln - eine muss so sein.

Teilnehmerin: "Oder oder ein Teil des Lebens. Das kann man ja dann auch wieder um-... um-... gestalten"

Ja, natürlich, natürlich kann man es umgestalten. Aber letztlich ist es...; ich mein', das hängt davon ab, was, was ein Mensch in der Vergangenheit durchgemacht hat. Aber letztlich ist eine Inkarnation notwendig, die ganz abgeschnitten ist. Eine ist notwendig, die ganz abgeschnitten ist; die kann sich vorbereiten in einer Inkarnation davor, und die kann nachwirken in einer nächsten, in der Regel wird das so sein. Also, die dann halt nur mehr halb materialistisch ist und wo dann irgendwann die Wende kommt und und und vorher, bevor die ganz Materialistische war, war eine Vorbereitung, wo man langsam halt in Zweifel kommt und Ding, aber eine ist notwendig, wo der Deckel zu ist in die geistige Welt. Ich sag' das ganz deutlich. Und wenn man merkt, ein Mensch ist in einer solchen Inkarnation drinnen, dann muss man das respektieren. Das ist so. Der ist nicht verloren deswegen. Also, man muss nicht jetzt glauben, der stürzt jetzt ins Reich Ahrimans hinunter. Ich mein', wenn er zehn solche Inkarnationen durchmacht, dann wird's bedenklich. Aber... aber wenn er eine durchmacht, dann ist es eine Notwendigkeit. Sonst bekommt er nie die wirkliche Freiheit. Sonst bekommt das geistige Streben nämlich immer etwas Unfreies, etwas, was so einfach nachwirkt aus der Vergangenheit irgendwo und wo man nicht den Mut aufbringt, sich auf das eigene Ich zu stellen. Und um das geht es heute. Also, dass der Zugang heute wirklich durchs eigene Ich kommt und nur aus dem können wir dann aus Freiheit nämlich dem anderen wirklich aus dem Ich heraus Geistiges auch schenken. Und das, das ist das Wichtige, dass das heute einfach wirklich über den Umweg des Ich geht.

Steiner's Tafelzeichnung vom Schutzengel: sein Aufstieg hängt davon ab, dass der Mensch geistige Aufgaben übernimmt 01:46:54

Nicht einfach: "die Engel schenken uns so, so frei, und wir nehmen und es ist schön", sondern es muss den Weg durchs Ich nehmen. Ich mein', im Ich ist die ganze geistige Welt drinnen in Wahrheit. Aber es ist ein anderer Weg. Sie kommt nicht von außen und gibt uns sozusagen unverdient etwas oder ohne unser Zutun, sondern wir erringen es und wir machen geistige Kräfte in uns wach, und das ist schon das Erste zum Beispiel, dass wir Aufgaben übernehmen, die unser sogenannter Schutzengel normalerweise erfüllt.

Ich mein', Rudolf Steiner beschreibt das sehr schön. Das Bild habe ich auch schon so oft besprochen. Es gibt so eine nette Tafel-Zeichnung vom Rudolf Steiner, da gibt's einen weißen Kreis und da gibt's einen grünen Strich nach unten und einen gelben nach oben. Wenn man das sieht, denkt man sich: "He? Was soll das bedeuten? Keine Ahnung." Es bedeutet, wenn sich der Mensch geistig entwickelt, sodass er seinen Engel von gewissen Aufgaben befreit, weil er sie selber übernimmt, dann kann der Engel aufsteigen. Wenn der Mensch das versäumt, steigt der Engel ab.

Das heißt, wir haben Einfluss auf die Hierarchien, die über uns stehen, weil in Wahrheit geht es dann weiter. Wenn der Engel zurückgehalten wird, dann muss der Erzengel für den Engel Aufgaben übernehmen, von denen er sonst entlastet würde, weil sich der Engel stärker entwickelt. Und so geht das durch. Im Grunde schaffen wir dadurch eine Zurückhaltung in den höheren Hierarchien. Also, wir bringen eine Unordnung in gewisser Weise da hinein in das Reich der Hierarchien über uns. Es liegt heute bereits an uns. Also, das heißt, wir müssen geistige Aufgaben übernehmen, wir können sie auch bereits übernehmen.

Das fängt an, damit wir ein bissel ein Gespür kriegen für's eigene Karma, deswegen muss ich noch nicht schauen, wo war ich in einer früheren Inkarnation. Das ist dann meistens eh nur eine Spintisiererei. Wenn's so weit ist, dann erlebt man es. Dann braucht man nicht viel darüber reden oder am besten gar nicht darüber reden. Dann weiß man es halt und Ende. Aber wichtig ist zu spüren, wo sind Momente da, wo das Karma etwas von mir fordert, mir eine Aufgabe stellt, zu erkennen, wo sind karmische Verbindungen mit anderen Menschen da und wie kann ich die in einer fruchtbaren Weise sozusagen dieses Karma auflösen oder weiterspinnen? Auch zu erkennen, Karma ist nicht immer nur was Negatives.

Karma eröffnet auch Wege für die Zukunft. Das ist auch ganz wichtig - ist für die Zukunft eben ganz wichtig, auch jetzt was vorzubereiten, bereits für die nächste Inkarnation. Also das heißt, sich freiwillig karmisch mit jemand anderen zu verbinden. Jetzt nicht durch eine Untat eben sozusagen, sondern einfach, um was vorzubereiten für die Zukunft. Das ist das Karma, das für die Zukunft fruchtbar werden kann. Da geht's nicht darum, dass ich dem anderen was schuldig bin, sondern dass wir einander sozusagen was geben können, schon durch die karmische Anlage in der nächsten Inkarnation. Das wird jetzt sehr, sehr wichtig werden.

Das 5. Siegel: Altes Hellsehen, ungeschultes modernes Hellsehen, bewusste geistige Wahrnehmung - Leben schaffen am Altar des Labortisches 01:50:40

Ja. Das fünfte Siegel. Das fünfte Siegel. Das betrifft jetzt im Grunde unsere Gegenwartsaufgabe. Das betrifft uns jetzt. Also das heißt, wir sollen jetzt das entsiegeln, was während auch der ganzen Vergangenheit schon in uns veranlagt wurde. Das sollten wir jetzt entsiegeln, um zu erkennen: wo ist unsere Aufgabe, wo stehen wir? Und da ist jetzt genau der Punkt, den ich am Anfang gesagt hab'. Da wird sicher bissl grimmig. Ich mein', es war bis jetzt nicht alles angenehm - die Reiter: der erste war noch sehr nett, der zweite war ein bissel kriegerisch, der dritte - könnt man sagen - okay, da wird halt viel gehandelt oder was... das ist neutral irgendwo. Der Tod im vierten war ein bissel unangenehm. Aber wie schaut's denn jetzt aus?

Wie schaut's denn jetzt aus? Weil jetzt ist plötzlich nicht mehr das Pferd das Bild, das heißt nicht mehr diese letztlich Gehirn-gebundene Intelligenz, auf die es ankommt, sondern jetzt kommt's bereits an auf das neue geistige Erleben, auf die neue Form der Imagination, des imaginativen Denkens, das heißt des geistig wahrnehmenden Denkens. Und da ist das Pferd eben nicht mehr das Bild dafür. Aber was erlebt man dann oder wie wird das gekennzeichnet? Man könnte ja jetzt eben denken, dass das Grunde jetzt ein befreiendes Bild ist, ein Bild, ein erhebendes Bild ist, weil dieser Schritt ist ein gewaltiger in Wahrheit, ein ganz, ganz positiver Schritt, wenn wir in diese Wahrnehmung hineingehen. Aber wie wird das geschildert?

Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unterhalb des Altares die Seelen derer, die um des göttlichen Wortes und um ihrer Zeugenschaft willen den Opfertod erlitten hatten. Und sie riefen mit lauter Stimme: "Heiliger und wahrhaftiger Weltgebieter, wie lange zögerst du mit dem Gericht, das unser Blut an den Bewohnern der Erde sühnt?" Und jedem einzelnen von ihnen wurde ein weißes Gewand gegeben. Und es wurde ihnen gesagt, sie sollten noch eine kurze Zeit in der Ruhewelt verharren, bis sich auch noch die Schicksale ihrer Mitknechte und ihrer Brüder erfüllt hätten, die gleich ihnen den Tod erleiden würden.

Das ist das fünfte Siegel. Das ist also unsere Zeit. Das schaut mal auf den ersten Blick nicht sehr freundlich aus.

Warum ist da jetzt so ein im Grunde erschreckendes Bild? Und das wird im sechsten Bild dann nicht besser. Ich hab' das die letzten Male schon so ganz leise oder halblaut angedeutet. Es geht eben jetzt darum, in dieser Kulturepoche, dass zumindest ein Teil der Menschheit ganz bewusst die geistige Wahrnehmung sich erwirbt. Also, das heißt über des Verstandesdenken hinauskommt zu einer wirklich konkreten geistigen Wahrnehmung. Das steht vor der Tür. Es ist so, dass es in einer gewissen Weise, aber das wird dann nicht die beste Weise sein, auf natürliche Art kommt also das heißt, ohne Schulung, ohne es bewusst anzustreben. Und da man aber dann unter Umständen grad mit der Imagination nicht viel anfangen kann, wenn man dann zwar seelisch-geistige Erlebnisse hat, unter Umständen wieder aber verbunden mit sinnlichen Bildern, weil man das nicht so genau trennen kann, aber man wird nichts anfangen können damit.

Es gibt schon heute genug Probleme, die Menschen mit sowas haben und die deswegen zum Psychiater oder sonst wo hin rennen, namentlich in Amerika drüben. Sie sind uns in der Beziehung voraus nämlich, grad weil sie so stark auch mit den Widersacherkräften zu kämpfen haben, namentlich mit den ahrimanischen. Also da ist gerade dieses natürliche oder Natur oder Kultur bedingte neue Hellsehen öfter da als man denkt.

Teilnehmer: "Das alte Hellsehen."

Na ja, es ist nicht mehr ganz das Alte, aber es ist eben auch nicht das wirklich Neue bewusst errungen. Es ist ein zwar Neues, aber das viel Charakter vom Alten hat, also das nicht so - das erst geschult werden muss, sagen wir es einmal so, die könnten alle was damit anfangen, wenn sie mit einer bewussten Schulung anfangen, dann, dann ist das was ganz Positives und dann brauchen sie auch nicht mehr zum Psychiater rennen.

Also das heißt, sie sollten eigentlich, wenn ich jetzt so sage, Geisteswissenschaft studieren in Wahrheit, dann wäre ihnen wahrscheinlich am besten gedient. Aber dazu müssen sie halt auch von selber bereit sein, also da ist am heikelsten den anderen etwas aufschwatzen zu wollen. Wenn sie es selber finden schicksalsmäßig, dann ist es gut. Und wenn man ihnen grad schicksalsmässig eben begegnet und dann den richtigen Impuls geben kann, dann ist es gut. Aber da täte man am allerwenigsten dann falsch machen und sie nirgendwohin bringen wollen. Aber unter Umständen gibt's dann ein hilfreiches Wort, das der Schlüssel dafür ist, dass sie das bewusst in die Hand bekommen.

Aber jedenfalls in dieser Epoche geht's wirklich darum, dass zumindest ein Teil der Menschheit bewusst dieses geistige, imaginative Denken, dieses imaginative Schauen sich erwirbt als erste Stufe. Ich mein', dann wird überhaupt erst die Möglichkeit sein, bewusst aus dem geistigen Erleben heraus halt einfach auch die Erde zu gestalten. Und das wird mitwirken, auch bei der Gestaltung, ja, bis in die Technik hinein. In Wahrheit wird das mitspielen aber vor allen bis in die Gestaltung der Natur hinein. Denn wir müssen denken, wenn ich sagte, wir müssen die ganze Erde umwandeln, ja, dann betrifft es auch die ganze Natur.

Also ihr dürft euch die Umwandlung jetzt nicht einfach nur so vorstellen, wir machen jetzt die ganze Erde zu einem technischen Apparat. Ich mein', obwohl Steiner einmal sagt, die Erde wird ein selbsttätig elektrischer Apparat werden in der Zukunft, also das wird zumindest auch eine Rolle spielen. Die Erde wird in vergleichsweise nicht so kurzer Zeit, also damit meine ich Jahrhunderte bis Jahrtausende noch, aber das ist für die Erdentwicklung gar nichts, da wird sie völlig anders ausschauen als heute. Und die Natur wird anders ausschauen. Und die Natur wird zur Kultur werden, zur Kulturlandschaft, und zwar komplett bis in das kleinste Landschaftsprofil hinein. Das heißt, es wird eine Landschaft sein, die durch den Menschen geformt ist, mit geformt ist. Das wird kommen, das ist unsere Aufgabe.

Aber es kann natürlich viel viel schiefgehen. Es wird dazu technische Kräfte auch bedürfen. Es wird dazu aber vor allem gewaltiger Lebenskräfte bedürfen. Wir Menschen werden auch die Lebenskräfte in die Hand bekommen, noch während dieses, während dieser Erdentwicklung. Und das ist mit einer riesigen Verantwortung verbunden. Das ist die Zeit, wo Rudolf Steiner sagt: Ja, man wird auch in den Laboratorien Leben schaffen können, ja sogar tierisches Leben schaffen können. Aber das darf erst dann passieren, wenn der Labortisch zum Altar wird. Wenn also eine ganz andere geistige Gesinnung drinnen ist. Weil sonst wird gerade aus dem was fürchterlich Schädliches herauskommen. Aber das muß nicht passieren oder muss jedenfalls nicht ausschließlich passieren. Ich mein', es wird immer halt einen negativen Teil sicher auch geben. Das war immer so in der Menschheitsentwicklung. Aber wir müssen eben viel dazu tun, in die positive Richtung zu gehen. Und dazu ist notwendig, wirklich zumindest einmal diese elementare geistige Wahrnehmung zu entwickeln, dass das mehr Menschen entwickeln und aus dem heraus zum Beispiel Wissenschaft betreiben, aus dem heraus der Technik ihre Richtung geben, in dem sie das auch mitberücksichtigen und mitnehmen. Also grad Leute, die auch im äußeren Leben ganz praktisch drinnen stehen, nicht für Leute, die im Kämmerchen sitzen und jetzt geistig fernsehen gehen sozusagen. (lacht) Na ja, das ist es nicht, sondern es ist einfach eine wirkliche Lebensaufgabe dann, eine ganz praktische Lebensaufgabe. Also darum geht's.

Um Seelisches rein (ohne Sinnliches) zu erleben, benötigen wir Seelenerschütterungen, denn Bewusstsein entsteht durch Grenzübertritt, durch Schmerz und auch durch intensiv erlebtes Schönes 02:00:10

Aber um dieses, um dieses seelisch, rein seelisch bildhafte imaginative Erleben zu erwerben, muss das Seelenleben verstärkt werden, muss die Intensität dieses Seelenlebens wesentlich intensiver werden. Das heißt, dieses Seelenleben muss in eine gewaltige Erschütterung versetzt werden und eine Erschütterung, die ich aber voll bewusst aus dem Ich heraus in der Hand habe. Und durch diese Erschütterungen werden wir durchgehen. Die werden wir erleben. Das ist genau das, was hier geschildert wird. Und... und... das heißt, es werden uns seelische Erschütterungen treffen. Man darf sich also nicht vorstellen, dass der Weg in dieses geistige Schauen eben einfach ein bequemer Weg ist.

Es wird kein bequemer Weg sein, sondern er wird gewaltige Erschütterungen mit sich bringen. Er wird jedes Mal im Grunde, wenn ich über diese Schwelle drüber gehe, wirklich mit dem Todeserlebnis verbunden sein.

Und das hat eben immer zwei Seiten. Es hat die Seite, dass hier die Welt vor mir verschwindet, dass ich die Bindung daran verliere bis zur Bindung teilweise an meinen Körper zumindest in diesem Bewusstseinserlebnis verliere. Und das ist immer ein Sprung. Auch wenn ich vorher weiß, das geht ja in ganz was Lichtes und was Positives hinein. Aber der Absprung von da fällt uns trotzdem nicht leicht. Und der ist mit der größten Bewusstseinsintensität eben verbunden.

Ich sagte: Der Tod ist eigentlich der bewussteste Moment durch diesen Absterbensvorgang, diese Trennung vom physischen Leib entsteht ein gewaltiges Bewusstseinslicht. Und das hat jetzt mehrere Aspekte. Dieses Licht ist ganz positiv, weil das trägt uns also dann durch die geistige Welt durch. Aber es ist eine immense Bewusstseinsintensität. Eben weil sie so immens ist, blendet sie uns zum Glück in der Regel sofort. Und blenden heißt in dem Fall, dass wir einfach gar nichts erleben. Blenden heißt: Ich bin blind. Ich sehe nichts. Ich bin so geblendet, dass ich gar nichts sehe. Und - das ist gut. Das ist gut, weil wenn ich es unvermittelt erleben würde, wäre es der unglaublichste Schmerz, den ich erleben könnte, nicht wahr? Bewusstsein hängt immer eben mit diesem Schmerz zusammen. Nur dort, wo Schmerz ist, ist Bewusstsein. Normalerweise ist es halt so gedämpft, dass es uns gar nicht auffällt, aber in Wahrheit jedes Licht, das uns trifft, ist ein Schmerz im Auge. Es ist halt so wohldosiert, dass man es eigentlich nicht als dieses Empfinden hat, vielleicht bei den unsympathischeren Neonröhren schon eher, wenn man ein bisschen sensitiv ist dafür, und beim warmen Licht weniger. Aber trotzdem. Selbst beim wärmsten und angenehmsten Licht ist es eigentlich ein leiser Schmerz, der passiert. Bewusstsein ist immer mit dem verbunden. Es führt uns über eine Grenze. Es ist immer so ein kleines Sterben ist da drinnen. Das nützt nichts.

Teilnehmerin: "Eine kleine Anmerkung".

Ja, bitte, bitte.

Teilnehmerin: "Es ist völlig wurscht, wodurch ich die Erschütterung habe - die Bewusstheit habe ich daher, weil der Schmerz dann auch wurscht ist."

Ja!

Teilnehmerin: "Er ist da, ich nehme ich ihn zur Kenntnis - ja, gibt's, ist so -"

Genau!

Teilnehmerin: "Aber eigentlich völlig uninteressant."

Genau.

Teilnehmerin: " Es geht um ganz was anderes."

Ganz genau.

Teilnehmerin: "Und das kann auch bei schönen Erlebnissen passieren."

Kann auch passieren, ja.

Teilnehmerin: "Das sollte man nicht außer Acht lassen, dass man da auch Sensibilität dafür kriegt, dass auch im Schönen Bewusstheit liegt."

Ja, ja. Das ist schon richtig. Das ist schon richtig. Da können wir noch mal ausführlicher drüber reden. Ich glaube, sonst wird's zu lang. Wir sind schon wieder über 21:00 Uhr drüber.

Teilnehmerin: "Okay!"

Ja, es geht jedenfalls um ein sehr, sehr intensives Erlebnis, das dabei notwendig ist. Und darum wird es also hier auch so beschrieben, also ganz ungeschminkt, so beschrieben. Aber man muss sich jetzt auch nicht fürchten davor, dass man glaubt: Ahh, ich halte das nicht aus! Ich mein', es wird eben eh immer gedämpft auf das Maß, das man erträgt in Wahrheit. Gerade noch erträgt. Weil es geht eigentlich um die Bewusstseinsausweitung. Also das heißt, die Weiterentwicklung des Bewusstseins heißt im Grunde immer a Schritterl über die Grenze dessen zu gehen, über die ich bis jetzt gehen konnte. Also, ich konnte bis jetzt bis zu einer bestimmten Grenze gehen und die geistige Entwicklung heißt: der nächste Schritt, nur der nächste Schritt. Nicht zehn Schritte, ein Schritt darüber und dort bläst uns sozusagen der Wind ins Gesicht. Also das heißt, dort wird's jetzt einfach sehr intensiv und dort beginnt einfach dann dieses wirkliche seelische geistige Erleben auf zu leuchten, das am Anfang eben dann noch ganz vage ist, ganz verschwommen ist und man fängt nichts damit an, man weiß nur: Okay, jetzt erlebe ich was, was nichts mit dem Körperlichen und dem Sinnlichen eben zu tun hat. Aber es ist irgendein Erlebnis da, aber es ist ganz anders. Ich kann nicht sagen: "Ich sehe es" eigentlich. Das ist jetzt das Interessante: Bei der Imagination kann ich eigentlich sagen: Ich sehe es wie ein sinnliches Bild. Es ist ein seelisches, ein rein seelisches Erlebnis. Es hat keine Sinnesqualitäten. Und trotzdem erlebe ich ein Seelisches, das ich in abgeschwächter Form auch an verschiedenen Sinnesqualitäten erleben kann, an Farben, an Gerüchen, an Tasteindrücken. Aber das ist halt nur was Abgeschwächtes, was ich mit den Sinnen hab'. Jetzt erlebe ich's in seiner reinen Form und da ist es ganz anders. Da ist es ganz anders. Aber das gibt mir die Möglichkeit, das trotzdem in sinnliche Bilder zu fassen und so zu schildern, weil sonst könnte ich es gar nicht kommunizieren.

Also das heißt, die Bilder sind schon sehr sorgfältig ausgewählt. Und gerade beim Johannes ist sehr deutlich, dass die Bilder wirklich sehr bewusst von ihm gewählt sind und ausgestaltet sind. Man darf sich nicht vorstellen, dass er das genau so erlebt hat, sondern er hat dieses seelische Erlebnis und er setzt es um in ein sinnesartiges Bild, wobei er durchaus Anleihen nimmt aus dem Alten Testament oder so. Es sind viele Bilder drinnen, die zum Beispiel in den Prophezeiungen des Daniel drinnen sind, also da ist sehr viel - da kommen - die meisten Elemente kommen dort schon vor. Das braucht man nur mal nachlesen dort. Es hat viele Gemeinsamkeiten, aber auch leise Unterschiede drin, und es ist eben doch eine Zeit vergangen seit dem, und vor allem fast... er ist der Johannes, also wesentlich bewusster. Beim Daniel war es wirklich eben eine Vision oder mehrere - er hat eine ganze Menge Visionen gehabt - d. h. dieses alte Hellsehen noch, das noch nicht so stark vom Ich durchdrungen ist und was auch wirklich stärker ans Körperliche gebunden ist und daher automatisch geradezu in sinnesähnliche Eindrücke umgesetzt wird. Das war eben beim alten Hellsehen so und aus dem kommen die Bilder, aber die Bilder sind trotzdem stimmig natürlich irgendwo. Aber es sind eben dort trotzdem nur Bilder. Die geistige oder seelische Realität schaut anders aus. Das muss man sich immer dabei bewusst sein.

Imagination versus Phantasie - Die Scholastik im Mittelalter hatte noch keine geistige Wahrnehmung und musste spekulieren; in Zukunft sollen sich geisteswissenschaftliche und äussere Forschung verbinden 02:08:46

Aber es geht also hier jetzt in unserer Epoche drum, diesen einen kleinen nächsten Schritt zu machen und einmal die ersten feinen Eindrücke zu bekommen und uns wirklich ganz bewusst und sicher zu sein: Okay, das ist jetzt nicht meine Phantasie und schon gar nicht eine Phantasterei. Phantasie ist ja schon was Gutes. Da steht eine Imagination dahinter. Nur die Phantasie hat eben auch noch das Sinnesähnliche. Also die muss ich wegkriegen, den Vorhang muss ich wegstreichen und wirklich die Imagination dahinter, das rein seelische Erleben. Also das, sag' ich mal, ist in unserem Jahrhundert, also jetzt im 21. Jahrhundert, eines der wichtigsten Dinge, was es zu entwickeln gilt, und das wirklich bis zur wissenschaftlichen, bis zur geisteswissenschaftlichen Erkenntnis zu erheben. Da hat ja Rudolf Steiner einfach unheimlich viel vorgegeben. Nur jetzt ist das Jahrhundert angebrochen, wo ja eigentlich, so wie wir draussen die Forscher in der Chemie, in der Physik oder sonst so haben, sollten wir eigentlich viele Geistesforscher draußen haben, die eben nicht nur im Buch studieren: Was hat Steiner gesagt?, sondern die jetzt die ganzen großen weißen Felder untersuchen, die noch frei sind auf der geistigen Landkarte - nicht einmal Rudolf Steiner konnte alles schildern. Das ist ein Bruchteil, denn die geistige Welt ist unerschöpflich im Grunde und da sind viele Bezirke offen und viele Bereiche zu entdecken und vieles auch im Detail halt weiter zu forschen auch, geistig auch weiter zu forschen, und in Zukunft auch zu verbinden äussere Forschung mit der geistigen Forschung.

Also der ideale Forscher der Zukunft für die nächste Zeit ist der, der beides miteinander verbinden kann.

Also namentlich in den Lebenswissenschaften, in der Biologie zum Beispiel und diesen Dingen. Ich mein', Biologie z.B. ist an den Unis heute eine der materialistischen Wissenschaften, viel materialistischer als die Physik in Wahrheit. Ich mein', die Physik weiß, die Grundlage der Welt, ich kann Materie nicht auf materielle Weise erklären. Dahinter steckt etwas, was ich vielleicht mit Formeln beschreiben kann, aber was sicher nicht materiellen Charakter hat. Was es ist, kann ich mir zwar noch nicht vorstellen. Aber ich weiß jedenfalls, also Materie im klassischen Sinne ist es nicht. Atome sind keine Kugeln und Elementarteilchen sind keine Kugeln, die ich mir vorstelle, sondern es ist was, was irgendwie auf unbegreifliche Weise als Wirkung erscheint im Raum, und die kann ich mit gewissen mathematischen Zusammenhängen beschreiben, wie wahrscheinlich die auftreten. Aber selbst der härteste Stoff (klopft auf den Tisch) ist im Grunde Täuschung. Die Physik weiß das. Auch wenn die meisten Physiker jetzt philosophisch nicht näher drüber nachdenken. Aber im Grunde wissen sie's. Und im Prinzip ist die Physik heute namentlich also die theoretische Physik man kann sagen eine spekulative Geisteswissenschaft, aber das heißt, sie zielt ab auf eine rein geistige Erklärung der Welt letztlich, sehr abstrakt natürlich; von geistigen Wesen reden sie nicht. Aber die Grundlage der Welt, die sie in ihren Formeln einzufangen versuchen, ist was rein Geistiges letztlich, also was rein abstrakt Geistiges heute noch, aber im Grunde suchen sie nach einem rein geistigen Grund der Welt. Bei den Physikern ist es da. Und einzelnen ist das auch durchaus bewusst. In der Biologie schaut's viel schlimmer aus. Weil die bohren auch nicht so tief hinein sozusagen; die bleiben mehr an der Oberfläche des Materiellen von mir aus bei den Molekülen oder wo hängen und die stellt man sich halt irgendwie doch ziemlich materialistisch vor und das reicht dafür.

Und daher sind grad die Lebenswissenschaften heute... also, ich will jetzt niemandem was nachsagen, aber meine Erfahrung ist, dass grad Biologen, wenn sie was vom Geistigen hören, dann kriegen sie einen Schreikrampf. Also vor allem nämlich dort, weil sie ja nicht, und da muss ich ihnen wieder absolut recht geben, weil ja eine große Rolle die Evolutionslehre spielt, die heute an Darwin anknüpft oder was daraus geworden ist, und dass sie eines ja nicht wollen: dass irgendwo Gott mit einem Hokuspokus eingreift und sozusagen die Entwicklung der Lebewesen steuert. Und da haben sie recht, weil so passiert's ja nicht. Das habe ich auch das letzte Mal ganz deutlich gesagt, man darf sich nicht die Weltentwicklung so vorstellen, der liebe Gott hat irgendwo sein Ingenieurbüro, wo er einen großen Plan drinnen hat, wie die Welt im Detail ablaufen wird. So läuft die Weltschöpfung nicht; die Weltschöpfung ist ein künstlerischer Prozess. Und der ist immer in lebendiger Bewegung, und da sind viele Möglichkeiten offen, und was sich im Moment realisiert, steht nirgendwo vorher, nirgendwo.

Was vorgegeben ist als Weltenplan ist ein gewisser Rahmen, in dem sich das bewegt, aber innerhalb dieses Rahmens sind unendlich viele Möglichkeiten und vielleicht außerhalb desselben auch unendlich viele, die nicht realisiert werden, die eben nicht im Plan drinnen liegen (Teilnehmer: "Im Wesentlichen, die geistigen Impulse."), die geistigen Impulse (lacht) sind also das Wesentliche drinnen. Also in Wahrheit steckt, kann man das in die Biologie auch einführen. Aber das fällt heute noch sehr schwer, also das wird das nächste Ringen sein. In der Physik gelingt das schon ansatzweise. Die Chemiker halten sich ziemlich raus, die sind meistens am wenigsten philosophisch, die panschen halt herum mit ihren Sachen.

Aber die Biologen ist der nächste Schritt, der entwickelt die Lebensepanne. Und da zum Beispiel auch das Wirken der ätherischen Kräfte wirklich konkret zu erforschen, zu sehen, wie wirkt es konkret bei der Pflanze, bei jener Pflanze, wie wirkt es in dem Organ, wie in jenem Organ? Das sind Sachen, die eigentlich ganz streng wissenschaftlich untersucht gehören. Dazu gehört aber eben auch ein geistiges Wahrnehmungsvermögen bis zu einem gewissen Grad. Das kann ich nicht mit Spekulation machen, sondern da muss ich geistig wahrnehmend sein. Und Rudolf Steiner hat dazu alle möglichen Beispiele gegeben. Aber das sind trotzdem ein paar Beispiele von Hunderttausenden, die noch zu erforschen sind. Das muss man auch sehen, wie in der äusseren Forschung, es gibt, vieles zu erforschen, ich mein' grad auch was Krankheit Gesundheit betrifft.

Aber jetzt nur auf der biologisch ätherischen Ebene, da gibt es so viel zu erforschen noch. Und ich mein', dann kommt die ganze Wissenschaft auf eine höhrere Ebene. Und in dem Jahrhundert sollte das passieren. Wird auch. Wird auch passieren. Ich bin guter Hoffnung, dass es passieren wird in dem Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert war ja da mal ein ganz starker Gegenimpuls, und er ist jetzt auch da. Aber der ist notwendig, um uns zu reinigen von den falschen geistigen Impulsen oder von den scheingeistigen Phantasien, die noch nachschwingen aus der Vergangenheit.

Weil man muss denken, grad im christlichen Mittelalter, weil die Menschen ja gerade im christlichen Mittelalter nicht hellsichtig waren, das heißt nicht imaginativ erleben konnten, die meisten zumindest, also namentlich dann in der Hochscholastik war's finster, komplett finster für die größten Denker grad in der Scholastik, war's finster geistig. Sonst hätten sie nicht diese, diese scholastische Philosophie hervorbringen können. Aber das heißt auch, dass sie sehr viele Ideen ausgesponnen haben, ohne wirklich geistig gesehen zu haben, was dahinter steckt. Und da ist manches zwar sehr intelligent und sehr gescheit, aber oft auch an der Sache vorbei in Wahrheit, weil es eben Spekulation und nicht wirkliche geistige Wahrnehmung ist. Und diese Dinge sind aber dann fast Dogma geworden und haben sich weiter geschleppt und jetzt kommen halt die Naturwissenschaftler darauf: irgendwas passt da nicht daran, und sie haben recht, weil da einfach etwas als eine Spekulation mitgeschleppt wird, was halt nicht richtig war, wo eigentlich schon damals eine materialistische Fehldeutung auch des Geistigen drinnen war, weil man sich's anders nicht mehr vorstellen konnte, und das müssen wir loswerden, das müssen wir in dem Jahrhundert auch loswerden, das heißt damit vor allem wahrscheinlich auch manche liebgewonnene spirituelle Ideen, die aber in Wahrheit Scheinideen sind, Scheinbilder waren. Da wird vieles auch fallen müssen.

Wir müssen ein wirklich sehr ernsthaftes, konkretes, ja, wie soll ich sagen, wirkliches Ergreifen des Geistigen haben. Und es genügt nicht mehr, in der Phantasie allein im Geistigen zu leben.

Sie kann anregend sein, und man muss es gerade den Kindern zum Beispiel bringen. Die brauchen sehr viel Phantasie, wo, wo in der Phantasie wirklich das Geistige drinnen lebt, und das sind sinnliche Bilder, in richtige Bilder hinein gekleidet, das brauchen wir. Aber wir brauchen auch dann später die Menschen im Leben, die gerade wenn sie die richtige Vorbereitung haben, über das hinauswachsen können, die sinnlichen Bilder aus der Phantasie abstreifen können und eben in dieses wirkliche imaginative Erleben können kommen und dann Forscher auf dem Gebiet werden und zugleich auch im Äusseren forschen.

Das wäre das Programm einmal, sag' ich, für das Jahrhundert. Das sollte passieren. Und da muss man jede Sentimentalität und jede Empfindlichkeit gegenüber materialistischen Denkern oder so ablegen und sagen: Mensch, reden wir uns zusammen; wir müssen ganz handfest darüber reden. Ich würde mir nicht irgendeine schöne Phantasie einreden, sondern reden wir knallhart drüber sozusagen, was das bedeutet.

Und darum sind die Schilderungen da so knallhart. Auch die Bilder sind stark, denn man muss wissen, das sind eines der ersten Erlebnisse, das die ja erschütternd eben sind. Letztlich sind sie positiv erschütternd, denn sie schauen aufs erste, weil wir es nicht gewohnt sind, so schlimm auch aus. Also, das heißt, diese üblen Bilder da sind in Wahrheit gar nicht so übel, wie sie eben auf den ersten Blick erscheinen. Das heißt nicht, dass das jetzt alles wirklich Zerstörerisches ist. Das ist nur einfach in Wahrheit: er versucht mit diesem Bild, die Intensität des Erlebens herauszubringen, die mir durch und durch geht und der ich trotzdem aber ganz frei gegenüberstehen muss. Das ist das Schwierige, weil das Ich steht in einem Seelensturm dann drinnen. Ja, es macht selber sogar diesen Seelensturm, weil die Imagination muss ich selber gestalten. Und mir wird eigentlich himmelangst und bang, was da jetzt alles aus meiner Schöpferkraft herauf kommt und gestaltend wirkt, und wo ich merk', welche Kräfte sind dort drinnen, ja, vielleicht eben auch am Anfang merke, welche dunklen Kräfte kommen da herauf, um Gotteswillen, und über die verfüge ich auch.

Vollmacht über das Böse: Reifung durch die Widersacherkräfte 02:20:57

Darum sagt Steiner grad für unsere heutige Zeit: es gibt kein noch so schlimmes Ding, noch so schlimmes Verbrechen, zu dem nicht jeder Mensch unserer heutigen Zeit fähig ist. Er hat die Kraft dazu in sich und die meisten haben nur Glück, dass das Schicksal sie so führt, dass das nicht rauskommt. Das war in vergangenen Zeiten noch nicht so schlimm. Es ist immer schlimmer geworden. Aber jetzt haben wir das in uns. (Teilnehmer: "Wie war das mit der gleichen Vollmacht?") Ja, genau. (lachen) (Teinehmer: "Auch das Böse.") Ja, auch das Böse, genau. Wir haben auch die Vollmacht über das Böse, ja. Das ist sehr richtig. ... sprich den Satz, den ich so oft zitiert hab', was heißt also bei uns ein Ich? Dass uns in unserem Ich die gleiche Vollmacht verliehen ist, die ich von meinem Vater erhalten habe. Das sagt der Christus. Das heißt, die gleiche geistige Kraft ist in unserem Ich, die der Christus hat. Keine geringere.

Aber jetzt ist die andere Seite: wir haben auch die Kräfte der Widersacher in uns. Ja mehr noch. Mehr noch. Weil - woher stammen die Widersacher? Jetzt wird's lang, meine Lieben. Aber ich hör' bald auf.

Woher kommen die Widersacher? Als Widersacher wurden die Engelwesenheiten zum Beispiel ausgewählt, die am Alten Mond mit ihrer Entwicklung nicht ganz fertig geworden sind, die also bissl zurückgeblieben sind, die gewisse Kräfte versäumt haben zu entwickeln, andere stark und gut entwickelt haben, aber manche nicht, die waren geeignet, die Widersacherrolle zu übernehmen. Auf der Alten Sonne waren es die Erzengel, auf dem Alten Saturn, also der ersten kosmischen Verkörperung unserer Erde, waren das die die Archai, die Urengel.

Wer wird der nächste Widersacherhierarchie stellen?

Wir, natürlich, wir. Das heißt, die Scheidung der Geister bedeutet auch, dass sich ein Teil aufmacht, die nächste Widersacherhierarchie zu werden. Das muss uns auch klar sein. Und das heißt eben, sich auch mit den Kräften der ganzen anderen Widersacher auseinanderzusetzen, von denen zu lernen, von denen Kräfte aufzunehmen, sich damit zu schulen. Und jeder Mensch muss sich damit auseinandersetzen. Jeder Mensch muss, ja, im Grunde letztlich auch der ganzen Fülle dieser Kräfte begegnen und dann halt letztlich einmal irgendwann frei wählen: welchen Weg gehe ich?

Teilnehmer: "Wir müssen es einmal kennen lernen."

Wir müssen es einmal kennenlernen, richtig. Also, das ist die Perspektive, die da steht.

Schluss und Verabschiedung 02:24:11

Ja, ich will damit jetzt trotzdem Schluss machen. Ich weiß, es ist jetzt nicht ein unbedingt so beflügelnder Schluss. Es ist einmal ein bissl ein Dämpfer, weil es heißt, wir haben einige Aufgaben zu machen, aber, aber man muss heute, glaube ich, darüber sprechen. Und man muss auch dazu sagen, wir können und dürfen heute darüber sprechen, weil wir über die Kraft verfügen, damit fertig zu werden. Und ich sage, wir verfügen darüber, wir müssen es nur erst realisieren. Wir müssen natürlich tätig werden, aber die Kraft ist eigentlich vorhanden.

Teilnehmer: "Es ist beobachtbar, es ist wie am Anfang."

Ja, genau. Genau. Ja.

Damit danke ich euch für eure Geduld. Ich hoffe, ich habe euch nicht zu sehr belastet mit mit diesen Dingen. Aber es ist die Vorbereitung für das, was noch kommt. Aber es ist für ein großes Ziel. Es geht um ein großes Ziel. Und wir brauchen einfach diese Erschütterung, um die nächste Stufe einfach uns zu erringen.

Danke.

Teilnehmerin: "Lieber Wolfgang."

Ja!

Teilnehmerin: "Wir waren doch auch dabei."

Ja, sehr fein, wir hatten dich am Anfang schon vermisst.

Teilnehmerin: "Ja, ich hatte Goethe-Kreis gehabt."

Ja. Ja.

Teilnehmerin: "Hörst du nicht pünktlich auf - jetzt habe ich doch noch was mit gekriegt." (alle lachen)

Sehr gut! Ja, ich hab' nicht pünktlich aufgehört.

Teilnehmerin: "Bitte: Wo ist die das <die gleiche Vollmacht des Ich> - in drei Versionen finde ich's nicht."

Ja, es ist in der Fassung von Emil Bock. Es ist in den meisten Übersetzungen, auch bei Luther oder in der Einheitsübersetzung, ist es ein bisserl unklarer formuliert. (Teilnehmerin: "Ich habe es im Bock auch gesucht.") Und zwar, warte, ich muss nur blättern. Ich muss nur blättern...

Teilnehmerin: "Welches Kapitel?"

Teilnehmer: "...erst mal auswendig oder..."

Ja, ich kann es noch nicht ganz auswendig. So.

Teilnehmerin: "Ich bin neugierig, wie das bei mir lautet. Ich hab' drei Versionen, aber einen Bock."

Ja ja ja, ja genau. (seufzt) Ich werd's gleich gefunden haben, hoffe ich doch. Wo ist es? Ja, ich habe es. Ich habe es!

Es ist das zweite Kapitel bei dem Schreiben an die Gemeinde von Thyatira. Also zweites Kapitel, und zwar genau die Zeile, der Vers 27.

Teilnehmerin: "Danke schön."

Dort steht es:

Die gleiche Vollmacht des Ich soll ihm eigen sein, die ich von meinem Vater empfangen habe. Und ich will ihm den Morgenstern geben. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht.

Teilnehmerin: "Ist ja schon am Schluss."

Ist am Schluss, ja, dann kommt das dritte Kapitel.

Teilnehmerin: "Ich danke dir."

Bitte, bitte.

Teilnehmerin: "Und allgemein schönen Abend, schöne Woche."

Euch auch. Danke fürs Dabeisein, meine Lieben. Bis zum nächsten Mal.

Teilnehmerin: "Danke und gute Nacht."

Schlaft's gut. Schlaft's gut trotz der Apokalypse!

Teilnehmer: "Grade! Grade durch!"

Oder durch.

Teilnehmer: "Gute Nacht, baba..."

Baba.

Teilnehmerin: "Gute Nacht. Schöne Woche."

Gute Nacht! Schöne Woche! Ich klink' mich einmal aus, dass einer den Anfang macht! Baba!





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A


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B


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Q


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Z


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Glossar

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A

ABSTERBEKRÄFTE

  • durch die vergleichsweise lange Lebensdauer haben die Menschen heutzutage sehr viel Zeit, sich mit den Absterbekräften auseinanderzusetzen - aus ihnen entwickeln sie die stärkste Kraft zur geistigen Weiterentwicklung [22 | 00:18:45]

ÄTHERKRÄFTE

  • um das Gehirn bilden und erhalten zu können, wird eine sehr große Menge an Ätherkräften benötigt [22 | 00:26:21]

ASTRALWELT UND SEELISCH ZERSTÖRTES

  • es gibt Seelisches, das in der Astralwelt nicht aufgelöst werden kann, da der Mensch es derart zerstört hat [22 | 01:28:57]

AUFSTIEG

  • Aufstieg zum Tätigsein auf einer rein geistig-seelischen Ebene erfordert dem Menschen die Entwicklung von Kräften ab; dafür sind die zum Abstieg drängenden Widersacherkräfte nötig [22 | 00:59:09]
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B

BÖSE

  • die Vollmacht, die Christus von seinem Vater erhalten hat, liegt im Ich des Menschen und gibt diesem die Vollmacht auch über das Böse [22 | 02:20:57]
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C

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D

DENKEN, EINWEIHUNG INS

  • zur ägyptischen Einweihung gehörte die Einweihung ins Denken; so wurden Verwaltung und Versorgung großer Völker zur Zeit der Hochkulturen möglich [22 | 00:30:12]

DENKEN, LEBENDIGES

  • lebendiges Denken ist das Wahrnehmen des Denkens an sich, bevor sich ein Gedanke gebildet hat; wer dies übt, beginnt, auf der untersten Stufe (der ätherischen) geistig wahr zu nehmen; Thema von "Die Philosophie der Freiheit" [22 | 00:18:45]

DOPPELGÄNGER

  • der Doppelgänger (kleiner Hüter der Schwelle) zeigt dem Menschen schonungslos, wo er in seiner Entwicklung steht; das erlebt der Mensch als niederschmetternd, weil er sich seiner Mängel und Aufgaben nicht bewusst war [22 | 01:17:54]
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E

ELEMENTARWESEN

  • die geistige Aufgabe des Menschen besteht darin, die Elementarwesen von den Wirkungen der Widersacher zu befreien [22 | 01:10:32]

ERDE, ÜBERLEBENSFÄHIG

  • auch wenn die Menschen vieles zerstören, ist die Erde ohne den Menschen heute nicht überlebensfähig [22 | 00:16:04]

ERWACHEN AM ANDEREN ICH

  • das Ich erwacht am anderen; deswegen sind Kontakte sehr wichtig; das Ich macht sich weder klein noch groß; man kann es nur schwer bei sich selbst erkennen [22 | 01:27:31]
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L

LEID

  • die Befreiung von Leid, die der Buddha predigte, ist wichtig für das Ende der Erdentwicklung; das bewusste Durchleben von Leid läßt den Menschen geistig reifen [22 | 00:04:07]
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M

MENSCHENBEGEGNUNGEN

  • wirkliche Menschenbegegnungen sind nicht formell und gesellschaftlich normiert, sondern wollen auf den geistig-seelischen Wesenkern des Gegenübers blicken; dies vollzieht sich jenseits von Sympathie und Antipathie [22 | 01:17:54]
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PHANTASIE

  • hinter einer Phantasie steht die Imagination, doch ist die Phantasie sinnenähnlich im Gegensatz zur Imagination, welche vollständig frei von Sinnlichem ist [22 | 02:08:46]
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SCHUTZENGEL

  • der Schutzengel steigt auf, wenn der Mensch selbst geistige Aufgaben übernimmt; tut der Mensch dies nicht, steigt der Schutzengel ab [22 | 01:46:54]

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WIDERSACHER

  • Widersacher wirken nicht nur mittels Gewalt und Elend, sondern auch durch das Angenehme, welches den Menschen sehr stimmig erscheint [22 | 00:04:07]
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Schlüsselsätze:

Die eigentliche Quelle unserer Ich-Kraft ist letztlich der Christus selbst.

Wir haben jetzt die Kraft dazu, sehr große geistige Aufgaben zu bewältigen.

Viele geistige Vorstellungen, die wir noch mitschleppen aus der Vergangenheit, sind kraftlos und in Wahrheit falsch.

Die Widersacher arbeiten so, dass sie dem Menschen eigentlich was Schönes, was Angenehmes, was Gutes zeigen.

Wir müssen ganz bewusst ein gewisses Leid auf uns nehmen, um uns geistig entwickeln zu können.

Heute wäre die Erde ohne den Menschen in Wahrheit nicht überlebensfähig.

Denkkräfte sind Lebenskräfte.

In der Auseinandersetzung mit den Absterbekräften entwickeln wir die stärkste Kraft, uns geistig weiter zu entwickeln.

Die Welt wäre ohne die Widersacher nicht besser.

Niemand kann uns zeigen, wie unser Ich ist.

Den Prozess des lebendigen Denkens selbst erleben lernen.

Gesteigertes lebendiges Denken führt zu imaginativem Erleben.

Zur Gehirnbildung mussten wir die Ätherkräfte des Pferdes hinein ziehen.

Die zukünftigen Kriege sind seelisch-geistig.

Das zweischneidige Schwert ist das Ich.

Die Schrift fängt mit praktischen Aufgaben an.

Der Aufstieg ist nicht möglich, ohne dass da auch ein Abstieg erfolgt.

Wir bestimmen die Richtung der Entwicklung, nicht der Christus.

Wir müssen die geistigen Wesen, die unter den Widersachern leiden, erlösen und befreien, die Natur- und Elementarwesen.

Geld ist eins der wichtigsten Erfindungen, die die Menschheit gemacht hat.

Begegnungen mit dem kleinen Hüter der Schwelle oder mit dem Doppelgänger sind wirklich niederschmetternd, weil sie einem zeigen, wie klein man geistig noch ist, wieviel Lasten aus der Vergangenheit man mitschleppt und wie groß die Aufgabe ist, die vor einem liegt.

Das Bild des eigenen Ich zu entdecken, ist schwierig, aber am besten geht's, indem man am anderen erwacht.

Die Unsterblichkeit der Seele ist nicht einfach so gegeben.

Zerstörtes Seelisches löst sich nicht in der Astralwelt auf.

Karma kann die geistige Welt nicht für uns auflösen.

Das wirklich unsterbliche Seelische ist das, was das Ich durch seine geistige Tätigkeit während des Erdenlebens am Seelischen vergeistigt hat, das heißt, zu dem sogenannten Geistselbst verwandelt hat.

Der Tod ist der verlässlichste Freund und Begleiter des Menschen.

Beim Tod sehen wir das immense Licht, das uns bis zur kommenden Inkarnation trägt.

Eine ganz vom Geistigen abgeschnitte Inkarnation, in welcher der Mensch tief materialistisch glaubt, ist notwendig, um in die geistige Freiheit gehen zu können.

Der Schutzengel entwicklet sich weiter und steigt auf, wenn der Mensch geistige Aufgaben von ihm übernimmt.

Dazu gehört der bewusste Umgang mit dem Karma: Momente zu spüren, wo das Karma etwas von mir fordert / mir eine Aufgabe stellt, zu erkennen, wo karmische Verbindungen mit anderen Menschen sind und wie ich dieses Karma in einer fruchtbaren Weise auflösen oder weiterspinnen kann, und sich freiwillig karmisch zu verbinden.

Es geht in der jetzigen Kulturepoche darum, dass zumindest ein Teil der Menschheit sich bewusst das geistige, imaginative Denken und Schauen erwirbt.

Um das rein seelisch bildhafte Erleben, die Imagination, zu erwerben, muss das Seelenleben durch gewaltige Erschütterungen intensiviert werden, die ich aber voll bewusst aus dem Ich heraus in der Hand habe.

Bewusstsein entsteht aus Schmerz (und aus schönen Erlebnissen, was hier aus Zeitgründen nicht besprochen wird).

In der geistigen Entwicklung geht es um das Überwinden einer Grenze mit jeweils einem einzigen Schritt.

Der ideale Forscher der Zukunft für die nächste Zeit ist der, der Natur- und Geisteswissenschaften miteinander verbinden kann.

Weltschöpfung ist ein künstlerischer Prozess.

Der Weltenplan gibt einen gewisser Rahmen vor, in dem unendlich viele Möglichkeiten liegen, und vielleicht außerhalb desselben auch.

Die Denker der Hochscholastik im christlichen Mittelalter hatten sehr viele Ideen, ohne aber schauen zu können, was dahinter ist.

Johannes versucht mit diesem Bild, die Intensität des Erlebens herauszubringen, die mir durch und durch geht und der ich trotzdem frei gegenüberstehen muss, was sehr schwierig ist, da das Ich die Imagination dabei selbst gestaltet und sich in einem Seelensturm befindet.

Wir haben Vollmacht auch über das Böse.

In jeder Entwicklungsphase bleiben Engelwesenheiten in ihrer Entwicklung zurück und werden so Widersacher. In der kommenden Entwicklungsstufe werden Menschen Widersacher sein.

Jeder Mensch muss sich mit den Widersachern auseinandersetzen, von ihnen lernen und ihre Kräfte aufnehmen, um schließlich frei zu entscheiden, welchen Weg er geht.

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Literaturangaben

Rudolf Steiner, Alexandra Riggins: Die sieben apokalyptischen Siegel, Triskel Verlag 2005, ISBN 978-3-905893-02-1;

Rudolf Steiner: Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums, GA 8 (1989), ISBN 3-7274-0080-3;

Rudolf Steiner: Die Apokalypse des Johannes, GA 104 (1985), ISBN 3-7274-1040-X;

Rudolf Steiner: Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes, GA 104a (1991), ISBN 3-7274-1045-0;

Rudolf Steiner: Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V: Apokalypse und Priesterwirken, GA 346 (2001), ISBN 3-7274-3460-0;

Emil Bock, Das Neue Testament, Übersetzung in der Originalfassung, Urachhaus, Stuttgart 1998, ISBN 3-8251-7221-X