Die Apokalypse des Johannes - 148. Vortrag von Wolfgang Peter

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«Ein interaktiver Vortragszyklus über den Zusammenhang mit dem Wirken Jesu Christi und dem eigenen Ich. Ausgangspunkt sind die Schriften von Rudolf Steiner, z.B. die GA 104, GA 104a und GA 346. Hier fließen sowohl Fragen und Anliegen von Zuschauern als auch eigene geisteswissenschaftliche Erkenntnisse mit ein. Und es gibt immer Bezüge zu aktuellen Themen der Zeit.»

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- 148. Vortrag -
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Vorschau

In diesem Vortrag wird der Prozess der Wandlung vom alttestamentarischen Gruppen-Ich zum Einzel-Ich lebhaft veranschaulicht. Es ist wichtig, die Hintergründe und die Symbolik der drastischen Bilder und Erzählungen – dargestellt im Numeri, 4. Buch Moses – zu verstehen. Denn letztlich konnte das Ereignis von Golgatha nur deshalb stattfinden, weil schon lange davor die Inkarnation des individuellen Ichs durch den Christus vorbereitet wurde.

Schwerpunkte des 148. Vortrages

Gehalten am 14.2.2023/ Zusammenfassung am 22.3. 2023

Begrüßung und 46. Wochenspruch 0:01:45

Die Welt, sie drohet zu betäuben

Der Seele eingebor'ne Kraft;

Nun trete du, Erinnerung,

Aus Geistestiefen leuchtend auf

Und stärke mir das Schauen,

Das nur durch Willenskräfte

Sich selbst erhalten kann.

Die Winterzeit ist das Erwachen für das eigene ICH. In der Sommerzeit träumen wir mehr, gehen mehr nach außen. Zwischen diesen beiden Zuständen pendeln wir meist hin und her. Daher ist es eine gute Übung sich selbst zu beobachten: Wann bin ich mehr wach. Wann weniger? Jetzt kommt zur wachen Gedankenkraft etwas ganz Neues hinzu: Die Fülle der sinnlichen und übersinnlichen Wahrnehmungen, von der wir meist nur einen winzigen Teil nützen. Im Bewusstseinsseelenzeitalter sollten wir langsam lernen, in der Sinneswelt ganz wach zu werden und dazu dasjenige, was jetzt für uns übersinnlich ist. Das Sinnliche und Übersinnliche waren früher eins. Das Übersinnliche von neuer Art erfordert aber unsere bewusste Aktivität.

Im Bewusstseinsseelenzeitalter gilt: Verliere, was du hattest – um es neu zu gewinnen 0:12:46

Derzeit befinden wir uns in einem Abstraktionsprozess. Das zeigt sich u.a. in der zunehmenden Reduzierung auf die Primärfarben, auf abstrakte, glatte, geometrische Formen und Gebilde im öffentlichen Raum. Warum ist das so? Weil das Motto des Bewusstseinsseelenzeitalters lautet: Verliere, was du hattest – um es neu zu gewinnen. Man kann nur etwas neu gewinnen, wenn man es vorher verloren hatte. Das heißt, das Neue muss bewusst ergriffen werden, wenn das Alte verloren gegangen ist. Wir müssen es wollen, schöpferisch tätig zu werden. Die sinnlichen Werkzeuge unterstützen uns dabei. Aber wir sollten immer mehr das Übersinnliche einbeziehen, indem wir unser Bewusstsein immer reicher machen.

Der Mensch entwickelt ein immer individuelleres Ich, je mehr er sich mit anderen Menschen verbindet 0:19:27

Ein Idealbild wäre folgendes: Alle Menschen hätten von anderen Impulse bekommen und haben sie sich zu eigen gemacht. Dann sind gewissermaßen individuelles Ich und Menschheits-Ich nicht mehr so sehr zu unterscheiden. Trotzdem bleibt jedes Ich individuell, hat aber den Umfang des ganzen Menschheits-Ichs zugleich. Von den Fähigkeiten der anderen nehme ich etwas mit und mache etwas ganz Neues daraus. Denn das Ich ist ein zündender Funke, insbesondere dann, wenn ich durch meine Impulse etwas verschenke und es der andere zu einer ganz eignen Flamme macht.

Der Missbrauch geistiger Kräfte im Dienste der Widersacher 0:22:15

Wer sich einschließt, schwächt sein Ich und stärkt das Ego. Ich-Kräfte, die in den Dienst der Widersacher-Kräfte gestellt werden, sind schwarzmagische Kräfte. Das Ich wird umgekehrt tätig: Es verschenkt nicht, sondern es raubt. Dieses Element, der Missbrauch geistiger Kräfte im Dienste der Widersacher ist heute in unserer Kultur seit Mitte des 19. Jh. (Impuls zum Materialismus) enthalten. Gleichzeitig entwickeln sich aber auch unsere geistigen Fähigkeiten. Daher wäre Angst das falsche Signal. Diesen Prozess aufzuhalten würde den Widersachern in die Hände arbeiten. Statt dessen ist ganz wichtig das Vertrauen ins eigene Ich zu stärken. Darin ist das größte Kraftpotential, die Hilfe und Unterstützung enthalten, nämlich die Christuskraft. Das trägt uns durch alle Bedrohungen hindurch. Wir müssen es aber aus freiem Willen tun und uns nicht von den Widersachern ablenken lassen.

Die Christuskraft kann in jedem Menschen wirksam werden, wenn wir es wollen 0:26:25

Das Ich ist von Anbeginn der Menschheitsentwicklung in uns tätig. Und es arbeitet am stärksten im physischen Körper. Der menschliche Körper wurde so vorbereitet, dass er den Christus in sich aufnehmen konnte. Daher kann die Christuskraft in jedem Menschen wirksam werden, wenn wir es wollen. Wenn wir uns aber von unserem Ich abwenden und dem Ego zuwenden, dann wenden wir uns auch vom Christus, dieser einzigartigen Kraftquelle ab. Vor allem geht es darum, diese Christuskraft in sich, im eigenen Ich erleben zu können. Besonders in schwierigen Situationen können wir ihn wahrnehmen: Er ist da. Und daher ist es eine große Aufgabe, ihn auch dann wahrzunehmen, wenn wir in einer angenehmen Lage sind. Also wenn wir ohne äußere Schwierigkeiten, ohne Zwang, aus eigenem freiem Willen tätig werden.

Karma ist für uns in Wahrheit ein Segen 0:29:00

Das Karma wirft uns immer wieder Prügel vor die Füße, was nur eines bedeutet: Wir haben noch viel zu tun. Im Gegensatz dazu verlocken uns die Widersacher- Kräfte, uns die Aufarbeitung schlechten Karmas zu ersparen. Wir könnten ein glückliches Leben führen, aber ohne geistige Entwicklung. Wenn Reichtum und Anerkennung im Vordergrund stehen, ist das wie eine Betäubung für die geistige Entwicklung. Wobei Geld durchaus für positive Impulse für die Welt eingesetzt werden kann. Denn Geld ist Geist, der im sozialen Organismus zirkuliert, sagt sinngemäß Rudolf Steiner.

Aus dem Christus heraus wirken 0:34:03

Ein Mensch wirkt aus dem Christus heraus, wenn er das, was er tut, nicht nur für sich allein seelisch wohltuend empfindet. Er ist in Verbindung mit der Christuskraft, wenn er wirkliche Lebenskraft verschenkt. Liebe ist dort, wo sich das Ich so verschenkt, dass es mit der Hilfe des Christus im Ätherischen schaffend ist. Und zum Verschenken gehört auch das Annehmen aus eigenem Willen. Im besten Sinne ist es dann, wenn es ein wechselseitiges Geschenk ist. Diese Prozesse sind bereits da, es geht nur darum, sie ins Bewusstsein zu heben.

Erinnerung arbeitet mit den Ätherkräften 0:43:14

Die Erinnerung oder Rückschau ist deshalb wichtig, weil man den Blick darauf richten kann, wie sich die Äther-Kräfte verändert haben. Erst in der Rückschau kann man den tieferen Hintergrund von Ereignissen besser erfassen. Dabei stellt sich die wichtige Frage, wie habe ich mich weiterentwickelt? in den Äther Kräften ist die Geisteskraft am stärksten. dort ist der Christus, das Leben: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Ätherkräfte haben auch etwas zu tun mit den Denk-Kräften. Mit ihnen formen wir lebendige Gedanken. Das heißt, wenn wir lernen, wach zu werden für die Äther-Kräfte, werden wir auch wach für das lebendige Denken in uns. Denn das Ätherische gestaltet. In den Äther-Kräfte ist der Christus, denn dort ist seine Domäne, wo er arbeitet. Im Bewusstseinsseelenzeitalter geht es immer mehr darum, sich der Außenwelt, aber auch der Innenwelt bewusst zu werden. Gerade im Innern befindet sich das Unterbewusste, wo sich viel Weisheit findet, wo aber auch Luzifer wirkt. Tiefer unten im ätherischen Unterbewussten wirkt Ahriman: Er saugt ätherische Kräfte auf und tötet sie. Dabei baute er eine Welt auf, die vollkommen berechenbar ist, ohne wirkliche Entwicklung. Um dem entgegen zu wirken, müssen wir aufwachen und uns unseres eigenen Ichs bewusst werden.

Die Lösung der großen Weltprobleme kann nur aus dem Ich heraus geschehen. Dann ist der Christus mit dabei 0:49:05

Im 2. Mysterien Drama von Rudolf Steiner (Mysteriendramen Rudolf Steiners) hat der Jude Simon eine Christus-Vision. Er ist von diesem Bild völlig angezogen, muss es aber dann zurückstoßen, weil sein Ego ist nicht verträgt. Der Großmeister erklärt ihm, dass die äußeren Kämpfe ein Spiegelbild der Kämpfe im Innern sind. Und das wird gut sein. Das heißt, die großen Konflikte in der Welt sind unsere Versäumnisse. Und wir sollen uns besser nicht wünschen, dass die Widersacher für deren Verschwinden sorgen. Wenn die Welt im äußeren Sinn befriedet wird, mit einer wunderbaren harmonischen Ordnung, geschaffen von den Widersachern, würde dem Ich die Entwicklung abgeschnitten werden. Das wäre unser Untergang. Es geht daher nicht um unsere Wünsche, sondern um den Willen, zu tun. Die Lösung besteht darin, dass wir aktiv werden.

Der äußere Krieg ist eine Widerspiegelung des inneren Krieges 0:55:13

Sowohl im Alten Testament als auch im Koran ist sehr viel von Kämpfen und Kriegen die Rede, die fast zur Ausrottung anderer Völker führten. Gemeint sind die Bilder als Aufruf, den inneren Kampf zu kämpfen. Viele Muslime - leider nicht alle – betonen, dass der Heilige Krieg, der Dschihad, ein innerer Krieg ist. Es ist ein innerer Kampf, mit den eigenen Schwächen zu ringen und fertig zu werden. Wenn das der Fall ist, dann wird die äußere Welt eine friedlichere werden. Aber eben nicht durch den Einfluss der Widersacher, sondern im Sinne der guten geistigen Kräfte. Historisch belegte Kriege aller Religionen zeigen, dass schon damals das Versäumnis bestand, die inneren Kämpfe nicht aufgenommen zu haben.

Johannes der Täufer und seine spezielle Verkörperung 01:01:07

Die Inkarnation Johannes des Täufers hat etwas Spezielles. Die Vorgeschichte: Johannes der Täufer war früher verkörpert als Pinchas. Er war ein Enkel Aarons, des Bruders von Moses. Und der ist in der Bibel genannt als derjenige, der ein Liebespaar mit dem Speer durchstößt, weil die eine Unsittlichkeit begehen werden.

Zum besseren Verständnis liest Wolfgang aus dem vierten Buch Moses (4. Buch Mose), 25. Kapitel:

1 Und Israel lagerte in Schittim. Da fing das Volk an zu huren mit den Töchtern der Moabiter; 2 die luden das Volk zu den Opfern ihrer Götter. Und das Volk aß und betete ihre Götter an. 3 Und Israel hängte sich an den Baal-Peor. Da entbrannte des HERRN Zorn über Israel, 4 und er sprach zu Mose: Nimm alle Oberen des Volks und hänge sie vor dem HERRN auf im Angesicht der Sonne, damit sich der grimmige Zorn des HERRN von Israel wende. 5 Mose aber sprach zu den Richtern Israels: Töte ein jeder seine Leute, die sich an den Baal-Peor gehängt haben. (Altes Testament: Num 25,1-18 LUT)

Der Baal-Kult ist im Grunde ein Bild für jene Kräfte, die nicht aus dem Ich kommen. Die Israeliten waren ein Volk unter vielen anderen Volksstämmen. Sie waren aber diejenigen, die keinen Gott anbeteten, weil sie sich kein Bild von einem Gott machen wollten - weil es eben nichts zu finden gibt. Es ist ein Weg weg von der Natur, von den Göttern draußen. Dies alles diente der Vorbereitung dafür, dass später der Christus kommen konnte und das Ich-Bewusstsein, das Bewusstsein fürs Geistige im Innern aufwacht.

Ein ganzes Volk soll Träger der Ich-Kraft werden 1:15:35 (Volltranskribierter Abschnitt)

Da geht es aber jetzt nicht nur um das äußere Geschehen, das vielleicht auch damit verbunden war. Aber es geht damit um ein Bild, dass sich hier ein Israelit erinnert, der eigentlich erfüllt sein sollte von diesem großen Ich, das natürlich noch ein Gruppen-Ich ist. Es ist damals noch nicht so wirklich ganz individualisiert in der vorchristlichen Zeit. Aber es geht ja jetzt hier im Alten Testament darum, dass ein ganzes Volk gemeinsam damit Träger dieser Ich-Kraft wird. Das freie Einzel-Ich gibts eigentlich noch gar nicht. Ich meine, es gibt dann schon manche Menschen, bei denen der „Herr“ stärker einwirkt und das ist dann ein Volksführer. Aber der arbeitet eben gerade nicht alleine aus seinem Ich heraus, sondern durch das göttliche Ich, das Christus-Ich, das aber noch nicht auf Erden verkörpert wird. „Herr“ heißt jetzt noch Jahve und nicht Christus oder es wird eben genannt „Adonai“ = Herr. Es geht noch nicht, dass sich dieses Ich voll inkarniert und dabei sich seiner selbst voll bewusst wird.

In unserer Leiblichkeit ist noch nicht alles durch-icht

Weil noch nicht einmal bei uns ist es ganz inkarniert. Der Christus ist der, der uns vorausgegangen ist. Er hat sich auf Golgatha wirklich voll bis hinein ins Knochen-System inkarniert. Na, das können wir von uns noch nicht sagen! Da sind noch Teile, die nicht durch-icht sind in unserer Leiblichkeit. Ja, also es geht dabei jetzt darum, dass das jedenfalls der wahre, der richtige Israelit sollte Träger dieser dieser Jahwe-Kraft werden. In Gemeinschaft mit den anderen Mitgliedern seines Volkes Israel. Und jeder sollte dazu beitragen. Und er sollte dafür sorgen, dass, die Seele diesem geistigen Impuls auch folgt, mitgeht. Und sich nicht verbindet oder freihält für Seelen-Kräfte, die noch von den alten Kräften kommen, nämlich von denen, die am Ich vorbei wirkten. Das ist nämlich der Baal. Der wirkt an diesen Ich-Kräften noch vorbei und steht im Bunde mit mächtigen Naturkräften in gewisser Weise. Und das sollte aber gerade jetzt bei den Israeliten verinnerlicht werden. Das heißt, eigentlich geht es um ein Bild, dass ein Israeliter, der eigentlich die Kraft des Volks-Ichs der Israeliter ist, dieses Jahwe-Ich - das ist dieses Volks-Ich - aus dem heraus tätig werden sollte und die Seele sollte sich danach formen.

Die Kräfte des Baals-Kultes kamen nicht aus dem Ich

Aber was macht der? Ja, er lässt sich ein sozusagen mit der Seelenkraft, die aus dem Baalsbereich kommt und sein Ich ordnet sich dem unter. Das heißt, er wird nicht aktiv aus seinem Volks-Ich heraus, aus der Jahve-Kraft, sondern er nimmt diese Seelenkraft von außen auf und damit aber auch die Baal-Kraft, die darin wirkt und die am Ich letztlich vorbei geht. Das ist das Bild, das dahinter steckt. Und so müssen wir die ganzen Sachen lesen. Wobei ich gleich noch einmal betone: Es hat mit Sicherheit die äußeren kriegerischen Auseinandersetzungen, die geschildert werden, auch gegeben. Es ist ein Anfang zu zeigen, wo dieser innere Krieg eigentlich ausgefochten werden müsste. Aber es muss klar sein, dass damals noch nicht die Kraft war, es so weit zu bringen, dass alle äußeren Kriege nicht mehr notwendig sind, sondern sie haben halt auch getobt.

Die von alten Kräften beeinflusste Seele

Also, die Medianiterin (Kosbi) ist in diesem Fall ein Bild für die Seele, die vom Baal-Kult beeinflusst ist, in Wahrheit. Und indem sich der Israelit (Zimri) mit ihr verbindet, vergisst er auf seine Ich-Kraft, auf die Volks-Ich- Kraft, die durch ihn wirkt und wendet sich diesen alten Kräften zu. Also die Israeliten, die wahren Israeliten, sehen dem zu, aber weinen. Sie greifen eigentlich nicht ein. Sie beobachten, tun aber eigentlich im Grunde nichts. Was ein Bild dafür ist, dass die ganze Volksgemeinschaft noch nicht soweit ist, wirklich dem etwas entgegenzusetzen. Sie weinen jetzt zwar alle vor der Stiftshütte - also sie bemerken zumindest immerhin, dass da etwas Schlechtes passiert ist, aber eingreifen tun sie nicht. Und da tritt jetzt dieser Pinchas (Pinchas ben Eleasar) auf - ein Sohn des Eleasar, und dieser wiederum war ein Sohn des Aaron, des Bruders des Moses. Also Moses selbst lebt auch noch zu dieser Zeit und Aaron ebenfalls. Es ist also der Enkel des Aaron, dieser Pinchas aus der priesterlichen Linie. Es war damals so: Moses und sein Bruder Aaron hatten verschiedene Rollen. Und Aaron war der eigentlich Priesterliche, aus dem geht das Priesterliche weiter.

Moses‘ Offenbarung „Ich bin der Ich-Seiende“ und der Empfang der Gesetzestafeln

Und dazu muss man sagen: Vielleicht erinnert ihr euch auch an die Geschichte mit dem goldenen Kalb? Das ist ja ein bekannter Begriff. Das passierte ja schon viel, viel früher in der Erzählung. Moses geht auf den Berg und empfängt dort die zehn Gebote letztlich. Also zuerst hat er überhaupt die Offenbarung des "Ich bin, der ich bin" - also das ist wirklich die große Offenbarung, dass dieser Gott Israels der Ich-Gott schlechthin ist -Ich bin der Ich-Seiende - um diese Kraft geht es. Und in der weiteren Folge bekommt er die Steintafeln mit den zehn Geboten überliefert. Was natürlich auch ein Bild ist! Der "liebe Gott" hat ihm keine Steintafeln überreicht! Aber es ist etwas, was also in Stein gemeißelt ist, in gewisser Weise also etwas, was eine ganz feste Bedeutung auch noch hat. Und während Moses jetzt auf dem Berg Horeb ist bzw. auf den Berg Sinai ist, wo er die Gesetzestafeln empfängt - Berg Horeb, Berg Sinai - das sind so Sachen, die verschwimmen. Genau weiß man nämlich äußerlich nicht, welcher Berg wirklich gemeint ist. Es ist jedenfalls am Sinai.

Aaron lässt auf Drängen der Israeliten das goldene Kalb anfertigen – eine Verführung zum Götzendienst

Und während Moses auf dem Berg und schon lange abwesend vom Volk ist - währenddessen wird das Volk unruhig und fühlt sich irgendwie verlassen, welchen Gott es immer anbeten musste. Der Moses hat ja noch nicht diese Begegnung gehabt oder jedenfalls noch nicht berichtet über "Ich bin der Ich-Seiende". Die Gebote hat er auch noch nicht gebracht. Er ist jetzt weg und das Volk fühlt sich verlassen. Die alten Götter sind sozusagen weg und ohne einem höheren Ich kann das Volk nicht leben. Man darf sich nicht vorstellen, dass das schon so Ich-Menschen waren wie wir heute, sondern: Wenn nicht das Volks-Ich da ist, bin ich verloren irgendwo. Und hinterher wenden sie sich wieder den alten Göttern zu. Da bietet sich der Baals-Kult natürlich wunderbar an. Und sie nötigen dann sogar den Aaron dazu, dass er doch dafür sorgen möge, dass das gemacht wird. Und es wird dann wirklich Gold eingeschmolzen, um dieses goldene Kalb zu machen, um das das Volk dann herumtanzt.

Pinchas - aus der Abel-Seth-Strömung - greift ein

Und als dann endlich Moses zurückkommt mit den Steintafeln, ist er so erzürnt, dass er sogar die Steintafeln zerschlägt. Was aber nicht heißt, dass die Gesetze nicht mehr gültig sind. Im Gegenteil, sie werden sogar noch gültiger. Es bedarf dann eben nicht mehr des äußeren Steins in Wahrheit, sondern man muss es nur mehr verinnerlichen. Aber jetzt weiter: Keiner der Israeliten rührt sich und unternimmt etwas. Nur einer ist es jetzt, dieser Pinchas. Als Pinchas das sah, der Sohn des Eleasar, der Sohn des Priesters Aaron, stand er auf aus der Gemeinde, nahm einen Spieß in seine Hand, ging dem israelitischen Mann nach in die Kammer und durchstach sie beide, den israelitischen Mann und die Frau durch ihren Leib mit dem Speer. Der Speer ist ein Bild für die Ich-Kraft.. Da hörte die Plage auf unter den Kindern Israel. Das muss man sich als einen viel längeren Prozess denken. Das heißt, es passiert im Grunde, dass sich manche Menschen dem Baalskult immer wieder zuwenden, dass sie wieder eine andere Stimmung aufnehmen und dass aber doch ein größerer Teil des Volkes darunter leidet. Sie spüren, da ist was falsch, sie leiden darunter, darum weinen sie. Aber unternehmen tun sie nichts. Und der Pinchas ist der einzige, der etwas unternimmt. Der Enkel des Aaron, der aus der priesterlichen Linie kommt, ein Nachfahre, wenn man so will, eben nicht des Kain, sondern der Abel-Seth -Strömung. Also ein direkter Nachkomme Abels kann er ja nicht sein, weil dieser umgebracht wurde. Aber stattdessen wurde dann der Seth geboren und der hat die Stelle des Abel eingenommen. Und das heißt, diese Linie ist die priesterlichen Linie. Das ist die Linie, die immer mehr im Geistigen drinnen wirkt. Also aus dieser Linie kommt der Pinchas.

7 Da hörte die Plage auf unter den Israeliten. 9 Es waren aber durch die Plage getötet worden vierundzwanzigtausend. (Altes Testament: Num 25,1-18 LUT)

24.000! Also dadurch, dass diese Missetat begangen wurde, wurden 24.000 aus dem Volk getötet. Wird nicht näher genannt, welcher Art diese Plage ist. Wieder nicht nur im äußeren Sinn zu nehmen, sondern vorwiegend als Bild zu nehmen. Da ist ein Volk, das diese noch kosmische Christus-Kraft als Volk aufnehmen soll. Und wo jetzt ein Teil des Volkes oder einer, der besonders herausgehoben wird, das verweigert und lieber zurückkehren will zu den alten Völkern. Aber indem der eine diese Tat begeht, ist er in Wahrheit Repräsentant für das, was bislang als Neigung in dem ganzen Volk drinnen ist. Sie haben alle diese Jahve-Christus-Kraft. Das heißt diese Geisteskraft, die eben noch im Kosmischen ist, oder in der Monden- Sphäre. Zumindest bis dorthin ist der Christus zu der Zeit abgestiegen. Sie haben es nicht genügend aufgenommen noch. Immerhin ist es auch relativ kurz, weil erst kurz vorher eben der Moses die zehn Gebote gebracht hat und da hat es die Auseinandersetzungen gegeben um das Goldene Kalb. Aber nein, sie, sie schaffen es wieder nicht, zumindest nicht dem einen Einhalt zu gebieten. Das trifft aber das ganze Volk und zwar 24.000 davon ganz besonders stark.

Eine folgenreiche Tat, aus dem Ich heraus begangen

Wie reagiert jetzt der Herr darauf? Pinchas war der einzige, der die Ich-Kraft mit dem Speer aufgebracht hat, das zu unterbinden, was der guten Entwicklung entgegensteht. Und jetzt geht's weiter:

10 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 11 Pinhas, der Sohn Eleasars, des Sohnes des Priesters Aaron, hat meinen Grimm von den Israeliten gewendet durch seinen Eifer um mich, dass ich nicht in meinem Eifer die Israeliten vertilgte. (Altes Testament: Num 25,1-18 LUT)

Ein Ich ist tätig geworden und hat eine Tat begangen, aus dem Ich heraus - in Verbindung mit dem Gott des Ich, mit dem Jahwe-Ich, mit dem herannahenden Christus-Ich. Er hat diese Tat begangen. Und weil ein Mensch das getan hat, wurde das ganze Volk von den Wirkungen verschont. Weil einer es getan hat. Und das ist noch nicht einmal das wirklich freie Ich, über das wir jetzt verfügen. Aber er ist ein auserwählter Träger dieses Jahve-Ichs. Eigentlich ist es die Christus- Kraft selber, der er sich - und nur so konnte man es in der vorchristlichen Zeit tun - dieser Jahve-Christus-Kraft ganz hingegeben hat, ganz aus der heraus gewirkt hat.

Der Krieg gegen die Midianiter

So, jetzt geht die Geschichte weiter. Also weil er so eifrig war, darum wird die scheinbare Strafe oder die Plage vom ganzen Volk abgewendet. Klar, es geht trotzdem immer noch vor allem um das Volks-Ich. Und das heißt, was einer tut, durch den am stärksten dieses Volks-Ich wirkt, hat eine Wirkung auf das ganze Volk. Die Israeliten sind jetzt mal gerettet dadurch, dass dieser Pinchas diese Tat unternommen hat. Aber es muss noch mehr passieren:

16 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 17 Tut den Midianitern Schaden und schlagt sie; 18 denn sie haben euch Schaden getan mit ihrer List, die sie gegen euch geübt haben durch den Peor und durch ihre Schwester Kosbi, die Tochter eines Obersten der Midianiter, die erschlagen wurde am Tag der Plage, die um des Peor willen kam.“ (Altes Testament: Num 25,1-18 LUT)

Viertes Buch Moses (4. Buch Mose), 31. Kapitel - Wie sich die Schilderung anhört, was der Herr jetzt befiehlt, was passieren soll:

1 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 2 Übe Rache für die Israeliten an den Midianitern, und danach sollst du versammelt werden zu deinen Vätern. 3 Da redete Mose mit dem Volk und sprach: Rüstet unter euch Leute zum Kampf gegen die Midianiter, die die Rache des HERRN an den Midianitern vollstrecken. 4 Aus jedem Stamm je tausend Mann sollt ihr aus allen Stämmen Israels in den Kampf schicken. 5 Und sie nahmen aus den Tausenden Israels je tausend eines Stammes, zwölftausend Mann gerüstet zum Kampf. 6 Und Mose schickte sie, je tausend eines Stammes, mit Pinhas, dem Sohn des Priesters Eleasar, in den Kampf. Der hatte die heiligen Geräte und die Kriegstrompeten bei sich. 7 Und sie zogen aus zum Kampf gegen die Midianiter, wie der HERR es Mose geboten hatte, und töteten alles, was männlich war. (Altes Testament: Num 31, 1-7)

Das Bild jetzt einmal dafür. Bitte ich erinnere euch daran: Man kann es immer in zwei Varianten lesen. Es ist ein imaginatives Bild und wenn man sich in dieses imaginative Bild genug vertieft und den Prozess in sich wirklich durchführt, der durch dieses Bild bildhaft eben beschrieben wird, dass man diesen inneren Kampf in sich aufnimmt, dann wird von einem äußeren Krieg nichts zu sehen sein. Wenn es nicht gelingt, dann wird der Kampf im Äußeren ausgetragen. Und die Geschichte zeigt, dass sicher ein Teil des inneren Kampfes gewonnen wurde, aber auch äußerlich Krieg herrschte. Das heißt, dass das, was nicht gelungen ist, sich äußerlich ausgetobt hat. Er schickt also den Pinchas mit den heiligen Geräten und den Kriegstrompeten, dass er das Heer anführt. Also ein Priester führt das Heer an! Ein Sohn aus der Abel-Seth-Linie - er ist der geistige, der eigentlich friedliche. Der soll den Kampf anführen.

7 Und sie zogen aus zum Kampf gegen die Midianiter, wie der HERR es Mose geboten hatte, und töteten alles, was männlich war. 8 Samt diesen Erschlagenen töteten sie auch die Könige der Midianiter, nämlich Ewi, Rekem, Zur, Hur und Reba, die fünf Könige der Midianiter. Auch Bileam, den Sohn Beors, töteten sie mit dem Schwert. 9 Und die Israeliten nahmen gefangen die Frauen der Midianiter und ihre Kinder; all ihr Vieh, alle ihre Habe und alle ihre Güter raubten sie 10 und verbrannten mit Feuer alle ihre Städte, wo sie wohnten, und alle ihre Zeltdörfer. 11 Und sie nahmen die ganze Beute und alles, was zu nehmen war an Menschen und Vieh, 12 und brachten’s zu Mose und zu Eleasar, dem Priester, und zu der Gemeinde der Israeliten, nämlich die Gefangenen und das genommene Vieh und das geraubte Gut ins Lager im Jordantal der Moabiter gegenüber Jericho. 13 Und Mose und Eleasar, der Priester, und alle Fürsten der Gemeinde gingen ihnen entgegen, hinaus vor das Lager. (Altes Testament: Num 31, 7-13)

Ja, es wird nicht erfreulicher, aber ich werde vielleicht trotzdem weiter lesen. Und wir werden uns in der Folge nicht nur öfter mit diesen Bildern beschäftigen müssen. Versucht jetzt bitte wirklich zu sehen, dass das vor allem gedacht ist als imaginatives Bild. Und dass man eigentlich erst nachspüren müsste, was ist denn wirklich ganz konkret mit diesem Bild gemeint? Und da muss man sich jedes Detail anschauen. Weil jedes eine Bedeutung hat. Da geht es immer um Kräfte, die in sich selbst zu bekämpfen sind, in jedem Einzelnen des Volkes. Und der Priester ist der, der dem Volk dabei hilft, diesen Kampf zu bestehen. Weil der Priester eben am stärksten diesen Volks-Ich-Impuls in sich trägt und weitergeben kann, den anderen Menschen helfen kann, auch etwas von diesen Impuls aufzunehmen. So wird es noch wilder. Wenn man es jetzt nur äußerlich sieht, dann wird es sehr blutig. Und eben das ganze Blut, das auf der Welt heute fließt, nicht nur heute, damals genauso und damals teilweise noch viel mehr als heute, aber heute auch zur Genüge, ist ein Zeichen, dass dieser innere Kampf, der durch dieses Bild beschrieben wird, nicht genügend bestritten wird. Einschub: Die Frau als Bild für starke Seelenkräfte

14 Und Mose wurde zornig über die Anführer des Heeres, die Hauptleute über Tausend und über Hundert, die aus dem Kampf kamen, 15 und sprach zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen und Mädchen leben lassen? . (Altes Testament: Num 31, 14-15)

Jetzt ist es noch nicht genug, dass eh alle Männer schon umgebracht werden, aber die Frauen haben sie verschont. Und Mose ist höchst erzürnt darüber, dass sie alle Frauen am Leben haben lassen - also das heißt, die seelischen Kräfte. In diesen alten Schriften ist fast immer das männliche Prinzip, namentlich wenn es mit Schwert oder Speer auftritt, das geistige Prinzip. Und die Frau ist das seelische Prinzip. Heißt aber bitte nicht jetzt: Die Frau hat keinen Geist und der Mann keine Seele im äußeren Sinn. Überhaupt nicht. Es ist ein symbolisches Bild. Die Frau hat eben einfach stärkere Seelenkräfte als der Mann. Die Frau zum Beispiel hat den stärkeren Ätherleib, der Mann hat eher den stärkeren, muskulösen physischen Leib von der Anlage her. Sie hat auf jeden Fall den stärkeren Ätherleib und daher ist sie zäher in Wahrheit als alle Männer - und weil sie ja die Kraft braucht, um neues Leben gebären zu können. Da ist natürlich die Chance drinnen, dass sie mit diesem starken ätherischen Potential prädestiniert dazu ist, voranzugehen im lebendigen Denken zum Beispiel auch. Im durch Liebe heilende Kräfte zu geben, weil Liebe heilend ist. Liebe-Kräfte und Heilkräfte sind in Wahrheit ein und dasselbe. Heute brauchen wir die Pulverln im Grunde nur deswegen, weil wir zu wenig Liebe-Kräfte noch weitergeben können. Es wird die Zeit kommen, wo alle Heilung, alle Medizin hauptsächlich darauf beruhen wird und die Zeit sollte gar nicht so ferne sein, in Wahrheit.

16 Siehe, haben nicht diese die Israeliten auf Bileams Rat hin vom HERRN abtrünnig gemacht in der Sache mit Peor, sodass der Gemeinde des HERRN eine Plage widerfuhr? 17 So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrau sind; 18 aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben. 19 Und lagert euch draußen vor dem Lager sieben Tage, alle, die jemanden getötet oder die Erschlagenen angerührt haben, dass ihr euch entsündigt am dritten und siebenten Tage samt denen, die ihr gefangen genommen habt. 20 Auch alle Kleider und alles Lederzeug und alles Pelzwerk und alle hölzernen Geräte sollt ihr entsündigen. (Altes Testament: Num 31, 16-20)

Der grundlegende Unterschied hinter der Bildersprache im Alten und Neuen Testament 1:52:02

Sowohl im Alten Testament (Bibel) als auch im Neuen Testament (z.B. die Apokalypse) begegnen uns sehr drastische Bilder. Dennoch gibt es grundlegende Unterschiede. In der Bildersprache des Alten Testaments geht es immer um das Volks-Ich oder das Stammes-Ich. Es geht zwar einer voraus und bringt einen Impuls ins Rollen, aber es müssen alle mitziehen. Das ganze Volk ist daran gebunden und arbeitet daran. Ein Beispiel dafür ist die Tat des Pinchas, die objektiv für das ganze Volk wirksam wurde. Der wesentliche Unterschied zum Neuen Testament besteht darin, dass in nachchristlicher Zeit, also ab dem Ereignis von Golgatha, es immer um das individuelle Ich geht. Jedes einzelne Ich muss an sich arbeiten, jeder muss es selbst tun, selbst den Kampf aufnehmen. Es kann zwar einer den anderen Impulse geben, aber wenn der Impuls nicht aufgegriffen wird, ist er wirkungslos. Wenn also ein Mensch als ganz individuelles Ich tätig wird, hat das keine unmittelbaren Folge für alle anderen. Wohl kann er einen Funken zünden, er kann der Welt etwas schenken, aber diese hat die Wahl, es anzunehmen oder auch nicht.

Ein individueller Impuls kann wie ein Funke wirken – am Beispiel von Gandhi 1:54:54

Wird ein Mensch aus seinem ganz individuellen Ich heraus tätig, kann er ein Beispiel sein für die anderen. Wenn es ein großer Impuls ist und viele Menschen bereit sind, ihn aufzunehmen - wie Mahatma Gandhi - dann ist das etwas ganz Christliches. Obwohl sich Gandhi deutlich und bewusst zu seiner Hindu-Religion bekannte, wollte er für dieses Volk ganz aus seiner vollen Ich-Kraft heraus etwas tun. Da ist von Christus keine Rede und das spielt auch keine Rolle. Denn jede Religion kann ein Mittel sein, den Menschen Impulse zu kommunizieren, in einer Sprache, die sie verstehen. So könnten heute alle Religionen auf der Welt etwas Gutes bewirken, wenn sie sich in den Dienst des individuellen Ichs stellen. Sobald sie missinterpretiert werden in dem Sinne, dass es um ein Volks-Ich geht, kann das nicht gelingen. Heute geht es um das individuelle Ich. Und je mehr individuelle Iche stark werden, umso stärker wird das Menschheits-Ich werden. Umso stärker lebt letztlich der Menschheitsrepräsentant, der Christus in der ganzen Menschheit. Ein gutes Beispiel in dem Zusammenhang ist die Religion der Bahai, einer iranischen Abspaltung vom Islam. Sie wollen sich mit allen Religionen verständigen und haben Elemente aus den Welt-Religionen übernommen.

Der Übergang vom Volks-Ich zum individuellen Ich vollzieht sich in Elias und Johannes dem Täufer 2:01:19

Pinchas war noch nicht individualisiert, aber er war Träger des Volks-Ichs, das eine große Wirkung auf das Volk der Israeliten hatte. Das war auch bei Elias der Fall, aber doch etwas anders. Sein kleines Ich stellte sich ganz in den Dienst des großen Volks-Ichs. Das ist die Tugend seines individuellen Ichs, das sich ganz willenlos hingibt dem, was das göttliche Ich durch dieses Menschen-Ich erreichen will. Daher ist diese Reinkarnations-Reihe von Pinchas, Elias und dann Johannes der Täufer eine sehr spezielle. Da wirkt einerseits immer noch dieses Volks-Ich durch. Das ist auch noch bei Johannes dem Täufer ganz stark der Fall. Daher sagte dieser ganz deutlich im Hinblick auf den Christus: Ich muss abnehmen, damit er zunehmen kann. Das ist auch die Botschaft für uns: Wir müssen jetzt zunehmen, damit der Christus in uns zunehmend in uns wirksam werden kann.

Die Apokalypse ist die Botschaft für unsere Zeit 2:07:19

In der Apokalypse steht im Grunde alles drinnen und daher ist sie die Botschaft für unsere Zeit schlechthin. Oft stehen die Botschaften zwischen den Zeilen. Das heißt, dass ich das, was in den Zeilen steht als Anregung nehme, geistig selbst dasjenige zu produzieren, was objektiv zwischen den Zeilen steht. Ich bringe etwas zum Ausdruck, was objektiv die Welt in eine gute Richtung entwickeln kann. Nur durch das individuelle Ich kann es zur Wirklichkeit werden. Und damit schaffen wir die objektive Welt, die Welt der Zukunft.

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in der Sinneswelt ganz wach werden - das Übersinnliche der neuen Art erfordert unsere bewusste Aktivität - das Neue muss bewusst ergriffen werden, wenn das Alte verloren gegangen ist - die Menschheit wächst zusammen und wird trotzdem immer individueller - sich Impulse anderer Menschen aneignen und etwas Neues schaffen - das Ich ist ein zündender Funke - der Missbrauch geistiger Kräfte im Dienste der Widersacher - die Christuskraft ist eine verlässliche Kraftquelle - das Ich von innen ergreifen, sonst ergreift es uns von außen - Karma ist für uns in Wahrheit ein Segen - Geld ist Geist, der im sozialen Organismus zirkuliert - Lebenskraft verschenken - aus dem Christus heraus wirken - Denkkräfte sind Ätherkräfte - es geht nicht um unsere Wünsche, sondern um den Willen, zu tun - der äußere Krieg ist eine Widerspiegelung des inneren Krieges - die spezielle Verkörperung Johannes des Täufers - die Vorbereitung des Einzel-Ich aus dem Gruppen-Ich - ein ganzes Volk soll Träger der Ich-Kraft werden - die Kräfte des Baal-Kultes kamen nicht aus dem Ich - das Volks-Ich im Alten Testament - das individuelle Ich im Neuen Testament - ein individueller Impuls kann wie ein Funke wirken - der zündende Funke des Gandhi - Bahai-Religion - Pinchas wird später wiedergeboren als Elias - Elias wird später wiedergeboren als Johannes der Täufer - Ego abbauen, damit der Christus in uns zunehmend in uns wirksam werden kann - durch das individuelle Ich die Welt der Zukunft schaffen;

Glossar

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Vortragszyklus «Apokalypse»
 
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Themenbezogene Leseanregungen

-Mysteriendramen, Rudolf Steiner, https://anthrowiki.at/Die_Mysteriendramen_Rudolf_Steiners

-Altes Testament: Num 25,1-18 https://www.bibleserver.com/LUT/4.Mose25

-AltesTestament: Num 31,1-20 https://www.bibleserver.com/LUT/4.Mose31

Literaturangaben

Rudolf Steiner, Alexandra Riggins: Die sieben apokalyptischen Siegel, Triskel Verlag 2005, ISBN 978-3-905893-02-1;

Rudolf Steiner: Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums, GA 8 (1989), ISBN 3-7274-0080-3;

Rudolf Steiner: Die Apokalypse des Johannes, GA 104 (1985), ISBN 3-7274-1040-X;

Rudolf Steiner: Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes, GA 104a (1991), ISBN 3-7274-1045-0;

Rudolf Steiner: Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V: Apokalypse und Priesterwirken, GA 346 (2001), ISBN 3-7274-3460-0;

Emil Bock, Das Neue Testament, Übersetzung in der Originalfassung, Urachhaus, Stuttgart 1998, ISBN 3-8251-7221-X